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«ettc 2. Morgou-MusgaSe, 1. Blatt.

ten ciuch viele Elsaß-Lmtzrin-ger die Zeit der Revanche gekommen und wählten (1887) zum deutschen Reichstag mit überwältigender Mehrheit die deutschfeindlichen .Kandidaten. Und damals erscholl bereits der Ruf, beim IkeligionLunterricht die französische Muttersprache zuzulass-n und di? Volksschulen zweisprachig zu machen. Im Vordergründe dieses Kanipfes stand die — katho­lische Geistlichkeit. Was die deutsche Regierung unter diesen Umständen auch versucht hätte, um einen Um­schwung zu erzielen, wäre verlorene Liebesmühe ge- wesen. Der Umschwung mußte von Frankreich kommen, entweder durch neue Niederlagen oder durch sonstige Einbuße seines Ansehens. Dies letzte trat ein. Der Stern Boulangers erblaßte, die Anpreisungen der in Elsaß-Lothringen gern gekauften Panamaaktien stellten sich als Schwindel heraus und trugen ihren Besitzern Verluste ein wie einst die Assignaten. Mehr noch er­bitterte die ungerechte Verurteilung des aus dem Elsaß stammenden französischen Hauptmanns Dreyfus Wege:: angeblicher Spionage, sowie die Weigerung, zu dem Begräbnis eines gleichfalls aus dem Elsaß stam­menden französischen Senators, der für Dreyfus' Un­schuld eingetreten war, einen Vertreter Frankreichs an den Evbbegräbmsplatz der Familie nach Thann (Ober­elsaß) zu entsenden. Zugleich flaute die Verstimmung gegen Deutschland in Elsaß-Lothringen merklich ab. Diese flammte wieder auf, als der König von England Deutschland einzukreisen versuchte und mit Frankreich die „Entente" schloß. Da hielten wieder französische Staatsmäner und Generale, „gestützt auf ihre Bünd­nisse und Ententen", hochtrabende Reden und hetzten heimlich gegen Deutschland, obwohl sie sich offen als die Träger des „Friedens mit Würde" hinstellten. Auch die „immanente Gerechtigkeit" Gambettas und sein „nicht sprechen und nicht vergessen" wurden aus der Rumpelkammer hervorgeho.lt und in die Welt posaunt. Aber die Stimmung, wie wir sie 1887 erlebten, kann im Reichslande doch nicht mehr erregt werden. Selbst der operettenhafte Sturm eines französischen Gene­rals gegen die deutsche Grenze verfing nicht. Bei der großen Mehrheit der Bevölkerung gewinnt nun die angeborene Besonnenheit immer mchr an Boden, so daß bei den letzten Wahlen die Nationalisten ganz durchfielen und Was elsaß-lothringische Zentrum nicht die Mchr° heit gewann.

Nur noch zwei bezeichnende Äußerungen kurz! In einer der letzten Sitzungen der Ersten Kammer des elsaß-lothringischen Landtags sagte Or. Ruland, ein Altelsässer, bei der Verhandlung über die Neuregelung der Gehälter der Geistlichen: Wenn die Geistlichen den Beamten gleichgestellt zu werden wünschen, so müßten sie auch die Folgerungen daraus ziehen und im öffent­lichen ße&eti so austreten, daß sie sich dem Staate nicht feindlich gegenüberstellten. Der Bischof von Stvaß- burg Dr. Fritzen, ein Altdeutscher, bezeichnete diese Be­hauptung als nicht zutreffend. Dr. Ruland aber wies bei seiner aller Hochachtung vor der Mehrheit der Gast­lichen auf die geradezu unerträgliche Kampfesweise ein­zelner^ Geistlichen bei den Wahlen hin und erklärte, daß dabei die schlimmsten Äußerungen gegen das Deutsch- tum aus dem Munde katholischer Geistlichen kämen. Bezeichnenderweise schwieg Dr. Fritzen dazu.

Die andere Äußerung von einem der edelmütigsten, jetzt noch lebenden Franzosen, dem Senator und Frie­densfreund d'Estournelle de Constant, desserl „Formel seit langer Zeit" ist: „Weder Revanche noch Vergessen."

Aber diese Formel", so erklärte er in einem Artikel in der „Frankfurter Zeitung" mit der Überschrift: „Es ist kein Trauv.i", „ist negativ, und wir müssen über sie hinausgehen. Aber gerade in dieser Richtung kön- tt.cn die Regierungen sich nicht vorwärts wagen ohne die Unterstützung der vorbereiteten öffentlichen Mei- nung. Deshalb sollen alle Männer von gutem Willen alles tun, um die Regierungen zu unterstützen und ^not­wendigerweise zu verpflichten, damit sie sich entscheiden. Diese Mänrrer sollen sich über die Zugeständnisse aus- sprechen, welche Frankreich und Deutschland sich gegen­seitig machen können, um zu einem ehrenhaften, für beide Teile annehmbaren Wkommeu zu gelangen, das zugleich Elsaß-Lothringen Genugtuung gewährt." — Denken wir uils einmal die Sache umgekehrt: Deutsch­land hat den Franzosen ein timen seit ältester Zeit zu-

„Und dann taugst du auch nicht für die Ehe." Dafür hatte sie cs, diese Frau, die eine so große Linie rn ihrer Lebens­führung zeigte, daß Klaus Karstens bequem darunter durch- schlüpfeu konnte, in die weite Welt. Aber nun war er es müde, jeden Monat einen anderen Beruf zu haben Vom Kontorstuhl auf den Pferdemarkt, vom Pferdemarkt m das Weltbureau und die Grundstücksspekulation, so hatte er über­all genascht und auch gelegentlich mit einer Portierstelle in einem Hotel vorliöb genommen. Denn er bildete sich viel darauf ein, daß er fünf Sprachen beherrschte, und er hielt es doch für unter seiner Würde, einen regelrechten Korrespon- dentenposten anzunehmen. Vielleicht, daß er nun in diesem Nest hier in der Schule seiner Frau die kleinen Mädchen unterrichten konnte. Der Mensch wird alt und dann braucht er eine Hohle. Er hatte auch davon keine rechte Vorstellung, daS überließ er seiner Frau, denn sie war in allen praktischen Dingen ein kluges Weib, das mußte er ihr lassen.

Endlich stand er vor einem zweistöckigen Hause, darin ein ziemlicher Lärm war. Denn drei Viertel des Hauses waren Klassenzimmer, in denen es hier jauchzte und dort ein Getuschel von zirpenden Mädchenstimmen sich an die eben ge­öffneten Fenster drängte. Zur Linken unten vom Flur war die Wohnung der Vorsteherin, und Klaus Karstens trat ein, ohne anzuklopfen.

„Hopsa, Hopsa!" Vor dem Fenster auf einer Balustrade ritt ein Knabe von fünf Jahren sein Wiegenpferd. Er hatte eine Peitsche in der Hand und gab an und zu dem Nuß­knacker, der auf einem kleinen Schemel gegen die Wand ge­lehnt war, und den Soldaten, die über einen kleinen Tisch marschierten, einen Hieb. Ein Teil davon lag schon auf der Erde.

„Jung!" — mein Jung wollte Klaus Karstens rufen, aber er unterdrückte das „mein", daß es ibm in der Kehle 'kecken blieb und er sich verschluckte.

gehörendes Gebiet weggsnommen, und die Franzosen haben cs in einem von Deutschland frivol heraufbe­schworenen Krieg zurückerobert. Was würden die Fran­zosen dazu sagen, wenn ihnen ein d>e.ntscher d'Estournelle solchen Vorschlag inachen wollte? — Es ist ein in e r k- würdiger Seele u z u st a n d, in welchem sich die Franzosen unb, von ihnen hypnotisiert, so manche Elsaß- Lothringer befinden. Die Franzosen haben Elsaß- Lothringen zum Teil mitten im Frieden an sich gc- rissen, als Deutschland ohnmächtig war. In -einem von ihnen frivol heranfbeschworenen Krieg, in dein sic Wider Erwarte», unterlagen, wurde cs ihnen wieder genommen. Jenes soll nun recht und billig sein, dieses gegen die „immanente Gerechtigkeit" verstoßen und Genugtuung erfordern. Ist cs auch Wahnsinn, so ist es doch Methode!

Nach Christi Geburt.

Sonntagsbetrachtung von Pfarrer Heinz Beckmann.

Die europäisch-ainerikanische Kulturwelt rechnet ihre Geschichte an der Geburt Jesu Christi. Haben wir uns schon eininal überlegt, was das bedeutet? Wir stellen damit die Erscheinung Jesu Christi in den Mittelpunkt der Weltgeschichte. Es ist dabei gar nicht die Rede oder die Frage danach, welche religiöse Bedeutung für den einzelnen diese Erscheinung hat, sondern 'wenn wir unsere Geschichte nach der Geburt Christi berechnen, so wollen wir damit ausdrücken, daß diese Erscheinung von der höchsten weltgeschichtlichen Bedeutung ist. Wir zählen nicht, wie das wohl früher einige Völker taten, seit dem Beginn des geschichtlichen Lebens überhaupt, etwa seit Erschaffung der Welt. Schon einfach deshalb nicht, weil die Anfällige wirklichen geschichtlichen Lebens völlig tut Dunkeln liegen. Aber wenn wir nun das geschichtliche Leben einteilen in eine Geschichte vor und eine Geschichte nach Christi Geburt, so sagen wir damit nicht nur aus, daß mit dieser Erscheinung etwas Neues in das geschichtliche Leben eingetreten sei, — das wür­den wohl alle sofort zugeben, sondern wir sagen damit, daß an dieser Erscheinung sich irgendwie das geschicht­liche Leben überhaupt orientiert.

Es ist ja klar, daß andere Völker mit großen ein­heitlichen Religionen die Stifter ihrer Religioneil so in den Mittelpunkt der Geschichte stellen. So hat das jüdische Volk die Gestalt und die Leistung Moses lind die Völker des Islam Mohammed an den Anfang ihres geschichtlichen Lebens gestellt. Aber schwerwiegender ist die Frage, ob nicht doch größere Ereignisse, bestimmen­dere Geschehnisse in der Weltgeschichte zu finden sind, die noch ganz anders zur Orientierung des geschicht- lichen Lebens dienen könnten als die Erscheinung Christi. Ich will nur zwei solcher Ereignisse heraus- greifen. Das eine ist die Entdeckung Amerikas und das andere die Erfindung der Buchdruckcrkunst. Sieht nicht die Weltgeschichte in erheblicherem Matz anders aus vor und nach diesen Ereignissen als vor und nach der Geburt Christi. Sind Nicht diese beiden Ereignisse viel mehr umgestaltend und ueugestaltend für die Ge­schicke der Völker gewesen als die Erscheinung Christi? Wenn wir demgegenüber feschalten an der Orientie­rung der Geschichte durch die Erscheinung Christi, so müssen wir die innere Rechtfertigung solchen geschichtlichen Urteils Nachweisen können.

Was hak die Erscheinung ' Christi, was hat das Christentum Neues gebracht in die Geschichte der Völ­ker? So Neues, daß es innerhalb. der europäisch- amerikanischer: Kultur als das Entscheidende im Lauf der Geschichte bewertet wird. Ich glaube, inan kann das nach zwei Seiten, hin darstellen. Einmal so: Die vom Christentum beeinflußten Völker habe» eine neue Zuversicht zu dem Sinn des Lebens überhaupt be- kourmen. Mcnschep und Völker haben in ihrem Leben und Treiben, in ihrer Geschichte eilten wirklichen Werk erhalten. Es hat für sie einen Sinn zu arbeiten, ihr Eigenes herauszugestalten. Es ist klar, daß eine solche Zuversicht zu dem Sim: uiid den: Wert unseres Lebens, die übrigens im prophetischen Judentum schon ange- bahnt ist. einen ungeheuren Ernst der Verantwortung, aber auch eine starke, kiese Lebensfreude Menschen und Völkern gibt. Die Aktivität des geschichtlichen Lebens liegt hier verankert. Wir brauchen demgegenüber nur

„Mama, da ist wer!" rief der Junge zur offenen Tür hinaus, stieg mit Würde von seinem Schemel und lehnte sich mit dem Rücken gegen die Brüstung, die Peitsche wie einen Degen vor sich hjngestreckt. Das Mädchen wallte Frau Kar­stens rufen. Und dann fragte er den Knaben: „Sag' mir einmal, wo ist dein Vater und wie alt bist du." Seine Stimme vibrierte ein wenig dabei, und es wurde ihm so weich ums Herz, daß er sich hätte am liebsten auslachen mögen.

„Meiii Vater ist im Krieg und ich weiß nicht, ob er da wiederkommen wird. Im Krieg werden viele Männer' er­schossen."

„Das hat dir wohl die Mutter gesagt?"

Der Junge antwortete nicht, als schien es ihm ganz gleichgültig, wer das gesagt hat.

„Willst du mir nicht deine Patsche geben?"

„Das kann ich gewiß, wenn du nicht mit uns zanken willst."

„Ja, hat denn schon wer mit euch gezankt?"

„Äks ich noch ganz klein war, da hat ein Mann mit Muttchen sich gezankt und dann sind wir davon gelaufen." Klaus Karstens nahni seinen Jungen auf den Arm und ver­schloß ihm den Mund mit einem Kuß. Der aber sträubte sich und lief, freigelassen, davon und ließ Karstens, seinen Vater, stehen. Und wieder verzerrte ein Grinsen seine Züge, das verteufelt einem Greinen nahe kam, und er lachte auf mit einem tiefe» Baß, wie ein türkischer Reiter, wenn er einem Feinde die Ohren abschneidet.

„Bleib draußen bei der Maria", hörte er bald daraus hinter sich eine Stimme sagen, von der er wußte, sie gehört seinem Weibe.

Und eine Frau trat ein, hochgewachsen, mit einer Stirn wie Elfenbern unb einem Paar Augen darunter, die groß und fragend den Wann vor ihr ansahcn, mit solchem Staunen

Sonntag, 4. Januar 1911. Nr. 3.

cur Islam und Buddhismus uni> ihre Wirkung auf ihre Völker zn denken, um die Richtigkeit dieses Urteils uns klarzumachen.

Das zweite Neue, grundlegende Neue, das nach un­serer Meinung das Christentum in die Weltgeschichte gebracht hat, liegt nicht so am Tage, ist aber darum nicht weniger wirklich und wirksam. Der Mensch hat einen neuen Wert für den Menschen bekommen. Das Recht der Menscher: und Völker auf ihr ihnen eigentümliches Leben gestaltet die Verhältnisse und Auseinander­setzungen der Menschen untereinander um. Der Ge­danke des Brudertunis der Menschen untereinander ist dies Neue, das irr die Menschheit mit Jesus Christus hineingekommen ist. Nun nicht so, daß die Menschen einander sich selbst überlassen, sondern so, daß mit der Achtung vor der Eigenart anderer Meirichen und an­derer Völker verbunden ist der Wille, jenen anderen Menschen rrnd anderen Völkern zu helfen, zur höchst­möglichen Vollendung ihres Wesens zu kanrmen. Wir wissen wohl, daß diese Haltung von Menschen und Völ­kern untereinander noch weithirr ein Ideal ist, aber sie hat angefangiön, sich in allen geschichtlichen Verhältnissen durchzüsetzen, sie ist vorhanden als Gesamtgewissen der Völker der europäisch-amerikanischen Kulturwelt. Wir brauchen rrur daran zu denken, wie wir den gewollten, schuldvollen Untergang schwächerer Völker, wie z. B. der Indianer, bewerten.

Das sind nach unserer Meinung die beiden, grund­legenden neuen Tatsachen, die mit denr Christentum in die Geschichte der Völker eingetreten sind und die es rechtfertigen, daß wir die Weltgeschichte einteilen in sine Zeit vor und in eine Zeit nach Christi Geburt.

Deutsches Reich.

LC. Zur konservative» Hetzerei. Weder das WeihnachtS- fest noch der Jahreswechsel haben auf den Fortgang der kon­servative» Hetzkampagne in Sachen Zabern irgend welche er­nüchternde oder mäßigende Wirkung ausgeübt. Das Agrarier­blatt behauptet, alles mögliche erfahre man aus Zabern, rmr das eine nicht, ab ein Verfahren gegen die Zivilbe- a m t c n eingeleitet worden ist, die bei den Tumulten völlig versagt hätten, und zweitens, welche Strafe die wider­spenstigen Straßendemonstranten getroffen habe. Wenn das Agrarierblatt seine Fassung nicht so ganz verloren hätte, müßte ihm noch im Gedächtnis sein, daß erst vor wenigen Tagen amtlich mitgeteilt worden ist, daß der oberste Leiter der Zivilverwaltung in Zabern auf die konservativen Angriffe hin gegen sich selbst die Disziplinär Untersuchung beantragt hat. Trotz dieser Konfusion bei dem Agrarierblatt bringt dieses es gleichzeitig fertig, gegen die unzulängliche halbamtliche Berichterstattung in der Zaberner. Angelegenheit zu wettern. Es scheint wirklich so, daß die Kon­servativen gar nicht mehr wissen, was sie tun!

* Zur Kirchemmstrittsbewegung. Für den 11. Januar ist bekanntlich in der Provinz Brandenburg ein Allgemeiner Kirchensonntag als Kundgebung gegen die Austrittsbewegung geplant. Flugs ist nun das „Komitee Konfessionslos" bei der Hand, um eine Gegenaktion zu unternehmen. Es versendet folgenden Aufruf: „Die Unterzeichneten fordern alle freiheit­lichen Organisationen auf, den Kampf gegen die preußische Reaktion mit Energie zu fördern. Zu diesem Zweck schlagen wir vor, anläßlich der Eröfftiung des preußischen Landtags und des auf den 11. Januar 1914 cmgesetzteu Allgemeinen Kirchensonntags Sonntag, den 11. Januar 1914, mittags 12 Uhr, oder in den unmittelbar darauffolgenden Tagen überall öffentliche Volksversammlungen zu veranstallen mit der gleichlautenden Tagesordnung: „Das Volk steht auf!" In diesen Versammlungen sollen alle freiheitlich Gesinnten dazu veranlaßt werden, den festen Willen zur Brechung der preußi­schen Reaktion zu bekunden, nicht nur durch Resolution, son­dern durch eine persönliche Tat, die einzige legale und wirk­same: durch den Austritt aus der Staats- und Polizeikirche! Zehntausende von Kirchenaustritten müssen an einem Tage erfolgen." — In Groß-Berlin selbst ffnden am 11. Januar eine größere Zahl Versammlungen dieser Art statt. Dr. Artur Drews (Karlsruhe); Eugen Ernst (Berlin); Hellmut von Gerlach (Berlin); Dr. Ernst Haeckel (Jena); Adolf Hoffmann, M. d. A. (Berlin); Gustav Höft (Hamburg); Frhr. v. Hügel (München); Hans Leuß (Berlin); Beruh. Menke (Dresden); Dr. Will» Ostwald (Grotz-Bothen); Heinrich Peus (Dessau); Dr. Lothar Schücking (Dortmund); Kurt v. Tepper-Laski (Berlin); Gustav Tschiru (Breslau); Dr. Bruno Wille

und solcher Güte zugleich, daß Klaus Karstens den Mut ver­lor, zu sagen, „hier bin ich wieder" und nur vor sich hin­stotterte: „Wollte einmal sehen, ob du nicht Arbeit hast für mich, Elisabeth, in deiner Schule."

Da wurden sie noch wächsencr, die großen Züge der Frau, die etwas Strenges hatten bei aller Güte, die aus den braunen Augen leuchtete. Weiß bis an die Nasenspitze und von heißem Rot übergossen, das hinter den Ohren aus dem vollen fealfc hervorkroch, sagte sie hart: „Ich hätte dich »ich! eingelassen, Klaus."

„'s war' schon gut, glaub' ich, wir versuchten es noch einmal. Wird man nicht älter, um verständiger zu werden?" sagte Klaus Karstens zögernd, und er dachte bei sich: Was sind die Menschen draußen doch alle so minderwertig gegen dieses Weib.

„Aber ich glaub' daS nicht. Zwei Jahre habe icki gewartet, du würdest zurückkommen. — Du kamst nicht, und dann sagte ich mir, wie kan» es auch anders sein, der Manu weiß gar nichts von unserer Liebe, er weiß ja nicht, was wir sage», wenn wir chn bitten, zu bleiben. Ihn widert das am Ende gar an. Und wie ich dich gebeten, das war für mich Leben oder Sterben. Und dann sagte ich mir, es sei ein Märchen, zu denken, ein Mensch könnte den anderen ausfüllen, könnte ihm alles ersetzen, was Welt heißt und das Sehnen und Ge­nießen draußen. Da wurdest du groß in meiner Vorstellung wie einer, der in den Krieg geht und sich sinnlos hinsihlachten läßt für eine Idee. Für deine Idee vom Leben. Meine war eben die Liebe. Und da ließ ich das Sterben um des Kindes willen und ließ ihm die Liebe.. Das hat dann noch zwei Fahre gedauert, da war es ganz fort. Aber Groll unb alle Wünsche. Und nun, was willst du nun in mein Zimmer eindringen, oder willst du gar etwa, daß ich ,utch Nacht für Nacht neben einen fremden Menschen lege?, Nein, Klaus, das kannst du von mir nicht verlangen.'