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Leite 4 * Morgerr-AusgaLe, 1 . Blair.

Geibels hier in Wachenbuchen bereits im Fahre 1571 als Bauern ansässig waren und bis Ende des 18. Jahrhunderts urkundlich sestzustellen sind. Des Dichters Großvater wurde 1741 in dem jetzt noch vorhandenen Stammhaus geboren. Ein Zimmer des Hauses birgt sogar noch das Geibelsche Familien­wappen. Geibels Großvater wurde später Ratsdiener rn Hanau, sein Vater war Pfarrer in Lübeck, wo Emanuel am 17. Oktober 1815 geboren wurde. Der Dichter, dessen 100. Ge­burtstag im nächsten Jahr gefeiert wird, ist also als ein Kind Hessens anzusprechen.

FC. Frankfurt a. M., 16. Jan. Ein weiteres Sinken der Preise für Schweine auf dem Markt zu Frank­furt a. M. war zu konstatieren, und zwar um ? Pf. das Pfund Lebendgewicht. Die Zufuhr: 1375 Schweine, die aus Olden­burg, Mecklenburg, den Provinzen Posen und Hannover auf­getrieben waren, wurde bei gedrücktem Geschäftsgang nicht abgesetzt, da die Metzger zurückhaltend waren. Es verblieb Überstand.

m. Vom Mittelrhein, 15. Jan. Von einem bei Koblenz- Neuendorf vor Anker liegenden Schiff stürzte ein Mann rn die Fluten des Hochwasser führenden Rheins. Trotzdem auf die Hilferufe des Verunglückten ein anderer Schiffer mittels eines Nachens sofort nach der Unfallstelle fuhw ge­lang es ihm nicht, den Unglücklichen zu retten. Auch seine Leiche konnte bis jetzt noch nicht geborgen werden.

FC. Darmstadt, 16. Jan. Der langjährige Schriftführer des Landespferdezuchtvereins im Großherzogtum Hessen, Ritt­meister a. D. F e n n e r, ein eifriger Förderer der Pferde­zucht, v e r st a r b hier plötzlich. Der Verstorbene war seit zehn Jahren auch Vorsitzender der Abteilung Pferdemarkt Darmstadt des Landespserdezuchtvereins.

8. Siegen, 15. Jan. Der Fuhrmann Krämer aus Weidenau wurde durch einen Zusammenstoß der elektri­schen Kleinbahn mit seinem Fuhrwerk getötet. Die Pferde erlitten Verletzungen.

5. Wissen (Sieg), 15. Jan. Einbrecher drangen in das Kontor des Elektrizitätswerks zu Hamm (Sieg) ein, um den Kassenschrank aufzubrechen, was ihnen aber nicht gelang.

Gerichtssaal.

Giftmordprozetz Hopf.

Fünfter Tag.

(Fortsetzung aus der gestrigen Abendausgabe.)

5. u. Ick. Frankfurt o. M., 16. Januar.

Nach dem bereits erwähnten Gutachten des Sachver­ständigen vr. Sieber wurde bei der Haussuchung in der Wohnung des Angeklagten im Schlafzimmer im Nacht­tisch ein Glas mit 2 Gramm Zyankali gefunden, das fehlende kannte etwa die Menge sein, die Hopf bei der Ver­haftung aus der Tasche genommen wurde. Auf dem Zyankali­gefäß 'war von der Etik« tt e die Firma ab gekratzt.

' Ferner war im Schlafzimmer ein Strychninpräparat. In der Hausapotheke war ein Trapfgläschen mit Tollkirschen- extraki und eins mit Bittermandelwasser, ferner ein Fläsch­chen Di gaben, ein aus Digitalis, dem Fingerhutgift her- gestelltes Präparat. Im Arbeitszimmer fiel gleich ein auf einem Schränkchen stehendes Mikroskop auf, das wohl auch zur Beobachtung der Bakterien geeignet war. 'Kerner fanden sich, in Papier eingewickelt, einige Bakterien­präparate. Die Verpackung der Präparate war sehr un­sauber, so daß von ernsthaften bakteriologischen Versuchen nicht die Rede sein kann. Die Präparate waren nur mit Anfangsbuchstaben bezeichnet, man erkannte, daß C. as. Cholera asiatica, ferner t. Typhus und m. Malleus (Rotz) bedeuten sollte. In den Parterre gelegenen Zimmern fand sich ein buntes

Sammelsurium der allerstärksten Gifte,

daneben ganz harmlose Hausmittel. Karlsbader Salz stand beispielsweise neben Sublimat und Arsenik. Hinzukam, daß die Gifte gar nicht bezeichnet waren, so daß sie erst identifi­ziert werden mußten. An Giften wurden dort gefunden Morphium, Strychnin, Opiumtinktur, Kokain, Sublimat und andere Quecksilberpräparate, Skopolamin eins der stärksten Gifte und anderes mehr. Vorsitzender: Wozu brauchten Sie alle diese Gifte? Angeklagter: Zu verschiedenen Zwecken. Morphium habe ich beispielsweise selbst genommen. Vorsitzender: Und Skopolamin?

Angeklagter : Für die Hunde. Der Sachverständige fährt fort: Nun begab man sich ins Souterrain. Dort befan­den sich in den zur Verpackung verwandten Blechröhven und in Watte verpackt die Röhrchen mit den Bakterien­kulturen. Bon den Röhrchen waren die Etiketten der Firma mit der genauen Bezeichnung der Kultur und der Warnunginfektiöses Material" abgekratzt. Dafür hatte der Angeklagte Blankoetiketten anfgeklebt und seine Abkürzungen

C. as. = Cholera asiatica, m. Malleus, t. Typhus ausgeschrieben. In der ganzen Behausung war von einem Laboratoriumsbureau, mit dem der Angeklagte seine großen Bestellungen bei dem Wiener Institut motiviert hatte, n i ch t s z u sehen. Die Chemikalien, die im Parterre gefunden wurden, waren sämtlich sehr alt, es kann also sein, daß der Angeklagte sie noch van früher hatte. Das Spermin, das der Angeklagte seinem Kind gegeben haben will, wurde nicht gefunden, ebensowenig die homöopathischen Mittel, die er seiner zweiten Frau gegeben haben will. Angeklag­ter: Das lag alles sieben Jahre zurück. Die Mittel waren schlecht geworden, ich habe sie darum fartgeworfen. Auch daS Spermin, das ich 1006 bei dem Kind anwandte, war dick ge­worden, ich warf es daher bei einem Umzug fort. (Schluß f.)

Backschifch in Usln.

5. L Ick. Köln, 15 . Jan. Die Verhandlungen in dem Kölner Backschisch-Prozeß, die nun bereits länger als eine Woche dauern, gestalteten sich sehr interessant, da eine ganze Reihe der von dem angeklagten Redakteur der Rheinischen Zeitung" SolImann ausgestellten Be­hauptungen über die Zustände bei der Kölner Polizei sich iv ah x erwiesen haben. Der zunächst als Hauptzeuge vernommene ehemalige Kriminalkommissar

Hanne mann sagte u. a. aus, daß tatsächlich einmal für

die Erteilung einer Wirtschaftskonzession 1000 M. gezahlt worden seien. Die bezüglichen Verfügungen des Polizeiprä­sidenten über die Annahme von Geschenken seien ihm nicht be­kannt gewesen; wenn er sie aber gekannt hätte, würde er sich nicht darum gekümmert haben, es hätten sich auch andere nicht darum gekümmert und er habe deshalb keine Pflichtverletzung darin finden können. Der Zeuge schildert dann den Geschäfts­gang bei der Erteilung einer Wirtskonzession und sagt, er habe erfahre», daß die Polizeiinspektoren Kautz und Bsitsch

MteSWüSerrer Nagvratt» Samstag, ir. Jammr 1914» Nr. 87<

einmal für eine solche Konzession 1000 M. erhalten hätten. I In Brauereikreisen sei es allgemein üblich, nach Einreichung eines Konzessionsgesuches Len betreffenden Polizeiinspektoren einen größeren Geldbetrag oder einen Korb Wein zu schicken. Eine Restanrationsfrau habe einmal ge­äußert, mit 20 M. sei bei der Polizei nichts zu machen, d« müsse man schonblaue Lappen" nehmen. Drei Polizer- inspektoren, die unter dem NamenDie heiligen drei Könige" bekannt gewesen seien, hätten im Vergnügungspark wieder­holt Sektgelage veranstaltet, und zwar auf Einladung des be­treffenden Besitzers, dem bei der Einrichtung seines Etablisse­ments seitens der Polizei keine Schwierigkeiten gemacht wor­den waren. Ein weiterer Zeuge gab einem Polizeiinspektor ein Geschenk von 100 M. für früher erwiesene Gefälligkeiten; diesen Betrag habe derselbe wieder zurückgegeben, nachdem gegen Sollmann die Anklage erhoben war. Ein anderer Zeuge erklärt, sein Konzefsionsgesuch sei anfangs auf Schwierig­keiten gestoßen, die aber rasch behoben waren, als er die be­treffenden Polizeiinspektoren zu einem Weinfrühschoppcn ein­geladen hatte. Die Restaurateurseheleute Gockel bekunden, daß eine bekannte hiesige Restauratenrin ihnen gesagt habe, bei denKerls" (womit die Polizeibeamten gemeint waren) richte man nur mit blauen Lappen etwas aus. Polizciinspektor Vo risch erklärt, seine Frau habe ab und zu ein Frühstückskörbchen erhalten, in dem manchmal auch ein Geldstück verborgen war. Nach der Aussage eines ehemaligen Kriminalwachtmeisters erhielt ein früherer In­haber eines berüchtigten Lokals eine Hotelkonzession, und zwar durch Vermittelung eines Polizeikommissars. Gegen einen Frankfurter Konsul, in dessen Haus ein 15jähriges Mädchen aus Berlin verborgen gehalten wurde, sei nichts unternommen worden, nachdem er für eine Nichtfestnahme 1000 M. angeboten hatte; nach Berlin sei gemeldet worden, das Mädchen sei unauffindbar. Polizeipräsident v. Weeg­mann bekundet, die für die Polizeimannschaftcn und Be­amten eingegangenen oft recht zahlreichen Ge­schenke seien nach einem vorn Regierungspräsidenten ge­nehmigten Plan verteilt worden. Er selbst habe «in Be­amtenkorps von über 900 Mann zu beaufsichtigen und müsse sich auf die Berichte seiner höheren Untergebenen verlassen; er Habe niemals ein Hehl daraus gemacht, wie er über Ge- schenEe an Polrzerbeamte ,denTe. Er habe sich hauptsächlich durch den Ton des inkriminierten Artikels sowie durch die Zu­mutung beleidigt gefühlt, als billige er die Bestechung ferner Beamten. Von der Ministerialvorschrift, daß die Beamten ohne die Genehmigung ihrer Vorgesetzten Behörde keine Ge­schenke annehmen dürfen, haben die Beamten Kenntnis ge­habt, außerdem sei ihnen die Verfügung wiederholt bekannt gegeben worden, so daß er nicht glauben könne, daß der ehe­malige Kommissar Hannemann, der ein sehr erfahrener Be­amter gewesen sei, von ihr keine Kenntnis gehabt habe. Der Angeklagte Redakteur Sollmann erklärt nachdrücklich, daß ihm jede persönliche Beleidigung des Polizeipräsidenten fernge­legen habe. Verschiedene weiter als Zeugen vernommene Polizeibeamte lehnen teils eine Aussage darüber ab, ob sie Geschenke angenommen haben, teils stellen sie eine solche An­nahme direkt in Abrede. Polizeipräsident v. Weegmann erklärte am Schlüsse der Beweisaufnahme, daß er. im Interesse seiner Person und seiner Beamten volle Klar­heit geschaffen wissen wolle rnid teilte zugleich mit, daß einer seiner Beamten, der Reserveoffizier ist, die ganze Angelegen­heit seinem Ehrenrat unterbreitet hat. PolizeiinspÄtor Kautz, jetzt in Hannover, gab zu, hin und wieder von Interessenten Geschenke erhalten zu haben. In den meisten Punkten aber verweigerte er . die Aussage, um sich nicht selbst strafbar zu machen. Die Weiterverhandlung wurde sodann bis Samstag vertagt. ^

Der Strafantrag.

Der Staatsanwalt beantragt, dem Angeklagten Sollmann den Schutz des 8 193 (Wahrung berechtigter Interessen) zuzübilligen und ihn nur wegen formaler Beleidigung nach § 185, und zwar wegen Beleidigung der Beamten der Staatsanwaltschaft^ und des Polizeipräsi- dtums, in einheitlicher Handlung zu 6 00 M. Geldstrafe oder für je 10 M. einen Tag Gefängnis, zur Tragung der Kosten usw. zu verurteilen.

Berufungsverhandlung gegen Tilian und Genossen, wb. Berlin, 16. Jan. Heute nachmittag wurde nach Ver­lauf von fast zwei Stunden die Öffentlichkeit wiederhergestellt und alsdann mit der Vernehmung der Angeklagten begonnen. Oberintendantursekretär Pfeiffer bestreitet den vollen Inhalt der Anklage. Er habe mit Brandt die Feuerwerker­schule besucht und sei infolgedessen mit ihm seit langer Zeit befreundet, Brandt schenkte ihm zu Weihnachten 100 M. Er sei darüber stutzig geworden und habe ihm gesagt:Du ver­langst doch etwa nicht, daß ich Dir amtliche Geheimnisse ver­raten soll?" Brandt habe dies entschieden in Abrede ge­stellt. Er habe Brandt niemals Mitteilungen gemacht, die <*: in seiner Eigenschaft als Beamter erfahren habe, einmal, weil er der Annahme sein konnte, die Sache im Interesse der Lan­desverteidigung geherm zu halten, und andererseits sei eS überhaupt verboten, daß Beamte des ^viegsministeriums über amtliche Dinge etwas Mitteilen. Er könne sich nicht ent­rätseln, wie Brandt dazu gekommen, _ zu behaupten, seine Quelle über die Vorgänge im Kriegsministerium sei er. Auch aus dem Etat des Kriegsministeriums habe er Brandt nichts geliefert. Alle diese Mitteilungen von dem Kriegs­ministerium könne Brandt sehr wohl von anderer Seite erfah­ren haben. Auf Beftagen des Verhandlungsführers, wie Brandt denn mit aller Bestimmtheit behaupten könne, daß er alle diese Mitteilungen von ihm Pfeiffer, erhalten habe, be­merkte der Angeklagte, er vermute, da er Brandt häufig be­sucht und Brandts Wohnung polizeilich beobachtet worden set, habe Brandt sich gesagt, er wolle seinen richtigen Gewährs­mann schonen und ihn, Tilian, da er doch einmal von der Polizei beobachtet wurde und kompromittiert sei, als Gewährs­mann angeben. Der Angeklagte Zeugfeldwebel Hoge .be-. streitet ebenfalls, sich irgendwie schuldig gemacht zu haben. Er habe Brandt lediglich Mitteilungen gemacht, wenn er ftagte, ob das, was er erfuhr, richtig sei. . Er habe tut wesent­lichen nur das bestätigst, was Brandt bereits wußte, und habe keinen Anstand genommen, das zu tun, dg er Brandt bezüglich seiner guten Stellung, die er erhoffst, förderlich sein wollte. Brandt habe ihm gesagt, er werde tn der nächsten Zeit Berliner Vertreter Krupps werden. Er habe nicht das Bewußtsein gehabt, ein Geheimnis zu verraten oder gar Landesverrat zu begehen. Er habe sich niemals von Brandt traktieren lassen und erbat sich lediglich, da er einen Unglücksfall in der Familie hatte, ein Darlehen von 1 0 00 M. von Braridt aus, das er diesem mit Prozent

Zinsen zurückzahlte. Der Angeklagte Feuerwerker Schmidt bestreitet ebenfalls seine Schuld. Er nahm keinen Anstand, Brandt auf seine. Fragen Mitteilungen zu machen, da ihm bekannt war, daß es gegenüber Krupp kein« Staatsgehe tut n i s s e gab. Er habe jedenfalls nicht das Bewußtsein gehabt, etwas Strafbares zu tun und habe sich allerdings ctnigemal die Zeche bezahlen lassen, weil er be­fürchtete, daß Brandt als ehemaliger älterer Kamerad es. ihm verübeln könnte, wenn er es ablehne. Der Verhandluugs- führer stellt, fest, daß Schmidt eine G e ld z u w e n d u u g von Brandt in Höhe von etwa 80 M. und eine Zechenbezahluug von etwa 20 M. erhielt. Die Verhandlung wurde dann aus Samstagvormittag 10 Uhr vertagt. (Vergl. Letzte Draht­berichte in der gestrigen Abend-Ausgabe.)

Unterschlagene Stiftunssgelder. rmk. Darmstadt, 16. Jan. Der Bürgermeister a. D. und .Kolonialwarenhändler Ludwig Kohl aus Heppenheim a. d. B. wurde heute von der hiesigen Strafkammer wegen Untreue und Unterschlagung von Stiftungs­geldern im Betrag von 25 000 M. zu 8 Jahren Ge­fängnis verurteilt. Der Angeklagte, der nach der Ent- . deckung der Veruntreuungen nach London geflüchtet war, sich dann aber , selbst der Staatsanwaltschaft gestellt hatte, gab an, er habe die Gelder durch Bürgschaften für seinen Sohn und andere Verwandte verloren.

Kunstwart" gegenZeit im Bild", wb. München, 15. Jan. Im Prozeß des Herausgebers desKunstwarts" F. Avenarius gegen den Chefredakteur derZeit im Bild" Mich als ki wurde gegen Mitternacht das Urteil gesprochen. Michalski wurde wegen Beleidi­gung, begangen durch die öffentliche Antwort ans die An­griffe Avenarius' wegen des Preisausschreibens derZeit im Bild" zu 300 M., der frühere verantwortliche Redakteur Mell zu 150 M der verantwortliche Redakstur desDeut­schen Buchhändler-Börsenblattes" Sehfert zu 150 M. und der Geschäftsführer desVereins deutscher Bahnhofsbuch­händler" Rief zu 100 M. Geldstrafe verurteilt. Die beiden letzteren hatten die von Michalski erhobenen Vorwürfe auf- gegriffen. Avenarius wurde von der Widerklage frei- gesprochen.

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** Posen, 16. Jan. Die Strafkammer verurteilte den Leutnant a. D. Franz Eigenblätter wegen Unter­schlagung, die er als Kassierer des Raisfeisenverbarchs in Samper begangen hat, zu 3 Monaten Gefängnis. Zur Ver­deckung der Unterschlagung hatte er einen Einbruch in die .Kasse fingiert.

Sport und Spiel.

* Das fleißigste Pferd des Jahres war die Saphir-Tochter Ehutbeh, die nicht weniger als 26 Rennen bestritt. Ihr zu­nächst kommen mit je 24 Starts Bürgermeister und Lrvadia. In je 23 Rennen startetett ein halbes Dutzend Pferde, nämlich Delila, Gernoi, Jasmiit, Matador, Red Mover und Sunbath.

* 2355 Pferde starteten 1913 auf deutschen Bahnen. Davon waren 298 zweijährig, 395 dreijährig, 487 vierjährig, 410 fünf­jährig, 435 sechsjährig und 330 älter.

* Der 1. Hauptwandernng des Rhein- und Tannusklubs

am vergangenen Sonntag schlossen sich etwa 150 TeÄrehmer an Der Weg führte, tarn Kümgstein ausgehend durch eine prächtige Winterlandfchwft zum Feldberg. Freilich war der Aufenthalt auf dem ausgedehnten Feldbergplateau bei scharfem Sudost von 11 Grad nicht gerade sehr angenehm, dafür aber wurden die Wintertouristen erfreut durch ein wunderbares Farbenbild der unten liegenden Fluren, so oft das Nebolmeer sie den staunend>en Blicken jtti&cät, durch die funkelnden und glitzernden Kristalle btx vereisten Stämme der Kiefern und der mit Rauhreif überzogenen Tannen. Der Abstieg über Ober- und Niederreifenberg nach dem Roten Kreuz und zur Kaffeerast auf der Billtalhöhe zeigte den Teilnehmern noch die voll.: Bristht des Winters, der seine Herrschaft hier länger be­hauptet als auf Wiesbadens milden Fluren.

* Eissport. An der Südeisbahn (Kaiserstraste) findet heute Samstagabend das erste diesjährige Eis fest statt. Die Eisbahn auf der Adolfshöhe ist ständig im Betrieb.

* Wintersport. Die SÄn eeverhältniffe im. hohe» Westerwald sind, wie uns berichtet wftd. außerordentlich günstig, besonders gilt das von der 2 Kilometer langen Rodel­bahn bei Marienbeog, Am 18. d. M. veranstaltet der Winter­sportverein Mairienberg ein Pr eis rodeln. Der erste Skikurfus beginnt am 17. .d. M. «für Anfänger), der zweite vom 24. bis 26. d.,M. (für Geübtere). Skiwertläufe rm S ch w a r z w a l d finden Mit am 25. Januar im nördlichen Schwarzwald; 6. bis 8. Februar große SkiwetMufe ans dem Feldberg: Mitte Februar. ber HundSeck. Mihskeighrennen-: 18. Januar und 1. Februar m Trillers. Wektroüeln: 28. Jan. und 22. Februar in Trtbera.

Neues aus aller wett.

Tie Wahnsinnstat auf dem DampferBerlik. Madrid.

16. Jan. .Hier verlautet aber Len Mord, hex sich an Bord des deutschen DampfersBerun vor einigen Tagen ereignet hat, Latz der Mörder des Arztes der Auswanderungskammission Or. Grannoni. Antonio Cudertmo. an Verfol-gungswahnsinn litt. Er hat den Arzt durch 7 Revolverschüffe getötet. Cubertrno war bereits ernmaL wegen Mordes rn Italien, begangen an einer Frau, ver-urtem worden. Er wurde von der Aöannschaft der Berlin" in Ketten gelegt. Er ^oird den italienischen Behörden nbergeben werden, sobald das Schiff einen italienischen Hafen

cnlcmfi.^ gehende Eisenmaffen verbrannt. St. Ingbert. 15. Jan. Der 16 -mbre alte Hilfsarbeiter Löffelma-nn wurde gestern im hiesigen Stahlwerk durch glühende Nsenmassen schwer verbrannt stnd tjt bald darauf seinen Verletzungen er­legen. Roch drei weitere Arbeiter erlitten schwere Brand­wunden. zwei von ihnen so ernste. daß sie ins Lazarett ge­bracht werden mußwn.

Ein betrügerischer Freiherr. Nürnberg, 16. Jan. Der ReichZfteiherr.v. Droste zu Bischering) der sich feit Jahren in den verschiedensten Städten Deutschlands planlos msther- treibt und Betrügereien, zumeist bei'Juwelieren, begeht, wurde auf Antrag , der hiesigen Krimtnalpolizei in. Afchafienburg fest- genommen. Er bette sich von Würzburg für mn hiesiges Juweliergefchaft Waren kommen lassen, mit denen er dann verschwand. Der Verhaftete ist wegen Betnigs bereits wieder­holt vorbestraft. ^

Ungetreue Makler. Hamburg. 15. Jan. Nach Per- untrenung von 42 000 M. Hypothelengelderu, Re er zum Ab­schluß einer Hypothek empfing, sowie weiterer 20 U>0 M. eiu- kassierter Mietsgmder ist Moses, genannt Moritz Goldschmidt, MitinhaLer der Firma M. GoldfchmiLt u. Co.. Hmts- und Hvpothekeninokler. Alter Wall 60, sein im Geschäft «rugestellter Bruder Joseph und sei,, Bruder Hermann gefluchtet. Es be­steht dringender Verdacht, daß . die verunireute Summe be­deutend größer ist.

Vom Dreb der Mona Lisa. Mailand. itz. Jan. Der Dieb der Mona Lisa. Perugia, ist von verschiedenen Seiten verdächtigt worden falsche Banknoten angeferfigt zu haben. Perugia wird rnlmgedessen nach Dcailand gebvacht wLLd.e». MZ seinen Aukläaern geg.enübergestellt zu werden.