Einzelbild herunterladen
 
  

«eite 6

MortM->AusgaLe, 1. Blatt.

K^rsvaSrner Tagviarr.

Samstag, 17. Januar 1914.

Nr. 27 .

sei keine Rede. Wie uns weiter aus führenden Reichstagskreisen versichert wird, ist man auch dort abgeneigt, an eine Krisis, wenigstens an eine Krisis in diesem Augenblick zu glauben, um so weniger, als die Entlassung des Herrn v. Bethmann-Hollweg in diesem Moment der Öffentlichkeit gegenüber not­wendig als eine Kapitulierung des Kaisers vor der Kronprinzenpartei gedeutet werden müßte. Daß solche wilden Gerüchte entstehen und gedruckt werden können, ist immerhin kennzeichnend für die Unsicherheit der L a g e und für die herrschende Nervosität.

Das Landtagspräsidium beim Kaiser.

wb. Berlin, 16. Jan. Der Kaiser empfing heute mittag die Präsidien beider Häuser des Landtags, die auch von der Kaiserin empfangen wurden.

Der offizielle Besuch des neuen Herzogs von Braunschweig.

wd. Berlin, 16. Jan. Anläßlich der Investitur des hohen Ordens vom Schwarzen Adler traf heute vor­mittag der Herzog von Braunschweig zu seinem offi­ziellen Besuch nach der Thronbesteigung ein. Auf dem Bahnhofe waren der Kaiser in der Uniform der Leib­gardehusaren, der Kronprinz, die Prinzen, der Kom­mandeur des Regiments der Zietenhusaren und andere erschienen. Eine Ehrenkompagnie vom Augusta-Regi- ment erwies auf dem Bahnhofe die militärischen Ehren. Nach herzlicher Begrüßung schritten der Kaiser und der Herzog die fhront der Ehrenkompagnie ob. Der Kaiser geleitete den Herzog im Automobil nach dem Schlosse. Auf dem Wege wurden der Kaiser und der Herzog vom Publikum herzlich begrüßt. Der Herzog nahm in den Mecklenburgischen Zimmern Wohnung, wo er von der Kaiserin empfangen wurde.

Der fortschrittliche Initiativantrag über die Regelung des Wasfengebrauchs und die Polizeibefugnisse des Militärs.

# Berlin, 16. Jan. (Eig. Drähtbericht) Der von uns bereits vor einigen Tagen angekündigte fortschritt­liche Initiativantrags über die Regelung des Waffen­gebrauchs und die Polizeibefugnisse des M i l i t ä r s auf Grund des Artikels 31 der preußischen Verfassung wird nun voraussichtlich in den nächsten Tagen im Reichstag eingebracht werden. Bei den interfraktionellen Verhandlungen haben so­wohl das Zentrum wie die N a t io n a l libe­ralen ihre grundsätzliche Geneigtheit erklärt, den An­trag auch ihrerseits zu unterzeichnen, Vorbehalt- sich der Fassung des Entwurfes, die bis heute abend noch nicht endgültig feststand.

Eine offizielle Erklärung zur Z-Äernaffäre.

# Berlin. 16 Jan. (Eig. Drähtbericht) Die „Nordd. Allgem Ztg." wendet sich heute abend gegen die Behauptung, daß die Konflikte in Zabern lediglich auf bestimmte zuletzt dort garnisoniereude Offiziere zurückzuführen seren. Zum Beweise des Gegenteils veröffentlicht sie auf 1 % Spalten einen jgp-nc&t des Garnisonkommandos Zeckern vom 15 Dezember

1813, in dem Reibungen geschildert werden, die sich in den Jahren von 1881 bis 1983 zwischen Unteroffizieren und halb- wüchsigen Burschen abgespielt .haben. In dem Bericht wird festgestellt, diese Reibungen seien von dem Zivil provoziert, zum Teil sogar durch direkte Verabredung herbeigeführt und zum anderen Teil auf die Hetzartikel des „Zaberner Anzeigers" gegen einen bestimmten Unteroffizier zurückzuführen.

Auch eine Verlängerung der Frist für die Einkommen- und Ergänzungssteuer.

** Berlin, 16. Jan. Auf eine Anfrage beim Finanz­ministerium erfährt die Handelskammer Berlin, daß die Frist für die Abgabe der Vermögenserklärung zum Wehrbeitrag, zur preußischen Einkommen- und Ergänzungssteuer gleich­mäßig bis 31. Januar verlängert sei.

Milderung des Jesuitengesetzes in Bayern.

X X München, 16. Jan. (Eig. Drahtbericht) Bestem Vernehmen zufolge hat die bayerische Regierung die Herbei­führung einer Milderung der Bestimmungen des Jesuiten­gesetzes durch Antragstellung im Staatsrat beschlossen.

Die Lage in Albanien wird kritischer.

o Balona, 18. Jan. (Eig. Drahtbericht) In Albanien gestaltet sich die Lage immer kritischer. Gleich nachdem das Ergebnis der Untersuchung gegen die türkischen Verschwörer bekannt war, das die Mitwirkung des Präsidenten der pro­visorischen Regierung Jsmail-Kemal feststellte, beantragte ein Mitglied der internationalen Kontrollkommission die Ver­haftung Jsmail-Kemals. Doch wurde von dieser Maßregel Abstand genommen mit Rücksicht auf die zu befürchtenden Folgen; dagegen hat die Kontrollkommission die tatsächlich« Ausübung der Negierungsgewalt bis zur Ankunft des Prin­zen zu Wied übernommen. Die Bewegung hat das ganze Hinterland von Balona ergriffen. Hunderte von bewaffneten Albanesen befinden sich auf dem Marsche nach Balona. Die Mitglieder der internationalen Kontrollkommission sind um ihre persönliche Sicherheit besorgt und treffen Vorkehrungen, um sich event. auf die Stationen zu flüchten. Mohammeda­nische Fanatiker durchziehen die Dörfer und agitieren gegen die Christen und einen christlichen Fürsten.

Ein österreichisches Kriegsschiff nach den albanischen Gewässern abgegangen.

** Fiume, 16. Jan. Der Panzerkreuzer „Admiral Spaun" hat plötzlich die Anker gelichtet und ist in der Rich­tung nach den albanischen Gewässern abgegangen. Jedenfalls ist er auf höheren Befehl nach Balona gedampft.

Die Bewegung der liberalen Partei gegen die Jungtürken.

** Saloniki, 16. Jan. Reschad-Said, ein höherer türkischer Marineoffizier, der wegen seiner Zugehörigkeit zur liberalen Partei aus Konstantinopel fliehen mußte, erklärt, daß eine weitverzweigte Bewegung gegen das jungtürkische Komitee im Gange sei, der dieses bald erliegen würde. So­bald der liberale Prinz Saba-Eddin am Ruder sei, würde einem Bündnis gegen Griechenland nichts mehr im Wege stehen.

Ordnung in Südafrika.

wb. Kapstadt, 16. Jan. Heute vormittag aus allen Landes- teilen eingeKangene Meldungen besagen. daß überall Ord­nung herrscht und die Aufständischen die Arbeit wieder ausnchmen.

Ein englisches Unterseeboot gesunken.

wb. Dcvonport. 16. Jan. Das englische Unterseeboot „A. 7" ist bei Plymouth gesunken. Es besteht wenig Hoff­nung. die Mannschaft zu retten.

Die Bulkankutastropbe in Japan.

C London, 16. Jan. (Erg Drähtbericht) Die Vulkanaus­brüche auf der Insel Sakoraschinia dauern ununterbrochen fort. Am Mittwochabend ereigneten, sitz weitere Eouptwuen und eine Springflut überschwemmte die Stadt Kagoichuna. Die östliche Seite des Vulkans stürzte nach innen und der ganze Berg speit jetzt in fürchterlicher Weise Feuer. Sin zweites K.euzergeschwader ist bereits in Kagosthima eingetroffen. Fürchterliche Szenen spielten sich im Uriglücksgebiet ab. Der Aschenregen ist kolossal.

wb Tokio, 16. Jan. Ilach den letzten Meldungen aus Kagoschima sind bei der Katastrophe im ganzen 660 Menschen umgekommen. Am User und in der.. Bucht von Kagoschimig sind alle Häuser, etwa 80000, beschädigt. Dre Heftigkeit der Erdstöße hat nachgelassen, die Gefahr scheint vorüber zu sein. ___

wb. Berlin, 16. Jan. Prinz Max von Baden ist

hier einpetroffen. _ , t _

** Berlin, 16. Jan. Bevor sich Statthalter Graf Wedel heute mittag ins Schloß begab, statteten ihm im Hotel zwei Generale einen längeren Besuch ab. Der Statthalter wird voraussichtlich am Sonntag Berlin wieder verlassen. Der Reichskanzler hat den Statthalter empfangen.

Wenn die Schneehöhe günstig ist.

0

0

duldet's den Wintersportler nicht mehr daheim. Mit Ski, mit Rodelschlitten rc geht's hinaus und man scheut selbst Reisen nicht, um nur ia günstige Sportplätze zu finden. Der vorsichtiae Schneefahrer aber sorgt dafür, daß der an sich so gesunde, erfrischende Sport auch nicht durch Zu­fälligkeiten unerwünschte Nebenwirkung habe, indem er eine Schachtel Fahs ächte Sodener Mineralpastillen in die Tasche steckt und langsam ausbraucht. Er schützt die empfindlichen Schleimhäute des Mundes und des Rachens gegen krankhafte Reizungen und erweist dem Gefamt- organismus eine wirkliche Wohltat. Fays ächte Sodener bekommt man, die Schachtel zu 85 Pf., überall. F101

WM

Wenn Sie Ibr Kind

gesund, munter und geistig frisch sich entwickeln sehen wollen, so geben Sie ihm Dr. Hommei’s Haematogen. WARNUNG! Man verlange aus­drücklich den Namen Dr. Hommel. F497

WIW'MM»

Handelsteil.

Die chemische Grossindustrie.*)

U.

Me Herstellung künstlicher Düngemittel und ihre Bedeutung für die Landwirtschaft.

Ein ariderer bedeutsamer Teil der chemischen Groß- ndustrie ist die Herstellung künstlicher Düngemittel. Die Pflanze braucht bekanntlich zu ihrer Ernährung Phosphor­säure, Kali und Stickstoff. Die zur Verfügung stehenden Mengen Stalldünger sind bei weitem nicht hinreichend, und sc ist denn die Landwirtschaft gezwungen, künstliche Dünge- nitte’ zu verwenden und dem Boden die erforderlichen Pflanzennährstoffe zuzuführen. Während vor wnmg mehr ils 5 0 f a h r e n die chemischen Düngestoffe kaum dem Namen ,ach bekannt waren, und auch um jene Zeit erst die ersten luperphosphatfabriken entstanden sirnd, ist heute lies- Industrie ein gewaltiger Erwerbszweig. Deutschland allein verbraucht letzt an Fhosphorsäureoünger 1 700 000 rennen Superphosphat, 2 300 000 Tonnen Thomasmehl neben ziemlichen Mengen Knochenmehl und anderen Phosphor- trägem. Auch in Stickstoffdünger, wie Salpeter, Ammoniak, Kaikstickstoff usw., werden enorme und fortgesetzt steigernde Morgen gebraucht, dasselbe gilt von den Kalisalzen, die m genügend abbaufähigen 'Mengen nur in Deutschland gefunden werden und für Deutschland einen ungeheuren Schatz be­deuten Die Kalibergwerke und die damit im Zu­sammenhang stehenden chemischen Fabriken stellen _ ebenfalls einen gewaltigen Erwerbszweig dar. Salpeter ist ein Natur­produkt und wird von Chile i,und Peru) eingeführt. Ammo­niak wird als Nebenprodukt in Kokereien und in Gas­anstalten gewonnen. Es sei jedoch vornehmlich das Kapitel „Ph o s p h o r s ä u r e“ behandelt.

Die hauptsächlichsten PsCL-Träger sind, wie schon er­wähnt, Superbhosphat und Thomasmehl. Als Superphosphat- Rolistoffe kommen hauptsächlich Rohphosphate, die meist aus Amerika, teils von Nordafrika und teils von den Südseeinseln kommen, Knochenmehl, Knochenasche, Knochenkohle. Kopro- lithe, Apatite u. a., in Betracht. Diese Materialien werden fein gemahlen und dann mit Schwefelsäure, deren Menge sich nach der Zusammensetzung der Rohstoffe richtet aufge­schlossen. Der Superphosphataufschfüß wird sodann ge­trocknet und auf besonders konstruierten Pulverisiermaschinen zerkleinert. Das Superphosphat kommt zum Teil auch mit. Kalisalzen oder S'ickstoffmaterialien gemischt in den Handel. Die Thomasschlacke ist ein Nebenprodukt bei der Stahlfahrikation. Während früher der Phosphor in den Eisen­erzen sehr störend war und die Erze teilweise für die Eisen- darsfellung unbrauchbar machte, ist infolge der Eriuidung des Engländers Thomas gerade das Erz mit hohem Phosphoi-gehalt sOhr wertvoll geworden, auch deshalb, weil es die für die Landwirtschaft äußerst wertvolle Thomasschlacke hefert. Mit der Einführung des Thomasverfahrens hat die deutsche Stahl­industrie einen ungeahnten Aufschwung genommen. . Die Ein­führung der gemahlenen Thomasschlacke als Düngemittel, woran u. a. auch die benachbarten Chemischen Werke vorm H. u. E. Albert, die außer Ohemikalien, Säuren, auch chemische Düngemittel in bedeutendem Maße hersteilen, ganz wesentlichen Anteil hauen, ist für die Stahlwerke eine große Einnahmequelle geworden. Eine Anzahl sehr kapital­kräftiger, fachkundiger Firmen hat dem Artikel Thomasmehl

*) Vergl. Artikel in Nr. 25 des „Wiesbadener Tacblatts"

nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa und selbst

auch in überseeischen Ländern Eingang verschafft. Allein in Deutschland werden, wie schon erwähnt, 2 300 000 Tonnen Thomasmehl jährlich gebraucht, neben 1 700 000 Tonnen Super- phesphat. Umgerechnet in. Geld bedeutet dies eine Summe von 190 bis 200 Millionen Mark. So gewaltig diese Anzahl allein für PiOr,-Dünger ist, so muß doch betont werden, daß die Landwirtschaft nichts Klügeres tun kann, als reichlich zu düngen; sie muß nicht bloß die durch die Ernten ent­zogener. Nährstoffe ersetzen, sondern auch für einen gewissen Vorrat solcher im Kulturboden sorgen. Ein besonders ratio­neller landwirtschaftlicher Betrieb ist nur mit Hilfe ausreichen­der Düngung mit P 2 0.-,, Kali und Stickstoff möglich. Welch riesige Bedeutung die künstlichen Düngemittel fürs Wirtschafts­leben und für den Volkswohlstand haben, mag daraus erhellen, daß die Ernten bedeutend gesteigert werden kennten; sie betrugen in Deutschland im Durchschnitt;

Im Jahre 1888, also vor 25 Jahren,; bei Weizen . . . J3.1 Doppelzentner pro Hektar

bei Roggen, . ; . 9.5 »

Im Jahre 1913:

bei Weizen < , . 22.6 Doppelzentner pro Hektar

hei Roggen . . . 1,8.5 »

Damit sind wir dem Ziele nahe, trotz der auf ca. 66 Millionen gestiegenen Bevölkerung den gesamten Bedarf an Brotfrüchten in Deutschland selbst zu er­zeugen. Es bedarf nur noch einer gar nicht erheblichen Steigerung der Ernten, die leicht erreichbar ist, wenn auch die noch zurückgebliebenen Gegenden mehr und mehr zu ratio­neller Düngung übergehen. Hier kann und muß noch viel ge­schehen, insbesondere auch durch Bearbeitung der Moore und ötfläniöereien, einem Problem, der auch der Staat seihst großes Interesse entgegenbringt.

Der Weltbedarf an chemischen Düngemitteln wird für das Jahr 1911 von dem Internationalen Institut für Landwirtschaft in Rom 1913 wie folgt geschätzt:

Superphosphate 9 604 000 Tonnen

Thomasmehl . . . ; . s s 3 263 000 „

Kalisalze . , k j - - a . 3 240 000 „

Chilesalpeter.. . 2 313 450 „

Schwefels. Ammoniak 1050000 „

f Berlin,

KreditaWen . . Hand. -Gesell. . Commerzbank .

Dartnst*dt- Bank Deutsche Bank. Disk.-Kommand. j Dresdner Bank, j

Nationalbank. . Schaafhausen .:

Pet.'Int. Hdlsbk. 1 Lüb.-Büchener. Schau tungbahn. Lombarden. . . Anatolier. .. .

Baltimore. . . .

Berliner Naelibörse

16. Januar. (Per Ultimo.)

1083/s 1175/s 250Vs 1883/s 153 U, 117ÜS 101V ( 20 2Vs

1273/8

921/2

Kanada . . . Orieritbakn. Meridional . Pennsylvania. Henri ..... 4<VoRussen(19ü2 Türkenlose . . Aumetz-Friede Bochumer . . Luxemburger Gelsenkirchen Harpener. . . Hohenlohewrk. Laurahütte . . Phönix ....

217 — 1981/2

iS M/2

89A

169/4

1601/2 2177/s 13S' r

X9XS/8

1781/4

l32t/2

1553/8

2381/4

Rhein. Stahlw.. Rombacher. . . Paketfahrt . . . Hambg.-Südam. Hans.-Dmplsch. Lloyd . ... . . Dynamit-Trust.. Naphtha-Nobel. "lig.Eleldnzität P.',Üebersee El. Siemens. . . . . Schlickert .. . Ges. {. elektr. . „ Untern. South-Westafr..

1571/s

156V8

136%

1785/8

284-

1187s

176i/ 4

3331/4

2383/4

1671/4

2131/2

1441/4

164V

1143/

Frankfurter Naehbörse.

— Frankfurt a. N.. 16. Jan. Kurse von 114 bis 2% Uhr.

Kreditaktien 203%, Disconto-Commandit 188V», Dresdner Bank —.—> Petersb. Int. Handelsbank 2Ü3 5 /s, Staatsbahn '151%, Lombarden 22Vs, Baltimore und Ohio 92 5 / s a 93N, Nordd. Lloyd 118% a 118 7 /s, Paketfahrt —Deutsch-Luxemburger 135%. Gelsenkirohener 190% a 19.1%) Phönix 238% a %> Edison 239~_.

Banken und Geldmarkt.

w. Die Gesellschaft für elektrische Beleuchtung vom Jahre 1886 in St. Petersburg beruft eine außerordentliche General­versammlung auf den 28. Januar zur Beschlußfassung über die Erhöhung des Aktienkapitals auf 50 Millionen Rubel durch die Ausgabe von 10 Millionen Rubel neuer Stammaktien.

* Zahlungsschwierigkeiten in Paris. Nach Meldungen aus Paris befindet sich die Spekulationsfirma Banque Auxiliaire Charles Victor, die mit 15 MilL Franken Aktien­kapital arbeitete, in Schwierigkeiten. Die Firma, die seit Jahren lebhaft in Pariser Lokal-Werten, daneben aber auch in internationalen Papieren spekulierte, soll an russischen Bank­aktien und angeblich auch in Mexikanern, Brasilianern usw., Verluste erlitten haben.

Industrie und Handel.

* Weitere Preiserhöhung für Bleifabrikate. Aus Köln wird

berichtet: Die Verkaufsstelle für gepreßte und gewalzte Blei­fabrikate hat mit sofortiger Gültigkeit die Verkaufspreise um PA M. pro Doppelzentner erhöht.

* Die Süddeutsche Mühlenvereinigung hat den Weizen- rnefolpreis um 25 Pf. auf 30.75 M. pro Doppell Zentner für den Großhandel ab Mühle erhöht.

* Aus dem Scheädemandel-Konzeni. Die Wahclmsbuiger

chemische Fabrik m Hamburg, die zum Scheidesmandel- konzerr. gehört, erklärt für 1913 wieder 10 Proz, Dividende.

* Dividenden. Das Eisenwerk Wuelfel schlägt wieder 12 Proz. Dividende vor. — Die Hermann Schott- A.-G. be­schloß, eine Dividende von 9 Proz. (wie i V.) vorzuschlagen.

Verkehrswesen.

w. Hamhurg-Amerika-Linla. Wien, 16. Januar. Der

wegen Verhandlung bezüglich der Neuregelung des Schiffahrt- und Auswandererverkehrs hier weilende Generaldirektor Ballin teilte dem Vertreter des „Fremdenblattes“ über den Inhalt des Übereinkommens mit dem Handelsministerium fol­gendes mit: Die Hamburg-Amerika-Linie verkauft ihren Besitz vqii Aktien der Austro Americane an ein unter Führung der Wiener Banken stehendes Konsortium und verzichtet ferner auf die Ausübung der ihr anstehenden Option auf einen weiteren Posten Aktien der Austro Americane. In der Aus­wan,oererfrage gesteht die Hamburg-Amerika-Linie eine Kon­trolle an der Grenze sowie die Einrichtung einer Kontrolle auf ihren Schiffen zu. Generaldirektor Ballin teilte schließlich noch mit, daß in der Pooifrage zwischen der Hamburg-Amerika- Lime und dem Norddeutschen Lloyd noch keine Annäherung erfolgt sei.

Marktberichte.

0. Heu- und Strohmaikt zn Frankfurt a. M. vom 16. Jan.

Man notierte: Heu p er 50 K.tl 0 3.10 bis 3.30 M. Geschäft:

mittelmäßig- -^ ie Zufuhren waren aus den Kreisen Ober­taunus, Hanau und Dieburg.

Die Morgen-Ausgabe unrfatzt 12 Seiten

und die Verlagsbeilage „Der Roman".

^hesredatteur A. Hegertzor-r

Beranlwortttck! für den poliMcken Teil: A Hegerhorst; für Feuilleton:

B. v. Nauendorf; für Aus Stadt und Land: C.Rotherdt: für Gericktsfaal:

H, Di efen bach i für Svort und Spiel: • Gü nNier für Vermischtes, Letzte

Drahtberichte und Bripftgsten: C. Losacker: für Handel- W. Etz: für die Anzeigen und Reklamen: H. Dorn auf; iämrlich in Wiesbaden.

Druck und Verlag der L. Schellen derg chen Ho>-Buchdruckeret m Wiesbaden.

Sprechstunde der Redaktion: 12 bis 1 Uhr: in der politische» Abteilung von 10 bis 11 USr