Nr. 3«'.
Montag, 19. Januar 1914.
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Avend-Ausgabe, 1. Blatt.
Teito S.
meinen Ortskrankenkasse angewiesen werden, in der Zeit des jetzt herrschenden Streiks die Universitätskliniken und Polikliniken auszusuchen. Die Direktoren dieser Kliniken und Polikliniken sehen sich daher genötigt, mitzuteilen, daß sie die Behandlung der Patienten der Allgemeinen Ortskrankenkasse, ausgenommen in Notfällen, vorläusig ablehnen."
wb. Vom fortschrittlichen Preußentag. Der Vor- stand des fortschrittlichen Preußentages hielt gestern im Abgeordnetenhause eine Sitzung ab, in der nach einem Referat P a ch n i ck e s eine Resolution zur Annahme gelangte, die unter ausdrücklicher Betonung des grundsätzlichen Standpunktes sich mit dem Versuch einverstanden erklärt, zunächst eine Mehrheit für das direkte und geheime Wahlrecht herbeizuführen. Über die Stellung Preußens zum Reiche wurde eine Resolution Wiemers angenommen, in der es heißt: Preußen könne seiner Aufgabe, die führende Macht des Reiches zu sein, nur nach Durchführung der notwendigen Reformen und der freiheitlichen Ausgestaltung der Staatseinrichtungen gerecht werden. Die einseitige preußische Politik der Konservativen er- schwere den Ausbau des Staatswesens und gefährde die Reichseinheit. ... ^ ,
* Der bayerische Orden für den Kardmalstaats- sckretär. König Ludwig von Bayern hat nach einem Telegramm unseres Münchener Mitarbeiters dem Kardinalstaatssekretär Merry del Val drc höchste bayerische Auszeichnung, den Hausritterorden vom hl Hubertus, verliehen. Außerordentliche Gründe dafür werden in Abrede gestellt, es wird aber nicht an Kombinationen fehlen. Möglicherweise hängt dieEhrung mit der Beendigung der Regentschaft zusammen.
* Beschlagnahme von Ansichtskarten über Zabern. Die Polizeibehörde in Metz beschlagnahmte in den Buch- und Papierhandlungen nicht weniger . als über 40 verschiedene Muster Ansichtskarten, die in grober Weise den Zaberner Prozeß und das deutsche Mrlrtar kartieren. Die vorhandenen Vorräte, die nur zum kleinen Teil aus Frankreich stammen, wurden beschlagnahmt.^^ Preußentag. Zwecks Bildung eines Preußenbundes fand gestern nachmittag im Abgeordnetenhause ein allgemeiner Preußentag statt, der zahlreich besucht war. Unter den Abgeordneten, die zugegen waren, wurden v. Heydebrand, Graf v. d. Groeben, Graf v. Westarp, Graf Guidotto Henkell v. Donnersmarck bemerkt. Die Sitzung wurde von tzandels- kammersyndikus Dr. Rocke eröffnet, der vorschlug, ern Huldigungstelegramm an den Kaiser zu senden. Der Wortlaut des Telegramms ist folgender: „Gw. Majestät oringen die am heutigen für Preußen so bedeutungsvollen Tage ,n Berlin zu ihrer ersten öffentlichen Tagung versammelten Mitglieder des Preuhenbundes das Gelöbms unentwegter Treue und Hingebung dar. Wir geloben in der jetzigen ernsten ^cit, mit allem Nachdruck den gegen dre Monarchie und Preußen, diesen Eckstein deutscher Macht und Größe, gerichteten Angriffen entgegenzutreten und Gott um seinen ferneren Segen für unser geliebtes Preußen und unser Hohenzollernhaus anzuflehen." — Auch an den Kriegsmrmfter v. Falkenhahn wurde ein Huldigungstelegramm gesandt.
Bon den Rednern, unter denen sich u. a. Heydebrand, Dr. Rösicke befanden, zeichnete sich Generalmajor v. Wrochem durch starke Kraftausdrücke aus. Der Generalmajor sagte im Einblick auf die Zaberner Vorgänge u. a.: »Jode
„ A „ * P « m i k B a n b I u n g und jedes Schimpfwort eine»
neben an den Zeitgeist, oas Sergen .... . -
Rechten an noch unreife Volksschichten fuhrt am ve denkliche Wege. Von Pflichten ist immerwenigerdieRed. und doch besteht ein Staat nur durch bw Erfüllung e Pflichten; an Pflichterfüllung ist noch kein «taw zugrunde gegangen! Die einzige Schule für Pflicht und Gehorsam st Heer und Flotte (Sehr wahr!), aber nur so « biegen UreTtfl monarchisch gesinnt sind. Erzberger, ^^ mann und Genossen wollen in die Kommanda^ew lt des Kriegsherrn eingreifen und man a * ,let ”L ife , 1 Wörtern vom Sübelregiment und dcrgl. Uber da» Emg . des Obersten v. Reuter in Zabern bei dem versagen der Z - gemalt entstand ein großes Geheul rn
i! ichien Gesellschaft, die s, ch heute deutscyer
Reichstag nennt. Und preußische Offiziere, die ihr Pflicht taten, wurden beschimpft. Wir verlangen, daß ReqLnng an solchen Tag'en offene Augen und be* g inmen Willen zum Kampfe hat. Durch d'-sen Lärm ernst imd ruhig die Stimme des Obersten v. R e u t e r. sich an seines Königs Befehl hielt. Das Heer muß durch und durch monarchisch bleiben. Der 10. Januar war für die : Umstürzler eine verdiente Ohrfeige. Was wir ,ber , uns.rem Reichstag alles noch erleben werden, wissen wir mcht, aber ivenn es' so weitergeht, wird das Deutsche Reich lwch ber Preußen betteln müssen, ihm zu helfen." General v. brachem behauptete noch, aus Süddeutschland wehe ein demokratischer nreuüenfeindlicher Wind. Unter dem Schutze der von Preußen aeicbaffenen Reichsverfassung treibe die Demokratie ihr -Leien.
Forderung, daß Preußen in Deutschland aufgehcn müsse, müsse aus dem Wörterbuch ausscheiden. (Zuruf: Deutschland in Preußen!) — Am Schlüsse der Sitzung gelangte folgende Resolution zur Annahme: „Der Preußentag steht den in „onei-er Zeit immer mehr hervortretenden Bestrebungen, ritte Schwächung der auf christlicher und monarchischer Grundlage erwachsei'en Macht Preußens durch Demokratisierung unserer gesamten ö f f c n t I ich e n Gin rieb tungen zum Ziele haben, eine schwere Gefahr kn,- die Uukunft des Deutschen Reiches. Rur ein starkes. ,n der Entw'ckluna feiner Kräfte durch unitarische Fesseln nicht gehindertes Preußen kann seinem deutschen Berufe gerecht morden Feder Ansturm der Demokratie auf die Stellung Vreusiens und auf die durch die ReichsverfassilNg garantierte Selbständigkeit der Bundesstaaten ist zurückzuwersen. Zu diesem Zweck ist 6er Zusammenschluß oller derjenigen, welche unser geliebtes Preußen gegen die Angriffe der Demokratie verteidigen wollen, mehr denn je eine gebieterische Notwendigkeit " — Danach wurde die Versammlung mit einem dreifache» Hoch auf den Preußenbund geschlossen. Die Ver- ammelten sangen: „Ich dm e,n Preuße." Zum Schluß der Versammlung wurde der Vorschlag gemacht, an den Resths- krurzler ein Telegramm zu schicken. Als Antwort ertönte der
energische Ruf aus der Mitte der Versammlung: „Nein, nein, aber an Oberst v. Reuter!"
* Ausweisung eines österreichischen Sozialdemokraten.
Die Behörden haben den Kaufmann Georg Herold aus Düsseldorf ausgewiesen wegen sozialdemokratischer Agitation. Herold, der ein Österreicher ist, ist Mitglied des sozialdemokratischen Vereins sowie des Freien Handlungsgehilfenverbandes.
* Der Deutsche Protestantentag findet im Oktober dieses Jahres in Osnabrück statt.
NcrrkMnsntarisches.
Die Besprechung der Zabern-Anfrage im Reichstag. Die Beratung der neuen Zaberner Anfrage im Reichstag wird erst am kommenden Donnerstag oder Freitag stattfinden, da der Reichskanzler sich gesundheitlich nicht ganz wohl fühlt.
Die Zabern-Jnterpellation in der clsässischen Ersten Kammer. Gutem Vernehmen nach ist die Anregung der heutigen Interpellation betr. Zabern in der Ersten Kammer des Landtags vom Straßburger Bürgermeister^ Dr- Sch w ander ausgegangen. Die Erste Kammer beabsichtigt jedoch durchaus nicht, den Ausgangspunkt der Angelegenheit in aller Breite zu behandeln, weil das zur Genüge geschehen ist. Sie bezweckt vielmehr eine eingehende juristische und strafrechtliche Beleuchtung derjenigen Fragen, die nach Ansicht der Kammer den Kernpunkt der aus der Zaberner Angelegenheit entstandenen Konsequenzen bilden und einer dringenden Klärung bedürfen.
Die gemeinsamen Anträge über den militärischen Wafsen- gebrauch? Über die Einbringung des Initiativantrags auf reichsgesetzliche Regelung des militärischen Waffengebrauchs fanden im Reichstag Besprechungen zwischen dem Zentrum und den liberalen Parteien statt. Zu einer endgültigen Entscheidung ist es noch nicht gekommen, da die Formulierung der Anträge Schwierigkeiten macht. Es wurde beschlossen, gemeinsam Anträge einzubringen.
kßeer und Flotte.
Bo» der Atlantik-Division. Die Linienschiffe „Kaiser" und „König Albert" sowie der kleine Kreuzer „Stratzburg" haben Samstag Viktoria (K a m e r u n) verlassen. Die Aufnahme war in allen Kreisen der Kolonie sehr herzlich. Die Parade des Landungskorps in Duala machte großen Eindruck. Die Haltung der Mannschaften war trotz der erheblichen Hitze vortrefflich. Nach beendeter Kohlenübernahme erhielten die Besatzungen reichlichen Urlaub in die herrliche Umgebung. Ein weitgehendes Entgegenkommen allerseits ermöglichte den zahlreichen Besuch der interessanten Pflanzungen. Die Offiziere wurden in Buea und Soppo durch Beamte der Schutztruppe herzlich empfangen.
klusland.
England.
Zum Untergang des „A. 7 ". London, 17. Jan. In amtlichen hiesigen Marinekreisen hegt man keine Hoffnung mehr, daß die Besatzung des gesunkenen Unterseebootes gerettet werden : könnte. Taucher_ sind zwar zu dem Wrack auf dem Meeresboden hinabgestiegen; sie wollen Klopfen an den Wänden gehört haben/ doch fehlt jede Bestätigung dieses Berichtes. Zudem ist die längste Frist, während der bei dieser Klasse von Tauchbooten das Leben unter Wasser möglich ist, 12 Stunden. Augenscheinlich sind jedoch die an Ort und Stelle befindlichen Rettungsschiffe nicht imstande, das Fahrzeug zu heben. Die Admiralität hat anläßlich des Unglücks zahlreiche Beileids- kund gedungen erhallen, u. a. von dem deutschen, dem österreichisch-ungarischen und dem russischen MarineattachL
Des Kaisers Beileid zur Katastrophe. London, 19. Jan. Der König hat von dem deutschen Kaiser ein Telegramm erhalten. Der Kaiser drückte darin seinen Schmerz über den Verlust an Menschenleben, den der Untergang des Unterseebootes „A. 7" verursacht hat, und seine Teilnahme mit den Angehörigen derjenigen, die dabei ums Leben gekominen sind, aus. Der König hat den Befehl erteilt, daß das Telegramm den Marinebehörden in Plymouth mitgeteilt werde.
Eine Konferenz über die britische Flottenpolitik. London, 17. Jan. Wmston C h n r ch i I l, der erste Lord der britischen Admiralität, hatte mit dem Schatzkanzler LIoydGeorge eine langeBesprechung über Flottenpolitik.
Hochzeit eines dänischen Prinzen. Rom, 19. Jan. Wie aus Turin gemeldet wird, hat dort gestern im engsten Familienkreise die Vermahlung des Prinzen A q e von Dänemark mit der Prinzessin CaIvi di Bergolo stattgefunden.
Nttstionü.
Güterverteilung an Kosaken. Odessa, 19. Jan. Die hier tagende Versammlung des Kosakenkrwgsrats beschloß für 7 Millionen Rubel Privatgüter zur Verteilung an arure Kosaken zu erwerben.
Rumänien.
Majorcscn reist nach Heidelberg. Bukarest, 18. Jan. Der frühere Ministerpräsident Majorescu ist nach Heidelberg abgercist- __
Serbien.
Der neue Kriegsnrinister. Belgrad, Ist Jan. Durch einen königlichen Utas wird der Oberst Liewano- witsch zum Kriegsminister ernannt; ebendarin wird der frühere Kriegsminister General Bosanowitsch zur Disposition des Kriegsmimsteriums gestellt.
+ ' Griecbemand.
Entdeckung einer Verschwörung gegen den König?
Athen, 17/Jan. Infolge einer Anzeige ist bekannt geworden, daß ein bulgariiches Komitee in Sofia tn geheimer Sitzung die Ermordung des Königs Konstantin von Griechenland beschlossen hat und daß vier Mörder, die durch das Los auserwählt worden waren, dazu bestimmt worden sind, das Attentat auszuführen. Von diesen befinden sich Mitzeff und Angheloß /n Saloniki; die zwei anderen haben Bulgarien noch incht verlassen. Mitzeff ist sofort ausgewissen worden. Angheloß behauptet, italienischer Untertan zu sei«.
Albanien.
Die Räumung besetzten Gebietes durch Griechenland. V a l o n a, 17. Jan. Mit der Räumung der den Albanesen zugesprochenen Gebiete im Süden Albaniens ist griechischerscits bereits begonnen worden. Colonia, Boskopia und Kaza Koriza sind schon von den griechischen Truppen verlassen.
Essad-Pascha in Elbassan. Belgrad, 19. Jan. Das Blatt „Balkan" meldet: Die Truppen Essad- Pascha s haben E l b a s s an eingenommen. _ Ein Teil der Stadt steht in Flammen. Ein großer Teil der Bevölkerung hat vor dem Eindringen der Truppen Essad- Paschas die Stadt verlassen. Unter dem zurückgebliebenen Teil der Bevölkerung haben die Truppen ein furchtbares Massaker ungerichtet. Der Bürgermeister der Stadt soll ermordet worden sein.
Südafrika.
Der Zusammenbruch des Streiks. Pretoria, 18. Jan. Amtlich wird bekanntgegeben, daß die zur Verteidigung zusammengezogenen Streitkräste im Dienst behalten werden, bis die Proklamation sie entläßt. Die Hauptquartiere für Verteidigung sind dabei, den Plan für die allmähliche Demobilisierung der Bürgerkommandos vorzubereiten. Es sollen energische Schritte getan werden, um alle diejenigen zu den Fahnen zu rufen, welche der vor kurzem erfolgten Proklamation nicht folgten. Der Geschäftsführer der südafrikanischen Bahnen erklärt, daß sich mehr Leute a n b i e t e n als gebraucht werden. — Johannesburg, 17. Jan. Hier erklärten sich genügend Angestellte der Straßenbahnen zur Wiederaufnahme der Arbeit bereit, so daß der Verkehr am Montag wieder in vollem Umfange ausgenommen wird. — Durban, 17. Jan. Fast alle streikenden Bahnanbeiter haben die Arbeit wieder ausgenommen. — R. Pretoria, 18. Jan. Eine heute ausgegebcne Proklamation entläßt alle Kommandos und Regimenter mit Ausnahme derer am Rande und in den Bezirken von Pretoria und Fauresmith. Demnach bleiben noch etwa 30 000 Mann unter den Waffen. Das Fahrdienstpersonal in Pretoria hat beschlossen, die Arbeit sofort wieder aufzunehmen.
5lu§ Stabt mb £an b.
Wiesbadener Nachrichten.
— Todesfälle. Heute früh ist nach zweitägiger Krankheit im Alter von 90 Jahren Kreisrichter a. D. Karl Mohr, Rheinftratze 99 wohnhaft, entschlafen. — Am Samstag verstarb hier, Humboldtstratze 22, Kommerzienrat Heinrich Koch im 74. Lebensjahr. Er war Inhaber der Lederfabrik Heinrich Rapp in St. Goarshausen, gehörte seit 1890 zur hiesigen Handelskammer und betätigte sich dort hauptsächlich im Ausschuß für Handel, Gewerbe, Zölle und Schiffahrt.
— Die Wetterlage. Trotz der eingetretenen starken Bewölkung hat sich die allgemeine Wetterlage noch nicht wesentlich verändert. Der hohe Druck, dessen Kern heute über Dänemark, Nord- und Ostdeutschland liegt, hat an Stärke zugenommen, doch entwickeln sich in seinem Randgebiet kleine Teildepressionen, die eine Zunahme der Bewölkung und ein Nachlassen der Kälte bewirken. Da diese Unstetigkelten in der Luftdruckverteilung anzuhalten scheinen, haben wir für die ersten Tage wolkiges bis trübes Wetter mit leichtem Frost und vereinzelten Schneefällen zu erwarten. A. S.
— Zur Kinostcuer. Sicherem Vernehmen nach beabsichtigt das Akz:seamt, dem Magistrat und der Stadtverordneten-Ver- sammlung vorzuschlagen, das Kinosteuer-Provisorium noch ein Jahr zu verlängern, da die Vorlage für eine städtische Kinosteuerreform noch nicht spruchreif geworden und, wie die kürzlich im^Rathaus stattgefundene Versammlung ergab, sich deren Durchführung große Schwierigkeiten in den Weg stellen.
— Reichshallenthcater. Auch das neue Programm des Varietes in der Stiftstraße begegnet beifälliger Aufnahme. Es wird von Frl. Risa Casella, einer Wiener Vortragssoubrette, eingeleitet, und von ihren Vorträgen gefällt besonders die Rezitation „Süße Nächte". Dr. Erwin Hemmer bietet gute Gesangsnummern, darunter als beste „Die beiden Grenadiere". Ein hübsches Walzerballett tanzen die Geschwister Ostwins. Artur und Adi Strohschneider leisten Vorzügliches auf dem Drahtseil; sie erreichen mit einem Salto- mortale den Höhepunkt. In humoristischen Nummern versteht Karl Korbeh u. a. auch dem „Tango" eine spaßhafte Seite abzugewinnen. Frl. Frida Röhr weiß als Stimmungssoubrette besonders anzuziehen, und für viele bietet Neues die elektrische Phantasie-Licht-Jllusion „Fata Morgana". Mit dem Mitternachlszauber von Dr. Erwin und Sophie Hemmer, einer gesanglichen Nummer, und einem Ghmnastik-Kettenakt von Family Alfred Pasker schließt dann der Abend.
Raubmord. Ein bisher noch nicht aufgeklärter Raubmord ist heute vormittag in dem Hause Jahnstraße 8 verübt worden. Der Küfer Wendelin Schweitzer fand heute mittag, als er zum Essen heimkehrte, seine Wohnung verschlossen vor. Als rhm nicht geöffnet wurde, ließ er die Wohnung durch einen Schlosser öffnen. Beim Eintritt in die Wohnung bot sich ihm ein schrecklicher Anblick dar. Seine Frau war mit emer Schnur erdrosselt worden und lag tot am Boden. Der Mörder hatte vergeblich versucht, die Schränke mit einem Stemmeisen zu öffnen. Ein Barbetrag von 200 M. soll ihm aber doch in die Hände gefallen sein. Von dem Mörder fehlt bis jetzt noch jede Spur. Nähere Einzelheiten waren, da der Mord erst nach 1 Uhr entdeckt wurde, mithin noch nicht festzustellen. Als Mörder kommt ein stellungsloser Dreher aus Köln in Betracht, der seit acht Tagen dort in Schlafstelle wohnte.
— Kleine Notizen. Der städtische Seefischverkauf ist wieder für morgen Dienstag, den 20. Januar, anberaumt. — Vorgestern abend gegen 10 Uhr überflog in bcdeu- iender Höhe ein Flieger unsere Stadt mit Richtung von Frankfurt a. W- nach dem Rheingau. — Der Genfer Verband der Hotel- und Nestau rantangest eilten bat ab 1. Januar eine Lehrlingsabteilung errichtet. —. Der Lederwarenfirma I. A. Reis, Wilhclinstraße 32, wurde vom Fürsten Leopold IV. zur Lippe das Prädikat eines Hoflieferanten verliehen.
