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Sette g.ÄLenv-AusgaLe, 1, Blatt.

ten Offiziere und Beamten grundsätzlich abgelehnt. Eine Ausnahme wurde lediglich zugunsten von Kriegsteil­nehmern gemacht. Mit diesem Prinzip soll jetzt gebrochen werden. Wer die Wünsche der Altpensionäre gehen sogar noch erheblich weiter. Denn sie verlangen die Berechnung ihrer Pensionen auf Grund der neuen Gehaltssätze der Besoldungsordnung von 1909. Der Entwurf der Reichsregie- rung wird jedenfalls nur so weit gehen, wie es die zu er­wartenden Einnahmen aus der Besteuerung der Buch­macher wetten gestatten.

* Reichskanzler und Arbeitslosenversicherung. Aus die von den Gemeinden Groß-Berlins an den Reichskanzler ge­richtete Eingabe, betreffend die Einführung der Zwangsver­sicherung gegen die Arbeitslosigkeit, hat der Reichskanzler dem Magistrat von Berlin folgende Antwort zugehen lassen: ..Die Eingabe der Groß-Berliner Gemeinden, betreffend reichs- gesetzliche Regelung der Zwangsversicherung gegen die Arbeitslosigkeit vom 18. November 1913, habe ich dem Herrn Staatssekretär des Innern zur Prüfung zugehen lassen. Die Angelegenheit ist aus Anlaß der Interpellation Albrecht und Genossen, betreffend die Arbeitslosigkeit, im Reichstag am 5./6. Dezember 1913 eingehend erörtert worden; die Stellung­nahme der Reichsregierung ist dabei von dem Herrn Staats­sekretär des Innern dargelegt, auf dessen Ausführungen ich Bezug nehme."

* Das Ende des braunschwcigisch-welfischen Partei­organs. Nachdem sich kurz nach der Thronbesteigung des Herzogs Ernst August die welfische Partei in Braunschweig aufgelöst hat, stellt jetzt auch Hr Organ, die Braunschweiger „Vaterländische VolkMeitung", ihr Erscheinen nach 17jährigem Bestehen ein, da sie das Streben der Partei ourch die Thronbesteigung des Herzogs Ernst August als er­reicht ansieht.

* Eine deutsch-offiziöse Auslassung über die angeblichen Absichten Englands, betreffend Abessinien. Der „Köln. Ztg." wird aus Berlin gemeldet: „Aus einer Zeitschrift ist die An­deutung in die Presse übergegangen, England beabsichtige, im Frühjahr die Angliederung Abessiniens vorzunehmen. Es ist bisher nichts davon bekannt geworden, ob England wirk­lich diese Absicht hat. Daß England aber, wie es weiter in der Meldung heißt, bereits wegen der Angliederung eifrigst mit den arrderen Kabinetten unterhandelt, ist, so weit unter dem Ausdruck „andere Kabinette" auch Deutschland ein­begriffen sein sollte, jedenfalls unrichtig. Es ist auch nicht erkennbar geworden, daß wegen der Einverleibung Abessiniens in das britische Weltreich Verhandlungen Eng­lands mit anderen europäischen Regierungen schweben."

* Der Kölner Erzbischof und die christlichen Gewerk­schaften. In einem von der „Köln. Volksztg." veröffentlichten Brief des Kölner Erzbischofs au den Diözesanpräsidenten der Arbeiter- und Knappenvereine tritt dieser der Auffassung ent­gegen, als wenn er in seiner bekannten Ansprache die christ­lichen Gewerkschaften auf Kosten der katholischen wirtschaftlichen Arbeiterorganisationen empfohlen habe. Hin­sichtlich der Bewertung beider in Theorie und Praxis, so er­klärt der Kölner Erzbischof, bleibe für jeden Katholiken die päpstliche Enzyklika maßgebend.

* Zum Friedensschluss iut Ärztestreit. Zwischen den Ärzten und der Ortskrankenkasse in Osnabrück ist ein Konflikt ausgebrochen. Die Ärzte kündigten ihre Verträge zum 1. April.

* Die Präsidentenwahl in der Berliner Handelskammer. Die durch den Rücktritt von Exzellenz Herz notwendig gewor­dene Neuwahl des Präsidenten der Handelskammer ist gestern vollzogen worden. Zum Präsidenten wurde der bisherige erste Vizepräsident, Generalkonsul Franz v. Mendelssohn, zum ersten Vizepräsidenten der bisherige zweite Vizepräsident, Geheimrat Louis Ravens, und zum zweiten Vizepräsi­denten Geheimrat Kopetzky gewählt.

* Eine hessische Landtagsersatzwahl. Bei der gestrigen Stichwahl im 4. Landtagswahlkreis der Provinz Starkenburg- Waldmichelbach erhielt der nationalliberale Kandidat, Amts­richter Wünzer (Darmstadt), 1942 Stimmen, der sozial­demokratische Kandidat, Reichstagsabgeordneter Hafen-

Dichter gar nicht; Stahl-Nachbaurs Graf war von solch einer Übertriebenheit des Ausdrucks und des Spiels, daß man die Neigung seiner zweiten, schönen Frau, der Frau Unda viel Leben und Reiz gab, ebenso wenig verstand wie die seiner mehr zarten, scheuen Tochter zu ihm. Daß das Stück trotz dieser Aufführung schließlich soviel Beifall fand, ist ein Be­weis mehr für seine Stärke und Güte.

Der musikalische Berichcrstatter A. St. übergibt mir nachstehendes: „An musikalischen Genüssen großen Stiles

war der verflossene Monat nicht ergiebig. In der Oper wurde einige Tage nach der Uraufführung auch uns Wolf- Ferraris „Der Liebhaber als Arzt" beschert. Nach dem nicht geglückten Ausflug ins Gebiet der veristischcn Oper wie­der ein echter Wolf-Ferrari, ein Merkchen, an dem einem wirklich das Herz im Leibe lacht. Eine Partitur von einer klaren DurchstchtiTkeit, dabei in der Harnwnik und Melodie- führung geistreich und pikant, in Tempo und Rhythmus fabelhaft beweglich, — ein entzückendes Spiel. Die Auf­führung mit H. Wolf uyd Geis und Frl. Jvogün und Fr. Kuhn-Bauner in den Hauptrollen war vorzüglich.

Ein allerdings nur äußerliches musikalisches Ereignis war die Uraufführung des „Tedeum", ein Orawrium für Soli, Chor, großes Orchester und Orgel vom Franziskaner­pater Vr. P. Hartmann v. An der Lan-Lochbrunn, das König Ludwig III. gewidmet ist. Das Königspoar und ein großer Teil der Hofgesellschaft, die man im Konzerisaal im allgemeinen nicht sieht, wohnten der Aufführung an, die der Komponist in der mit Orden bedeckten Kutte leitete. Das Werk ist, was die musikalische Erfindung anlangt, weder tief noch originell; die Instrumentation ist stellenweise etwas dilettantenhaft. Obwohl Chor, Solisten und Orchester voll­ständig auf der Höhe standen, litt die Wiedergabe durch die geringe Gewandtheit des Paters im Dirigieren. Der Wille W Schöpfers war besser als das Werk."

Eva Gräfin von B a u d i s s i n.

Aus Tunst und Leben.

* Der Mona Lisa Rückkehr in ihre gute Stadt Paris ent­behrte der Poesie. O, es fehlte nicht am Bahnhof an Repor­tern, Photographen und Kientopkurbelern, aber die Tele­gramme, die uns berichteten, daß die Louvre-Direktoren Mailand mit ihrem Schatz verlassen, die Grenze überfahren, Lyon erreicht hätten, vermochten nicht die sympathische, leiden-

MrsbaSerrsr Tagblatt.

zahl, 1476 Stimmen. Wünzer ist somit gewählt. Bei der Hauptwahl erhielt Wünzer (natl.) 868, der Fortschrittler Rechtsanwalt Carnier 434, der Zentrumskandidat Hofmann 868 und der Sozialdemokrat Hasenzahl 946 Stimmen.

* Verein „Recht und Wirtschaft". Der Gesamtvorstand des Vereins „Recht und Wirtschaft", der sich die Förderung zeitgemäßer Rechtspflege und Verwaltung znm Ziele gesetzt hat, bestimmte in seiner Sitzung vom 28. Dezember v. I. den Zeitpunkt des in Berlin zu veranstaltenden Kongresses aus Ende November oder Anfang Dezember 1914. Der Ver­ein zählt fast 3000 Mitglieder und besitzt Bezirksgruppen in Bielefeld, Darmstadt, Frankfurt a. M., Hannover, Köln, Magdeburg und Nürnberg. — Für den verstorbenen Geh. Rat Hellwig wurde Geh. Regierungsrat Dr.-Jng. Wilhelm von Siemens zum dritten Vorsitzenden gewählt.

* Bebels Nachlaß. Nach Blättermeldungen aus Zürich haben die Erben Bebels nunmehr die schweizerische Erbschafts­steuer bezahlt und dabei hat sich denn bestätigt, daß das von dem deutschen Sozialistenführer hinterlassene Vermögen nicht 300 000 M., wie der „Vorwärts" behauptet hatte, sondern 996 000 M. beträgt. Hiervon hat Bebel 30 000 M. seiner Partei zugewendet. — Es dürfte interessant sein, was der „Vorwärts" nun zu seiner falschen Information sagt.

* Der Neubau des Kaiser-Wilhelm-Jnstituts für Kohlen­forschung in Mülheim a. Rh. soll am 26. Mai eingeweiht wer­den. Man erwartet dort, daß der Kaiser dem feierlichen Akte beiwohnen wird.

Heer und Flotte«

Personal-Veränderungen. Führ. v. Lüttwitz, Gen.-Maj. und Oberquartiermeister. unter Beförderung zum Gen.-Leut., znm Kommandeur der Gvotzherzogl. Hess. (26.) Div.. * von Redern. Gen.-Maj. und Kom. der 11. Jnf.-Brig,. unter Versetzung in den Gen.-Stab der Armee, zum Oberquartier- meifter und gleichzeitig zum Mitglied der Studien-Kom-mission der Kriegs-Akaidanue. * v. K u h l, Geni-Mnj,/, beauftragt mit Wahrnehmung der Geschäfte eines Oberquartiermeisters, zum Oberquartiormeister und gleichzeitig zum Mitglied der Studien-Kommission der Kriegs-Akademie ernannt. * von Conta, Gen.-Maj. und Kom. der 18. Jnf-B-ig., unter Er­nennung zum Kom. der 1. Div., * Steinmetz. Gen.-Maj und Jnsp. der 3. Fuß-Art-Jnsp.. * v. Klug e, .Gen.-Major und Kom. der 22. Feld-Art,-Ärig„, dieser unter Ernennung zum Kommandeur der 18. Div., zu Gen.-Leuts. befördert. * v. Bietinghoff gen Scheel. Gen.-Maj. und Komman­dant von Straßburg i. E.. der Charakter als Gen.-Leut. ver­lieben.

80. Geburtstag. Oberstleutnant a. D. R. Wagner, der bekannte Militärschriftsteller, der das 60jährige Militär­jubiläum am 1. April v. I. beging, feiert am 16. Januar in Berlin (Courbiörestraße 2) seinen 80. Geburtstag.

sitz Ein neuer Metzer Gouverneur. Der Gouverneur von Metz, General der Infanterie v. O v e n, hat — wie wir aus dortigen militärischen Kreisen erfahren — sein Abschiedsge­such eingereicht, dem binnen kurzem entsprochen werden wird. Die Neubesetzung des wichtige» Grenzpostens erfolgt zu Kaisers Geburtstag. Es ist dafür seit längerer Zeit der Kom­mandeur der 16. Divisiou in Trier, Generalleutnant v. L i n d e n a u, in Aussicht genommen. General v. Lindenau hat lauge dem Gcneralstabe der Armee angehört, war Chef der 1. Abteilung des Großen Generalstabs und später Kom­mandeur des Großherzoglich hessischen Kaiser-Regiments in Gießen.

Die Kaisermauöver 1914. Wie die „Köln. Bolkztg." hört, finden die diesjährigen Kaisermanöver auf Anordnung des Kaisers erst in der zweiten Hälfte des Monats September statt. Diese Abweichung von der bisherigen Gepflogenheit, die Kaisermanöver vor Mitte September zu beendigen, ist auf besondere Berücksichtigung der Erntever­hältnisse in der für das. Manöver in Betracht kommenden Gegend zurückzuführen.

Für dir Hinterbliebenen der Verunglückten von „L. 1" und „L. 2". Dem Prinzen Adalbert von Preußen gingen von den verschiedensten Seiten Gaben im Betrage von fast 40 000 Mark zur Unterstützung der Hinterbliebenen der verunglückten Besatzungen der Luftschiffe „L. 1" und „L. 2" zu, wofür der Prinz dankend quittierte.

schaftliche Menge von Bewunderern anzulocken, die man hätte sehen wollen. Die Berufsphotographen nahmen hundertmal den Holzkasten auf, in den man die Gioconda eingesperrt hatte. Dann, als die Automobile (!) die Florentinerin in die Ecole des Beaux-Arts gebracht hatten, wurden in Gegen­wart des Unterstaatssekretärs der Schönen Künste und einiger Senatoren Messungen und Vergleiche vorgenommen, als handle es sich um eine steckbrieflich verfolgte Schwerverbreche­rin. Rätselhafter denn je lächelt Mona Lisa jetzt in einem kleinen Saal der Kunstschule, und ein paar hundert Leute, die es nicht abwarten können, bis sie wieder im Louvre ihren alt­gewohnten Platz eingenommen hat, defilieren an ihr vorüber, wobei sie einen Obolus für italienische Armenkassen spenden. Der brave Peruggia, der seine Landsmännin so fürsichtlich in die Heimat zurückgeleitet hatte, wird von diesem Obolus nichts abbekommen, und wir wissen nicht, ob das ganz recht ist. Der dumme Junge hat so viel für den Rühm der Mona Lisa und Leonardos getan, daß man ihn wirklich nicht zu lauge im Kerker zu Florenz schmachten lassen, sondern ihm vielleicht einen guten Aufseherposten, wenn nicht im Louvre, so doch in der Offiziengalerie geben sollte. . .

Shackleton über seine neue Südpolexpedition. Sir Ernest Shackleton hat sich Berichterstattern gegenüber in ebenso inter­essanter wie eingehender Weise über die wissenschaftlichen Ziele lind die Ausrüstung seiner neuen großen Expedition ausgesprochen. ,;Dic Aufgabe der Expedition", so erklärte er, „ist die, den Südpolarkontinent von Meer zu Meer zu durch­queren, ausgehend vom Weddell-Meer und endend beim Rotz- Meer. Hier liegt der einzige Weg, uni zu vollenden, was die früheren Expeditionen begonnen hatten. Die Hälfte von den rund 1700 englischen Meilen, die wir dabei zurückzulegen haben, ist noch unbekanntes Land. Der Weg vom Südpol zum Rotz-Meer ist schon früher gemacht worden; wir wollen aber, wenn die Verhältnisse günstig sind, die bereits ent­deckten Wege vermeiden und auch so einen neuen Pfad finden, wir dürfen also hoffen, die ganzen 1700 Meilen auf völlig un­bekanntem Land zurückzulegen. Vermöge dieses Planes wird es endlich möglich sein, den durchaus kontinentalen Charakter des Südpolarkreises genau sestzustellen. Vorläufig weiß niemand, ob das große Plateau sich allmählich vom Pol nach dem Weddell-Meer hin sich senkt, und ebenso wenig weiß man, ob die große Viktoria-Gebirgskette, die sich nach dem Pol hin­zieht, sich quer durch den ganzen Kontinent erstreckt. Die Lösung dieses Problems ist von höchster Wichtigkeit für alle

SnmDkckg, 3. Januatz 1914* Nr* *

Kurland.

Österreich-Ungarn.

Znm Rücktritt des Ministers für Galizien. Wien, 2. Januar. Hofrat Morawski ist unter Verleihung des Titels und Charakters eines Sektionschefs an Stelle des zn- rückgetretcnen Ministers Dlugosz mit der provisorischen Füh­rung des Ministeriums für Galizien betraut worden.

Frankreich.

Ein deutsch-französischer Zwischenfall in Le Mans. Paris, 3. Januar. Wie aus Le Maus gemeldet wird, kam cs in einem Restaurant von Le Mans zu einem Zwischenfall zwischen Deutschen und Franzosen. Etwa zehn deutsche Arbeiter sahen bei einer Feier, als einer von ihnen, während ein patriotisches Lied gesungen wurde, zu pfeifen be­gann. Als die Marseillaise gespielt wurde, standen die Deutschen von ihren Plätzen nicht auf. Sie wurden daraus von den Franzosen wörtlich und tätlich beleidigt. Eine allgemeine Rauferei entstand, so daß schließlich die Polizei einschreiten mutzte. Die Deutschen mußten schließlich unter polizeilicher Bedeckung nach Hause begleitet werden. Mehrere Verhaftungen wurden vorgenommen.

Die neue Partei. Paris, 3. Januar. In parlamentw- rischeu Kreisen verlautet, daß die unter der Führung Briands gegründete Vereinigung, um ihre Richtung nach links un­zweideutig zu kennzeichnen, den Namen I'säöratüon dernocrat-iqus et sociale de la Gauche annehmen werde. In dem geplanten Aufrufe werde die Vereinigung das Gesetz über die Verweltlichung der Schule und das Trennnngsgesetz als unantastbar erklären, die Steuerreform in baldigste Aus­sicht stellen, die vollständige und ehrliche Anwendung der Ge­setze über die nationale Verteidigung versprechen und mit Entschiedenheit das Listenskru tinium mit der Vertretung der Minderheiten befürworten.

Die Bildung des 21. Armeekorps. Paris, 2. Januar. Das „Journal Officiel" veröffentlicht morgen einen Erlaß über di? Bildung des 21. Armeekorps.

Besuch des dänischen Königs in Paris. P a r i s, 2. Jan. Wie hier offiziös verlautet, wird König Friedrich von Däne­mark Anfang nächsten Frühjahrs einen offiziellen Besuch in der französischen Hauptstadt abstatten.

Spanien.

Die Auflösung des Parlaments. Madrid, 2. Januar. Der König Unterzeichnete das Dekret über die Auflösung der Kammern. Die Wahlen finden Anfang März statt. Die neuen Kammern werden am 30. März zusammentreten.

Italien.

Das Testament Rampollas. R o in, 2. Jan. „Giorna'le d'Jtalia" zufolge ordnete die Staatsanwaltschaft auf das Er­suchen der Baronin Pezzana an, die Siegel von der Wohnung Rampollas zu entfernen. Gleichzeitig ersuchte die Prinzessin Altieri den Staatsanwalt, zur Inventaraufnahme des Nach­lasses zu schreiten.

Ein Besuch Giulianos in Wien. Rom, 3. Januar. Der italienische Minister des Äußern Marquis di San Giuliano gedenkt dem österreichischen Minister deS Äußern Grafen Bcrchtold am 20. d. M. einen Besuch ab­zustatten.

Nnftlanv

Ein Nachspiel zur Unterredung Ssasonows mit Bethmann-

Hollweg. Petersburg, 3. Januar. Gegen den verant­wortlichen Redakteur der „Wetschernje Wremja", Boris Sumarin, ist wegen wissentlicher Verbreitung falscher Nachrichten bei Gelegenheit der Unterredung Ssasonows mit dem deutschen Reichskanzler ein Strafverfahren ein- geleitet worden.

Schülerrevolte in den kirchlichen Seminare». Peters­burg, 3. Januar. In den meisten geistlichen Seminaren des heiligen Synods sind Streikunruhen unter den Zöglingen ausgebrochen wegen Unterdrückung ihrer Persönlichkeit und verletzender schwerer Strafen. Im Wjatkaschew-Scminar be-

Geographen der Welt, und die Entdeckung der großen Ge­birgskette, die wir dort vermuten, wird einer der höchsten geographischen Triumphe aller Zeiten sein. Wir erwarten auch wichtige geologische Resultate von der Reise. Während der Winterquartiere werden Forschungsreisen zum Studium der Gesterne und geologische Sammlungen unternommen. Das eine meiner beiden Schiffe soll zu diesem Zweck einen Trupp an der Westseite des Weddell-Meeres landen und das Schiss während dieser Zeit, wenn inöglich, die Fortsetzung von Graham-Land nach Süden feststellen. Ständige magnetische Beobachtungen werden vom Weddell-Meer bis zum Pol bor­genommen, und da der Weg nach dem magnetischen Pol führt, so ist damit eine ideale Methode zur Feststellung der allge­meinen Abweichung der Magnetnadel gegeben. Diese Arbeiten zur Magnetkunde sind auch von großem praktischen Wert, da eine absolut genaue Kenntnis der magnetischen Verhältnis^: für die Schiffahrt von höchstem Nutzen sind. Ich beabsichtige auch, in den Winterquartieren ein magnetisches Obser­vatorium einzurichten und so den ganzen Winter über regel­mäßige magnetische Beobachtungen zu machen. Ebenso wer­den die meteorologischenVerhältnijsc sorgfältig studiert. Und dies wird dazu beitragen, einige besondere Probleme der Wetterkunde zu erhellen, über die man bisher noch gar nicht unterrichtet war. Nicht minder wird in den Winterquartieren sowohl wie aus der Reise die biologische Forschung betrieben werden; über die Verteilung des Tier- und Pflanzenlebens im Südpolargebiet sollen genaue Aufzeichnungen gemaHt werden. Beide Schiffe sind mit Vorrichtungen für Schlepp­netze ausgerüstet, so daß auch die Tiefseeforschung nicht ver­nachlässigt werden soll. Durch all das hoffen wir, eine große Bereicherung der menschlichen Kenntnisse zu gewinnen, aber das Hauptziel der Expedition ist und bleibt doch die Durch-, querung des Südpolarkontinents. So sehr sich auch das un-' bekannte Land auf dem Erdball bereits verringert hat, so bleibt doch hier noch ein großes Werk, das getan werden muß." Die Angaben über die Ausrüstung und den Verlauf seiner Expedition vervollständigte dann der berühmte Polarforscher durch eine Anzahl neuer Mitteilungen: „Die Hauptgrupps der Expedition wird aus sechs Mann bestehen, die die Durch­querung des Südpolargebietes mit 120 Hunden, 2 von Aero- planpropellern getriebenen Schlitten und einem Aeroplan mit verkürzten Flügeln für die Fahrt übers Eis durchführen wollen. Außer diesen sechs Männern, deren Auswahl noch nicht ganz feststcht, werden sich an der Expedition drei er->