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Morgen-Ausgabe, 1. Blatt. WrSSbadrrreV Nngblaff» Dienstag, 6. Januar 1914.
Nr. 7.
— Tagblatt-Sammlungen. Dem Tägblatt-Verlag gingen zu: Für Las Tierasyl: von Frau Major Fäßler 1 M. Für verschämte Arme: aus Holland 10 M.
Kus dem vsrernslebsn. vorberkchke, veretnsverfsntmlungsn.
* Der „SJ c tc i n pensionierter Deutscher Reich s - und Staatsbeamten" hält Freitag, den 9. d. M. abends 7 Uhr, in der „Wartburg" seine Monats- Versammlung ab.
* Der Mannergesangverein „11 n ion, E. V.", hat auf Sonntag, den 11. Januar, nachmittags 4 Uhr, im Vereins- lokal „Zur Burg Nassau" eine Mitgliederversammlung einbe- rufeu zur Neuwahl des Vorstandes nsw.
vereinsfeste. (Ausnahme frei bis zu so Zeilen.)
" In den seitlich geschmückten Räumen des „Metropol- Hotels" fand diesmal das zahlreich besuchte Wethnachtsfeft des »Frauenklubs" statt, tu welchem auch die Herren der Schöpfung Zutritt hatten Paula Spiero, Konzertsängerin aus Berlin, von Hermine Schröder am Flügel in vorzüglichster Weise unte stützt, spendete eine Blutenlese ernster und heiterer Lieder von Brahms und lebender Komponisten. Ihre warm ttmbrierte Mezzosopranstimme, verbunden mit schönem Vortrage kam in Brahms „Mädchenlird" und „Immer leiser wird mein «Schlummer" sowie in Artur Fleischers. „Das Lied" und „Die Georgine" zur prächtigsten Wirkung. „Mein Haus" von van Eyken und Max Stanges humorvolles „Weihnachtslied" begeisterten das Auditorium derart, daß der Beifall sich erst legte, als die Sängerin noch eine Zugabe bot. Frl. Eichhoff trug dann ein ioeihevolles Weihnachisgedicht der beliebten Klubdichterin Friederike Rohrbcck mit Begeisterung vor und erntete ebenfalls reichen Applaus. Hierauf öffneten sich die Pforten des zweiten Saales, wo sich den entzückten Blicken ein poesievylleS, ftimmungsreiches Bild zeigte. Die 1. Vorsitzende des Klubs hatte jeden Tisch weihnachtlich mit kerzenstrahlenden Bäumchen geschmückt. Rach dem vorzüglichen und fröhlichen Mahle wurde noch bis Mitternacht getanzt. Gesangsspenden der Herren Justizrat Fleischer und Pr. Drucken- müller, deren mächtige Stimmen in dem großen Saale zur schönsten Entfaltung kamen, boten eine angenehme Abwechslung. Es war nur eine Stimme: Ein herrliches, wohl- gelungenes Fest! F 481
0!is dem Lcmdkreis Wiesbaden.
o Biebrich, 5. Januar. Nach einer Mitteilung der Intendantur des 18. Armeekorps erfolgt die Verlegung cher Unteroffizier schule nach Wetzlar bereits am 1. April. Da die beiden Kompagnien des neu zu bildenden Pronier- Regiments Nr 25 erst zum 1. Oktober ausgestellt und hier garnisoniert werden, dürfte Biebrich ein halbes Jahr lang ohne Militär iein.
^ Dotzheim, 5. Januar. Tos Konzert des Gesangvereins „Arion" am Neujahrstage übte wie immer so auch diesmal wieder eine große Anziehungskraft aus. Zur Eröffnung des Konze.tes begrüßte der Vorsitzende Fritz Rossel die zahlreich Erschienenen in herzlichen Worten, An Chören wurden vorgetragen „Sonntagsfeier im Walde" von Weidt, „Ulanenritt" von Pauli. „Seemiannstreue" von Wengert, „Erwartung" von Krimmling und „Wein und Rosen" von Angerer. Sämtliche gesanglichen Leistungen wurden in gewohnter exakter Weise mit deutlicher Aussprache und gut nuanciert ausgeführt. Großen Beifall fanden auch die Soli, Duette und Quartette. Der zweite Teil des Programms war der Unterhaltung gewidmet und die einzelnen Nummern fanden lebhaften Beifall. Von tief ergreifender Wirkung!var das Lied vom „Fremdenlegionär" und ganz besonders das Theaterstück „Das rechte Weihnachtsglück", Lebensbild in 2 Akten. Namentlich in dem letzteren lösten sämtliche Mitspielenden ihre Ausgabe in einer Weise, die alle Anerkennung verdient. So muß auch das diesjährige Konzert des Gesangvereins „Arion" als eine in allen Teilen wohlgelungene Veranstaltung bezeichnet werden
kw. Sckiierstein, 5. Januar. Das hiesige Standesamt liefert für das abgelausene Geschäftsjahr (1918) folgende Zahlen: Geboren wurden insgesamt 132 Kinder, und ztva. 65 Knaben und 67 Mädchen. 14 dieser Kinder wurden von ledigen Müttern geboren. Eheschließungen sind insgesamt 44 zu verzeichnen, wahrend 66 Sterbefälle vorgekommen find. — Der 18jährige Karl Krenkel vergnügte sich letzter Tage in einer abschüssigen Ortsstraße mit dem Rodeln Plötzlich verlor er die Gewalt über seinen Schlitten und wurde mit dem Kops gegen einen Baum geschleudert. Es war eine Gehirnerschütterung einaetreten, an deren Folgen der Ärmste bereits in der folgenden Macht verstarb. Seine Beeidigung fand bereits gestern statt. — Der frühere Teilhaber der hiesigen Spiral- bohr erfab r i k , G. m. b H., Fritz Kugelstadt, der vor einiger Zeit von hier verschwunden war, weilt seit einigen Tagen wieder in Schierstein und befindet sich auf freiem Fuß. Wie verlautet, ist weder gegen ihn noch seinen Bruder ein Haftbefehl erlassen. -- Das Hauptkassenlokal für die am 1. d. M. in Kraft getretene Allgemeine Ortskrankenkasse 1 in Schierstem a. Ritz für den Bezirk der Gemeinden Dotzheim. Frauenstein Georgenborn und Schierstem befindet sich in Schierstein. Rheinstraße 9. während eine Zahl- und Meldestelle in der Rheinstraße in Dotzheim eingerichtet ist.
z. Bierstadt, 4. Januar. Der Haus- und Grundbesitz e r v e r e in hielt im Gasthause „Zur Stadt Wiesbaden" seine Generalversammlung ab. Es wurde ein Vortrag gehalten über die geringe Rentabilität der hiesigen Mietshäuser. In der Tat sind die Wobnungspreise hier bedeutend geringer als in den anderen Vororten. Der hiesige Verein beabsichtigt die noch fernstehenden Hausbesitzer, die auf Vermieten angewiesen sind, als Mitglied zu gewinnen. Insbesondere erscheint es vorteilhaft für Bewohner des Villenviertels, sich dem Verein anzuschließen. da auch öfters größere Wohnungen gesucht werden. Die Nachfrage nach Wohnungen ist eine sehr rege Zu Reckmungsvrüfern wurden gewählt die Herren Karl Mayer, Wilhelm Weyer und August Cramer Da die Abwässer nicht mehr in die St aßenrinne geführt wevden dürfen, ist die Frage einer Kanalisation eine akute geworden. Wan ist der Ansicht. daß die Anlaae einer Kanalisation mit Oberablauf für unseren Ort vollständig genügen wird. In einer der nächsten Versammlungen soll dieser Frage näher getreten werden.
cl. Hochheim, 5 Januar. - Der Packmeister Franz Wohl- farth beging sein Läjähriges A r b e i t s j u b i l ä u m bei der Sektkellerei Bachem u. Cie Die Firma ließ dem Jubilar ein ansehnliches Geldgeschenk überreichen, während ihn die Handelskammer Lurch Überreichung eines Diploms ehrte. — In den von Geh Baurat Pros. Lutbmer in Frankfurt herausge- gebenen „Die Bau - und Kunstdenkmäler des" Regierungsbezirks Wiesbaden" ist auch unser Städtchen würdig vertreten Nachdem Lage und Geschichte treffend geschildert sind, folgen Angaben über die katholische, Pfarrkirche mit dem Dom- he rnhof das alte Rathaus mit, seiner freiliegenden Treppe und seinem eigenartigen Dachreiter, die Sitze der weltlichen Herrn und der geistlichen Orden Diese Gebäude dienen heute noch als ^stattliche Barockhäuser" der Stadt zur Zierde, während Altäre und Kanzel der Kirche a.s prächtige Beispiele Mainzer Sch' einerkunst des Rokokostils hervorgehoben werden. Sie kommen auch auf einer beigegebenen photographischen Aufnahme sehr, gut zur Geltung, tote auch die anderen Abbildungen : Kirche und Schloß vom Main aus gesehen und das Madonnenbild aus dem Plan sehr angenehm berühren,
Itflrftcmt&dbe Nachrichten.
Wmzernotstand im Rheingau.
m. Mittelheim, 4. Januar. Eine heute hier abgehaltene, außerordentlich gut besuchte Winzerversammlung beschäftigte sich eingehend mit dem augenblicklich unter den Winzern im Rheingau herrschenden Notstände, dessen Ursprung und den zur Abhilfe zu ergreifenden Maßnahmen. Die Versammlung stand unter der Leitung des Redakteurs Etienne (Wiesbaden), der in seiner einleitenden Ansprache ausführlich über
den Winzernotstand im Rheingau sprach und ausführte, der größte Feind der Winzer sei augenblicklich der Heu- und Sauerwurm, der noch bedeutenderen Schaden anrichte als die Reblaus. Redakteur Pr. Geuecke (Wiesbaden) sprach über „Zollpolitik und Weinbau". Generalmajor z. D. v. K l o e d e n meinte, der Winzerstand müsse sich in erhöhtem Maße dem Ackerbau zuwendeu. Reichs- und Landtagsabgeordneter Bartling (Wiesbaden) erklärte sich mit der Forderung erhöhter Schutzzölle für die Winzer einverstanden. Den gleichen Standpunkt vertrat deü Landtagsabgeordnete Geil (Niederlahnstein). Des weiteren sprach sich der Redner für die Leistung staatlicher Beihilfe zur Rebschädlingsbekämpfung aus. Diesen Ausführungen schloß sich der Reichs- und Land- tagsabgeordnete Pr. Dahlem an, der die Winzer zum engsten Zusammenschluß ermahnte. Zum Schluffe wurde einstimmig eine Resolution angenommen, in welcher die Winzer vor allem der Ansicht Ausdruck geben, daß das Weingesetz und besonders der § 3 nicht geändert oder gemildert werden dürfe. Es Ivird eine gleichmäßigere Behandlung und Ausführung des Reblausgesetzes verlangt, ferner die Beschränkung der Sicherheitsgürtel auf das Mindestmaß und Schutz des Weinbaues durch erhöhte Zölle gefordert.
Landcsversammlung des Naffauischen Jagdschutzvereins.
F€. Limburg o. d. £., 3. Januar. Die 14. Landesver- sammlung des Landesvereins Nassau des Allgemeinen d e u t s ch e n I a g d s ch u tz v ere i n s" fand heute int „Preußischen Hof" unter Leitung des Vorsitzenden, Oberforstmeisters a. D. v. Ulrici (Wiesbaden), bei starker Beteiligung aus allen Teilen Nassaus statt. Sic war, wie der Vorsitzende bemerkte, die am stärksten besuchte Versammlung seit Bestehen des Landesvereins, der zurzeit in 18 Bezirksvereinen 828 Mitglieder gegen 788 Mitglieder im Vorjahr aufweift, wovon 208 Mitglieder der Bezirksverein Frankfurt a. M., 194 der in
Wiesbaden als die stärksten Bezirksvereine zählen. Die Versammlung hatte sich insbesondere mit Einführung einer Geschäftsordnung zu befassen, v. Miguel (Wiesbaden) bemerkte dazu einleitend, daß vor allem den Mitgliedern nicht nur Pflichten, sondern auch Rechte einzuräumen seien, kein Punkt der Geschäftsordnung verstoße gegen die Satzungen des „Allgemeinen deutschen Jagdschutz-Vereins". Ein vom Forstmeister Schilling (Dillenburg) gestellter Antrag gegen die Einführung der Geschäftsordnung wurde mit großer Majorität gegen 13 Stimmen abgelehnt. Zu einer lebhaften. Debatte kam es bei der Beratung der Geschäftsordnung, als der vom Landesvorstand bereits abgelehnte Passus in der Geschäftsordnung, „daß der Bezirksvorstand nunmehr von der Bezirksversammlung gewählt, aber vom Landesvorstand bestätigt werde, nicht, wie seither, vom Landesvorstand ernannt wird", durch Rittmeister a. D. Roth (Wiesbaden) nochmals als ’ Antrag eingebracht wurde. Obersorstmeister Danckelmann (Wiesbaden) erklärte die Annahme des Antrags aus verwaltungstechnischen Gründen für unmöglich, ebenso Oberförster Hecking (Wallmerod), während Naglo (Wiesbaden), Bürgermeister Pr.
Schubert (Bad Ems), Steffenhagen (Wiesbaden) und v. Miguel (Wiesbaden) für ihn eintraten. Der Antrag Roth wurde, schließlich mit großer Majorität angenommen. Hierauf erklärte der Vorsitzende, Oberforstmeister a. D. v. Ulrici, daß es sich mit seiner Würde nicht mehr vertrage, den Vorsitz weiter zu führen, und legte ihn nieder, lehnte auch die Übernahme des Vorsitzes kurz ab, als ein Antrag einstimmig Annahme fand, der v. Ulrici ersuchte, den Vorsitz im Landesverband beizubehalten. Der stellvertretende Vorsitzende, Reichsund Landtagsabgeordneter Geheimer Kommerzienrat Bartling (Wiesbaden) übernahm darauf die Verhandlungsleitung. Die Geschäftsordnung wurde zu Ende beraten und hierbei der wesentliche Antrag v. Miguel, der vorsah, 1 M. oder 1 M. 50 Pf. vom jährlichen Mitgliedsbeitrag von 6 M. der Bezirksvereinskasse zu überlassen, abgel-ehnt, da sonst nach Ausführungen des Oberarztes Pr. Schütz (Wiesbaden) die Jahres- rechnung des Landesvereins trotz seines etwa 21 600 M. betragenden Vermögens mit Rücksicht auf die Belohnungen an Gendarmen, Jagdhüter nsw., Unterstützungen und dergleichen mit Unterbilanz arbeiten tverde. Der ganze Beitrag ist demgemäß an den Landesvorstand abzuliefern. Ein Antrag des Bezirksverems Wiesbaden, ihm die Kosten, die infolge der Vorbereitungen der beschlossenen Geschäftsordnung erwachsen sind, zu erstatten, wurde einstimmig gutgeheißen. Zum Schluß beantragte Bartling (Wiesbaden), nunmehr die Wahl des Vorsitzenden vorzunehmen. Die Versammlung beschloß demgemäß. Roth (Wiesbaden) schlug vor, die Wahl auf den hochverdienten seitherigen Vorsitzenden v. Ulrici fallen zu lassen, und bemerkte, daß in der Annahme seines obigen Antrags kein Mißtrauensvotum gegen v. Ulrici zu erblicken sei. Die Versammlung kam zur Wahl v. Ulricis. Der Gewählte erklärte jedoch, sich nicht entschließen zu können, das Amt wieder anzunehmen, wolle indessen bis zur nächsten Generalversammlung die Geschäfte des Landesvereins weiterführen.
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k Höchst 0 . M., 5. Januar. Einem r-affinierten Schwindel ist der Uhrmacher R m der Kontgsteiner Straße »um Opfer gefallen. Bor einigen Tagen erschien bei ihm ein junger Dkann, der sich als Mitglied eines Nieder Radfah-er- vereins am-sga-b. einen Firmeubogen eines Nieder Geschäftsmannes vorwies und eine Anzahl Wertsachen zur Auswahl für eine Tombola verlangte Der Uhrmacher gab ihm auch für ca. 1800 M. Gold- und Schmucksachen mit. Später stellte sich heraus, daß alles Schwindel war. Durch die hiesige Polizei wurde festgestellt, daß der Schwindler der frühere Fürsorge- zögling Franz Ludwig !par. Bei dem Versuche, die Sachen zu verkaufen, wurde Ludwig gestern in Wehrheim i T. verhaftet. — Emen guten Fang hat die hiesige Polizei mit der Festnahme des Stallschweizers Franz Homke am Samstag gemacht, H wurde hier verhaftet als er bei einem Uhrmacher Silbersachen verkaufen wollte. In seinem Besitz wurden für über 400 M. Wertsachen und Kleidungsstücke gefunden die sämtlich aus einem in der Samstagnacht tu Frankfurt bei dem Viehhändler Guienstein verübten Einbruchs- diebstahl herrühre», —.Gestern nacht wurden hier mehrere Einbrüche verübt Hierber erbeuteten die Diebe in einem Keller in de'- Feldbergstraße mehrere Flaschen Wein und bei einem Metzgernteister im „nördlichen Stadtteil über einen Zentner Wurst Von den Tätern fehlt noch iede Spur
# Griesheim, 5. Januar Zehn Mitglieder der G e - meinde-vertretung hatten den Antrag auf Einführung einer G es ch asts^yr dnu n g für die Gememdevertr-etsr- Sitzungen etngebracht Der Gemeinderat ist dem Wunsche insoweit nachgekommen, als er der Vertretung eine Verordnung voroelegt hat. die mit allen gegen „vier Stimmen genehmigt worden ist. — Auf den Schießständen des hiesigen Schützenve.'eins hat die Gemeinde ein Wirtschaftsgebäude nir 40 000 M. erbauen lassen und dem Schützenverein gegen 6 Pro?i. in Pacht gegeben. — Mit 1. Januar haben die Milchhandler einen Preisabschlag eiutretcn lassen so daß das Liter Milch nunmehr 22 Pf. kostet. — J,n Main sino seit einigen Tagen die N a d e l w e h r e n i e d e r a e, l e a t erhebliches Fallen des Wasserstaues
worden, lvas ein Folge gehabt hat. Für den Schiffsverkehr reicht der stand jedoch noch vollauf.
zur Wassxr-
ei, Hosheim, 4. Januar. Der lang gehegte Wunsch der hiesigen evangelischen Gemeinde nach einer eigenen Pf «irret ist nun in Erfüllung gegangen: unsere Frlial»
kirchengemeinde ist zu einer selbständigen Kivchengemeinde erhoben und unsere psarramtliche Verbindung mit der Kirchen- gemcinde Diedenbergen ausgehoben. Die neu zu errichtende Pfarrstelle wird am 1. April besetzt, über 36 Jahre ist unser Städtchen kirchlich von Diedenbergen aus bedient worden, 1877 fand der erste evangelische Gottesdienst hier statt, und zwar, durch den langjährigen Orttzgeisttichen Pfarrer Anthes in einem gemieteten Saale, der sogenannten Kellerei; 1900 wurde eine Kirche Hierselbst errichtet. Sehr rasch hat sich in den letzten Jahren unsere Gemeinde entwickelt, während sie vor 10 Jahren etwa 600 Seelen zählte, sind heute etwa 1600 Evangelische hier seßhaft.
0US Äer NmgEdung,
Das Frankfurter Bolkshaus.
Irt. Frankfurt a. M>, 5. Januar, Der Grundstock für das geplante Bolkshaus rst durch neuere Stiftungen in Höhe von 76 000 M. bereits aus 516 000 M. an-gewachsen. Der Bau, für den der Wettbewerb zur Erlangung von Plänen bald aus- gesch leben werden dürfte, soll am Hohenzollernplatz zwischen Festhalle und Eisenbahndirektion errichtet werden. Das Frankfurter Bolkshaus wird in seinem Bcmprogramm vcu sehen: einen großen Saal 'ür etwa 1800 Zuhörer dabei eine Bühne und die dazu gehörenden Nebenräume. ferner eine Reihe kleiner Säle für Lehrgänge Borträge und Kurse, Labora- to.ten, eine Plattform für astronomische Beobachtungen, die Ausstellung der anatomischen Modelle, Verwaltungszimmer, die Räume des Rhein-Mainischen Verbandes für Volksbildung, die Volksbibliothek, und ein alkoholfreies Restaurant, Daß das Hans außerdem die neuzeitlichen Errungenschaften, Kinematographie, Faxbenphotographie, «Spektroskopie und Laboratoriums- techntk in den Dienst der Volksbildung stellen wird, bedarf nicht weiterer Erwähnung.
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— Frankfurt a. M., 5. Januar. Herr Pr. h. c. Walter. Direktor des Realgymnasiums Musterschule in Frankfurt a. M., früher in Wiesbaden, ist zum Geheimen Studienrat ernannt worden — ht. Die M i t t e l st a n d s pa r t e i der Stadtver- ordnetensitzung hat sich au f g e löst ; ihre Mitglieder sind teils der fortschrittlichen, teils der natronalliberaken Partei beige- treten
ht. Bad Homburg u. d. H., 5. Januar. Der Landrat des ObertaumiZk:eises hat sämtliche Vereine, die am Geburtstag des Kaisers öffentliche Lustba leiten veranstalten, von der Zahlung einer Lu st b ar k e i ts st eu e r befreit.
w. Hamm. 5. Januar. Buchdruckereibesitzer Lorenz L o ß - berger einer der Führer der fortsch ittli-chen Volkspartei in Hanau und früher -auch Verleger der lil-e alen „Hanauer Zeitung", ist im Alter von 47 Jahren plötzlich gestorben.
rtnk. Darmstadt, 3. Januar. Den Bemühungen der Kriminalpolizei ist es gelungen, einen gefährlichen H o t e l - d i e b, den etwa 30 Jahre alten „Reisenden" I. H o p f - garten, der bis vor kurzem für eine hiesige Firma reiste und dabei verschiedene Diebereien ausführte, festzunehmen. Er hat vor einrger Zeit in einem hiesigen ersten Hotel einen Koffer mit ioertvollem Inhalt (Kostümen, Mänteln nsw.) im Wert von etwa 600 M. in raffinierter Weise entwendet und ivar damit verschwunden. Inzwischen wurde ermittelt, daß er in Geldnot einen Teil der gestohlenen Sachen bei hiesigen und auswärtigen Trödlern abgesetzt hat, und es gelang daher, ihn bei einem solchen Geschäft festzunehmen. Er stammt aus Potsdam und hat schon mehr auf dem Kerbholz.
«v. Kassel, 5. Januar. Der Gesilmi-ausschuß der Handelskammer in Kassel lehnte mit großer Mehrheit ab die Besteuerung der Zündholz ersatzmittel beim Bundesrat z-n befürworten, da von einer derartig großen Notlcige der Zünd- ftolgtrtbaifirie, nicht gesprochen wevden könne um attberc Industriezweige durch neue Steuern zu unterbinden.
Gerichtssaal.
FC. Die Grabrede des Stadtverordneten Demmer. Gelegentlich der Beisetzung eines Arbeiters aus Dotzheim, der für die Wiesbadener Maschinenfabrik auf Montage in Mannheim gearbeitet und dort tödlich verunglückt war, hielt der sozialdemokratische Stadtverordnete Karl Demmer aus Wiesbaden auf dem Dotzheimer Friedhof, nachdem der Ortsgeistliche P. Eibach die Trauerrede gehalten und einer der Inhaber der Firma einige Worte gesprochen hatte, ebenfalls eine kurze Gedächtnisrede, in der er den Verstorbenen als eifriges und rühriges Mitglied der sozialdemokratischen Partei feierte, dem die Partei ein treues Andenken bewahren tverde. Durch diese Worte soll Demmer die Beerdigung zu einer ungewöhnlichen gemacht haben, zu deren Abhaltung nach § 7 des Vereinsgesetzes die polizeiliche Erlaubnis nachzusuchen ist. Da Demmer dies nicht getan, wurde er vor die Schöffen gestellt. In der gestrigen Verhandlung ließ sich indessen nicht feststellen, daß Demmer provokatorisch gesprochen und durch seine Worte Propaganda für die Sozialdemokratie gemacht habe. Er hielt eine Ansprache, wie sie bei Beerdigungen in Dotzheim stets von Laien gehalten werden. Da durch eine derartige Ansprache die Beerdigung aber nicht zu einem ungewöhnlichen Leichenbegängnis gemacht wurde, sprach das Schöffengericht den Beschuldigten frei
wc. Die bekannten Differenzen in der „Kriegerkam crad- schaft" haben zu einer Privatklage des früheren Vorsitzenden Justizrat Heintzmann wider ein früheres Mitglied des Vorstandes Hehner geführt. Am vergangenen Samstag stand vor dem hiesigen Schöffengericht in der Sache Verhandlungstermin an. Es kam jedoch nicht zur Verhandlung, weil der Vertreter der einen Partei am Erscheinen verhindert war und einen Vertagirngsantrag gestellt hatte.
wh. Beleidigung katholischer Missionare. Berlin, 5 - Januar. Der praktische Arzt Pr. Goldstein und der verantwortliche Redakteur des „Kleinen Journals" Noack hatten sich heute vor der 3. Strafkammer des Landgerichts Berlin 1 wegen Beleidigung der katholischen Missionare des Rheinlands zu verantworten. Die Strafkammer erkannte nach längerer Erörterung auf die Einstellung des Verfahrens, da der Kölner Erzbischof laut einem Gutachten^ des Geheimen Justizrats Professor Stutz (Bonn) nicht strafantragsberechtigt war und die spite- ren Strafanträge des Vorgesetzten der Missionare und die Strafanträge der Beleidigten selbst nicht rechtzeitig gestell' wurden.
Neues aus aller wett.
Zum Tode des Mannheimer Ehrenbürgers i^.. Reiß.
Mannheim, 5. Januar. Bei Fräulein Anna Reiß, der Schwester des verstorbenen Geheimrats Pr- Karl Reiß, sind Beileidstelegramme eingegangen vom Großherzogspaar von Baden, der Grotzherzogin Luise von Baden, von Prinz Heinrich von Preußen und der Fürstin vorr Dsenburg, Erzherzogin. von Österreich sowie von sämtlichen badischen Ministern.
Zum Konkurs des Nürnberger Stadttheaters. Nürn- b e r g, 6. Januar. In dem Konkurs des früheren Direktors
