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Morgen-Ausgabe, 1. Blatt.
trauensvotum erteilt wurde, habe es sich nur um die Frage gehandelt, ob die Aussührungen des Kanzler? genügten. Diese Frage war aber zu verneinen. Die Fraktion hatte nicht darüber zu entscheiden, ob Oberst v. Reuter und Leutnant v. Forstner im Unrecht waren oder nicht. Es handelte sich auch nicht darum zu entscheiden, ob die Schuld bei der Militärverwaltung oder bei der Zibilverwaltung lag. Durch, aus falsch sei es auch zu behaupten, die Fraktion hätte mit ihrer Stellungnahme sich für die Französlinge und gegen das Heer ausgesprochen. Jetzt, nachdem der Reichskanzler seine zweite Rede gehalten habe, könne man leicht kritisieren. Der Reichskanzler habe aber selbst anerkannt, daß seine ersten Aussührungen ungenügend waren. Mit aller Entschiedenheit müsse daher der Vorwurf zurückgewiesen werden, daß die nationalliberale Fraktion sich mit den Sozialdemokraten und dem Zentrum gegen das Heer erklärt habe. Auch vom Reichskanzler seien die Motive der bürgerlichen Parteien anerkannt worden, nämlich die Sorge für Recht und Ordnung in Elsaß-Lothringen. Der Reichskanzler hat auch zugegeben, daß nur die Sozialdemo, k r a t i c durch ihr Auftreten eine S o n d e r st e l l'u n g bei dieser Angelegenheit eingenommen hat. Unsere Stellungnahme in jener Sitzung war diktiert von nationalen Gründen. Die Frage war einmal aufgeworfen und sie mußte beantwortet werden. Hätten wir uns der Stimme enthalten, dann hätten wir uns vor dem ganzen Reichstag blamiert, man hätte uns dann wieder einmal mit Recht sagen dürfen, wir könnten zu keinem Entschlüsse kommen. Ganz absurd ist auch der Vorwurf, daß wir mit der Sozialdemokratie zusammengegangen seien. Gerade die Seite, von welcher dieser Vorwurf kommt, die Konservativen, haben oft mit den Sozialdemokraten gestimmt, wenn es gegen die Rationallibe- ralen ging. Der Redner resümierte, daß die Haltung der Fraktion bedingt war aus nationaler Besorgnis, denn der Reichskanzler hatte nichts getan, um diese Besorgnis zu zerstreuen.
* Rücktritt des Oberbürgermeisters in Konstanz. In der Siadtratssitzung zu Konstanz gab Oberbürgermeister Dr. Weber die Erklärung ab, daß er infolge seines leidenden Gesundheitszustandes sich gezwungen fühle, sein Amt niederzulegen. Er beabsichtigt, am 1 . März in den Ruhestand zu treten.
* Keine PersonakverLnderungen im Elsaß? Wie dem >'23. L.-A." aus Straßburg mitgeteilt wird, ist die wieder auf- getauchte Meldung einiger Blätter über einen bevorstehenden Wechsel in den leitenden Regierungs- und Heereskommandostellen grundlos. Sie wird amtlich nicht mehr dementiert, weil sie z u häufig auftritt.
* Ei» Vorkämpfer der Feuerbestattung. Der bekannte Hainburger Rechtsanwalt Dr. B r a ck e n h o e f t, der Gründer des Hamburger Krematoriums und geschäftsleitender Vorsitzender und Syndikus des hainburgischen Vereins für Feuerbestattung, ist am 8. d. M., morgens, an den Folgen einer Gehirnblutung gestorben. Er war vor einigen Tagen von einem Automobil angerannt worden, wobei er eine Gehirnerschütterung erlitten hatte. Brackenhoest, der 68 Jahre alt geworden ist, entfaltete neben seiner beruflichen auch noch eine rege publizistische Tätigkeit. Er hat eine Reihe von Broschüren über die Einführung der Feuerbestattung verfaßt und gehörte zu den eifrigsten und ersten Vorkämpfern für die Einführung der Feuerbestattung in Deutschland.
* Eine Ausleihung preußischer Beamten durch Bayern ist geplant. Wie aus München berichtet wird, hat die bayerische Regierung zur rascheren Durchführung der Flurbereinigung die preußische Regierung um Überlassung einer Anzahl preußischer Landmesser ersucht, da das bayerische Personal nicht imstande ist, die ungeheure Arbeitslast in so kurzer Frist, wie wünschenswert erscheint, allein zu bewältigen. Die preußische Regierung hat die Erfüllung des bayerischen Antrags zugesagt.
* Zur Untersuchung der Zustände auf dem Gebiete des Hypothekenkredits werden am Montag im Reichsamt des Innern die Referenten für die Sachverständigenkommission zusammentreten. Mitte vorigen Monats fand im Reichsamt des Innern zur Vorbereitung der Kommissionsverhandlungen unter dem Vorsitz des Direktors Dr. Lewald eine Sitzung statt, an der außer Kommissaren der beteiligten Reichsressorts auch Vertreter der Regierungen der größeren Bundesstaaten
Miesbaderrer Uggdlait«,
Samstag, 10* Januar 1914,
Nr. 18.
sowie Sachverständige ans dem Gebiet der Praxis und der Wissenschaft teilnehmen. Bei dieser Vorbesprechung wurde die Aufstellung von Referenten beschlossen, die zu Beginn der Kommissionsverhandlungen auf Grund des Fragebogens eine Darlegung der tatsächlichen Verhältnisse, der Mißstände und ihrer Ursachen geben werden.
* Steuerfreiheit der Veteranen. Das Staatsministerium des Herzogtums S a ch s e n - K o b u r g - G o d h a hat verfügt, daß diejenigen Teilnehmer an den Feldzügen der Jahre 1849, 1864, 1866 und 1870/71, die ein steuerpflichtiges Einkommen von weniger wie 1200 M. besitzen, von der staatlichen Einkommensteuer für die Jahre 1914/15 befreit sein sollen. Die Steuerbefreiung erstreckt sich auch auf die in denselben Vermögensverhältnissen lebenden Witwen von Kriegsteilnehmern aus den genannten Feldzügen.
* Noch keine Einigung im Ärztestreit in Breslau. Die zehnstündige Sitzung, die unter dem Vorsitz des Vertreters des Handelsministeriums zwischen Vertretern der Breslauer Ärzte und der Krankenkassen zwecks Herbeiführung einer Einigung stattgefunden hat, ist ergebnislos verlaufen.
* Ein gutes Beispiel für Ausländsdeutsche. Von einem unbekannten Deutschamerikaner sind als Beitrag zu den Kosten der Verstärkung des deutschen Heeres 3000 M. einge- sandt worden. Der Einsender hat dabei gebeten, den Empfang des Geldes im „Deutschen Reichsanzeiger" zu bestätigen, was am Donnerstag geschehen ist.
* Kein Lehrerurlaub zur Abhaltung von Probelektieucu In den Beleidigungsprozessen gegen den Lehrer Lange als Redakteur der „Posener Lehrer-Zeitung" und gegen den Abgeordneten Ernst wegen seiner Angriffe gegen das „Bromberger System" ist ein die Freizügigkeit der dortigen Lehrer beschränkender Regierungserlaß erwähnt worden, der den Lehrern Urlaub zur Abhwltung von Probelektionen verweigert. Nunmehr werden die Maßnahmen der Bromberger Regierung durch einen vonr 29. Dezember 1913 datierten Ministerial- erlaß auf die ganze Monarchie ausgedehnt.
VErlKmeniorischEL.
4vjähriges Jubiläum eines Zcntrumsabgeordneten. Am
10. Januar sind vier Jahrzehnte vergangen, seit der Vertreter des Wahlkreises Neiße, Zentrumsabgeordneter Stiftsrat Horn, zum erstenmal in den deutschen Reichstag gewählt wurde; er hat diesem ohne Unterbrechung seit dem 10. Januar 1874 als Vertreter desselben Wahlkreises angehört. Horn steht im 74. Lebensjahre.
LC. Die Landtagssraktion der Fortschrittlichen Bolks- partei nahm am Donnerstag nach Beendigung der Plenar- verhandlungen ihre Konstituierung vor. Der bisherige erste Vorsitzende, Abg. Dr. Wiemer, erklärte mit Rücksicht auf seine Reichstagstästgkeit und aus die überbürdung mit anderen Geschäften eine Wiederwahl nicht annehmen zu können. An seiner Stelle wurde der Abg. Dr. Pachnicke einstimmig zum ersten Vorsitzenden gewählt. Er nahm die Wahl an und widmete dem Abg. Dr. Wiemer für seine bisherige Tätigkeit herzliche Worte der Anerkennung. Zum ersten Stellvertreter wurde Abg. Kindler, zum zweiten Stellvertreter Abg. Lippmann gewählt. Erster Schriftführer wurde Abg. Delius, zweiter Schriftführer Abg. B ä r w a l d. Das Amt des Schatzmeisters übernahm auch in dieser Session der Abg. R o s e n o w. Zum Schriftführer im Präsidium wurde der Abg. Dt. Mugdan bestimmt; Abg. B l e l l, der bisher als Schriftführer im Präsidium fungierte, soll zum Abteilungsvorsitzenden vorgeschlagen werden. Zu Etatsrednern wurden die Abgg. Dr. Wiemer und Dr. Pachnicke bestimmt. Ferner wurde eine Kommission zur Formulierung von Anträgen unter dem Vorsitz des Abg. Cassel niedergesetzt. Es wurde schließlich von der Fraktion die Einbringung der nachstehenden I n t erp ellati o n beschlossen' „In den letzten Wochen sind zahlreiche Anwohner der Ostseel und der Haffe durch Sturmfluten und über- schwemmuAgen in ihrem Erwerb und Vermögen außerordentlich schwer geschädigt worden. Was gedenkt die Königliche Staatsregierung zu tun, um die hierdurch eingetretenen Notstände zu lindern?"
Yser und Flotts.
Übergabe der Standarten an die neuen Jägerregimenter zu Pferde in Trier. Den Jägerregimentern zu Pferde Nr. 7
und Nr. 8 in Trier wurden in Anwesenheit des Divisionskommandeurs die neuderliehenen Standarten in feierlicher Weise' übergeben. Der Kommandeur des Jägerregiments Nr. 8, Oberstleutnant v. Baumbach, sagte in seiner Ansprache, er hoffe, daß es ihm und dem Regiment noch vergönnt sei, die Fahne ins Gefecht zu tragen, damit die kommenden Geschlechter mi ihrem Schaft die Zeichen des Sieges vermerkt fänden. „Wenn der Kaiser ruft, sind wir bereit. Möge er bald rufen'" Die Feier schloß mit einem Parademarsch.
„Hasenstlvester.
Nachdruck «erboten. D
Mit dem 15. Januar schließt die Hasenjagd. Was von der Familie Lampe noch lebt und mit heilen Knochen und ohne ein heimtückisches Schrotkorn im Gescheide die dreiein- halbmonatige Kampagne überstanden hat, feiert Silvester, Sie sind heute besser daran wie früher, wo sie erst am Abend des letzten Januärtages feiern konnteil, weil aus den Jagdkarten die Rubrik für den Monat Januar noch ein grünes Feld, also Jagdzeit, zeigte. Zwar war es Brauch, daß die Verwaltungsbehörden den Beginn der Schonzeit um vierzehn Tage verfrühten, aber überall geschah es nicht, und mit der angeblich sich freiwillig auferlegien früheren Schonzeit war es bei vielen Jägern eine eigene Sache. „Geld oder Brief?" Sie redeten viel davon, aber den Worten fehlte der Glaube. Jetzt steht der 15. Januar als Hasensilvester unverrückbar fest, und das ist sehr gut; jeder weiß, woran er ist, und kann sich seinen Jagdplan danach einrichten. Gewiß wäre es gut, wenn die Hasenjagd, wie manche wünschen, schon am letzten Dezember geschlossen würde. Der erhöhte Wildbedarf für das Weihnachtsfest könnte vorher noch gedeckt werden, anderseits würden nicht noch Hasen geschossen zu einer Zeit, wo tatsächlich das Fortpflanzungsgeschäft schon begonnen hat.
Häufig begegnet man der Ansicht, daß ein besonders milder Winter gleichbedeutend mit einem darauf folgenden guten Jagdjahr ist. Ein Irrtum. Das unnatürliche Früh- lingswetter, welches manchmal schon im Dezember bte Knospen treiben läßt und die Blume vorzeitig aus dem Winterschlaf weckt, kann den Beginn der Paarzeit um Wochen verfrühen, ja nach den Meldungen der Jagdzeitungen werden öfters schon um Weihnachten frisch gesetzte Junghäschen gefunden und noch mehr irrende Häsinnen geschossen. Kämen diese ersten Sätze glücklich durch b etl Winter, so würde der nächste Herbst eine brillante Hasenjagd bringen. Aber leider gehen sie fast immer infolge einzelner rauher Tage, wie sie auch im mildesten Winter Nicht auszubleiben pflegen, bald ein. Gerade dieser Ausfall ist aber später für das Ergebnis der Hasenjagd so wesentlich, weil damit ein gewichtiger Multiplikator rn Fortfall kommt, denn die jungen Häsinnen der ersten Sätze wurden im Herbst schon selbst wieder Nachzucht gebracht
haben, die im November und Dezember schießbar gewesen wäre. 1
Wie verbessert man seinen Hasenbestand? Der durchweg schlechtere, zum Teil miserable Ausfall der Hasenjagd läßt jetzt, wo es für den hegenden Jäger gilt, die Lücken wieder auszufüllen und für die Zukunft zu sorgen, diese Frage mehr wie je laut werden, obwohl sie für ihn auch in guten Jahren von großer Bedeutung ist, wenn er ein ausge- schossenes Revier übernommen, das er gern schnell wieder "in die Höhe bringen möchte. Mancher ist im Zweifel, wie er das anzustellen hat, denn für wirksame Besserung des Hasenbe» standes kommen verschiedene Faktoren in Betracht.
In einem besonders strengen, schneereichen Winter, wo wochenlang die ganze Natur bei Schnee und Kälte allmählich unter ernem eisigen Rauhreif erstarrte, das Schalenwild darbte und Lampe in die Nähe der Dörfer gerückt war, um nächtlicherweile nahe Kohlgärten und Saaten aufzusuchen fuhren wir mal zu zweien in aller Frühe ins Revier. Das hungerrge Wild war sicher vor uns- Aber spüren wollten iuir ber dem in der Nacht abermals gefallenen . Neuschnee nach Raubzeug aller Art, vor allem nach dem zweibeinigen. Der Mond stand noch am Himmel und bei dem Schnee war es genügend hell. Zuerst wurden die Hecken und Zäune der. -Dorfgarten vorsichtig abgesucht. Zwanzig Schritt vom Wege saß der erste Hase, noch lebendig, in der Drahtschlinge. Aus dem Zaun war unten ein Stück Latte ausgebrochen. Wie gutherzrg von dem biederen Rustikus, den hüngerigem Hasen so einen bequemen Zugang zu seinem Braunkohl zu verschon. Da^ sangt ja gut an! Weiter fanden wir, das ausgedehnte a,ors umichlagend, noch zwei lebende und einen bereits erwürgten Hasen mit der Halskrause qus geglühtem Kupferdrah.. Also ein ganz raffinierter Halunke;' der Anfänger , nimmt den billigen verzinnten Eisendraht, der zum Eck merst bricht. 24 Drahtschlingen, teils noch 'fängisch ge-
^ Un L en ^ el l b rustezogen oder gebrochen, waren das Ergebnis der Rachiuchc. Das war eine ernste Lehre! Was nutzte es, daß der Fagdherr zu allen Jahreszeiten mit allen Mitteln sin! Wild in der Eigcnjagd hegte, beinahe zwei» tausend Mark für die angrenzende bäuerliche Schußjoad zaylte. Eine nette Schutzjagd, wo er augenscheinlich in den Dorfbewohnern so viele stille, aber gut dressierte Teilhaber bc,atz. Kein Wunder, daß die Hasenjagd trotz aller, Schonens
KuZlauö.
G fterrerch-Urrgsrn.
Die tschechische Ausgleichsfrage. Wien, 8. Januar. Ministerpräsident Graf S t ü r g k h richtete an die Vorstände der Parteien Böhmens eine Einladung zu einleitenden Besprechungen in der Angelegenheit der Ausgleichsfragen. Bei den Besprechungen, welche am 20. Januar stattfinden, werden den Parteivertretern von der Regierung Ausarbeitungen vorgelegt, die als Basis für die weiteren Verhandlungen zu dienen bestimmt sind.
Eine ungarische Eisenbahnbrücke nach Serbien. Budapest, 9. Januar. Der ungarische Handelsmini st er teilte der Handelskammer in Szegedin mit, daß in allernächster Zeit die Arbeiten zum Bau der bei Bazias geplanten Eisenbahn- brückc nach Serbien in Angriff genommen und die noch erforderlichen Verhandlungen mit der serbischen Regierung in Verkehrs- und handelspolitischer Hinsicht demnächst gepflogen werden.
Frankreich.
Zur Beschaffung billiger Wohnungen in den Ostgarnisonen. Paris, 8. Januar. Angesichts der Wohnungsteuerung, unter der namentlich die Offiziere in den Garnisonen an der Ostgrenze zu leiden haben, hat sich der Kriegsminister mit dem Minister für Arbeit und soziale Fürsorge ins Einvernehmen gesetzt, damit das vor einiger Zeit beschlossene Gesetz über die Herstellung billiger Wohnungen auch den Offizieren zugute kommen könne. Der „Excelsior" verlangt, daß eine Kommission ernannt werde, welche die Aufgabe haben solle, in den Garnisonsstädten der Ostdepartements die Mietpreise für die Ofsizierswohnungen festzustellen. Man dürfe dadurch zweifellos erreichen, daß die Hausbesitzer, welche den durch die Vermehrung der Besatzungen in den Grenzstädten hervorgerufenen Wohnurigsmangel und die den Offizieren bewilligte Solderhöhung dazu benutzt haben, um ihre Mietspreise zu steigern, ihre Ansprüche verringern würden.
Ein Fleischerstreik in Nizza. Paris, 9. Januar. Wie aus Nizza gemeldet wird, haben die dortigen Fleischhauer ihre Läden geschlossen, um gegen die neuen städtischen Gebühren Einspruch zu erheben. Die Hotelbesitzer hegen die Besorgnis, daß viele Fremden die Stadt verlassen werden, falls dieser Streik nicht bald beigelegt werden würde.
England.
Richard Assheton Croß +. London, 8. Jan. Richard Assheton Croß, einer der hervorragendsten Mitarbeiter Disraelis und der Königin Viftoria, ist gestern im Wer von 61 Jahren gestorben.
Svanlen.
Unruhen bei einer Gemeindewahl. Tortosa, 9 Jan
Bei den Gemeindewahlen kam es zu Unruhen, wobei die Bureaus der Oktroiverwaltung angezündet wurden. Sämtliche Geschäfte sind geschlossen. Die Handwerker arbeiten nicht. Die Zeitungen haben ihr Erscheinen eingestellt. Es ist der Belagerungszustand verhängt worden.
Italien.
Ei» blutiger Zusammenstoß in den Sabinerberge«. Rom,
0. Januar. In Pagliano in den Sabinerbergen kam es zwi- chen den Bauern und den Ortsgendarmen zu einem blutigen Zusammenstoß. 31 Personen wurden verwundet. Das notleidende Landvolk greift auch an anderen Orten des Latiums die Besitzungen der herrschenden Grundbesitzer an.
Nttklanü.
Internationaler Fürsorgekongreß für Geisteskranke.
M/^kau, ^. Januar. Der Internationale Kongreß für öffentliche Fürsorge für Geisteskranke ist heute in Anwesenheit
auf der ganzen Dorffeite nicht hoch zu bringen war; was im Frnchcchr und Sommer herangeschont wurde, siel, wenn Schnee und Kälte Rot brachten, den tückischen Schlingen zum Opfer.
Solche Suchen nach Schlingen mit gleichem Erfolg stehen nicht einzeln da. Wo die Hasenjagd aus unerklärlichen Gründen trotz allen «chonens nicht hoch zu bringen ist, da denke man zunächst an ,org,ame. ständige Überwachung der Umfriedigungen der Dorfgärten. Beseitigung des zwei., beinigen menschlichen Raubtieres ist die wichtigste Hauptmaßregel zur Verbesserung des HasenbestandeS. Erst nachher mutz dann mit dem anderen Raubzeug, die wildernden Haus-- tiere einbegriffen, aufgeräumt werden. Mit Geschick und Energie kann «n geschickter Fallensteller dieses Gesindels Herr werden und sich dabei gleichzeitig eine sehr ansehnliche Einnahme verschaffen. Alles Rauchwerk einschließlich der früher von dem Lumpensammler mit ein paar Nickeln be» zahlten Hasenbalge ,teht heute so hoch im Preise wie noch nie.
Das Aussetzen von Haftm geschieht heute in vielen Revieren gerade unserer Provinz, und man ist mit den Erfolgen im allgemeinen recht zufrieden. Wie jede Blutaus- frischung, hat das Aus,etzen auch bei den Hasen guten Erfolg- die Vermehrung geh^ schneller und die Tiere werden stärker und widerstand'-'fahiger. Selbstverständlich muß aber, wenn der Nutzen dem zugute kommen soll, der die Kosten trägt, das Revier auch ^oß genug sein, oder es muß sich eine Anzahl von Jagdmhabern zu gleichem Zweck zusammentun, denn cs ist' Nicht zu verhuwern, daß die einfach ins Freie gesetzten Haien eventuell weithin auswechseln. Ein Strom oder Fluß verhindert dies wenigstens nach einer Seite. Die Sache kommt gar nicht ,o teuer. Der A l l g e m e i n e Deutsche Jagdschutz-Verem (Generalsekretariat in Berlin tzy Geis- bergstraße So/26, vermittelt für seine Mitglieder den Bezug lebenden. Wildes zum Aussetzer! unter günstigen Bedingungen und die einzelnen Landesvereine gewähren Beihtiffu.
Wenn der 16. Januar gekommen, heißt es bei den meisten Jagern: „Hahn rn Ruh!" Jäger, Hund und Gewehr verfallen nl den Winterschlaf. Aber das sind nicht die rechten. Ber solchen gibt es kein Zuhausehocken. Gerade in den nächsten Wochen und Monaten beißt es im Revier nach dem Rechten ,ehcn! w
Ernst Sch lotfeldt.
