Sette 4. Morgen-AuSgaLe, 1. Vlar«. WiesEmdrNeV TkkgKlstt» Samstag, IS. Januar 1914, Nr. 15,
und keiner der Gewählten das Amt abgelehnt yat, für g ü I - t i g erklärt.
Die übrigen auf der Tagesordnung stehenden und einige neue Vorlagen werden den zuständigen Ausschüssen überwiesen.
Zu dem Punkt Neuwahl des Wahlausschusses zur Vorbereitung der Wahl der Mitglieder für die Deputationen und ständigen Ausschüsse ist ein Schreiben des Wahlausschusses der Beamtenvereinigung eingegangen, worin gebeten wird, bei der Wähl einen Vertreter der dritten Klasse zu berücksichtigen. Dieser Standpunkt wird auch von'den Stadtverordneten De mm er, Gerhardt und Pusch vertreten. Gewählt werden die Stadtverordneten Dr. A l b e r t i mit 42, Baumbach mit 24, Dr. Fresenius mit 38, Dr. Friedländer mit 37, Glücklich mit 2i, Hartmann mit 42 und Sichert mit 37 Stimmen. Ferner erhielten die Stadtverordneten G e r h ar d t 18, Kalt- Wasser 14 und B a r n e r 3 Stimmen.
In geheimer Sitzung wurde
die Wahl eines Beigeordneten
vollzogen. Die in die engere Wahl gezogenen Bewerber hatten sich den Stadtverordneten vor der Sitzung persönlich vorgestellt. Gewählt wurde Ministerialsekretär Dr. Gustav Hetz aus Darmstadt mit 43 Stimmen. Sein Gegenkandidat war Beigeordneter Dr. Walter K l u t h aus Aachen, der 6 Stimmen erhielt.
Kus Stabt und taub.
IDIesba&ener Nachrichten.
Unentgeltliche Rechtsauskunft.
Geheimrat Meyer (Wiesbaden), der sich seit Jahren in überaus eifriger und selbstloser Weise in den Dienst der Rechtsauskunftsstelle für Unbemittelte stellt, erstattet jetzt den Bericht über seine und seines Mitarbeiters Tätigkeit im Jahr 1813. Im verflosienen Jahre belief sich darnach die Zahl der im Interesse der unbemittelten Rechtssuchenden unternommenen Reisen auf 169; Rechtsfragen wurden 2417 erledigt, Schriftsätze 2283 angefertigt, 595 Auskünfte in der Wohnung des Leiters der Stelle (Meyer) erteilt, 831 Versicherungssachen vearbcitet und 36 Termine vor den Oberversicherungsämtern abgehalten. Es wurde also eine recht stattliche Arbeit geleistet, die um so eindrucksvoller erscheint, wenn man sich vergegenwärtigt, daß sie beinahe allein auf den Schultern eines Mannes ruhte. Lediglich für einige Winterreifen trat an Stelle des ausgeschiedenen Herrn Landgerichtspräsidenten Renckhofs Herr Gerichtsassessor L i e d k e in Marburg ein.
Das Arbeitsfeld ioies auch im Jahre 1913 eine große Mannigfaltigkeit aus. „Sachenrecht, Familien- und Erbrecht, Schuldverhältnisse, vor allem aber Arbeiterversicherungsrecht, hatten den Löwenanteil", heißt es in dem Bericht. „Der Hauptgrundsatz bei den Beratungen war, in zweifelhaften oder gar aussichtslosen Fällen von dem kostspieligen' Prozessieren dringend abzuraten, zu Vergleichen anzuregen uiid sie zu vermitteln." Der Berichterstatter geht dann auf eine ganze Reihe Einzelheiten und einige Einzelfälle sowie auf die Erfolge in Versicherungssachen ein und schlietzt:
„Der Leiter, welcher am 4. September 1913 in sein 78. Lebensjahr trat, fühlt sich, obwohl er seit 6. Februar 1918 wieder ohne Mitarbeiter war, gottlob noch der Arbeitslast gewachsen, wenn ihm auch eine jugendfrische, konziliante Juristenkraft, namentlich als zeitweiser Vertreter, gegen Reisekostenerstattung auf den vielen beschwerlichen Herbstund Winterreifen nicht unerwünscht wäre, und bittet, wie bisher, die Un- und Minderbemittelten aus ganz Nassau und Umgegend um fleißigen Besuch seiner auswärtigen Sprechstunden sowie um zahlreiche briefliche Rechtsfragen, namentlich in Arbeiterversicherungssachen, nebst Vollmacht und betreffenden Papieren nach Wiesbaden, Goethestraße 3, 1, wobei Unbemittelte kein Rückporto beizufügen brauchen, da Mittel hierzu durch Staatsbeihilfe vorhanden sind."
Uber Gegen st römungen toird auch in dem jüngsten Jahresbericht geklagt; eine Anzahl Dorfbürgermeister und einige Landräte verhalten sich der unbemittelten Rechtsbelehrung gegenüber immer noch ablehnend. Die Zahl der von der Rechtsauskunftsstelle seit 1907 behandelten Rechtsfragen belief sich Ende 1913 auf insgesamt 13 985.
— Wirthsche Stiftung für arme Waisen. Im Frühjahr I. I. gelangen die Zinsen des Wirthschen Stiftungskapitals von 20 000 M. aus den Rechnungsjahren 1912 und 1913 im Betrag von je 800 M. zur Verteilung. Nach dem Testament des verstorbenen Landesdirektors a. D. Wirth sollen die Zinsen einer gering bemittelten Person (männlichen oder weiblichen Geschlechts), die früher für Rechnung des Zentralwaisenfonds verpflegt worden ist und die sich seit Entlassung aus der Waisenversorgung stets untadelhaft betragen hat, frühestens fünf Jahre nach dieser Entlassung als Ausstattung oder zur Gründung einer bürgerlichen Niederlassung zugewendet werden. Die an den Landeshauptmann zu Wiesbaden zu richtenden Bewerbungen müssen Angaben enthalten: 1. über den seitherigen Lebenslaus des Bewerbers oder der Bewerberin, namentlich seit Entlassung aus der Waisenber- sorgung; 2. über deren dermalige Beschäftigung; 3. über die geplante Verwendung der erbetenen Zuwendung im Sinne der Stiftung. Ihnen sind amtliche Bescheinigungen über die seitherige Beschäftigung und Führung der Bewerber und Bewerberinnen sowie Zeugnisse der seitherigen, insbesondere des letzten Arbeitgebers beizufügen. Bewerbungen 'können nur berücksichtigt werden, wenn sie vor dem 1. März 1914 ein- gehen.
— Vom Kaufmanns-Erhrlungsheim. Die gegenwärtige starke Inanspruchnahme der kaufmännischen Hilfskräfte (durch Inventur usw.) macht sich auch bei dem „Kaiser- Wilhelm-Heim" beim Chausseehaus sehr bemerkbar. Dort sind gegenwärtig nur 20 Betten besetzt. Es ist jedoch zu erwarten, daß mit dem Schluß des Januar, wenn der Geschäftsgang in den kaufmännischen Betrieben lvieder ruhiger geworden, die Inanspruchnahme des Erholungsheims wieder erheblich reger werden wird, zumal in nächster Nähe des Heims sich vorzügliche Gelegenheit zu allen Arten des Schnecsport bietet.
— Tanzabende. Am Mittwochabend vereinigte ein vornehmer Tanzabend für moderne Tänze die Privatschüler des Tanzinstituts Julius Bier und Frau, Adelheid- strahe 85, im ,großen Saal der „Loge Plato" in der Friedrichstraße. Eine elegante Gesellschaft hatte sich zahlreich (ungesunden. Unter anderen wurde der neueste Salontanz, „Maxixe bresilienne", eine Schöpfung des Pariser Professors Duque, in der Weise vorgeführt, wie er seinerzeit auf dem Dadrn-Badener Internationalen Tanzturnier von dem be
rühmten Tänzer Herrn R. L) Leonard (Berlin) getanzt wurde. — Die Reunion, welche die „Wiesbadener Tanzschule von Fritz Sauer und Frau" vorgestern im Festsaal der „Turn- gesellschast", Schwalbacher Straße 8, veranstaltete, war trotz der Flut von Tanzgelegenheiten der letzten Zeit gut besuch!. Die Veranstaltung hinterlietz, sowohl was das allgemeine Arrangement als auch die anwesenden Damen selbst w'e deren Toiletten und die gebotene Tanzkunst anbelangt, die angenehmsten Eindrücke. In letzterer Beziehung waren es vornehmlich die neuesten Tänze, wie Tango, Balse parsiienne usw., die Herr Sauer mit verschiedenen Damen mit Sicherheit und Grazie vorführte.
— Allgemeine photographische Ausstellung. In einer vorbereitenden Sitzung ist die Veranstaltung einer Allgemeinen photographischen Ausstellung in Wiesbaden im September 1914 beschlossen worden. Der Arbeitsausschuß setzt sich aus folgenden Herren zusammen: Dr. med. Stein, Direktor
Kesselring, E. Moeckel, Diplom-Ingenieur Warth (Biebrich), Dr. Behn (Mainz), Kunstmaler Hans Völker, C. A. Steib, Th. Reich, H. Evelbauer, Bernhard Flörsheim, K.' Reinhard, K. Ruf, B. Raupp, Professor Dr. Peters, Sekretär A. Zimmermann. Die Ausstellung ist sowohl für Liebhaber wie für Berufsphotographen gedacht und in derselben sollen die Bilder von Wiesbaden und aus dem Taunus zu einer besonderen Gruppe vereinigt werden.
— Schwurgericht. Als weitere Geschworene wurden an Stelle der dispensierten Geschworenen Chemiker E p t i n g in Höchst a. M. und Buchhalter Jean Hirsch- mann in Eltville neugewählt: Kauftnann Erich Stephan in Wiesbaden und Weingutsbesitzer Julius Espenschied in Rüdesheim a. Rh.
— Personal - Nachrichten. Der Regierungsassessor Dr. Kielhorn ans Wiesbaden ist der Königl. Regierung in Merseburg zur weiteren dienstlichen Verwendung überwiesen worden. — Gerichtsassessor Vollbach von Dillenbnrg ist an das Wiesbadener Landgericht als Hilfsrichter, Gerichtsassessor Kreis von hier dem Wiesbadener Amtsgericht als Hilfsrichter überwiesen worden. — Zu Oberlandesgerichtsräten sind ernannt: Die Landgerichtsräte H s i n z e in Frankfurt und Dr Ritte - aus Wiesbaden in Frankfurt, Versetzt Amtsrichter Licht in Calau als Landrichter nach Wiesbaden, Staätsanwaltschaftsrat Lcntze der Staatsanwaltschaft in Frankfurt a. M ist an die Oberstaatsanwaltschnft in Frankfurt «. M versetzt worden.
Vorberichte über Kuttft, Vorträge und verwandtes.
* Königliche Schauspiele. Morgen gelangt im Hoftheater Karl Goldmarks Over „Die Königin von Saba" zur Aufführung Fräulein Englerth singt znm erstenmal die .Lörngin", Herr Schubert zum erstenmal den „Assad" (Abonnement D).
Kus dem Vereinsleben.
Vorberichts, Vereinsoersammlungen.
* Heute abend findet im Festsaale der Tmrngesellschast, Schwalbacher Straße 8. das 28. Stiftungsfest des „Kaufmännischen Vereins Wiesbaden E. V," in Form einer Abendunterhaltnng mit Ball statt. Der unterhaltende Teil wird von Mitgliedern der hiesigen Hofbühne bestritten, und zwar von Fvl. Martha Bommer, Herrn v. Schenck und Herrn Hermann.
* In dem Konzert des „Wiesbadener Beamtenvereins" heute Samstag wird an Stelle des verhinderten Herrn Scherer Herr Opernsänger Schubert von hier die Ge° sangssoli übernehmen.
* Der „Bähe rubere in Wiesbaden. E, V.", gegründet 1908. veranstaltet heute eine Geburtstagsfeier König Ludwigs III. von Bayern in den Räumen des „Paulinen- schlößchens" an der SonnenbMer Straße, bestehend in Konzert und Ball.
* Eine Konfirmandenfeier veranstaltet der „Christliche Verein junger Männer", Oranienstraße 15, lei freiem Eintritt am Sonntag, den 11. Januar, nachmittags 414 Uhr, im großen Saale der „Wartburg", Schwalbacher Straße 51. Ein reichhaltiges Programm liegt für die Feier vor: Ansprachen der Herren Pfarrer Hofmann und Schützler, Vorträge der Chöre des Vereins Aufführungen der Turnabteilung, Vortrag eines größeren Deklamatoriums, Vorführung von 50 Lichl- bildern au« dem Jünglingsleben,
Vereinsfeste. (Ausnahme frei bis zu 20 Zellen.)
* Das „Kaufmännische Lehrlingsheim Wiesbaden (Lehrlingsabteilung im D. H. V.) veranstaltete am Neujahrstage nachmittags 4 Uhr, im Saale des „Turnvereins", Hellmundstraße 25, eine wohlgelungene Weihnachtsfeier. Eröffnet wurde die Feier durch die Musikabteilung des D. H. B., worauf nach her Begrüßungsansprache Gauvorsteher Schellin die Festrede hielt. Neben Musikdarbietungen wurde das Theaterstück „Weihnachtszauber" von dem hiesigen Chorsänger Herrn Ad. Spieß zur Aufführung gebracht, welches mit großem Beifall ausgenommen wurde. Eine Verlosung beendete die in allen Teilen harmonisch verlaufene Feier, — Am Samstag, den 10. Januar, wird Herr Spieß in einem Unterhaltungs- abend durch Vorträge und Gssangsdarbietungen tm Lehrlingsheim („Hotel Vogel" in der Rheinstratze) mitwivken. Dazu sind alle Lehrlinge eingeladen.
* Der „SB esterwal dklub" hielt am vorletzten Sonntag seine diesjährige Weihnachtsfeier tm großen Saale des Turnerheims. Hellmundstraße 25 ab. Der trotz des schlechten Wetters zahlremie Besuch dieses Festes zeugt von dem Interesse, das dem Verein und seinen Vev-mstaltungen aus allen Kreisen entgegengebracht wird Die Vortragenden ernteten für ihre Darbietungen allgemeinen, leb«ten Beifall der Zuhörer. Nach der Verlosung fand ein Ban statt., der einen sehr hübschen Verlauf nahm. — Die Nachfeier findet nächsten Sonntag, den 11. d. M., in Igstadt (Saal „Zur schönen Aussicht") statt.
Naffauische Nachrichten.
Z- Braubach, 9. Januar. Ern schwerer Unfall ereignete ficEf tjcute vormittag auf der Hütte Hierselbst. Ein in der Luft frei schwebender Materialwagen stürzte infolge Bruchs eines Hakens ab und auf zwei Arbeiter aus Nieder- spät. Von diesen wurde I. ,Moskopp augenblicklich getötet. Der zweite Mann kam mit Verletzungen harmloser Natur, der Aufseher Kneuper mit dem bloßen Schrecken davon. Gerichtliche Untersuchung fand auf der Stelle statt.
S- Vom Westerwald, 8. Januar, Am 4. d, M. wurden im Distrikt Lnckerstrut bei Daaden 10 W i l o > ch g, e i n e eingekreist. von denen angeblich 2 angeschossen wurden, 8 Stück entkamen über eine unbesetzte Schneise nach dem Langenbacher Wald bin Auch im „Nauberg" bei Märien wyrde ein Rudel von 6 bis 8 Stück beobachtet,
S. Merzhausen (Westerwald). 9. Januar, Bürgermeister Schneider feiert am 10 d, M. sein 2ö;ahriges Bürgermei st sch' i n b i I ä u m . dieselbe Zeit ist er Kt'chenvorsteher und stlt,1.879 Vorstandsmitglied des Krvppacher Darlehns- kassenvererns,
der Umgebung.
Die Entlassung des Bahngärtners Heinrich.
-- Mainz, 7. Januar. Die Königl. preuß. und Großh, Hess. Eisxnbahndirektion Hierselbst schreibt uns un Hinblick auf die Entlassung des Bezirksvorsitzenden H e i n r i ch des Verbands deutscher Eisenbahn-Handwerker und -Arbeiter (Sitz
Berlin) aus seiner Beschäftigung als Gärtner bei der Staatseisenbahnverwaltung: „Der Bahngäriner Heinrich hatte als Vorsitzender der Bezirksvereinigung Mainz des Verbands deutscher Eisenbahn-Handwerker und -Arbeiter (Sitz Berlin), trotzdem er wiederholt zu sachlicherem Auftreten ermahnt war, in öffentlicher Versammlung der Staatseisenbahnverwaltung vorgeworfen, daß die. Arbeiter mit dem Beschwerderecht bittere Erfahrungen gemacht hätten, daß sie fürchten müßten, wegen ihrer Anträge in den Arbeiterausschüssen ge- matzregelt zu werden, daß Lohnzusagen gemacht und nicht eingehalten seren, daß die soziale Fürsorge der Verwaltung un- genügenv sei usw. usw. Als hierauf verlangt werden mußte, daß er seine Anklagen beweise, hatte er ein Material so denkbar dürftigster Art vorgebracht, daß sich seine Behauptungen nach eingehender Untersuchung, an deren Schluß er selbst ausdrücklich anerkannte, daß er in keiner Weise in der Verteidigung beschränkt worden sei, fast ausnahmslos als krasse Übertreibungen, Entstellungen und Unwahrheiten erwiesen haben. Statt von dem Recht der Entlassung Gebrauch zu machen, hat die Verwaltung in weitgehender Nachsicht ihm lediglich auferlegt, der Arbeiterschaft dieses Ergebnis der Untersuchung ohne abschwächende und unwahre Zusätze und in angemessener einwandfreier Form bekanntzugeben. Heinrich hat darauf in einer Versammlung des Ortsvereins Mainz zwar die Schreiben der Direktion verlesen, hierbei aber unter offener Auflehnung gegen die Dienstbehörde und in der ausgesprochenen Absicht, es zur Entlassung zu treiben, die ihm als unzutreffend nachgewiesenen Behauptungen in verschärfter Form beweislos wiederholt und gegen die Eisenbahnverwaltung erneute Angriffe und Schmähungen, wie den Vorwurf der Un- wahrhaftigkeit, der Parteilichkeit, der Niederknebelung der Wahrheit usw., gerichtet, für die er gleichfalls den Beweis schuldig blieb. Erst hierauf hat die Direktion von dem vertragsmäßigen Recht, sein Dienstverhältnis mit 14tägiger Frist zu kündigen, Gebrauch gemacht und gleichzeitig im Interesse der Disziplin unter Vorauszahlung des ganzen Lohnes für die Dauer der Kündigungsfrist auf seine Tätigkeit verzichtet. Die Kündigung des Heinrich, der seine Angriffe gegen die Verwaltung jetzt in dem sozialdemokratischen Mainzer Organ fortsetzt, richtet sich, wie auch unsere Arbeiter wissen, in keiner Weise gegen den bisher von ihm vertretenen Verein oder gegen das Recht der Arbeiter, in Vereinen und Versammlungen ihre Wünsche, die von der Eisenbahnbehörde, so weit sie berechtigt sind, nach Möglichkeit stets gern erfüllt werden, sachgemäß vorzubringen. Die Direktion glaubt vielmehr, nach dem die bis zur äußersten Grenze geübte Nachsicht völlig vergeblich gewesen, durch die Entfernung dieses unbotmäßigen Arbeiters aus dem Staaiseisenbahndienst, in dem zur Wahrung der der Verwaltung anvertrauten, alle Staatsbürger gleichmäßig angehenden gewichtigen Interessen Ordnung und Dienstzucht unter allen Umständen aufrecht erhalten werden müssen, lediglich ihre Pflicht erfüllt zu haben."
Bereinigte Landwirte vsn Frankfurt und Umgegend, ht. Frankfurt a. M.» 8. Januar. Unter außerordentlich starker Beteiligung aus Hessen und Nassau hielten die „Bereinigten Landwirte von Frankfurt und Umgebung" heute eine Generalversammlung, in der zu der seit Wochen schwebenden Trebersrage Stellung genommen wurde. Infolge des trockenen Jahres 1911 hatten die vereinigten Brauereien die Treberpreise erhöht, diese aber nach den letzten futterreichen Jahren nicht wieder erniedrigt. Die Generalversammluna beschloß nach längerer Debatte, den Brauereien gegenüber bei dem Angebot von 1 M. 60 Pf. zu beharren und diesen Preis auf drei Jahre ohne jede Nebenklausel vertraglich festzulegcn. Sin Ausschuß wurde beauftragt, aus dieser Grundlage mit'den Brauereien zu verhandeln. Falls bis zum 13. Januar kein Abschluß zustande gekommen ist, werden die Verhandlungen abgebrochen, und der „Treberkrieg" bricht los. An diese Tagung schloß sich die alljährliche Hauptversammlung der Vereinigung, der als Ehrengäste der Reichstagsabgeordnete Strack und der Provinzlalvorsitzende des Bundes der Landwirte Hatzelmann (Niederneisen) beiwohnten. Nach den üblichen Begrüßungen durch den Vorsitzenden Biehmcmn (Rumpenheim) erstattete Direktor Hirschel den Geschäftsbericht. Dem Verband gehören 88 Ortsgruppen aus Kirrhessen, Oberhessen, Starkenburg und Nassau an. Der Bericht gibt seinem Bedauern darüber Ausdruck, daß durch einzelne Produzenten infolge der letztjährigen Milchüberprodnktion der Milchpreis herabgesetzt sei. Empfohlen wurde eine vermehrte Fleischproduktion. Sodann wurde über ein neues Verfahren zur Herstellung von K u n st m i l ch berichtet In Frankfurt-West stellen die „Sohanawerke" seit längerem Versuche an, aus der Sojabohne und anderen Substanzerl eine Kunstmrlch zu bereiten, die 4 Prozent Fett enthalten und täglich in einer Menge von 60 000 Liter auf den Markt gebracht werden soll. Die Landwirte stehen der Konkurrenz sehr skeptisch gegenüber. An Stelle der freiwillig zurückgetretenen Vorstandsmitglieder Herbel (Nieder-Erlenbach) und Erb (Kloppenheim) wurde Gg. Christian (Unterliederbach) neu in den Vorstand gewählt. Ein ausfiihrlichcr Bortraa deS Reichstagsabgeordneten Landgerichtsrats Strack (Gießen) über den „Wehrbeitrag mit besonderer Berücksichtigung der Landwirtschaft" beschloß die von etwa 600 Delegierten besuchte 10. Generalversammlung.
imlc D-rmstadt. « Januar J„ der heutigen Stadtver- ordnetensttzung gab der Vorsitzende Oberbürgermeister Dr Glassing bekannt, daß die verstorbene Privatierc Lilli C Hev! dahier in ihrem Testament ihr Vermögen. das nicht unbLächt- lich ist. zu zwei Dritteln der Stadt Darmstadt und zu einem Drittel der HEindenansoalt rn Friedberg hinterlassen hat Der Stadt Darwstcvd't wird daber die Verpflichtung nuferlegt den Zinsertrag bes.i br zu stehenden Erbteils in erster Linie dazu zu verwenden laMich bm BeMnri der Schule für den Winter arme, kränkliche und iMvkrchltche, Kinder mit Schuhen zu beschenken, das ere bte Geld aber niemals zu Bauten oder Denkmälern zu verwenden.
avovt unö Spiel.
. * Bobsleighfahren im Taunus. Der BobsleighklnL Taunus
rn Frankfrirt veranstaltet Sonntag, den 11. Januar, « U f w prvviso ifchen.Buhn am Feldbera ein Bobsleigh fahren. Die Abfahrt der Te-rlrwhmer nach Croirberg erfolgt vormittags 8.18 Uhr. Vom FelÄerg aus kann direkt mit Bob zum Start gefahren werden. Das Ziel siegt oberhalb Stockborn Die Bobs, die am Bahnhot Königstein liegen werden mitPferd nach dem Feldberg gezogen. Für Zuschauer, die nicht auf den Feldberg gehen wollen ist die Bobbahn am besten von der Hohemark aus zu erreichen.
sr Deutsche Erfolge per dem Lawu-Tenms-Match Berlin- Paris. Am rvonnecstag nahm aus den gedeckten Plätzen zu Auteuil Hw Lawn-Tennis-Turnier zwischen.dem Lawn- Tenn!s"TurmeMub Berlin und dem TennisKub von Paris seinen Anfang.. Von den 27 Wettspielen, die aus 18 Einzel- und v Doppelspielen bestohen, wurden, eurem Privattelegramm zufolge am ersten Tage 5 Einzelspiele und ein Doppelspiel
