Seite 4* Me»v-N«sg«be, 1. Blatt. ZIjeSbKZkKkt' SlKgVlatt.
Mühe, und jeder der gefiederten Gesellen, dem wir über die
schweren Wintertage, da Frost und Hunger zugleich sie bedrohen, hinweghelsen, w:rd uns im Frühling mit erhöhter Dankbarkeit durch seine Lieder oder durch nützliche Arbeit er- freuen. Darum: Schützt und füttert die Vögel!
— Die Vieh- und Obstbaumzählung am 1. Dezember 1913 hat im Regierungsbezirk Wiesbaden ein recht erfreuliches Er-, gebnis, so weit dasselbe sich b:s jetzt übersehen läßt. Seit der Zählung des Viehes m 1912 ist der Rindvieh- und Schweinebestand ausnahmslos gestiegen. Im Kreis Höchst z. B. haben sich die Schweine von 6685 auf 8276 erhöht. Die Zahl der Obstbäume ist gegenüber der letzten im Jahre 1910 erfolgten Zählung wesentlich im Bezirk gewachsen.
— Beim Rodeln verunglückt ist gestern nachmittag auf der Rodelbahn am „Waldeck" die Gneisenaustratze 9 wohnhafte 19 Jahre alte Frida Groß. Das Mädchen brach einen Fuß; die Sanitätswache brachte die Verunglückte in ihre elterliche Wohnung.
— Die zwei Ladendiebinnen von hier, die hier, in Mainz, Darmstadt und Frankfurt operierten, hatten bekanntlich eine große Partie Goldwaren und Schmucksachen gestohlen. Die Gegenstände, deren Eigentümer nicht bekannt sind, werden nun auch in Frankfurt behördlich zur allgemeinen Ansicht ausgestellt.
— Personal Nachrichten. Obe^postpraktikant Jeanjour ist zum Postinspektor in Bad Ems ernannt. — Etatsmäßia angestellt sind die Postassistentcn Germeroth aus Nastätten in Langenschwakbacb. Kucklenz aus Koblenz in Niederlahnstein. ■— Dem Postfek etär Kullmann ist eine Postfekretär- stells in Bad Hombura übert agen — Telegraphengehilfin Dornuf m Bad Homburg ist freiwillig ausgeschieden.
— Kleine Notizen Die schwerste Kuh. die bisher im hiesigen Sch'achthof geschlachtet wurde, hat am 31. Dezember der Metzgermeister O d e r n h e i m e r , Adlerstratze 27. ge- schiochtet. Das Twr batte ein Schlachtgewicht von 1934 Pfund
vorberichte über ttunst, Vorträge und verwandtes.
* »ionig.iche Sch-uip.ele. Die Metyenfolge der Aoonne- mentsbuchstaben für die nächste Woche ist folgende: Sonntag 8. Montag C Dienstag Z.. Mittwoch 8. Donnerstag D, Freitag Samstag C, Sonntag D, Montag B
* Residenz Theater. Am Samstagabend wird die lustige Sxitzbubenkomödie „Exzellenz Ätax" wiederholt und am Nachmittag zum letztenmal „Das Märchen vom Bärchen" zu halben Preisen gegeben Sonntagabend gelangt nochmals der große Schlager „Die spanische Fliege" zur Aufführung, während nachmittags das beliebte Offizio sstück „Die Generalsecke" zu halben Preisen gegeben wird. Am nächsten Dienstag findet das zweite Gastspiel_ des Operetten-Ensembles vom Stadt- theater in Hanau. Direktion Adalbert Steffter. statt mit einer Wiederholung der Operette „Hoheit tanzt Walzer" von Leo Ascher Auch zu dieser Vo.stellung haben Dutzend- und Fünf- zigerkarten Gültigkeit mit der üblichen Nachzahlung. Der Bor verkauf beginnt Samstag den 8. Januar.
Musik- und Vortragsabende.
Die am Sanug re» vergangenen -traue,rers abgehaltenen Prüfungen im Wiesbadener K o n s e r va t or i r. m für Musik, Direktor Michaelis, der Unter- und Mittelklassen sowie der Klaffen der Musik-Vorschule ergaben wiederum erfreuliche Resultate. (Ohne Gewähr.) Die neuen Kurse für Gesang. Klavier, Violine. Cello usw. beginnen morgen Samstag.
Bus feem Landkreis Wiesbaden.
Die neue Ortskrankenkasse.
-o- Biebrich, 1. Januar. Durch das neue Reichsversicherungsgesetz, das heute in vollem Umfang in Kraft tritt, sind Änderungen der bisherigen Rechtsverhältnisse geschaffen worden, über deren Umfang und Bedeutung teilweise noch große Unkenntnis besteht. Die seitherigen einschlägigen Kassen und die Bezirks- und Oberbezirksbehörden haben alles. mögliche getan, um Klarheit zu schaffen. Daß es aber dennoch hier und da noch schwebende Fragen gibt, die der Aufklärung bedürfen, zeigt? die im „Schützenhof" tagende Generalversammlung der „Allgemeinen Ortskrankenkasse Biebrich" unter Leitung des Vorsitzenden der seitherigen Ortskrankenkasse, Stadtverordneten Richter. Es wurde eine neue „Krankenordnung" beraten. Seither bestanden, den örtlichen Verhältnissen entsprechend, manche Neoenkassen, von denen viele eingehen werden. Das wohldurchdachte Statut hat sich wesentlich dem früher hier bestehenden cmgeschlossen. In mancher Hinsicht sind Verschärfungen eingetreten, z. B. im Verkehr mit Ärzten, rm Gebrauch der Heilmittel, andererseits auch Erweiterungen der Befugnisse, z. B. im Krankengeldholen, in den erlaubten Spaziergängen usw. Im allgemeinen wurde die Krankenordnnng genehmigt. Die Kassenarzt- frage bat seither viel Aufregung erregt. Doch ist durch das Reichsversicherungsamt in Verbindung mit dem großen Leipziger Ärzteverband vorläufig Einigkeit geschaffen worden. Für Biebrich liegt die Sache so: Es ist eine vorläufige Ab
machung mit den Ärzten getroffen worden, daß alles in der seitherigen Weise fortbesteht. Jedoch ist die Pauschalsumme für sie erhöht worden. Die natürliche Folge davon ist, daß die Beiträge der ersten Klasse erhöht werden.
hw. Schierstem. 1. Januar. Der starke, heute nacht ein- setretene Frost hat unseren Hafen, der gegenwärtig völlig holzfrei ist. mit einer bereits 3 Zentimeter stacken Eisdecke überzogen Bei anhaltendem Frost dürften bis Dienstag früh prächtige Eisbahnen benutzbar sein.
Nassauische Nachrichten.
n Riidcsheim i. Rhg., 1. Januar. Durch die wiederholten schlechten Weinjah e ist der Winzer in eine Notlage geraten, die schwer auf ihm lastet Durch die in anerkennenswerter Weise gewäh ten W i n z e r d « r l e h e n ist die finanzielle Lage zwar etwas ausgebessert worden, jedoch nur kstr ku ze Zeir. denn zu den seitherigen Fehljahren ist in dem Jahre 1913 ein weit schlimmeres, als es die Chronik in den letzten Jahren zu verzeichnen hatte binzngekommen und die Winze sehen mit bange Sorge der Zukunft entgegen In Anbetracht der schwierigen Lage bat sich der hiesige Magistrat bereit gesunden, denjenigen Winzern welche seinerzeit von den Winzerda lehen Gebrauch machten Ausstand zur Bezahlung zu gewähren Dagegen müssen aber die Zinsen von diesen, Darlehen aufgebracht werden da solche vom Kreisausschuß nicht gestundet werden können.
bs. Erbach (Rheingau) 1 Janus'. Der hiesige Gesangverein „Sängerbund" veranstaltet anläßlich seines 25jährigen Bestehen? in den Tagen vom 11. bis 13 Juli d. I einen nationalen G e s a n g we t t str e 1 1 Pnnz emed ich Heinrich von Preußen, die Stadt Erbach sowie viele AdelS- gsichlechter des RheingaueS haben wo tvolle Ehrenpreise in Aussicht gestellt. Im Interesse der wettstreitenden Vereine hat der festaebende Verein die Neueinrichtung geschaffen, daß niederrheinische Vereine von der Teilnahme am Wettstreit ausgeschlossen sind. Die Grenze bildet rheinabwärts Niederlahnstein bezw. Cavellen.
rn. Aßmannshauser,. 1. Januar Die hiesig.e Psarr- , k i r ch e. die unter Denkmalschutz steht, wurde erner gründlichen Renovation unterzogen.
S. Hachenburg. 1. Januar. Aus einer Treibjagd der Ober- fö sterei Hachenbu.g wunde kurz vor Weihnachten im Schutze bezirk Bellerbof eine Ricke erlegt, die aufgesetzt bat. Das etwa 5 Zentimeter hohe Gehörn, das dem eines Knöpfchen- bock» ähnlich ist: trug teilweise den Bast. Es sche nt eine atte Tante geweien zu sein, die den männlichen Schmuck trug, denn im Geäß des Tieres ivor kein einziger Zahl, mehr. — Die Koni gl chen Obe sörste eien Hachenburg und Kroppach und die ' Jagdpächter einer größeren Anzahl Gemeindejagden. haben Belohnungen von 50 bis 100 M. zur Ermittelung von Wilddieben ausgesetzt — Die diesjährige Waisen- k o l l e k t e im Oberwesterwaldkreis ergab den Bet ag von 1695.16 M. Den höchsten Betrag gab Hachenburg mit 125,31 M
Hms feer Hmqefetm«.
Zum Selbstmord des Forbacher Soldaten, iit Frankfurt a. M., 1. Januar. Die ursprüngliche Annahme, daß der Soldat Bernhard Schwalbach aus Furcht vor einem zu späten Eintreffen in Forbach seinem Leben ein Ende machte, trifft nach einem später eingegangenen Brie: des Unglücklichen an seine Eltern nicht zu. In dem Brie- schildert der junge Mann die Mißhandlungen, die er beim Militär, dem 174. Infanterie-Regiment in Forbach, erlitten hat. Man habe ihn gegen den Leib getreten, daß er ins Lazarett mußte; aber aus Furcht vor Strafe habe er nichts gemeldet. Seine Kameraden müßten die ihm angetanen Mißhandlungen beschwören können. Ein Mensch van Charakter könne sich dergleichen nicht bieten lassen, da sei doch das Zuchthaus noch besser. Hoffentlich nimmt die Militärbehörde aus Grund dieser schweren Beschuldigungen eine strenge Untersuchung des Falles vor.
Jubiläum der Brunn,'»Verwaltung, ht Bad Homburg v. d. H, 81. Dezember. Die Brunnen- Verwaltung blickt am Jahreswechsel auf ern Löjähriges Bestehen zurück. Ihrem Leiter, Hofapotheker vr. Rüdiger, ist es in diesem Zeitraum gelungen, den Versand des Hoinburger Mine vlwaffers, vor allem ans der Elisabethenguelle. zu einer hohen Blüte zu bringen Im letzten Jahr belief sich der Mineralwasserversand aus 118241 Flaschen.
In der Reujahrsnacht erschossen, rmk. Darmstadt, 1. Januar. Ein Opfer des Neujahrsschießens wurde heute nacht kurz nach 12. Uhr der 26 Jahre alte, bei der bekannten Firma E. Merck beschäftigte Buchhalter Peter Dörsäm Nach dem Glockenläuten bei Eintritt des neuen Iah e§ begab sich Dörsam in se,ner Wolmmtg ttach dem Fenster seine Frau neben ihm. als plötzlich nach einem lauten Knall Dörstmn aus augenblicklich unerklärlichem Grund zusammensank. Als man ihn aufhob, fand mau eine blutende Wunde an der Stirn und konnte er nur „och röchelt» Ein Schuß von außen mußte ihn getroffen haben. Man brachte den Schwer- vo letzten sofort in das städtische Krankenhaus, wo er nach etwa 2!4> Stunden der Verletzung erlegen ist. Nach der Untersuchung ist der Schuß durch die Hirnschale in den Kopf gedrungen. Die weileren Feststellungen ergaben, daß der Schuß nicht von der St aße, sondern nur aus der gleichen Höherichtung, wie die Wohnung des Toten, gekommen sein kann. Mit Sicherheit ist also anzunehmen, daß das Geschoß nur ans einer der Wohnungen der gegenüberliegenden Häuser abgegeben worden sein kann. Ein gegenüber wohnender Schneider wurde vorläufig festgenommen, da er geschossen haben soll, doch leugnet er und bat man weitere Belastungspunkte vorerst nickst Der Getötete ist 26 Jahre alt und hat ein Kind von 2 Jahren.
Korpskommandeur v. Plüskow.
FC. Kassel, 2. Januar. Als einer der markantesten und verdienstvollsten Offiziere des deutschen Heeres gilt der auch in Wiesbaden persönlich sehr bekannte seitherige Kommandeur der Großherzoglich Hessischen (25.) Division, Generalleutnant v. Plüskow. Ihn beauftragte gestern der Kaiser an Stelle des bisherigen hiesigen Kommandeurs des 11. Armeekorps, v. Schefser-Boyadel, mit der Führung dieses Korps. Exzellenz v. Plüskow trat im. Jahre 1873 als Leutnant in das 1. Garde- Regiment zu Fuß ein, in dem er bis zum 22. März 1902 stand, an welchem Tage er vom Kaiser an die Spitze der Schloßgardekompagnie gestellt wurde unter Beförderung zum Oberstleutnant mit gleichzeitiger Ernennung zum diensttuenden Fliigeladjutanten. In dieser Stellung hatte v. Plüskow vielfach schon die Aufmerksamkeit des Auslands auf sich gelenkt, da er bei besonderen Missionen stets verwendet wurde, so in Konstantinopel, St. Petersburg, Paris und Madrid. Seine umfassenden Sprachkenntnisse haben hier sein Ansehen noch wesentlich vermehrt und seine riesige Erscheinung — ist Exzellenz o. Plüskow doch mit 2,05 Meter der größte Offizier des deutschen Heeres — zog bei diesen Anlässen die Augen der Menge aus- sich. Im Mai 1908 erfolgte seine Ernennung, nachdem er als Oberst und Regimentskommandeur das Kaiser- Alexandcr-Garde-Grenadier-Regiment geführt, zum Kommandeur der 1. Garde-Jnfanteriebrigade und Kommandanten von Potsdam und Ende April 1911 seine Beförderung zum Generalleutnant und Kommandeur der Großherzoglich Hessi- chen (23.) Division in Darmstadt. Am 1. Mai 1913 übernahm :r das Kommando dxr Division. Exzellenz b. Plüskow hat sich als Truppcnführer besonders bewährt, so gelegentlich der tzerbstübungen bei Limburg im Jahre 1911, wo er keinen geringeren Gegner als Exzellenz Liman v. Sanders, der damals mit den Truppen der 21. Division ihm den Austritt au§ den Taunusbergen nach der Lahn hin verwehren sollte, gegenüberstand, den zu schlagen er allen Scharfsinn anzustrengen hatte. Und er schlug ihn. Auch bei den letzten Herbstübungen warf er mit seinen Hessen in der Schlacht bei Ulmbach die 21. Division. ^
= Mainz. 2 Januar. Gestern vormittag entstand in der Malzfabrik von Gebrüder Beitel in Ni e rstein ein Großfeuer das auf seinen Herd beschränkt blieb aber dock» ziemlich erheblichen Schaden anrichtete Letztere- ist durch Ve stcherung gedeckt. Der Betrieb geht ohne Unterbrechung
m. Bon der Mosel, 1 Januar In verschiedenen Gemeinden des oberen Gebietes der Mosel wurden im Laufe der letzten 28 mV « oße W i nz e - versamm lu na et, abgehoben Diese Versammlungen, waren schon deshalb gut besuch: weil das für das Obermoielgebiet direkt als Lebensfrage zu betrachtende Thema, wie der Weinbau unter den heutigen Verhältnissen rentabler gestaltet werden kann zur Tagesordnung stand In erster Linie wimde über die Be- kämvfuna des Heu und Sauerwnrms <,l? wichtigste Atmele"en- hüt gesprochen. Dabei empfahl der Di ekto- der Wünbatischnle in Trier Müller, misd-ücklich und bestimmt eine energische Bekamvfung dieses Schädlings Er gab den Rat., auf größeren Strecken m't der Nikotinbebandkung der Rebstocke energische Maßregeln vorzunehmen. Auch über die Maßregeln gegen die Peronoipova wurde verhandelt und über die Bespritzung der Reben unte- den neuesten Voraussetzungen der Wissenschaft gesprochen Auch über das Schwefeln gegen das Oidium gab es einige Aussprachen. Auf jeden Fall ist man sich in den fraglichen Weinbauoebietett da über klar, daß für das kommende Jahr klare unv bestimmte Bekämpfungs-Maßregeln gegen die verschiedenen RebschSminae. beOnvers den Heu- und Sauerwurm, duvchgeführt werden müssen.
Freitag. 2. Januar 1914. Nr. 2.
Lchneeftürme und Hochwasser.
Die Wetterlage im Reiche.
wb. Berlin, 1. Januar. Die Wetterberichte aus dem Reiche melden allgemein ein Aufhören des Schneesalls. In Hamburg herrscht beständiges, trockenes Frostwetter mit schwachem Winde. Heute ist kern Schnee gefallen, ebenso in Köln, wo das Wetter bei ziemlich starkem Frost klar ist. In Leipzig und Nürnberg war gestern leichter Schnecsall, der in Leipzig bis heute mittag anhielt. In Breslau herrscht trockenes Wetter bei 5 Grad Kälte, in Königsberg ;. Pr. klares .Frostwetter ohne Niederschläge.
20 Millionen Kubikmeter Schnee in Berlin.
wb. Berlin, 31. Dezember. Gegen 2 Uhr nachmittags hat der Schneefall ausgehört. Wie die „B. Z. a. M." aussührt, gehört der Schneefall des gestrigen und heutigen Tages zu den stärksten, die seit einem Jahrhundert in Berlin vorgekommen sind. Die Schneehöhe beträgt bereits 30 Zentimeter, die gefallene Schneemasse schützt man auf 20 Millwnen Kubikmeter
Schneeverwehungen.
Berlin, 31. Dezember. In den meisten Gegenden haben, ebenso wie in Berlin, die starkenSchnecfälle die Nacht hindurch und während des heutigen Vormittags angehalten. Aus vielen Teilen des Reiches werden schwere -Verkehrsstörungen gemeldet. Zahlreiche Eisenbahnzüge sind im Schnee stecken geblieben, die Strecken sind vielfach gesperrt, der Telephonverkehr ist unterbrochen. An der Ostseeküste hat sich die Situation ersichtlich gebessert, der Sturm hat nachgelassen, das Wasser ist gefallen.
* Landsberg et. d. Warthe, 1. Januar. In der ganzen Neumark herrschen schwere Schncestürme. Die Warthe führt Hochwasser und aus verschiedenen Teilen des Warthebruchs werden Überschwemmungen gemeldet.
* Lübeck, 1. Januar. Durch die ungemein heftigen Schneestürme sind alle Eisenbahnlinien verweht und große Zugverspäiüngen hervorgerusen worden. Die Stettiner Strecke ist seit gestern abend gesperrt.
wb- Kolbcrg, 31. Dezember. (Amtlich.) Infolge Schneeverwehungen ist die Strecke Kolberg-Köslin unfahrbar. Die Störung dauert voraussichtlich bis zum 1. Januar vormittags.
wb- Halle a. S., 31. Dezember. Der Verkehr der Hett- stedter Bahn wurde heute früh infolge vier Meter hoher Schneeverwehungen gänzlich eingestellt. Am Nachmittag war der Verkehr noch teilweise untevbrochen. Bei Reußen ist ein Zug im Schnee stecken geblieben.
15 Grab Kälte!
wb. Aus der Rhcinpfalz, 2. Januar. In der Neujahrsnacht sank das Thermometer an verschiedenen Stellen auf 15 Grad Kälte.
Neue Meldungen.
wb. Berlin, 31. Dezember. Aus dem Reiche lausen in großer Zahl Meldungen über starke Schneefälle und Schneeverwehungen sowie dadurch verursachte Verkehrsstörungen ein. — In der Provinz Posen fällt dichter Schnee bei 6 Grad Kälte. — In Sachsen schneit es ununterbrochen seit 24 Stunden. — Der Straßenbahnverkehr in Dresden and anderen Städten stockt. — Die telephonischen und telegraphischen Verbindungen sind vielfach unterbrochen. — Auch in Mittel- und Süddeutschland ist starker Schneetall eingetreten. — Die Züg« verkehren teilweise mit großen Verspätungen.
Tauwetter.
wb. Berlin, 2. Januar. Nach erneuten starken Schneefällen ist heute in den frühen Morgenstunden Tauwetter eingetreten. Durch den gleichzeitig einsetzenden leichten Regen jourden die Straßen mit Glatteis überzogen. Aus allen Stadtteilen werden Verkehrsstörungen gemeldet.
wb. Hamburg, 2. Januar. Gestern abend trat nach leichtem Schneefall Sprühregen ein, der die ganze Nacht andauerte. Die Temperatur stieg auf 2 Grad Wärme. Es herrscht Tauwetter.
Die Sturmflut an der Gstseeküste.
Das Hochwasser geht zurück.
wb. Kiel, 31. Dezember. Im Norden von Schleswig- Holstein läßt die Kälte nach. Zum Teil ist leichter Schneesall eingetreten. In den Orten an der Ostküste geht das Hochwasser zurück. — In Rostock ließ der Sturm Mittwoch nach. Das Wasser ist etiva um 1,05 Meter gefallen.
wb. Greifswald, 31. Dezember. Seit heute nacht 3 Uhr fällt das Wasser in ganz Vorpommern. Der Höchststand um Mitternacht erreicht den der Sturmflut von 1872. Der Schaden ist sehr beträchtlich. In den Bädern Binz, Thiessow und Sellin sind die S e e b r ü ck e n stark beschädigt worden. Die Hcrrenbadeanstalt in Sellin wurde weggeschwcmmt. Die Promenaden und Dünen von der ganzen Ostküste sind weggewaschen. Besonders arg sieht es in Saßnitz aus. Auf der Hiddensee sind große Uferabstürze erfolgt. Bei Prerow und Kröslin sind die Dämme fortgerissen worden. Der Eisenbahnverkehr ist fast lahmgelegt. Die Kleinbahnen habe» ihren Betrieb eingestellt.
Beträchtlicher Schaben.
* Stettin, 31. Dezember. Infolge des Hochwassers in den Stettiner Odervororten, das einen enormen Umfang annahm, mußte die Feuerwehr vielfach helfend eingreifen. Auf dem Petroleumhof im Freihafen wurde eine männliche Leiche angelchwemmt. Es steht noch nicht fest, ob es sich um ein Verbrechen oder um ein Opfer des Hochwassers handelt. Im Stettiner Hafen sind große Zucker Vorräte durch das in die Lagerkeller eindringende Wasser vernichtet worden. — Der Telephon- und Telegraphenverkehr mit den pommerschen Seebädern sowie der Eisenbahnverkehr auf der Insel Rügen und von und nach Rügen ruht noch immer. — Im Kreise Randow sind die Überflutungen besonders bedeutend, ^n vielen Gegenden mußten die Bewohner wie auch das Vieh mit Kähnen aus Häusern und Ställen gerettet werden.
Die Halbinsel Hela durchbrochen.
* Danzig, 1. Januar. Infolge des schweren Nordoststurmes ist die Halbinsel Hela an zwei der schmälsten Stellen von den Fluten durchbrochen worden. Mehrere ärmliche Fischerdörfer sind aufs schwerste gefährdet.
Notlage der Bevölkerung.
wb- Königsberg i. Pr., 31. Dezember. Aus den am Kurischen Hass und auf der Kurischen Nehrung gelegenen Dörfern kommen Schilderungen von großer Notlage der Bevölkerung infolge der letzten Sturmflut. Fast das ganze Heu
