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macht» und vieles, toas der Fall Zabern hätte schaden können, wieder gut gemacht. Voraussetzung und Bedingung für ein dauerndes, gutes Verhältnis der Reichslande zum Reiche sei aber, daß man dem Lande eine volle Autonomie im' Rahmen des Reiches mit einer Verfassung auf demokratisch- republikanischer Grundlage gäbe. Dazu erwarte man im Elsaß die Hilfe und Unterstützung von ganz Deutschland, vor allem von der Fortschrittlichen Volkspartei." Diese Unterstützung wurde auch vom Vorsitzenden der Tagung nmnens der württembergischen Volkspartei in Aussicht gestellt.
* Ein gemeinsamer Hirtenbrief der deutschen Bischöfe gegen den Geburtenrückgang. Die deutschen Blschöfe haben einen gemeinsamen Hirtenbrief erlassen. An erster Stelle wendet sich der Brief gegen den Geburtenrückgang im Reich, der vor allem eine Folge des Luxus in den oberen Ständen sei, wenn auch das Wohnungselend und die sozialen Miß» stände das Übel gesteigert hätten. Die Bischöfe kündigen an, daß diejenigen Eheleute, die Maßnahmen gegen Kindersegen träfen, von der Lossprechung ihret Sünden und vom Empfang der heiligen Sakramente ausgeschlossen sein sollen. In der Frage der sexuellen Aufklärung der K i n. der empfiehlt der Hirtenbrief, diese nicht in der Schule oder öffentlich, sondern unter vier Augen von Eltern oder Erziehern vorzunehmen. Vor dem Besuch der Kinematographen durch die Jugend warnt der Hirtenbrief eindringlich. Besondere Schülervorstcllungen zum Zwecke ernster Belehrungen sollen nur mit Einschränkung und nach gewissen Geschäftsberufen zugelassen werden. Endlich wendet sich der Hirtenbrief gegen die neue Kleider mode der Frauen, die die Gesundheit schädige und jedem Schönheitsgefühl hohnspreche.
* Eine bildliche Darstellung der Kehlheimcr Jahrhundertfeier. Der Kaiser hat gestern vormittag dem Photographen Obergatzner aus München in der Bildergalerie des königlichen Schlosses in Berlin zu einer Aufnahme für eine bildliche Darstellung der Kehlheimer Jahrhundertfeier gesessen. Es handelt sich um die Zusammenstellung eines etwa vier Quadratmeter großen Bildes, auf dem alle an der Feier beteiligten deutschen Fürsten vereinigt sein sollen.
* Eine bemerkenswerte württembergische Verfügung betr. Ausschluß ausländischer Arbeiter. Die Generaldirektion der württembergischen Staatsbahnen hat eine Verfügung erlassen, wonach bei Bauarbeiten in erster Linie einheimische, bezw. reichsangehörige Arbeiter beschäftigt werden sollen. Im Hinblick auf die gegenwärtigen Verhältnisse des Baumarktes sollen Ausländer tunlichst ferngehalten werden. Bei den von der Eisenbahnverwaltung selbst auszuführenden Arbeiten sollen Ausländer nicht mehr beschäftigt werden.
* Ein Besuch englischer Arbeiter in Berlin? Es besteht der Plan, einen Besuch britischer Angestellter und Arbeiter in Berlin zu veranstalten. Zu dem Besuch sind die Tage vom 10. bis 22. Mai d. I. in Aussicht genommen. Ein Gegenbesuch deutscher Angestellter und Arbeiter in England soll im nächsten Jahre erfolgen.
* Das Schicksal des früheren Gewerkschaftsführers Rexhäuser. Der an anderer Stelle bereits erwähnte Selbstmordversuch von Ludwig Rexhäuser erregt naturgemäß, vor allem in Buchdruckerkreisen, lebhaftes Interesse. Als langjähriger Redakteur des „Korrespondent für Deutschlands Buchdrucker" hat Rexhäuser in Gewerkschaftskämpfen eine bedeutungsvolle Rolle gespielt. Als geborener Bayer focht er mit süddeutschem Temperament für den Gedanken der gewerkschaftlichen Neutralität, und besonders verteidigte er die Errungenschaft der Tarifgemeinschaft im deutschen Buchdruckergewerbe. Hier waren seine H a u p t - g e g n e r die radikalen Sozialisten, und im Kampfe mit diesen war Rexhäuser in seinem Element. Besonders in seinem Wohnorte Leipzig spitzten sich die Verhältnisse sehr scharf zu. Es kam schließlich zu einem Streik der organisierten Buchdrucker in der sozialdemokratischen „Leipziger Volkszeitung". Di- spätere Verständigung führte zum Ausscheiden Rexhäusers aus der Redaktion des „Korrespondenten"; Rexhäuser versuchte sich zunächst als Journalist in der Schweiz, dann an einer linksliberalen Zeitung in Konstanz. Auch den Versuch eines eigenen Organs für seine spezielle gewerkschaftliche und politische Auffassung hat er unternommen, doch war ihm nirgends das Glück mehr hold.
* Arbeitslasendemonstratione» int Rheinland. Gestern
fand in Düsseldorf eine Arbeitslofenversammlung statt, die von etwa 10 000 Personen besucht war. Nach der Versammlung zog ein großer Teil der Arbeitslosen vor das Rathaus, wo 'Rufe wie: „Arbeit und Brot!" laut wurden. Eine
größere Menge versuchte dann auf verschiedenen Wegen nach dem Schloß Jägerhof, der Wohnung des Oberbürgermeisters,
Prunkentfaltung sonst auf manchem Gebiete eine Gefahr bedeutete, nicht hoch genug angerechnet werden, daß er allen Reichtum der Mittel strenge unter die Gebote Richard Wagners stellte. Aber das war nicht bloß mit subalternem Gehorsam geschehen, sondern mit verstehender Liebe, mit edler Freudigkeit. Wagner selbst kommt ja der Lust an Farbe und Glanz willig entgegen. Es ist die Sache seiner ausführenden Jünger, nicht zu blenden, sondern zu erheben. Der Karfreitagszauber und noch mehr die Halle in der Burg, der Einzug der Ritter, der heilige See — das waren szenische Erhabenheiten.
Man soll nicht die Worte Delphi und Athen eitel nennen. Aber mindestens war von einem sinnlich-übersinnlichen Erlebnis ein Bann um die Zuschauer gelegt, so daß sie am Ende das Weihefestspiel „pilgerecht" verließen — nämlich still und andächtig. WaS hier gelang, darf nie und nimmer unterschätzt werden. Bedauern muß mau, daß es nur zur Freude derer gelang, die die teuren Plätze der Hofoper bezahlen können. Wie war der Wille Richard Wagners? »P a r s i f a l
unentgeltlichdem Volke..."
Hermann Krcnzl.
Rurrheater.
Dienstag, den 6. Januar: „Der müde Theodor".
Schwank in drei Akten von Max Real und Max Ferner.
Armer müder Theodor! Wie teuer mußt du deinen kleinen Seitensprung bezahlen! Die Gattin, die Holde, verwaltet sein Vermögen, und als ihm eines Tages eine Rechnung von vierhundert Mark überreicht wird, das Honorar für Gesangstunden, die er einer kleinen Freundin erteilen ließ, da vergreift er sich an der Brillantbrosche der Gattin, versetzt sie und erhält genau vierhundert Mark dafür. Natürlich braucht Theodors Frau die versetzte Broscho gerade in den Tagen, da ne nock auf dem Leihamt ruht. Nun ist guter Rat
Wiesbadener Tagblait.
vorzudringen, wurde aber von einem starken Schutzmannsaufgebot in die benachbarten Straßen zurückgedrängt. — Ju Solingen zogen nach Schluß einer von etwa 1200 Personen besuchten Arbeitslosenversammlung die Massen johlend und pfeifend auf den Marktplatz, um vor dem Oberbürgermeister zu demonstrieren. Die Polizei sperrte die Zugänge zu dem Rathaus ab.
parlamentarisches.
Zur Eröffnung des elsaß-lothringischen Landtages. Die Sitzung der Zweiten Kammer wurde (wie bereits im heutigen Morgenblatt gemeldet) mit einer Rede des Alterspräsidenten Bourger eingeleitet, die im Gegensatz zu der Statthalterrcde sich in bemerkenswerter Weise mir den Vorgängen in Zabern beschäftigte. Wir kommen daher zur Ergänzung des Berichts des Wölfischen Telegraphenbnreaus noch eingehender auf die Ansprache zurück: Der Redner sagte u. a.: „Seit einer Reihe von Jahren werden in diesem Hause Klagen geführt über die in unserem Lande bestehenden militärischen Nebenregierungen und ihre Übeln Folgen für alle, die es angeht. Durch die neulichen ReichStagsverhandlungen ist tatsächlich festgestellt worden, daß das Militär in die elsaß-lothringische Zivilverwaltung eingegriffen hat. Wenn irgend jemand ungeeignet erscheint, über unsere politischen Angelegenheiten ein. maßgebendes Urteil abzugeben, so sind es ganz sicher die ko mm andrer ende n Generale. Diese sind in einseitigen Anschauungen befangen, sie haben keine Fühlung mit der Bevölkerung, mit der Volksseele. Zudem fühlen sie sich mit ihrem Anhang, wie schon hier behauptet worden ist, und wie unlängst ein politischer Beamter der Reichshauptstadt unumwunden erklärte, „fast in Feindesland", wie Sieger gegenüber Be, siegten. Ob mit Recht oder Unrecht, es wird behauptet, daß die von militärischer Seite ausgehenden Berichte über unsere Angelegenheit an maßgebender Stelle höher bewertet zu werden pflegen als die Berichte der politisch allein verantwort, lichen Zivilverwaltung. Wie cs demnach mit der Information Sr. Majestät des Kaisers über unsere Verhältnisse aussieht, davon kann man sich ein Bild machen nach den Mitteilungen, welche man über die militäramtlichen Untersuchungen in der Zaberner Affäre gelesen hat. Ich nehme selbstverständlich an, daß die Offiziere in ihren Berichten ihrer Überzeugung ehrlich Ausdruck gaben. Diese Überzeugung aber beruht auf einer unrichtigen Auffassung der Dinge. Das Militär sollte das Politisieren, wovon es herzlich wenig versteht, den dazu berufenen Stellen überlassen. Sowieso haben diese Stellen schon Mühe genug, das Richtige in der Politik zu treffen. Ob die elsaß-lothringische Regierung in der Zaberner Angelegenheit auf der Höhe ihrer Aufgabe gestanden hat, darüber können die Meinungen auseinandergehen. Durch die bevorstehenden Besprechungen wird man voraussichtlich in dieser Beziehung^ viel erfahren. Mit Genugtuung hat man konstatiert, daß in dieser leidigen Sache die große Mehrzahl unserer altdeutschen Mitbürger — man darf wohl sagen die vernünftigste — mit uns und hinter uns gestanden hat. Vor allem aber sind wir dem Reichstag dankbar für die energische Vertretung unserer Interessen. Vorgänge wie die Zaberner hätten in keinem anderen Bundesstaat sich so weit auswachsen können, weil das Staatsoberhaupt sofort und unmittelbar eingegriffen hätte. Daß so etwas mir in Elsaß-Lothringen Vorkommen konnte, ist der sicherste Beweis für die Unzulänglichkeit unserer verfassungsmäßigen Zustände. Tatsächlich vollkommen geordnete Zustände werden wir dann erst in unserem Lande haben, wenn wir mit den übrigen Bundesstaaten vollständig gleichgestellt sind und eine souveräne Stelle im Laude haben werden." Die Rede des Alterspräsidenten, wurde mit großem Beifall ausgenommen.
Der Entwurf eines Fideikommißgesetzes. Der dem Herrenhaus zugegangene Entwurf eines Fideikommißgesetzes sieht von jeder Beschränkung in bezug aus Bindung von Wald ab, schreibt aber für die Verwendung von landwirtschaftlich genutztem Gelände in Fideikommissen eine Mindestgrenze von 300 und eine Höchstgrenze von 2800 Hektar vor. Damit ferner die fideikommissarische Bindung von Gruird und Boden dem öffentlichen Interesse nicht hindernd im Wege steht, ist vorgesehen, daß von Fideikommissen Gelände aus Rücksicht auf das öffentliche Wohl abverkaust werden kann.
Heer und Flotte.
* Der Kronprinz im Generalstabe. Nach der „Deutschen Tagesztg." wird der Kronprinz im Generalstäbe nacheinander sämtlichen Abteilungen zugeteilt werden, um so die gesamte umfassende Arbeit des Generalstabes bis in ihr
teuer. Eine Lüge nach der anderen spricht Theodor, der, um die vierhundert Mark zu verdienen, nachts im „Grünen Krokodil" als Oberkellner arbeitet, und eine Lüge nach der anderen wird von der tatkräftigen Gattin entkräftet. Schließlich lügt Theodor sich aber doch noch großartig heraus und steht als edler sittenreiner Mensch da.
Der zweite Akt ist entschieden sehr lustig und neu. Er spielt im Hotelzimmer des „Grünen Krokodil", in dem sich, durch die Zerstreutheit des Hoteldirektors, der das Schlafzimmer immer wieder vermietet, drei Parteien treffen, die sich lieber aus dem Wege gingen. Schließlich sind die beiden Betten „bewohnt", die jeweiligen Eigentümer merken cs erst ini Laufe der Zeit, und durch allerlei „Zufälligketten" verbringt sogar Theodors Gattin als Krankenschwester bie_ Nacht am Bette eines Schwerkcanken. Der Schwerkranke ist niemand anders als ihr eigener Mann, der es übernommen hat, diese Rolle zu spielen, um einem anderen aus der Verlegenheit zu helfen und um selbst dabei die restierendcn 15/75 M. zu verdienen, die er noch zur Einlösung der Brosche benötigt.
Endlich wurde dann Theodor, der durch den anstrengenden Nachtdienst immer am Tage im Kreise der Seinen einschläft, von allen Qualen erlöst. Er konnte schlafen gehen — das Publikum auch, denn es war reichlich spät geworden. Das Tempo dürfte flotter sein und die Pausen kürzer. Der Schwank würde dadurch ganz erheblich gewinnen. Derartiger Unsinn muß unbedingt schnell heruntergespielt werden niemand darf Zeit haben, über das Gesehene in den Pausen nachgudenken.
Um die Aufführung machten sich besonders die Herren Suschanek (müder Theodor) und Römer (Lehrer) verdient. Herr Suschanek hatte eigentlich gar keine Zeit, müde zu sein, den ganzen Abend stand er auf der Bühne und spielte seine große Rolle mit viel Geschick und Humor. Herr Römer war noch besser, da er wieder eine feine Type schuf, scharf charakterisierte und nicht übertrieb.
Nr. 10, Milltvoch, t* Januar 1914.
innerstes Getriebe kennen zu lernen. Auch nimmt er an sämtlichen taktischen Arbeiten teil.
Schifssnachrichtcu. Eingetroffen: S. M. S. „Nürnberg" am 3. Januar in Topolobampo; S. M. S. „Breslau" und „Geier" in Bojana am 5. Januar. S. M. Tpdbt. „L. 90" am 6. Januar in Schanghai.
Kusland.
Frankreich.
5« Millionen Ersparnisse im Budget für 1914. Paris,
7. Januar. Der Finanzminister Caillaux richtete an den Obmann des Budgetausschusses Cochery ein Schreiben, in dem er ihm mitteilt, daß es ihm dank der Mithilfe der übrrgen Minister gelungen sei, für das Budget des Jahres 1914 Ersparungen üm Betrage von 80 Millionen zu erzielen, ohne die einzelnen Dienstzweige im geringsten zu schädigen oder sich I der Gefahr eines RachtragskrediteS auszusetzen. Das Ministerium habe den festen Willen, auf diesem Wege zu beharren. Der „Radical", das Blatt Caillaux', schreibt, daß s diese 50 Millionen für Frankreich ein um so schätzenswerteres , Neujahrsgeschenk bilden, als es sich bei diesen Ersparungen ! um die schwierige Aufgabe handelte, einen bereits dem Parlamente vorgelegten Budgetentwurs abzuändern.
Tod eines konservativen Parlamentariers. Paris,
7. Januar. Der Herzog von Rohan, Deputierter des Depar- ,: tements Morbihan, ist heute im Alter von 79 Jahren gestorben. Er war seit 1877 ununterbrochen Mitglied der französischen Kammer und gehörte der äußersten Reckten an. In de? Pariser Gesellschaft spielte er eine der ersten Rollen. Sein Wahlkreis, das Arrondissement von Ploörmel, ist ihm stets treu geblieben. Rohan selbst war einer der letzten Royalisten, die es abgelehnt haben, sich auf den Boden der Republik zu stellen. Er stand in verwandtschaftlichen Be- ziehungen mit dem früheren deutschen Botschafter Fürsten R a d o l i n und durch seine Tochter mit der bonapartistischen Familie der Murat. Durch den Fürsten Radolin wurde er vor mehreren Jahren in Kiel, wo er während mehrerer Fahre regelmäßig mit seiner Jacht erschien, dem Kaiser vorge- stellt.
England.
Ein neuer Unterstratsickretär im KriegSamt. London, 6. Januar. Amtlich wird gemeldet: Der bisherige
Hilfssekretär im Kriegsamt Sir Reginald B r a d e ist an Stelle von Sir Edward Ward zum Unterstaatss^retär im Kriegsamt ernannt worden. Wie der „Daily Telegraph" meldet, wird Ward morgen zurücktreten.
Italien.
Ein Empfang deutscher Handwerker beim Papst. Rom, 6. Januar. Der Papst empfing heute 150 junge Leute des Vereins katholischer Handwerker in Deutschland, die von Pfarrer Hnrth geführt wurden. Pfarrer Henzler versicherte dem Papst im Namen der jungen Leute ihre Ergebenheit urab bat ihn um den apostolischen Segen stör den Verein und für die Fahne des Verbandes der katholischen Handwerker, der die Feier seines 50jährigen Bestehens beging. Der Papst dankte in seiner Antwort und wünschte dem Verein alles Gute. Nachdem Pfarrer Henzler die Worte des Papstes ins Deutsche zusammengefaßt hatte, erteilte der Papst seinen Segen und verließ dann den Saal unter den Zurufen der Anwesenden. Der Ausschuß des Verbandes und das römische Komitee statteten darauf Mcrry bei Val einen Besuch ab.
Nutzland.
Neue Schritte in der Frage der deutschen Militärmissiou? Petersburg, 7. Januar. Die „Ruskoje Slovo" erfährt aus autoritativer (?) russischer Quelle, daß Rußland in der Frage der deutschen Militärmission in den nächsten Tagen neue energische Schritte unternehmen wird.
Eine Tripelentente-Revue in Petersburg? Petersburg, 6. Januar. Die Meldungen von einem im laufenden Fahre bevorstehenden Besuch des Präsidenten PoincarA werden hier bestätigt. Es gilt für nicht auSgeschloffen, daß der Besuch des Präsidenten mit der Anwesenheit der englischen Königsfamilie zusammenfallen wird, die im Laufe dieses Sommers die Höfe der Großmächte auszusuchen gedenkt.
Verhaftung eines Spions in Libau. Riga, 6. Januar. In Libau wurde ein russischer Student unter dem Verdacht der Spionage verhaftet. Man fand bei ihm 80 Aufnahmen von den Festungen des Wilnaer Militärbezirks.
Zu nennen wären dann noch die Damen Krüger, Waizenegger, Reval und v. d. Lich sowie die Herren': Puschacher und Vogel.
Der Schwank wurde von der, wenig zahlreichen Zuschauern mit vielem beifälligen Lachen ausgenommen.
B. v. H-
Aus Kunst und Leben.
Theater und Literatur. Ju Hamburg starb avl Sonntag der Nestor der Hamburger Schriftsteller Otto S ch r e y c r im Alter von 82 Jahren.
Bildende Kunst und Musik. Aus London wird uns berichtet: Der englische Kunsthändler Franz Sabin, der
dieser Tage von einer Reise aus Holland nach London zurückgekehrt ist, hat in seine Heimat einen Schatz mitgebracht, dessen Übergang in den englischen Kunsthandel in Holland zweifellos nicht geringes Aufsehen machen wird:. er hat zwo« einzigartige Re mb ran dt- Reliquien durch! Kauf erworben, das elfenbeinerne Palettenmesscr und derst Malstock aus Schildpatt, mit denen Reuckrandt gearbeitet: hatte. An der Echtheit der Reliquien ist nicht zu zweifeln-! Auf einem beiliegenden Pergament haben seit dem Jahre, 1660 alle Besitzer der beiden Gegenstände ihren Namen eingc- zeichnet. Dabei zeigt sich, daß das Palettenmesser und bei Malstock des großen Meisters unmittelbar nach seinem Tode von Jakob van Ruisdael für 13 Gulden gekauft wurden? „Ich will sie mein ganzes Leben lang in Verehrung für den großen Meister belvahren", schrieb Ruisdael auf das Pergament, das den Sachen beilag. Vom Jahre 1890 ab befanden sich diese Rembrandt-Reliqnien im Besitze einer holländischen Familie, von der sie der englische Kunsthändler erwovben und nun nach London entführt hat. Dort ruhen sie jetzt bei den, berühmten Browning-Briefen, die derselbe Händler im Mafi vorigen JahrcS aufkaufte.
