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Wiesbadener Tagblatt.

Avend-Ausgabe, 1. Blatt.

Seite 3.

werfen und eroberte mit der sechsten Kompagnie der Schutz­truppe am 18. Dezember das Hauptdorf Nguku nach hart­näckigem Widerstande. Er begann sofort die Verfolgung des fliehenden Gegners. Auf unserer Seite wurden zwei Sol­daten verwundet. Die Verluste des Gegners sind be­deutend. Ein weiteres Vorgehen scheint noch gegen dm Häuptlinge nördlich und nordöstlich von Nguku erforderlich, soweit sie sich der Aufstandsbewegung anschlossen.

Kurland.

England.

Die Homeruleverhandluugen gescheitert. Londo n.

8. Januar. Der „Daily Telegraph" meldet, daß die Ver­handlungen zwischen dem Ministerium und den konser­vativen Parteiführern, die über eine Lösung in der Homerulefrage geführt wurden, gescheitert sind. Große Schwierigkeit bot der Plan der Annäherung von Ulster an das vereinigte Köyigreich. Die hierüber gepflogene lang­wierige Diskussion brachte kein Ergebnis zutage. Die unio- nistischen Führer erklären, daß ausschließlich neue Par­ka me n t s w a h l en den Konflikt beschwören können.

Joseph Chamberlain parlamentsmüde. London.

7. Januar. Joseph Chamberlain teilte in einem Briese den Wählern Birminghams mit, daß er sich bei Ge­legenheit der nächsten allgemeinen Wahlen von seiner parla­mentarischen Tätigkeit zurückziehe. Er bedauere, den Wahlkreis, den er 37 Jahre vertrat, ausgeben zu müssen, meine jedoch, daß Birmingham einen jüngeren Mann brauche, der an den parlamentarischen Kämpfen tätigen An­teil nehme. Als Nachfolger werden seine Söhne Austen Chamberlain und Neville Chamberlain genannt.

Türkei

Neue französische Treibereien gegen die Militärmission.

Paris, 8. Januar. Ter „Temps" will von gut unterrich­teten russischen Persönlichkeiten gehört haben, daß die Nach­richt von einer russisch-deutschen Verständigung über ^ die Frage der deutschen Militärmisston verfrüht sei. Deutsch»

Iand soll sich dem „Temps" zufolge bei den Verhandlungen mit Rußland sehr unzugänglich gezeigt haben und man soll über die unfreundliche Haltung Deutschlands am Hof­lager des Zaren in Zarskoje Sselo sehr verstimmt sein. Angeblich erklärt man in russischen Kreisen, daß die Schwie­rigkeit deutscherseits von dem Unterstaatssekretär Zimmer­mann ausgehe. Rußland wird vermutlich verlangen, daß General Li man v. Sanders sein Kommando wieder entzogen oder daß der Sitz der Militärmission an einen anderen Platz verlegt wird.

Ku§ §tadt und Land.

Wiesbadener Nachrichten.

— Oberbürgermeister vr. Glässing hat sich gestern abend zur Eröffnung des Herrenhauses nach Berlin begeben und dürste vor Samstag nicht zurückkehren.

— Der ausgestellte „Imperator". Im hiesigen Bureau der Hamburg-Amerika-Linie (Wilhelmstraße 42) ist seit eini­gen Tagen das Modell des neuen Vierschrauben-Schnell- vämpfers „I m p e r a t o r" zur Ausstellung gelangt. Wie der „Imperator" selbst als das größte Wunderwerk der Schiffs­baukunst in allen Teilen der Welt bezeichnet wird, so ist auch dies Modell dazu angetan, allerseits das lebhafteste Interesse hervorzurufen. Hergestellt von der bekannten Firma Chr. Stührmann (Hamburg) im Verhältnis von 1:110, zeigt das Modell eine derartig bis ins einzelne gehende exakte Aus­führung aller äußeren Gegenstände, daß man es mit Recht öL ein Prachtstück kunstgewerblicher Arbeit bezeichnen mutz. Da cs in seinem Innern durch Metallfadenlampener suchtet wird, so gewährt es auch nach eingetretener Dunkelheit einen interessanten Anblick und veranschaulicht vor allem für Me- ienigen, welche niemals einen großen Dampfer nachts auf dem Meer sahen, das wundervolle Bild eines solchen in allen seinen Kajüten und Räumlichkeiten hell erleuchteten schwim­menden Palastes.

— Fröbelkursus. Der von der Mädchen- und Frauen­gruppe für soziale Hilssarbeit im November veranstaltete Fröbelkursus fand allgemeinen Anklang, und auf vielfachen Wunsch beabsichtigt der Vorstand, Mitte Januar einen neuen Kursus einzurichten. Der Unterricht wird wieder von einer staatlich geprüften Kindergärtnerin geleitet und gibt An­leitung zunr Flechten, Ausschneiden, Falten in Papier, Modellieren in Plastelin, zum Herstellen von Puppenmobeln aus Karton, von Körbchen aus Bast und Rohr usw. Derartige Handfertigkeiten sind ganz besonders dazu geeignet, in den Kindern die Freude aur selbständigen Schaffen zu wecken und die kleinen Hände gewissermaßen spielend an sorgfältiges Arbeiten zu gewöhnen und in der Geschicklichkeit zu üben. Der Fröbelkursus bietet Damen die Gelegenheit, sich selbst folche Fertigkeiten anzueignen, unr sich dadurch nutzbringend und unterhaltend mit Kindern in der Familie oder auf sozialem Gebiet beschäftigen zu können. Der Unterricht findet diens­tags und Freitags voii 3 bis 5 Uhr im Saal An der Ring kirche 3 statt. Der Preis für 12 Doppelstunden betragt für Mitglieder 3 M., für Nichtmitglieder 8 M., Ausschließlich des Arbeitsmaterials. Anmeldungen sind baldmöglichst zu richten an die Schriftführerin Fräulein F. L a u tz, Goethestraße 3.

— Schnellere Verbindung mit Berlin. Ab 1. Mai wird man von Frankfurt nach Berlin und umgekehrt iii den schnell­sten Zügen nur etwas über 6 % Stunden fahren. Es handelt sich dabei zunächst nur um den Vormittagszug (Wiesbaden- Frankfurt-Berlin). und den Gegenzug, der 2 Uhr lo Min. mittags in Berlin abgeht. Er kommt jetzt 9 Uhr 23 Min., in Zukunft schon 9 Uhr 7 Min. abends in Frankfurt an. End­punkt des Zuges ist Wiesbaden. Nun hat man, um einen direkten Anschluß an den Berliner Zug in das Saargebiet, nach Lothringen und Paris zu schaffen, den bisher um 8 Uhr 35 Min. abends von Frankfurt abgehenden Schnellzug über Mainz-Gaualgesheim-Saarbrücken-Metz-Paris auf 9 Uhr 15 Min. verschoben, so daß eine neue direkte Verbindung Berlin-Frankfurt-Paris geschaffen ist. Der Zug kommt trotz der späteren Abfahrtszeit genau wie jetzt in Parts an, näm­lich um 8 Uhr 25 Min. vorm, westeur. Zeit. Freilich ist die Verbindung Berlin-Köln-Paris noch immer wesentlich kürzer, aber die Reiseverbindung über Frankfurt wird ständig besser. Man läßt auch die Verbindung mit Rücksicht auf die an den Strecken liegenden zahlreichen Städten immer weiter ausge­stalten. Die kürzere Fahrzeit bis Paris ist dem Entgegen­kommen der französischen Eisenbahnen zu danken. Die Be­

schleunigung nach Berlin hängt mit der am 1. Mai erfolgen­den Inbetriebnahme des Tunnels bei Elm zusammen, die Schnellzüge gewinnen dadurch durchschnittlich 12 Minuten an Fahrzeit, die Personenzüge etwas weniger. Es Ware mehr, wenn man nicht auch eine Entspannung der Fahrzeiten ein­zelner Züge vorgenommen, d. h. sie etwas verlängert hätte, um außergewöhnlich schnelles Fahren zu vermeiden. Die Fahrzeitersparnis kommt erst ab 1. Mai 1916 richtig zur Gel­tung, wenn die Umgehungsbahn bei Bebra fertig ist, wodurch abermals 10 Minuten gewonnen werden. Erst dann werden die Nachbardirektionen ihre Fahrpläne gänzlich umarbeiten, und erst dann wird die Wirkung der verkürzten Strecke und ersparten Fahrzeit richtig in Erscheinung treten. Die An- schlußzüge nach Bayern werden in Zukunft größtenteils in Flieden, z. T. auch in Schlüchtern und Fulda erreicht.

— Trcibjagen. Am Mittwoch fand in der v. Knoopschen Jagd, uns zwar in dem zwischen der Frankfurter Straße und Bierstadt gelegenen Teil, das übliche große Treibjagen statt. Es wurden dabei 856 Hasen zur Strecke gebracht.

— Die Millioncncrbschaft. Zu der angeblichen Millioncn- erbschaft, von der man sich hier erzählt, teilt die betreffende Familie mit, daß wohl von interessierter, im Ausland wohnender Seite Nachforschungen nach der Familie angestcllt worden sind, daß aber von einer Erbschaft vorerst keine Rede ist. Inwieweit eine solche etwa mit den jetzt ermittelten Ver­wandtschaftsverhältnissen zusammenhängt, weiß die Familie selbst nicht. Wir teilen diesen Sachverhalt mit, da die Familie auf Grund der seit einiger Zeit umlaufenden Erb­schaftsgerüchte in der schlimmsten Weise belästigt wird; sie kann sich der Zudringlichen kaum erwehren, von denen sie an- gebettelt oder um Darlehen angegangen wird.

— Die Lchrstellenvcrmittlung des hiesigen Arbeitsamts war im Stadtbezirk eine recht erfolgreiche. Im vergangenen Jahr wurden durch seine Vermittlung 289 Stellen besetzt, darunter 82 außerhalb, gegen 249, bezw. 19 im Jahre vorher. Weniger glücklich waren die Versuche, die umliegenden Ortschaften in den Wirkungskreis des Arbeitsamts einzubeziehen. Bei den gelegentlich der im Ar­beitsamt stattgefundenen Konferenz vom Geschäftsführer Salzer angegebenen und in der Morgen-Ausgabe vom 6 . Januar mitgeteilten Zahlen handelt es sich um die in den umliegenden Ortschaften, nicht aber die im allgemeinen er­zielten Ergebnisse. Die Zusammenkunft diente auch haupt­sächlich dem Zweck der wirksamen Berufsberatung und Lehr­stellenvermittlung auf dem Lande.

— Schwurgericht. Von ihren Funktionen als Ge­schworene gelegentlich der bevorstehenden Tagung des Schwur­gerichts wurden auf ihren Antrag entbunden: Rittmeister a. D. Paul v. Miguel (Wiesbaden, Scheffelstraße 9—10), Kaufmann Wilhelm Frömbgen (Oberlahnstein), Kaufmann August Zobus (Geisenheim) und Bürgermeister Joseph Kundermann (Niederselters). An ihrer Stelle wurden neu ausgelost: Kaufmann Heinr. Müller (Hattenheim), Ingenieur Hans Reifenrath (Niederlahnstein), Hotelier Heinr. Wilhelmy (Langenschwalbach) und Landmann Jakob Groß (Neuhof). — Gelegentlich der Tagung, und zwar am Freitag, den 16., wird noch verhandelt Wider den Bauunternehmer Karl Adam Türner von hier, zurzeit in Untersuchungshaft, wegen aus­wärts begangener versuchter Inbrandsetzung eines Wohn­gebäudes.

— Treue im Dienst. Frau Käthe Bremser bei der Firma A. Weber u. Co. ist nicht 25 Jahre, sondern 41 Jahre im Dienst der Firma tätig, und hat bereits eine Ehrung für 25 Jahre treuer Dienste vom „Vaterländischen Verein" vor längerer Zeit erhalten.

— Ein betrügerischer Uhrmacher trieb in diesen Tagen hier mit Erfolg sein Unwesen. Er entwendete gestern nach­mittag einem Kutscher in der Aarstraße seine Uhr, über deren Reparatur sie vorher miteinander verhandelt hatten, und hieß nachts aus einer Wirtschaft, als der Wirt eingeschlafen war, eine Uhr mitgehen, die hohen Wert hat. In beiden Fällen wurden sofort Nachforschungen, leider bisher ohne Erfolg, angestellt. Drei Pakete, welche der Langfinger bei sich trüst,' ließ er im letzten Fall am Ort der Tat zurück. Sie enthalten Teile von Uhren und wurden bei der Polizei hinterlegt. Der Täter steht in den 30er Lebensjahren und soll aus Mainz stammen. Anzeige gegen den gemeingefährlichen Menschen ist bei der Behörde erstattet.

— Ein schwerer Unfall ereignete sich in der vergangenen Nacht in einem Gasthaus m der Altstadt. Der 63 Jahre alte Taglöhner Chr. Dahlen aus Lorch stürzte, als er sich in sein Zimmer begeben wollte, vom 1. Stock die Treppe herab und blieb zunächst besinnungslos liegen. Er erlitt so schwere Kopfverletzungen, daß er von der Sanitätswache dem städti­schen Krankenhaus zuge,uhrt werden mußte.

vorberichte über Aunst, Vorträge und Verwandtes.

* Kurhaus. Das 7. Zyklus-Konzert morgen Freitag er­öffnet Musikdirektor Schurrch. mit der Ouvertüre zu Rußlan und Ludmilla von Gmn«. alsdann spielt Bronislaw Huber- mann das Violinkonzert von Mendelssohn und nach der Pause I.a clochette von Pagamm. ^en Schluß des Konzertes bildet TschaikowskyS Sxmpsio-ne Pathetique.

Naffaurschs Nachrichten.

Hochwasser in Sicht.

m. Rüdesheirn, 7. 3«tijuar. Nach kurzem Fallen des Rhein Wasserstandes ist das Wau er am Mittel- und, Ob-rchern tu schnellem Steigen begriffen. ^Durch das ständige Tauwetter werden dem Rhein von allen «seiten große Wassermengen M- aeführt so daß eine .Hochwasserperiodie u befürchten ist. In bcn letzten 24 Stunden stieg dos Wasser bei Mannheim um 0.25 Meter, bei KeS um 0.20 Meter, bei Manrz um 0.15 Meter, bei Bingen um 0,11 Meter, bei um 0.25 Meter, bei Kob­lenz um 0.55 Meter und Biet Köln um 0.45 Meter. Das starke Aufschnellen des Pegelstandes bei Koblenz ist durch das starke Steigen der Mosel zu erklären. Auch die Nahe ist sehr stark angeschwollen. Bei Kreuznach hat sie eine Tiefe von über 4 Meter, ivährend <m der Eisenbahnbrücke bei Bingen der Wasserstand etwa 5 Meter beträgt. Der Main ist eben^us in -apidem Steigen begriffen. Verschiedentlich werden schon Maßnahmen gegen Hoovvasser getroffen.

Der Vatermord im Goldenen Grund.

LO. Eisenbach, 7. Januar. Unser Dorf, das erst im Jahre 1912 der Schauplatz eines Verwandtenmords gewesen — hatte doch in der Nacht von 12./18^Mai 1912 die ledige Eva Weimer in Gemeinschaft mit dem Steinbrucharbeiter Heinrich Karst ihren Bruder, den Invaliden Peter Weimer, auf der Schultheitzen-Mühle bei Eisenbach mit einer Bombe in die Luft gesprengt —-, ist, wie schon kurz erwähnt, abermals der Schauplatz eines Mords gewesen. Am Dienstagabend wurde nämlich der 28 Jahre alte Sohn des Landwirts Peter S e ck 4 verhaftet und ins Amtsgerichtsgefängnis nach Camberg über, geführt, da er dringend verdächtig ist, am Montagabend gegen 10 Uhr seinen Vater, mit dem er schon lange Jahre im hef­

tigsten Streit lebte, als dieser von einem Gang zur Apotheke

in Niederselters betrunken heimkehrte und abermals Ausein­andersetzungen hatte, durch zwei Schüsse in den Hinterkopf ge­tötet zu haben. Wie Nachbarn bezeugen sollen, haben sie um die fraglicke Zeit Schüsse im Seckschen Anwesen fallen hören. Um den Anschein zu erwecken, als sei seinem betrunkenen Vater ein Unfall zugestoßen, soll Seck jun., wie die „W. Z. meldet, den Leichnam vor die Haustür gelegt haben, nachdem er vorher mit einem im Keller versteckt ausgefundenen, mrt Blut getränkten Sack die Stelle, wo der Erschossene in seinem Blut zusammengebrochen, gereinigt hatte. Auch an einem Beinkleid des Seck jun. fanden sich Blutspuren. Bei der Über­führung des Seck jun. nach Camberg versuchte die Volks­menge, Lynchjustiz an ihm zu üben.

Ku§ der Umgebung.

Eifersuchtsdrama.

M. Frankfurt a. M., 8. Januar. Heute vormittag spielte ich in dem Hause Höhenstratze 40 ein Eifersuchtsdrama ab, das zwei Opfer erforderte. In dem Hause wohntder Gastwirt Ernst Epple, der ein Zimmer an den 28jährigen buckligen Schneider Rudolf Kleinschrot vermietet bat. Kl. erschoß heute früh die 29 Jahre alte Frau des Epple und dann sich selbst. Aus einem hinterlassenen Briefe geht hervor, daß er die Tat aus Eifersucht begangen hat.

Gerichtssaal.

w. Verrat militärischer Geheimnisse. Berlin, 7. Jan. Wegen Vergehen gegen das Gesetz über Verrat militärischer Geheimnisse waren die Handelsschülerin A n y s a s (Riga), der Filmschauspieler Kiehn und das Stubenmädchen Finck (Cbarlottenburg) angeklagt. Die Verhandlung und auch die Urteilsbegründung fanden iinter Ausschluß der Öffentlichkeit statt. Die Anhsas und Kiehn wurden zu je einem Jahr Ge­fängnis unter Anrechnung von je drei Monaten Unter­suchungshaft, die Finck zu zwei Monaten Gefängnis, die als verbüßt erachtet tvurden, verurteilt.

Zport und §piel.

sr. Der 4. Erzgebirgskamm-Skiwettlauf brachte am dritten

Tage eine Konkurrenz über die zweite Etappe Oberwiesen- thal-KIingenthal und damit die Entscheidung. Es starteten nur 5 Senioren und 10 Junioren; die Strecke !var ungefähr 52 Kilometer lang, davon entfielen ungefähr ein Drittel auf die Landstraße. Der Sieger der ersten Etappe, Kaufmann (Oberwiesenthal), gewann auch diesen Lauf in 5 Stunden 43 Minuten 31% Sekunden; Zweiter wurde Glas (Klingen- rhal) in 5:44; Dritter Backofen (Leipzig) in 6:24:21,1. In der Klasse der Junioren siegte Thomas (Oberwiesenthal) mit 6:33:37%. Das Gesamtklassement stellt sich wie folgt für die beideii Etappen Sebastiansberg-Oberwiesenthal-Klingenthal (etwa 92 Kilometer): 1. Kaufmann (Oberwiesenthal) 9:45:50,2 (Bölkerschlacht-Jubiläumspokal), 2. Glas (Klingenthal) 9:48:35,1, 3. Schönberg (Sauerland) 10:16:10. Junioren: 1. Küttner «Eibenstock) 10:41:88,2, 2. Thomas (Oberwiesenthal) 10:45:20/3. Schunk (Klingenthal) 10:58:23.

sr. Die Oxford-Eanadians, die berühmte Eishockey- Mannschaft, lveilen zurzeit wieder in Berlin. Als erster Gegner stand den Canadiern der Sportklub Charlottcnburg gegenüber. Die Oxford-Canadians siegten nach interessantem Spielverlauf mit 9:2.

Neues aus aller Welt.

Die Wetterlage.

Erneute Sturmflutgcfahr an der Ostseeküste.

Rostock, 8. Januar. Durch die erneut droheride Sturmflut- gefahr finb die Einwohner Rostocks und Warnemündes aufs schwerste beunruhigt. Das zwischen Rostock und Gehlsdorf verkehrende Motorboot hat gestern mittag seine Fahrten einge­stellt. da bic Anlagebrücken überschwemnrt sind. In Warne­münde hat die Flui den Wasserslugzeugplatz und den Macine- flugzeugschupven überschwemmt. Die Waruow ist abermals im Steigen begriffen. Die Flut hat am Gerberbruch und in den aiigrenzenden Straßen die Keller überschwemmt. — Der aus dem Nordwesten kommende Wind ist im Laufe des gestrigen Tages heftiger geworden und nach Nord - Nord - West um- geschlagen. Es begann ein großes Schneetreiben, so daß das Wasser der Warne bis auf nahezu 1 Meter über den Nullpunkt stieg. Über die Kaimauer schlagen bereits die Wafferspriher, und die Häuser in einigen Straßen steheii etwa 1% Meter unter Wasser. Seit gestern nachmittag 3 Uhr ist das Wasser uni 20 Zentimeter gestiegen, so daß die Gefahr einer L-turmflut vorliegt.

Wismar, 7. Januar. Seit heute nachmittag 4 Uhr herrscht bei starkem Südweststurm Hochwasser. Die am Hafen ge­legenen Straßen sind überflutet und das Wasser ist iii die Häuser cingedrungen.

Hochwasser.

Bingen 8. Januar. Durch das starke Anwachsen der Nahe nt me Hochwassergrenze nahezu erreicht. Auch der Rhein und die übrigen Seitenslüsse sind stark gestiegen, auch Main und Mosel führen Hochwasser.

. Dassel, 7. Januar. Infolge des Tawoetters führen Fulda und Weser Hochwasser und sind zum Teil aus den Ufern ge- stvten. Gestern und heute stiegen diese beiden Flüsse um /h. Meter. In Hann.-Mündcn zeigte der Fuldapegel heute m-ckta« 4.8-2 Meter. Das ist der höchste Stand seit einigen Monaten. Die Weser führt iiifolge der Schneeschmelzc und der anhaltenden Regengüsse der letzten Zeit Hochwasser. Auch bon der Oberweser wird weiteres Steigen gemeldet. — Das Tal der L a h n ist fast in seiner ganzen Ausdehnung über­flutet. Viele Ortschaften sind von Hochwasser bedroht. Seit den frühen Morgenstunden herrscht hier wieder heftiges Schneetreiben.

Schnecsturuwerwüstungen in Russland.

Petersburg, 7. Januar. Bei dem letzten furchtbaren Schnee- sturm. der im Gouvernement Saratow herrschte, sind 60 Per­sonen ums Leben gekommen. Nach amtlichen Nachrichten sind die Sturmverwüstungen außerordentlich groß. Auch aus der. anderen Wolga-Bezirken kommen Meldungen, die von starken Schneesturniverheerungen berichten. Biele WenWm sind in dem Schneetreiben umgekommen, jedoch liegen hierüber noch keine genaueti Nachrichten vor.

Ä-

Ein EiscUbahnzusammcnstoß. Duisburg, 7.Januar. Heute vormittag 9.85 Uhr stieß auf dem Bahnhof Wedau ein aus der Richtung Oberhausen-West kommender Gu.erzug in­folge falscher Weichenstellung mit einem nach Duisburg aus­fahrenden Güterzug zusammen. Der Zugführer tzarmsa und der Schaffner Rathler vom aussahrcnden Zuge wurden schwer

Das Ende eines 85iäbrigci, Invaliden. Schwerte, 7. Januar. Seit Freitag voriger Woche wurde der 8b Jahre alte Invalide Johawi Schröder aus dem benachbarten Hennen vermißt. Er hatte sich an dem fraglichen Tage fortbegLben