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Seite 2. Abend-Ausgabe, 1. Blatt.
minister, daß die sächsische Regierung die Frist für die Erklärung zum Wehrbeitrag nicht verlängern könne; sie habe jedoch die Behörden angewiesen, möglichst weitgehendes Entgegenkommen zu zeigen.
* Ein bayerischer Prinz als Kassenarzt. Wie aus München berichtet wird, hat Prinz Ludwig Ferdinand von Bayern sich in die Liste der Ärzte aufnehmen lassen, die sich den Mitgliedern der Krankenkassen für die freie Arztwahl zur Verfügung stellen.
* Zum Stapellauf des dritten Schulschiffes. Bei dem
aus Anlah des Stapellaufs des dritten Schulschiffs (wie bereits im gestrigen Abendblatt berichtet) stattgefundenen Festmahl an Bord des Lloyd- dampfers „George Washington" gedachte der Grotz- Herzog von Oldenburg in markigen Worten des Kaisers als Schirmherrn des deutschen Seewesens. Namens des Norddeutschen Lloyd begrüßte Präsident Achelis die Gäste. Er ge- sachte der hohen Bedeutung des „Deutschen Schulschiffver- rins" für die Schiffahrt. Redner schloß mit dem Wunsch, daß der „Deutsche Schulschiffverein" auch fernerhin in seinen Leistungen sich erweitern und allezeit einen glücklichen Kurs steuern möge. Der Großherzog von Oldenburg feierte den Norddeutschen Lloyd. Direktor Heineken gedachte der Vertreter der deutschen Bundesstaaten. — Auf die Meldung von Sem Stapellauf des neuen Schulschiffes „Großherzog Friedrich August" ging von dem Kaiser an den Grotzherzog von Oldenburg folgendes Telegramm ein: „über den glatten
stapellauf des neuen Schulschiffes und seine Benennung nach »em verdienstvollen erlauchten Protektor des „Deutschen Schulschiffvereins" sehr erfreut, sende ich Dir und dem Berlin zu dem schönen Erfolg meinen wärmsten Glückwunsch. Möge es dem Schiff beschieden sein, die ihm anvertraute deutsche Jugend zu wackeren und verläßlichen Seeleuten heran- vachsen zu sehen, stets bereit, ihre Pflicht im Kampf mit den vidrigen Elementen und den feindlichen Mächten bis zum äußersten zu tun und ihre Treue, wenn es sein muß, mit dem Löd zu besiegeln. Wilhelm."
* Zur Veranstaltung einer Düppel-Gedenkfeier am 27. and 29. Juni d. I. (vergl. Meldung im heutigen Morgenstatt) richtet der Aktionsausschuß an alle Deutschen die Bitte, ;u den Unkosten dieses, der Ehre des Vaterlandes und einer Getreuen gewidmeten Werkes opferwillig beizusteuern and auch zur Ausstellung geeignete Gegenstände leihweise zu iberlassen. Geldbeträge sind unter der Bezeichnung: Konto Düpprlausstellung, an das Bankhaus Wilhelm Ahlmann, Kiel, Postscheckkonto Hamburg Nr. 68, erbeten.
* Nachforderungen für den Rhein-Wcser-Kanal. Dem preußischen Landtag wird demnächst eine Vorlage zugehcn, die die Bereitstellung neuer Mittel in Höhe von 18 Millionen Mark für den Rhein-Weser-Kanal fordert. Diese Nachforderung ist notwendig geworden, weil die Grunderwerbskosten sich nicht unerheblich höher stellen, als ursprünglich angenommen wurde.
* Die Arbeitslosigkeit in München. In mehreren Versammlungen von Arbeitslosen stellten gestern sozialdemokratische Referenten fest, daß zurzeit in München etwa 10 000 Arbeitslose gezählt würden. Indirekt litten etwa 40 000 Menschen unter der Arbeitslosigkeit.
* Griechische Torpedoboote in Kiel. Von Stettin kommend, sind im Kieler Hafen sechs auf der Vukkan- werft erbaute griechische Torpedoboote eingetroffen. Sie bleiben zwei Tage in Kiel und treten dann die Auslandsreise durch den Kaiser-Wilhelm-Kanal nach Griechenland an.
parlamentarische«.
Aus der Budgetkommission des Reichstags. Bei Fortsetzung der Beratung des Haushalts des Reichsamt des Innern wurden vom Haushaltsausschuß bei Kapitel 3 (einmalige Ausgaben) u. a. genehmigt, gemäß den Anforderungen 40 000 M. zur Beteiligung des Reichs an der Internationalen Bibliographie der Naturwissenschaften, 150 000 M. zur Förderung der Bekämpfung des Typhus, 100 000 M. Beitrag an der internationalen Erforschung der nordischen Meere im Jnter- cfle der Seefischerei (14. Rate), 60 000 M. zu den Unterhaltungskosten einer Anstalt für die Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit wie im Vorjahr, ferner 150 000 M. zur Erforschung und Bekämpfung der Tuberkulose. In der weiteren Sitzung teilte ein Regierungsvertreter mit, daß ein Gesetzentwurf über das Luftfahrrecht in Vorbereitung sei. Zu der Forderung für den Neubau des zu errichtenden Neichsarchivs erklärte Ministerialdirektor Lewald, daß ein besonderer Flügel des zu errichtenden preußischen Archivs für das Reich Verwendung finden soll. Auf eine spätere Erweiterung des dem Reiche überwiesenen Flügels soll Rücksicht genommen werden. Ein Zentrumsantrag will die Einstellung von 18 000 M. als erste Rate für ein eigenes Reichsarchiv. Der Staatssekretär warnt vor übereilten Vorschlägen, die später unbequem werden könnten. Er will dafür sorgen, daß die selbständige Verwaltung des Reichs jederzeit eingerichtet werden simn. Er schlägt die Vertagung der Ilbstimmung vor, bis mit Preußen verhandelt sei. Die Beschlußfassung wird
Feuilleton.
Aus Kunst und Leben.
* Sarah Bernhardt wird das Ehrenkreuz erhalten, nach dem durch lange Jahre hindurch ihr Busen sehnsuchtsvoll und vergeblich schlug. Sie wurde ausschließlich zum Zwecke, als Lehrerin und nicht ais Schauspielerin dekoriert zu werden, mit einer llnterrichtsklasse im Konservatorium betraut; aber der Großkanzler der Ehrenlegion, General Florentin, wollte gewisse Antezedenzien der großen Tragödin nicht vergessen und lehnte ab, so daß sie wieder auf die zeitraubenden Fahrten ins Conservatoire verzichtete. Wer hat endlich den General Florentin überredet, daß jugendliche Übergriffe Sarahs, weil gar so weit zurückliegend, jetzt doch endlich vergessen werden könnten? Wie es heißt, Raymond Poincarö persönlich. Der Präsident der Republik wohnte letzthin einer Aufführung der „Jeanne Dorö" ^0 der die Künstlerin eine so noble Mutterrolle spielt (seit Jahren ihr erster Pariser Kassenerfolg, den sie Tristan Bernard verdankt!), daß jedermann der Exkamcbrendame das rote Band von Herzen gönnt. — Noch zwei andere Theaterleute erhielten das Neujahrsehrenkreuz, Albert Brasseur, der Komiker der Varietes, und Direktor Deval vom Ath«nKe, aber beide vorsichtig in ihrer Eigenschaft als Sanitätsoffiziere. ... C. L a h m-
Wiesba dener Tagblalt.
ausgesetzt. Zahlreiche Wünsche beriefen sich ans die Mehr- sorderungen des Statistischen Amtes für die Bearbeitung der landwirtschaftlichen und forstwirtschaftlichen Aufnahme. Auch wird eine Statistik über die Verschuldung der Landwirtschaft gefordert. Die Neuregelung der internationalen Bibliothek für Sozialwissenschaften findet im allgemeinen die Billigung der Kommission, es wird aber ein geringerer Preis für die Veröffentlichungen als notwendig erachtet. Der Beitrag zu den Kosten der Beteiligung der deutschen Industrie an der baltischen Ausstellung in Malmö (1014) wird bewilligt, die außeretatsmäßige Bewilligung von 40 000 M. aber beanstandet. Die Budgetkommission vertagte sich auf, Donnerstag. Sie wird sich mit den Etats des Reichsjustizamts und des Kolonialamts beschäftigen.
Die Kommission zur Beratung eines Spionagegesetzes trat gestern vormittag zu einer kurzen Beratung zusammen. Sie sprach sich für Beschaffung weiteren Materials ans und beschloß, ihre Beratungen nach Möglichkeit vertraulich abzuhalten.
Zur beabsichtigten Änderung der Zusammensetzung der bayerischen Reichsratskammer. Bei der gestrigen Beratung des Etats des Ministeriums des Äußern im Finanzausschuß der Reichsratskammer erwiderte Graf Hertling auf eine diesbezügliche Erklärung des Grafen Crailsheim, als die Frage einer Änderung der Zusammensetzung der Reichsratskammer neuerdings erörtert worden sei, habe die Staatsregierung geglaubt, die Sache gewissermaßen selbst in die Hand nehmen zu müssen, um dadurch einer unnötigen Verschärfung der Frage vorzubeugen. Die Absicht der Regierung sei dahin gegangen, unter Fühlungnahme mit der Reichsratskammer gewisse Änderungsvorschläge auszuarbeiten und diese dann, als Vorschläge der Staatsregierung dem Lande gu unterbreiten. Auch der Ministerrat habe sich mit dieser Sache befaßt.
Vertagung der hessischen Zweiten Kammer. Die Zweite Kammer, welche vorgestern und gestern in zwei Tagungen den Rest der Tagesordnung, Anträge und Anfragen, erledigte, vertagte sich auf unbestimmte Zeit und wird beim Wiederzusammentritt in die Etatsberatung eintreten. Gestern fand beim Großherzog parlamentarischer Abend statt, an dem fast sämtliche Mitglieder der Ersten und Zweiten Kammer teilnahmen. Der Aüg. Münch hielt einen Vortrag über die Verwendung der Glühlampe zum Telephonverkehr ans große Entfernungen.
Heer und Flotts.
Personal - Veränderungen, v, Alten, Gen.-Maj. und Abt.-Chef im Großen Generalstabe. in Genehmigung seines Abschiedsgesuches mit der gesetzlichen Pension zur Disposition gefteilt.
Ordensverleihungen. Den Königlichen Kwnenovden erster Klaffe erhielt Gen.-Leut. z, D. Li man v. Sanders, bisher Kommandeur der 22. Division.
Prinz Joachim von Preußen, der jüngste Sohn des Kaisers, wird Anfang Februar in das Husaren-Regiment Nr. 14 zu Kassel als Leutnant eintreten.
Htisfcsitö.
G?terreich-11ng am.
Neue Stürme im ungarischen Abgeordnetenhause.
B u d a p e st, 14. Januar. Dis heutige Sitzung des ungarischen Abgeordnetenhauses gestaltete sich noch stürmischer als die gestrige. Die Opposition — empört darüber, daß derJmmunitätsausschuß den Antrag stellen wird, den oppositionellen Abgeordneten Zlinßky sür 45 Tage und fünf andere Abgeordnete, darunter den Grafen Michael Karolyi und Julius v. Justh, für je 16 Tage auszuschließen — rief derartig w ü st e Lärmszenen hervor, daß der Präsident zahlreiche Abgeordnete zur Ordnung rufen mußte. Da die von der Sitzung ausgeschlossenen Abgeordneten die Aufforderung, den Saal zu verlassen, unbeachtet ließen, unterbrach der Präsident die Sitzung und gab'der Parlamentswache den Befehl, diese Abgeordneten eventuell mit Gewalt hinauszuführen. Als pie Wache diesem Befehl Nachkommen wollte, verließen die ausgeschlossenen Abgeordneten unter stürmischen „Eljen"-Rufen der oppositionellen Abgeordneten den Saal.
Andauernde Obstruktion der Tschechen. Wien, 14. Januar. Die gestern begonnene Sitzung des Budgetausschusses dauert fort. Infolge der Dauer- reden der tschechischen Agrarier und der Tschechisch- Radikalen ist heute nachmittag noch Sitzung und soll eventuell bis morgen vormittag bis Zum, Beginn der Sitzung des Abgeordnetenhauses fortgeführt werden.
Frankreich.
Venizelos in Paris. Paris 14. Januar. Ministerpräsident Doumergue gab zu Ehren des Ministerpräsidenten Venizelos ein Frühstück. Der
Kleine Chronik.
Theater und Literatur. Im Lesstngtheater in Berlin geht als nächste Novität Frank W 15 b e k rnds dramatisches Gedicht „S i m s o n" in Szene. Die Titelrolle spielt Fried- rich Kahßler, die Delila wird , von Tma Durieux dargestellt. Frank Wedekind ist in Berlin eingetrosfen, um die Proben zu leiten.
„Leila", eine türkische Familienszene des Jungtürken Jzzet-Melyh (in der deutschen Bühnenbearbeitung von Erich Oesterheld) ist vom „Deutschen Theater? rn Köln a. Rh., vom Residenz-Theater in Wiesbaden und ver;chiedenen anderen Bühnen erworben worden. Die deutsche Uraufführung findet in Kürze in Köln statt.
Wartha Krüger, die komische Alte des hiesigen Kurtheaters, ist vom nächsten Herbst ab aus drei Jahre an das Mainzer Stadttheater verpflichtet worden. Die hier so beliebte Künstlerin wird in Mainz nicht nur im Schauspiel, sondern auch in Oper und Operette auftreten.
Aus Petersburg kommt die Nachricht, Maxim Gorki, der bisher in der Verbannung auf Capri lebte, sei dorthin zurückgekehrt.
Bildende Kunst und Musik. „I u n g Deutschlan d", Leo Falls neue Operette, wird im Februar in Mantis Operettentheater in B e r l i n ihre Eristaufführung erleben.
In Karlsruhe- fand im grotzherzoglichen Schloß gestern nachmitiag vor einer großen Zahl geladener Gäste, unter denen sich Minister, Militärs, Hofwürdenträger, Gelehrte und Künstler befanden, eine Vorführung von E d i -
Nr. 24.
Präsident der Republik empfing ihn am Nachmittag.
Freisprechung eines angeblichen Spions. Nancy, | 15. Januar. Die Strafkammer in Luneville hat heute / gegen den der Spionage angeklagten ehemaligen Werk- rneister in den Ersenbahnwerkstätten von Luneville,
Karl Hermann, das Urteil gefällt. Hermann wurde freigesprochen, ebenso zwei Franzosen, die unter ' der Anklage standen, die wichtigen Pläne fahrlässig behandelt zu haben.
England.
Die Überreichung der Antwortnoten des Dreibundes in der Jnselfrage. k. L o n d o n, 14. Januar. Die Antwort des Dreibundes auf den britischen Vorschlag, betr. die ägäischen Inseln, ist heute abend im Auswärtigen Amt überreicht worden. Die Noten wurden zwar einzeln überreicht, doch sind sie dem Charakter nach ,, identisch. In Abwesenheit Sir Edward G r e y s / wurden sie von dem italienischen Botschafter Jmeriali, dem österreichisch-ungarischen Legationsrat Grafen zu Trauttmansdorff und dem zweitenSekretär der deutschen Botschaft Dr. v. Schubert dem Unterstaatssekretär Sir Artur Nicholson übergeben. Die Herren suchten das ^ Auswärtige, Amt nicht gemeinsam auf: sie erschienen
einzeln zu verschiedener Zeit. Dem Vernehmen nach enthält die kurzgefaßte Note wenig, was nicht schon seit einiger Zeit vorausgesagt wurde. Die Antwort nimmt ausdrücklich mehr oder weniger alle englischen Vorschläge, betr. die von Griechenland besetzten Inseln einschließlich der in Greys Note enthaltenen Vorbehalte für die Wahrung der Freiheiten der Minoritäten sowohl der Griechen wie der Muselmanen, an.
Was die von Italien besetzten Inseln angeht, so wird dies für eine besondere Frage angesehen, da wiederholt die italienische Regierung erklärte, daß sie der Türkei zurückgegeben werden sollten, sobald alle Verpflichtungen des Friedens von Lausanne erfüllt sein werden.
Tie Zeitungsannonce im Dienste der Rekrutenwerbung. London, 15. Januar. Das Kriegsamt hot sich entschlossen, zur Anwerbung von Rekruten für die reguläre Armee sich der Zeitungsannonce zu bedienen. Die heutigen Zeitungen enthalten sämtlich eine Anzeige, die eine ganze Seite einnimmt, in der zum Eintritt in das Heer aufgefordert wird.
Portugal.
Der Eisenbahnerstreik. Lissabon, 15. Januar. Die Sabotageakte an verschiedenen Punkten des Bahnnetzes der portugiesischen Elsenbahngesellschaft haben zu einem allgemeinen Ausstande auf allen Linien der Gesellschaft ... geführt, dem sich nur die Angestellten der Südweftbahn nicht angeschlossen haben. Eine Abordnung der Ausständigen, die der Direktion die Wünsche der Angestellten unterbreiten und Einigungsverhandlungen anknüpfcn wollte, wurde von _ der Direktion nicht empfairgen, wodurch der Konflikt eine weitere Verschärfung erfährt. Die für gestern abend allgesetzt gewesene Generalversammlung der Streikenden wurde von den ^ Behörden verboten. — Ein Zug mit Gendarmen, die einen Knotenpunkt der Nordostlinie bewachen sollten, ist nicht über Bracho de Prata hinausgelangt. Die Streikenden brachten auf der Westlinie zwischen Mafia und Malveira eine Lokomotive zum Entgleisen. Es sind besondere Maßnahmen ge- troffeil ivorden, damit die Postbefördernng möglichst wenig \ behindert wird.
Der Anlaß des Streiks. Paris, 15. Januar. Aus Lissabon wird gemeldet: Als Grund des Ausstandes der Eisenbahner wird angegeben, daß diese mit den neuen Bestimmungen über die P e n s i o n s k a s s e unzufrieden sind. Bon einzelnen unbedeutenden Sabotagesällen abgesehen, verlief der Streik bisher ruhig. Die Regierung hat die Bahnhöfe durch Truppen besetzen lassen. Der Postdienst wird teils mit Automobilen, teils zur See besorgt.
Unterbrechung der Bahnverbindung mit Spanien. Madrid, 14. Januar. Die Generaldirektion der Eisenbahn Madrid-Caceres-Portugal ist angewiesen worden, den Schnellzug nach Lissabon wegen des dort ausgebrochenen Streiks nicht abfahren zu lassen.
Italien.
Das verschwundene Testament Rampollas. Rom,
15. Januar. Während des gestrigen Nachmittags besuchten im Beisein der vatikanischen Vertreter der Prätor, der Untersuchungsrichter und mehrere Polizei- beamte die Bibliotheksräume Rampollas. Man fand jedoch nichts. Das Testament war und blieb verschwunden. Damit, schwindet auch jede Hoffnung, es noch aufzufinden. Übermorgen soll der Rest der Wohnung durchsucht werden.
sons sprechendem Bilderapparat (Kinetophon) statt, der die gleichzeitige treue bildliche und phonetische Wiedergabe des sich bewegenden Objektes bezweckt.
Anna Pawlowa wird im Mai mit einem eigenen Ensemble von vierzig Tänzerinnen und Tänzern in Deutschland und Österreich gastieren. „Uss orientales" und „Ein Abend bei Chopin" werden in Deutschland zum ersten Male gesehen.
Richard Strauß wird die französische Uraufführung seines Balletts „Joseph, eine Legend e", in Paris selbst dirigieren.
Die Einnahmen der Mailänder „Parsifal"- Premiere betrugen 45 000 Lire.
In der Weltausstellung von San Francisco, die übers Jahr — am 20. Januar 1915 — eröffnet wird, soll die musikalische Abteilung eine besonders reiche Ausgestaltung erfahren. Für die Ausstellung von Erzeugnissen der Jnstrumentenmacherkunst ist im Hauptgebäude ein Raum von 10 000 Quadratfuß vorgesehen, in dem alle Instrumente, von den einfachsten Musikgeräten der primitiven Völker bis hinauf zu den vollkommensten Erzeugnissen des Klavier- und Orgelbaues, vereinigt werden sollen. Wie eine französische Musikzeitschrift mitzuteilen weiß, hat eine Reihe am Instrumentenbau besonders interessierter europäischer Staaten die Teilnahme an dieser Musikausftellung beschlossen.
Wissenschaft und Technik. In Marburg wird vom 1. März ab an den Universitätskliniken eine Kranken« p s l e a e r i n n e n s ch u l e eingerichtet.
Donnerstag, 15. Januar 1914.
