Seite L. Abend-Ausgabe, 1. Blatt.
Knoepfler (Zubern) begründet alle Anfragen im Auftrag aller Parteien. Erst nach der Beant- nortung der Anfragen durch die Regierung sprechen die ünzelnen Parteiredner.
Die Erledigung" des Falles Jagow?
Wie das führende konservative Organ in Pommern zuverlässig erfährt, darf der Fall Iagow als erledigt angesehen werden. Das Staatsministeriunl habe sich mit der Sache überhaupt nicht befaßt, der Minister des Innern aber habe keine Veranlassung gefunden, gegen Herrn v. Iagow dienstlich vorzugehen, da seine publizistische Auslassung eine rein private Äußerung gewesen sei. — Ob der Reichstag den FM damit a u ch für erledigt halten wird, sagt das konservative Blatt nicht.
Vraunschweiger Verstimmungen.
= Brauuschweig, 5. Januar.
Die Braunschweiger sind sich lange Zeit nicht als ganz vollwertig vorgekommen. Die „Verbannung" ihres angestammten Fürstenhauses färbte auch aus sie ab. Sie fühlten sich ein wenig mitgestraft und begrüßten darum nach dem langen Interregnum doppelt freudig die Zeit, die ihnen wieder statt eines, provisori- schen Regimes einen selbständigen Herzog gast. Leider hat nun das neue Regime nicht das gehalten, was man sich von ihm versprach. Das ist tief bedauerlich, denn nichts schießt schneller in die Halme als die Saat der Verstimmungen. •
Sie begannen mit der Demission des bisherigen leitenden Staatsministers v. Hartwieg. Nicht etwa, daß dieser so sonderlich populär gewesen wäre, daß sein Scheiden schmerzlich beklagt worden wäre. Das kann man nicht sagen. Hartwieg war ein tüchtiger Verwal- cmrgsbeamter, aber vom alten, streng bureaukratischen Schlag, wenig geneigt, frischerem Geist eine Statt zu bieten. Als es hieß, daß er — übrigens etwas recht plötzlich — in Pension gehen werde, wurde die Hoffnung wach, daß der junge Herzog die „Forderung des Tages" erkannt habe und nun mit der Modernisierung des braunschweigischen Staatswesens beginnen werde. Diese Hoffnung hat aber schnell begraben werden müssen. Der von ihm erwählte Nachfolger Hart- wiegs ist nichts — man hat hinreichend Gelegenheit gehabt, ihn in früheren Ämtern kennen zu lernen — als derTräger eines n e u e n N a m e n s für ein altes S y st c m. Und das ist sozusagen der Superlativ des Bureaukratismus, und die Hoffnung auf staatsmännische Reformen fällt wieder ins Wasser. Bezeichnend ist freilich, daß diese Hoffnung auch fast von allen rechtsstehenden Kreisen des Landes geteilt wurde, io daß setzt die Enttäuschung im Lande all gern e i n ist, und es ist kein Wunder, wenn sehr beredte Stimmen darüber laut werden, daß der junge Her- z o g, der jetzt auf Braunschweigs Thron sitzt, einen Fehler begangen hat, wenn er es bisher unterließ, die Stimmung seines neuen Landes zu erforschen. Er hat freilich leider ja früher auch noch keine rechte Gelegenheit gehabt, sich auf seinen jetzigen Beruf vorzubereiten, so daß irrt Anfang Fehlgriffe zum mindesten verständlich erscheinen müssen.
Welche Verstimmungen aber die herrschende Bureaukratie im Lande hervorruft, davon sei hier noch ein Beispiel erzählt. Ganz Bramrschweig ist jetzt in Aufregung über den Fall Königslutter.' Ein guter Teil der Einwohner des Herzogtums ist katholisch. Sofern die katholische Gemeinde eines Ortes kein eigenes Gotteshaus und keinen eigenen Pfarrer hat, erhält sie die Erlaubnis, von einem Pfarrer einer größeren Mchbarstadt sich einen Gottesdienst rüsten zu lassen. Diese Erlaubnis wird aber nur für gewisse Fristen erteilt und muß dann erneuert werden. In dem Ort Königslutter hatte die katholische Gemeinde bis zunr 1. November 1913 die Erlaubnis, sich von dem Pfarrer zu Süpplingen Gottesdienst halten zu lassen. Sie kam rechtzeitig uni die Erneuerung der Erlaubnis für die Zeit nach dem 1. November ein. Als dieser herankam, war sie aber noch nicht im Besitz der Erlaubnis. Man nahm an, daß sie sich nur im Instanzenwege verzögert habe und so predigte
die Lösung einer größeren und schwereren Aufgabe zu stellen. Die Anwesenden zeichneten den Gast und die übrigen Mitwirkenden durch reichen Beifall aus und hielten auch hernach bei Humperdincks Oper „Häusel und Gretcl" nicht mit Zeichen der Anerkennung zurück. 33. v. IST.
* Der „Parsifal" int Berliner Königlichen Opernhaus. 5m Königlichen Opernhause in Berlin wurde gestern zum ersten Male „Parsifal" gegeben unter der musikalischen Leitung des Generalmusikdirektors Blech. Bei der Einrichtung, für die sich der Kaiser lebhaft interessierte, die unter der ^Oberleitung des Generalintendanten Grafen v. Hülsen- Haeseler geschaffen worden ist, haben mitgewirktt Maschineriedirektor Brand, Professor Kautsky, Hofrat Rausche sowie die Maler Heil und Quaglio. Die Chöre studierte Professor Rüdel ein. Die Hauptrollen waren doppelt und dreifach besetzt. Gestern abend sangen die Herren Forsell den Amfor- tas, Schwegler den Titurel, Knüpfer den Gurnemanz, Kirchhofs den Parsifal, Haürch den Klingsor, Frau Leffler-Burckard die Kundry, die Herren Sommer und Bachmann die Gralsritter, die Damen Manski und Leisner sowie die Herren Henke, Philipp die Knappen und die Damen Dux, Alfermann, Manski, Andreijewa-Skrlonds, Engell und Rothauser die Zaubermädchen. Das ganze Proszenium war durch die Dekoration verdeckt, die eine romanische Halle darstellte, die in dunklem Grau gehalten nach der Bühne zu mit einem schönen Bogen abschlotz, von dem eine tiefblaue Gardine niederfiel. Die Perspektive dieser Kulissen kam dem Bild des Graltempels sehr zustatten. Das Haus war von einem festlich gekleideten Publikum gefüllt. In der großen Hofloge versammelten sich die Umgebungen dar Majestäten. Um 6% Uhr erschien das Kaiserpaar u-tz das Kronprinzenpaar. Das Vorspiel zum ersten Akt dauerte etwa zwei Stunden. Orchester und Darsteller vereinigten sich zu gc-sz hervorragenden Leistungen. Die Wandeldäoration wie die Tempekhalle
WttSZmdlmer Tagküatr.
der Sützplinger Geistliche auch am 2. November in Königslutter noch einmal ohne Erlaubnis. Dafür erhielt er von der zuständigen Kreisbehörde einen Verweis — und bis heute ist man in Königslutter nun ganz ohne katholischen Gottesdienst — einfach weil das Gesuch der Gemeinde bei beit zuständigen Stellen in Braunschweig „noch nicht an die Reihe ge- k o m m e n" ist. Sogar am W e i h n a ch t s f e st durfte sich daher die Gemeinde keiner kirchlichen Feier erfreuen — dank des langsamen Ganges der Braunschweiger Rögierungsmaschine, von der man setzt im Lande hervorhebt, daß sie im Falle des T h r o n w e ch- sels gerade durch ihre Schnelligkeit geglänzt hat. Dem Zentrum bietet der Fall natürlich einen willkommenen Agitationsstoff, trotzdem er natürlich auch abseits jeder konfessionellen Anschauung jeden Andersgläubigen unerfreulich berührt. Er ist nur ein Symptom für viele: wie in Braunschweig regiert wird. Der Aktentrott herrscht und es scheint, als solle unter dem neuen Herzog zunächst alles bei m alt en bleiben.
Deutsches Reich.
* Hof- und Perfonal-Rachrichteu. Kommerzienrat Max E r ck l c n tz, der längs Jahre Stadtverordneter und Mitglied der HandelsLammsr M.-Gladbach sit, feierte vorgestern seinen 80. Geburtstag.
* Verlegung des kaiserlichen Hoslagers nach Berlin. Das kaiserliche Hoflager wird am 16. Januar von Potsdam nach Berlin verlegt.
* Zum bevorstehenden Geburtstag des Königs Ludwig veröffentlicht die „Bayerische Staatszeitung" schon jetzt einen Festartikel, in dem sie auf die Nachdrücklichkeit hinweist, mit der der König jederzeit den Reichs gedanken betont hat, den Ernst, mit dem er das deutsche Volk wiederholt auf die Notwendigkeit innerer Geschlossenheit und die Bundesstaaten auf die Notwendigkeit gemeinsamer, die gegenseitigen Interessen achtender Zusammenarbeit hingewiesen hat.
* Eine Ehrung des Kaisers für den verstorbenen Grafen von Lerchenseld. Der preußische Gesandte in München, Herr von Treutler, hat sich am Montag nach St. Gilla begeben, um im Aufträge des Kaisers am Sarge des Grafen Max von Lerchenfeld einen Kranz niederzulegen.
* Der neue bulgarische Gesandte in Berlin. Zum bulgarischen Gesandten in Berlin ist an Stelle des in den Ruhestand tretenden Gesandten Geschow der Generaladjutant des Königs, General Markow, ernannt worden. Der neue Gesandte befand sich seit der Thronbesteigung des Königs Ferdinand im Hofdienst. Er war zuevst Kommandant der Leibgarde, dann Kavalleriekommandant und zugleich Flügel- adjutant des Königs. Später wurde Markow zum Generaladjutanten und Kavallerie - Inspekteur ernannt. Zuletzt avancierte er zum Generalleutnant. Markow ist der Typus des schneidigen Kavalleristen. Seine imposante martialische Gestalt ist im Ausland auch in Berlin vielfach bekannt, zumal er den König Ferdinand auf den meisten seiner Auslandsreisen begleitete. Wegen seines liebenswürdigen konzilianten Wesens ist Markow in allen Kreisen äußerst beliebt.
* Ein gemischt-wirtschaftliches System bei der Elektrizitätsversorgung Berlins. Der Magistrat wird sich demnächst mit der Prüfung der Frage beschäftigen, ob es möglich ist, für die Elektrizitätsversorgung Berlins die Grundlage für ein gemischt-wirtschaftliches System zu finden, oder ob es praktischer ist, die Verteilung des Stromes in eigene Regie zu übernehmen.
* Die Novelle zur preußischen Besoldungsordnung. In
der Novelle zur Besoldungsordnung, die dem Landtag bald nach seinem Zusammentritt vorgelegt werden soll, werden alle Asfistentenklassen vom 1. April d. I. ab in ihren Bezügen so a u f g e b e s s e r t werden, daß sie den Assistenten des Reiches, die bereits am 1. Oktober der Gehaltserhöhung teilhaftig wurden, gleichgestellt werden.
* Der Friedensabschluß im Ärztestreit. Auch in Rieder-Barnim ist der Krankenkasfenfriede in Sicht.
Es ist eine vorläufige Vereinbarung zwischen der kassenärztlichen Vereinigung des Kreises und dein Landrat, der die Allgemeine Ortskrankenkasse zunächst vertritt, mit Rückwirkungskraft getroffen worden.
* Professor Gustav Ruhland ff. Der volkswirtschaftliche Sachvepständige des Bundes der Landwirte, Professor Gustav Ruhland, ist in Bad Tölz in Bayern nach langem schweren Leiden gestorben. Ruhland war am 11. Januar 1860 in Hessenthal im bayerischen Spessart als Sohn eines Landwirts geboren, beschäftigte sich zunächst praktisch in der
boten herrliche Bilder. Der Meile Akt brachte Klingsors Zaubergarten. ein sonniges leuchtendes Märchenbild: Rote,
weiße und gelbe Rosen, die Blumenmädchen in hellen feinge- tonten Gewändern, dazu die hervorragenden Leistungen Kirchhoffs, Frau Leffler-Burckard. Der letzte Mt vertiefte den Eindruck des vorigen. Der Karfreitagszauber war von erhabener Einfachheit; die Schlußszene steigerte sich zu einer ergreifenden Sinfonie von Farben und Tönen. Das Publikum folgte der großzügig geleiteten und in jedem Betracht vortrefflich gelungenen Aufführung iiff ernster Stimmung. Einige Versuche, beim Schluß der Vorstellung zu klatschen, wurden abgelehnt.
Kleine Chronik.
Theater und Literatur. Emil Ludwig hat eine moderne Komödie geschrieben „Der verlorene Sohn", die vom Schauspielhaus in Stuttgart zur Uraufführung angenommen worden ist.
Karl Clewing hat seinen Vertrag, der ihn an das Berliner Kgl. Schauspielhaus bindet, im Einverständnis mit der Generalintendantur gelöst. Der Künstler ist bereits für eine andere Berliner Bühne verpflichtet, wie in Theaterkreisen verlautet, für das Lessing-Theater. Interessant ist übrigens, daß Clewing ein Engagement an das Metropol- Theater als Nachfolger Giampietros angeboten wurde, die Verhandlungen führten aber zu keinem Ziele.
Bildende Kunst und Musik. Die erste Aufführung der von der Petersburger musikalisch-historischen Gesellschaft inszenierten Oper „Parsifal" erzielte Samstagabend einen außergewöhnlichen Erfolg. Das über 4000 Personen fassende Theater des Volkshauses war bis auf den letzten Platz besetzt. Dem Grafen Scheremetjew, der das Orchester dirigierte, und den mitwirkenden Künstlern wurden Ovationen dargcbracht.
Dienstag, 6. Januar 1914. Nr. 8.
Landwirtschaft, versuchte sich aber auch frühzeitig schon in der Theorie. Er unternahm im Aufträge Bismarcks eine ausgedehnte Studienreise nach Rußland, England, Indien, Australien und Nordamerika, deren wissenschaftliches Ergebnis er in mehreren Schriften uiederlegte. Später ließ er sich in Zürich als Dozent für Nationalökonomie nieder und wurde dann 1894 auf Rat und Empfehlung Adolf Wagners vom Bunde der Landivirte als volkswirtschaftlicher Beirat nach Berlin berufen. In dieser Betätigung ist er viel angefochten worden. Man erinnert sich noch seiner großen Fehde mrt dem Mar- j burger Professor Bi er m er, der ihm in einer Broschüre '] vorwarf, er habe dem Bunde der Landwirte zuliebe seine j wissenschaftliche Überzeugung geändert. Der Prozeß endete schließlich, nachdem Biermer in erster Instanz freigesprochen wurde, mit einem Vergleich.
* Präsidentenwahl in der Trierer Handelskammer. Die j Handelskammer zu Trier wählte, nachdem der langjährige ! Vorsitzende Varain zurückgetreten ist, den Kommerzienrat Laeis zum ersten und Kommerzienrat Rautenstrauch zum zweiten Vorsitzenden.
* Die Oberpräsidenten der prenßischen Provinzen treten an diesem Dienstag in Berlin im Ministerium des Innern zu einer Sitzung zusammen.
sh- Die Zahnärzte für den zahnärztlichen Doktortitcl. Ilm zu der gegenwärtig aktuellen Frage des zahnärztlichen Daktortitels, der bekanntlich au verschiedenen deutschen Uni- : versitäten zu einem vorübergehenden Streik der Studierenden der Zahnheilkunde geführt hat, Stellung zu nehmen, fand im zahnärztlichen Institut der Berliner Hochschule eine überaus zahlreich besuchte Versammlung von Zahnärzten statt, die unter der Leitung von Professor Dtr. Sachs ^Berlin) stand. Dieser hieß die Erschienenen willkommen und unes auf die ■ Bedeutung der Tagung hin. Er warnte davor, sich auf einen bestimmten Titel festzulegen, den es sei gleichgültig, ob die Zahnärzte den Dr. med. oder den Doktor der Zahnheilkunde erhielten. Aus alle Fälle dürsten aber für den zahnärztlichen Doktortitel nicht besondere Prüfungsbestimmungen geschaffen werden, denn dadurch würde der Titel nur leiden, es würde ein Doktortitel Meiten Ranges geschaffen werden. . Der me di- j zinische Doktor entspreche auch nicht dem Ideal der Zahnärzte, denn dadurch würde das an sich schon teuere Studium ; der Zahnheilkunde noch mehr verteuert werden. (Bei- ! fall.) — Die Versammlung einigte sich nach kurzer Debatte | auf folgende Entschließung: Die am 3. Januar 1914 im Zahnärztlichen Universitäts-Institut der Königlichen Universität Berlin versammelten Zahnärzte von Groß-Berlin und Brandenburg stellen die seit Jahren von beit deutschen Zahnärzten erhobene Forderung nach der Promotion im eigenen Fach. Es ist zu befürchten, daß der daS Vokkswohl J angehende Zugang zum zahnärztlichen Studium stark leiden : Wird, wenn der Zahnheilkunde Studierende trotz bestandener Reifeprüfung nach siebensemestrigem Univerfitätsftudium nicht in der Lage ist, den Doktorgrad im eigenen Fach erwerben zu können. Dazu kommt noch die schwierige Wirt- - schaftliche Lage der approbierten Zahnärzte dem Stande der Techniker gegenüber. Die Zahnärzte fordern daher einmütig, daß durch Schaffung der Promotion in der Zahnhetlkunde den i Zahnärzten das gleiche Recht gewährt werde, dessen sich alle \ anderen Fächer deutscher Hochschulen erfreuen. Die Lösung der Doktorfrage durch Aufgehen der Zahnheilkunde in die allgemeine Medizin halten wir für den größten Febker, wie die I Entwicklung der Zahnheilkunde in anderen Ländern zur Ge- i nüge gelehrt hat.
Rechtspflege und Verwaltung.
— Beförderung des Schöneberger Pokizeiprüsidenten. j Der Polizeipräsident von Schöneberg, Freiherr v. L ü d i n g - | hausen, der früher Landrat in Ostpreußen war, ift dem J Vernehmen nach für die Spitze des Regierungspräsidiums in } Gumbinnen oder Allenstein in Aussicht genommen.
Reichsgcrichtsrat a. D. Karl Nielandt ff. Am 3. Januar j starb in Karlsruhe im Alter von 83 Jahren Reichsgcrichtsrat ! a. D. Karl Nielandt, der von der Eröffnung de§ Reichsgerichts in Leipzig an, d. h. vom 1. Oktober 1879 bis zum > 1. März 1900 Reichsgerichtsrat gewesen war.
Zum Tobe Bitters schreibt der „Rei chs auzei ge r":
In dem Entschlafenen verliert die preußische Verwaltung • einen Beamten bon_ ungewöhnlichen Gaben, großer Tatkraft und vorbildlichem Pflichteifer. Wie er in allen seinen Ämtern dem Staate wertvolle Dienste geleistet hat, so befähigten ihn sein scharfer juristischer Verstand, seine umfassende Kenntnis ; deS Verwaltungsrechts und seine große praktische Erfahrung j vor allem auch für die zuletzt von ihm bekleidete Stellung als Leiter des obersten preußischen Verwaltungsgerichtshofs.
Bei Bildung der Jmmediatkommifsion für die Reform der innern Verwaltung durch allerhöchstes Vertrauen zu
In Jena gelangte die Operette „M ü n ch n e r K i n d l" von Henry Seeck mit starkem Erfolg zur Aufführung.
Aus der Pfarrkirche in Novalcsa (Piemont) wurde nachts durch einen verwegenen Einbruch vom Dache aus ein wertvolles Gemälde von Rubens „Die Anbetung der drei Könige" gestohlen.
Wissenschaft und Technik. Bei Regulierung einer Straße' in der Villenkolonie Hohenberge bei Klein-Schönebeck im Kreise Nieder-Barnim sind unter der Erdoberfläche massenhaft Thonscherben und dunkel gefärbte runde Erdstellen gefunden worden, die für alte Brandgräber angesehen werden.
Das Grabdenkmal füt den Pfarrer Karl I a t h o, das Professor Hugo Lederer für Köln geschaffen hat, geht jetzig seiner Vollendung entgegen. Das Werk, das als Hochrelief in Muschelkalk ausgeführt wird, gibt, ernem Gedanken entsprechend, den Kölner Freunde Jalhos verwirklicht zu sehen wünschten, einen kraftvollen Sämann wieder, der zur Arbeit über das Feld schreitet.
Der bekannte _ italienische Geograph Filippi, der sich schon durch seine früheren Arbeiten um die Erforschung des Himalaja große Verdienste erworben hat. ist zu einer neuen Forschungsreise nach dem Karakorum aufge- ! brachen Der Gelehrte ioird von Professor Marinelli und s mehreren anderen wissenschaftlichen Mitarbeitern begleitet.
Die Expedition, die zwei Jahre dauern wird, ist von der italienischen Regierung mit allen notwendigen wissenschaftlichen Instrumenten ausgestattet worden. Die Kosten wur, den durch eine Subskription aufgebracht, bei der der König von Italien 10 000 Franken zeichnete. Auch die indische Regierung unterstützt das Unternehmen; sw hat ihm eine Subvention von 25 000 Franken bewilligt, gibt der Expedition einen crsahrcnen Topographen bei und wird ihr alle möglichen Erleichterungen zuteil werden lassen,
