Leite L. Abend-Ausgabe, 1 . Matt. Wiös!mdeAev Tsg^ZM»
Len. — Auf Anregung des Dekans der medizinischen Fakultät der Universität Berlin, Geh. Medizinalrat Professor Dt. Passow, fand inzwischen, wie Wolffs Telegraphen-Bureau meldet, am Montagabend im Reichsamt des Innern eine Besprechung über die in Breslau zwischen den Ärzten und den Krankenkassen hervorgetretenen Schwierigkeiten statt. An ten Besprechungen nahmen die Ministerialdirektoren Dt. Caspar und Neuhaus, mehrere Vertreter der zuständigen Zentralbehörden sowie Dr. Hartmann, Sanitätsrat Dt- Dippe und Geh. Rat D'r. Passow teil. Der Zweck der Besprechung war, die Streitpunkte genau festzustellen und zu erlvägon, wie für Breslau, ebenso wie es fast in allen anderen Orten gelungen ist, ein friedlicher Ausgleich zwischen den Ärzten und Krankenkassen zu erreichen ist. Mit Rücksicht aus die in Breslau vorläufig getroffenen Vereinbarungen, den Streit bis zum Mittwoch ruhen zu lassen, wurden Beschlüsse nicht gefaßt, vielmehr in Aussicht genommen, zunächst mit den Krankenkassen zu verhandeln.
* Verlängerung des Abkommens, betreffend die Matri- knlarbciträge. Wie die „Tägl. Rundschau" erfährt, haben Verhandlungen zwischen den verbündeten Regierungen über die weitere Erhebung der Matriknlarbeiträge dazu geführt, daß die Bundesstaaten sich sofort bereit erklärt haben, mit Rücksicht auf die Gesamtlage des Reichs die Matriknlarvei- träge in der bisherigen Höhe von 18 Pf. pro Kopf beizubehalten.
* Mukhtar-Pascha bleibt in Berlin? Wie jetzt verlautet, wird Mahmud Mukhtar-Pascha auf dem Berliner Botschafterposten verbleiben. Die Pforte habe ihre anfängliche Absicht, ihn zu versetzen, aufgegeben.
* Diäten für Reichsbeamtc. Der Reichskanzler hat eine Abänderung der Diätensätze für höhere und mittlere Beamten sowie für Unterbeamten der Reichsverwaltung bckanntgegeben und beit Ämtern zugehen lassen. Nach den vorgesehenen Bestimmungen werden die nichtetatsmäßigen Legationssekretäre den Assessoren beim Auswärtigen Amt in ihren Diätenbezügen gleichgestellt. Sie erhalten also vom Beginn des ersten Diü- taiionsjähres ab 3000 M., vom zweiten 3300 M.» vom dritten 8600 M. und vom vierten 3900 M. Weiter erhalten die technischen (wissenschaftlichen) Hilfsarbeiter bei den im Reichs- schahamt Nachgeordneten Behörden dieselben Diätenbezüge wie die Hilfsarbeiter bei den Behörden, die dem Reichsamt des Innern nachgcordnet find. Unter den mittleren Beamten erhalten diätarische Militärgerichtsschreibergehilfen, wenn sie die Prüfung als Militärgerichtsschreiber bestanden haben, als Zivilanwärter 1500, 1620, 1710, 1800 M. und als Militäranwärter 1620, 1710, 1800 M. Wenn bi- Schreibergehilfen die Prüfung nicht bestanden haben, werden ihnen als Zivilan- wärter Diäten von 1320, 1440, 1560, 1650 M., und als Militär-, anwärter 1500, 1575, 1650 M. gewährt. Den technischen Diätaren bei der Reichspost- und Telearaphenverwaltung werden von Beginn des ersten Diätariatsjahres ab 1600 M., van Beginn des zweiten 1800 M., des dritten 2000 M. und weiter 2100 M. bezw. 2200 M. gewährt. Für die Postboten und Postillione der reichseigenen Posthaltereicn sindTagessätze von 2,20 bis 3,50 M. (se nach den Teuerungsverhältnissen des Ortes) und zehnjährliche Altersznlagen von je 10 Pf. für den Tag festgesetzt.
* Zur Errichtung des neuen Landeswafferamtes. Im
neuen preußischen Haushalt 1914 sind zum erstenmal die Mittel für das neue Landeswasseramt eingestellt worden. Bekanntlich soll das neue Landeswasseramt mit dem Inkrafttreten des Wassergesetzes am 1. April 1914 eingerichtet werden. Das Landeswasseramt hat ebenso'wie das Oberverwaltin'-s- gericht die Stellung einer Zentralbehörde, Es sind vorlä. :g zwei Senate vorgesehen. An der Spitze des Landeswaiser- amtes steht ein Präsident. Die Gesamtkosten des Landeswasseramtes sind mit 121 610 M. in den Haushalt eingesetzt.
* Die zunehmende Arbeitslosigkeit. Die Zahl der arbeitslosen Mitglieder des deutschen Metallarbeiterverbandes hat dem „Vorwärts" zufolge im Dezember um 4- bis 5000 zugenommen.
Zur heutigen Reichstagseröffnnng. Der Reichstag, der am 19. Dezember in die Weihnachtsferien gegangen war, wird heute mittags um 2 Uhr seine Sitzungen wieder aufnehmen. Auf der Tagesordnung stehen Interpellationen über die Gewährung des aktiven und passiven Wahlrechts an grauen ; ,um Reichstag, über die Verhängung des Militär- boykoits, über Schutz gegen Boykott und Streikausschreitungen u. a.
Zabern im elsaß-lothringischen Landtag. Mit großer Spannung sieht man in Stratzburg der heutigen Verhandlung im Landtag entgegen, die die Interpellation über Zabern
Feuilleton.
An« Zmill und Leben.
* 20 Millionen Mark für ein Billett dritter Klasse — das
st der Fahrpreis, den ein englischer Gelehrter Professor H. H. Turner für eine Reise nach der Sonne ausgerechnet hat. Selbst wenn man einen Schnellzug benutzt, der 90 Kilometer in der Stunde zurücklegt, würde man zu dieser Fahrt 173 Fahre brauchen. Das Licht allerdings legt die Entfernung in 8 Minuten zurück.
Uirffrre Chronik.
Theater und Literatur. Nach langen Zeiten des Niedergangs hat sich im F r a n k f u r t e r Schauspielhcmse eine Wendung zum Besseren vollzogen, die sich in erster Linie in trefflichen künstlerischen Leistungen und erheblich stärkerem Besuche als sonst offenbart. Dementsprechend weisen auch die Kassenrapporte höhere Ziffern auf. Die Monate November und Dezember brachten eine Mehreinnahme von 80 000 As. gegen die gleichen Monate des Vorjahres.
Hänns v. G u m p p e n b e r g hat eine abendfüllende Komödie „Der Pinsel Dings" vollendet, die im alten China spielt und sich teilweise an eine scherzhafte Romanze Adolf Wissens aus dem Jahre 1840 anlehnt.
Die Stadt Münster i. W. will ein neues Stadtthea t e r erbauen. Zur Erlangung von Bauplänen werden vier der hervorragendsten und bewährtesten Theaterbau- meister aufgefordert,- einen Skizzenentwurf gegen eine Vergütung von*2500 M. einzureichen. Die Kosten des Neubaues sind auf 900 000 M. veranschlagt.
In Monte Carlo wurde in diesen Tagen vor einem internationalen Publikum zum erstenmal die neue französische Übersetzung von Schillers „Wilhelm Teil" aufgeführt, die M. Bedel, der auch den Goethefchen „Faust"
bringen wird. Allgemein erwartet man sehr viel von der Verhandlung. Zunächst wird, der heutige Tag entscheidend für die Regierung sein. Die Nachrichten über eine Kabinettskrise und einen bevorstehenden Statthaltcrwechscl wollen nicht verstummen.
po?t und Gisendahn.
— Eine Psstkonfcrenz. Der Staatssekretär des Reichs- Postamts beabsichtigt, am 17. Januar verschiedene Fragen aus dem Gebiete des Post- und Telegraphenwesens mit Vertretern des Handels, der Industrie, der Landwirtschaft und des Handwerks zu besprechen. Er hat zu diesem Zweck verschiedene ihm von dem Deutschen Handelstag, dem Deutschen Landwirtschaftsrat sowie dem Deutschen Handwerks- und Gewerbekammertag namhaft gemachte Vertreter vor Interessentenkreise eingeladen. Gegenstand der Besprechung werden sein: 1. Post kr editb riefe; 2. Wünsche des Handelstags für den Postkongreß in 2R a b 11 b; 3. Mitteilungen aus dem Gebiet der Funkentelegraphie; 4. Mitteilungen aus dem Gebiet der K a b e l t e l e gr aph i e.
KuZlÄNö.
Österreich-Ungarn.
Die parlamentarische Verständigung über die Personalsteuernovelle., Wien, 12. Januar. Heute nachmittag trat die gemeinsame Konferenz beider Häuser in der Angelegenheit der Personalsteuernovelle zusammen. Der Berichterstatter des Herrenhauses Graf Goetz erklärte, die Mitglieder des Herrenhauses seien bereit, in allen Differenzpunkten den Beschlüssen des Abgeordnetenhauses zuzuftun- men, außer in der Frage der Steuerskala. In dieser Beziehung stellte namens der Mitglieder des Herrenhauses Graf Nostiz den Antrag, das Existenzminimum von 1200 auf 1400 Kronen zu erhöhen und den hierdurch eintretenden Sieuer- ausfall durch die Erhöhung der Steuerskala von Einkommen über 10 000 Kronen, und zwar durch einen weiteren drei- prozentigen Zuschlag zu der bereits von beiden Häusern beschlossenen Erhöhung zu decken, dagegen bezüglich der niedrigeren Einkommenstufen es bei der bisher vom Herrenhaus beschlossenen Erhöhung bewenden zu lassen. Die Sitzung wurde zwecks interner Beratungen der Mitglieder beider Häuser wiederholt unterbrochen.
Niederlande.
Eine Akademie für internationales Recht. Haag, 12. Januar. Die im Friedenspalast abgehaltenen Besprechungen baben zur Gründung einer Akademie für internationales Recht geführt.
Der Schifferstreik beendet. Hmuiden, 12. Januar. Eine Versammlung der Reeder hat i.e Forderungen der Ausständigen wegen des Steqgeldes und der Fischverteilung an die Mannschaft bei der Ankunft der Schiffe, im Hafen genehmigt. Der Streik kann somit als beendigt angesehen werden.
Frankreich.
Zur Kammereröffnung. CL- Paris, 13. Januar. Die letzte Session dieser Kammer beginnt heute, Dienstag, den 43. Januar, unter den allerungünstigsten Umständen. Die W'k u toasten werden am 26. April oder spätestens am 10. Mai stattfinden, und da die Deputierten nach altem Brauch zwei volle Monate für ihre Kampagne beanspruchen, werden nur 214. Monate zur Verfügung stehen, um das Budget für 1814 zu votieren. Es ist das erste Mal seit dem Kriege, daß das Parlament bei Anfang der Neujahrssession noch nicht einmal die Debatte über den Staatshaushalt begonnen hat. Und seit dem Kriege gab es noch, keinen schwierigeren „Etat". Das jetzige Ministerium hat den Budgetentwurf Barthou- Dumont völlig umgeworfen, und erst heute im Ministerrat werden die Vorschläge Ca illau j-’ bekanntgegeben. Damit die Gegner nicht mit einem fertigen Kriegsplan kommen konnten, hielt die Regierung ihre Ansichten geheim; sie zeigt auch keine Eile Und es wird gemunkelt, daß sie ganz gern die Debatte Hinausschleppen und der neuen Kammer die Deckung des Riesendefizits überlassen würde. Caillaux bleibt bei seiner Kapitalbesteuerung, wie er englischen Interviewern sagte; aber ein solches Novum in der Republik wird mit derartigen Widerständen, besonders im Senat, zu kämpfen haben, daß die Anwendung für 1914 fast ausgeschlossen erscheint. Als Alterspräsident wird der 81jährige Baron M a ck a u morgen der republikanischen Kammer die Leviten lesen, dann wird Paul D e s ch a n e l wieder ohne Gegenkandidaten zum Präsidenten gewählt werden. Mehr als je dürfte dieser ideale Vorsitzende all seiner geölten Energie bedürfen; die Briandisten und ihre ganze reaktionäre Gefolg-
übersetzte, mit Eifer aus dem Deutschen übertragen hatte. Die Inszenierung und Aufführung leitete Antoine, als Dar steiler wirkten die Kräfte des Pariser Odeons, und der Versuch endete mit einem starken Erfolge. Nach dem großen Erfolge, den diese „Tell"-Anffuhrung in Monte Carlo errungen hat, wird das Schillersche Drama in der gleichen Besetzung und unter der Regie Antoines binnen kurzem im Pariser Odßen zur Aufführung kommen.
„Der Flüchtling", das letzte in London mit großem Erfolg gespielte Drama John G a l s w o r th y s, ist auch bereits von mehreren größeren deutschen Bühnen im Manuskripr erworben Worden, u. a. vom Deutschen Volkstheater, Wien. Die Uraufführung findet am Stadttheater Stettin bereits am 18. Januar statt.
Bildende Kunst und Musik. Lilli L e h ut a n n wird in der Komischen Oper zu Paris den Fidelio und bei einer Neueinstudierung der „Hochzeit des Figaro" die Gräfin singen.
Unter Hans P f i tz n e r s szenischer und musikalischer Leitung kam nun auch iu Stratzburg her „Parsifal" zu ausdrucksvoller Darstellung.
In Köln erfolgte am Sonntag die vom Festspielverein und vom Stadttheater veranstaltete „Parsifal"-Aufführnng unter Herrn Brechers meisterlicher Leitung.
Aus Mailand wird uns telegraphiert: Mascagni dürste wohl der erste Tondichter von Weltruf sein, der eine Kino m atographen m u s i k schreibt. Der bekannte sozialistische Deputierte Enrico Ferri macht Garribaldi zum Helden einer Kinodarstellung und der Komponist der „Cavalleria' nisticaria" wird sie musikalisch illustrieren.
Wissenschaft und Technik. In Fran kfurt a. M. haben die wertvollen Neuerwerbungen des leisten Jahres dem Sencke nberg- M u s e u m eine Besucherzahl von rund 76 000 Personen Angeführt, 11 000 mehr als im Jahre zuvor. Damit ist das Museum hinsichtlich seiner Besuchsziffern bei
Dienstag, 18. Zanuar 1911._ Nr, 20.
fchaft werden unaufhörliche Stürme gegen das Kabinett inszenieren.
Die Kosten der Heeresreform. Pari s, 13. Januar, Der Kriegsminister hat die Prüfung der Ausgaben beendet, die sich aus dem dreijährigen Dienst und aus der Verbesserung der Bewaffnung ergeben. Die nicht wieüerkehren- den Ausgaben für das Dreijahrsgesetz betragen 650 Millionen und werden auf drei Jahre verteilt werden, die hauptsächlich für den Bau von Kasernen bestimmt sind. Die Verbesserung der Bewaffnung wird ungefähr 1400 Millionen kosten, von welchen 220 Millionen nicht dringend sind, da ihre Verwendung vor dem Jahre 1919 nicht vorgesehen ist. .Das übrige Programm von 1200 Millionen soll im Wege des normalen Budgets, die übrigen 800 Millionen durch besondere Hilfsquellen ausgebracht werden.
Benizelos in Paris. Pari S, 12. Januar. Der griechische Ministerpräsident Benizelos ist heute nachmittag hier eingetroffeN. Er stattete Finanzminister Caillaux einen Besuch ab. Sodann begab er sich zu Clemenceau, den er nicht antraf. Später stattete Benizelos dem französischen Ministerpräsidenten Doumergue einen Besuch ab.
England.
Eine Entscheidung über das Flottenbudget bevorstehend.
London, 13. Januar. Hier mißt man der Unterredung große Bedeutung bei, die gestern nachmittag Lord C h u r ch is l mit dem Premierminister A s q u i t h hatte. Bekanntlich reist er morgen nach Paris, wobei er vorher die Riviera aufsuchen wird. Hier weilt Lloyd George, mit dem er eine Begegnung haben wird. Es unterliegt in politischen Kreisen keinem Zweifel, daß der Hauptgegenstand der Unterredung mit Lloyd George das Flottenbudget sein wird.
Italien.
Weitere Ausdehnung des Juristenstreiks. Genua, 12. Januar. Rach dem Borbilde der Turiner und Mailänder haben die Rechtsanwälte Genuas beschlossen, von heute ab wegen der unwürdigen Verhältnisse in den Gerichtslokalen und wegen des Richtermangels in den Streik zu treten.
Mmiarrü.
Zur Ermordung des Fürsten Rubetzki. Warschau, 12. Januar. In dem Prozeß gegen den Grafen Ronikrer wegen Ermordung des Fürsten Rubetzki, der schon wiederholt die Gerichte beschäftigt hatte, ist wiederum ein Urteil gefällt worden. In der heutigen Verhandlung erhielten Graf Ronikrer 11 Jahre und der Mitangeklagte Zawatzki 10 Jahre Zwangsarbeit und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit.
Rumänien.
Morgen Demission des Kabinetts? Bukarest, 12. Jan. Da König Karol nunmehr vollständig wiederhergestellt ist, wird das Kabinett morsen seine Demission unterbreiten. Die Regierung wird die Geschäfte jedoch noch einige Tage weiterführen. E» gilt als vollständig bestimmt, daß der Führer der Liberalen Gratiano mit der Bildung des neuen Kabinetts betraut wird.
Bulgarien.
Das ueugebildetc Kabinett Radoslawow vor dem Parlament. Sofia, 12. Januar. Dem Wunsche der oppositionellen Gruppe entsprechend, verlas in der Sobranje der Ministerpräsident Radoslawow eine Erklärung des neuen Kabinetts. Dieselbe erinnert an die tragischen Umstände, unter denen die gegenwärtige Regierung gebildet worden ist und konstatiert, daß keine Partei für sich allein in der neuen auf Grund des Systems der Propartionalwahlen gewählten Sobranje die Mehrheit habe, trotzdem weigere sich jede, an der Regierung teilzunehmen. Dadurch war der Ministerpräsident gezwungen, nachdem er dem König seine Demission unterbreitet hatte, neuerlich vor den Deputierten der Sobranje mit seinen alten Mitarbeitern zu erscheinen in der Hoffnung, daß er die notwendige Unterstützung finden werde, um die dringendsten gesetzgeberischen Maßnahmen und die Bewilligung der Friedensverträge von Bukarest und Kon- stantinopel durchzusetzen. Die Regierung, heißt es in der Erklärung, nahm den Bukarester Friedensvertrag mit den von zwei Großmächten unterstützten Vorbehalten an. Diese Vorbehalte gab die Regierung nicht auf, aber sie würde für die Revision dieses Friedens ausschließlich .auf diplomatischem Wege arbeiten. — Die Debatte über das Budgetprovisorium wurde auf'morgen vertagt.
Eine parlamentarische Untersuchungskommission? Sofia, 12. Januar. In der Sitzung der Sobranje würde ein Antrag eingebracht, in dem die Einsetzung einer parlamentarischen Kommission gefordert wird, die die Untersuchung der Geschäftsführung der KMnette Geschow und Danew, besonders nach der Kriegserklärung vornehmen soll.
weitem an die Spitze aller Frankfurter Museen getreten. Die Zahl der Mitglieder der Senckenbergischen Gesellschaft stieg 1913 von 1358 aus 1476. _
Der bekannte Polarforscher Kapitän W i l i tz k i ist in Petersburg eingetroffen, um über die Entdeckung einer neuen Insel, die im Sibirischen Eismeer, zwischen Nowojc- Semlja und den neusibirischen Inseln, liegt. Bortrag zu halten. Die neuentdeckte Insel ist 13 Meilen lang und mit ihrem südlichen Teile etwa 40 Fuß über dem Meeresspiegel gelegen.
Der zweite Direktor der Königl. Preußischen Staatsarchive in Berlin, Geheimrat Dr. Paul B a i l l e u, har, dem „Tag" zufolge, den „Verdun-Preis" (1000 M. und eine goldene Medaille) erhalten, eine Auszeichnung, die alle fünf Jahre für die beste Arbeit auf dem Gebiet der deutschen Geschichtswissenschaft verliehen wird.
Die in Karlsruhe verstorbene Witwe des praktischen Arztes vr. Friedrich Netz, Jda. geb. Eisenlohr, hat der Heidelberger theologischen Fakultät die Summe von 80 000 M. vermacht, aus der eine Stipendienstiftung für Studierende der evangelischen Theologie badischer Herkunft errichtet werden soll.
Der Universität Heidelberg hat Dr. Trom m s - dorff eine Stiftung von 20 000 SR. überwiesen. Der Zinsertrag soll jährlich zur Hälfte einem mit einer wissenschaftlichen Arbeit aus dxm Gebiet der Chemie oder physikalischen Chemie beschäftigten Praktikanten des Chemischen Instituts in Heidelberg, zur anderen Hälfte einem ebendort tätigen er. o. Professor, Dozenten oder Assistenten zur Beihilfe gegeben werden.
Das Staatsdepartement in Washington hat einen namhaften Betrag bewilligt zur Beteiligung der amerikanischen Staatsdruckerei an der Internationalen Ausstellung der „Bugra" in. Leipzig. — Auch Spanien wird sich nunmehr an der Ausstellung beteiligen.
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