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Nr. «.Montag, S. Jmmar 1S14.
kluslanö.
Gfterreich-Ungsrn.
Die deutsch-tschechischen Ausgleichsverhandlungen. Prag,
8. Januar. Mit dem heutigen Tage können die deutschtschechischen Ausgleichsverhandlungen wieder als ausgenommen gelten. Heute vormittag trat im deutschen Kasino in Prag der Vollzugsausschuß der deutsch-böhmischen Abgeordneten zusammen, um die endgültige Textierung der Aus- gleichsreferate vorzunehmen. Die tschechischen Abgeordneten haben bereits die Textierung vorgenommen. . Es werden nun die beiderseitigen Ausarbeitungen der Regierung vorgelegt werden, welche die Verhandlungen zunächst getrennt mit beiden nationalen Lagern führen wird.
Italien.
Zum Besuch San Giulianos in Wien. R o m, 4. Januar. Entgegen den Blättermeldungen wird von autoritativer Seite bersichert, daß der Termin für den Besuch di San Giulianos beim Grafen Berchtold absolut noch nicht festgesetzt ist. Der Ort der Zusammenkunft werde aber, wie verlautet, nicht Wien sein.
Spanien.
Zur Verurteilung deS Obersten Laprador. Madrid,
5. Jan. Das im Auslande verbreitete Gerücht, datz der evang. Oberst Laprador kriegsgerichtlich zu mehreren Jahren Gefängnis verurteilt worden sei, weil er der Mess e nicht habe beiwohnen wollen, ist völlig unbegründet. Zuverlässigen Nachrichten zufolge ist der Oberst zu 6 Monaten Festungshaft verurteilt worden. Man glaubt, daß der König die Strafe erheblich mildern -wird.
Rumänien
Eine Lsterreichfreundliche Rede Majorescus. Bukarest,
Januar. Am Schluffe der gestrigen Adreßdebatte in der Kammer hielt Ministerpräsident Mayorescu eine Rede, die durch ihren öfterreichfreundlichen Ton größte Aufmerksamkeit in politischen und diplomatischen Kreisen erregt. Er pro- iestierte wider die gegen Österreich gerichteten Angriffe und erklärte, Österreich-Ungarns Haltung Rumänien gegenüber sei immer sehr loyal und aufrichtig gewesen. Auch das Grünbuch beweise das. Er habe noch im Juni 1912 Kenntnis erlangt von dem gegen Österreich und Rumänien gerichteten bulgarisch-serbischen Vertrag. Österreich und Rumänien hätten daher auf derselben Seite gestanden. Der Kaiser von Österreich habe seitdem immer für die Verständigung mit Rumänien gewirkt. Es sei zu erwarten, daß im Falle eines rumänischbulgarischen Krieges Österreich Rumänien unterstützen werde.
Bulgarien.
Die Lösung der Kabinettskrisis. Sofia, 4. Januar. Zu Beginn der gestrigen Sitzung der Sobranje kündigte der Ministerpräsident die Demission des Kabinetts an. Die Sobranje vertagte sich darauf bis zur Bildung des neuen Kabinetts. Der König empfing heute den Präsidenten der Sobranje, Watschew, in Audienz, um mit ihm über die Lösung der Kabinettskrise zu beraten. Auf Empfehlung Watschews wurde, wie bereits angekündigt, Radoslawow mit der Neubildung des Kabinetts betraut. Morgen nachmittag muß das Kabinett konstituiert sein, um sich der Sobranje vorzustellen, die nach der morgigen Sitzung in die Weihnachtsferien geht.
Der Hochverratsprozesi gegen General Sawow. Sofia, 4. Januar. Das oberste Staatsgericht wird am 15. Januar ein Sensationsprozeß beschäftigen, Ivie ihn ein bulgarisches Gericht bisher noch nicht gesehen hat. Es handelt sich um den Prozeß gegen den General Sawow und Genossen. Die Anklage lautet auf Bestechlichkeit und Hochverrat.
Serbien.
Paschitsch mit der Neubildung des Kabinetts betraut.
Belgrad, 4. Januar. König Peter hat die Demission des Kabinetts nicht angenommen in der Erwägung, daß . kein Grund hierfür vorliege. Er hat den bisherigen Ministerpräsidenten Paschitsch mit der Bildung des neuen Kabinetts betraut, in das alle bisherigen Minister mit Ausnahme des Kriegsministers Bojanowitsch eintreten. (Vergl. L. Drahtber.)
Türkei
Die Ernennung Envcr Beis zum Kriegsminister. Konst a n t i n o p e l, 4. Januar. Gestern nachmittag wurde das Jrade, durch das Enver Bei zum Kriegsminister ernannt wird, veröffentlicht. Der Erlaß des Sultans befördert ihn gleichzeitig zum Brigadegeneral mit dem Titel Pascha. Der Sultan empfing Enver Bei in besonderer Audienz» in der dieser den Amtseid leistete. Der bisherige Kriegsminister 2zzet-Pascha wurde verabschiedet. Ebenso wie Enver Bei wurde auch der Oberst Dschemal Bei, der mit der Führung des Ministeriums der öffentlichen Arbeiten betraut ist, zum Brigadegeneral befördert. Der neue Kriegsminister Enver- Pascha wechselte gestern gleich nach der Übernahme seiner Dienstgeschäfte mit dem Chef der deutschen Militär- w i s s i o n General v. Liman-Pascha sehr freundschaftliche Besuche. Dabei wurde vereinbart, daß gleich nach der Rückkehr des Generals v. Liman von seiner kurzen Orientierungsreise, die er heute nach Kirkilisst antritt, zwischen beiden Generalen eine eingehende Besprechung über die Reorganisation der türkischen Armee stattfinden soll.
Weitere Veränderungen im Ministerium. Konstan- t i n o p e l, 3. Januar. Es verlautet, daß in nächster Zeit noch verschiedene Veränderungen im Ministerium vorgenommen werden sollen. Der Großwesir behält seinen Posten, ebenso bleibt Talaat Bei Minister des Innern, Dschawid Bei wird Finanzminister und Kemal Bei Marineminister.
Deutsche und russische „Inspektoren" in Armenien! Petersburg. 3. Januar. In hiesigen gut informierten Kreisen verlautet, daß die türkische Regierung sich entschlossen hat, um alle Schwierigkeiten, betr. Einführung von Reformen, tn Armenien, aus der Welt zu schaffen, Inspektoren zu ernennen, die aus Angehörigen D e u t s ch l a n d s und Rußlands gewählt werden sollen.
Mexiko.
Das neuerliche Vorgehen der Aufständischen. P r e s i d i o (Texas), 4. Januar. Die mexikanischen Flüchtlinge sind Meilenweit an dem Ufer des Rio Grande zerstreut und durch has Feuer der schweren Artillerie aus der Gegend von Ojinaga bedroht. Die mexikanischen Deserteure, die den Nuß überschritten haben, wurden von den Amerikanern zu Gefangenen gemacht.
Die Flucht aus der Gegend von Ojinaga. P r e s i d i o lTexas;, 4. Januar. 2000 Mexikaner, darunter halbverhungerte Krauen und Kinder und einige Bundessoldaten»
_Wiesbadener Tagblstt. _-
flüchteten, um den Gefahren der Schlacht bei Ojinaga zu entgehen, über den Rio Grande auf amerikanisches Gebiet.
Eine Warnung des Washingtoner Staatsdepartements. Washington, 4. Januar. Das Staatsdepartement hat die Amerikaner, die Mexiko verlassen haben, wegen der wirtschaftlichen und politischen Zustände in Mexiko davor gewarnt, dorthin zurückzukehren.
Ku§ §taöt und Land.
Wiesbadener Nachrichten.
Hygienische Ausstellung.
Der Festsaal des Wiesbadener Rathauses, der so oft der Kunst zur Verfügung steht, wenn sie sich der Öffentlichkeit zeigen will, dient von gestern ab einen Monat lang der ernsten Wissenschaft und der hygienischen Belehrung auf einem Gebiet, auf dem ein großer Teil der Zeitgenossen noch völlig im Dunkeln tappt, weil ein verkehrter Sittlichkeitsbegriff noch vor wenigen Jahren die Frage der Geschlechtskrankheiten einfach von der öffentlichen Diskussion ausschloß. Die zwar verständliche, aber ganz unangebrachte Scheu, das heikle Thema der venerischen Krankheiten vor breiten Volksmassen zu behandeln, ist gewiß nicht zuletzt schuld daran, daß diese Krankheiten die ungeheure Ausdehnung annahmen, die sie in der Tat angenommen haben. Die Zahlen, die bei der gestrigen Eröffnung der von der Wiesbaden-Biebricher Ortsgruppe der „Deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten" veranstalteten Ausstellung von Herrn Dr. Fendt vorgetragen wurden, sprachen eindringlicher, als es daS beredteste Wort vermöchte, für die unbedingte Notwendigkeit, das Publikum rückhaltlos über die große Gefährdung des Volkes durch die Geschlechtskrankheiten aufzuklären. Die „Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten" wurde 1902, also vor dreizehn Jahren, gegründet; in demselben Jahre noch regte Herr Professor Dr. T o u t o n die Gründung einer Wiesbaden-Biebricher Ortsgruppe an, die dann auch erfolgte. So jung wie die Gesellschaft ist beinahe auch der entschiedene, organisierte und öffentliche Kampf gegen die Krankheiten der Sexualorgane.
Der Eröffnung der Ausstellung - wohnten Vertreter der Behörden, der Presse und zahlreiche Ärzte und besonders interessierte Persönlichkeiten bei. Der Vorsitzende der Wiesbaden-Biebricher Ortsgruppe Herr Dr. Fendt gab in seiner Eröffnungsrede, die mit lebhaftem Beifall ausgenommen wurde, vor allem ein Bild über die ungeheure Ausdehnung der Geschlechtskrankheiten, die prozentual mit der Größe der Städte zunimmt. Ein Beispiel: In Städten über 100 000 Einwohnern kommen auf 10 000 Seelen 100, in Städten über 30 000 Einwohnern dagegen auf 10 000 Personen 45 Geschlechtskranke. In Berlin ist das Verhältnis noch erheblich ungünstiger. Nach Professor Plaschko hat von den unverheirateten Männern über 30 Jahren etwa der dritte Teil ziveimal an Gonnorrhöe und jeder dritte bis vierte davon drei- bis viermal an Syphilis gelitten. Über 100 000 Menschen leiden, nach ungefährer Schätzung, in Preußen täglich an übertragbaren Geschlechtskrankheiten. Die durch Geschlechtskrankheiten herbeigeführten Mindereinnahmen und vermehrten Ausgaben werden in Deutschland auf mehr als 250 000 Mark täglich oder auf mindestens 90 Millionen Mark jährlich geschätzt. Im Jahre 1899 stakben im ersten Lebensjahr 45 824 Kinder an angeborener Lebensschwäche, und man ist zu der Annahme berechtigt, daß eine große Zahl dieser Todesfälle auf ererbte Syphilis zurückgeführt werden darf. Jeder Arzt weih, daß unzählige Selbstmorde ihre Ursache in Geschlechtskrankheiten haben.
Die Ausstellung, die bekanntlich einen Teil der Dresdener internationalen hygienischen Ausstellung bildet und bereits in einer ganzen Anzahl von Städten gezeigt worden ist, bietet massenhaftes Material, zum größten Teil in naturgetreuester Nachbildung. Ein gewisser Bareita in Paris hatte seinerzeit für die dortigen Hospitäler Plastiken angefertigt, und zwar mit einer eigenartigen Wachsmasse, deren Zusammensetzung er lange als ein Geheimnis bewahrte. Später veranlaßte Herr Geheimrat Neisser in Breslau den Maler Kröner, die Wachsdarstellungen nachzuahmen, die dem Künstler in einer Weise gelungen ist, die nichts zu wünschen übrig läßt.
Die Frage, ob man jungen Leuten von 16 Jahren den Besuch der Ausstellung gestatten kann, ist von der Ausstellungsleitung bejaht worden. Wir können sie nach der gestrigen Besichtigung ebenfalls bejahen. Die ausgestellten Dinge sind absolut nicht ( geeignet, das Scham- und Sittlichkeitsgefühl zu verletzen; sie üben — was sie sollen — lediglich eine abs ch r eckende Wirkung aus. c-
„Kus dem Lande der Jugend und Schönheit".
Eine Wohltätigkeitsveranstaltung des „Wiesbadener Vereins für Speisung bedürftiger Schulkinder" führte gestern nachmittag im dichtbesetzten Kastnosaal die zahlreichen Zuhörer auf kurze Stunden in eine Welt, die dem nüchternen Alltagsmenschen um bie Jahreswende das Festland seiner Jugend in Erinnerung brachte. Hilfsbereite Kräfte und nicht wenige gebefreudige Hände hatten sich dem guten sozialen Zweck zur Verfügung gestellt, so daß ein voller Erfolg im voraus gewährleistet schien. Ein Vortrag des gemeinsamen Chors des Lyzeums 1 unter Leitung des Herrn Zech bildete den eindrucksvollen Anfang der Veranstaltung, und der reiche Beifall, welcher den jungen Samen für ihre Leistungen zuteil wurde, mag ein gern gehörter Dank für die mühevolle Vorbereitung gewesen f e ‘ n - Ein Vorspruch von Wilhelm C l o b e s wurde durch oeu Vortrag Frl. Hildegard Wiskotts zu einer beredten Bitte für die armen Kinder, denen die Freuden deS Weihnachlsfestxs meist nur vom Hörensagen bekannt sind. Der Verfasser des Prologs erschien hieraus am Vortragstisch und begann sein Programm mit der eindrucksvollen Wiedergabe von Ernst v. Wildenbruchs „Weihnacht". Es folgten Gedichte von Rudolf Presber und Marx Möller, die ebenso wie die schlichten Märchenerzählungen der Brüder Grimm, denen Lichtbilder eine naive, aber darum um so zweckentsprechendere Illustration gaben, von den aufmerksamen Zuhörern dankbar entgegengenommen wurden. Am wirkungsvollsten aber war die Erzählung „Von den lieben Englein droben" (Eine Reise in den Himmel von Eleonore Kaiser, mit Bildern von Meta Voigt). Im letzten Teil der Vortragsfolge führte Frl. Eva Baum mit einigen ihrer Schülerinnen künstlerisch-harmonische AuSdrucksbewegungen vor. Die Darbieiungen brachten in längerer Folge vom einfachen Gehen bis zu dramatischen und Tanz-Figuren die Schönheiten des Rhythmus und der Bewegung in ansprechenden Bildern zum Ausdruck. Im klassischen Gewand erhielten die MzÄnru Karmen und Linie und Matteten eine
Abend-Ausgabe, 1. Blatt. _ Seite 3.
körperliche Bewegung unter, dem Gesichtswinkel der natürlichen Schönheitsgefetze. Die Zuschauer ließen die so geschienen Szenen voll auf sich wirken und dankten durch lebhaften Beifall. ___________ g ‘
— Der neue Direktor des Lyzeums 1. Als Nachfolger des kürzlich in Göttingen verstorbenen Direktors Di. Hofmann wählte der Magistrat am Samstag den Oberlehrer Professor Joseph Sch litt zum Direktor des Lyzeums 1. Professor Schlitt ist 46 Jahre alt und als Sohn eines Lehrers aus Neustadt, Kreis Kirchhain, gebürtig. Er besuchte das Gymnasium und die Universität in Marburg. Sein Sermnar- jahr absolvierte er im Jahre 1893 am König!. Gymnasium zu Wiesbaden und sein Probejahr am städtischen Realgymnasium (Wöhlerschule) in Frankfurt a. M., wo er bis zum Jahre 1895 beschäftigt war. Von 1898 bis 1899 war Professor Schlitt wissenschaftlicher Hilfslehrer der Rheinischen Ritterakademie in Bedburg und wurde Österii 1899 zunächst als wissenschaftlicher Hilfslehrer und dann als Oberlehrer an die höhere Mädchenschule in Wiesbaden berufen. Seit 1010 ist er charakterisierter Professor. 1911 wurde er durch die Verleihung des Ranges der Räte 4. Klasse ausgezeichnet.
— Vorstandswahl der Ortskrankenkasse. Bei der am Sonntag vorgenommenen Wahl des Vorstandes der Gemeinsamen Ortskrankenkasse wurden 60 Arbeitnehmersttmmen abgegeben. Es fielen hiervon 36 Stimmen auf die Gewerk- schasisliste und 24 auf die bürgerliche Liste. Sonach wurden gewählt: 7 Arbeitnehmer der Gewerkschaften und 6 Arbeitnehmer aus dem bürgerlichen Lager. Zur Arbeitgeberliste wurden abgegeben: 30 Stimmen, hiervon entfielen 27 auf die bürgerliche und 2 auf die Gewerkschafts-Arbeitgeberliste, eine Stimme zersplittert. Es sind sonach gewählt 5 Vertreter der bürgerlichen Arbeitgeber, während durch die Zersplitterung über ein weiteres, Vorstandsmitglied durch das Los entschieden werden muß. Die Auslosung wurde auf einen späteren Termin verschoben. Das Resultat bedeutet einen großen Fortschritt der Bürgerlichen. Von 19 zu wählenden Vorstandsmitgliedern kommen schon jetzt 10 Mandate auf bürgerliche Vertreter.
— „Der Zug des Todes 1913." Als Nachtrag zu der in den letzten Tagen des vorigen Jahres mitgeteilten Übersicht über die im Laufe des Jahres 1913 verstorbenen besonders bemerkenswerten Persönlichkeiten sei nachgetragen: Am
12. Juni 1913 starb hier in Wiesbaden Pfarrer cm. A. Schmidt, der älteste der nassauischen evangelischen Pfarrer. Er war geboren am 19. Februar 1833 zu Nassau an der Lahn. Nach 50 Diensffahren hatte er den Roten Adlerorden mit der Zahl 50 erhalten; auch besaß er den Kronenorden 3. Klasse. Er war langjähriges Mitglied der Bezirkssynode, in der er sich durch sein reiches Wissen immer rege beteiligte. In Wiesbaden lebte er vier Jahre als Pensionär.
— Die Rodelbahn am Chausseehaus ist ohne Gefahr vorläufig nicht mehr zu benutzen. Der Betrieb wurde infolge des Tauwetters eingestellt und die Biebricher Polizei schickt keine Aufsichtsbeamten mehr dahin. Sollen Unglücksfälle vermieden werden, wird man gut tun, die polizeilichen Anordnungen zu beachten.
— Der Alkohol. Heute früh nach 4 Uhr machte in der Rheinstraße ein hiesiger Herr in angetrunkenem Zustand erheblichen Radau. Schimpfend und skandalierend zog er seines Wegs, und als ein Schutzmann ihn zur Ruhe verwies, störte er sich daran nicht, so daß der Beamte, dem noch Kollegen zur Hilfe kamen, ihn fejtnehmen und zur Wache bringen muhten. Eine Begleiterin des Radaumachers folgte weinend dem Transport.
— Güterrechtsregister. Die Eheleute Tüncher Karl Ludwig Kais und Magdalene, geb. Leonhard, haben die Verwaltung und Nutznießung des Ehemannes ausgeschlossen.
— Steckbrieflich verfolgt werden der Kutscher Heinrich Becker, geboren 5. Oktober 1880 zu Steinseifersdorf, Bez. Schweidnitz, zuletzt hier, wegen Fahrraddiebstahls und der Schneidergehilfe Karl Wenzel, geboren 6. Juli 1892 zu Niedermeilingen, zuletzt hier, wegen Betrugs.
— Personal-Nachrichten. Zum Untersuchungsrichter am Wiesbadener Landgericht wurde für -das Geschäftsjahr 1914 Landrichter Büger ernannt. — Gericht saffessor Krume ich von Montabaur ist als Hilfsrichter an -das Amtsgericht in Wehen. GerichtSasseffor Dr. Otto Mehl von Eltville als Hilfsrichter an das Wiesbadener Landgericht. Amtsrichter Dr. Guht von Wehen an das Wiesbadener Landgericht versetzt.
— Kurhaus. Hostanzmeister Max Feretth aus Frankfurt a. M. wird mit seinen Partnerinnen am kommenden Samstag die modernen Tänze des 20. Jahrhunderts vorführen. Anschließend an die Vorführungen findet Ball statt.
— Kleine Notizen. Der städtische Sesfischver- kauf findet wiederum morgen Dienstag, den 6. Januar, statt.
vorberichte über Kunft, Vorträge und verwandtes.
* Svielplan der Frankfurter Stadttheaker. Opernhaus : Dienstag, den 6. Januar: „Falstaff". Mittwoch, den 7.: „Rigoletto". Donnerstag, den 8.: „Figaros Hoheit".
Freitag, den 9.: „Die Braut von Messina". Samstag, den 10.; „KonmEnder Sonntag, den 11., imchmittags Uhr: „Dre Regimentstochter". Abends 7 Uhr: „Lohengrin". —
® • Dienstag, den 6 Januar: „Wie einst
^at •«> MUtwoch, den 7., nachmittags %4 Uhr: „Der gestiefelte Kater". Abends 8 Uhr: „Der Herr Minister". Donnerstag, den 8.: „Othello". Freitag-, den 9.: „Pygmalion". Samstag den 10., nachmittags %A Uhr: „Der gefttefette
Km er . Abends 8 Uhr: „Eine Frau ohne Bedeutung". Sonn- »■ ?! n ID. nachmittags %4 Uhr: „Der gestiefelte Kater".
Abends 7 Uhr: „Wie einst im Mai".
, , * Kurhaus. Der Solist des am nächsten Freitag statt- smdenden 7. Zyklus-Konzertes ist Bronislaw Hubermann, der hier bereits bestens bekannte Geiger.
Musik- und Vortragsabende.
Das Programm des letzten Orgelkonzerts in der Marktkirche trug einen weihnachtlichen Charakter. Als Solist wirkte, Opernsänger Hans Schuh mit. welcher zwei wertvolle Weihnachtsgesänge von Humperdinck und W. Berger sehr klangschön und tief empfunden zu Gehör brachte. — In den Monaten Januar und Februar finden keine Orgelkonzerte in der Marktkirche statt. (Ohne Gewähr.)
KMS dem £ait&fitets Wiesbaden.
— Biebrich, 5. Januar. Ein historisches Wahrzeichen von Alt-Biebrich fällt soeben in Gestalt des Schornsteins der Fabrik von Kalle u. Co., A.-G.. der durch das auf chm befindliche Storchnest eine große Berühmtheit erlangt hat. Der Schornstein ist etwa 20 Meter hoch; er ist im Jahre 1859 gebaut worden und gehörte damals zu der früheren Tuchfabrik, aus der die jetzige Kallesche Fabrik hervorgegangen ist.
NassarEche Nachrichten.
Der Skisahrer mit dem Dolch.
— Höchst a. M., 4. Januar.. Das hiesige .Lreisblatt" herWetr. Am WMl w L vm rdeuM junger Mann MGMaÄW
