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T-tte IS.

Mrvrgen-Avsgabe, 2. Blatt.

Wiesbadener TagblatL.

Freitag, 16. Januar 1914.

Nr. 88.

GerichLZsaal.

Wiesbadener Schwurgericht, wc. Im Rausch. Dem 1886 geborenen Angeklagten Maurer August Federl aus Griesheim wird eme ganze Anzahl von Straftaten: ein vorsätzlicher Br andstr s-

tungsversuch, versuchter schwerer Dieb stahl und vollendeter einfacher Diebstahl. verübt rm strafverscharfenden Rückfall, Beleidigung eines Polizerbeamten, W r d er - stand gegen die Staatsgewalt und tätlicher Angriff zur -ast gelegt. Am Sonntag, den 9. November v. dem ^attag, hatte er gegen y# Uhr mittags die Pferde gefuttert und war dann in die Kneipe gegangen, wo er zunächst bis gegen 6 Uyr sich mit Kartenspiel die Zeit vertrieb,. dann ging er nach Hause, fütterte seine Pferde, warf sich rn seinen Sonntags­staat und atz etwas. Gegen 7 Uhr kehrte er m dre Wirtschaft zurück. Er beteiligte sich wieder am Kartenspiel und nach­dem er an die 20 Glas Bier neben einigen Schnapsen ge­trunken hatte, trat er gegen Mittemacht, als der Lokalinhaber .Polizei" bot, den Heimweg an. «tatt aber in sein Haus, be­gab er sich in dasjenige der Witwe Frank, emer 73 ^ahre alten Matrone, welche die Haustur ausgelassen hatte. Er betrat dort die Küche, durchwühlte Kisten und Kalten, zündete das Gas an, drehte alle Gaskranen auf und entfernte sich mit einem Fahrrad. Nachher begab er sich zum zweitenmal in das Haus und legte sich, nachdem er das Rad zunächst von dem ihm anhaftenden Schmutz gereinigt hatte, ruhig zu Bett. Inzwischen war in der Frankschen Küche em Brand . ent­standen. Die Ehefrau Frank hatte schon bei dem Eindringen des Mannes ein verdächtiges Geräusch gehört, sich iedoch be­ruhigt, weil sie es für nicht unmöglich hielt, daß emer ihrer Enkel, angetrunken, gegen eine Tur getaumelt sei. spater wurde sie durch das Geräusch, welches das Feuer verursachte, beunruhigt. Sie wagte sich jedoch nicht aus dem Schlaf­zimmer, weil sie annahm, daß Einbrecher im Hause seien. Auch andere -Hausbewohner waren aus den Brand auf­merksam geworden, sie riefen Hilfe herbe-, und es gelang, das Feuer zu unterdrücken, bevor noch e-n erheblicherer Schaden angerichtet worden war. Daß Federl der Tater sei, Weint bei der Polizei festgestanden zu haben. Noch wahrend derselben Nackt verhafteten sie ihn; vorher war es zu e-ner Kollision zwischen den Parieren gekommen, Federl, welcher anfänglich, während er in Untersuchungshaft saß, ein Ge­ständnis abgelegt hatte, schützte vor dem Schwurgericht sinn­lose Trunkenheit vor. Er will das Franksche Haus nur be­treten haben, weil er es für das Sernrge hielt, das Gas will er lediglich aus alter Gewohnheit angezundet und das Fahr­rad nur in der Annahme mitgenommen haben, daß es einem der Seiniqen gehöre, und um es vor dem Gestohlenwerden zu sichern Etwa 15 Zeugen und der Brandmeister als Sachver­ständiger sind vor das Schwurgericht geladen. Der. Ange­klagte wurde zu 1 Jahr 5 Monaten Gefängnis ver­urteilt. _

Giftmordprozetz Hopf.

Vierter Verhandlungstag. Telephonischer Bericht.

S. u. H. Frankfurt «. 9)1., 15. Januar.

Die Vernehmung der dritten Frau des Angeklagten.

Heute erfolgte zunächst die Vernehmung der dritten Frau des Hopf, Wally, geb. Siwiec. Die Zeugin bekundet u. a., sie habe anfangs mit dem Angeklagten im besten Einver­nehmen gelebt. Nach einiger Zeit hat sie «'»e Reift m den Taunus zu Verwandten unternommen; als sie Zumickkam.

nahm, ihr Mann habe J) liefet Gelegenheit im

Als ihr^Mank Ä

%£mm tüW d°urch,ul--m-», .®“ f»” b 't.ft»» Liebesbriefe, ferner em Schriftstück, aus dem hervor yrna daß Hopf zweimal verheiratet war, was er rhr vechMe- aen hatte Ihr hatte er gesagt, er sei erst einmal verheirate gewesen und sei Witwer. Weiter fand die Zeugm emen Mief ihres Mannes an einen Freund, in dem er diesen m Geld anaina, das er zurückgeben wolle, wenn ferne j aestorben sei. Spät nach Mitternacht sei ihr Mann heimgekommen; sie sei indessen so aufgeregt gewesen, um M al-ich zur Rede zu stellen. Das habe sie erst am nächsten Morgen getan, als sie beim Frühstück sahen. S-e sagte ihrem Mann, sie habe alles entdeckt und hatte das Gefühl, als ob

‘ t£ lI)m lediglich Mittel zum Zweck

„eivesen sei, als er sie heiratete. Darauf seten ihr dre Tranen gekommen und sie habe das Zimmer verlassen. Als sie wieder bereiukam trank sie einen Schluck Tee, der auf dem Büfett and Der Tee s ch m e ck t e s o n d e r b a r. Wenige Minuten Väter wurde ihr schlecht; der Mund stellte sich ganz sch-ef, dre Nde wurden sL; ste wollte anfstehen, wehr. Auf ihre Frage an ihren Mann: „Hast du etwas m den Tee geschüttet?", antwortete dieser: „Nein, du last wohl ftlbst am Giftschrank gewesen? Die Zeugin bat um etwas Koanak' Hopf brachte den Kognak und hielt das Glas der Zeugin'an den Mund, weil sie die Hände nicht gebrauchen konnte. Hopf brachte sie darauf ins Nebenzimmer und sagte ihr, sie müsse sich beruhigen, sie habe einen Nervenchok. Als er ihr Wein anbot, lehnte sie ab, da ste Angst hatte, er würde etwas hineintun. Darauf bot er sich an, die Flasche hm . ibren Augen zu öffnen, was er daun auch getan hat. In der folgenden Nacht siegelte Hopf seinen Schreibtisch zu. Als ibn die Zeugin am anderen Morgen fragte, was das bedeuten solle wurde Hopf grob und behauptete, sie hätte ihn belogen. Der 'Schreibtisch ft' nie offen gewesen; sie habe ihn erbrochen,

^ werde sie deshalb der Staatsanwaltschaft wegen Einbruch anzeigen.

Die Zeuain hat darauf gesagt: „Schön, dann gehe ich gleich mst 7nd eige dich wegen Giftmordversuchs an." Den Rest des Tees hat die Zeugin an sich genommen, um -hn unter- incken zu lassen. Als sie das Zimmer bereits verlassen hatte, backte sie aber' „Du willst doch einmal sehen, was er dir noch eL zu sagen hat", und ist umgekehrt. Ihr M°nn stand vor seinem Giftschrank und sagte auf ihre Frage, was er da suche,

er werde Gift nehmen, wenn sie ihn der Staatsanwaltschaft " ausliefern wolle."

Die Zeuain brachte den Tee einem Chemiker. Ihrem Arzt Di- Rosenbaum hat sie den Verdacht, daß rhr Mann ste vergiften wolle, gleich mitgeteilt; der Arzt glaubte ihr aber nicht und beruhigte sie. In dem Tee wurde kern Gift gefun­den. MS zum 6. August ging dann alles gut. An diesem

Tage mutzte sie sich wieder zu Bett legen. Ihr Mann behaup­tete stets, sie habe kein Fieber, sie fand aber später einen Notizblock, auf dem Hopf Aufzeichnungen gemacht hatte.

Auf dem Block sah sie, daß sie bis zu 40,5 Grad Fieber Halle.

— Vorsitzender szu dem Angeklagten): Was haben «re

der Frau eingegeben? — Angeklagter: ThPh u s -

bazillen. (Große Bewegung.) — Vorsitzender: Sie haben also Ihre Frau beobachtet und das Fieber gemessen? Angeklagter: Jawohl. —• Vorsitzender (zur

Zeugin): War der Angeklagte liebenswürdig zu Ihnen.

— Zeugin :' Jawohl, sehr liebenswürdig sogar. Vor­sitzender : Auf dem Notizblock ist die folgende Aufzeich­nung zu finden: „W. b. t. a.". Das soll doch.wohl heißen: „Wally bacteri typhi abdominalis", zu deutsch: Unt er­be ibstyphusbazillen, die Sie der Frau am 31. Juli cingegeben haben? — Angeklagter : Jawohl, das stimmt.

— Vorsitzender: Bis zum 6. August hat Ihre Frau auf die Baz-llen nicht reagiert, und Sie warteten bis dahin? — Angeklagter: Jawohl. — Vorsitzender: Ende Juli schrieben sie an ein Wiener bakteriologisches Institut: „Sen­den Sie mir noch zwei ganz frischeKulturen Typhusbakterien. Die letzte Sendung zeigte nur ganz geringe Virulenz." Der Angeklagte schweigt. — Die Zeugin erzählt weiter, daß sie verschiedenemal das Erbrochene auf Gift untersuchen ließ, ohne daß etwas darin gefunden worden ist. Trotzdem wurde sie unruhig und wollte in ein Kranken­haus. Hopf hat sich aber dagegen gewehrt und gesagt, wenn ihr seine Gegenwart Unruhe bereite, wollte er lieber ver­reisen. — Vorsitzender: Auf dem Notizblock steht unter dem 11. August die Aufzeichnung „Krankenhaus". Haben Sie an diesem Tage vielleicht den Wunsch geäußert, in das Krankenhaus zu kommen? — Zeugin: Nein, dW? muß später gewesen sein. — Ein Beisitzer bringt ein Schreiben des Angeklagten an das Wiener Institut zur Verlesung, in dem sich Hopf beschwert, daß die Kulturen virulent gewesen seien. Er verlangt ganz ftische Kulturen. — Vors, (zur Zeugin): Sie sind doch vor der Aufnahme in die Lebensver­sicherung untersucht worden? — Zeugin: . Sehr genau. Mein Mann fragte den Arzt nach der Untersuchung: „Nun, ist meine Frau gesund?" Der Arzt antwortete: „Bravo! Ich gratuliere Ihnen zu dieser gesunden Frau!" Nachdem die Zeugin wieder gesund geworden war, bat sie den Angeklagten, ihre Lebensversicherung aufzuheben, die sie äußerst beun­ruhige. Hops hat ihr den Gedanken auszureden versuchst Als die Zeugin auf die bedenkliche Höhe der Prämie und auf das geringe Einkommen ihres Mannes hinwies, zeigte ihr Mann ihr seine Bücher, aus denen hervorging, daß er auf der Pfälzischen Bank 30 000 M. stehen hatte; außerdem hatte er nach den Büchern eine Forderung an seinen Bruder in Höhe von 20 000 M. und eine solche von einigen hundert Mark an seine Cousinen, sowie eine Hypothek von 17 000 M. — Vor­sitzender: Angeklagter, die Hypothek hatten Sie doch da­mals schon an ihre Cousinen abgetreten? — Angeklag­ter: Jawohl. — Die Zeugin erzählt weiter einige Vor­gänge, die ihren Verdacht gegen ihren Mann verstärkten. Als sie einmal verdächtige Milch, die ihr Mann selbst aus der Küche brachte, zu Dr. Roftnbaum brachte, sagte der, sie möge ihm doch endlich mit ihrer fixen Idee vom Leibe bleiben. In der Tat verlief die chemische Untersuchung der Milch resultat­los. — Vorsitzender (zum Angeklagten): Im Dezember forderten Sie von dem Wiener Institut frische Cholera­bazillenkulturen. Sie schrieben:

Die Bazillen haben nicht einmal auf Menschen reagiert.

Sie schrieben, sie brauchten Obalera asiatica; auf dem Kriegsschauplatz auf dem Balkan müsse es doch jetzt so etwas geben. — Angeklagter: Jawohl, ich habe das geschrie­en. — Ein Sachverständiger: Haben Sie Ihrer

Frau die Bazillen Lüolera asiatica gegeben? —Angeklag­ter: Jawohl. — Vorsitzender: Haben Sie ihr einmal oder mehreremal Typhus- und Cholerabazillen gegeben? — Angeklagter: Ich habedas mehreremal getan. (Große Bewegung.) — Die Zeugin erzählt dann den be­kannten Vorgang mit dem p a r f ü m i er t e n S e k st — Der Vorsitzende fragte den Angeklagten: Was hatten Sie in den Sekt getan? — Angeklagter: Arsen. (Große Bewegung). — Z e u g i n: Als ich ihn fragte, was er in dem Fläschchen habe, das ich seiner Westentasche entnahm und das auf dem Stöpsel den Buchstaben.,,^." trug, stellte er sich zu­nächst geistesabwesend, schließlich sagte er: Bromkali. Schließ­lich erzählt die Zeugin noch, daß sie mit Hilfe des Arztes Dr. Krämer dann in das Krankenhaus kam. Hopf habe ste dort zweimal besucht und ihr Geschenke mitgebracht. Er meinte: , .

„Das, du aber auch immer krank vrst, wo ich mir doch so viele Mühe mrt dir gebe!"

Die Zeugin hat heute noch Beschtverden. Als sie aus dem Krankenhaus kam, war Hopf m Haft.

Vorsitzender (zum Angeklagten): Sie haben also Ihre Frau nur geheiratet, um sie umzubringen? — Ange­klagter : Ich habe sie nicht deswegen geheiratet. — Vor­sitzender : Sie haben sie aber umbriugen wollen?

— Angeklagter:

Das kann rch nicht bestreiten.

— Vorsitzender: Geben Sie zu, daß Sie am Bett Ihrer

Frau gesessen und das Fieber gemessen und geweint und ihr trotzdem Gift, Bakterien und Bazillen beigebracht haben? — Angeklagter: Jawohl, war damals sehr niederge­

schlagen. — Vorsitzen der (zur Zeugin): Wußten Sie, daß der Angeklagte wissenschaftliche Versuche mit Bakterien an­stellte? — Zeuain: Er gab mir einmal ein Mikroskop und fragte', ob ich mich für M'lzbrand interessiere. Ich sah durch das Instrument und sah auf der Glasscheibe kleine rote Pünktchen. — Vorsitz e n d e r : Was sagte Ihr Mann, al» Sie ihm am 10. Juli 1912 vorhielten, daß er zweimal ver­heiratet gewesen sei? — «? ugin : Er sagte, seine zweite Frau sei schlecht gewesener sei dahinter gekommen, daß sie >'bn mit eineru anderen Mann hintergangen habe. Darauf habe er sie freigegeben, daß ste den Vater ihres Kindes heiraten könne. Das habe sie auch getan. (Bewegung.)

Der Angeklagte erklärt: Das stimmt nicht, das habe ich nicht gesagt. _ (Schluß folgt.)

Bus Näösrn und Kurorten.

ht. Bad Homburg v, d. H., 7. Januar. Nach Mitteilungen des Stadtverordnetenvorsiehers Dr. Rüdiger in der gestrigen Stadtverordsietensitzunfl war dre Kur- und Badezeit des letzten Jahres eine ganz ausgezeichnete; sie überstieg dre Er­wartungen erheblich und brachte der Kurverwaltung sehr gute Einnahmen, und zwar mehr, als der Haushaltsplan Vorsatz. D-r gute Erfolg ist i>' erster Linie auf den längereri Ausenc- tzalt des Ksserpaares im Homburger ^schlösse zurückzumhren. Ein- weitere Steigerung des Verkehrs für 1014 und dre weitere Zukunft erhofft man von der Fertigstellung der i Mineralwasser-Sammelbecken.

Ku§ unserem Leserkreise.

(Nicht verwendete Einsendungen können weder zurückgelandt, noch aufbewahrt werdenp * npitpit Trick zur Verkehrsver­

schlechterung har die Süddeutsche Eisen^chn- Gesellschaft e.funden. Seit dem 13. Januar läßt sie namstch all ihre Fahr" gäste der gelben Linie, die hinter dem Kriegerdenkmal loohnen und zufälliger- oder gezwungenerweift rm Zwesten Wagen sitzen, an der Haltestelle Kriegerdenkmal be- fehlen, umzu st eigen und gefälligst tm ersten WagenPlatzzu nehmen. Sie nimmt dann den zweiten Wagen bis knapp vor die Nerobergstratze mrt laßt zur Unter­haltung der Fahrgäste wieder halten koppelt den Wagen aus offener Strecke ab, fährt dann etwa 20 Schritte dmk an

der Nevobergst.atze und läßt hier dre an der HaltAelle vorher umgestiegenen Fahrgäste aussteigen. Der verlassene Wagen bleibt dann stehen bis der nächste Zug von Beaustte kommt. Dieser hält zunächst an der Haltestelle Nerobergstraße dann 20 Schritte werter unten, wartet hier, bis der emiame Wagen nachgesahren und mühsam angekoppelt ist und dann gern die luftige Fahrt weiter. Und. das alles, weil es die süddeutsche sparsamer findet, die zweiten Wagen nicht mrt nach BE- site zu nehmen. Man ftmn so gutmutig sein und diese Spar­samkeit in gewissem Umfange anerkennen man wird aber nie­mals zu dem Schlüsse kommen können, daß es der Wurde und Aufgabe einer Verkehrsgesellschaft entspricht, wegen enter solch kleinen Ersparnis den gesamten Verkehr etner der besuch­testen Gegenden der Stadt derart zu erschweren und,zvi ve^ langsamen, wie dies in dem Vorliegenden. Falle tatsächlich geschieht. Jede Verkehrsgesellschast. sucht ihren Fahrgasten alle etwa möglichen Belästigungen, insbesondere . durch 11m- fteigen. weitgehendst zu ersparen, es

füllungen einzelner Wagen entstehen zu lassen. dts Aufenthatte werden nach Möglichkeit abgekürzt, man sucht den Gast so schnell als möglich und unbelasttgt zu seinem Ziel zu fuhren. Hier geschieht'das Gegentell. Schulkindern macht das Um­steigen vielleicht Svaß. erwachsenen älteren und lehr häufig nicht frei bewegungsfähigen Personen zuzumnten aus gerader förrprft' JüCtl b ! t0 Ä CVtcf) sH6u1 Cydlt Iptfrctt tDtll,

ist eine Zumutung, bei der man sich wirklich fragen muß cB bet der Süddeutschen" eine besondere Dtrektron für Verkehrsver- schlechterung besteht. Daß zu der ganz unnottgen Schererei des Umsteigens in den verkehrsreichen Zeiten auch noch eme Überfüllung der vorderen Wagen und em erheblicher Zestver- liftt durch Verlängerung der Fahrzeit tritt scheint der leiten­den Stelle ganz gleichgültig zu fern. Auch die Anlage eines Ranoierbahnhoses tat stillen Nerotal geniert sie. nicht das Publikum in Wiesbaden ist ja gewöhnt alles hinzunehmen. In dem jetzt vorliegenden ganz unerhörten Falle, wird das letztere allerdinKs wohl kaum zutreffen und die Drrektwn wird gut daran tun. die Verfügung bezualtck des Umstmgens so schnell wie möglich aufzuheben. Ihre Schaffner werden ihr Auskunft geben können über.tue Entrüstung die bei allen Fahr­gästen und bei den zahlreichen Abonnenten Platz gegr ssen hat Der Magistrat sei hierdurch auf das gau^ unzulasiige Vorgehen der Direktion hingewiesen, denn es wird kaum rm allgemeinen städtischen und tat Kurmtereye liegen, wenn den Wiesbadener Kurgästen, die ins 9 !erota,l fahren wollen, solche Ertoabaaanzen bereitet werden. Der Ruf der Baderstadt wird ans derartigen Verkeh^smatznahmen keinen Nutzen. !vM aber erheblichen Schaden ziehen. Wir boiftn. .daß etn Einschreiten des Magistrats und der zuständigen.BeziEvereine mcht not­wendig ist. möchten aber die Direktion, da ste das nicht zu wissen scheint, doch darauf aufmerksam m<Een. daß ste mst ihrer Bestimmung nicht nur die ans der Stadt ms Nerotal und nach Beansite fahrenden Spaziergänger, sondern auch die zahlreichen Bewohner der Ne^otal-. Lanz-, Neroberg- Wein­berg- Wilbelmmen- und Kavellenstraße trirft. dio an sich schon weit vom Zentrum entfernt wohnend, iede Verkehrserschwerutm und Verlangsamung entschieden bekämpfen müssen. Der ntzi bestehende Verkehr bietet Gelegenheit zum Warten genug. Wir müssen also dringend bitten, uns mit werteren zu. verschonen In Vertretung aller Verkehrsaäste sei. die Direktion hiermit ersucht, die Verssiaung baldgefälligst wieder aufziibeben.

— Frauen st ein. 8. Januar. Der Ankauf d or hiesigen Winzerhalle durch dre Gemeinde be­schäftigt fortdauernd die Gemüter m hohem Grade. Der Be­schluß ist mit 7 «egen 6 Stimmen gefaßt. Die sieben sind der Vorsitzende, 2 Vorstands- und 1 Aurstchtsrvtsmitglted. die übrigen drei Mitglieder des Winzervereins. Nach § 72 der Landgemeistdearldnung hat Vorstand und Auftichtsrat nicht zu stimmen. Mit 15 000 M. ist die Halle «ebrauchsunfähig, weil Rohbau: zur Gebrauchssähigkeit sind mindestens noch 5000 M. nötig. Die Angaben über die Verwendung sind nur Mittel zum Zweck, da die Absicht besteht, die Halle vor.wie nach für den Winzerverein zu benutzen: die Gemeinde könnte die Zinsen zahlen. Der Anstoß an dem Beschluß ist durchaus keine sonderbare Erscheinung, die Behörde wird vorgeschoben, kommt aber nicht in Betracht, sie weiß von nichts, auch handelt es sich nicht nur um die 6 Stimmen der Vertretung, sondern um die größte Mehrheit der ganzen Bürgerschaft, darunter sogar Mitglieder des Winzervereins selbst, Liebhaber wr me Halle waren vor etlichen Jahren da und sind auch wohl weiter vom Händen aber nur zum Buchwert von 9000 M. Man spricht von Vorteilen, kann aber keine Nachweisen. Durch den Schm- neubau kann ein Turnsaal, wenn notig, mit geringen. Kosten zweckentsprechend beschafft werdrni. Das Dndget betragt rund 45 000 M. und wurde durch die Schule und dtewn Kauf auf die doppelte Höhe kommen, bei letzt 160 Proz. Einkommen- und 250 Vmig. Kommunalsteiler (Steuersoll 12000 M.). Für die Obstvenvätimg sind am Orte Händlw: genug Di- Jugend- vfleae fand gerade bei den Sieben und ihren Freunden die Geanerschaft. Da der Winzerverein für dre Ber- ztaftma aufkommen will, behält er beffer seine. Halle und bleiLt selbst Verpächter. Hier kann keine Rede fern von Kurzstch- HarEe.it und Nörgeleien, aber von Umsicht, die Gemeinde vor Sckaden zu bewahren. Wie durch diese Henren dm. Ort ge­hoben wird, beweist die jetzige Lage des Winzervererns.

VriefKasten.

(Die SchrlstleitMl« de» Wiesbadener TaablattS beantwortet nnr sSrifttiche Anträgen im Brieftasten, und zwar ohne ReäitSverbindliLlett. Betprechunzcn lönne» nickt aewäbrt werden.»

F. N. 100. Die Zeugfeldwebel ergänzen sich aus Unter­offizieren der Feld- und Fußartillerie oder aus anderen Waffengaitungen, sofern letztere die nötige Kenntnis :>e§ Artilleriegeräts besitzen. Zur Erlangung dieser Kenntmift können sie zu einem Übungskursus zur Artillerie kommandiert werden. Die Zeugseldwebel-Anwärter müssen unter 26 Jahre alt. unverheiratet und selddienitfähig. sein. Sie . muffen min­destens fünf Jahre gedient haben (Etniahrig-FreUvilligen wird ihr erstes Jahr für drei gerechnet) und das Gerat ihrer Waffe kermeti. bei der Artillerie sowohl das der Feld- wie der Fuß- artillerie Oberfeuerwerker und Feuerwerker ergänzen mj™* Unteroffizieren des Heeres, welche die Oberfeuerwerke^chu.e besucht und die Prüfung zum Oberfeuerwerker bestanden. ^ben. Die Zeugfeldwebel, welche zur Offiziersprufuug

werden, müssen die ZEmeisterprufuug bestanden ^ben^der

das Zeugnis zum Bwuch des oberen Lehrgangs der L verieuor- werkerschule oder den Berechtigungsschein zum emj^rra-f^- willigen Militärdienst besitzen. Sie müssen mich m moralischer Hinsicht den an einen Offizier zu stellenden Ar^ m ®e= ritapn Oberfeuerwerker, welche die Ossizw^?)s(S«bu. rrn- streberi müssen den oberen Lehrgang der Oberfti mit Erfolg besucht, gute dtenstliche Kenntnisse Leistungen, soldatische Formen, gute Führung und gute allgemeine Bil­dung haben. Oberfeuerwerker, Feuerwerker und Zeugfeldwebel haben Anspruch ans Zivilversorgung wie dre Unteroffiziere des

Frtc^nsstandes. farm bon jedem Beitvags-

pflickiiaen die Abgabe einer Vermögenserklarung verlangen piiicmigen GE'alvavdon gilt auch für die der Gemeinde

entzogenen direkten Gemeindesteuern. . - - .

5 © Darüber müssen Sie sich bet dem Grundbuchamt (Amtsoericht) informieren. Die sofornge Zwangsvollstreckung kann nur auf Grund eines Eintrags im Grundbuch erfolgen. F. 51. Auch in diesem Falle tritt der Generalpardon ein.