Einzelbild herunterladen
 

Nr. S.

Mittwoch, V. Januar 1814.

Pokale in die L.1-Klasse und 19-MeterkIasse, und der Samoa-

Pokal, wie gewohnt, in die Sonderklasse. Der Ermunterungs- prers wird als erster Klassenpreis am 2. Juli, die Kaiserpokale ebenfalls als erster Klassenpreis am 3. Juli ausgesegelt. Der «amoa-Pokal wird, wie bisher, von dem Sieger zweier kennen der Sonderklasse als Klassenpreis des Entscheidungs­rennens gewonnen. Außer diesen Preisen hat der Kaiser noch euren zweiten Preis für die Jachten der Klasse AI in der

Wettfahrt am 5. Juli gegeben.

.. pr. Der Prinz-Heinrich-Flug 1914 wird nach der nun end­gültig festgelegten Flugstrecke am 17. Mai in Darmstadt be- Zrnnen und über Mannheim, Pforzheim, Speier und Worms nach Frankfurt a. M. führen. Am zweiten Flugtag haben die Konkurrenten daun die Strecke Frankfurt a. M., Wies­baden^ Köln a. Rh., Frankfurt a. M. zurückzulegen; die "ilte Etappe berührt von Frankfurt a. M. aus Marburg, Kassel und Braunschweig und endet in Hamburg. Die vierte ssagesetappe geht von Hamburg über Hannover, Minden, Herfurt, Bielefeld, Münster, Osnabrück und Bremen wieder nach Hamburg zurück. Am fünften Tage wird dann zwischen Hamburg und Köln eine strategische Aufklärungsübung veran­staltet; eine weitere Aufklärungsübung ist noch für den -a. Mai in der Umgebung von Köln vorgesehen.

^ sr. Die Bobmeisterschaft von Baden kam am Sonntag in ^rrberg (Schwarzwald) zur Entscheidung. Sieger wurde ^^Triberger Meckel, der die 1400 Meter lange Strecke in l Minute 42,4 Sekunden zurücklegtc.

sr. Der 2. Fußball-Städtekampf Berlin-Paris gelangt nunmehr am 10. Mai in der Reichshauptstadt zum Austrag. 7 -er erste Kampf im Vorjahr sah die französischen Reprä­sentativen wider Erwarten mit 1:0 als knappe Sieger.

er. Der Edinburger Marathon-Lauf für Berufsläufer ram über 15 englische Meilen in den Powderhall-Grounds °um Austrag. Bis zur 11. Meile hatten Kolehmainen, Mac s^rae, Holmer und Dinning abwechselnd die Spitze. Holmer stegte schließlich mit 20 Yards Vorsprung in der guten Zeit om 1 Stunde 22 Min. 12 Sek. gegen Dinning, der Kohlemainen noch den zweiten Platz abringen konnte.

st. Die österreichische Herrenmeisterschaft im Kunstlaufen wurde am Sonntag bei dem internationalen Kunstlaufen un- wr der Leitung des Cottage Eislaufvereins in Wien aus- petragen. In der Herrenmeisterschaft siegte Willy Boeckel 'Mt 387,35 Punkten vor Ernst Oppacker mit 331,4 Punkten und Erwin Schwarzbeck. Das internationale D a m e n k u n st- laufen gewann Fräulein Angela Hanka mit 228*/ Punkten vor Fräulein Paula Zalandek.

sr. Die große amerikanische Automobil-Ausstellung, die

ihrer Art, wurde in New York im Zentral-Palast er­öffnet. Die Beteiligung ist nicht gleich so stark wie in: Bor- J, ü 7 r , immerhin umfaßt die Ausstellung, die auf amerikanische Firmen beschränkt ist, 500 Wagen. Gleichzeitig mit dieser amerikanischen Automobil-Ausstellung findet für die Vertreter ausländischer Firmen eine zweite Schau statt, die jedoch nur bering beschickt ist; u. a. haben dort die deutschen Firmen Mercedes und Benz ihre Wagen ausgestellt.

Msrges-AusgaLe, 1. Blatt.

Sette 5,

vermischtes.

.. Die Reujahrsgriiße des Weltverkehrs. Die V-erkehrs- mstalten haben auch in diesem Jahre wieder wertvolle Reü- whrskcirten ausgetauscht, wenn auch hier die nüchterne Zeit- stromung die alte Sitte etwas eingeschränkt zu haben scheint. Pan den Berliner Ämtern hat das Postzeitungsamt eine An­sicht seines Gebäudes, umrahmt von seinen Schützlingen, den Zeitungen, verschickt. Das Telegraphenamt Börse sendet eine hübsche Ansicht der Friedrichsbrücke. Aus Tempelhof kommt eine anschauliche Abbildung des dortigen Telegraphenzeug­amts. Von den Oberpostdirektionen schickt Köln, das beson­dere Beziehungen zum Weltverkehr hat, eine hübsche Neu­jahrskarte, ebenso das dortige Bahnpostamt. Schöne Ansichten kommen von Hamburg, Kassel usw. Nürnberg 2 verschickt ^ne bunte Abbildung eines Teils der malerischen Stadt, oürth das Erholungsheim in Tutzing. Das Bahnpostamt Stuttgart zeigt auf seiner Karte eine Zeppeline, den Stolz Schwabens. Die am meisten malerische Karte kommt von den deutschen Postanstalten in Marokko, Glückwünsche auch van Konstantinopel. Im Ausland haben sich besonders die öster- rerchischen Bahuposteu, Linz usw., beteiligt. Auch aus Budapest wmmeu schöne Ansichten der Donaustadt. Es liegen ferner ksrüße vor von dem Haag, Amsterdam, Rotterdam, Cettinje, -iwei aus Tokio usw.

Riesen,zahlen des New Yorker Verkehrs. Die Veröffent- uchungen der New Yorker Statistik über die Inanspruchnahme d'r städtischen Verkehrseinrichtungen gewähren ein imposan­tes Bild von dem Hasten und Treiben der großen amerika- 'nschen Metropole. Die Hochbahnen, Untergrundbahnen und ^ffaßenbahnen der einzelnen New Yorker Stadtteile ver- Kichneten in der Zeit vom 30. Juni 1912 bis zum 30. Juni dieses JabreS folgende Passagierzahlen: Manbattan

1 112 908 282, Bronx 74711435, Brooklyn 521233931, pueenS 47 467 014, Richmond 13 578 066. Die billigen Ver­kehrsmittel sind somit von rund 770 Millionen Passagieren in Anspruch genommen worden. Die entsprechenden Verkehrs- Gesellschaften haben im Laufe des Jahres nicht weniger als 88 494 465 Dollar eingenommen, also mehr als 370 Mil­lionen Mark. Zu der Zahl der New Yorker, die sich der Untergrundbahn, der Hochbahn und der, Straßenbahnen be­dienen, treten nun noch die Masse jener Bürger, die das Fahr­rad, den Wagen, das Motorrad und dcks Auto benutzen; hier- "k"'- liegen naturgemäß genaue statistische Ziffern nicht vor.

Smmi cuiqwe. Der wegen seines ätzenden Witzes be­kannte Genmaldirektm einer Berliner Großbank wird von esN"m militärischen Devositenkunden um seine Meinung über ne Verluste be>m Fürstentrust befragt. . Wissen Sie zufällig, Ereellenz wie die erste Besetzung des Aufsichtsnats mit Christen 'Ad mit Juden gewesen ist?" fr««* der Finanzmann zu stick. .Gewiß. Es saßen sieben Christen und ein jüdischer Herr darin" ..Na dann ist der Fall dock. klar. Oder glauben Ep-ellenz mit sieben jüdischen Generälen 'ne Schlacht ge­wannen zu können?"

Neues aus aller Welt.

Zur Ermordung des Lehrers in O-ueiderbach. p u est d e r b a ch bei Landstuhl, 6. Januar. Zu der am Sonntagabend hier verübten Mordtat wird noch berichtet, ostß der 46 Jahre alte Lehrer Wesener erschlagen und Aicht erschossen worden ist. Die Tat geschah dicht bei per Wohnung des Lehrers., Mit einem Wagenreil wurde ihm ein wuchtiger Schlag auf den Kopf verseht, so daß die rechte Gesichtshälfte vollständig zerschmettert und das Gehirn bloß­

gelegt wurde. Zwei Arbeiter wurden festgenommen, be­streiten aber, die Täter zu sein. Der Beweggrund der Tat ist ebenfalls noch nicht aufgeklärt.

Das Unwetter auf Sizilien. Rom, 6. Januar. Ein furchtbarer Sturm herrscht seit gestern auf der Insel Sizilien. Bereits seit 24 Stunden geht über Palermo ohne Unterlaß ein sintflutartiger Regen nieder. Viele Flüsse sind aus ihren Ufern getreten. Weite Strecken Landes sind völlig über­schwemmt. ^ Auch der Eisenbahnverkehr ist empfindlich gestört. Mehrere Züge entgleisten, ein anderer fiel in einen Fluß. Glücklicherweise sind Verluste an Menschenleben nicht zu beklagen.

Das Opfer einer unsinnigen Wette. Berlin, 6. Jan. Der in Alt-Glienicke wohnende 35 Jahre alte Kellner Becker ging ruit einem dortigen Landwirt eine Wette ein, für 2000 Mark zwölf Stunden, nur mit Unterhemd und Hose bekleidet, sowie barfuß und ohne Kopfbedeckung im Schnee zu laufen, und zioar sollte sich die Tour bis nach Adlershof ausdehnen. B. machte sich in der Nacht zum Samstag um 3 Uhr auf den Weg. Er war schon über Schönfeld, Bohnsdors und Alt- Glienicke nach dem Alt-Glienicker Windmühlenberg gekommen. Dort aber brach er nach sechsstündiger Wanderung bewußtlos zusammen. Sein Zustand ist so bedenklich, daß er seine An gehörigen nicht mehr erkennt und man das Schlimmste be­fürchtet.

Die Hochzeit vor Toresschluß. New York, 6. Januar. Im Staate Wisconsin gab es an diesem Silvester eine ganz besondere Aufregung; an diesem Abend, an dem sonst die Geschäfte ruhen, hatten die Standesbeamten alle Hände voll zu tun, und ihre Bureaus waren so voll, daß sie bis Mitter­nacht offen bleiben mutzten. Immer neue Pärchen drängten bercm, die durchaus noch vor Anbruch des neuen Jahres in den Hafen der Ehe einlaufen wollten. Der Grund für diese merkwürdige Eilfertigkeit lag darin, daß am 1. Januar ein neues Ehegesch in Kraft trat, das eine genaue ärztliche Unter­suchung für Braut und Bräutigam verlangt, von deren Aus­fall die Gewährung der Heiratserlaubnis abhängt. Die Be­stimmungen sind aber im einzelnen so unklar, daß die Standesbeamten sich überhaupt weigern, Leute zu trauen, bis alles geklärt ist. Und daher hatten es die Silvesterbräute von Wisconsin so eilig.

Dreifacher Mord und Selbstmord. Madrid, 6. Jan. In dem Marktflecken Berbecal erschoß der älteste Sohn des kürzlich verstorbenen Großgrundbesitzers Palacios wegen eines Erbschaftsstreites seine Mutter und seine beiden Ge­schwister und entleibte sich sodann.

Ein Licbcsdrama. Kiel, 6. Januar. Gestern abend erschoß der Kellner Hingst seine Braut, die Schneiderin Zeit, dro das Verhältnis mit ihm lösen wollte. Hingst durchschnitt sich hierauf mit einem Rasiermesser die Kehle.

Ein frecher Einüruchsdiebstahl. Krakau. 5. Januar.

Schlosse des o'ursteu Sapicha hmrfre heute nacht ein frecher Erubruchsdrebstahl verübt. Mehrere silberne Vasen von hohem Wert wurden entwendet - Ä 1 '?' im Peloponnes. Athen, 5. Januar. In Elis

rm Peloponnes sind gestern Erdstöße verspürt worden, die längere Zeit andauerten. '

Letzte vrahtberichte.

Das rrronprinzentelegramin.

4 r Berlin, 6. Januar. (Erg. Drahtber. d. „Wiesb. Tagbl. .) Das Hofmarschallamt weist in seinem Dementi daraufhin,, daß der Kronprinz niemals mit Friedrich Wilhelm, sondern mit „Wilhelm" unterzeich­net. Das Dementi laßt es n icht nur an der sonst i- gen Entschiedenheit fehlen; die Frage, ob der Kronprinz u b e r h a u p t, sei es an den komman­dierenden General, fei es an den Obersten, tele­graphiert hat. bleibt auch jetzt noch offen Mit Recht bemerkt die „Voss. Ztg.", daß solche'Kund­gebungen,"wenn sie sich bestätigen, nach der vom Kaiser und der Rerchsregierung angestvebten Beruhigung der Gemüter nur neue Aufregungen erzeugen müssen Das „B e r I. Ta g b l." erinnert daran, daß dieses schroffe und demonstrative Einschreiten des Kronprinzen in einen politischen Konflikt nicht vereinzelt sei und ruft die Ermneming wach an das Verhalten des Kron­prinzen in der Reichstagsloge bei den Marokkodebatten an den Brief des Kronprinzen an den Reichskanzler in der braunschweigischen Frage und führt dann wie folat aus: „Der Kronprinz muß fetzt — f 0 jugendlich trotz der immerhin 32 Jahre seme Auffassungsweise' auch geblieben sein mag — stch doch klar machen was es l'eißt -daß er nach menschlichem Ermessen auch einmal die Wurde und Bürde der Kaiserkrone tränen soll Will er die bürgerlichen Gesetze ausschalten, will er den Ver­such unternehmen, mit dem Säbel zu regieren? Das Ende einer solchen Gewaltpolitik würde nicht lange auf stcb warten lassen. Wir nehmen an. daß es der Kron­prinz gar nicht will. Eo hat Hm nur imponiert, daß >der Zaberner Oberst so ictznsldig vorgegangen ist und her kommandierende General ihm so lvacker die Stange hielt. Die Scherben dieser verwüstenden Politik hat er nicht gesehen und nrmt geahnt. Sobald er sich erst einmal klar gemacht haben wird, wohin ihn ferne Sym­pathien eigentlich führen müssen, dann wird er er­kennen, daß er auf einem Irrwege war,"

Eröffnung des elsatz-lothrfngischen Landtags.

'b-fl Straßburg, 6. Januar. In der üblichen Weise vollzog sich heute Mittag die Eröffnung des elsaß- lothringischen Landtags. Punkt 11 Uhr erschien der Statthalter, begleitet Vouchern Unterstaatssekretär und seineni Adjutanten, und trat in die Estrade, von wo er die Eröffnungsrede verlas. Die Rede, die der Statt­halter ohne besondere Betonung einzelner Stellen ver­las, berührte die Politik nicht. Eine Besserung der finanziellen Lage in Elsaß-Lothringen kann für die nächsten Jahre nicht erwartet werden, vielmehr wird dieselbe infolge der Reichsgesetzgobung eine Reihe von Einnahmeaussällen erlerden, ffrr den Ersatz geschaffen werden muß. Außer der baldigen Reform der direkten Steuern wird eine Vermögenssteuer angekündigt; auch soll das Einkommensteuergesetz abgeändert werden. Die Frage einer Vereinfachung der Verwaltung ist ge­prüft worden, hat aber ergeben, daß die Bezirks- Präsidien nicht abgeschafft werden können. Die Rhoin- vegulierungsarbeiten auf der Strecke Straßburg-

. Sonderheim machen weiter einen günstigen Verlauf. Im übrigen bietet die Rede des Statthalters nichts Be­sonderes; sie wurde auch von den Versammelten ohne irgend ein Zeichen von Beifall ausgenommen. — Die Sozialdemokraten blieben der Eröfstmngsfeier fern.

wb. Straßburg, 6. Januar. Die beiden Kammern des Landtags hielten heute nachmittag die Sitzung ab zwecks Bildung der Bureaus und Kommissionen. Hier­bei konnten die Kommissionen der Zweiten Kammer nicht gebildet werden, da ein Antrag der lothringischen Gruppe vorlag, welcher die Beratung des Etats in zwei Kommissionen vorschlägt, worüber noch beraten werden folL. In der Zweiten Kammer betonte der Alters­präsident B o u r g e r in seiner Eröffnungsrede -die politischen Schwierigkeiten, die zurzeit im Elsaß -herrschten; er wies besonders darauf hin, daß Els-aß- Lohtringen als Glacis betrachtet werde. Bei der Erwähnung der Zaberner Vorfälle stellte er zu­nächst das Bestehen einer militärischen Nebenregierung fest. Dem Reichstag müsse man deshalb dankbar sein für seine Stellungnahme zur Wahrung der elsaß- lothringischen Interessen. Die Schuld au der Zu­spitzung der Verhältnisse trage allein die unzuläng­liche Verfassung. Eine Änderung könne erst dann eintreten, wenn Elsaß-Lothringen mit den übrigen Bundesstaaten vollständig gleichberechtigt sei. Die Rede wurde öfters von Beifall unterbrochen.

Zur Ernennung des neuen bulgarischen Botschafters in Berlin.

*” Berlin, 6. Januar. Die Nachricht von der Ernennung des Generals Markow zum bulgarischen Gesandten in Berlin ist gestern in den späten Abendstunden auf der Gesandt­schaft selbst eurgegangen. Die Entsendung des Generals Markow ist auf den direkten Einfluß des Königs Ferdinand zurückzuführen.

Die Jahreskonferenz der preußischen Oberpräsidenten, sitz Berlin, 6. Januar. (Eigener Bericht des „Wiesbade­ner Tagblatts".) Im Ministerium des Innern traten heute vormittag die preußischen Oberpräsidenteu unter dem Vorsitz des Ministers v. Dallwitz zu ihrer Jahreskonferenz zusam­men. SBie. üblich, wurden auch in der heutigen Konferenz innerpolitische Angelegenheiten und allgemeine Verwaltungs­fragen gesprochen. Am Abend vereinigte ein Festessen die Oberpräsidenten mit dem Minister des Innern und den früheren Beamten des Ministeriums.

Zum Garnisonswechsel in Zabern. wb. Berlin, 6. Januar. Immer erneut tauchen in den Zeitungen Mitteilungen auf, daß Zabern an Stelle des In­fanterie-Regiments Nr. 99 einen anderen Jnfanterietruppen- teil als^arnison erhalten solle. Während bisher in letzter Hinsicht die Infanterie-Regimenter Nr. 105 und 167 genannt wurden, wird neuerdings auch das Infanterie-Regiment Nr. 172 erwähnt. Das Wolsf-Bureau erklärt, daß alle diese Gerüchte in das Reich der Fabel zu verweisen sind.

Herr v. Jagow und das Neujahrsdiner der Generale.

** Berlin, 6. Januar. Von verschiedenen Seiten tvar be­richtet worden, Latz die kommandierenden Generale, die am Neujahrstag, wie alljährlich, in Berlin versammelt waren, den Polizeipräsidenten als Ehrengast zu ihrem Neujahrs- biner eingeladen hätten. Hierzu erfährt das „B. T.", daß Herr v. Jagow als Gast eines Festtcilnehmers und nicht als Gast der Gesamtheit der kommandierenden Generale an dem Diner teilgenommen habe.

Reichstagsabgeordneter Witt erblindet.

O Danzig, 6. Januar. (Eigener Bericht des „Wiesbade­ner Tagblatts .) Reichstagsabgeordneter Witt in Klein- Nebrau, der Vertreter des preußischen Wahlkreises Marien- werder, ist an einem Nierenleiden schwer erkrankt und über Nacht erblmdet. Witt ist 63 Jahre alt; er ist Mitglied der Reichsparten

Die deutsche Militärmission in der Türkei.

** Konstantinopel, 6. Januar. In türkischen diplomatischen Kreiseu wird versichert, daß die Vollmachten der deutschen Militärmission nicht beschränkt werden und daß die haupt­sächliche Stellung der deutschen Instrukteure bestehen bleibt.

Die Reformen in Ostanatolien, rvb. Kvustantinopcl, 6. Januar. (Wiener Korr.-Bur.) Die Besprechungen des russischen Botschafters v. Giers und des deutschen Botschafters v. Mutius mit dem Großwesir über die Reformen in Ostanatolien sind noch nicht abge- . schlossen. Der russische Botschafter verschob seine Abreise unk unterbreitete einige neue Vorschläge.

Zum Schutze der Deutschen in Mexiko, wb. Hamburg, 6. Januar. Auf Anregung des Komman­danten des deutschen Kreuzers „Bremen" wies btc Hamburg- Amerika-Linie den Dampfer ..Westerwald" in Tampico an, für die Aufnahme Schutzbedürftiger vorläufig im Hafen zu bleiben, l. a blc neuerdings gu 23efil täx tungeil An»

laß gibt.

Die „Revolution" auf Haiti.

ai 0. Januar. Von der Gesandtschaft der

Repub-l-tt H ar ti geht uns folgende Mitteil-ung zu: Es flt unrrchtrg, daß auf Haiti die Revolution ausqe- brochen ist. Wahr ist, daß am 10. Januar im ganzen ^ande.d:-e Wahlen zur gesetzgebenden Körperschaft flan,;npen und daß wie in allen Ländern bei ähnlicher Gelegenheit die Gemüter mehr oder weniger erregt sind. ^ Der Irrtum, den das New Jorker Delggramm enthält, erklärt sich wahrscheinlich aus dem Vorfall, der sich vorgestern in Thomafeau, einem kleineren Orte bei Port-äu-Prince ereignete, wo nach den letzten offi- Mös-en Nachrichten i-m Laufe eines Tumultes ein „Ein­geborener von einer Anzahl Agitatoren getötet wurde. Ter Zwischenfall hat keine größere Bedeutung, als in Europa ein Zusammenstoß zwischen Polizei un? Mannschaften zur Zeit der Wahlen.

Das sturzsichere Flugzeug Orville Wrights.

$ London, 6. Januar. (Eigener Bericht des „Wiesbade­ner Tagblatts".) Orville Wrigbt hat (wie bereits gemeldet) für seine Flugmaschine einen sogenannten Stabilisator er­funden. Dieser bedeutet nach Ansicht der englischen Flieger die wichtigste Verbesserung der Flugmaschinen seit ihrer Er­findung. Nach heute aus Amerika vorliegenden Depeschen besteht-der Stabilisator Orville Wrights aus einer kleinen Windmühle, die in Tätigkeit tritt, sobald die Flugmaschine sich zu neigLg oder zu stoßen beginnt. Selbst das Versagen des