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Abend-AusgaSe, 1. Blatt.
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^cr Öffentlichkeit ist nun vielfach angeregt worden, dief>
Weg weiter zu gehen und womöglich
das gesamte Rüstungswesen, so weit es in den Händen weniger Firmen oder großer Kartelle liegt, in eigene Regie des Staates zu übernehmen.
Es wird nach meiner Ansicht eine der vornehmsten Aufgaben der Kommission sein, durch eingehende Untersuchung für die einzelnen Zweige des Rüstungswesens zunächst einmal festzustellen, inwieweit überhaupt von einer Abhängigkeit des staatlicken Rüstungswesens von den privaten Unternehmungen gesprochen werden kann. Die Kommission wird ferner zu untersuchen haben, ob die Mittel, den reinen Staatsbetrieb für Rüstungslieferungen weiter auszubauen, tatsächlich empfehlenswert ist und ob dem nicht erhebliche wirtschaftspolitische und allgemeine politische 5B& denken entgegenstehen. Bei diesen Untersuchungen werden Vergleiche zwischen den privaten Firmen und den Staatsbetrieben
auf dem Gebiete des Rüstungswesens, so weit sie nebeneinander stehen, angestellt werden müssen. Ferner wird anzustreben sein, auf Gebieten, wo weder der reine Staatsbetrieb noch das Nberwiegen privater Firmen erträglich erscheint, zu Vorschlägen zu gelangen, wie man dem Reiche einen Einfluß aus den Betrieb sichern kann unter Wahrung der notwendigen geschäftlichen Bewegungsfreiheit des Unternehmers. Das kann vielleicht schon geschehen durch andere Formen bei der Vergebung, wobei den Eigenarten des Betriebes Rechnung getragen werden muß.
. Weiterhin werden aber Untersuchungen auf Proben der gemeinwirtschaftlichen Organisation einzelner Zweige des Rüstungswesens erstreckt werden müssen. Diese Gesichtspunkte werden bei Fragen und Anregungen aus der Mitte der Kommission im Auge behalten werden müssen, wobei nichts im Wege steht, dabei auch
Fragen des Schmiergelderunwesens, der kaufmännischen Spionage, des Verfahrens bei der Abnahme und andere Fragen
zu erörtern, die für den einen wie für den anderen Fall des Betriebes von Bedeutung sind und von Bedeutung bleiben werden. Danach hat die Kommission die Methoden der Vergebung bei den Rüstungslieferungen auf die gegenwärtige Zweckmäßigkeit zu prüfen, nicht aber eine Kontrolle über die Reichsverwaltung auszuüben. Das würde ein Eingriff in die verfassungsmäßigen Rechte der gesetzgebenden Körperschaften des Reiches, insbesondere in die Obliegenheiten der B u d g e t k o m m i s s i o n des Reichstags sein, wenn die Konimission Fragen erörtern wollte, die vor das Forum dieser Organe des Reiches gehören. Ich möchte dies noch einmal ausdrücklich betonen, iveil die in der ersten Sitzung gestellten Anregungen und Fragen sich nicht alle in den Grenzen halten, die ihnen nach den Arbeiten der Kommission gesteckt sind. Um auf dieser Grundlage zu einer Organisation der Arbeiten der Rüstungskommission zu kommen, habe ich mit dem geschäftsleitenden Ausschuß Fühlung genommen. Das Ergebnis dieser Besprechung ist in dem Antrag dieses Ausschusses niedergelegt, der folgendermaßen lautet:
Der Herr Vorsitzende wolle für die Erörterung der einzelnen Rüstungslieferungen Referenten ernennen, die im Benehmen mit den beteiligten Ressorts an der Hand von einzelnen Beispielen den gesamten Werdegang bei der Vergebung folgender Lieserungsgegenstände ermitteln und der Kommission das Ergebnis ihrer Ermittelungen vortragen über Bewaffnung und Munition für Infanterie, über Bewaffnung und Munition für Feld- und Fußartillerie sowie Marinegeschütze, über Bekleidung und Ausrüstung, über Mundverpflegung, über Fourage und Remonten, über Sanitätsmaterial, über Kohle, Öle und sonstige Triebmittel, über Grundstücksbeschaffungen, über Bauten, über Fortifikationen und Docks, über Luftfahrzeuge und über Schiffbau und Armierung ausschließlich der Lafetten.
Nach diesem Antrag, gegen den sich k e i n W i d e r s p r u ch erhob und dem ich daher entsprechen werde, werden für die einzelnen Materien die vorgeschlagcnen Referenten, teils Mitglieder des Reichstags, teils sachverständige Mitglieder der Kommission, das Material im Benehmen mit den dabei beteiligten Ressorts zu behandeln haben. Die Ressorts werden sie durch die zuständigen beteiligten Stellen und Dezernenten in der weitgehendsten Weise unterstützen.
Freitag, 8. Januar 1914.
Rr. 14.
Die beteiligten Ressorts werde» den Herren Referenten alle zur Lösung ihrer Aufgabe zweckdienlichen Anfragen beantworten,
so weit das mit dem Wohl des Reiches, den bestehenden gesetzlichen Bestimmungen sowie den etwa bestehenden Verträgen mit den Rüstungslieferanten vereinbar ist. Ich lege Wert daraus, daß die Herren Referenten ihre Arbeiten s o b a l d w i e m ö g l ich beginnen, damit wir die Möglichkeit haben, in den Besitz der Referate zu gelangen. Nach den Äußerungen der Herren Referenten aus den Kreisen der Reichstagsabgeordneten muß ich allerdings befürchten, daß es erst Ostern möglich sein wird, die Referate zu erhalten. Ich hoffe aber, daß es möglich sein wird, die Referate so rechtzeitig fertigzustellen, daß sie vor Ostern gedruckt und in der Osterpause hier in einer Sitzung der Kommission besprochen werden können.
Die Kommission trat darauf in die Erörterung der Beschaffung von Gewehren einschließlich der Maschinengewehre ein. Im Anschluß an die Ausführungen eines Vertreters des Kriegs Ministeriums über die Errechnung der Generalunkosten bei den Staatsbetrieben entspann sich eine Debatte über die von verschiedenen Seiten verneinte Möglichkeit,
für Staatsbetriebe eine.Bilanz nach kaufmännischen Grundsätzen
aufzumachen. Als Sachverständiger wurde der Generaldirektor der Deutschen Waffen- und Munitionsfabriken, Geh. Baurat Dr.-Jng. v. Gontard, und der Äeh. Kommerzienrat Dr.-Jng. v. Mauser gehört. — Hieran schloß sich eine lebhafte Aussprache, die um 7 Uhr abends abgebrochen wurde.
Am Freitagvormittag sollen die Deutschen Waffen- und Munitionsfabriken besichtigt und nachmittags auf Grund der hier gewonnenen Eindrücke die Debatte fortgesetzt werden.
Deutsches Reich.
* Hof- und Personal-Nachrichten. Der Kaiser nahm gestern vormittag im Neuen Palais bei Potsdam die Vorträge des Kriegsministers, Generalleutnants v. Fallenhayn, des Chefs des Generalstabes der Armee, General der Infanterie v. Moltke, und des Chefs des Militärkabinetts, General der Infanterie Freiherrn v. Lyncker, entgegen.
Prinz Eitel Friedrich, der sich seit Montag inkognito als Gast des Herzogs von Ahrenberg in Brüssel aufhielt, wurde dort gestern nachmittag vom Königspaar im Palast empfangen. Der Prinz tritt heute die Rückreise nach Potsdam an.
Kronprinz Georg von Sachsen wird am 15. Januar volljährig und tritt an diesem Tage in die erste sächsische Kammer ein.
* Der Herzog von Braunschweig kommt allein nach Berlin. Er wird bei seinem Antrittsbesuch als regierender Bundesfürst am 16. d. M. von seiner Gemahlin nicht begleitet werden. In seiner Begleitung wird sich außer dem militärischen Gefolge Staatsminister Wolfs befinden. Der Her- zog wird am 16. d. M. vormittags 11 Uhr feierlich eingeholt. Die Abreise dürfte am 18. d. M. abends erfolgen.
* Ein Besuch des Fürsten zu Aeusi j. L. in Dresden. Der regierende Fürst zu Reuß j. L. Heinrich XXVII. ist gestern nachmittag zum Besuche am Königshofe iu Dresden eingetroffeu. Abends 6 Uhr fand im Residenzschlosse Galatafel statt. Zwischen dem König und dem Fürsten wurden herzliche Trink sprüche gewechselt. An die Tafel schloß sich ein Besuch des Königlichen Schauspielhauses an.
* Auszeichnung von Staatsmännern. Dem Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Wirkl. Geheimrat v o n Iagow wurde der Kronenorden 1. Klasse und dem Unter- staatssekretär des Auswärtigen Amtes Wirkl. Geh. Legationsrat Zimmermann der Stern zum Roten Adlerorden 2. Klasse mit Eichenlaub und Schwertern am Ringe verliehen.
* Der Kronprinz über Zabern. Zu den von uns mitgeteilten Auslassungen des Kronprinzen über die Zaberner Angelegenheit bemerkt die „Köln. Ztg.": „Wir verzeichnen diese Auslassungen in der Hoffnung, daß sie sich bewahrheiten wer. den, mit aufrichtiger Genugtuung. Damit würde unsere Kritik der gegenteiligen Auffassung des Kronprinzen, die durch sein angebliches Telegramm an den Obersten v. Reuter veranlaßt worden war, in chrem wesentlichen Teil hinfällig.
Bestehen bleibt aber vor allem der Wunsch, cs möchte in der Zukunft nicht wieder die Möglichkeit geboten werden, den Namen des Thronerben in einer Weise genannt zu sehen, welche die öffentliche Meinung zwingt, dazu kritisch Stellung zu nehmen."
* Eine Schwadron Husaren ans Anlaß der elsaß-lothringischen Kammertaguug bereitgehalten. Vor Eintritt in die Tagesordnung stellte in der gestrigen Sitzung der Zweiten Kammer des elsaß-lothringischen Landtages der Sozialist Böhle an die Regierung die Anfrage, ob es wahr sei, daß in der Nacht vom 6. bis 7. Januar eine Schwadron Husaren in der Kaserne bereit gehalten wurde. Darauf erwiderte Unterstaatssekretär Mandel, daß in bet Kat nach den Belästigungen, die einige Offiziere am ersten Verhandlungstage in der Stadt zu erdulden hatten, eine Schwadron bereit gestellt worden sei, die sich während der Militärgerichts- vechandlung zur Verfügung zu halten hatte. Diese Bereitstellung erfolgte im Einvernehmen zwischen den Zivil- und den Militärbehörden. Die Husaren sollten nur auf V e r l a n g e n der Zivilbehörden in Tätigkeit treten. Die Aufrechterhaltung der Ordnung sei eine Pflicht der Regierung. Besonders aber müsse die Ordnung in der Hauptstadt aufrechterhalten werden. Wir erhoffen von dem gesunden Sinne der Straßburger Bevöllerung, so schloß der Unterstaatssekretär, daß sie ihre besonnene Haltung auch in Zukunft bewahren wird, damit ein Eingreifen des Militärs nicht notwendig wird.
* Eine Untersuchung bei der Post in Zabern. Die Mitteilung des Obersten v. Reuter vor dem Kriegsgericht, daß ihm die Post zwar Hunderte von offenen Schmähkarten pünktlich bestellt, dagegen Zuschriften, die Zustimmungen enthielten, zurückgehalten habe, hat, wie der „Franks. Ztg." aus Kreisen der Postverwaltung mitgeteilt wird, Anlaß zu einer eingehenden Untersuchung gegeben. Diese ist noch nicht abgeschlossen, aber es heißt, daß nach dem, was bisher schon mitgeteilt ist, tatsächlich mit der Möglichkeit gerechnet werden mutz, daß die in Zabern herrschende Stimmung zu Pflichtverletzungen geführt hat, die im deutschen Postdienst für unerhört gelten. Es ist selbstverständlich, daß über das Resultat der abgeschlossenen Untersuchung eine öffentliche amtliche Mitteilung erfolgt.
Zur Reichstagsersatzwahl im Wahlkreise des Grafe» v. Mielzhnski. Durch die Mandatsniederlegung des Grafen v. Mielzhnski ist eine Reichstagsersatzwahl für Samter-Birn- bauni-Obornik erforderlich. Das Mandat, das Graf Micl- zynski bei den letzten Wahlen mit 18 857 gegen 13164 konservative und 1084 sozialdemokratische Stimmen erlangt hat, ist seit 1874 ununterbrochen im Besitz der Polen gewesen und stets im ersten Wahlgang behauptet worden.
* Die Jubiläumsamnestie für Zollvergehen. Anläßlich des Regierungsjubiläums des Kaisers sind in 625 Straf- fällen wegen Zuwiderhandlung gegen die Zollgesetze und sonstigen Vorschriften über indirekte Reichs- und Landesabgaben 612 Personen begnadigt worden. Insgesamt sind rund 38 286 M. Geldstrafe, 7211 M. Wertersatz und 9 Monate und 25 Tage Gefängnis erlassen worden.
Oberbürgermeister Mermuth über die Entwicklung Berlins. In der gestrigen ersten Stadtverordnetenversammlung stellte Oberbürgermeister Wermuth eine Zusammenfassung der städtischen Hoffnungen und Entwürfe auf und wies auf die gewaltige Unternehmung der Nord-Südbahn, den Westhafen und das Schmerzenskind, die Untertunnelung der Linden, hin. Die Groß-Berliner Frage bezeichnet« er als schwerste Sarge. Dann hob er das einträchtige Zusammenarbeiten zwischen Magistrat und Stadtverordnetenversammlung hervor und die Nützlichkeit, wenn das Recht im Streite der Meinungen gewonnen werde. Der Angelpunkt der Tätigkeit beider Körperschaften bleibe, daß zur rechten Zeit eines der städtischen Organe des anderen Hemmung und wiederum zur rechten Zeit eines des anderen Unruhe sei.
Die Hofgängerei des Sozialdemokraten Witti in München ist bei der Geburtstagsfeier des Königs Ludwig vermieden worden. Aus München wird berichtet: Mit der
sogenannten „Hofgängerci" des sozialdemokratischen zweiten Vorstandes im Kollegium der Münchener Gemeinde-Bevollmächtigten Witti scheint gemäß der Forderung des „Vorwärts" Schluß gemacht worden zu sein. Denn bei dem Empfang der Münchener Stadtvertretung durch den König
Feuilleton.
Nus Kunlt und Leben.
* Königliche Schauspiele. Zwei bemerkenswerte Gastspiele fanden in diesen Tagen statt. Am Mittwoch wurde in Beethovens Oper „F i d e l i o" die Partie des Kerkermeisters Rocco nicht, wie gewöhnt, von Herrn Bohnen gegeben — dieser ist bekanntlich zur Mitwirkung bei den „Parsifal"-Auffüh- rnngen nach Berlin berufen —, sondern von unserem früheren Bassisten Herrn S ch w e g l e r. An den lebhaften Beifallsbezeigungen, welche den Hauptdarstellern — namentlich Frl. E n g l c r t h als leidenschaftsvoller „Leonore" — nach den Aktschlüssen dargebracht wurden, durfte auch Herr Schwegler teilhaben: seine Beliebtheit beim hiesigen Publikum zeigte sich noch unvermindert; wie denn auch seinen stimmlichen Mitteln eine unverminderte Frische nachzurühmen blieb. — Gestern gab in der Operette „Die Fledermaus" von Johann Strauß der schon kürzlich hier mit gutem Erfolg aufgetretene Herr Haas (von Breslau) die Rolle des „Eisenstein". Bei dem breiten Raum, der gegenwärtig dem leichtgeschürzten Genre der Operette an unserer Hofbühne eingeräumt ist, war es begreiflich, daß man den etwaigen künftigen Tenorbuffo des Königlichen Theaters auch in einer Operetten-Tenorpartie kennen lernen wollte. Diese Bekanntschaft war erfreulich. Die nette elegante Erscheinung des schlankgewachsenen jungen Künstlers machte günstigen Eindruck. Ein Hauch von unge- suchter Vornehmheit liegt über seiner Darbietung; sein Spiel ist flott und flink, fast feurig; im Dialog wurden alle Pointen hinreichend scharf betont, und auch die gesangliche Wiedergabe gefiel —- dank der hübschen frischen Stimmittel des Gastes und seines keck zugreifenden Vortrags: der weiche Klang des Organs und eine deutliche Textsprache unterstützten hier aufs beste. So. gewann sich Herr Haas schnell die Sympathien des übrigens sehr zahlreich erschienenen Publikums. In Frau Krämer stand dem Gast eine recht fidele „Adele" zur Seite, die zwar im 1. Akt noch mehr zu jenen „Perlen" zu gehören schien, die es eigentlich „nicht nötig haben", deren Darbietung aber im 2. Akt — im drolligen Kampf mit der
Eidechsenschwanz-Schleppe —> an Lebhaftigkeit und Laune ge- lvann. Im Vortrag der Ariette „Mein Herr Marquis" — überraschte Frau Krämer durch gesangliche Fertigkeit: eine allerliebste Koloratur; ein klares, sicheres Stakkato bis in die höchsten Kopftöne; sogar ein Schlutztriller wurde mit Glück riskiert; und die Stimme selbst erfreute durch ihre Rundung und Reinheit. Frau Krämer fand mit Recht allseitigen Beifall. Mit dem „Prinz Orloffsky" versuchte sich Frau B a l z e r — nicht ohne Erfolg. Zwar die (absichtlich?) gleichbleibend steife Armhaltung in der Auftrittsszene störte ein wenig; aber im Ganzen wurde doch der blasierte kleine Schwerenöter niit treffenden Strichen gezeichnet. Die übrigen Mitwirkenden boten Bekanntes: Frau Fried selb t als fesche „Rosalinde"; Herr Scherer als sangesfreudiger „Tenor"; dazu Herr Herrmann, welcher als Gefängnisdirektor Frank den Amüsements des 2. Aktes die Krone aufsetzte, als er den Freundschaftsbund zwischen Frank und Eisenstein verglich mit dem alten Freundschaftsbund zwischen David und — Rosenthal! In der musikalischen Gesamtdarbietung der unverwüstlich frisch anmutenden Operette sorgte gestern Herr Professor Schlar für echt „Weanerschen" Ton. o. D.
Kleine Chronik.
Theater und Literatur. Der Schriftsteller Julius Freund, Verfasser der im Berliner Metropoltheater vielgegebenen Revuen und Operetten, ist Sonntagmittag im Alter von 51 Jahren in P a r t e n k i r ch e n an einem Magenleidcn gestorben.
Das C h r i st u s d r a m a des Großfürsten Konstantin, „Der König von Judäa", dessen öffentliche Aufführung in Rußland verboten ist, wird demnächst vor dem Zaren in Zarskoje Sselo zur Darstellung gelangen. Die wichtigste Rolle des Stücks, Joseph von Arimathia, spielt der Großfürst Konstantin selbst.
Bildende Kunst und Musik. Aus Wien wird den „Leipz. N. N." gemeldet, daß Weingartner erkrankt ist. Der Arzt konstatierte Blutarmut und hochgradige Nervosität. Er verbot ihm jede anstrengende Bühnentätig- kcit. Infolgedessen sagte Weingartner in Hamburg ab, die drei Vorstellungen des „Parsifal" zu dirigieren. Auch seine !
Gattin wird in Hamburg nicht die Kundrh singen. Die im Januar stattfindenden Wiener „philharmonischen Konzerte" aber wird Weingartner, der sich nach Reichenau begeben hat, leiten.
Marie R y l, die bekannte Blumenmalerin, ist heute morgen in München gestorben.
Die „Sinfonietta", das neue Werk Erich Korn- golds, das bereits in Wien großes Aufsehen erregte, fand bei der Erstaufführung ist Köln unter Steinbach einen großen Erfolg. Der 16 jährige Komponist steht bereits auf einer hohen Stufe der Entwicklung.
In Bologna sind mehrere angesehene Bürger zusammengetreten, um dem Komponisten des „Parsifal" eine Gedenktafel zu errichten,^ die an das denkwürdige Ereignis erinnern soll. Durch öffentliche Sammlungen werden die erforderlichen Gelder aufgebracht werden. Die Gedenktafel wiff> in der Vorhalle des Stadttheaters angebracht. Sie soll die Inschrift tragen: 1^ November 1871, erste Aufführung des „Lohengrin"; 1. Januar 1914, erste /Aufführung des „Parsifal".
Unter dem Titel „Volkstümliche Kunst" erscheint ab 1. Januar im Verlag für Volkskunst in Stuttgart eine neue Zeitschrift.
Wissenschaft und Technik. Der König von Bayern hat Männer der Publizistik und eine wissenschaftlich tätige Frau durch den Professortitel ausgezeichnet. Es sind dies der Herausgeber der „Süddeutsch. Monatshefte", P. U. Coß- mann, und der katholischen Zeitschrift „Hochland", Karl Muth, sowie die Aspstentin an der biologischen Versuchsstation für Fischerei, vr. Marianne Plehn in München.
In Basel starb lm gjrtcr von 75 Jahren der Arzt Wilhelm Bernoulli, dessen Herbarium die ganze europäische und besonders die alpine Flora umfaßt und schon vor längerer Zeit dem botanischen Institut der Universität überwiesen wurde.
Bei C a st e l b e l l i n o in der Nähe von Ancona entdeckte der Direktor des archäologischen Museums, Professor Dall'Osso eine vor römische Nekropolis der gallischen Semnonen. Die bisher freigelegten Gräber enthielten zahlreiche Totenbelgaben, wie Schwerter, Vasen und Schmuck- gcgenständc
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