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Sette 2.

ALenb-Äusgsbs, 1. Vkurt-

WiesimdiMFr GagblKit.

Freitag, 2, Januar 1M4L

Nr. 2.

3U- darüber zu wachen, daß Albanien seine Unab­hängigkeit behalten kann. Außerdem muß der Dreibund darüber wachen, daß die Balkanstaaten nicht in den Bann der Tripel-Entente gezogen werden, und daß Griechenland, das militärisch und finanziell zu einem Trabanten Frankreichs geworden ist, schließlich Vernunft annimmt und aufhört, den kriegerischen Ab­sichten Frankreichs als Werkzeug zu dienen. Frankreich, welches alles dein Gedanken des zukünftigen Krieges unterordnet, denkt mit Recht, daß, wenn es die Flotte der Entente-Mächte während eines Krieges in den alba­nischen Küstenhäfen haben würde, der Dreibund die Einsperrung der ganzen österreichischen Flotte und die Lahmlegung eines großes Teiles der italienischen Marine im Adriameer zu befürchten hätte. Daher die andauernde Unterstützung Griechenlands seitens Frank­reichs und daher auch die Hilfe Englands für Griechen­land ln Gestalt des Vorschlages, gleichfalls mit der albanischen Grenzfrage das Problem der Inseln des Ägäischen Meeres zu lösen.

Dis NeujährsempfKnge.

Km kaiserlichen Hofe.

wb- Berlin, 1. Januar. Die Neujahrsfeier am kaiser­lichen Hase wurde um 8 Uhr morgens mit dem großen Wecken eingeleitet und in der üblichen Weise begangen. In feierlichem Zuge begab sich der Hof nach dem Weißen Saal, wo die Maje­stäten vor die Stufen des Thrones traten und die Gratu- lationscour der in der Kapelle versammelt gewesenen Herren folgte. Der Kaiser schüttelte dabei dem Reichskanzler kräftig die Hand. Die Präsidenten der Parlamente sprachen dem Kaiser die Glückwünsche der Häuser aus. Um liy 2 Uhr empfing der Kaiser die Botschafter, hierauf das Staats­ministerium, die kommandierenden Generale und Admiräle sowie den neuernannten türkischen Militärattache Oberst­leutnant Dschemil-Bei und feinen bisherigen Vertreter. Die Kaiserin empfing die Botschafter und hierauf die Fürstinnen. Um 1214 Uhr begab sich der Kaiser, gefolgt von seinen sechs Söhnen und den Herren des Hauptquartiers, zu Fuß nach dem Zeughaus. Nachmittags fuhr der Kaiser bei den Botschaftern vor. Um 7 Uhr abends war bei den Majestäten Tafel für die kommandiereirden Generale, woran sich für die letzteren eine Besprechung für die Kaisermanöver 1913 bei dem Kaiser anschlotz.

Dcpcschenwechscl zwischen den leitenden Staatsmännern des Dreibundes.

wb- Rom, 1. Januar. Anläßlich des Jahreswechsels hat zwischen dem Reichskanzler v. Bethmann-Hollweg, dem Grafen Berchtold und dem Marchese di San Giuliano ein herzlicher Depeschenwechsel stattgefunden.

Eine Ansprache des Grafen Tisza.

■wb, Budapest, 1. Januar. Der Ministerpräsident Graf Lisza hielt anläßlich der Neujahrsgratulation der Regie­rungspartei eine Ansprache, in der er sagte, wenn er in seinem Leben nichts anderes getan habe, als daß er wüßte, daß er das Treiben der Obstruktion niedergebrochen und diese für die kündigen Zeiten durch die Regeln der neuen Hausordnung unmöglich gemacht habe, glaube er, nicht umsonst gelebt zu haben. (Lebhafter Beifall.) Der Ministerpräsident drückte die Hoffnung aus, daß die Opposition, welche anfänglich streikte, seither jedoch bei gewissen wichtigen Anlässen im Hause erschienen war, in nicht allzu ferner Zeit an den Be­ratungen des Hauses in normaler Weise teilnehmen werde. Er erklärte sich bereit, alles aufzubieten, damit der Opposition die Rückkehr zu einer normalen Tätigkeit erleichtert werde. In dem Rückblick auf die abgelaufene Reichstagsperiode hob der Ministerpräsident die Gesetze zur Stärkung der Armee, welche mit der, wie er hoffe, baldigen Annahme und der neuer­lichen Erhöhung des Rekrutenkontingents nunmehr zum Ab­schluß gelangen werde, hervor. Nach den bedeutenden Opfern, die Österreich-Ungarn für die Armee gebracht habe, werde sie unter allen in Betracht kommenden Armeen eine solche Stellung einnehmen, welche das Gefühl der Sicher­heit erhöhe und die Aktionsfähigkeit der österreichisch-ungari- , scheu Diplomatie verstärkten Rückhalt gebe. Gleichzeitig wür- >

war vor allem das Orchester unter Kapellmeister Ndöricke. das namentlich im Karfreitagszauber alle Höhen und Tiefen des Werkes ausschöpfte, wundervoll auch die Frauenchöre, über alles Lob erhaben, musikalisch wie darstellerisch, die bei­den Hauptgeftalten. Sehr gut Herr Rüther als Amfortas, der in der letzten Minute an Stelle eines plötzlich schwer er­krankten Sängers eingefprungeu war, um die Vorstellung überhaupt zu errnöglichen. Von Interesse auch der Gurne- manz des Herrn Blaß. Die Inszenierung des Werkes durch Direktor Hartmann war meisterhaft und pietätvoll. Be­fremdlich nur, daß die Handlung im ersten und dritten Akt nicht auf der Drehbühne, sondern hinter dem Zwischenakts­vorhang vor sich ging. Das Publikum, das die beiden ersten Mte, der Stimmung des Abends und der Bitte der Direktion entsprechend, ohne jedes Beifallszeichen aufnahm, überschüt­tete dafür am Schluffe Darsteller, Kapellmeister und Regisseur mit nicht endenwollendem Aplaus. Für diese ver­ständnisvolle Aufnahme hatte in nachahmungswerter Weise ein einführender Vortrag des bekannten Wagnerapastels Professor Sternfeld gesorgt, den das Deutsche Opernhaus der ersten Aufführung ein paar Tage hatte vorausgehen lassen, sowie eine Reihe von Abhandlungen im Programmbuch (so von Professor Sternfeld über den Inhalt des Werkes, Pro­fessor Bue über die Musik und Direktor Hartmann über die Inszenierung usw.). Es war ein außerordentlicher Erfolg, der der Charlottenburger Oper von Herzen zu gönnen ist. — Außer in Charlottenburg fanden noch Erstausführungen vom „Parsifal" in Breslau (Stadltheater), in beiden Landes-, theatern in Prag, in der Budapester Volksoper, in Rom und Bologna statt. Als dritte italienische Stadt folgt Mailand am 7. Januar mit einer Abendaufführung. Auch in der Großen Oper in Paris wurde der „Parsifal" in Form einer Generalprobe und mit Begeisterung ausgenommen aufge­führt. In Madrid fand die Uraufführung von „Parsifal" gestern nachmittag um 5 Uhr im THKAtre Royal vor vollbe­setztem Hause statt. Besonders das Vorspiel und der erste Akt wurden mit nicht cndenwollender Begeisterung ausge­nommen. — Die gestrige Uraufführung des „Parsifal" im Lyzeumtheater in Barcelona begann merkwürdigerweise erst um 10 Uhr abends. Das Spiel wurde erst gegen 4y ä Uhr morgens beendet.

den. dadurch die Aussichten des europäischen Friedens gebessert; denn nichts sei so sehr als Be­drohung des Friedens anzusehen, wie wenn in der öffent­lichen Meinung Europas der Glaube an die militärische Stärke der Monarchie erschüttert würde.

Die Haltung der ungarischen Opposition. v?b. Budapest, 1. Januar. Graf A n d r a s s y, der Führer der oppositionellen Verfassungspartei, hat bei der Neujahrs- gratulation seinen Parteifreunden erklärt, es sei ein Gebot des Parlamentarismus, daß, nachdem die Regierung das Wahlreformgesetz geschaffen habe, N e u w a h l e u ausge­schrieben würden. Keineswegs sei das Abgeordnetenhaus mehr befähigt, die Verwaltung zu reformieren und ähnliche große Gesetzentwürfe durchzusühren. Er fürchte, daß diese Gesetzentwürfe den Zweck hätten, di- Machtmittel der Regie­rung bei künftigen Wahlen zu vergrößern.

Die Wünsche des Präsidenten Poincar«. wb. Paris, 1. Januar. PoincarZ hielt anläßlich des Neujahrsfestes im Elysse diplomatischen Empfang ab. Als Doyen des diplomatischen Korps brachte der Botschafter von Großbritannien Bertis seine Glückwünsche urrd die der Kollegen für Frankreich und dessen Präsidenten dar. Bertis führte aus, daß das Jahr 1913 die Wiederherstellung des Friedens gebracht habe und daß alle Umstände zu der An, nähme berechtigen, daß das Jahr 1914 keine Unruhen bringt. Poincaro erwiderte, daß die Wünsche zur Erhaltung des Friedens dem beständigen Gedanken der französischen Regie­rung entsprächen. Er erinnerte daran, daß Frankreich seit langen Monaten unaufhörlich mit den anderen Mächten tätig sei, an der Erhaltung, beziehungsweise an der Wiederher­stellung des Friedens zu lvirken, in der Hoffnung, daß alle Rationen endlich die Sicherheit und Freiheit erlangen möchten, an der Entwicklung der wirtschaftlichen Beziehungen und dem Fortschritt der Zivilisation zu arbeiten.

Eine Aufmerksamkeit gegenüber dem deutschen Militär­attache

wb- Paris, 1. Januar. Der Bataillonschef Lovanier aus dem Gefolge des Kriegsministers Noulens begab sich nach Grisolles, um dem deutschen Militärattache Oberstleutnant v. WinterfeIdt die Wünsche des Ministers und die der französischen Armee auszusprechen.

Frankreich und Italien.

wb. Rom, 1. Januar. Bei dem heutigen Empfang der französischen Kolonie in der Botschaft hielt der französische Botschafter B a r r tz r e eine Ansprache, in der er den Wunsch ausdrückte, daß die Beziehungen zwischen Frankreich und Italien immer vom gegenseitigen Vertrauen getragen sein möchten. Das vergangene Jahr habe so manche Kämpfe und Gegensätze in den Interessen der Länder gebracht, die den Weltfrieden hätten gefährden können. Das habe unvermeid­lich auch unter sehr befreundeten Nationen zu vorübergehenden Meinungsverschiedenheiten führen müssen. Obwohl kein Gegensatz Frankreich und Italien getrennt habe, habe man doch zu gewissen Zeiten glauben können, daß die traditionelle Freundschaft etwas gelitten habe. Glücklicherweise sei dies nicht der Fall gewesen. Die Beziehungen, die auf ernsten Realitäten gegründet seien, könnten weder in einem Monat noch in einem Jahre durch Mißverständnisse in Frage gestellt werden, die zu lösen die Aufgabe der Diplomatie sei.

Der König der Belgier über die Zukunft der Kolonien, wb. Brüssel, 1. Januar. Bei dem Empfang der Kammer­mitglieder ging der König in der Antwort auf die Glück­wunschansprache des Kammerpräsidenten auf die Frage der Änderung der Verfassung der Kongokolonie ein und führte u. a. aus. die Erfahrung habe gelehrt, daß eine Abänderung der Kolonialverfassung unverineidlich sei. Die .Kongokolonie müsse autonom regiert werden, die Vormund­schaft des Mutterlandes dürfe nicht länger andauern. Der König erklärte nach, daß finanzielle Opfer für die Kolonie gebracht werden müßten, an deren Zukunft er glaube.

Deutsches Reich.

* Hof- und Personal-Rachrichten. Der Kaiser hat dem Slaatsmirnster Hartwieg den Roten Adlerorden erster Klasse de.liehen.

Der bayerische Kämmerer Graf Maximilian v. Lerchen. seid, ein Bruder des bayerischen Gesandten in Berlin, ist, 67 Jahre alt. vergangene Nacht gestorben.

Fü stbischof Kardinal Dr. v Kopp. der an einer akuten Magcnverstkmmung erkrankt war, ist fast völlig wioder genesen,

' v DaS Königliche Staatsministerium trat am Mittwoch zu einer L-chung zusammen. Es liegt nahe, anzunehmen, daß sich das Staatsministerium in dieser Sitzung mit den Vorbe­reitungen zur Eröffnung des Landtags und mit dem Vorgehen des Polizeipräsidenten v. Jagow beschäftigt hat.

* Krönungs- und Ordensfest 1914. Der Kaiser hat be­stimmt, daß die Feier des Krönungs- und Ordensfestes am Sonntag, den 18. Januar 1914, stattfindet.

* Zum FricdenSschlnß im Ärztestreit. Das offiziöse Tele- graphenbureau meldet: Bei der Durchführung des zwischen den Ärzten und Krankenkassen getroffenen Abkommens waren, so weit die Ortskrankenkassen in Betracht kommen, bezüglich der Handhabung der Übergangsbestimmungen Schwierigkeiten erwachsen, die den Staatssekretär des Innern veranlaßten, zur Verhandlung mit den Beteiligten, gemeinschaftlich mit dem Dekan der Berliner medizinischen Fakultät, Geheimen Medizinalrat Passow, sich nach Leipzig zu begeben. Das Er­gebnis ist. daß nunmehr auf der Grundlage des Berliner Ab­kommens die Grundzüge der Verständigung endgültig fest- stehen. Die näheren Vereinbarungen werden in den nächsten Tagen durch weitere Verhandlungen angebahnt, wozu die Vertreter der beteiligten Verbände wieder in Berlin Zu­sammentreffen werden. Eine Verzögerung in der Durch­führung tritt nicht eilt, da seitens der Arzteorganisationeu bereits am 30. Dezember, abends, die erforderlichen Weisun­gen an die örtlichen Organisationen gegeben waren. — Das bayerische Minister i um des Innern erließ eine Be­kanntmachung über die Geltung des Berliner Einigungsab- kommens zwischen den Ärzten und den Krankenkaffen für Bayern. — In Stettin sind die Verhandlungen zwischen Ärzten und Krankenkassen gescheitert an der Weigerung der Krankenkassen, die von auswärts zugezogenen Ärzte von ihrer Tätigkeit zu entbinden. Damit ist aufs neue der Kriegszustand eingetreten.

* Die Behandlung des Zaberner Falles im elsaß-lothri«si- schen Landtag. Die Fraktionen der Zweiten Kammer hatten sich über die Behandlung des Zaberner Falles dabin geeinigt, daß die Interpellationen erst in der Woche nach der Eröffnung im Landtag 'besprochen werden sollen. Man wird am Er- öffnungstag nur die Bildung des Bureaus vornehmen und darauf am folgenden Mittwoch die Etatsdebatte ohne Be­rührung der Zaberner Vorfälle beginnen. An dem darauf­folgenden Dienstag, den 16. Januar, sollen dann die Inter­pellationen über Zabern auf die Tagesordnung gesetzt werden. Die Begründung wird im Auftrag aller Fraktionen der Ab­geordnete Bürgermeister von Zabern Knüvfsler (Elsäffer Ztr.) übernehmen. Auf diese Weise wird es ermöglicht, vor dem Beginn der parlamentarischen Debatte ein Urteil im Pretest gegen den Obersten v. Reuter abzuwarten.

* Tie nächste Generalversammlung der deutsche« Katholiken wird in der zweiten Hälfte des August in Münster stattfinden. In einer in Frankfurt abgehaltenen Winter- sitzung wurde erklärt, daß der für die gleiche Zeit angekündigte Besuch des K a i s e r s in Münster kein Grund zur Verlegung der Generalversammlung wäre.

fteer und Flotte.

Personal - Beränderunge». Frhr v. Lüttwitz, «en.- Leut, und Kom. der 18. Div.. in Genehmrgung seines Äbschieü«. aesuches mit der gesetzlichen Pension zur Disposition gestellt.

* Liebesgaben an die Angehörigen des 99. Infanterie- Regiments aus Zabern. Den Angehörigen des Infanterie- Regiments Nr. 99 aus Zabern wurden aus allen Teilen Deutschlands Liebesgaben in Geld und anderen Geschenken übermittelt. Die Geldgeschenke belaufen sich auf über 3000 Mark, die unter die Soldaten verteilt werden.

Enthüllung eines russischen Gedenksteins. Am Neujahrs- tag fand anläßlich der 100. Wiederkehr des Tages des Rhein- Überganges des russischen Korps von Sacken von der Armee Blüchers bei Mannheim auf der Friesenhcimer Insel in Anwesenheit von Militär und Zivil die feierliche Enthüllung eines Gedenksteins statt. Dieser Gedenkstein, errichtet vom Militärverein Mannheim, besteht aus einer dreikantigen Steinsäule, gekrönt von Kanonenkugeln und trägt die Auf- jchriff: 1. Januar 1814, Rhemübergaug des russischen Korps von sacken von der Armee Blüchers."

Kleine Chronik.

Theater und Literatur. Die Frau des bekannten Drama­tikers und Schriftstellers Alfred Capus ist in Vernon gestorben.

Klara M u n d t, die unter dem Pseudonym Luise Mühl­bach als eine der fruchtbarsten Romanschriftstellerinnen ihrer Zeit bekannt war, wurde vor 100 Jahren am 2. Januar 1814 als die Tochter des Oberbürgermeisters Müller in Neu­brandenburg geboren. Ihre schriftstellerische Tätigkeit begann sie erst nach ihrer Verheiratung mit dem Schriftsteller Theod. Mündt, der als Professor der allgemeinen Literatur und Ge­schichte in Breslau und später in Berlin wirkte. Nachdem sie zuerst tendenziöse Gesellschafts- und Sensationsromane ge­schrieben, wendete sie sich später dem historischen Roman zu und erwarb sich mit ihm einen äußerst ausgedehnten Leser­kreis.

Bildende Kunst und Musik. In Paris wurde zu Silvester die Identifizierung der G i o c o n d a in der Hoch­schule für schöne Künste vorgenommen. Das Gemälde wurde mit einer Photographie verglichen, die kurz vor dem Ver­schwinden der Gioconda ausgenommen worden war. Außer­dem wurde festgestellt, daß das Gemälde genau in den Rahnien paßt. Die Identifizierung des Gemäldes ist demnach voll­ständig sicher. Die Gioconda wurde darauf in dem Aus­stellungssaal untergebracht.

Am Neujahrstag veranstalteten Bologna und Rom als erste italienische Städte Aufführungen des „P a r s i f a [" in den Nachmittagsstunden. Als dritte Stadt folgt Mai­land am 7. Januar mit einer Äbendaufführung.

Zur Feier des 300. Geburtstages des Herzogs Francois de Larochesoucauld ließ die Gesellschaft des „8c>uvsnir Litteraire" am Hause Nr. 22 der Rue des Bons-Enfants ln Paris eine Gedenktafel anbringen. Wenigstens vermutet man, daß an diesem Platze früher das Haus stand, in dem der berühmte Schriftsteller das Licht der Welt erblickte.

Karl Williain B ü l l e r hat sich auf das Gebiet der Operette begeben. Vor ausverkauftem Hause wurde in H i l d e s h e i m am zweiten Weihnachtstage und am Sonntag Eyslers Operette „Der lachende Ehemann" aufge- sührt, in der Büller die Titelrolle spielte. Er formte diese

Rolle zu einer Prachtgestalt, begnügte sich mit einer Art «vrechgesang und deklamierte insbesondere das Weinlied im zweiten Akt ausgezerchnet.

m .2" Wien brachte das Bürgertheater seine diesjährige Novität, „Ein Tag im Paradies", musikalische Posse von Leo Stein und BÄa Jenbach, Musik von Edmund Eysler, unt einem von Akt zu Akt steigenden, ehrlichen und anscheinend auch dauerhaften Erfolg heraus. Die Handlung ist zwar nicht durchaus originell, aber geschickt aufgebaut und bühnenwirksam gestaltet.

Das erste Produkt, im Johann-Strauß-Theater in Wien aufgeführt, der Operetten-Schwank „Der Nacht schnell- z u g" von Viktor Leon und Leo Stein, mit Musik von Leo Fall, entgleiste und blieb ans der Strecke unbeachtet liegen.

Die Alt-Wiener Operette „Die tolle Therese" v«l Julius v. L u d a s s y , Musik nach Johann Strauß (Vater) von Kapellmeister Römisch, wurde in Wien zur Urauf­führung gebracht. Der Text ist ganz nett und harmlos, die Musik aber etne Frivolität. Die Melodien von Vater Strauß sind ganz entstellt, mit falscher Sentimentalität modern aus- geputzt, daß sie niemand wiedererkennen kann.

Wissenschaft »„d Technik. In der Akademie der Wissenschaften hat am 31. Dezember eine Konferenz über die Organisation des in Petersburg 1918 tagenden Internationalen historischen Kongresses stattgefunden, an der 64 Vertreter von 46 Instituten und gelehrten Gesell­schaften teünahmen. Der Vorsitzende der Konferenz, Groß­fürst Konstantin Konstantinowitsch, hielt eine Begrüßungs­rede. Darauf charakterisierte der Akademiker Lappo Dani- lewsky in längeren Ausführungen die Tätigkeit der früheren Kongresse und berichtete über die zur Vorbereitung des Kon­gresses unternommenen Organisationsarbeiten. Zum Schluß richtete er an den Großfürsten die Bitte, den Ehrenvorsitz mr- zunehmen. Der Großfürst gab seine Zustimmung.

Die Errichtung eines Denkmals für Frhrn. vom Stein wird geplant. Ein Komitee, in dessen Arbeitsaus­schuß Bergwerksdirektor Wiskott in Bork Vorsitzender ist, fordert in einem Aufruf zur Einsendung von Beiträgen an die Essener Kreditanstalt zu Dortmund (Konto Stein-Dcnk, mal) auf.