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Nr. LS Sonntag, 18. Januar 1K14. WieSVMeKLV UKgdiü.l.Mtorgsn-Ausgabe, 1. Blatt Seite 3L

schamlos gedrückt haben! Ich denke, daß. wenn alle Obersten der deutschen- Ärrnee ihre Verantwortlichkeit in solchem Grade auffasien, d'.e deutsche Armee gut geführt ist. . . ."

Die Erklärung des Reichskanzlers über die Stellung des Herzogs von Braunschweig zu den Welfen wird im amtlichen Orgast der nationalliberalen Partei, der „Nationalliberalen Korrespondenz", u. a. wie folgt besprochen:

..Die Erklärung trägt den schweren Bedenken, die in den letzten Monaten die besten nationalen Kreise gefangen ge­nommen haben, vollauf Rechnung, und man könnte nur be­klagen. daß sie so spät gekommen ist. obwohl doch oft ge­nug dazu Anlab gewesen wäre, klipp und klar zu erklären, ob der Herzog Ernst August die Berufung auf seine Person im Sinne der Aufrechterhaltung der Welsenagitation in Han­nover billigt oder nicht. Jetzt wissen wir es. datz das nicht der Fall ist, Lab der Herzog das Vorgehen der Welfenpartei sogar ausdrücklich mrbbilligte. Es ist im Abgeordnetenhause, wenn wir nicht irren, vom Herrn Reichskanzler davauf hin­gewiesen worden, datz anfänglich auch die Nationallibecalen die Garantien, die der Herzog gegeben habe, als genügend an­erkannt hätten Das ist wohl richtig. Aber Voraussetzung dazu >war. datz die Erklärung, die der Herzog in seinem bekannten Bfiefe an den Kanzler abgab loyal ausgelegt wurde. Das ist aber gerade von welfischer Seite nicht geschehen, im Gegenteil bat die deutsch hannoversche Partei unter ausdrücklicher Be­rufung auf den Gmundener Hof immer wieder Kundgebungen erlassen, die das Einverständnis des kumberländi scheu Hauses mit der Fortsetzung der Agitation für die Wiederherstellung des Königreichs Hannover erklärten. Bei jeder dieser Gelegen­heiten haben wir eine unzweideutige Erklärung ge­fordert. die in die Stellung des Herzogs Ernst August zu solchen Kundgebungen Klarheit bringt. Sie ist ausgeblieben. Des­halb nur konnte die Opposition der nationalen Kreise solchen llmfang annehmen. Immerhin wird man Genugtuung emp­finden, datz jetzt wenigstens das Notwendige nach geholt worden ist. Es ist daher eine ganz irrtümliche Auffassung der „Ge mania". wenn sie meint, der Reichskanzler habe die nationalliberalen Angriffe wegen der Lösung der braun­schweigischen Frage „zurückgewiesen". Das Gegenteil hat er getan: er hat ihnen Rechnung getragen und die Bedenken endlich ausaeräumt. Jetzt erst wi"d man sagen können man kann die hannoverschen Welfen mit Ruhe sich selbst übeplassen. Daran ändert auch nichts datz sie sich in einer soeben ver­öffentlichten Erklärung der fünf welfischen Reichstaasabg-eord- rieten, aufs neue Mut zusprechen Es wird nichts mehr helfen. — Die welfische Bewegung darf nunmehr in der Tat als im Absterben begriffen angesehen werden."

Ku§ Stabt und Land.

Wiesbadener Nachrichten.

Die Woche.

In dem fürchterlichen Artikel, den das hiesige Zentrums­organ vor einigen Tagen zur Wahl des, neuen Beige­ordneten veröffentlicht hat und dessen Hauptinhalt wir unseren Lesern bereits zur Kenntnis gebracht haben, wurde u. a. behauptet, bei der Besetzung des zweiten Bürgermeister­postens habe ntan die Katholiken mit der Zusicherung ver­tröstet, datz bei der demnächstigen Wahl eines Beigeordneten ein Mitglied der katholischen Konfession gewählt würde. Wir führten bei der Glossierung des Artikels aus, datz Versprechen gehalten werden müssen, datz aber zunächst gar nicht seststehe, wer „uns Katholiken" (gemeint sind wohl die der Zentrums­partei angehörigen Stadtverordneten) das Versprechen ge­geben habe, und ob „diejenigen, welche" auch wirklich in der Lage gewesen seien, die Wahl nach ihrem Willen zu komman­dieren.

Inzwischen ist uns von einer Seite, die in diesem Falle gut orientiert sein kann und offenbar gut unterrichtet ist, mit- icteilt worden, datz tatsächlich die drei Zentrumsvertreter im Stadiparlament durch die von der „Rheinischen Volkszeitung" erwähnte Zusage für die Wahl des Herrn Bürgermeisters Travers gewonnen worden sind. Sie haben Herrn Travers nur ihre Stimmen gegeben, weil sie als Gegenleistung die Wahl eines katholischen Beigeordneten erwarten

Es mutet einem seltsam an, die Wahl eines Kommunal- beamten unter den Gesichtspunkt der konfessionellen Zuge- Hörigkeit gestellt zu sehen. Waren die Zentrums-Stadtparla- mentarier der Meinung, Herr Travers sei nicht der geeignete Mann für den Posten des zweiten Bürgermeisters, so durften sie ihm unter keinen Umständen ihre Stimmen geben, ebenso­wenig wie sie ihn nur seiner evangelischen Konfession wegen ablehnen durften. Freilich, dann verdenken wir ihnen nicht die Ablehnung eines höheren Kommunalbeaipten aus kon­fessionellen Gründen, wenn sie die Wahl zwischen zwei gleich tüchtigen Kandidaten haben, von denen einer katholisch ist.

Wenn aber die Neigung besteht, über die Berufung eines Beamten, der sich beruflich mit religiösen und kirchlichen Dingen ganz und gar nicht zu beschäftigen hat, in erster Linie aus Erwägungen konfessioneller Natur zu entscheiden, und den Bestempfohlensten und also voraussichtlich Tüchtigsten nicht zu wählen, weil er nicht dieser, sondern der anderen Konfession angehört, so ist das etwas, gegen das die Bürgerschaft, ohne Unterschied der Konfession, ganz energisch Einspruch erhebet: mntz.

Es heitzt, die Politik habe aus dem Rathaus zu bleiben. Das ist nur teilweise Wahrheit, das aber ist ganze Wahrheit, datz die Konfession nichts mit der kommunalen Arbeit zu tun

^ * Wir billigen den Standpunkt des Zentrums nicht, wenn es bei der Wahl eines Beigeordneten nach der Konfession der Kandidaten fragt; gleich wenig aber können wir es loben, wenn die dem Zentrum angehörigen Stadtverordneten bei der Wahl des zweiten Bürgermeisters tatsächlich durch die Zusiche­rung geködert worden sind: „Gebt ihr eure Stimmen Herrn Travers, dann wählen wir als dritten Beigeordneten einen katholischen Bewerber." Ist das geschehen, so war das Ver­schulden der Versprechenden ebenso grotz wie das jener, die den Vorschlag akzeptierten. Vielleicht sogar noch größer: die Zen­trumsherren kannten Herrn Travers wenigstens, die anderen aber stellten gewissermaßen einen Blankowechsel aus, dessen Summe verschieden lauten konnte. Tatsächlich ist es ja auch so gekommen, datz sie den Wechsel nicht einlösen konnten, als er präsentiert wurde.

Wo über alles andere das Prinzip gestellt wird, daß bei Wahlen zur Ergänzung des Magistrats einzig und allein nach der beruflichen und persönlichen Tüchtigkeit der Kandidaten entschieden werden mutz, da können Vorkommnisse, w:e das hier besprochene, nicht pulsieren. Datz aber dieses hohe Prinzip über alle anderen Rücksichten gestellt wird, das verlangen hat die Bürgerschaft ein Recht. -rt.

— Wiesbadener im Ausland. Herr vr. Arno V i e h o e v e r hat Anfang dieses Monats seine Stellung in Washington <m-

getreten. Er ist nach dorten berufen worden, um das ge­samte pharmakopnische Forschungswesen in den Vereinigten Staaten zu organisieren. Er ist der Bruder des in Paris an­sässigen Herrn Jos. Viehoever. Dieser ist zusammen mit Herrn Zimmermann von hier Besitzer des „Hotels de la Tremville" und des noch im Bau begriffenen „Esplanade- Hotels" in der Avenue des Champs-Elysees.

— Apollo-Theater. Das neue Programm bietet von der ersten bis zur letzten Nummer gute Kräfte und findet leb­haften Beifall. Geschickt ist eS von der Direktion, als Ein­leitung einen Akt zu nehmen, der Humor in das Haus bringl. Das tun „Piefke und Paffke", die Komiker auf dem Koffer, m vollem Maße. Auch Frl. Betty Theuret trägt mit drolli­gen Couplets dazu bei und erntet starken Applaus. „Amre und Adonis" leisten in ihrem kontorsionistischen Akt Außer­gewöhnliches. Die Radfahrertruppe The Original French Co. führt ihre Experimente mit Sicherheit und Eleganz durch. Nach der Pause erfreut Frl. Faustina Pattini, aus dem vori­gen Programm die einzige Überläuferin, mit hübschen Liedern. Einen starken Lacherfolg hat der Burlesken-Akt von Rachow und Petth. Der Karikaturist Littke Carlsen ist ein famoser Mimiker; besonders zieht seine amüsante Ballunter­haltung an. Ein Damen-Gesang- und Tanz-Akt von Mlle. Deroche mit vier Eleven stellt eine hübsche Abwechselung dar. Den Schluß bilden die Rollschuhläufer „The Snow Family", die durch ihre Komik auch die Lachmuskeln in Bewegung setzen.

— Nnssamsche Landesbank. Der Termin des Wettbe­werb s, der anfangs November zur Erlangung von Ent­würfen für den Neubau des Geschäftshauses der Nassam- schen Landesbank ausgeschrieben wurde, ist jetzt abgelaufen. Zugelassen waren nur Architekten des Regierungsbezirks Wiesbaden. Die Zahl der eingegangenen Entwürfe beläuft sich auf etloa 60. Der Termin, an dem das Preisgericht zu- sammentritt, ist noch nicht bestimmt.

— Die Fischzucht. Zu den schönsten Ausflugspunkten in der näheren Umgebung unserer Stadt zählt unstreitig die Fischzuchtanstalt im Adamstal mit dem idyllisch gelegenen Gasthaus, dem großen Waldpark und den etwa 20 Fischteichen. Vielen dürfte nicht bekannt sein, datz die Fischzucht noch heute dort rationell betrieben wird und neben Schleien, Karpfen und Goldorsen, einer japanischen Karpfenart, vor allem Forellen als Spezialität gezüchtet werden. So ist gegenwärtig das Bruthaus mit §00 000 Forelleneiern belegt, aus denen ein großer Teil der winzig kleinen Forellchen schon ausgeschlüpft ist, die, noch mit dem Dottersack behaftet, sich munter zwischen den noch nicht ausgekrochenen Eiern herumtummeln. Eine Besichtigung des Bruthauses der Fischzucht ist zurzeit beson­ders interessant; der freundliche Fischzuchtmeister gibt gern Auskunft und Belehrung. Wer sich daher den Entwicklungs­gang der Forelle vom Ei bis zum ausgewachsenen Fisch ari­schen will, der mache einen Spaziergang nach der Fischzucht und lasse sich das Bruthaus zeigen. Im Restaurant kann er sich nach dem belehrenden Teil seiner Exkursion alsdann noch durch eine frisch gesottene, leckere Forelle oder einen sonstigen guten Imbiß stärken.

— Das 25jährige Jubiläum des hiesigen Generalagenten Wilhelm Geis von der Versicherungsgesellschaft „Viktoria" in Berlin wurde am Freitag in ehrendster Weise gefeiert. Die Bureauräume auf dem Michelsberg waren festlich ge­schmückt und dort versammelten sich um 10 Uhr vormittags die Beamten, ein Teil der auswärtigen Inspektoren der General­agentur des Herrn Geis und eine Anzahl Generalagenten aus Frankfurt, Bochum. Bremen, Mannheim, Straßburg usw. Im Namen der Direktion war Subdirektor Neumann aus Frankfurt a. M. erschienen. Dieser überreichte, nach einem Gesangsvortrag des Wilhelmschen Quartetts, namens des Aufsichtsrats der Gesellschaft eine künstlerisch ausgeführte Adresse, eine ebensolche im Auftrag der Direktion und eine dritte der Frankfurter Generalagentur, dabei im Namen beider letzteren wertvolle . Geschenke überreichend. In den Adressen wird in ehrender Weise der verdienstvollen Tätigkeit des Jubilars gedacht. Inspektor Engel sprach für die Orga­nisation. Bureauvorsteher Lückmann namens der Bureaube­amten; beide überreichten ein Bild der Innen- und Außen­beamten der Generalagentur. Herr Geis stattete schließlich für die reichen Beweise der Anerkennung und Zuneigung seinen Dank ab und wies dabei auch auf den hohen Wert des Versicherungswesens im allgemeinen hin. — Nachmittags 2 Uhr vereinigte ein gemeinschaftliches Essen im Kurhaus etwa 40 Teilnehmer, darunter auch die Vorstände der Höchster und Mainzer Gesangvereine, zu denen der Gefeierte als Dirigent in Verbindung steht. Herr Or. Gatzner aus Mainz überreichte demselben dabei unter Worten lebhafter Aner­kennung einen Pokal mit der Inschrift: „Unserem genialen künstlerischen Führer", Herr Fabrikant Balzer aus Höchst ein künstlerisches Ehrendiplom. Die frohe Stimmung steigerte sich noch, als der Jubilar auf allgemeines Verlangen einige Volkslieder vorirug, die er am Flügel selbst begleitete. Das obenerwähnte Quartett sang hierbei Lieder von W. Geis. Man schied schließlich untm doller Befriedigung von dem durchaus harmonisch verlaufenen Feste.

— Gerichtsksstenmarken. ©» ist im Publikum noch nicht

genügend bekannt, daß zwecks Vereinfachung Verbilligung des Zahlungsverkehrs Gerichtskosten, über die eine Kosten­rechnung noch nicht mitgeteut ist, durch Verwendung von Kostenmarken entrichtet werden können. Die Benutzung der Kostenmarken spart den Kostenzahlern Zeit und Geld. Die Ausfüllung von Postanweisungen, die Einzahlung des Geldes und das Porto für die Geldsendungen fallen weg; Urkunden, die sonst bei Gericht zurückbehalten werden müssen, bis die Kostenrechnung den Beteiligten zugesandt und von ihnen be­zahlt ist, können sofort zuruckgegeben werden. Geeignet für die Markenverwendung sind insbesondere Kosten für Zah- lungs- oder Bollstreckungsbesehle, ^Kostenfestsetzungsbeschlüsse, Pfändung und Überweisung von Forderungen, Arrestbefehle und einstweilige Verfügungen, Bescheinigungen aller Art, Be­glaubigung von Unterschriften, Eintragungen und Löschungen im Grundbuch oder in öffentlichen Registern, Annahme von Verfügungen von Todes wegen, sowie Kostenvorschüsse. Kostenmarken werden ausgegeben über 5, 10, 20, 30 und 60 Pf., sowie über 1 M-, 3, 5, 10 und 20 M. und sind erhält­lich: bei der Königl. Gerichtskaffe, Zimmer 24 des Hauptge­bäudes, Zimmer 28 daselbst und Zimmer 12 des Hauses Oranienstratze 17, sowie bei dem Stempelverteiler Buchhänd­ler I. Moritz in Firma Moritz u. Müntzel, Wilhelmstraße 58.

— Der Zcitungskatalog der Annoncen-Expeditisn Rudolf Moste ist soeben in 47. Auflage erschienen. In einem statt­lichen Band enthält der Katalog, auf Grund des neuesten Materials bearbeitet, die Zeitungen und Zeitschriften, für welche die Annoncen-Expedition Rudolf Masse Anzeigen an­nimmt. Wie seit Jahrzehnten, ist auch diesmal dem Katalog Rudolf Mosses Normal-Zeilenmesser beigegeben, der es jedem

ermöglicht, die Jnsertionsgebühren für eine Anzeige selbst zu berechnen. Mit dem Katalog zugleich erhalten die Geschäfts­freunde der Firma Rudolf Masse wiederum eine elegante 'Schreibmappe, deren Inhalt ein Notizkalender für jeden Tag des Jahres und für jeden Geschäftsmann nützliches Material bilden. Außerdem enthält die Mappe Reproduktionen auf­fälliger Annoncen-Entwürfe, die von der Firma Rudolf Masse für Kunden ihres Hauses angefertigt wurden und das Be­streben der Firma zeigen, auch auf diesem Gebiet ihren Kunden wichtige Dienste zu leisten.

— Fröbellürsus. Der von der Mädchen- und Frauen­gruppe für soziale Hilfsarbeit eingerichtete Fröbelkursus fin­det Dienstags und Freitags von 8 bis 5 Uhr im Saal An der Ringkirche 3, P., statt und beginnt am Dienstag, den 20. Janirar. Anmeldungen nimmt noch entgegen Fräulein F. L a u tz, Goethestraße 3.

— Warnung vor einem Schwindler. Ein raffinierter un­bekannter Schwindler hat in den letzten Monaten v. I. länd­liche Bezirke der Provinz Brandenburg ausgesucht und dort viele Personen um kleinere Geldbeträge betrogen. Der Schwindler stellte sich in der Regel als ein gewisser Stein­berg und Agent des „Roten Kreuzes" vor, der aus dem Findlingsheim aus Berlin-Pankow komme und den Auftrag habe, Findlingskinder auf dem Lande unterzubringen. Für seine Vermittlung verlangte er gewöhnlich 3 bis 6 M. Ver­gütung. Wenn er diese erhalten hatte, verschwand er ans Nimmerwiedersehen. Es ist bisher nicht gelungen, des Schwindlers habhaft zu werden. Da anzunehmen ist, datz der Unbekannte auch jetzt noch seinen Trick fortsetzt, wird eindring­lich vor ihm gewarnt. Am zweckmäßigsten ist es, wenn das Publikum, an das sich der Schwindler noch wenden sollte, die nächste Polizeibehörde benachrichtigt, um seine Festnahme zu veranlassen. Der unbekannte Betrüger ist von großer, schlan­ker Gestalt mit hoher Stirn und dunkelblondem Haar und Schnurrbart, mit lückenhaftem Gebiß. Er war elegant ge­kleidet, trug braunen Jackettanzug, sowie braunen Ulster und Schlapphut.

— Ein Zusammenstoß zwischen einem Radfahrer und einem Automobil ereignete sich gestern nachmittag 1 Uhr in der Taunusstratze. Der 24 Jahre alte Hausbursche Paul W a n d e l i ck kam in schneller Fahrt auf einem Rad den Hcinrichsberg heruntergefahren und fuhr direkt in ein die Taunusstratze passierendes Automobil hinein. Er stürzte vom Rad und erlitt außer schweren Verletzungen im Gesicht einen Bruch des rechten Unterschenkels. Die Sanitätswache brachte ihn nach Anlegung eines Notverbands nach dem städtischen Krankenhaus.

— Unfall auf dem Eis. Auf der Eisbahn auf der Adolfs­höhe kam gestern nachmittag ein 11 Jahre alter Schüler einer höheren Lehranstalt beim Schleifen so unglücklich zu Fall, datz er eine schwere Gehirnerschütterung erlitt Und in ein Kran­kenhaus gebracht werden mutzte.

Waldeck-Pyrmont ist zum Besuche ihres Sokmes des Fürsten von Waldeck-Pyrmont, im „Hotel Rose" abgestregen.

vorberichte über ttunst, Vorträge und verwandtes.

* Residenz-Theater. Das Jubiläum der 26. Aufführung feiert morgen Montag der große Schlager „Die spanische Fliege". Aus das Gastspiel der Königl. Schauspielerin Luise Willig wird hiermit nochmals aufmerksam gemacht. Es gibt sich bereits lebhaftes Interesse dafür kund. Die neue lustige Komödie „Schneider Wibbel" gelangt in dieser Woche zweimal zur Aufführung, und zwar am Mittwoch und Freitag.

* Mainzer Stadttheater. Montag, den 16. Januar: „Die Gersha". Dienstag, den 2V.: „Genoveva". Mittwoch den 21.: Sinfonie-Konzert. Donnerstag, den 22.: „Süßes Gift" und

St adella". Freitag. den 23: „Tannhäuser". Samstag, den 24 : „Macbeth. Sonntag, den 25.: „Parsifal".

* Vereinigte Stadttheater Frankfurt a. M. Opern-

haus. Sonntag, den 18 Januar, nachm. 4 Uhr: „Parsifal" Montag den„ 16.: „Der fliegende Holländer". Dienstag, den 20 .Kanon Mittwoist den 21.: „Hoffmanns Erzählungen". Donnerstag den 22 : „Don Juan". Freitag den 23.- Die Braui von. Messina Samstag, den 24.: „Tannhäuser"' — % f 1 f P teil) fl us. Sonn lag. den 18. Januar, nachm. %4 Uh.: „Der gestiefelte Kater". Abends 7 Uhr: Sckirin

on et 'r*' 6 ''" SKpittflBg, den 19.: „Christiane". Dienstag, d»' |?v, „Schirm und Gertraude". Mittwoch, den 21.: „Nat^i der Weise Donners ag. den 22.: „Wie einst im Mai". Frei-

den 23 : „Pygmalion". Samstag, den 24. nachm. 3 Uhr: „Wilhelm Tell". Abends 8 Uhr: „Chmstiane".

* Konzert. Zum Besten der Wiederherstellung der Eng- lischeii Kl che findet am Mittwoch, nachmittags von 4 bis 6 Uhr, im „Hotel Nassauer Hof" die dritte Tee-Matinee statt unter solistischer Mitwirkung von Hedwig Fahr-Morarzek und der Herren Hermann Jrine- (Violine), städtischer Kurkapell- Meister, Oskar Meyer - Elbing (Rezitation). Hermann Hennig vom Königl. Hoftheater hat die Klavierbegleitung über­nommen

* Bortrug. Der 8. Vortragsabend des Rhein- und Taunusklubs findet kommenden Donnerstag, abends 9 Uhr in der Aula des städtischen Lyzeums statt. Mittelschul' lehrer L. Mohnike wird über das Thema „Das alte und das neue Ägypten" sprechen. Der Vortrag wird durch etwa 70 kolorierte Lichtbilder illustriert Freunde und Gönner des Klubs sind freundlichst eingeladen.

* Familicnabend des Allgemeinen Deutschen Sprachver­eins. In den Vorführungen morgen Montag.. 8 Uhr abends im großen Saale der Turngesellschaft hat an Stelle des er-'

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Musik- und Vortragsabende.

über Talbitdungen m den Alpen sprach Dr. Grünhut E „?)?jEEagabend in der Sektionsversammlung des ,D. und

^ y, ^ u v e r e i n s". Nicht in einer trockenen, theoretischen Abhandlung. sondern in lebensf.ischer und anschaulicher Weise; er berichtete über die. merkwürdigen Gebilde unserer Alpen, und erklärte an Kartenbilderir und an der Tafel alles Wissens­werte. Die Freude an der Natur ist es. die der kübne Berg- ÜMer sucht, wie der bescheidene Talbummler und Joch- Imleicher; zu ihr gesellen sich durch Landschaften geweckte Er­innerungen und Bilder der Sage und Geschichte. Und dann mefes ewige Werden und Vergehen in der Natur! Das, ivas wird, sind die Gebirge und was vergeht, sind wieder die Ge­birge. Das Tal ist gleichsam weggenommenes Gebirge. Die Bildung der letzteren erfolgt nicht katastrophal, wie wohl heute noch mancher annimmt sondern langsam, durch Hebungen der Erdoberfläche in Kämmen, den „Altersrunzeln" der CH*. Die Mulden (Sättel), die der Längsrichtung der Kämme als Längstäler fogten lassen sich noch deutlich in unseren Alpen Nachweisen (Pmzgou-St Johann in Pongau, Pustertal). Längstäler (Faltentäler) befinden sich zwischen den Gebirgen, die sich aufrollen.aus ebenen Flächen. Sie lösen sich auf in Nußtäler, Quertaler, durch die Einwirfimg des athmosphä- rfichen. fließenden Wassers, das den Fels anschnerdet rrn Laufe ihrhunderte und Jahrtausende. Bei dauerndem seitlichen

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Ähnlich erklärt sich der Einschiint des „Brenner"

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ein etwa 20 Kilometer breiter, 2000 Meter tiefer Graben, zwischen den Stubaier und Zillertaler. Alpen.,, Den Schluß des hochinteressanten Vortrags bildete me Erklärung für den