Sette 4. Abend-Ansgabe. 1. Matt. MkesbadeUSV Tagdtakt._ TmnStag, 17. J-mmar 1V14. _ Vit. 88.
liche Personen, von denen 1 im Alter unter 1 Jahr, 2 im Alter von 1 bis 10 Jahren, 3 im Alter von 11 bis 20 Jahren, 6 irrt Alter von 21 bis 30 Jahren, 6 im Alter von 31 bis 40 Jahren, 14 im Alter von 41 bis 50 Jahren, 30 im Alter vort 51 bis 80 Jahren, 26 tm Wer von 61 bis 70 Jahren, 15 im Alter von 71 bis 80 Jahren, 5 im Wer von 81 bis 90 Jahren standen. Der Religton nach waren 89 evangelisch, 9 katholisch, 1 alt- kaiholisch, 5 israelitisch, 4 Dissident. Die Gesamtzahl der Einäscherungen betrug 419 gegen 477 des Vorjahres. Der Rückgang ist zurückzuführen auf die Inbetriebnahme der Krematorien Hagen und Wiesbaden.
— Die Eisernte hat bei uns mit heute ihren Anfang genommen. Während des Tages waren Dutzende von Wagen zu bemerken, welche das Eis den Kellern zuführten. Die Stärke der Eisschollen ist bereits eine ziemlich erhebliche.
— Die Privatbeleidigungsklagen haben bei unseren Gerichten in der letzten Zeit eine ganz erhebliche Zunahme erfahren. Während bislang eine Sitzung wöchentlich zur Erledigung derselben vollständig ausreichte, hat sich seit kurzem ein zweiter Sitznngstag als Bedürfnis herausgestellt.
— lOüjähriges Reginrentsjubiläum. Das Künigl. Bayerische 1. schwere Reiter-Regiment Prinz Karl von Bayern in München feiert in den Tagen des 20., 21., 22. urrd 23. Jmn sein lOOjähriges Bestehen. Alle ehemaligen Regimentsangehörigen, welche in hiesiger Gegend wohnen, auch diejenigen, welche noch als Kürassiere in dem Rechment standen, sind hierzu eingeladen und werden ersucht, ihre Adresse mit Angabe des seinerzeitigen Dienstverhältnisses im Regiment dem Ob- mann Lader Bitscher in Frankfurt a. M.-Süd, Dannecker- -stratze 8, bis zum 16. März bekanntzugeben.
— Veteranenreise nach Frankreich. Die 12. Veteranenreise nach Paris-Orleans-Sedan-Metz zum Besuch der Schlachtfelder vom Feldzug 1870/71 findet vout 15. bis 28. Mai d. I. statt. Ein sechstägiger Aufenthalt in Paris und Umgebung ist damit verbunden. Ferner werden folgende Schlachtfelder und Städte besucht: Artenay, Pouprh, Lumeau, Loigny, Chateau-Goury, Beauvilliers, Beaugency, Cravant, Beaumont, Villechaumont, Ormes, Coulmiers, Blois, Tours, .Le/Wans, Reims, Balan, Bazeilles, Daigny, Jlly, Floing, Donchery, Bellevue, Mars-la-Tour, Vionville, Flavigny, Rezonville, Gravelotte, St. Hubert, Point du Jour, Verne- ville. St. Privat la Montagne, Amanweiler. Auch der jüngeren Generation ist es gestattet, an der Reise teilzunehmen. Alles Nähere sowie ein genauer Prospekt für die Reife ist gegen Einsendung einer 10-Vf.-Marke zu beziehen durch die „Zentralstelle für Veteranenreisen nach Frankreich" in München, Dachauerstratze 11.
— Verhaftung. Der 62 Jahre alte Andreas Schürer, der angeblich aus Hermersheim bei Uffenheim in Bayern stammt, wurde gestern nachmittag von der Kriminalpolizei perhaftet, als er einem Juwelier eine neue, aber verbogene .ßfeene Uhrkette verkaufen wollte. Bei der Überführung nach dem Untersuchungsgefängnis wurden in seinem Besitz noch weitere fünf goldene Uhrketteir gefunden, die er, iit ein Taschentuch eingewickelt, unter dem Kragen verborgen trug. Die gefundenen goldenen Ketten stammen aus Diebstählen, die er in der Umgebung und in Süddeutschland verübt hatte. Der Verhaftete wurde von der Staatsanwaltschaft in Karlsruhe gesucht und soll auch in Mainz und Darmftadt mehrere Diebstähle ausgeführt haben.
— Schwerer Unfall. Gestern nachmittag 2 Uhr stürzte in der Bleichstratze am Bismarckring ein Radfahrer und blieb lange besinnungslos liegen. Ein Arzt verband ihn und die Sanitätswache brachte ihn in das städtische Krankenhaus.
— Personal - Nachrichten. Landgraf Alexander Friedrich von Hessen wird heute mit Gefolge hier an- kommen, im Kurhaus frühstücken und dem Rachmittagskonzert daselbst airwohnen.
— Kurhaus. Die Eisbahn aus dem großen Kurhausweiher ist seit gestern dem Schlittschuhverkehr geöffnet.
— Kleine Notizen. Das Residenz-Theater plant anfangs Februar eine Wohltätigkeits-Vorstellung, zugunsten der durch die Sturmflut in der Ostsee Geschädigten.
Lpielplan der Wiesbadener Theater.
Vom 18 Januar i-is 27. Januar.
Königl.
Schauspiele.
Refldcnz-
Theater.
Kur-Theater.
Sonntag
Ab. A. Oberon.
>/» Uhr: <Halbe Pr.) Wir gehn »ach Tegernlee.
7 Uhr:
Schneider Wibbel.
3’l2 Uhr: (SH. Pr.) Fräulein Chef.
8 Uhr:
Seine Geliebte.
Montag
Abon. B.
Die Stützen der Gi-selllchast.
Zum 23. Male
Die panische Fliege.
Seine Geliebte.
Dienstag
Ab. 6-
Ariadne auf Naxos.
1. Gast'pi-l
Louise Willig: Monna Bann».
Seine Geliebte.
Mittwoch
Abon D.
Madame Butterfly.
Schneider Wibbel.
Ein kostbares Leben.
Donnerstag
Abon. A. Undine.
U. u. letztes Gastspiel Louile - illig:
Es lebe das Leben.
Seine Geliebte.
Freitag
Ab. D.
Pygmalion.
Schneider Wibbel.
Seine Geliebte.
Samstag
Abon. C.
Zum ersten Mal: Polenblut.
Unbestimmt.
Unbestiinmt.
Sonntag
2>/»Uhr: sVollspr.) Die Hermamisschlacht 7 Uhr. Ab. B. Polenblut.
Unbestimmt.
Unbestimmt.
vorberichte über Kunft, Vorträge und verwandtes.
* Kurhaus. Die Orgel-Matinee am Sonntagoormittag 11 Vs Uhr im großen Saale des Kurhauses wird, wie wir bereits mittcilten, von Ferdinand Schmidt. Organist der Lutherkirche iu Köln, ausgeführt. Der Künstler bringt zum Vortrag: I. S. Bach: Tokkata. Adagio und Fuge m C-Dur gerb. Schmidt: Passacaglia und Fuge in D-Moll, op. .5. und L. Boellmann: Suite stothique. Außerdem wirkt gecbtnat© Kolb aus Frankfurt a. M. solistisch mit; er wird die Arie aus, dem Requiem „OontuiLtio maledictis" von Verdi, sowie drei Lieder von Beethoven. Hugo, Wolf und Dvorak sämtlich mit Orgelbegleitung, zu -Gehör brmgen.
v- Wochkn-Pronramm der Kur-Veranstaltungen. Sonntag,
18. Fan.: IllrUhr: Konzert in der Kochbrmrnen-Trinkhalle. 11% Uhr rm Abonnement im großen Saale: Orgel-Matinee (Gesang: Konzert- und Oratoriensänger FMmnand Kolb,
Orgel: Organist Ferdinand Schmidt. Köln). 4,Uhr nn.Abonnement im großen Saale: Sinfonie-Konzert (Leitung: städtischer Musikdirektor Karl Schuricht). 8 Uhr: Abonnements-Konzert. Montag. 19. Jan.: 4 und 8 Uhr: Abonnements-Konzert. Dienstag, 20. Jan» 4 und 8 Uhr: Abonnements - Konzert. 5 Uhr im Wernsalon: Tee-Konzert. Mittwoch, 21. Jan.: 11 Uhr: Konzert rn der Kochbrnnnen - Trinkhalle. 4 Uhr: Abonnements-Konzert. 5 Uhr rm Weinsalon: Tee-Konzert.
8 Uhr im großen Saale: Lichtbildervortrag von Dr. Hermann Rüdiger über die Sckmader-Stoanz.Expedition. Donnerstag.
22. Ja»!.: 4 und 8 Uhr: Abonnements - Konzert. Freitag,
23. Jan.: 4 Uhr: Militär-Konzert. 6 Uhr im Weinsalon: Tee-
Konzert. 7% Uhr im großen Saale: 9. Zyklus-Konzert
(Leitung: städtischer Musikdirektor Schtrricht. Solistin: Alice Ripper, Klavier). Samstag. 24. Jan.: 11 Uhr: Koitzert in der Kochbrunnen - Trinkhalle. 8% Uhr: 1. Maskenball. —
Auto-Omnibus-Rundfahrten (Abfahrt Kurhaus): Sonntag:
10 Uhr Lorsbach. 2% Uhr Königstetn. Dienstag: 1» Uhr
Jagdschloß Platte, 10% Uhr Saalburg-Ausslng. Mittwoch. 10 Uhr Georgenboru. 2 Uhr Feldberg. Donnerstag: 10 Uhr Rauenthal. 2% Uhr Bäder Königstetn, Soden. Munster. Freitag: 10 Uhr Romerkastell Zugmantel, 2 Uhr Wispert«!, Nationaldenkmal, 2 Uhr Bäder Königstein. Cronberg Ermrthal. Samstcm: 10 Uhr Ranenthal. 2% Uhr Rheinganausfln-a. Kloster Eberbach. r , ,
* Konzerte. Am Donnerstag, abends.8 Uhr. veranstaltet
im Zivilkasino die hiesige Konzertsängerin Gerda Id e l- berger unter Mitwirkung der Pianistin Martha Sckncider und des Soloflötisten Franz Danneberg zum Bester! der neu errichteten Kleinkinderschnle ein W o h I t a t»g- keits-Konzert. Das Programm ist sehr, geschmackvoll zusammengestellt. „ , ,,
Der „Sfcrctrr der Künstler und Knnstfreunde veranstaltet am Dienstag im Zivilkasino sein 7. Konzert. Das Klingler-Quartett ans Berlin, bestehend aus den Herren Pwst Karl Klinstler, Joseph Rhwkind, Fridolin Klingler. Artur Williams, ist dazu gewonnen worden.
* Kitnstsalon Aktuarhus. Sonntag.. 11Vj> Uhr. Eröffnung der holländischen Ausstellung der Künstlergruppe „Sanct Lucas". @§ sind ca. 145 Gemälde, Aquarelle, Pastelle, Radierungen, Kleinplastrken zur Ausstellung gelangt.
* Galerie Banger. Die Plastiken von W. v. Bartels, Professor G. E. Barth. Cl. Bauer. A. Daumiller, E. Stadel- Hofer. I. Vierthaler. E. Wünsche und A. Zadtkow zur Elite- Ausstellung Münchener Künstler sind jetzt vollständig zur Ausstellung gelangt.
* Vorträge. Roald Amundfen, der berühmte Entdecker des
Südpols, spricht heute Samstagabend in Mainz in der „Mainzer Liedertafel" über seine Rerse nach dem Poll Der Vortrag findet in deutscher Sprache statt und wird-durch Lichtbilder erläutert. , .
Einführung in die bildende Kunst und Plastik, zehn Lichtbildervorträge von Bildhauer I. E. Köper, über die wir m den letzten Monaten fortlaufend berichtet habeil, werden jetzt wiederholt werden, da sich ein hinreichender Kreis von Interessenten gemeldet hat. Die Vorträge beginnen am 22. Januar, pünktlich um 5 Uhr, im Korrftr- mandensaal 1 der Lutherkirche.
Aus dem Landkreis Wiesbaden.
hw. Schierstein, 16. Jan. Auf dem Hafen und auf den unterhalb desselben gelegenen Krippen haben sich wieder Eisbahnen gebildet, die bereits eifrig benutzt werden. Durch das jetzt wieder stark zurückgehende Hochwasser deS Rheins, welches die gesamten Wiesen unterhalb des Hafens überschwemmt hatte und alsdann gefror, bildet die ganze Gegend ein riesiges Eisfeld und gewährt einen prächtigen Anblick. Auch mit dem Eismachen hat man allgemein wieder begonnen. Viele durch die Kälte arbeitslos gewordene Leute finden dadurch lohnende Beschäftigung. Der Rhein geht stark mit Treibeis und die Schiffahrt ist nahezu völlig eingestellt. — = Heute waren es 40 Jahre, seit der Kellner Frenz aus Biebrich ununterbrochen Sonntag für Sonntag tu der Seipelschen Weinwirtschaft „Zum Adler" Hierselbst fungiert. Er hat sich in dieser Zeit des Vertrauens seines Arbeitgebers wie der Beliebtheit bei den Gästen in vollem Maße erfreut. Erst seit einigen Wochen hat er aus Gesundheitsrücksichten seinen Dienst aufgeben müssen.
z. Bierstadt, 16. Jan. Der hiesige Spar - und Vorschußverein, E. G. m. b. H., hat sich in den zehn Jahren seines Bestehens recht gut entwickelt und der jährliche Umsatz ist stetig gewachsen. Vor zehn Jahren wies die Bilanz in Einnahmen 62 219 M., in Ausgaben 61687 M. auf. Nach den Festsetzungen aus dem Vereinsjahr 1913 beläuft sich der Umsatz auf das Zehnfache, nämlich auf 1206 000 M. gegen 1068 000 M. in 1912. Der Verein hat seit 1. Januar d. I. die tägliche Verzinsung der Sparkassengelder eingeführt bei einem Zinsfuß von sy 2 Prozent, während bei halbjähriger Kündigung 4 Prozent vergütet werden. Der Wechseldiskont ist auf 51/2 Prozent herabgesetzt. — = Der hiesige Verein der Fortschrittlichen Volkspartei hielt unter Vorsitz des Ziegeleibesitzers Ritzel gestern im „Bayerischen Hof" eilte Versammlung ab, die sich sehr zahlreichen Besuchs erfreute. Parteisekretär Müller (Frankfurt a. M.) sprach über den Wehr bei trag, indem er die Bestimmungen, namentlich auch über die Einschätzung des ländlichen Besitzes, anschaulich klarlegte, und dann anschließend daran die Gerichtsurteile über Zabern und den Vorstoß des Grafen Dort v. Wartenburg im preußischen Herrenhaus in den Kreis seiner Betrachtungen zog. Die. Ausführungen wurden mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Es schloß sich einc^ Besprechung an, aii der sich die Herren Hirsch, Kaiser und Stahl beteiligten, und die noch verschiedene Fragen aufklärte.
el. Hochheim, 16. Jan. Die durch das Ableben des Dekans Knapp erledigte Pfarrstelle der katholischen Gemeinde ist dem Pfarrer H e r b 0 r n in Dernbach (Westerwald) übertragen worden. — Auf Antrag des König!. Konsistoriums beschlossen Kirchenvorstand und die größere Gemeindevertretung der evangelischen Gemeinde sowie die städtischen Körperschaften die dauernde organische Verbindung des Dt ganisten- dienstesmit der ersten evangelischen Lehrerstelle.
Nassarrische Nachrichten.
— Bad Ems, 16. Jan. Aus besonderem Anlaß wurde dem König!. Oberbahnhofvorsteher Herrn Stephan M i r g e l Hierselbst der Kaiser!. Rufs. St. Stamslausorden 3. Klasse
verliehen.
ht. Königstein. 15. Jan. Hauptmann «. D. Z 0 ch, der bisher ber der hiesigen Stadtverwaltung twrg war, wurde zum Bürgermeister und Kurdirektor von Bad Grund im Harz
0 S. Aus dem Oberwesterwaldkreis, 15. Jan. Das amtlich festgestellte Ergebnis der Vieh- und Obstbaum- zählung ist folgendes: Gehöfte mit Vieh: 4258 (1912:
4407), viehhaltende Haushaltungen: 4321 (4474), Pferde: 821 (300), Rindvieh: 19 689 (18 532), Schafe: 194 (162), Schweine: 9921 (8709), Ziegen: 1137 (1097); Obstbüume: 93 440 (bei der Zählung 1900: 62 342). Sämtliche Viehgattmrgen haben eine Zunahme erfahren, besonders stark ist sie bei Rindvieh und Schweinen. Auch die Ziegenzucht nimmt dank der errichteten 12 /nezcnbockstationen erfreulich zu.
Mus der Umgebung.
Ein schwerer Automobil-Unfall, wb. Mainz, 17. Januar. Gestern abend hat sich auf dein Wege von Ginsheim nach Groß-Gerau ein schweres Automo- hilunglück ereignet. Der Beiriebswagen der st b e r l a n d - Zentrale Mainz, »u dem sich außer dem Chauffeur auch der Vorsteher des Betriebsbureaus in Groß - Gerau. Ingenieur Schlatt, befand, stieß mit einem Fuhrwerk zusammen. Die beiden Insassen flogen heraus und wurden schwer verletzt. Ingenieur Schlatt starb nach seiner Überführung ins Krankenhaus in Groß-Gerau.
*
ht. Vom Main, 13. Januar. Aschaffenburg, das ehedem als Weinbauort einen guten Klang hatte und einen trefflichen
Tropfen fabrizierte, wird in kurzer Zeit aus der Liste der Weinorte verschwinden. Die andauernden Mißernten und Schädigungen durch Ungeziefer und Vögel haben dazu geführt, daß die Weinberge bis auf einen winzigen Rest ausgerodet wurden. An ihrer Stelle haben die Besitzer Obftbäume angepflanzt.
Letzte vrahtberichte.
Zu den Krisengerüchten.
4p Berlin, 17. Jan. (Eig. Drahtbericht) In einen: Leitartikel „Bethmann zwischen den Stühlen", der sich mit den Krisengerüchten beschäftigt, schreibt heute die „B. Z.": „Man darf trotz des offiziösen Dementis
glauben, daß das Palais in der Wilhelmstraße bald einen neuen Herrn sehen wird. Herr v. Bethmann- Hollweg wird fallen, weil er den Konservativen in der Verwaltung des Reiches nicht stramm genug aufgetreten ist. Offenbar war ihnen der Ton, in dem er über Zabern urteilte, noch nicht brüsk abweisend genug gegen die Linke. Wenn es nun wahr sein sollte, daß der fallende Kanzler auch seinen Staatssekretär des Auswärtige n mit in die Tiefe ziehen sollte, so kann diese Entlassung — so wird man sagen — unmöglich auch auf das Konto Zabern geschrieben werden? Es scheint, daß auch in den hohen Kreisen die Kaltstellung des Generals Liman v. Sanders als ein Mißerfolg unserer auswärtigen Politik betrachtet wird. Die Ermächtigung zum Eintritt Limans in das türkische Heer wird in Potsdam als eine der Türkei erwiesene Vergünstigung betrachtet und das Verhalten der von Rußland und Frankreich bedrängten Türkei erscheint als ein Beweis von Undankbarkeit, für die die Verantwortung den deutschen Diplomaten trifft, der es verabsäumt hat, für die Wahrung der Vorzugsstellung Limans in der türkischen Arniee sich die nötigen politischen Garantien geben zu lassen.
Die zweite Etatslesung im Abgeordnetenhaus.
8 Berlin, 17. Jan. (Eig. Drahtbericht) Das preußische Abgeordnetenhaus beabsichtigt, bereits am Montag mit der zweiten Lesung des Etats zu beginnen, und zwar mit dem Landwirtschaftsetat.
Eine neue fortschrittliche Zabern-Jnterpellation in der Ersten reichsländischen Kammer, xx Straßburg, 17. Jan. (Eig. Drahtbericht) Der Straßburger „Post" zufolge ist auf Anregung von fortschrittlicher Seite eine Interpellation über die Zaberner Vorgänge in der E r st e n Kam m e r des Landtags eingebracht wordei:, über die bereits am kommenden Montag, nachmittags 3 Uhr, verhandelt werden soll. Die Interpellation hat folgenden Wortlaut: „Was gedenkt der Herr Statthalter zu tun, um dem Lande die Sicherheit zu verschaffen, daß sich die Inhaber militärischer Kommandogewalt irr Elsatz-Lothringen künftig innerhalb der Schranken ihrer Befugnisse halten?"
Neue russische Verdächtigungen des Zaren Ferdinand.
wb. Petersburg, 17. Jan. Die „Nowoje Wremja" bringt neuerdings Enthüllungen über den Zaren Ferdinand von Bulgarien. Danach soll dieser durch die Vermittlung des österreichischen Geschäftsträgers in Sofia der österreichischen Regierung den Text des bulgarisch-serbischen Geheimvertrags in die Hände gespielt haben, so daß Österreich während der ganzen Balkankrise auf den: Laufenden war. Auf die dringende Aufforderung des Wiener Kabinetts soll Ferdinand den Feldzug gegen Serbien unternommen und dafür das Verspreche:: erhalten haben, nach einen: siegreichen Ausgang Thrazien zu erhalten.
Zur Lage in Albanien.
A Mailand, 17. Jan. (Eig. Drahtbericht) Dem „Corriera della Sera" wird aus Brindisi gemeldet, daß von dort 800 Kisten mit Patronen nach Valona abgesandt wurdM.
Wien, 17. Jan. Die „Militärische Rundschau" meldet: Als Ablösung für das seit Monaten in Valona befindliche Stationärschiff „Panther" ist interimistisch der Torpedozerstörer „Eespel" bestimmt. Es ist also kein neues Schiff entsandt worden. Es blieb wie vorher nur ein österreichisches Schiff in Valona.
Villa und Carranza marschieren auf Mexiko, wb. New Aork, 16. Jan. Nach einem Telegramm aus Chihuahua wird der Rebellenführer, früherer General Villa, bei Guadalajara mit dem General Carranza zusammenstoßen :rnd zusammen mit diesem nach Mexiko marschieren. General Villa erwartet, daß er mit 25 000 Mann einen entscheidenden Schlag gegen die Hauptstadt unternehmen könnte.
Ein Erlaß gegen die Kinderehe in China, wb. Peking, 17. Jan. Präsident Juanschika: ninunt die Modernisierung jetzt energisch in Angriff. So hat er einen Erlaß herausgegeben, ii: dem den Eltern verboten wird, ihre noch unmündigen Kinder zu verheiraten. In China existiert der alte Brauch, daß die Eltern die Verheiratung ihrer Kinder bereits vor der Geburt unter irgendwelchen gewinnsüchtigen Absichten vornehmen. Der Heiratsvertrag wird nur dann ungültig, wenn sich nach der Geburt herausstellt, daß die betreffenden Kinder eines Geschlechts sind.
Der Zusammenbruch des Streiks in Südafrika, wb. Blocmfontcin, 16. Jan. Alle Anzeichen deuten darauf hin, daß der Streik zusammenbricht. Die Behörden haben die Erlaubnis zu einer Versammlung der Streikenden verweigert. Die Arbeitswilligen müssen sich einzeln bis heute abend zur Arbeit melden. 25g Arbeiter sind zur Arbeit zurück- gekehrt. Die Milizreserve ist heute abend entlassen worden. » .
wb. Kapstadt, 16. Jan. Der Streik in Withbank ist offiziell :n:d öffentlich als beendet erklärt worden. Die Mehrzahl der Arbeiter ist gestern zur Arbeit zurückgekehrt. Diejenigen, welche sich aktiv
