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7ft. z. Freitag, 2. Januar 1914,

Ausland.

England.

Lloyd George über den Rustungswahnsinn. London, 1. Januar.Daily Chromcle" veröffentlicht heute früh eine Anzahl höchst intereffanter Erklärungen von Lloyd George, die derselbe in Unterredungen mit Freunden getan hat. Lloyd Georges erklärt u. a., daß seit 20 Jahren kein so günstiger Augenblick zur Herabsetzung der Rüstungsausgaben da­gewesen sei wie gerade jetzt, da jetzt zwischen Deutschland und England viel freundschaftlichere Beziehungen herrschten als je zuvor. Beide Nationen hätten eingesehen, daß sie bei einen: Streit nichts zu gewinnen, aber alles zu verlieren hätten. Wenn beide Nationen sich in Zukunft zu einer dauernden Freundschaft verstehen könnten, so würde dies fiir Jahr­hunderte hindurch auch vorteilhafter für sie sein. Die Be­ziehungen seien viel freundschaftlicher als seit Jah­ren, die kontinentalen Nationen konzentrierten ihre An­strengungen mehr auf die A r w e e und überall in Europa be­stehe eine Reaktion gegen den organisierten Wahn­sinn der Rüstungsvermehrungen. England solle die vor­handene Überlegenheit seiner Flotte beibehalten, aber keine fieberhaften Anstrengungen zu ihrer weiteren Vermehrung machen.

NoröafriKa.

Ein blutiger Kampf der Italiener in Tripolis.

Tripolis, 81. Dezember. Oberst M i a n i beschloß, vor dem Vormarsch seiner Kolonne auf Murzuk die Reste der Mahalla Mohamed Ben Abdallahs zu zerstreuet:, die er in den vorangegangenen Kämpfen geschlagen hat und die sich in einem für die Artillerie schwer zugänglichen Gelände bei Maharuga und Curda verschanzt hatten. Die Kolonne unternahm am 24. Dezember einen Bajonettangriff auf die feindlichen Stellungen und nach einem fünfstündigen Kampfe erlitt der Feind eine vollständige ^Niederlage. Er floh nach allen Rich­tungen und ließ viele Tote zurück, darunter Mohamed Ben Abdallah und mehrere angesehene Notabein. Auf italienischer Seite wurden ein Offizier getötet, vier Offiziere und ein Unteroffizier verwundet und 13 eryträische und vier libysche Soldaten getötet, 62 eryträische und 18 libysche verwundet. Oberst Msani. besetzte Maharuga, um die italienische Souve­ränität in dieser Gegend zu befestigen. In der Umgebung ist es ruhig.

Mexiko.

Sprengung eines Militärzuges. Veracruz, 31. Dez. Ein Zug mit Bundestruppen wurde 170 Meilen südöstlich von Mexiko in die Luft gesprengt. Da an der Zwischenozeanbahn, welche die Hauptstadt mit der Küste verbindet, die Tele­graphendrähte zerstört sind, fehlen Einzelheiten. Es sollen von 50 Mann nur drei mit dem Leben davongekommen sein,

Ein Komplott gegen Huerta. Mexico-'City, 1. Jan. Die Geheimpolizei verhaftete zwei Personen, die verdächtig sind, ein Komplott gegen Huerta angezettelt zu haben, das am NeujahrZtag zur Ausführung gebracht werden sollte.

Eine neue Schlacht in Mexiko. New D o r k, 2. Januar. Aus Laredo wird gemeldet: Die Insurgenten unternahmen gestern morgen einen furchtbaren Sturm auf N u c v o Laredo. 200 Rebellen fielen. Auf beiden Seiten waren Maschinengewehre in Tätigkeit. Auch die Bundestruppe:: hatten schwere Verluste. Eine Kompagnie wurde durch das Artilleriefeuer der Insurgenten vollständig aufgerieben, lim ö Uhr zogen sich die Angreifer zurück. Die Wiederaufnahme des Sturmes wird erwartet.

China.

Der deutsch-chinesische Eisenbahnvertrag unterzeichnet.

Peking, 1. Januar. Der deutsch-chinesische Vertrag über Den Bau zweier neuer Eisenbahnlinien in Nordch:na ist un­terzeichnet worden. Das Abkommen umfaßt: 1. eine Bahn von Kaum: an der bisherigen Schantungbahn nach Ftschaufu und darüber hinaus an den Schnittpunkt der Tientsin-Pukau-Bahn mit dem alten Kaiser-Kanal in Hantschuang; 2. eine Verbindungslinie zwischen der Ticntsin- Pukau- und der Peking - Hankau - Bahn, und zwar von Tsinanfu ungefähr nach Schuntesu.

Zur Lage in Bulgarien.

Eröffnung der Sobranje durch den Zaren.

wb. Sofia, 1. Januar. Die Session der Sobranje vurde heute in Anwesenheit des Königs und der könig- stchen Familie eröffnet. Beim Erscheinen des Königs m Hause rief ein sozialistischer Deputierter: Nieder

mit der Monarchie! Der Ruf wurde durch Hurrarufe von den Mitgliedern anderer Parteien und den Be­suchern der Galerie ü b e r t ö n t. Die sozialistischen Deputierten verließen den Saal. Sodann verlas der König die Thronrede, worauf er unter lebhaften Zurufen des Hauses die Sobranje verließ. Auf dem Platze vor dem Sobranjegebäude und längs des Weges, den der König nahm, hatte sich eine zahlreiche Men­schenmenge aufgestellt, die den König ehrfurchtsvoll be­grüßte.

Die Thronrede.

wb - Sofia, 1 . Januar. (Meldung derAgence Bulgare".) Die von dein König in der heutigen Litzung der Sobranje gehaltene Thronrede hat folgenden Wortlaut: Nachdem das bulgarische Volk der Welt das Schauspiel einer militärischen Kraftanstven- gung, wie man es bisher noch nicht gesehen hatte, ge­boten und durch seine Waffen den unterjochten Völkern die Freiheit erworben hatte, wurde unser Vaterland den neuen und schrecklichen Prüfungen eines von dem der fünf Nachbarstaaten gemeinsam unternommenen Angriffes unterworfen. Meine Söhne mußten kämpfen nicht für Eroberungen und Erwerbungen, sondern für die Erhaltung unirres eigenen Landes. Aber wenn das bulgarische Volt tm Laufe des Krieges. sich durch Taten ohnegleichen mrt Ruhm bedeckte, so zeigte es sich noch größer r m u nglück und den ihm auferlegten Prüfungen. Im Namen Bulgariens verneige ich nach vor der Asche jener, die für das Vaterland gefallen sind, und ich entbiete den unbesiegbaren Kämpfern meinen Gruß. Später, als unsere Freunde sich auf den Ausbruch von, Unruhen gefaßt machten, wie sic unter minder tragischen Verhältnissen eingetretene Um­wälzungen in anderen Staaten herbeigeführt hatten, «rtrua das Volk alle Prüfungen mit Kaltblütig-

Wieslmdrrrer TttME. Abend-Ausgabe, 1. Blair. Gerte 3.

feit und Festigkeit, Eigenschaften, welche wert­volle bürgerliche Tugenden bilden. Die Beziehun­gen Bulgariens zu den Groß m ächte n, so fährt die Thronrede fort, sind g u t, und die Regierung macht alle Anstrengungen, sie noch freundschaftlicher zu gestal­ten. Tie Beziehungen zu Rumänien sind mit dem gleichen gutcn Willen auf beiden Seiten wieder ausgenommen worden. Angesichts des neuen Standes der Dinge, der das Mißverhältnis mit der Türkei ausschließt, und in der festen Hoffnung, daß die viel­seitigen wirtschaftlichen Interessen, welche Bulgarien und das benachbarte Reich verbinden, in, gut nachbar­lichen und freundschaftlichen Beziehungen der beiden Seiten ihre Lösung finden werden, ist der Ver­kehr mit der Hohen Pforte durch die diplomatische Ver­tretung wieder ausgenommen worden. Auch mit Serbien sind die diplomatischen Beziehungen auf d e m Weg c, wieder hergestellt zu werden. Die Thronrede schließt mit dem Ausdruck der Überzeugung, daß das bulgarische Volk entschlossen ist, auf dem Ge­biete der friedlichen Entwicklung und des Fort­schritts Siege davonziüragen.

Die Demission Ghenadiews. wb. Sofia, 31. Dezember. Der König hat einen II k a s unterzeichnet, durch den die Demission des Ministers des Äußern Ghenadiew angenommen und Ministerpräsident Radoslawow mit der interimistischen Leitung des Ministeriums des Aus­wärtigen beauftragt wird. Wie in Paris verlautet, soll der dortige bulgarische Gesandte S t a n c i o w zum Nachfolger Ghenadiews ausersehen sein.

Luftfahrt.

Bedrines große Flugreise. Kairo, 31. Dezember. Der Flieger Bedrines soll beabsichtigen, am Freitag nach Jeru-- salem zurückzufliegen. Die Feste, die ihm zu Ehren veran­staltet werden sollten, sind abgesagt worden.

Bonuiers Landung in Heliopolis. London, 2. Jan. Wie aus Kairo gemeldet wird, istder französische Luftschisfer Bonnier, der am 10. November in Paris aufgestiegen war, um sich nach Ägypten zu begeben, gestern nachmittag um 5 Uhr in Heliopolis gelandet. Der Flieger erklärt, d'ß er während des ganzen Fluges über Kleinasien niemals in Ge­fahr geschwebt habe, überall bei seinen Landungen habe er die größte Bewunderung erregt und eine freundliche Auf­nahme durch die kleinasiatische Bevölkerung gefunden.

Aus §tadt und Land.

Wiesbadener Nachrichten.

Tagblatt-Sammluntzen im Iahre 1913.

DemTagblatt"-Verlag gingen im Jahre 1913 folgende Beiträge für milde und andere Zwecke zu:

und

Lutherkirche

den Kinderhort - . , . .

Knaöenhort - . . . .

die Krippe - - - ......

den Verein für Krüppxftjj^'ör^ das Mädchenheiur, Oranienstraße den Nassauischen GesängniSverein . die Herberge zus' Heimat .....

das Paulinenstift.

.. Rettungshaus ..

die Schrippenkirche. .

das städtische Krankenhaus ....

.. Versargungshaus für alte Leute den Verein vom Blauen Kreuz . -

das Rote Kreuz..

die Heilsarmee.

das katholische Waisenhaus .... Wöchnerinnenasyl ' .....

M. Pf. 611 60 887 2 50 5 463 80 773

11 50 70 57

114

12 50 40 17

5 5

Für Kohlen für verschämte Arme . . .

Frühstück für Schulkinder ....

Ferienspaziergänge der Schulkinder .

den Volkskindergarten.

die Sommerpflege bedürftiger Kinder Speisung bedürftiger Kinder

Fürsorgeftelle für Lungenkranke

das Tierasyl . . .'....

den Tierschutzverein ) . . .

besondere Zwecke . . . . .

die Jdiotenanstalt in Idstein .

,, Scheuern

Anstalt Bethel bei Bielefeld

Lungenheilstätte in Naurod

Erholungsstätte für Heimarbeiterinnen

den Mg. deutschen Schulverein zur Erhaltung des Deutschtums im Ausland ....

die Nationalspende zum Kaiserjubiläum für di

Missionen.

vom Unwetter Geschädigten in Arnoldshain

i. Taunus - - -.

vom Unwetter Geschädigten in Anspach

" " >> Königstein

Zur Beschaffung von Rad mm, bezw. Mesothorim:

für das städtische Krankenhaus .

Für den BiSmarckturm auf der Bierstadter Höhe ., die hiesigen wohltätigen Anstalten 4893 M u:ü> zwar:

den Armenverein.

das Asyl Lindenhaus ......

die Augenheilanstalt . . , . .

Blindenanstalt mit Blindenheim

das Diakonissenheim Emser Straße

den Elisabethenverem .......

,, Fraucnverein ... .

Fürsorgeverein »Johannisstift" . . .

« Gr Frauen, Mädchen

Kinder

.. die Kinderbewahranstalt . . .

.. Kleinkinderschule der Ringkirche

des Frauenvereins der

8 486 50 10 191 822 7 50 248 50 314 50 141 50 312 50 261 17 50 688 50 11 7 50

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Wir benutzen gerne die Gelegenheit, uns namens des Verlags nachträglich noch den Dankesworten anzuschließen.

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welche die Vorstände der bedachten Vereine und Korporationen gelegentlich der Empfangsbescheinigungen über die gütigen Zuwendungen aus dem Leserkreis desWiesbadener Tag­blatts" ausgesprochen haben, und bitten, denselben auch für die Zukunft ein freundliches Wohlwollen zu bewahren.

Der Jahreswechsel verlief diesmal ganz ohne »Störugder öffentlicher: Ordnung und Sicherheit". Die Sanitätswache brauchte das darf als ein günsti­ges Zeichen fortschreitender Gesittung angesprochcn wer­den überhaupt nicht auszurücken, und auch die Feuerwehr hätte zu Hause bleiben können, wenn nicht gegen 9 Uhr abends in der Adolfstratze ein durch einen Christ­baum verursachter, aber ziemlich harmloser Zimmerbrand und gegen 12 Uhr ein Kaminbrand in der Schwalbacher Straße ihr Ausrücken notwendig gemacht haben würde. Bor- und Rach­mitternacht war es merkwürdig ruhig; das neue Jahr wurde ein paar Minuten lang :n der üblichen Weise stürmisch be­grüßt und dann trat beinahe vollkommene Stille ein. Auch in den Restaurationen, in denen es in der Neujahrsnacht beson­ders hoch herzugehen pflegt, war weniger los als in früheren Silvesternächten. Die Polizei benahm sich ziemlich zurück­haltend; das war sehr vernünftig und dürfte mit dazu bei- getragen haben, daß keine groben Ausschreitungen vorgekom­men sind. Natürlich war die Kälte 10 bis 14 Grad Celsius unter Rull ebenfalls von Einfluß aus den Konsum der Feuerwerksartikel, der offenbar beträchtlich hinter demnor­malen" Maß zurückblieb.

Der Männergesang-Verei»Concordia" hatte, einem alten schönen Brauch folgend, im Anschluß an sein diesjähri­ges Neujahrskonzert wieder eine Ehrung von Mit­gliedern^ veranstaltet. Der Verein verfügt über einen stattlichen Stamn: treuer Mitglieder, und so konnten auch diesmal wieder mehrere für langjährige Zugehörigkeit zun: Verein ausgezeichnet werden. Die Feier wurde durch den Vortrag desDeutschen Liedes" eröffnet, worauf der Ver- einspräsidentz Herr Architekt F. W e r z, eine Ansprache hielt, worin er die jahrzehntelange sorgsame und erfolgreiche Pflege des deutschen Liedes durch dieConcordia" hervorhob, die Namen der zu Ehrenden bekannt gab und diesen die Aus­zeichnungen in Form von silbernen und goldenen Vereins­abzeichen überreichte. Diese erhielten für 25jährige aktive Mitgliedschaft H. Pabst, C. Losacker und H. Dornauf, für 10- jährige aktive Mitgliedschaft Jean Theis, Albert Herrmann und Franz Wollmerscheidt. Von Inaktiven sind es die Herren Hugo Wagemann und W. Meyer, die dem Verein 25 Jahre angehören. Namens der Geehrten dankte Herr Losacker, der besonders mit warmen Worten der Anerkennung des verdienst­vollen künstlerischen Leiters der Vereins, Herrn Weisbach, ge­dachte. Der Ehrungsakt schloß mit dem Gesang des Wahlspruchs derConcordia"Frisch gesungen, kühn gerungen. Deutsches Lied und deutsche Art seien treu bei uns bewahrt". Der Ball nahm einen sehr animierten Verlauf; ein Solo-Tango, von dem Ballleiter, Herrn Bier und Frau, getanzt, fand lebbaften Beifall. Eine re:ch ausgestattete Tombola brachte vielen schöne und nützliche Gewinne.

75 Personen gesucht, welche sich der Fürsorge für hilfSbedürf- t:ge Angehörige entzogen haben. Handelte es sich bisher dabei in der Hauptsache un: sogenannte ungelernte Arbeiter, so fin­den wir diesmal unter ihnen u. a. folgende Berufsarten: Schlosser, Masseur, Büfettier, Buchhalter. Reisende, Büglerin, Buchhalterin, Tapezierer, Musiker, Schreiner, Kutscher, Schuh­macher, Kaufmann. Kaminbauer, Maurer, Schneider. In­stallateur, Scherenschleifer, Kellner, Agent usw., ein Beweis für die große, hieb noch bestehende Arbeitslosigkeit. Im übri­gen sind von den 75 Gesuchten 21 ledige Mädchen und 8 Frauen, welche durchweg von chrey Männern geschieden oder verwrtwet sind, 18 der Gesuchten sind Taglöhner. '

~ Verernsbank Wiesbaden. Mit dem 1. Januar 181 ' hat d:e Veränderung des Namens des hiesigenAllgemeinen Vorschuß- und Spamassenvereins zu Wiesbaden, E. G n: b. H. , gegründet 1865, inVereinsbank Wiesbaden E G «*- b- HD stattgefunden. Die Genossenschaft, welche im näch­sten Jahr ihr övjähriges Jubiläum feiert, wird zweifellos aucy unter dem jetzigen Namen an ihren bewährten geschäft- l:chen und gemeinnützigen Grundsätzen zum Wohl ihrer Mit­glieder und Geschäftsfreunde sesthalten und sich dadurch weitere neue Freunde zu erwerben suchen.

Die Weihnachtsfeier der Heimarbeiterinnengruppe,

die am Neujahrstag imGesellenhaus" stattfand, erfreute sich, wie immer, gute:; Besuchs. Nicht nur die großen, sondern auch d:e vielen, vielen kleinen Gäste waren hochbefriedigt von dem Gebotenen, das alle noch einmal in echt weihnachtliche Stimmung versetzte. Gesang und Deklamationen folgten in buntem Wechsel, und den Höhepunkt bildete ein reizendes Märchenspwl, dessen tadellose Vorführung ebenso von dem Eifer und Geschick der kleinen Darsteller ivie von der Mühe der einübenden Damen zeugte. Ein Schlutzgedicht führte von Weihnachten nach Neujahr hinüber, und dann erregten zivei rnhaltrercheGrabbelsäcke" nochmals den Jubel derVereins- Ander bis herab zu den kleinsten, die nur erstkrabbeln" konnten.

*7 P ? tc FremdenDihlrmg für 1913, welche das städtische Berkehrsbureau uns mitteilt, hat 126 977 Paffanten und 65 1c>1 Kurgaste, zusammen 192 108 Personen ergeben. Die gegenuberstehenden Zahlen von 1912 sind 126 470 Passanten und 62 900 Kurgäste, zusammen 189 370 Personen; von 1911 m r ° Passanten uni) 59 617 Kurgäste, zusammen 177135 «7 onen ' ober ein Mehr in 1913 gegen 1912 und 1911 von 2738, beziv. 15 073 Personen.

Ein ganz gewaltiger Betrieb herrschte gestern auf der Rodelbahn am Chausseehaus, die in Unterhaltung der Bieb- r:cher Gemarkung steht. Bon der Polizeiberwaltung Biebrich wurden gestern rund 700 Ausweiskarten zu 10 und 20 Pf. für Rodelsportler verausgabt. Roch viel größer war aber die Zahl der keine Gebühren entrichtenden Zuschauer. Zu ver­wundern ist bei einem derartigen Betrieb, daß während des gestrigen Massenandrangs, abgesehen von kleinenRutschern", keine ernsthafteren Unfälle zu verzeichnen waren. Auch bei der Eisenbahn, die vollauf zu tun hatte, um Herr der Winter-, sportler zu werden, verlief der große Rodeltag zur vollsten Zufriedenheit der Bahnverwaltung sowohl als der Rodler.

Schützt und füttert die darbenden Vögel! Diese Mah­nung sei unseren Lesern besonders in diesen Tagen ans Herz gelegt, wo die kärgliche Kost, die unsere gefiederten Freunde sonst selbst in: Winter in den Straßen der Großstadt noch zu finden pflegen, unter einer dichten Schneedecke begraben liegt. Man begnüge sich nicht mir dem Errichten von Futterstellen, sondern halte sie frei von Schnee und Eis. Wer über einen Balkon verfügt, versäume nicht, ihn zur Maffenspeisung für die bei uns gebliebenen Vogelscharen herzurichten. Ihre Zu­traulichkeit bildet den besten Dank für die aufgewandte Leine