Einzelbild herunterladen
 
  

Nr. ", 7 . Samstag, 17, Januar 1914.

aus Stadt und Land.

Wiesbadener Nachrichten.

Die Gemüsegärtner und die SLAe.

Unsere Gemüsegärtner erstreben geringe Schutzzölle aus Treibgemüse, weil sie die nicht immer auf der Höhe stehende Konkurrenz des Auslandes als geradezu ihre Existenz ge­fährdend empfinden, und weil sie der Meinung sind, nur so ihre wirtschaftliche Existenzfähigkeit erhalten zu können. Zu dem Zweck eines Meinungsaustausches nach dieser Richtung war auf Donnerstagabend in dem Parterrejaal des Restau­rants zur „Wartburg" .von dem „Verein der Wiesbadener Handelsgärtner" zu einer Versammlung eingeladen worden; und der Einladung hatten etwa 100 Interessenten entsprochen. Als Vertreter unserer Landwirtschaftskammer war deren Generalsekretär Landesökonomierat Müller erschienen, ferner waren anwesend Landesökonomierat Direktor Siebert (Frank­furt a. M.), der Vorsitzende der Deutschen Gärtnereiberufs- genossenschast Herr Emil Becker (Wiesbaden), der Sekretär der Rationalliberalen Partei Herr Anding, Rektor Breiden­stein von der Fortschrittlichen Volkspartei usw. Gärtnerei­besitzer Wittmann, welcher die Verhandlungen leitete, machte daraus aufmerksam, wie wenig die Interessen der Gärtner in den bestehenden Handelsverträgen gewahrt seien, wie dringend nötig Schutzzölle aus Treibhausgemüse seien, und wie die heutige Zeit der Vorbereitung neuer Handelsverträge als die beste Gelegenheit erscheinen müsse, Wandel zu schaffen. Die angestrebten Zollsätze seien eminente. Heute würden in der Saison zeitweilig 25 Waggon. Frühsalat aus dem Ausland nach Mainz versandt, um von dort den ganzen Markt zu über­schwemmen. Zugute komme den Verkäufern dabei die große Vorliebe der Deutschen für Auslandsware. In Holland könne die Gärtnerei auf jeden Schutz der Staatsregierung rechnen, nur bei uns in Preußen sei dem nicht so. Der selbständige Gärtner bei uns härme sich während 18 Stunden des Tages mit Frau und Kind ab, ohne mehr dabei zu erschwingen als das zum Leben unbedingt Nötige. Darin müsse Wandel ge­schaffen werden. In der Besprechung verleiht auch der Vor­sitzende der Berufsgenossenschaft Herr Becker seinem Be­dauern über die geringe Berücksichtigung Ausdruck; welche die gärtnerischen Interessen bei uns fänden, und verweist auf die ungünstigen Produktionsverhältnisse unserer heimischen Gärt­ner. Ein Referat des Gärtners S ch w e b i g aus Schierstein behandelte „die Produktion der Gemüsegärtnerei in hiesiger Gegend". Nach ihm gibt cs in Wiesbaden und seiner näheren Umgebung etwa 170 Gemüsegärtner, welche etwa 160 Hektar Boden bewirtschaften und etwa 100 000 Quadratmeter Glas dabei verbrauchen. Der früher hier noch viel konsumierte Lattich ist mehr und mehr durch den Pariser Kopfsalat ver­drängt worden, obwohl dessen Geschmack trotz des teueren Preises kaum ein besserer ist. Eine Kalamität am Platz be­steht darin, daß die Vertreter der Auslandshändler ihren Hündlerabnehmern unnatürlich hohe Kredite einräumen. Da­bei steht unsere heimische Gemüsegärtnerei voll auf der Höhe, was sogar von Staatsbehörden ausdrücklich anerkannt ist. In S ch i e r st e i n bestehen größere Champignonkulturen, und .Kräutersachen werden als Spezialität gezogen. Gurken, welche früher mit 40 bis 60 Pf. bezahlt wurden, gelten heute 10 bis 80 Ps. Es fehlt am Absatzgebiet. In Mainz auf dem Wochen­markt werden holländische Gurken zu jedem Preis verkauft. Innerhalb von 10 Jahren sind bei uns die Gärtnereiprodukte im Preise auf ein Viertel gesunken. Auf dem Mainzer Wochenmarkt machen unsere Wiesbadener Gärtner den heimi­schen eine größere Konkurrenz als selbst das Ausland. Die hohen Preise, über die das Publikum so oft Klage führt, kom- men nicht den Gärtnern, sondern den Zwischenhändlern zu­gute. Bekanntlich ist van unserer Landwirtschaftskammer ein siebenaliedriger Gärtnereiausschuß gebildet worden. Damit scheinen die Gärtner wenig zufriedengestellt. Sie verlangen, daß, wenn nicht alle Hauptzweige der Gärtnerei, so doch die hervorragendsten unter ihnen bei der Bildung des Ausschusses berücksichtigt werden. Das Resultat eingehender Er^auterun- gen, welches Landesökonomierat Müller gab, waren Zuge­ständnisse von der verschiedensten Seite, daß man zur Auf­bringung der Kosten für die Vergrößerung des Gärtnerei- ausschusses nach gangbaren Wegen suchen werde. Im weite­ren griffen in die Besprechungen ein: Landesökonomieral Siebert. Gärtner Kaiser (Schierstein), Emil Becker (Wies­baden, Parteisekretär Anding (Wiesbaden), Gärtner Brömser (Wiesbaden), Rektor Breidenstein, Wiedmann (Biebrich), Röding (Wiesbaden) usw. Zum Schluß wurde ein Antrag gestellt, wonach an den hiesigen Magistrat das Ersuchen ge­stellt werden soll, einen Beitrag in Höhe von 500 M. zu Zwecken der Förderung des Gemüsebaues zu bewilligen. Zur Abstimmung über den Antrag kam es nicht, vielmehr soll der­selbe auf die Tagesordnung der nächsten Versammlung des „Gartenbauvereins" gebracht werden. ■ Die Versammlung schloß nach vierstündiger Dauer nach Mitternacht.

— Zur Besetzung der Stelle des Stadtschulrats erhalten wir ferner folgende Zuschrift: „Nach den beiden Artikeln zu urteilen, durch die zu der obigen Angelegenheit im „Wies­badener Tagblatt" Stellung genommen wurde, scheinen ge­wisse Befürchtungen für eine ersprießliche Erledigung der An­gelegenheit nicht unberechtigt zu sein. „Magistrat der Stadt Wiesbaden, sehe zu, daß das Volksschulwesen deiner Gemeinde keinen Schaden nehme!", so schloß der Artikel in der vor­gestrigen Abend-Ausgabe. Nach umgehenden Gerüchten zu schließen, ist dieser Warnungsrus nur zu berechtigt. Nicht, als ob die städtische Behörde in rechter Würdigung der An­gelegenheit nicht auf der Hut sei. Immerhin aber könnte es Vorkommen, daß Männer, die zwar das Beste wollen, die Volksschule aber nur vom Hörensagen kennen, Einflüsterungen zugänglich gemacht werden, die im vorliegenden Fall nichts Gutes im Gefolge haben können. Der Direktor einer hiesigen höheren Lehranstalt, ein in Schule und Nebenämtern bereits vielbeschäftigter Herr, soll der städtischen Behörde die Ver­sicherung gegeben haben, d:e Geschäfte eines Stadtschulrats vermöge ein Direktor im Nebenamt zu erledigen, für die Be­aufsichtigung der „Volksschulen" könne ein hiesiger Rektor als Stadtschulinspektor berufen werden. Gegen die Auffaffung der Amtspflichten eines Stadtschulrats, wie sie hier znm Aus­druck kommt, sollte'die Wiesbadener Lehrerschaft mit Enl- rüstung Front machen. Ju ihr spricht sich eine Wertung des Wesens und der Bedeutung der Volksschule, einer der bedeu­tendsten Kulturveranstaltungen des Staats, aus, die in der völligen Verkennung der Verhältnisse gegründet ist. Cs be­deutet eine Anmaßung sondergleichen, eine derartig wichtig« und vielverzweigte Institution, wie das Volks- und Mittel­schulwesen der Stadt Wiesbaden, so nebenbei im Nebenamt erledigen zu können. Das sollte sich die Wiesbadener Lehrer­

Rissimdsner Tagbiati,

Morgen-Ausgabe, 1. Blatt.

Seite 3.

schaft energisch verbitten. Sie braucht keinen Herrscher mit allerlei bureaukratischen Qualitäten, sondern — wie bereits gesagt wurde — einen Berater und Mithelfer, dem so viel demokratisches Blut in den Adern rollt, daß er den Vorschüler nicht für zu gut hält, sich neben das Kind armer Eltern zu setzen. Wenn nun gar der von dem Magistratsberater als Stadtschulinspektor in Aussicht genommene Rektor Geist wäre vom Geist seines Herrn, dann wehe dir, Wiesbadener Volks­schule. Darum nochmals: Magistrat der Stadt Wiesbaden, sorge, daß dein Schulwesen keinen Schaden nehme."

— Gesandter v. Reichenau, bekanntlich ein Wiesbadener, der bis vor kurzem bei seinen hiesigen Verwandten zu Besuch weilte und sich nur einige Zeit in Berlin aufhielt, war mit seiner Gemahlin (einer Tochter der Frau Hugo Peipers hier; am Donnerstag im Neuen Palais zu Potsdam zur kaiser­lichen Tafel geladen. Herr v. Reichenau vertritt gegenwärtig das Reich in Stockholm.

— Beerdigung. Ein eifriger Förderer des Wiesbadener Kranken- und Sterbekassenwesens, Herr Heinrich Kaiser, wurde am Mittwoch unter zahlreicher Beteiligung zur letzten Ruhe gebettet. Der aus dem Leben Geschiei«ne war 27 Jahre erster Vorsitzender der „Allgemeinen Sterbekasse" und noch länger tätiges Mitglied des „Allgemeinen Krankenvereins", in welchem er ebenfalls lange Jahre bis zu seinem Tode erster Vorsitzender war. Trotz mancher Gegenströmungen hat er in uneigennütziger Weise dazu beigetragen, letzteren Verein zu erhalten, so daß derselbe die jetzt eingetretene Umwand­lung in eine Zuschutzkasse leicht ertragen und seinen langjäh­rigen Mitgliedern eine weitere Unterstützung im Krankheits­fall gewähren konnte. Ein dankbares Andenken wird dem Verblichenen in den beteiligten Kreisen bewahrt werden.

— Ein großer Menschcnauflaus entstand am Dienstag in der Mittagsstunde in der Ziinmermannstraße dadurch, daß ein dortiger Einwohner mit seinem Sohn eine Auseinander­setzung hatte, wobei der junge Mann zu einem gefährlichen Werkzeug griff. Bald war er von einer Anzahl Personen umringt, zu Boden gerissen und festgehalten, bis die Sani­tätswache erschien, um ihn in das städtische Krankenhaus ein­zuliefern. Dort wurde der sonst normale, offenbar im erreg­ten Zustand handelnde junge Mensch in die Jrrenabteilung eingewiesen. Dem Bestreben des Arztes und des Wärters gelang es, daß dem Antrag, ihn der Irrenanstalt Eichberg zu überliefern, nicht stattgegeben wurde. Infolgedessen wurde er entlassen, wird sich aber in Zukunft wohl hüten, sich wieder in eine solche Lage zu bringen.

-- Personal-Nachrichten. Die Telegrerphengehilfin Frl. Hild in Soden ist freiwillig ausgeschieden.

— Ordensauszeichnung. Wie der „Reichsanzeiger" meldet, ist dem Geh Baurat Graßmann in Wiesbaden der Kronenorden 2. Klasse verliehen worden.

— Tagbtatt Sammlungen. Dem Tagblalt-Verlag ginnen zu von Ungenannt für Sommerpflege armer Kinder 1 M.; von Wichmann zur Speisung bedürftiger Schulkinder 50 M.

— Kleine Notizen. Der dem Schriftsteller G rot he ver­liehene Orden ist der montenegrinische Danilo-Orden (nicht der dänische Danebrog-Orden).

vorberichte über Kutift, Vorträge und verwandtes.

* Kömglichc Schauspiele. Die Reihenfolge der Abonne-

mentsbuchstaben für die nächste Woche ist folgende: Sonn-

taa.A, Montag B, Dienstag C, Mittwoch D, Donnerstag A, Freitag D, Samstag C, Sonntag B, Montag Sinfonie-Konzert, Dienstag A.

* Residenz-Theater. Ein interessantes Gastspiel steht für die nächste Woche bevor: Luise Willig, die hier so beliebte un­vergessene Künstlerin, gastiert zum erstenmal am Residenz- Theater und bringt zivei hier noch nicht gespielte Rollen zur Darstellung: am Dienstag „Monna Vanna" in Maeterlincks alcichnamigem Schauspiel und am Donnerstag die „Beate" in Sudermanns packendem Drama „Es lebe das Leben" Dutzend- und Fünfzigerkarten haben zu diesen beiden Vorstellungen keine Gültigkeit, der Vorverkauf beginnt heute Freitag.

* Kurtheatcr. Heute Samstag geht zum letztenmal der lustige Schwank „Ein kostbares Leben" in Szene. Am Sonn­tag finden zwei Vorstellungen statt: nachmittags 3'/» Uhr wird zu kleinen Preisen „Fräulein Chef" zum letztenmafloufgeführt und abends 8 Uhr ist die Premiere des dreiaktigen Lustspiels „Seine Geliebte" von Paul Armout, deutsch von Erich Motz Das amüsante Stück erlebte bei der Uraufführung am Berliner Trianon Theater einei: durchschlagenden Erfolg. In den Hauptrollen sind die Herren Bronsktz, Römer Suchanek Puschacher und Vogel und dre. Damen Krüger, van der Lick' Reval und Waizenegaer besckctttiat

Mustk- und Vortragsabende.

Am Montag, den 12. Jam. . fand der erste diesjährige Stimmrechtstee statt, wie rmmer, rn den Räumen des „Rbeinhotels". Der Vorstand der hiesmen Ortsgruppe des Landesverbandes Hessen-Ikassau hatte Baronesse v. Bistram eine Vorkämpferin der deutschen rirauenbewegung zum Vor­trag gewonnen. „Die Frauenbewegung und ihre Gegner" hieß das Thema, das der Vorlasmrden Gelegenheit gab Inter­essantes aus ihren jahrelangen Erfahrungen und Beoi-achtungen in der Frauenbewegung vorzubrlngen Sie sprach von den vielen Kämpfen und AnfelN^ngLN. auf die jeder Frauenfort­schritt stieß, nicht nur bei sondern auch bei dem

eigenen Geschlecht. Wie letzt, nachdem die Stellung der Frau im allgemeinen freier geworden ist, ^och viel zu tun übrig bleibt um ihre rechtlich und im öffentlichen Leben würdig zu gestalten. Die Reonenn führte in Beispielen an, wie unwürdig die Lage mancher Frauen in der Ehe und dem Kind gegenüber ist. infolge der Gesetzgebung, die sie überall (nur nicht im Strafrecht) benachteiligt. Die geistvollen und inhaltreichen Ausführungen fanden^lebhaften Beifall bei dem zahlreich erschienenen Publikum. (Ohne Gewähr.)

Am Mittwoch sprach an demVereinsnachmittag des Ver­eins F r a u e n bi l d u n g F rau e n st u d i u m Frau Neben über „Zentralisation der Verenistätigkeit". Tie Redne­rin führte aus, wie in der ganzen Entwickelung der Mensch­heit die Tendenz herrsche, sich zusammen zu schließen. Die einzelnen Individuen schließen üch zur Familie, die Familie wiedcr zum Staat zusammen. Ev ist die Erwägung, daß durch Gemeinsamkeit die Tätigkeit des einzelnen zu stärkerer Wir­kung bcrholfen werden kann uno Schwierigkeitei: leichter über- wrinden werden. Dieselbe Crwagiing drängt auch im modernen Leben immer mehr zur Vereinigung. Die Redners« exem­plifizierte auf die jetzt.stattgefundene Gründung einer Zentrale für Jugendfürsorge hier >u.lowsvaden Sie erkäirterte. wie viel Mühe. Zeit und Geld die einzelnen Vereine und Organi­sationen sparen, wenn alle Fao-en an einer Zentralstelle zu- sammenlaufcn. Sie betonte vami. daß es ebenso wünschens­wert wäre, wenn es gelange, auch die Wiesbadener Frauen-

vererne zusammenzuMwßen. Der Vortivrg gab den An- wesenden ein anschauliches Bno von den Gründen und Zielen de- hier sckon geschaffenen und noch geplanten Zentralisationen.

wofür sie der Rednerin mit herzlichem Beifall dankten, der auch ihrem erheblichen Anteil an den Arbeiten für diese Zusammen­schlüsse galt. (Ohne Gewahr.)

Der gestrige Vortrag des Dr. nied. Mühlstädt aus Leipzig über das Wunderland o er ^Dolomiten brachte dem Kaufmännischen Verein' wieder einen vollen Erfolg. Ein besetzter Saal, ein angenehmer. humorvoller Redner, un­beschreiblich schöne scharfe Lichtoilder und dazu das hoch­interessante Thema, mehr konnte nran nickt verlangen. Wer die Dolomiten noch nicht aus eigener Anschauung kennt, in dem müßte nach dem gestern Gesehenen uird Gehörten die Sehnsucht erwachen, auch einniak dieses Wunderland zu be­

treten, und die, welche es kennen, sie beschlich ein leises Heim­weh nach den mächtigen Bergriesen, den herrlichen Tälern und Matten! Als gar der beka-inte Alois Schenk nnt einem Teil seiner 14gliedrigen Familie vor serriem Losses-WirtsWUs den vorüberrodelnden Redner begrüßend, auf der LelMvano erschien, gab es für viele einen Moment freudigen Wieder­sehens mit den stets freundlichen Wirtsleuten. Gerade das Grödner Tal, in welchem gerranntes Wirtshaus liegt empfahl Di. Mühlstädt als günstigstes Terrain für Wintersport, da dort die Lawinengefahr eine sehr geringe sei. Prächtig waren ore Lichtbilder ohne Ausnahme, aber ganz besonders sind baber mehrere um Mitternacht Lei Mondenschein gemachw Auf­nahmen zu erwähnen, die den Tagesbildern in nichts an Schärfe und Deutlichkeit nachgeben. Ein geradezu enthu­siastischer Beifall lohnte und ehrte die Ausflihrungen des Redners. (Ohne Gewähr.)

Kus dem Vereinsleben.

vorberichte, vereinsoersammlungen.

*. Der „M L n n e r t u r nv e r e i n" unternimmt am Sonntag, den 18. Jan., eine Wanderung über den Fetdverg nach Glashütten, Schloßborn und Niedernhausen. Abfahrt nach Königstein früh 6 56 Uhr. a

* Die „Wiesbadener Karnevalgesellschaft', gegr 1908. hält am Sonntag, den 18. Jan., un Saalbau „Neue Adolfshöhe" ein Kappenkränzchen mit Tanz ab.

* Der „Frauen verein der L u t h er kirch e n g e - mein de. E. V.". hält eine außerordentliche Mitgliederver­sammlung am Freitag, den 60. Jan. d. I., abends 6 Uhr, rm Konfirmandensaal 1 der Lutherkirche ab.

ÄUL dem Landkreis Wiesbaden.

-O- Biebrich. 15. Jan. Die Entwickelung der städtischen Sparkasse war im abgelaufenen Jahre eine äußerst gunstme. Der Nettoreingewinn beträgt in dem abgelaufenen Fah.e 18 54» M. 88 Pf. Im Geschäftsjahr 1913 ist der^sparmnIagLN- bessand von 4 400 000 M. auf 5 400 000 .vt., der Unffatz rm Spargeschäft von 6 100 000 M. auf 8 500000 .Pi-, de: Oeiami- jahresunriatz von 19%. Milk. M. auf 26% Mrll. M.. der Ver­waltungsüberschuß von 11000 auf 26M0 und schließlich der Nettoreingewinn von 4800 aus 18 500 M. gestiegen . Ass der Generalversammlung des „Reserve- und Landwehrverems wurden folgende Herren, die satzungsgematz ausschreden, imeder- kiewählt: 1. Vorsitzender Emmerich. Jnventa-Verwalter Burkardt. Vereinsdiener Martin und 3 Beisitzer, tei l, wurde Hardt, zum 2 Witzel gewählt. Aus den Geschäftsbe­richten bleibt zu erwähnen, daß der Verein mrt 9 EhrenMit- gliedern und 192 Mitgliedern in das neue Jalw eintritt. 28 Neuaufnahmen stehen 11 Austritten gegenüber. An Unter­stützungen hat der Verein im abgelaufenen Jahre an Kame­raden und Witwen solcher 370 M. bezahlt. Den Gesam.ein- nabmen von 1.617 M. 11 Vt stehen 1445 M. 21 Pf. an Aus- gaben gegenüber. Ter Überschuß betragt.171. M. 90 Pf. Der Verein wird im AprU d. I. sein Züiahriges Lrtiftungssest feiern — In der Jahreshauptversammlung des Mannerge­sangvereins „Rheingold" wurde folgender Vorstand ge­wählt: Paul Urban 1. Vorsitzender, v. Reichel 2.. Phllm,

Schmidt 1. Kassierer. W. Paulus 2. Emil Standov Schrift­führer H. Sender 2.. Hubert Schaub 1. und Oskar Erbe 2. Jnventarve Walter. W. Standop, Wrlh. Debus und Wich. Hehner Beisitzer. Der Verein wird am 14. und 15..Marz d. I. seine Fahnenweihe abhalten. Die Zahl der Mitglieder ist bereits über 100 gestiegen: davon 45 aktive Den Einnahmen von 14.48 M. 43 Pf. stehen 1810 M. 08 Pf. Ausgaben gMen- über. so daß ein Kaffenbestand von 138 M. 35 Pf. verbleibt.

Sc. Schierstein, 15. Januar. Der Königliche Kammerherr Landrat v Heimburg bat für die am 31. Januar. 1. und 2. Februar in der hiesigen Turnhalle stattfindende 9. All­gemeine Geflügelausstsllung das Protektorar übernommen Nach den zahlreichen Anmeldungen und den vielen zur Verfügung gestellten Ehrenpreisen und Gebrauchs- gegcnständen zu urteilen, dürfte der alte Schierstemer Ge­flügelzuchtverein mit einer erstklassigen Ausstellung an die Lffentlichkeit treten.

Naffauifche Nachrichten.

Le Niederwalluf, 15. Jan. Das in der Kirchstratze ge­legene Anwesen des Holz- und Kohlenhändlers Martin Müller ging einschließlich des in dem Besitztum betriebenen Geschäfts zum Preise von 64 000 M. in den Besitz des Kauf­manns Gruft aus Koblenz über. — Die Schwanenftvatze, an ivelcher das neu errichtete Schul- und Rathaus steht, wird gegenwärtig mit Kanalisation nach Sinkkastenstzstem Geiger-Mohr versehen. Nach Vollendung dieser Neuanlage wird die Villenkolonie „Schöne Aussicht" kanalisiert, welche durch die von dem Architekten Karl Birck (Wiesbaden) neuer- baute Villa „Bertana" des Rentners Hugo Lindgens einen weiteren Schmuck erhalten hat.

— Hattenheim, 16. Jan. In der Rheinebene ist durch das zurzeit bestehende Hochwasser und die Kälte eine Eis­bahn entstanden. Sie zieht sich zwischen der Grünau und der Chaussee vom Markobrunnen bis nach Hattenheim.

!it. Aus dem Kreis Höchst, 14. Januar. Gegen das Ab­brennen von Feuerwerkskörpern und den Verkauf solcher an Personen unter 16 Jahren hat das Landratsamt eine begrüßenswerte Verfügung erlassen. Insbesondere wird das A b b r e n n e n solcher Körper auf den bevorstehenden Maskenbällen, wie überhaupt Tanzinusiken, bei ganz empfind­licher Strafe verboten. Den Gastwirten wird bei Dul­dung des Unfugs die Entziehung der Erlaubnis zum Abhalten von Tanzvergnügen angedroht. Auch das öffentliche Feilbieten der Feucrwerkskörper wird den Hausierern verboten.

— Königstein a. T., 14. Januar. Heute abend fand im „Hotel Stein" eine gut besuchte öffentliche Versammlung der Fortschrittlichen^ V o l k sipart ei statt. Hotelier Eduard Stern als Vorsitzender erteilte dem als Referenten er­schienenen Provinzialsekretär Eduard Bleicher das Wort, der über die letzten volitlschen Vorkommnisse im Reiche und den Wchrbcitraa in interessanter und fesselnder Weise sprach. Leb­hafter Beifall lohnte den Redner für seine Bemühungen. In der .kurzen. aber interessanten Diskussion fand der Referent Zustimmung und gab sich noch Gelegenheit, auf einige Fragen, den Wehrbeitvag betreffend. Auskunft zu geben. Nachdem noch einige örtliche und Vereinsangelegenheiten besprochen waren, wurde , die Versammlung, die eine neue Stärkung des fort- schriitlichen Vereins in Königftein brachte, geschlossen.

X Diez. 14. Januar. Unter der Leitung der Frau Pfarrer Dreßler Witwe fand gestern die Hauptversammlung des Vaterländischen Frauenvereins statt. Der Ver­ein zählt dermalen 177 Mitglieder. Da statutengemäß ,Re ausschcidenden Vorstandsmitglieder nicht direkt wiedergewäW werden können, so sind durch die ErgänzungZwabl folgende Frauen neu in den Vorstand gekommen: Frau Major Sckmidt. Frau Bürgermeister Scheue'w. Frau Wilhelm Map. Fwru Ernst Dinslage. Frau Heinrich Reusch. Frau Recknnngsrat Müller (Oranienstein) Der Verein hat auch im abgelaufenen Fahr segensreich gewirkt Laut Bericht ist der Fonds zwe Erbauung einer Kleinkinderschule UM 2000 M. auf 11 450 M- gestiegen, so daß voraussichtlich demnächst mit dem Neubau begonnen werden wird. ^

S. Erbach (Westerwald), 15. Jan. Der Erdrutsch an der Marienberger-Erbacher Bahn ist zum Stillstand gekom­men. Man hat tiefe Stollen in den Bergrücken getrieben und am Ende derselben Luftschachte nach oben geftihrt.

Kus ösr Umgebung.

Emanuel Geibels Vorfahren.

dt. Wachenbuche» (Kreis Hanau), 14. Januar. Nach­forschungen des Literaturhistorikers. Professor Uhlmann aus Chemnitz haben ergeben, daß die Vorfahren Emanuel.