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Nr. 13.

Freitag, 8. Jarmar 1914.

gewiesen ist, an dem die Familien der Besatzungen Wohnung nehmen können und dessen wirtschaftliche Faktoren sich auf die Versorgung bestimmter Schiffsverbandc einrichten können.

Post imö Eisenbahn.

Der Postscheckverkehr. Im Reichspostgebiet ist die Zahl der Kontoinhaber im Postscheckverkehr Ende Dezember 1913 auf 86 400 gestiegen. (Zugang im Monat Dezember 1044.) Auf diesen Postscheckkonten wurden im Dezember 1913 ge­bucht 1662 Millionen Mark Gutschriften und 1650 Millionen Mark Lastschriften. Das Gesamtguthaben der Kontoinhaber betrug im Dezember 1913 durchschnittlich 201,4 Millionen Mark. Im Verkehr der Reichspostscheckämter mit dem Post- sparkassenamt in Wien, der Postsparkasse in Budapest, der belgischen und luxemburgischen Postverwaltung sowie den schweizerischen Postscheckbureaus wurden 8,8 Millionen Mark umgesetzt, und zwar auf 3450 Übertragungen in der Richtung nach und auf 18 180 Übertragungen in der Richtung aus dem Auslande.

Ausland.

Osterreich-Ungorn.

Eine Bitte der Deutschen zur Wahlreform in Galizien. Wien,?. Januar. Eine Abordnung der in Galizien wohnen­den Deutschen erschien heute beim Landmarfchall Grafen G o l u ch o w s k i mit der Bitte, bei der Wahlreform für den galizischen Landtag die Deutschen nicht zu vergessen und der deutschen Bevölkerung einen Wahlbezirk zuzugestehen. Die Abordnung unterbreitete gleichzeitig einen Entwurf hinsicht­lich der Zusammensetzung dieses Wahlbezirkes. Der Land­marschall erklärte sich bereit, an den maßgebenden Stellen den Wunsch der Deutschen zu befürworten.

Türkei

Dschavid-Bei reist nach Paris. WK- Konstanti- «opel, 7. Januar. Der heutige Ministerrat erörterte die Frage der Reformen in Ostanatolien und sodann die Dschavid-Bei zu erteilenden Instruktionen. Dieser soll am 11. Januar nach Paris abreisen, um die Verhandlungen über die finanziellen Fragen und die Eisenbahn­frage fortzusetzen.

klsten.

Die ostasiatische Presse und die Mongolei. Peters­burg, 7. Januar. Die ostasiatische Presse gibt unverhohlen ihrer Ansicht Ausdruck, daß sie den Unabhängigkeits­trau m der Mongolei für a u s g e t r ä u m t hält. Da Rußland alle Wünsche der mongolischen Missioy in Peters­burg zurückgewiesen hat, so könne das Fürstentum, das weder Geld, Waffen noch Ware besitze, sich nicht behaupten und sei gezwungen, sich dem großen chinesischen Nachbarreich zu unterwerfen. Die „russische Freundschaft" wird als eine Irreführung bezeichnet.

Mexiko.

ZwangsturS von Papiergeld. Mexico-City, 7.Jan. Alles in Mexiko vorhandene Papiergeld wurde heute zwangsweise in Uinlauf gesetzt nach Erlaß einer Ver­fügung Huertas, wodurch die Noten aller Staatsbanken als gesetzliches Zahlungsmittel bezeichnet werden und die Annahme für alle Zahlungen obligatorisch ge­macht wird. Die Einlösung dieser Noten soll sichergestellt werden durch Fonds, die von den Ausgabebanken aufgebracht werden. Zur Regulierung dieser Fonds wurde eine Kom­mission eingesetzt.

Luftfahrt.

Die neuen Z-Luftkreuzer. Das Militärluftschiff „Z 5", das zurzeit in Gotha stationiert ist, ist nun von der Militär­verwaltung offiziell abgenommen worden. Das neue Mili- tärluftschiff „Z 7", das in den nächsten Tagen seine erste Probefahrt unternimmt, hat den gleichen Typ tote alle Zeppelinschiffe, nur ist es etwas länger. Als Führer des neuen Militärluftkreuzers, der bekanntlich in Dresden vorerst in der neuen städtischen Zeppelinhalle stationiert wird, ist Hanptmann Gaisert, als zweiter Offizier Oberleutnant Falck vom Luftschifferbataillon Nr. 2 in Dresden vorgesehen. Der neue Lustkreuzer ist das vierte Miliiär-Zeppelinschiff, das mit rein militärischer Besatzung ausgestattet ist.

Ku§ Stabt unb Land.

Wiesbadener Nachrichten.

Dis Versicherung gegen die Arbeitslosigkeit.

Auch in W i e s b a d e n finden Erwägungen statt, ob sich städtischerseits eine Arbeitslosenversicherung einrichten lasse. Unser Magistrat hat bisher auf dem Standpunkt gestanden, daß die Versicherung gegen Arbeitslosigkeit eine Aufgabe des Staats sei. Die preußische Staatsverwaltung ist dagegen an­derer Meinung; sie weist die Fürsorge für Arbeitslose den Kommunen zu, wie sie denn überhaupt nur gar zu sehr ge­neigt ist, alle möglichen Lasten, vor allen Dingen aber die sozialer Natur, den Gemeinden aufzuladen. Daß sich der Wiesbadener Magistrat ernstlich mit dem Problem der Ar­beitslosenversicherung befaßt, geht daraus, hervor, daß er der Stadtverordneten-Versammlung in Kürze eine ^Denk­schrift zugehen lassen wird, in der er diese Angelegenheit, itatürlich unter besonderer Berücksichtigung der örtlichen Ver­hältnisse, ausführlich und gründlich behandelt. Unsere große Nachbarstadt, Frankfurt a. M., ist uns einen Schritt vor­aus: sie hat eine Vorlage zur Einführung der Arbeitslosen­versicherung ausgcarbeitet, die bereits die Kommission passiert hat. In der Vorlage wird über die Organisation der vom Magistrat vorgeschlagenen B e r s i ch e r u n g S k a s s §> gesagt: „Die Mittel, welche die Kasse erhält, setzen sich zusam­men aus dem alljährlich zu bewilligenden Zuschußder Stadt, aus den Beträgen der augeschlosseneii Organisationen urtd der Einzelversicherten und aus s o n st i g e n Z u w e n d u u g e n." Als Zweck der Kasse wird festgestellt: den Organisationen, die arbeitslos ge­wordenen^ Mitgliedern Unterstützung gewähren, die Erfüllung dieser Aufgabe zu erleichtern oder einzelnen Arbeitnehmern, die zur Erlangung der Arbeitslosenunterstützung Beiträge be­zahlt haben, eine solche Unterstützung zu sichern. Die in Frage kommenden Arbeitnehmervereine können «it der Kasse von Jahr zu Jahr einen Vertrag abschliehen, wonach ihnen ein Teil der den Mitgliedern gewährten Arbeitslosenunter- stützung ersetzt wird. Die B e i tr a g s le i st u n g der

MiesösdeKSr TaMatt. Morgen-Ausgabe, 1 . Blatt. _ Seite 3 .

Vereine berechnet sich nach der Gefahrenklasse, der die Mitglieder angehören. Die Beiträge, die die Vereine in den vier Gefahrenklassen zu leisten haben, betragen 2, 5, 10 und 15 Pf. wöchentlich. Bei der Gewährung des teilweise» Ersatzes der von den Vereinen geleisteten Arbeitslosenunter­stützung ist Voraussetzung:

„daß 1. für jedes Vereinsmitglied, das seit einem Jahre in Frankfurt wohnt oder arbeitet und im Haupt­beruf u n s e l b st ä n d i g erwerbstätig ist, für 52 Wochen fortlaufend Wochenbeiträge geleistet worden sind, 2. daß der Grund der Arbeitslosigkeit, während deren Dauer die Unterstützung gezahlt worden ist, nicht in der Person des betreffenden Vereinsmitglieds gelegen hat."

Man sieht also, daß man der Inanspruchnahme der ge­planten Einrichtung durch unwürdige Elemente, vor allem Arbeitsscheuen, von vornherein einen Riegel vorzuschieben sucht. Durch die enge Verbindung der städtischen Arbeitslosen­versicherung mit den Arbeitnehmerorganisationen ist ^eine weitere Gewähr dafür gegeben, daß die Opfer, die die Stadt durch die Einrichtung der Versicherungskasse für Arbeitslosig­keit bringt, in einer Weise Verwendung finden, die ihrem sozialen Zweck entspricht.

Weitere bemerkenswerte Bestimmungen der Kaffe sind die folgenden: Wenn die'Arbeitslosigkeit durch Erwerbs­unfähigkeit verursacht worden ist, so tritt die Versiche­rung erst am Tage der Wiederherstellung in Kraft, da wäh­rend der Krankheit in der Regel andere Versicherungen^ wirk­sam werden. Während der Dauer allgemeiner Aus stände und Aussperrungen ruhen die Verpflichtungen der Kaffe, und zwar auch dann, wenn die Ausständigen oder Aus- gesperrten schon vorher arbeitslos gewesen sind. Die Er­satzleistung beträgt 1 M. täglich, aber höchstens 60 M. innerhalb 82 Wochen für ledige und 1 M. 20 Pf. täglich und höchstens 100 M. im Jahr für verheiratete Mit­glieder. Der Unterstützungssatz der Organisation muß minde­stens 25 Pf. höher sein als der Betrag, den die Kaffe ersetzt. Die Unterstützung darf im ganzen nicht mehr wie 3 M. für den Tag betragen; etwa darüber hinausgehende Beträge haben die Arbeitnehmervereine zur Verlängerung der Unter­stützungsdauer zu verwenden. Eine sehr wichtige und eben­falls die Benutzung der Einrichtung durch Arbeitsscheue er­schwerende Bestimmung ist diese:

„Die arbeitslosen Verein? Mitglieder müssen andere Arbeiten, die ihrem Beruf und ihrem bisherigen Verdienst entsprechen, innerhalb Frankfurts oder zwei Kilometer jenseits der Grenze des Stadtkreises an­nehmen. Weigern sie sich oder versäumen sie die Annahme, so verlängert sich die Wartezeit um 6 Tage, im Wieder­holungsfall um 12 Tage. Besteht bereits ein Ersatzanspruch, so beginnt eine entsprechende neue Wartezeit. Unver­heiratete Arbeitslose, die in Frankfurt oder den benachbarten Gemeinden nicht für Angehörige zu sorgen haben, müssen auch Arbeit an anderen Orten an­nehmen, wenn ihnen das Fahrgeld vergütet wird. Eine Verpflichtung zur Annahme einer Stelle, die durch Streik oder Aussperrung frei geworden ist, besteht nicht."

Schwerwiegender für die Kaffe ist die Versicherung einzelner Arbeiter, also die Selbstversicherung. Zuge- lassen werden hier Arbeiter, die regelmäßig im Hauptberuf unselbständig erwerbstätig und nicht Heimarbeiter sind, die seit 13 Wochen in Frankfurt wohnen oder so lange in der Stadt in ihrem Hauptberuf tätig waren. Die Leute müssen mindestens 2 M. 50 Pf. den Tag in ihrem Hauptberuf ver­dienen, und sie dürfen keinen Anspruch auf anderweitige Arbeitslosenunterstützung haben. Zu den Gründen, die die Versicherung unterbrechen, gehören Erwerbsunfähigkeit, Er­füllung der Wehrpflicht, Verlegung des Wohnsitzes, Aufnahme einer selbständigen Berufstätigkeit und Verbüßung einer Freiheitsstrafe. Das Tagegeld, das den Selbstversicherten für jeden arbeitslosen Wochentag innerhalb 52 Wochen ge­währt wird, beträgt 1 M. für Ledige und 1 M. 20 Pf. für Verheiratete. Jährlich werden an Ledige höchstens 50, an Verheiratete höchstens 80 M. gewährt. Der Wochenbeitrag beträgt je nach der Gefahrenklasse 10, 20, 35 und 45 Pf. Für Mitglieder über 60 Jahre erhöht sich der Beitrag in jeder Klasse um 5 Ps.

Aus diesen Bestimmungen geht hervor, daß man in un­serer Rachbarstadt mit großer Vorsicht an die Lösung des Problems herantritt, auf dessen ungeheure Schwierig­keiten in einem Leitartikel der gestrigen Abend-Ausgabe hin­gewiesen worden ist. , Denn es handelt sich tatsächlich vorerst um einen Versuch, wie die ziemlich niedrigen Unterstützungs­sätze für Selbstversicherte erhellen. Das Beispiel Frankfurts bietet eine gute Handhabe für dre Behandlung derselben An­gelegenheit in unserer Stadt._ - n \

— Schreibstube für stellenlose Kaufleute. Das „Ar­beitsamt Wiesbaden sendet uns zu der in der Morgen-Ausgabe vom 6. d. M. an der Schreibstube für stellen­lose Kaufleute geübten Kritik eme längere Zuschrift, in der zum größten Teil daS gejagt wtrd, was wir in einer Nach­schrift des Artikels bereits ausgeführt haben. Weiter erklärt das Arbeitsamt: „Nicht zutreffend sind ferner

die Angaben deS Einsenders, daß unsere Großstädte mit den Schreibstuben schlechte Erfahrungen gemacht haben und statt der Stellenlosen festengagtertes Personal beschäftigen. Durch die überaus günstigen Erfahrungen anderer Städte mit ihren Schreibstuben machen sich, 111 letzter Zeit noch in einer Reihe anderer Städte Bestrebungen bemerkbar, gemeinnützige Schreibstuben einzurichten. Betrachtet „tan die von den Schreibstuben der Städte Köln und Essen an Stellenlose ge­zahlten Löhne, 10087 M-, oezw. 27985 M. 66 Pf., so sprechen diese Zahlen wohl selbst dafür, welch großes Vertrauen die Einwohnerschaft dieser «tadte solchen Unternehmen entgegen­bringen und wie überaus wohltuend eine derartige soziale Einrichtung wirken kann- Zum Schluß möchte noch gesagt sein, daß die Einrichtung,der Schreibstube durch das Arbeits-' amt keine Konkurrenz für die Privatschreibstuben darstellen soll. Für die gelieferten Arbeiten werden angemessene Preise ge­fordert, die den Stellenlosen eine ihren Leistungen entsprechende Vergütung bieten. Rach der Inanspruchnahme seither Grün­dung bestehen die besten Hoffnungen, daß diese Neueinrich­tung nicht als „Schmerzenskind" in der Versenkung verschwin­det, sondern sich als „Freudenkind" zum Wohl der stellenlosen schreibgewandten Berufe entwickeln dürfte."

— Hygienische Ausstellung. Der bisherige Besuch der Ausstellung im Festsaal des Rathauses bestätigt das große Interesse der Bevölkerung an dieser in hohem Maße volks­hygienischen Veranstaltung. Der Saal bewährt sich auch bei Beleuchtung sehr gut;, die Leitung kann dem Magistrat in hohem Maß dankbar sein für die Überlassung des stattlichen Raums. Besonderen Anklang finden die zum Verkauf auf­gelegten billigen Druckschriften, die geeignet sind, die bei Be­

trachtung der Ausstellungsgegenstände gewonnenen Eindrücke zu vertiefen und zu befestigen. Die ärztlichen Führungen, von denen mindestens drei täglich stattfinden, erleichtern das Verständnis sehr. Die Leitung hofft, daß, das niederdrückende Gefühl, das die dargestellten, oft sehr weitgehenden Zer­störungen in dem Beschauer Hervorrufen mögen, durch die ebenfalls in Wachsuachbildungen dargestellten ausgezeichneten Heilungsrcsultate beseitigt wird, die mit den moder­nen Heilmitteln erzielt werden. Diese Verwüstungen sind eben nur die Folge fehlender oder ungenügender oder ver­kehrter Behandlung durch Kurpfuscher. Wenn durch die Aus­stellung nur die Befolgung der Mahnung erreicht würde: „Bei dem geringsten verdächtigen Symptom sofort zum Arzt!", so kann man mit dem Erfolg der Veranstaltung reichlich zu­frieden sein. Einen Mitzstaud scheint auch hier wieder, wie man uns mitteilt, die verzögerte Benutzung der Vorzugs- k a r t e n für Krankenkassen und Gewerkschaften zu bilden. Wenn die Benutzung der Karten zeitlich nicht besser in Ein­klang kommst mit ihrer Entnahme, so wäre die Leitung ge­zwungen, eine Beschränkung der Gültigkeitsdauer eintreten zu lassen. Sehr zu begrüßen und zur Nachahmung bestens zu empfehlen ist die Unterstützung, welche verschiedene große Firmen der Ausstellung und zugleich der Aufklärung ihrer Arbeiter, zuteil werden lassen. Von verschiedenen Firmen wurde eine große Anzahl von Eintrittskarten zu dem er­mäßigten Preis erworben und den Arbeitern geschenkt.

— Mitteldeutscher Arbeitsnachweisvcrband. Soeben ist der 6. Jahresbericht des Mitteldeutschen Arbeitsnachweisver- bands (Sitz Frankfurt a. M.), umfassend das Großherzogtum Hessen, die Provinz Hessen-Nassau, das Fürstentum Waldeck und die Kreise Kreuznach und Wetzlar, erschienen. Der sehr umfangreiche Bericht bietet eine Fülle von Material zu dem Problem der Arbeitsvermittlung, insbesondere der zweckmäßi­gen Art der Versorgung auch des platten Landes und der Kleinstadt mit Arbeitskräften. Das Zusammenarbeiten von Stadt und Land in der Frage der Arbeitsvermittlung hat sich gut bewährt uns zeigt, daß die Gegensätze zwischen dem städti­schen,und ländlichen Arbeitsmarkt durchaus nicht unüberbrück- bar, sind. So wurden, beispielsweise von den Arbeitsnach­weisen in größeren Städten wieder eine große Anzahl von Arbeitern, in der Hauptsache Durchreisende, auf das Land vermittelt. Im ganzen wurden an Orte außerhalb des Sitzes der Arbeitsnachweise 21977 Arbeitskräfte vermittelt. Die landwirtschaftliche Vermittlung ist von 8141 im Jahre 1911 /12 auf 9956 im Jahre 1912/13 gestiegen. Auch die Lehrstellcn- vermittlung, der sich der Verband seit 2 Jahren annimmt, ent- wickelt sich günstig. Im ganzen wurden im Berichtsjahr von -den Arbeitsnachweisen des Verbands und den mit ihm zu­sammen arbeitenden Organisationen 1468 Lehrstellen besetzt. Alle Fragen des Arbeitsnachweises wurden mit den Berufs­vertretungen, insbesondere den Landwirtschaftskammern, den Handwerkskammern, mit Vertretern der Kreise und der Städte, und zwar der großen Städte sowohl, wie der mitt­leren und kleinen, in wiederkehrenden Beratungen auf das eingehendste behandelt, um die Organisation des Arbeitsnach­weises stets im Einklang mit den besonderen Jntereffen der Landwirtschaft und der einzelnen Gewerbe zu halten. Ein reiches statistisches Material, das im statisttschen Amt der Stadt Frankfurt a. M. zusammengestellt ist, ergänzt den Bericht.

— Feuerbestattung. Von den 1414 im vergangenen Jahr hier verstorbenen Personen sind 199, d. i. über 14 Prozent, teils im hiesigen, teils im Mainzer Krematorium eingeäschert worden. Die vom Gesetz erforderte Erklärung bezüglich ihrer Kremation haben im Jahre 1913 allein bei der zuständigen Stelle im Rathaus nicht weniger als 1142 Personen ab­gegeben. Darnach steht zu erwarten, daß die Zahl der Feuer­bestattungen hier in Wiesbaden sich in nicht allzu ferner Zeit ganz wesentlich vermehren wird. Daß sich auch die Kosten der Feuerbestattungen verringern, ist die stete Sorge des Feuer­bestattungsvereins. Neuerdings hat dieser mit den hiesigen «arglieferanten ein Abkommen getroffen, wonach sie einen einfachen Einäscherunqssarg (selbstredend neben teueren Sargen tn besserer Ausstattung) schon für 35 M. liefern. Bei der Verwendung eines dieser einfacheren Särge für 35 M. trag, der, Feuerbestattungsverein 30 M. zu den Einäscheruugs- kosten seiner Mitglieder bei, so daß die Kosten der Feuer­bestattung in einfachster Form hier in Wiesbaden sich für Mit­glieder des Feuerbestattungsvereins auf 80 M. stellen.

— Unfall. Gestern nachmittag kam der 63 Jahre alte Straßenreiniger Peter Fuhr an der Ecke der Faulbrunnen- und Bleichstraße zu Fall und erlitt dabei einen Knöchelbruch. Die Sanitätswache verbrachte den Verunglückten, nachdem sie ihm einen Notverband angelegt hatte, in das städtische Krankenhaus.

O l l U C l l l i 1 □} e nunus-

nenteinbe. (Eftnononc: Michelsbiug.', Gottesdienst in der Sauvtsynasose: Freitag: abends 4 % Uhr, Sabbat: morgens 9 Uhr. nachmittags 3 Uhr. abends 5 35 Uhr. Gottesdienst int Gemeindesaal: Wochentage: morgens 7)4, Uür, abends

4% Uhr. Die Gemeindebibliothek ist geöffnet: Sonntagvor- mittag von 11 bis 12 Uhr, Dienstagnachmittag von 6 bis 8 Ubr.

^ r ?ch e Kultusgemeinde. Synagoge

ü-rtadr-ichsttatze 33. Freitag: abends 4%l Uh-, SobbÄ:

^ r £ oS /3 i.! r ' Bortrag 10% Uhr. Jugendgottesdienst nach­mittags 2% Uhr, nachmittags 8 Uhr, abends 5,35 Uhr, Wochen­tage: morgens 7% Uhr. abends 4% Ubr.

ch? . mud Thora-Verein Wiesbaden, Nero- , Sabbat-Eingang 4.30, morgens 8,30. Mussaph U15, Vortrag nach Muffavh und Mincha 880. Ausgang 5,40. Wochentags: morgens 7.45. Mrncha und Schiur 4,45, Maarif

Vorberichte über Kunft, Vorträge und verwandtes.

Restdenz-Tbeater. Der Samstag bringt als Neuheit die erstmalige Ausführung des Lustspiels „Die Puppenklinik", das fetzte Werk des vor kurzem verstorbenen Schriftstellers Franz w.^-chönthan, das er im Verein mit Rudolf Presber verfatzte. Dae Handlung schildert die Rückkehr eines modernen Odysseus (Baron Haspe). der nach langen Irrfahrten reumütig zu seiner namilie zurückkehrt. Das Weük wird Sonntagabend wieder­holt, Sonntaguachmittag wird das Schauspiel aus dem Zirkus­leben, „Akrobaten", zu halben Preisen gegeben.

* Wiesbadener Künstler auswärts. Mit großem Erfolg trat vor kurzem Werner L u ck o w in einem Vereinskonzert in Biebrich auf. Der jugendliche Pianist spielte Prslud-e von Chopin, Moment musioal von Schubert und Spinnerlred von Wagner-Liszt,

Must»- und Vortragsabende.

In dem Vorträge des Herrii Paul über das Thema „Der i efl zum Einjährig- Freiwrlligen - Dienst urch die Stenographie" in der Stenographieschule itolze-Schrey (Gewerbeschulgebäude) zeigte Redner, tvie die !--Hörde» bestrebt sind. Personen, die tm.Handwerk, der Tech- ik, Kunst oder Fertigkeit Hervorragendes leisten, durch eine -leichterte Prüfung die Berechtigung zum Einjährig-Frei-