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Dienstag. 24. Dezember 1812. _ M0rgeN-AUSg«be. Rr. »SS.. «S. Jahrgang.
M fQülMislidjten Der Midp üemstr. Partei.
Von Dr. phil. Georg Goldstein.
Die Revolution und die neue Wahlordnung für die Nationalversammlung haben alle politischen Parteien vor vollständig-neue Verhältnisse gestellt, und es ist daher mißlich, sich in Prophezeiungen des Wahlergebnisses einzulassen. Immerhin ist es nicht unnütz, die Wahlergebnisse der letzten Reichstagswahl von 1912 zu betrachten, weil sie gerade für tie neue demokratische Partei in unserem Wahlkreis wertvolle Winke geben können. Vor allem läßt sich dabei erkennen, welche Wirkung die neu einqeführte Verhältnis- und L i st e n w a h l haben wird. Wiesbaden gehört nach der neuen Wablkreiseinteiluug zum 19. Wahlkreis, der im wesentlichen die ganze Provinz Hessen-Aastau und das ehemalige Fürstentum Waldeck umfaßt. Die kleinen Absplitterungen (Kreise Schaumburg und Schmalkalden) sowie d-e Hinzufügung des Kreises Wetzlar von der Rheinprovinz können als unerheblich - unberücksichtigt bleiben. In diesem neuen großen Wahlbezirk waren 1912 insgesamt 15 Abgeordnete zu wählen, von denen 5 Sozialdemokraten, 2 Zentrumsmitglieder und 2 National- liberale waren, während die übrigen 6 den rechtsstehenden Parteien (Wirtschaftliche Vereinigung usw.) angehörten. Das Stimmenverhältnis war jedoch ein ganz anderes. Es waren an Stimmen abgegeben für Sozialdemokraten 159 981, für Zentrum 50523, für Nationalliberale 72 267, für Fortschrittliche VolkSvartei 69 436, für die Rechtsparteien 96 767; insgesamt 143 244; Wablberechtigt waren 522 093.
*l?an sieht ohne weiteres, daß unter dem früheren Wahlverfahren die liberalen Parteien, besonders aber die Fortschrittliche VolkSvartei, benachteiligt waren. Obwohl sie zusammen ein Drittel der gesamten abgegebenen Stimmen aufgebracht haben, haben sie nur 2 Sitze erhalten, und die Fortschrittliche VolkSvartei insbesondere ist vollständig leer ausgegangen. obwohl sie eine höhere Stimmen mbl erreichte als das Zentrum, das 2 Sitze erbielt. Dieses Mißverhältnis erklärt sich daraus, daß das Zentrum und die Rechtsparteien ihre Stimmen in einigen für sie günstigen Kreisen konzentrieren konnten, während die Fortschrittliche Volkspartei zwar in einer ganzen Anzahl von Wahlkreisen eine stattliche Minderheit erlangte, aber nirgends die Mehrheit. Wäre schon samals das neue Waklverfahren einytzWhrt gewesen, so hätte sich ein ganz anderes Bild geboten. Rach diesem Verfahren .wäre die Mandatsverteilung folgendermaßen erfolgt:
Soz.: RechtZp.: Natlib.: Fartichr.: Zentr.:
150 981 ( 1) 96 767 ( 2) 72 967 ( 1) 89 436( 5) 50 523 ( 6) 75 490 ( 3) 48 383 ( 8) 36133(10)' 34718 (11) 25261 (14) 50 327 ( 7) 82 255 (12) 24 089 23 145 16 841 '
37 745 ( 91 24191 ' 18 048 17 359 12 630
30 196(13) 19 353 14 453 13 887 10 104
25 163(15) 16 128 12 044 11 572 8 420
6 3 2 2 2 Mandate
Zur Erläuterung fei kurz bemerkt/, daß die Mandatsver- teilung bekanntlich so erfolgt, daß die Stimmenzahl nacheinander durch 1, 2, 3 usw. geteilt wird und die Mandate auf die höchsten Teilergebnisse nacheinander verteilt werden. Die cin- geklammerten Zahlen geben die Reihenfolge der höchsten Teilergebnisse und damit auch die Reihenfolge, in welcher die MandatSzuteikung erfolgt, an.
Die Fortschrittliche VolkSvartei hätte demnach zwei Mandate erlangt, während die Rechtsparteien auf drei Mandate heruntergegangen wären. Daß übrigens auch dieses Wahl- versabren noch nicht ideal ist. sicht man daraus, daß die durchschnittlich auf ein Mandat entfallende Stimmenzahl beispielsweise bei der Sozialdemokratie 25163. bei der Fortschrittlichen Volkspartei 34 718 betragen hätte, mit anderen Worten, daß die großen Bartefen im Vorteil gegenüber den kleineren Parteien sind, eine Lehre, die sich die E i g e n b r ö d l e r im liberalen Lager hinter die Ohren schreiben sollten
Bei den Wahlen zur Nationalversammlung wird man voraussichtlich mit einer dreifach so großen Zahl von Wahlberechtigten zu rechnen haben. Eine schematische Verdreifachung der abgegebenen Stimmen würde demnach folaendes Bild ergeben, wenn man zunächst die Demokratische Partei für die Erbin der Fortschrittlichen Volkspartei und die neugegründete Bolksvartei fiir die Erbin der Nationallibecalen ansieht: Soz.: 433; Dem.: 208; Volksv.' 217; Rechtsv: 290; Zentr.: 152; Gesamt: 1329; Wablber.- 1566 (in Tausenden). Diese schematische Verteilung würde aber die politischen Wirkungen der großen Umwälzungen gänzlich unberücksichtigt laffen. Diese abzuschätzen ist natürlich außerordentlich schwierig; immerhin kann wohl angenommen werden, daß die Sozio ldemokratie infolge der Herabsetzung des Wahlalters usw. eine noch größere Erhöhung der Stimmenzahl erfährt, etwa derart, daß ste sich nicht verdreifacht, sondern verdreiein- h.albfacht, und daß ferner die Demokratische Partei einen erheblichen Zuwachs aus den Kreisen der früheren Nationalliberalen und aus den Kreisen der Rechtsparteien (Bauern, Handwerker, christlich-soziale Arbeiter usw.) erfährt. Das Zentrum dürfte aus bekannten Gründen ziemlich stabil bleiben. Es würde sich dann etwa folaende Stimmenzahl eraeben:
Soz.: 528; Dem.: 400: Bolksp.: 140; R-chtsp.: 175; Zentr.: 152; Gesamt: 1395; Wahlber.: 1566 (Tauiende).
Die Mandatsverteilung würde sich
dann wie
folgt ge-
lten:
Soz.:
Dem.:
Rechtrp.:
175 ( 6)
Zentr.:
Volk?».:
528 ( 1)
400 ( 2)
152 (7)
140 (8)
624 f 8)
200 4)
87 (14)
76 '
70
176 ( 5)
133 ( 9)
58
50
46
132 (10)
100 (12) .
43
88
35
105 fll)
80 (15)
35
30
28
88 (13)
66
29
25
23
6
5
2
1
1
Diese Berechnungen ruhen, wie schon erwähnt, auf sehr schwankender Grundlage. Aus ihnen läßt sich aber das eine mit Sicherheit folgern, daß die Demokratische Partei mit den besten Aussichten in den Wahlkampf t r e t e n kan n, weil ihr aus dem neuen Verfahren die Möglichkeit erwächst, die zahlreichen vcrsprMgten Stimmen die früher ohne jede Wirkung geblieben sind, zu sammeln und in die Wagschale zu werfen. Auf diesen Punkt mutz nach- drücklichst auch in der Wahlagitation hingewiesen werden, um die zahllosen demokratisch gesinnten Wühler, die früher die Abgabe ihrer Stimmen als aussichtslos unterlaffen haben, diesmal zur Wahlurne zu bringen.
Marfchall Fdch über die Ausstellung von Passierscheinen.
Berlin, 19. De;. 0°r deutschen Waffen st Ul- stand skom miss ton rn Spac: wurde am i8. Dezember von General Nnd int folgende Note des Marschalls Fach übermittelt: Die d-mtswe Kommission legt hälftig .der interalliierten Kommission Gesuche um Passierscheine vor, um in die von den nUu.utcrt Armeen besetzte Zone hinein zu gelangen, dort un-.ber reisen oder herauszu- kommcn. In dem von den alliierten Armeen besetzten Gebiet sind diese mit der Veik.chrspolizei in ihrer Zone beauftragt und erhielten den'.'ntsp'n-chende Anweisungen. Es müssen daher alle die'e Gesuche bej der Orts- Militärbehörde ein.?--,eickst werden. In der neu- tralen Zone sind die Ge'nche an die alliierten Mili- tärbehörde durch die Kommandanten dgs Bezirks der neutralen Zone zu richten. Die deutsche Kommission wird gebeten, in diesem Sinne die erforderlichen Der- öffentlichunaen vorzunehmen. — Staatssekretär Erz- berger, Vorsitzender der deutichen Waftenstillstands- kommission.
Zur Abgabe des rollenden Materials.
Berlin, 29. Tex Tie tkutschc Negierung hat bekanntlich in, Wasfei.ßillstani-cidkvmmen lue B'rpstirlitnnq auferlegt bekommen, 5999 LekcniotiveL und 1k,>199 Eisenbahnwagen an die Alliierten tfifiTpr&en; Hierin '.uns da? notwendige Personal gestellt werden.
' Iw Beikebrrrersenal herrsch» vielfach die Ansicht, als bestünde ,ü: dasselbe bei der flergab: Ceiabr fiir Leben und Fre.het. Diese Ai'scht ist rollkot/men unbegründet. Das deutsche Berkehrspersonal kibrt alsbald noch der Rückgabe nach Deutschland zurück. Um die Übergabe zu beschleunigen, werden den Personal folgende B-r. güniiignngen eingeränmt- Tic betresfendcn erhalten ein Demohll- machur.gsoeld von 399 M.. sofern der einzelne Beamte noch nicht im Feldeis-nbchntienst tätig war. feiner Bervflegungsgeld von tönstch 15 M.. eine Zulage von täglich 21 M. für die all Führer verwendeten Bidnusleten sonne eine Zulage von täglich 12 M. iür die als Hstzer berwonteten Bedienßeien Die Bedingungen des Dasteustillsioiidsrervagez. de.f die obzugebenden Lokomotiven m:t Personal deßtzr sei» müllen. stellt die deutschen Lokomotivführer und Hefter tor die gr-ße Aufgabe, entscheidend bei der Duechführung der B-diugt'uaci! und tarnst bei der Boubereituna de? Frieden; für döe 'deutsche Volk instnwirken. Taufende von Beomt-n werden Mitwirken müssen. Die Enteiste verlangte daß das deutsche Peillo-- >.al nickt nur in' früheren besetzten Gebiet, sondern auch dorüöer binons Di> oft tun soll mit der Beschränkung, daß die Linie Dijon« Pariö-Le Havre im al.gcmeinen nicht überschritten werden soll. Tie Fr.tcressev der Bediensteten werden durch die deutschen Vertreter bei den in Frage kommenden sronriHschen Bahngefellschasten ge. wobrt. Siche, beit für Leib und Leben iß bestimmt znaesagt: die
be'gischc und lioi-zösische Bkvö'kerung ist dnrcki Tageszeitungen und durch Hantzaulchläge <ouf die Unantastborkeit der deutschen Eiftn- balmer hingen fcstu. ePr SBitff« und Paketverkebr ist gestattet. Die Letienstetcn erbastcn gleiche Arn-binden wie die sranzässichen An» gestellten und, die nötigen Ausweise.
Tie Rheknslhrffahrt.
Berlin, 21. Dez. Die deutsch« Wafienstillstzanidskommission teftt mit: Die Binne nschi f seb r t sko m m ission erließ z über hon Transvort von Gütern aller Art auf dem Rh-enn urtzd den Nehenflüffen, so weit sie in die besetzten Gebiete fallen, folgerte Verfügung: 1. Jeder Gütertransport von Materialien. Rokfto-ffen. Letzensmitteln itzfw. ist Untersaat vcn Häsen des linken Rheinmfers zu denen des rechten U»ers. 2. Gütertransport von Materialien. Rohstorsen. Lebensmitteln usw. vom linken User zum rechnen llfer und die vom rechten User zum linken User .dürfen vorläufig dnrchaeführt werden, stbenfo die vom rechten zum rechten Ufer. Die Interalliierte-Korn- mifsion für Binnanscki-s'falbrt verlangt jeden Tag vor 6 Ilhr aibenids Bericht über die S-chiffahrtSbewegungen und Leistun- g>en der limfchlagsp-Iätze während der letzten 24 Stunden. Die SchssfohrtSbeweyirngen rrevden ü b e r.w acht. 3. Der Schiffsverkehr von neutralen Ländern n-ach den Rhstinitationen ist dis aeft werteres erlaubt. T-er Bericht ö-ber diesen Verkehr, der 1. den Abgangshafen nnid die Ausladebäfen für j>e.de§ Schiff, 2. die in jedem einzelnen Hafen gelöschten Mengen umfassen muß, ist jeden Tag bis 6 Uhr äl endK einzureichen, nnd zchcrr für die letzten 24 Stunden von Mitternacht zu Mitternacht. 3. di« Schiffahrtsgruppe West-Stab hat diese Anordnung den Interesse-.rten bekanntzugöben und ükernimmt die Goivähr für ihre richtige Ausführung.
Die Heimkehr der englischen Schiffe ans den deutschen Häfen.
Wie der „Nieuwe Rotterd. Courant" aus London erfährt, ist die erste Abteilung der Schiffe, d'e seit Ausbruch des Kriegs in deutschen Häfen internien waren, mit deutschen 23e* satzungen in der Tyne angekommen.
Frankreichs Krlevsrchaden.
Im Namen des Budgetausschuffes der französischen Kammer erklärte Dubons, daß sich die Kriegsschäden in
Frankreich cm Gebäuden, Gru-ch und Baden, Mobiliar,
Maschinen und Straßen insgesamt auf 65 Milliarden Franken belaufen, ungerechnet die Schäden an historischen Baute» uift» die dem Handel durch Stillegung der Betriebe zugefügt wurden.
Zur Belieferung des besetzten Gebiets mit rechts- * rheinischen Brennstoffen.
Tie deutsche Waffenstillstandskommiffion teilt mit: Zur Weite»führung der von französischer Seite vorgelegten Forderungen über die Belieferung von Elsaß-Lothringen und der Nachbargebiete mit rechtsrheinischen Brennstoffen und anderen Rohmaterialien soll nach dem Vorschlag der französischen Regierung am 23. Dezember in Luxemburg mit dem voin Generalstab und von Fach bestimmten französische» Generalobersten Mercier ui»d einer deutschen Kommission, die böckistens aus drei Personen besteht, verhandelt werden. Die deutschen Delegierten werden sich alsbald dorthin begeben. — 2um 23. bis 27. Dezember fallen die Sitzungen der Waffen» stillstandskommission in Spaa ans.
Die Gefahr der wetteren Lohnsteigerungen.
Berlin» 21. Dez. Dis guneiord.'ntlicki hohen Lohn- steigerungsn, die qegtzi'wärftg an der Tagesordnung sind, stellen nur s ch e i n b u r eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage des Arbeiters btt; sein Einkommen wird lediglich nomivell aiftgeoesseit, in Wahrheit führt eine Erhöhung mir zu einem noch stärkeren A n z i e h OAtz vLf' £ e f» c it m i 11 1 1* und späterhin der Roh st o tv und M i» t p reife. ES ist hohe Zeit, datz die Lohnsestsetzung wieder :n die Bahn des Tari f v er- t r a g s zurückkehrt und den g e n e r k s ch a f t l i ch e n Einflüssen zugänglich Ivird. Ebenso muh die Anordnung von Arb-.'itsin:d»r!egunien. ff'ir die der Augenblick sicher so ungünstig wie möglich gwvählt ist. nnsschließlich den Derufsvereincn drr Arbeiter überlassen bleiben. Von dem Unternehmer „ins; weitgehende Rücksicht auf die Lebensbedinaungen seinen Arbeitor verlangt werden, aber auch von deren Seite ist Rücksicht auf die Produktivität d-s Verrieb- zu nehmen, ohne die die kopitolistische Wirt'chgffsffihkiMD ebenso unmöglich wie die Vergesellschaftung ist. ,
Reickskonoreh der A.» und S.-R8te.
Berlin, 21. Dez. Die Reiebskonferenz der Solbenen- und Arbeiterräte ist gestern beendet worden, nachdem noch die Frage der Soziallsteruna der Betrieb? gründlich beraten und der Beschluß gefaßt worden war, mit der Sozialisierung des Berabanes sofort zu beginnen. In der politischen Debatte! am Schluß der Tagung zeigte es sich, wie stark die Kluft zwischen den Mehrbeitsso-ialdemokraten und den Radikalen um Barth und Ledebour ist. ES waren tumultu arische Szenen, die ein Antrag entrestelte. der einen Zusammen» schloß zwischen der alten Sozialdemokratie »rnd den Unabhängigen ffir die Wahlen und zum Schutz der Revolution forderte. Ledebour war der Führer der Radikalen in dem Kampf e-egen Scheidemann. Ebert und Landsberg und mehr oder weniger auch gegen Haase und Dittmann. Er warf Sebeide- mann und Ebert vor, daß sie die Revolution verraten hätten, und er behandelte sie mit einer Verachtung, wie er sie stärker nickt geaen Büroerische aufzubringen vermochte. Als Scheide- mann sich zur Wehr setzen wallte, wurde er von der radikalen Gruvve. die strb eine aroße Anbängerschar auf die Tribünen mitgebngchs batte, niedergefchrien, itnd er konnte nur unter dem stürmischen Beisall seiner Anhänger und unter denk Toben und Pfeifen der Gegner die Worte in den Saal schleudern, die Antwort, die man beute mis seinem Munde nicht hören wollte, würden die Wablen am 19. Fanuar geben. Der mebr oder weniger unabhängig gefärbte Berliner VollzugSrat ist beseitigt worden und an seine Stelle ist ein Zentral» rat für da? Reich getreten, der sich aus 27 Mitoliedern ler alten so-ialdemokkatischen Partei, darunter bekannte» Führern dieser Partei, zusammensetzt.
Adolph Hosfmann Brerihens Bevollmächtigter tm B'indesrat.
Dem Minister Adolf Hoffmann ging folgende Verfiigung zu: Die preußische Regierung ernannte Sie durch Erlaß von heute zum Bevollmächtigten ' Preußen? im Bundesrat. Sir werden hiervon mit dem Bemerken ergebenst in Kenntnis gesetzt. daß das Reichsamt des Innern nnd der Minister der auswärtigen Angelegenheiten entsprechend benachrichtigt worden sind. Ströbel.
Streik im Ruhrnebiet.
Esten, 21. Dez. Aus Sen I»a:vbi-Säiächten der Guter» Koffnungs-Güste in Lberhanpn sowie auf der Zeche Gottes-Segen bei Dortmund sind nach Mitteilungen des Berabcntvereins di? Velegschgften bei der heutigen Frühschicht wieder vollständ'g mm-fahren. Die Zellst der Ausständigen ist infolgedessen um etwa 3000 zurück« gegangen.
Der Abtransport aus dem Osten.
Aus der Unterbrechung unserer Beziehungen ;u Polen ergaben sich zunächst keine Einwirkungen auf uns»re militärische Lage im Osten. Der Abtransport unserer Truppe» wird überall fortgesetzt. In der Ukraine ging die pcli» tische Macht an das republikanische Direktorium über. Die militärischen Machtmittel der Republikaner überrrafen oie de» Hetmans derartig, daß ein Widecjtanü von seiner Seite aus«
