Einzelbild herunterladen
 

ikMemr

Verlag Langgasse 21

g fta B CT- 6 aBe gtSffnet von 9 Uhr morgens bi« 7 vhr abends. Pvftschecklontv: Frankfurt a. W. Nr. 7106.

Wöchentlich

Bezugs-Preis für beide Ausgabe»: Mk. 1.40 monatlich Mk. <.29 viertellührlich durch den Verlag Langgasse 21. ohne Bringerlohn. Mk. 6.2S vierteljährlich durch alle deutschen Postanstalten, aus- schließlich Bestellgeld. — Bezugs-Bestellungen nehmen außerdem entgegen: in Wiesbaden die Zwetgstelle Distnarckring 19, sowie die Busgabestellen in allen Teilen der Stadt: in Biebrich: die dortigen Aus- gabestellen und in den benachbarten Landvrten und im Rheingau die betreffenden Tagblatt-Träger.

12 Ausgaben.

Fernruf:

«Bagblatthaus" Nr. 6650-53.

Don 9 Uhr morgens bis 7 Uhr abends, außer Sonntag». j Postscheckkonto: Frankfurt a. M. Nr. 7405.

Bnzeigen-Preio für die Zeile: 25 Pfg. für örtliche Anzeige,,: M Psg. für auswärtige Anzeigen: .1.25 Mk. für Sittliche Reklamen: 2.50 Mk. für auswärtige Reklamen. 20»/» Teueruims-Zu>chlag. — Be, wieder- Holter Aufnahme unveränderter Anzeigen entsprechender Nachlaß. — Anzetgen-Annahme: Für die Abend-Ausgabe bis 12 Uhr mittags; für die Morgen-Ausgade bis 3 Uhr nachmittags. — Für die Aufnahme von Anzeigen an vorgeschriebenen Tagen und Plätzen wird kerne Gewähr übernommen.

Berliner Abteilung des Wiesbadener Tagblatts: Berlin W. 57, An der Apostelkirchr 7,1. Fernsprecher: Amt Lntzow K2Ü2 und 6203.

Freitag, 6. Dezember 1918.

Abend-Ausgabe.

Nr 570. * 66. Jahrgang.

Amtliche Bekanntmachungen.

Aufenthalt wehrpflichtiger Personen im besetzten Gebiet.

Hinsichtlich des Aufenthaltes wehrpflichtiger Personen im besetzten Gebiet gilt nach den bisherigen Vereinbarungen der Daffenstillstandskominission folgender:

1. Alle bei Abschluss deS Waffenstillstandsabkommens im dom Feinde zu besehenden Gebiet befindlichen Per­sonen wehrpflichtigen Alters können bei Besetzung des Landes wohnen bleiben, auch wenn sie vor dem Kriege noch nicht dort gewobnt haben, son­dern erst während deS Krieger zugezogen sind.

2. Alle nach Abschluss de» Waffenstillstandsabkommens entlassene und zur Entlassung kommenden

, Offiziere. Militärbeamte und Mann­schaften dürfen nur dann im vom Feinde zu be­sehenden Gebiet sich qufl-alten, wenn sie schon vor dem Kriege dort^nsässig waren.

3. Entlassene Mannschaften usw., denen nach vorstehenden Ziffern 1 und 2 die Rückkehr oder das Verbleiben im vom Feinde zu besehenden Gebiet nicht möglich ist. werden, wenn sie den Jahrgängen 1886 bis 1899 angehören, von den VezirkskommandoS wieder eingezogen und im Korpsbezirk bei ihrer Waffen- gattung wieder eingestellt. Zu diesem Zweck haben sich die in Frage kommenden Mannschaften bei ihren zu­ständigen Bezirkskommandos zu melden. Anderen Jahrgängen steht der Wiedereintritt frei.

1 Me entlassenen Militärpersonen müssen vorschrifts­mäßige EntlassungSvapiere haben. Als ordnungsmäßig gelten nur Militärpapiere, die lediglich mit dem Adler st empel und der Unterschrift der ent­lassenden Dienststelle versehen sind. Unterschriften und ' Stempel des Arbeiter- und Soldatenrates erkennt der Feind nicht an.

5. Die vorstehenden Bestimmungen unter 1 bis 3 gelten nicht für das neutrale Gebiet. In diesem können alle ordnungsmäßig entlassenen Militärpersonen ohne Rücksicht auf Jahrgänge und früheren Wohnort sich aufhalten.

In vorstehender Angelegenheit hierher gerichtete An. fvaq s« finden hierdurch ihre Erledigung.

Im Auftrag de» Arbeiter- und SoldatenrateS:

DaS stellvertretende Generalkommando 18. Sll-K.: v. Studnitz, Generalmajor.

Wird veröffentlicht.

Wiesbaden, den 6. Dezember 1918. Garnisonkommando.

Der berechtigte Wunsch nach Be­schleunigung der Nationalversammlung.

W. B. Berlin, 5. Dez. Dte Festsetzung des Termins für die Wahlen zur Nanonainerjummlung hat nicht alle Wünsche der interessierten Kreise erfüllt. So überreichte unter dringlichster Befürwortung aas Direltorium des Freistaates Oldenburg einen vom oldenburgischen Landtag einstimmig angenommenen Antrag aus Fest­setzung der Nationalversaminlungswahlen in kür­zester Frist damit das öffentliche Leben in Deutschland wieder in gesetzliche Dahnen gelenkt und eine Vertretung geschaffen werde, die berechtigt lei, für Deutschland Flieden zu schließen. — Ebenso hält der Staatsrat von Anhalt den 16. Februar für zu spät und empfiehlt durch Abkürzung der Frist und Verein­fachung der Vorschriften, die Wahl bis spätestens Mitte Januar zu ermöglichen, da eine Hinausschiebung die Rechtssicherheit gefährdet und die Friedens­schwierigkeiten erhöh?. Auch aus Rh e i n l a n d- Westfalen, so von sämtlichen erreichbaren Handels­kammern und von der Stadtverordnetenversammlung in Köln wird einstimmig tunlichste Beschleunigung der Nationalversammlung verlang:, damit die Einheit des Reiches nicht durch sevaratist"'che Bestrebungen gefährdet werde.

Die rheinisch-westfälische Zentrumsrepublik.

siV. B. Köln, 5. Dez. Die „Kölnische Kettung" schreibt: Die gestern von Trimborn und Dr. Herber aus- gerufene rheinisch-westfälisch.; .fentrums-Republik lege den Verdacht nahe, daß cs sich bc> der Neugründung ebensowohl um eine st 11 t s p o l i t i s ch e als kirchen- y o l i t i s ch e Maßnahm-: b indelt. Unsere Erkundungen an zuständiger Stelle lauten dahin, daß das Erzbisck>of- Palais von der gestrigen Vecsanimlung und der neuen Republik genau so überrascht war wie das übrige Köln. Kardinal v..Hartn'ann steht nach wie vor auf dem Boden seines gestrigen Dementis.

Der Widerstand gegen den Rheinrepublikgedanken.

Br. Berlin, 6. Dez. -Eig. Draytkericht.) Wie die „Düsseldorfer Nachrichten" melden, macht sich gegen den Beschluß der Proklami-rung non einer selbständigen Reinrepublik vielfach innerhalb Köln und besonder- im nördlichen Rheinland und Westfalen eine energische Opposition geltend, und die Stimniung geht dahin, daß weder das nördliche Rheinland noch Westfalen sich an jener Republik brtetlia» werde.

Weitere Besetzung linksrheinischer Städte.

Gemilderte Bestbungsbrstimmungcn.

W. B. Köln, 6. Dez. ,'Drahibeilcht.) Die „Köln. Ztg." meldet aus München-Gladbach: Heute nachmittag wurde hier ein Befehl des belgischen Stadtkomman­danten angeschlagen, der im großen und ganzen die gleichen Bestimmungen enthält wie die in Jülich. Diese Bestimmungen sind jedoch in einigen Punkten gemil­dert, so z. V. heißt >s nicht, daß diejenigen, die mit Waffen betroffen werden, erschossen, sondern verhaftet werden. Ferner ist der Zwang für Bürger, die Offiziere zu grüßen, weggefallen.

Köln, 5. Dez. Mit deni heutigen Tage ist der Tele­graphen- und Telephonverkehr infolge feindlicher Be- setzuna unterbrochen. Infoloe der ausgesetzten Geld­prämien für die Beranng von Geschützen auf dem rechten Rhcinufer bieret Köln ein eigenartiges Bild,. Entlassene Soldaten, halbwüchsige Burschen und die Schuljugend haben sich vor di? -Proben und leichten Ge­schütze gespannt und retten das kostbar? Material vor dem Feind, der beute abend ade' maraen früh einzieht.

W. B. Düren, 5. Dez. Von Nideggen kommend, sind hier gestern abend englische Besatzungstruppen einge- troffen. Die englischen Bekanntmachungen sind in Form und Inhalt viel entgegenkommender gehalten als die der Belgier. In dem Nachbarort? Esckneiler sind ebenfalls fremde Besatzungstruppen mit zwei Divisionsgeneralen und einem Stab 'sowie je einem belgischen Infanterie- und Artillerieregiment eingetroffen. Ob sie eine ständig« Be­satzung bilden werden, steht noch nicht fest.

W. B. Krefeld, 5. D>:;. ^Drahtb wicht.) Heute vor» mittag trafen auf dem hiesigen Bürgermeisteramt mehrere französisch? Oftnirrr, darunter zwei Generale, ein. Seit dem früh»n Morgen rücken französische Be- satzungstruppen. Kavallerie, Artillerie und Infanterie, in die Stadt ein, unter denen sich auch farbige Mann­schaften befinden. Bis jetzt sind etwa 8000 Mann ein­gerückt. die zum Teil in Kaiern-n, zum Teil in Bürger- guartieren der Stadt und der Umgebung imtergebracht werden sollen. Der größte Teil diestr Truppen wird morgen früh den Marsch fartsetzen.

Grußverpslichtung für uniformierte Beamte.

W. B. Trier, 5. D?z. Nach Neunkirchener und Mcr- ziger Blättern ist in jenen Or:cit, die von den Franzosen besetzt sind, der Verleb' vin 8 Uhr abends bis 6 Uhr morgens untersagt. Außerh-ilb der Gemeinde muß jeder einen schriftlichen Ausweis führen Es ist die französi­sche Zeit eingesührt. Briete und Tllegrimme sind der Zensur unterwerfen. Die Zivilisten haben den frem- den Offizieren gegenüber eine achtungsvolle Haltung ein- zunebmen. Polizerdiener. Eisenbahn- und Forstbeomte haben zu grüßen/

Die Gefahren der deutschen Ernährungs- Wirtschaft.

W. B. Berlin, 5. Dez. Luit „Vo'sischer Zeitung" richtete das ReichsernabrungSamt an das Auswärtige Amt eine Note über di? Gefahren der deutschen Er- nährungswirtfchaft, in der es „. a. heißt- Die Versorgung mit Brotgetreide und Kartoffeln bildete bis­her das Rückgrat unserer ganzen Kriegsernährungswirt­schaft. Der Mangel an Arbeitskräften sowie die Truns- portkrisis haben die Ernte und die Einwinterung so be- einträchtigt, daß die Vorräte der Hauptwohnbezirke nur noch für wenige Wacken reichen. Die Getreidever­sorgung ist infolge des Wegfalles der Zufuhren aus dem Osten so ungünstig gestaltet daß auch bei der Fortdauer der Zufuhren in gleicher Höbe wie iin Vorjahre die Lagerbestände nur noch bis »um 7. Februar reichen wür­den. Dann könnte im günstigsten Falle nur noch eine Tageskopfration von 60 Griwni Mehl. ü. h. ein Drittel der gegenwärtigen Ration, verteilt werden. Die Unmög­lichkeit des Abtransportes der in Rußland angekauften Ölsaaten gestattet nur noch die Fettabgabe bis zum 1. April, und zwar nur einen Tageskopfsatz von 3,3 Gramm. Auch die Ffti^cki-itivn vvn 100 Gramm pro Kopf ünd Woche kann nur '.'vier Zuhilfenahme ganz be- trächtlicher Zufuhren aufrecht erhalten werden: sonst

müßte eine st arksHe-ab''etzilng illerwichtig, sten Lebensmitt-lrilionsfätze spätestens Anfang Februar »rfolaen und damit der zurzeit ein Drittel des normalen Dnrckschniftsnährwertes be- tragende Nährwert um -twa die Hälfte vermindert wer< den. Das würde langsames. aber, sicheres Verhungern bedeuten.

Die Rückführung der Armee Mackensen M N mehr gesichert:

W. B. Berlin, 5. Dez. Die deutsche WaftenstillstandSkom. «ission hat durchgesrtrt, daß van der I n t r r »i e r u n g der Heeresgruppe Mackensen endgültig Abstand genommen wird. Die Rückführung der Truppen in die Heimat wird mit der Rahn und zu Fuß fortgksevt. Eine größere Anzahl vom Formationen hat die deutsch« Grenze bereit» über, schritte» - ,

Br. Budapest, 6. Dez. sEig. Trahtbericht.) General- feldmarschall v. Mackensen ist mit seinem Stabe gestern hier angekommen. Er leitet oen hier die Entwaffnung und Heimbeföcderung der deutschen Truppen. Sern Adjutant erklärte dem Berichterstatter: Wir haben die Waffen nicht niedergelegt, sondern werden von einer aus Deutschland kv»imenden Militärmission abg"-üitet. Unsere Waften bliiben bis Fricdcnsschlur in Ungarn, die Abrüstung erfolgt im Viereck Szeged- Debrerzin-Naavvar-ad-Slolnok. Es handelt sich unr etwa 170 000 Mann, über die Verproviantierung der Armee verhandelt der Generalstabschef in Budapest.

/Wiesbadener Nachrichten.

y Die Räumung von Mainz und Wiesbaden..

Vom Regierungspräsidenten wurde dem Magistrat heirt» früh telephonisch folgendes rpitgeieilt: „Major Sommer vom Gouvernement Mainz teilt mir mit, daß Mainz bis 6 Uhr früham 8. Dezember geräumt sein müsse. Dann ziehe« »ic BesatzungStruppen ein. In Wiesbaden tue man gut, ich aut das gleiche vorzubereitcn. DaS Gouvernement siedelt nach Bad Nauheim über." Wiesbaden muß also bi» ZUM Sonnt-ag geräumt sein und alle hier noch weilende» yeereSangehörigen im Lauf -es heutigen oder morgr* gen TogeS unsere Stadt verlassen. An die Bevölkerung aber richten wir im Hinblick auf die obige Bekanntmachung de» Magistrats nochmals das Ersuchen, die Fahnen recht­zeitig vor dem 8. De ze m be r e r n zuz i e fj c n, damit bei der Besetzung durch den Feint» Fahnen nicht mehr zu sehen sind.

Dem Vernehmen nach ist in Aussicht genommen, im besetz­ten Gebiet links des Rheins di« französische (west­europäische) Zeit einzuführen, uni, zwar wahr­scheinlich in her Nacht von, 14. zum 15. Dezember. Gcoen die mitteleuropäische Zeit gehen di« Uhren in Frank­reich 1 S t u n d e n a ch. Die Uhren müssen mithin mit dem Zeitpunkt der Einführung per westeuropäischen Zeit um 1 Stunde zurückgestellt werden. Dieses wird zur Folge haben, daß di« Abfohrzeiten der Eisenbahnzva«, der Beginn der Ar­beitszeiten in den Fabriken und Geschäften, der Beginn de» Unterrichts in den Schulen usw. im besetzten Gebiet um «ine Stunde früher als jetzt angesetzt werden muß. Da es nicht möglich sein wird, die Eisenbahnfahrpläne sofort zu ändern, würden di« Abfahrts- und Ankunftszeiten der Züge im besetz- ten Gebiet durchweg um eine Stunde früher gelten als in de»

CfeVCt Ws 1 r» t ff

/

I

Professor Mar Weber über „Das neue Deutfchlanb".

Im überfüllten Saal der „Turngesellschaft' in der Schwalibacher Straße fand gestern abend in der von her „Deutschen demokratischen Partei" veranstaltete» öffentlichen Versammlung das politisch interessiert« Bürgertum Gelegenheit sich über die demokratische Idee sowie über die künftige Gestaltung unserer Regreru ligsform von be­rufener Seite unterrichten zu lassen. Kein Geringerer al» Professor Max Weber (Heidelberg), lang« rühmlichste be­kannt als Verfechter seiner demokratischen Überzeugung schon zu einer Zeit, da es nickt immer_ vorteilhaft war, seine Meinung allzu ftei zu äußern, sprach nach einleitenden Worten des Versammlungsleiters Geh. Justizrat A l b e r t i vor einer gedrängt den Saal füllenden Hörevschast über das in der. Überschrift gegebene Thema.

Deutschland hat, so führte der Redner aus, einen große» Krieg verloren, den größten, den die Weltgeschichte bisher kennt. Uns ist eS vor allem wichtig, wie Deutschland, nachdem es den Krieg nun «linmal verloren hat, dies Schicksal trägt, und daß eS sich von diesem Schicksal nicht brechen läßt. Di« Un- b e r m e i d l i ch k e i t de? Kriegs lag im Z a r i s m u s begrün- det. 'Der Krieg gegen den Zarismus nar Deutschlands Beruf. Es hat den Zarismus zu Baden geworfen. Jahrtaufende wer­den uns das danken. Damit aber hatte auch der Krieg seine» eigentlichen Sinn verloren und die Zeit war gekommen, einen Frieden zu schließen, der, wenn er nach Westen hin auf dem Status quo ante abgeschlossen wäre, den Krieg ad absurdum gerührt hätte. Es ist anders gekommen. Warum? Wir habe» zweimal das Schicksal herausgefordert. Dar erstemal durch den Tauchbootkrieg. Jeder, der Amerik» kannte, kennte sagen, was passieren mußte. Vom Admiralstai und vom ReickSmarineamt aber ist die charakteristisch« Ansicht vertreten worden, daß Amerika als Neutraler sehr unbequem, als Gegner vollständig barmloS sei. Solche Jrrtümer, di« agitatonsck und auf Veranlassung des .KricgspresscamtS in der alldeutschen und konservativen Presse verbreitet wurden, wäre» das Unerhörtest in einem monarchischen Staatswesen: eine Generals- und Admiralsdemagogie. Deshalb ist die Monarchie mit Recht zu Boden gestürzt. Das zweitemal war es der Friede zu Bresi-Litowsr. Keiner dachte daran, ehrlich Frieden zu schließen. Mit GlaubenSkämpscrn vom Scklcg de? Herrn Trotzig hat man noch niemals einen ehrlichen Friede« schließen können. Und von unserer Seite begann dann die Baltenpolitik, die Politik, mit welcher man aus jenen Ländern Pfründen für alle möglichen deutschen Prinzen machen wollte. Die Rache deS Schicksals ist gekommen. E» war im Jahre 1896, als Fürst Bismarck einem Journalisten die denkwürdigen Dort« sagte, „wenn ich des Nachts nicht schlafen kann, dann weiß ich nickt, soll ich darüber trauern, wenn ick voraussehe, daß mein Werk ko hoffnungslos verdor­ben wird, cder soll ich mich bei dem Gedanken fteuen, wie

tziksir .." sich so vor aller Welt blamieren wird".

Daß Willwkm II. politisch unfähig war, darüber kann kein Zweifel herrschen. Die Fehler des Systems bestanden zunächst darin, da>tz die Dynastie mit ihrer lauten Reklame, in Reden und SGetegumunen tue ganze Wett in Bewegung hielt und so