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Verlag Langgaste 21

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Samstag, 7. Dezember 1918. NÜeNÄ-ÄUSgttÜb.

Nr 572. 66. Jahrgang.

Verlängerung des Waffen­stillstandes.

W. B. Berlin. 7. Dez. (Dralubericht.) Das fran­zösisch r Oberkom munde erlucht- dir bei,Ische Oberste Hrrreslritnng um die Bezrichnnng von Bevallinächtigtrn zur Verlängerung des Wosfr»slillsrc.nde«. Die Zusau menkunft kinne am 12. oder 12. Dezember, vormittags» tu Trier stakt« finde».

Der Lorstyendr der Waffenstillltandskommission: Staats rkrrt ir Erzbergcr.

Die entschiedene Ablehnung der A.« und S.-Räte durch die Entente.

\V. ir. Berlin, 7. Dcz. lDlahtbericht.) DerVor­wärts" schreibt: Bei dein Eintressen der englischen ftl o 11 e in den deutschen '?'eu>nHci n zu dem Zweck, die Ausführungen der Wafimstillstandsbedingungen zu kon­trollieren. verlangt der englische Admiral vom Führer der deutschen K o ni m i s s l o n, Vizeadmiral Goette, sofort die Feststellung, datz sich ln ihr k e i n De r t r e t e r des Arbeiter- und Toldatenrates befinde. Bei Beginn der Sitzung Wiedel holte er die Frage, ob kein Vertreter des Arbeiter- und Zoldatcnrates zugegen sei. Er habe strikten Belebl. in diesem Falle nicht zu verhandeln. Aus dem n-ntralen Ausland wird den ein- -.elstaatlickfen Negierungen berichtet, Wilson und die En­tente werde nur mit einer deutschen Negierung verhandeln, die sich nur das in ordentlichen Bahnen kundgagebene Lertranen deS Volkes st ü tz t. Eine Note dieü'S InholtS sei in Vorbereitung.

Der ganz berechtigte Standpunkt der Entente.

Br. Berlin, 7. D'z. <§iq. Drabtbericht.) Nach Mel- düngen, dir anS dem Anslnildc hier cingcaanqcn sind, wird der Virlverband rinr Rote an Deutschland richten, in der er seinen Standpunlt dahin srststlrgt, das? er nur mit einer Regierung, die vom grsgmrcn deutschen Volk getragen ist, Frirvrn zu schließen gedenke. Dir Entente dürfte nach eigenen Mitteilungen in der Frage der Arbeiter- und Soldatenräte ähnlich verfahren, wie es Wilson hinsichtlich der Abdankung des Kaisers artan hat. Man wird nicht direkt die Entfernung der Arbeiter, und Soldatenräte verlangen, sondern wird aber den Frieaen nm dann grivähirn wollen, nachdem die Nätc durch eine N a t i v na l v e r s a m m l n n g ab- gelöst sind, in der ier Wille der Mehrheit des Volke» klar zm ?siisdr»ck kommen sann.

IV. B. Berlin, 5. Dez. In ihrem Leitartikel vom 1. Dez. bringt dieGazette de Lausanne" die Drohung, dah die Entente den Waffenstillstand nicht- verlängern werde, viel­mehr nach dessen Ablauf ihre Armeen d-n Rhein überschreiten würden, wenn etwa bis da bin der Bolschewismus in Deutsch­land die Oberhand gewonnen haben sollte. ES wird deutlich erklärt, dah die Entente mit allen Mitteln gegen den Bolsche­wismus Vorgehen und zusammen mit dem ordnun isliebenden Deik der deutschen Bevölkerung gesicherte Verhält- n i c s e wiederherstellen würde. Da dieGazette de Lausanne"" im allgemeinen als französische? Sprachrohr gilt, so erscheint der Artikel besonders bemerkenswert.

Der Ruf nach zeitiger Einberufung der Nationalverjammlung.

Vorübergehende Verhaftung des Bolkzugsrats.

W. B, Berlin, 6. D-z. Nach B/s Uhr abends zogen Matrosen und Ivlonten mit Gewehren in mehreren Kolonnen vor dir Reichskanzlei. Ihr Führer Spiro sagte in einer Ansprache an die Trup­pen: Deutschland steht vor ruier Katastrophe. Wir ver- langen, das? die Nationalversammlniiz für den 20. De- zcnibrr einbcrufen wcrd-n soll. Ter Bollznqsrat " darf die Negierung nicht länger unter Truck sehen. So bringe ich denn das Hoch au» d«e deutsche Republik aus und auf ihren Präsidenten, den Genossen Fritz E b e r t. Darauf nahm E b e r t das Kort und sagte u. a.: Ein einheitlicher Wille must die Gr'ckncke des ganzen Reiches leiten. Die Führung der Geschäfte muß fest in den Händen der Relchsleitnng fteicn. Vergeht nicht, dasi eure heimkvhrenden Kameraden mktwählen wollen. Ge- duldet euch bis zur Tagung der deutschen Arbeiter- «nd Soldatenrätram 18. Dezember, dir sich über den frühesten Termin der Nationalversammlung schlüssig werden soll. Ebert stillos« mit einem Hoch aus die deutsche Sozialdemolrniie. Alsdann sagte ein Matrose aus Kiel. Ich habe an Ebert die klare Flage zu richten, ob er unserem Rns zum Präsidenten der deutschen: Republik f'-lgt oder nicht. Mit fester Stimme antwortete Ebect: Ick »mrdk nicht annebmen, ohne mit der Regierung orGrochen zu haben. Dann marschierten dir Matrosen uvd Soldaten im ors<silossencn Zuge ab. Die VolkSbeau'traiten Ebrrt. Scheidrmann »nd LandSbcrg teilen gleulizeitig mit: Die Reichsregie­

rung steht dcrVerhgstnngdcsBsHzugSrates vollkommen fern. Tic Truppen sind dabei missbraucht worden. Die Mitglieder des Bollznasrntes sind sofort frrizulassen. Die Truppen Grdcrn wir aus, in Ruhe die Kasernen aufzusuchrn.

Ernste Zwischenfalle in Berlin.

W. B. Berlin, 6. D-.z. (Drohtbericht.) In der Ehausscc- und Jnvalidcnstrnssc sowie am Stettiner Bahnhof kam cs abends zu bedauerlichen Vor­gängen. Eine Arbeitsloscnversamlnlung in den Ger- mania-Prachtsälcn begab sich nach Schluss derselben zu einem Umzug auf dir Strasse Als sich die Teilnehmer der Schloß- und Jnvalidenstraßc näherten, wurde plötz- lich aus den Häusern mit Maschinengewehren auf sie geschossen, wodurch leider 1l Personen ge­tötet und eine Anzahl Leute v'rlcyt worden sind. Die Schießerei setzte sich bis znm Stettiner Bahnhof fort» wo neben mehreren Verwundete» zwei Tote zu beklagen sind. Ferner hatte sich am Molkcnmarkt eine große Menschenmenge angcsammelt, die sich aber später, ohne dasi cs zn Ausschreitungen gekommen ist, wieder zer­streute. Von welcher Seite diese verbrecherischen Hand­lungen auSakgilllgen sind, könnt: bisher nicht festgkstellt werden. Der Polizeipräsident Eichhorn brnab sich gegen 8 Uhr abends im Auto nach der Gegend des Stettiner Bahnhofs und machte dann eine Rundfahrt auch nach anderen Stadtteilen, um sich von der Situation ein Bild zu machen.

Vf. B. Berlin, 6. Dez. Der Vollzugsausschuß. der Ar- beilcr- und Soldatenräte teil! mit: Ein Putschversuch. Kurz noch Beginn der Sitzungen 4 Uhr 30 Mn. wird mitge- teilt, daß eine größere Truppenmacht, bestehend au? den Franzern, Garde-Pionieren. Flammenwerfern, Ma-ine- Infantevie und Feldfliegern, sämtliche..Aubgänge d«S Hanfe? besetzt hat und im Begriff sei, «inzuLSingen/ um den Voll- zugSrat zu verhaften. 5burz darauf drang ein Feldwebel der Garde-Pioniere mit etwa 36 Mann "Pioniere und Marine, meist sehr junge Leute) om und erklärte den Vokl- gsrat für verhaftet, und zwar rm Namen der eichSregierung. Auf das Ersuchen deS Vorsitzenden, einen schriftlichen Befehl vorzuleaen, erklärt« er, daß ec einen solchen n:cht habe und nur den Befehl seines Vorgesetz­ten befolge. A-uf die Frage, wer sein Vorgesetzter sei, lehnte er die Antwort ab. Er liest die Türen zum Sitzungssaal be­setzen. Der Offizierstellvertreter gab seinen Leuten den Be­fehl, zunächst 6 Mann des Vollzugsrats und sodann weitere Trupps von je 6 Mann aibzustihren. Da die Mitglieder deS VollzugSratS energisch protestierten und die Mannschaften sich unentscliloisen zeigten, zog sich die Ausführung de» Befehls hin. Inzwischen erschien der VolkSbeouftragte Barth und erteilte im Namen de» Rats der Volksbeauftrag» t e n dem Feldwebel den Befehl, mit den Mannschaften sofort den Saal zu räumen. Nach anfänglichem Sträuben führte dieser den wiederholten Befehl aus. Inzwischen batte sich das Abgeordnetenhaus mit einigen hundert Mann Verhaf- tuwo.strüppen gefüllt. Gleichzeitig waren auch mehrere tau­send Menu M-trosen zum Schutz des Bollzugsrats erschie­nen, ebenso größere Massen von Arbeitern. Dies« wurden vom Vollzngsra: wieder fortgefchickt. Kurz darauf erschien auch der Stadtkommandant Welt, den der Vollzu>gSaursckmst ersuchte, die Absperrung der Linden, die inzwischen erfolgt war, wieder aufzuheben. Ferner ordnete der Vollzugsivt die Verhaftung de» Feldwebel» der Garde-Pioniere und des OffizierslellvertreterS von den Franzern und einer Reihe weiterer Personen wegen dringenden Verdachts gegen- revolutionärer Umtriebe an. In dem sogleich vor- genonimenen Verhör wurde festgestellt, daß den Mannschaften k M. pro Person versprochen worden waren, wenn sie sich an dem Umzug, von dem ihre Führer lediglich zu ihnen ge- splochicn halten, beteiligten. Ebenso wurde ein gewisser Franz verhaftet der voraeführt wurde unter der von ihm zuaeitandenen Beschuldigung, in die Redaklion derRoten Fahne" an per Spitze einer Grupp« Soldaten eingedrungen ;:> sein und eigenmächtig den Betrieb aufgobalten zu baden. Es gelangte noch, namen? d-^ Rats der BoUSbeaustragteii

S ollende Erklärung von gestern zur Verlesung: Ter Rat der Zolksbeausträgtcn hat nicht den Auftrag erteilt, irgend ein Mitglied des Arbeiter- und Solbatenrats oder einen anderen zu verhaften. Jede anderslaiitende Behauptung ist unwahr. Die Soldaten werden zu konterrevolutionären Zwecken miß­braucht, wenn sie zur Durchsührurlg eines angeblichen .Hast- besehls verlvendet werden. Der VollzugSrat setzte sodann seine Beratung fort, die mit dem Beschluß endigte, sofort eine gemeinschaftliche Sitzung mit de: Reichsregierung abzu- haltcn.

W. B. Berlin, 6. Dez. Über die Zusammenstöße in der Chaussee- und Invalidenstraße wird uns noch folgen- des mitgeteilt: In den Germaniasalen hatten sich Kriegs- beschädiate, Urlauber und Arbeitslose, vielleicht auch einige Frontsoldaten, zu einer Kundgebung versammelt nd wollten einen Sold ttenrat wühlen. Nachdem sechs Redner gesprochen hatten, po-zen die Teilnehmer in der Richtung auf den Lchrtse-Vabnliof ab. Unterwegs wur­den die völlig Unbewasfiietm durch Truppen der Garde- Füsiliere eS war etwa a.'grn 6 Uhr zerstreut. Ein zweiter Zug, der au» den Sophiensälen kam. nahm scincn Weg durch die Fried'ick'straße nach der Chaussee- straße. Auf der Kreinun-i der Inoalidenstraße traten ihnen die Maikäfer entgegen und

riefen ihnen zu:Aliseinal'deraeben!" Ms sich die Deinonstranten weigerten und chre Kameraden darauf

aufmerksam machten, daß str völlig unbewaffnet seien, fielen plötzlich einig: Schiisie, die das Signal zu einer allgemeinen Schießeroi .raren. Bi-rhrr sind 16 Tote und 15 Verwundete, darunter 12 Sch'.veroerivundete, festge­stellt worden. Der ganze Vorgang ist auf den Befehl des Generatkomni andos d:r Gardetruppen zurückzuführen. Das Generalkouiniaado hatte an die Füsilier-Kasernen den Befehl gcgebrn: Mannswaften

alarmbereit auf di: Steißen zehen und Demonstranten von Germania- und Sophienjül-.'n zerstreuen. Uber die Vorgänge bei den Unruhen tm Norden gibt derAbend" folgende Darstellung' In Vrttammlungen der Frvntz- soldaten und Urlauber, die protestierten, daß keine Ver­treter von ihnen in den VollzugSrat aufgrnommen feien, erschien ein Soldat und teilte nut, daß der Dollzygsrat gegen 5 Uhr verhaftet wo'dm fei. Der daraufhin veranstaltete ' Demonstrationtzzug wurde vor de» Oranienburger-Tor von Soldatm mit Maschine»« gewehren empfangen und anseinandergttrieben.

B. A. Berlin, 7. Dez. <E»z. Trahtbericht.) Im An­schluß an die Versarninlniigen der Spartakuslcute in der Chaussoestraß: 'am es ,n der Ecke Invaliden- und Chausseestraße zu heftigen Znsammenstöhen. Wer zuerst geschossen hatte, ist nicht ganz klar. Jedenfalls eröffnete das Militär das Feu:: mit Maschinengewehren auf die Demonstranten und es soll dabei e:wa 2 5 Tote untz etwa 6 0 Leicht- und S-chwo rve.r wundste ge- geben haben.

Die Schuld der S,»rtoku'»l««l«.

Berlin, ~7. Dez. Die Vorgänge, die sich in den gestri«« Nochmittogs- und Abendstunden ablpielten, sind, wie der Vorwärts" schreibt, nicht mir aufs tiefste zu beklagen, sondern auch aufs schärfste zu verurteilen. Es «st notwendig, sie restz- los aufzuklären und die Schuldigen rücksichtslos zur Verantwortung zu ziehen. Die Straßenkämpfe erklären sich a:lS dem gewissenlosen Treiben der Spar­ta kuSleute und der ungeheuren Erbitterung von neu» Zehnteln der Berliner Soldaten über diese» Treiben.

Der Wille der Re,'eruus zur Ordnun».

Berlin, 7. Dez. Ebert bat, wie derVorwärts" schreibt, mit der N i ch t a n n a h m e der Präsidentschaft der Republik, die ibm gestern angetragen wurde, bewiesen, daß be sozial­demokratische Partei es ablehnt, sich auf dem Wege eine» Handstreiches die alleinig« Macht zu verschaffen, daß si» die Verträge, die sie abgeschlossen hat. hält. Auf der andere» Seite wird man nicht verkennen dürfen, daß die Masse der Bevölkerung Berlin» und des ganzen Reiche» eine in ihrer Auffassung feste Regierung will, daß sie Ordnung will und der Sozialdemokratie die Kraft zutraut, die Ordnung auf­recht zu erhalten. Der Spartakusbund verhält sich zu »ie'er Masse wie ein Sandkorn gegen einen Fels. Er muß durch die Drohung mit Gewalt auf seine bewaffneten Umzüge ver­zichten. Er muß sich in Berlin der ungeheuren Mehrheit de» Volkes unterordnen. Als vestes Mittel, ihn von weitere» Torheiten abzuhalten, muß ihm die Ansicht der Mehrheit de» Volkes so rasch uni» so deutlich wie möglich fühlbar gemacht werden.

Republlk" Neukölln INkrdorf)!

Br. Berlin, 7. Dez. lEig. Drahtbericht.) Dec dem Ein­fluß der Spartakusgruppe unterliegende Arbeiter- und Sok- datencat in Neukölln hat den Versuch gemacht, Neukölln s» ziemlich zu einer eigenen Republik zu machen. Der dortige Magistrat hat sich deshalb bei der Negicrang be­schwert. Darauf ist von der Re-chtregirrung. gezeichnet Ebert, folgender Bescheid eingelaufeu: Die Reichsleitung Kat i» wiederholten Bekanntmachungen erklärt, daß sie bis zur Be­schlußfassung durch die verfassungsgebende Naiionatvc.summ- lung die Bildung neuer StuatSwesen nicht anerkennen kann. Auch hat sie die b-Sberigen Behörden grundsätzlich in ihrer Er­richtung bestätigt. Die Absetzung solcher Behörden kann nicht durch den Arbeiter- und Soldatenrat grlchchen, sondern nur durch die Zentral- vter Aufsichtsbehörde, der etwa'ge D«> schtverdepunkte und Mißstände milzuieileil sind. Hierdurch mißbilligt die Reichsregierung das Vorgchen de» Arbe'te» und Snldatenrals zu Neukäll , und teilt ihm zunächst mit, die Entscheidung de» Ministeriums des Innern avzuwarten» dem wir Ihre Beschwerde übermittelt haben.

Untervffizirre für dir freiwillige Truppe der Regierung Ebert-Haase gesucht.

Vf. B. Berlin, 6. Dez. Suppe, der Führer der freewiwr» gen Truppe der Regierung Gbert-Haafe, erläßt einen Aufruf an gediente, mit der Waffe ausgebildete Unteroffiziere, dst sich genügend auswoisen können, daß sie sich schriftlich fiir die Regierung Ebert-Haase erklären und in diese Truppe ein- zut roten.

Die Gefährdung unserer Ernährung.

»r. Berlin, 7. Dez. (Eig. Drahtbericht.) Im Anschluß sn die gestern veröffentlichte Note des NeichiernührungSamtr» an da» Auswärtige Amt wird rrgänzend von zuverlässige, Leite bestätigt, dah unsere Ernährung stark gefährdet ist. Mir müssen bei der diesjährigen Ernte noch beachten, daß si» nicht zwölf, sondern vierzehn Monate reichen muß. 8» frühzeitig ist mit dem Frühdrusch eingesetzt worden. Dwo» vor der am 1. Dezember in Kraft getretenen Erhöhung ke^ Brotratian war daher von der Grtreidrversorgunz ein Fehl­betrag von 500 000 Tannen vorhanden, eine Menge, dir für) eine« halbe« Vloaat ««»reicht. Di« au» Pelitifche»