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Nr. 17.

Sonntag, 11. Januar 1914.

Wiesbadener Tagblart.

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kammer verabredet worden sind. Zum Teil wird auch drc Lehrshellenvermittelung im Handwerk besonders gepflegt, wie auch der Fürsorge für besondere Klassen der Arbeitsbedürstr- gen, Trunksüchtigen, entlassenen Strafgefangenen und der Rückwanderer Aufmerksamkeit gewidmet wird. Die Ein. nahmen der einzelnen Verbände schwanken zwischen 6000 und 28 000 M. Unterstützungen werden regelmäßig Arbeits­nachweisen in kleineren Gemeinden gewährt. Namentlich die Erfolge in der Vermittelung landwirtschaftlicher Arbeiter sind groß. In Westfalen wurden im Jahre 1912 12 800 Personen in der Landwirtschaft vermittelt, im Schleswig-Holstemschen Verband tu den Jahren 1910/12 deren 30 100. Der Bericht bringt dann eine Zusammenstellung der von den einzelnen Arbeitsnachweisverbänden eingeforderten Einzelberichte, aus denen die vielseitige und dem Wirtschaftsleben förderliche Tätigkeit der Verbände spricht.

* Das Mißbehagen Nürnbergs über den Religionsunter­richt der Franziskaner. Der Magistrat von Nürnberg be­schloß in Sachen des der Stadtgemeinde aufgedrängterr katho­lischen Religionsunterrichts in den städtischen Volksschulen durch Franziskanermönche der Regierung mitzuteilen, daß die­ser Unterricht nach Verlauf einer bestimmten Zeit nicht mehr aus dem Stadisäckel bezahlt werde. Die Stadtverwaltung will wieder wie früher selbst Geistliche anstellen.

Rechtspflege und Verwaltung.

Todesfall. In der Nacht zum 8. Januar ist nach kurzem Unwohlsein eine der hervorragendsten Persönlichkeiten der bayerischen Justiz, Senatspräsident am Obersten Landes­gericht Joseph v. Payr, gestorben, v. Payr, der besonder? in Juristenkreisen wegen seiner erschöpfenden Sachkenntnis einen ausgezeichneten Ruf genoß, fand seine erste Anstellung 1878 als Staatsanwaltssubstitut in Straubing.

npc. Neue Richter- und Staatsanwaltsstellcn. Im Staatshaushaltsetat für 1914 werden neue Stellen für Land­richter und Amtsrichter gefordert, und zwar 32 Landrichter (4 bei dem Landgericht 3 in Berlin, je 3 bei den Landgerichten in Berlin 1 und Essen, je 2 bei den Landgerichten Berlin 2, Köln und Bochum, sowie je 1 bei den Landgerichten in Beuchen O.-S., Breslau. Oppeln, Kassel, Hannover, Beiden, Duisburg, Elberfeld, Münster, Kiel, Lyck, Danzigs Graudenz, Halle a. S„ Posen und Schneidemühl), 80 Amtsrichter (4 in Eharlottenburg, je 3 in Berlin-Mitte, Breslau, Düsseldorf und Essen, je 2 in Berlin-Schöneberg, Köln und Posen sowie je 1 in Berlin-Lichterfelde, Finsterwalde, Lublinitz, Rybnik, Tarnowitz, Steinbach-Hallenberg, Celle, Fallersleben, Han­nover, Osnabrück, Mülheim a. Rh., Saarbrücken, Siegburg, Sobernheim, . Duisburg, Oberhausen, Opladen, Remscheid, Rheinberg, Viersen, Eltville. Niederlahnstein, Bochum. Bottrop, Coesfeld, Dorsten, Dortmund, Hagen i> W-, Kamen, Lübbecke, Lünen, Menden, Münster, Wattenscheid, Werne, Apenrade, Heide, Kiel. Meldorf, Neumünster, Rendsburg Schleswig. Sonderburg, Loftlund, Wandsbek, Allenstein, Königsberg i. Pr.. Bereut, Kulm, Danzig, Graudenz, Schwetz, Stendal, Suhl, Wittenberg, Adelnau, Schrimm, Wongrowitz. Ferner für 19 Staatsanwälte, und zwar je 2 bei den Staats­anwaltschaften in Berlin 1, Köln und Essen, je 1 bei den Staatsanwaltschaften in Berlin 3, Beuchen O.-S-, Schweid­nitz, Bonn, Duisburg, M.-Gladbach, Bochum, Dortmund, Altona, Königsberg i. Pr., Danzig, Stolp und bei der Amts- rmwaltschaft in Beuthen O.-S.

— Neue Bera nlagungsko mmis fiimcu. Auf dem Wege, für Veranlagnugskommissionen mit bedeutendem Geschäfts­umfange be s o n d e r e Vorsitzende zu ernennen und den besonderen Vorsitzenden größerer Beranlagungskommissionen stellvertretende Vorsitzende beizugeben, soll forigxschritten werden. Zn dem Zwecke werden im Staatshaushaltsetat 1914 die Mittel für 18 neue Stellen in Ansatz gebracht. Als Sitze neuer Kommissionen sind vorläufig Stralsund, Bromberg, Hannover, Linden, Harburg, Nordhansen und MörS bestimmt.

parlamenlariWes.

Freikonservative Anträge und Anfragen un preußrschen Abgeordnetenhaus. Die frerkonservatrve Fraktion de- Abge­ordnetenhauses hat gestern folgende Anfrage erngebracht. „Was gedenkt die Königliche Staatsregierung angesichts der Unmöglichkeit und Schädlichkeit der staatlichen Arbertslchen- versicherung zu unternehmen, um durch Verhütung de., übermäßigen Zuzuges zu den G rjj ßstad t e n und großstadtähnlschen Wohnplätzen eine der Hauptursachen öe * periodischen größeren Arbeitslosigkeit zu beheben? — Ferner: „Waö gedenkt die Königliche Staatsregierung zur Abhilfe der bei der D i e rr st b o t e rr v e r s r ch c r u rr g in den D«*- krankenkassen hervorgetreterrerr Mißstände zu tun?" " Auch hat die freikonservative Fraktion folgende Anträge gcsteul.

1. Die Königliche Staatsregierung zu ersuchen, im Bundes­rat für rcichSgesetzlicheii wirksamen Schutz der Arbeit.- Willi acn cinzutretcn. 2. Die Staatsregierung^ zu er­suchen, zur Sicherung des Handwerkes, Bekampiung >.cs Bauschwindels und Besserung der Lage des iiotleidenden städtischen Hausbesitzes unverzüglich geeignete Matznahrnen zu treffen und hierbei die Inkraftsetzung des Merten geiles des Reichsgesehes über die Sicherung der Bausorde- ntn gc n zum 1. Juni 1909 in Erwägung zu ziehen.

Die Denkschrift über die Verwendung des Fonds zur Förderung der inneren Kolonisation in den Provinzen Ost­preußen, Pommern und Brandenburg des Etatjahres 101-

ist dem preußischen A b g e o r d u e t e n h a u , c zuge-

gangeu. über das Ankaussgeschäft sagt die Denkschr>A wlgeu- dcs:" Der Generalkommission für Ostpreußen sind zur Aus­teilung in Rentengütern im Jahre 1912 38 Grundstücke rnrt über 9000 Hektar angeboten worden, der ostpreußiimen Land» Gesellschaft wurden 167 Güter mit einem Flächengehalt von 84 980 Hektar zum Kauf angeboten. Angetauft yat iw 16 Güter inii zusammen 6811 Hektar für 8130 784 .A. Die vommeri'che Landgesellschaft taufte 8 Güter an mit zuiammen 8998 Sektor für 3 237 472 M. Die Landgesellschalt „Eigene Scholle" in der Provinz Brandenburg hat 12 Güter mit 8581 HekGr für 4 212 080 M. angekauft, über das Ansiedlungs- i-eschäit ist folgendes zu sagen: Auf die Rentenbanken sind in Ostv-eußen übernommen worden 258 Rentengüter mit 3301 Hektar in Pommern 221 Rentengüter mit 359 Hektar Di. wirtschaftliche Lage der Ansiedler ist im allgemeinen vefrre- digend gewesen, im ganzen wurden 9 Zwangsversteigerungen voraenommen. Die Derrkichrrft gibt weiter Au»,chluß über die Finanzlage des Fonds und die staatliche Nntevstutzung deS

Besiedlungsgcschäfts.

Internationaler Eiseubahn-Kongrcsf-Verband. Der alle sünf^Fahre zu einer Sitzung zusammentretende Internatio­nale Elsenbahn-Kongretz-Verband wird seine nächste, neunte Sitzung, im Juni ISIS in B e r l i n abhalten. In der letzten,

der 8. Sitzung, die in Bern stattfand, sind mehrere^ Referate über den elektrischen Hauptbahnbetrieb der verschiedenen Länder der Erde erstattet worden. Da aus diesem Gebiete in der Zwischenzeit bemerkenswerte Erfahrungen gemacht wor­den sind, kann man der 9. Sitzung mit besonderem Interesse entgegensetzen.

Die erste angestcllte Briefträgerin in Deutschland hat die Gemeinde Martinroda bei Ilmenau im Thüringer Walde aufzuweisen. Als Vorsteher von Postagenturen fungieren be­reits seit Jahren vielfach Damen. Martinroda blieb es Vor­behalten, zum Abtragen der Postsendungen im örtlichen Be­zirke zum ersten Male eine Dame anzuftellen.

Kuslanö.

Frankreich. _

Zur Wohnungsnot in den Grenzgarmfonen. Der

„Matin" bringt eine Klage des Generals Römy, des Kom- mandeurs von Toul, über die überfüllten Garnisonen an der Ostgrenze. Toul ist eine kleine Stadt von 1 2 0 0 0 Ein­wohnern und hat jetzt plötzlich in wenigen Wochen eine Garnison von 27 140 Mann, 660 Offizieren und 1500 Unteroffizieren erhalten. Man kann sich denken, iuelche merkwürdigen Folgen dieses Verhältnis zwischen bürgerlichen und militärischen Elementen hervorruft. Im April kommen noch 50 Offiziere hinzu/und General RLmy fragt, wo sie wohnen sollen, da bereits die in Toul befindlichen Offiziere keine Wohnung gesunden haben. Die meisten verheirateten Offiziere haben ihre Familien in den früheren Garnisonen lassen müssen. Das neue Gesetz, das die Gehälter der Offi­ziere erhöht, ist sofort von den Hausbesitzern durch eine er­neute Mietesteigerung beantwortet worden. ^ Der General sagt, eine solche Znsammenziehung von Militär rin Verhältz. nis zu einer so dünnen Bevölkerung sei in der Geschichte noch nie dagewesen. Toni gleiche am Sonntag einem Militär­lager, und die Heeresschau am 14. Juli werde fast so umfang­reich werden wie die in Paris. (Vergl. auch Samstag-Morg.- Ausgabe.) .

Von der Armee. Paris, 10. Januar. Nach einer Meldung der „France Militaire" wird der Generalstab der neuen 10. Kavalleriedivision von Limoges nach M o n t a n b an verlegt werden.

England.

Unstimmigkeiten im Kabinett. London, 10. Januar. Im Schoße des englischen Kabinetts ist es zu ernsten Un­stimmigkeiten zwischen dem Schatzsekretär Lloyd George und dem Marineminister Winston Churchill gekommen. Lloyd George hat mit seinem A b r ü st rr rrgsvorschlag Churchills höchstes Mißfallen erregt. Jnr Interesse der Landesverteidigung glaubt Churchill bei der gegenwärtigen Lage einer Einschränkung der Rüstungen nicht zustimmen zu können. Aus diesem Streit haben sich so ernste Differenzen ergeben, daß man in hiesigen politischen Kreisen schon von einer Kabinettskrise spricht. Im Zusammenhang da­mit meint man in London, daß die Reise des Ministerpräsi­denten A s q u i t h nach Paris einen doppelten Grund habe. Einmal soll Asquith die Pariser offiziellen Kreise über die Abrüstungsvorschläge Lloyd Georges beruhigen und dann soll er durch seine Abwesenheit den beiden uneinigen Kabinetts- mrtgliedern Gelegenheit geben, die Differenzen gütlich bei­zulegen.

Knklant».

Große Rüstungen in Finnland. Das liberale Stock­holmer „Astonblad" bringt, wie das „33. T." mitteilt, einen Artikel, der sich wiederum mit den russischen Rüstungen in Finnland beschäftigt. In dem Artikel, dessen Material ans absolut zuverlässiger finnländischer Quelle stammt, heißt es, daß die russischen Truppen in Finnland sich in voller Kriegsbereitschaft befänden und daß die drei finnländischen Regimenter ausschließlich aus ausgesuchten Schützen beständen. Alle militärischen Übungen würden mit großer Energie betrieben, damit die Truppen für einen eventuellen Wintsrfeldzug ausgebildet seien. So werde unter an­derem großes Gewicht darauf gelegt, daß alle Mann­schaft auf Ski marschieren können. In den letzten 'Fahren seien 36 000 Ski nach Rußland eingeführt wor­den, fast alle für Milstarzwecke. Es wiirden hohe Preise dafür bezahlt, um eme schnelle Lieferung zu er­möglichen. In deni Artikel wird ferner behauptet, daß Rußland große Summen aufgewendet habe, um sich das Reglement fiir hie Aufrüstung der nordländischen Truppen zn ve rschaffen._

aus St adt un d Land.

Wiesbadener Nachrichten.

Die Woche.

Ducck die Einführung der obligatorischen V e r s i ch e - ,, ~ ->er Dienstboten gegen Krankheit hat sich, wenn man den in die Öffentlichkeit dringenden Stimmen glauben darf, zahlreicher Hausfrauen und Familienväter emc große

e @in ^01101 Unifatci", der sich offenbar durch diesen neuen Ait der sozialen Gesetzgebung nt seiner Existenz bedroht suhlt, hat irgendwo von einer ..unglaublichen Belastung der Familie durch dos Reichsversicherungsgesctz" gesprochen, und der Vorschlag ist bereits in allem Ernst gemacht »vordem alles aufzubieten, um ctnc Last von den Schultern der Herr-- schaften zu nehmen, die m dem furchtbaren Geivicht von euu- ocn Groschen im Monat m Erscheinung tritt. ,

In manchen Witzblattern (es find nicht die besten und modernsten!) kehrt das anspruchsvolle Mädchen für alle^ immer wieder, genau so oft wie der zerstreute Professor, der aeplagte Ehemann, der -»onntagsjägcr und der biedere Förster mit dem arohmachtrgen Schnauzbart und dem himmel­schreienden Jägerlatein. Die Dienstbotennot wird indessen nicht nur in mehr oder weniger humoristischer Weise, sondern auch bitter ernst behandelt. B-tter ernst natürlich nur w den Kreisen der Hausfrauen, die tu der Tat oft ihre liebe Not mit

dem Dienstpersonal haben. ...

Es gibt zwei Arten von Dlenstbotemiot. Die erste ist eine mehr individuelle; sic heißt: „WZs hat mau für die Last mit den Mädchen, bis man sie so »reit hat, daß mau sich auf sic verlassen kann! Und hat man sie so weit- so sind sic zumeist äußerst schwierig zu behände!«, und wenn man nicht hundert

Morgen-Ausgabe, 1. Matt.

Rücksichten nimmt, lassen sie einen überhaupt im Stich!" Die zweite ist eine allgemeinere Not: „Die Mädchen »vollen nicht mehr dienen; cs fehlt an Mädchen für die Hausarbeit."

Und nun kommt das Reichsversicherungsgesetz und macht die ohnehin schlimme Lage noch schlimmer, indem es den Herrschaften zu allen Opfern, die sie ohnehin im Interesse ihrer Dienstboten bringen müssen, auch noch die Last der Krankenversicherung aufladet!

Dem Mißmut, der in manchen Kreisen über eine soziale Gesetzgebung herrscht, die die Mittel der Arbeitgeber für die Arbeiterfürsorge in Anspruch nimmt, hat sich, eine neue Quelle aufgetan. „Eine unglaubliche Belastung" ist zu den anderen Lasten gekommen. Ist unter solchen Umständen nicht die Erwägung berechtigt, ob man nicht klüger tut, ganz auf Dienstboten zu verzichten?

Aufrichtig gesagt: Wer in den paar Groschen, mit denen die Krankenversicherung der Dienstboten das Budget belastet, rechnen mutz, der tut allerdings besser, auf Bedienung im Haushalt zu verzichten. Aber so zahlreich auch die Stimmen sind, die sich gegen das Reichsversicherungsgesetz erheben und die über die Krankenversicherung der Dienstboten geklagt haben: wir glauben nicht, daß die Zahl der Familienväter und Hausväter groß ist, die die paar Groschen Krankenkassen­geld wirklich als „eine unglaubliche Belastung" bezeichnen.

Wir sind im Gegenteil überzeugt, daß weitaus die meisten Herrschaften den sozialen Wert der Versicherung der Dienst­boten gegen Krankheit zu würdigen wissen und gern das be­scheidene Drittel des Monatsbeitrags tragen tverden, das ihnen das Gesetz auferlegt. Ja, »vir vermuten sogar, daß cs nicht »venige Herrschaften gibt, die auch die zwei anderen Drittel von den Schultern der Schwächeren nehmen, ohne die Belastung ihres Budgets als eine unglaubliche zu emp­finden. __ -n'.

— Moderne Bibelabende. Zum Viertenmal veranstalten die Pfarrer Beesen me her. Lieber, Philippi und Beckmann in diesem Winter ihre Modernen Bibelabende. Der Kirchenvorstand der Luthergemeinde hat ihnen dafür die Lutherkirche zur Verfügung gestellt. Die Bibelabende haben in diesem Jahr die großen Feste der Christenheit Weihnachten, Karfreitag, Ostern und Pfingsten auf ihrer biblischen Grund­lage zum Gegenstand.

— Preisbewerb bäuerlicher Geslügclhöfc. Die hiesige Landwirtschaftskammer hat für mustergültige bäuerliche Ge­flügelhaltungen an vier Landivirte und Geflügelzüchter Preise vergeben, und zwar la-Preis (100 M.) an Konr. Jakobi, Kämmersmühle bei Allendorf a. d. Eder; Id-Preis (100 M.) un R. Wostry in Biebrich; 2a-Preis (60 M.) an Otto Karl Thielmann in Bicken; 2d-Preis (60 MA an Heiur. Herr- manu 2. in Holzhausen bei Gladenbach.

— Durchgebrannt ist vor einigen Tagen der dreizehn­jährige Sohn eines in» Westend ivohncnden Ladenbesitzers. Jetzt hat der Vater die Nachricht erhalten, daß der Junge in Solingen mittellos aufgegriffeu tvorden ist. Bon Mainz aus hat er eine Postkarte an seine Eltern gerichtet, auf der er als Grund seines Ausrückens Überlastung mit Schularbeiten angibt. Man brauche sich um ihn keine Gedanken zu machen, schrieb er, ihm gehe es gut, und man sehe ihn niemals wieder.

— Kurhaus. Die Kurverwaltung veröffentlicht soeben die Daten ihrer FaschingS-Veransta>ltungerr. Es sind vorge­sehen für Samstag, den 24. Januar: 1. Maskenball, Sams­tag, den 31. Jaituar: 1. Bunter Faschingsabend, Samstag, den ' 7. Februar: 2. Maskenball, Mittwoch, den 11. Februar:

2. Bunter Faschingsabend, Samstag, den 14. Februar:

3. Maskenball, Samstag, den 21 Februar: 4. Maskenball. Außerdem findet am Fastnacht-Dienstag im kleinen Saale, der Wandelhalle und dem Weinsaale eine Nöasken-Reunron statt.

— Wohltätigkeit. Die zum Besten des „Wiesbadener Vereins für, Speisung bedürftiger Schulkinder E. V." am

4. Januar im „Kasino" stattgehÄbte Wohltätigkeits- Veranstaltung brachte einen Reinertrag voii 592 M.

- — Der Mörder seines Vaters, der jugendliche Landwirt Seck aus Elseubach, ist gestern abend in das hiesige Unter­suchungsgefängnis eingeliefert worden,

— Kleine Notizen. Auf Las heute abend 8 Uhr 11 Min. in der Turnhalle. Hellmundstraße 25, stattfindende Karnc-

§ 1 nacr * nut Tanz, veranstaltet tarn Karnevalvereiu „Narrhalla". sei »»ochmals aufmerksam gemacht.

vorberichte über Uunft, Vorträge und verwandtes.

* Residenz-Theater. „Die Puppenklinik". das neue Lust­

spiel von Franz Schönthan und Rudolf Presber, geht m dieser Woche am Dienstag und Donnerstag in Szene, am Montag wird der große Schlager „Die spanische Fliege" wiederholt und am Mittwoch das rasch belieLt gewordene neue Lustspiel „Wir geh'rr »rach Tegernsee". Der große Beifall, den die Operette „Hoheit tanzt Walzer", auch bei der letzten Aufführung bei fast ausverkauftem Hause wieder gefunden, veranlaßt die Direktion das lustige Werk am Freitag nochmals durch das Operctteu-EnsemÄe des Hanauer Stadttheaters zur Auf­führung zu bringen. Die Neuheit des nächsten Samstags ist „Schneider Wibbel". Äontobte von Hans Müller Schlösser, der größte Erfolg den die Bühnen am Rhein während dieser Spielzeit halten. .

* Spielplan des Mainzer Stadttheaters. Montag, den

12. Januar:. „Romeo und Julia". Dienstag, den 13.:'„Die Räuber" Mittwoch, den 14.: „Parsifal". Donnerstag, den 15.: „Hans Hucksbein". Freitag, den 16.: „Fidelio" (2, Zyklus).

Samstag, den 17.: „777 :10". Sonntag, den 18.: „Parsifal".

* Stadttheater Frankfurt a. M. (S viel plan.)

Opernhaus, «onntag. Len 11. Januar, »mchm. Vi4 Uhr: „Die Rcmmentstochter". Mends 7 Uhr: „Lohengrin". Mon­tag,. den 12.: Der Wildschütz". Dienstag, den 13.: „Madame Buttcrfty Mittwoch, den 14.: „Parsifal". Donnerstag, den 16- Orpheus in der Unterwelt". Freitag, den 16.: „Der Waffenschmied". Samstag, den 17.: „D»e. Fledermaus". 77. auspielhaus. Sonntag, den 11. Januar, nachm. Eil Uhr - „Der gestiefelte Kater". Abends 7 Uhr: „Wie einst rat Mai". Montag, den 12.: „Wie einst im Mai", Dienstag, der» 18.: „Der Herr Minister". Mittwoch, den 14., nachm. %4 Uhr: „Der gestiefelte Kater". Abends 8 Uhr, zum ersten- mal: „Schirm urrd Gertraude". Donnerstag, den 15.:

„Btzkimalton". Freitag, den 16.: „Wie einst im Mai,,. Sams­tag, den 17., nackm 144 Uhr: „Der gestiefelte 51ater".

Abends 8 Uhr , zum erstenmal: „Christiane".

* Kunstsalon AktuaryuS. Die Hodler-Ausstellung wird »ruumehr bestimmt am Dienstag geschlossen, es gelangen »edoch von Sonntag ab einige Reproduktionen nach den Hauptwerken von Ferd. Hobler in der graphischen Abteilung zur Ausswllung.

— Die Sammlungen von Prof. Karl Otto und ,R., Wrltner Werder: Wontag ausgelöst Die Ausstellung der hollandtscherr .Wnstlervereinigung „©and Lucas" wird Sonntag den 18. d M„ eröffnet. Die Künstlergruppe vereinigt nt irch dre bedeutendsten holländischen Künstler der verfchredensten Rrch-

Galerie Banger. Elite-Ausstellung Münchener Künstler:

c-oce Ad Hoelzel I. D. Holz. Rrch Kmser Ernst Ltebermann, o U Kunz Löwrth. Rud. Nißl. Leo Putz. G. Schrldknecht. R. Schramm-?,rtiau. Walter Thor. Horm., Urban.

* Vorträge. In der Ortsgruppe Wiesbaden des Fra neu­st i m m rechts-V erbandes für Westdeutschland wird am Dienstagabend Frau Li Fischer-Eckert, Dr. rer. pol., über das