VNttlvo«, «. Dezemr« lws.
Mesbadesrer TagLlatL.
SRridie», unserer Heimst, Euch mit neuer Kreist und Stärke
gcfiablt in einem vierjÄhriqen Kampf. Ja, trotz all unsere- Leide», trotz all unserer Not. di« wir erlitten herben — kein SBoIr der Welt hätte diese Entbehrungen ertragen, — wollen / ftnr Euch Wiedersehen in der alten Art, mit' klingendem! Sp!el. unter dem Geläut« der Glocken und unter der alten» schwarjweibroten Flagge de» Reich«. Marschierts an un» vorüber, ungeibe-ugten Haupte», stolz und kühn, wie Ihr vor vier Jahren auSzoqct gegen einen übermächtigen Feind, leid sicher unsere« heißen Dankes und vereinigt Euch in't un« nicht in diktatorischer Geiveit, sondern in schaffender Liebe für da» Wohl des neuen Reichs, für das Wohl des neuen deutschen Vaterland», für das Wohl aller seiner Bürger. Und nun lasset uns unter dem stürmischen' Jubel der Bevölkerung, rufen: Unser tapfere? deutsches i Heer, in dem wie immer unsere 8, «ix hängt, unser beut* j sches Vaterland, unsere deutsche Heimat, Hurra!"
General Crzellenz v. Oven
erwiderte mit folgenden Worten: »Mein sehr geehrter Herr tlberbürgermeisler! Im Namen all der Trupgenverbände. die, von der Kampffront kommend, in diesen Tagen das Wochbikd der schönen Stadt Wiesbaden betreten, bitte ich unseren Dank entgegenzunchmen für die so zu Herzen gehen- den Bcqrußungsivorte und für den herrlichen Empfang, den die Stadt und die Bürgerschaft uns bereitet haben. Einen Enipsaug, so warm, so herzlich, so würdig und schön, daß er jedem von uns eine Lebcnserinnerung bleiben wird und in jedem einen dauernden tiefen Eindruck hinter- lasten wird, we.l aus ihm entgege"strömt herzerquickend und und herzerhcbend nicht nur der Dank des Vaterlands, ion- dern die Liebe zum Vaterland, die wir jetzt nötiger haben al» je und uns alle so sehr erwärmt. Die Truppen, die jetzt in Wiesbaden einzieben, baden vor Eintritt des Waffenstillstands an der Maas in den aller- schwersten Kämpfen gestanden unter fast unmenschlichen Leiden und Opfern. Sie haben einer weit mehrfachen, einer zehnfachen Überlegenheit bis zuletzt standgehalten (Lebhastes Bravo!) und haben dann den überaus schwierigen Rückmarsch in die Heimat antreten müssen. Wahrlich das härteste, das b'ttcrste Los, was einem Soldaten geschehen kann. Wenn die Truppen unter diesen Verhältnissen und unter dem Eindruck der heimatlichen Ereigniffe gleichwoh! sich doch g u t halten und den rechten Geist bewahrten, den Geist der Ruhe. Ordnung und der Vaterlandsliebe (Bravo!), so rst das zum größten Teil zu danken der Aufnahme, die wir in den Dörfern und Städten des Heimatlandes gefunden hi-brn. vor allem in Wiesbaden. Die Stadt Wiesbaden hat sich damit ein hohes bedeutsames Verdienst erworben, nicht nur um un» und unsere Trupswn und des gesamten Heere«, sondern um unsere vrterkändische Zukunft. Und wenn wir in dieser herrlichen Stadt Wiesbaden einziehen, diese P e rle der deutschen Städte in ihrer unversehrten Schönheit vor uns sehen, so erfüllt un« da« aufs neue mit ^»her dankbarer Freude, daß eS möglich war. der Stadt die Schrecknisse bi« Kriegs fernzuhalten. Und ich möchte wün- sck>en. daß die Zeit der Besetzung der Stadt Wiesbaden durch den Feind erträglich etscheint und von kurzer Dauer, so daß sie bald wieder blühen und gedeihen kann zum Segen der. Mensckheit und zum Stolz unseres wiederanfstrcbendcn Vaterlaadö. In diesem Wunsch, Herr Oberbürgermeister, erwidere ich Ihre Begrüßung. Gebe Gott, daß er in Erfüllung gehe." (Bravo! und DeisallSriife.)
Im Paradeschritt zogen dann die Truppen, wie schon g»-t schildert, voniber. Gegenüber dem Denkmal, wo die Mvisians- ? slandarte wehte, mochte die jeweilige RegimentSmnsik Hali! und spielte beim Vorbeimarsch der Truppen, deren man stiert besonders gut ansichtig wurde. Sturmtruppen im Stahlhelm. Truppen m-it Gewehr über. Reiter, Artilleristen, alle reichlich geschmückt, die Augen fest aus den General gerichtet, der hie, leine siegqon'ohiiten Truppen noch einmal begrüßte. Hoch und Hurrarufe wurden immer wieder laut und das Tücher schwenken nimmt kein Ende. So geht es unter Hurrarufcr bi« gegen 2 Uhr nachmittags, und obwohl das Bild stets das selbe bleibt, so ivird man doch nicht müde, eS immer wieder zt betrachten. Es war ein Schauspiel, wehmütig stimmend in Hinblick aus den unglücklichen Ausgang des Kriegs, aber auch Hoffnung gebend für den inneren Wiederaufbau Deutschland! in Ruhe, Ordnung und Sicherheit. W.
Von den gestern in unserer Stadt eingettoffenen Truppen ist dos Infanterie-Regiment Nr. 282 hier ein- quartiert worden und bleibt noch bis zum 6. Dezember unser Gast, wiewobl auch Dvificns- und Brigadestab noch, einige Tage hier ihren Sitz haben. De Kapelle des oben erwähnten Regiments l>at heute nachmittag zwischen 4 und 5 Uh> am Kaiser-Friedrich-Plah ein Konzert gegeben, das zahlreiche und dankbare Zichörer fand. Auch einige andere Abteilungen, insbosviidore Kavallerie, sind hier bereits seit einigen Tagen einquarviert.
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W. T- B Mannheim, 3. Dez. (Drahtbericht.) Die T r » v p e n - 0 u t di j ii c e über den Rhein, durch Mannbein, nabmen mit den, heutige» Sage ihr Gute, da bis morgen srüh 6 Uhr die tz s a l z voll dcullche» Truppen geräumt lein mutz. Es kamen turch Maiinbei», tili« österreichische, eine wüniembergische, mehrere treußische und hie 8. tätliche Londwehrbivision, die alle bei 2t. Mihiel und um Vertun gelegen hatten. Die Stadl hat ein fest. äckres Gewand ongrzoge» Tic Straßen sind räch geschmückt und lesinggt An ter Rleinbrecke auf badischer Seite ist eine große ebrenpfrnc mit der Inschrift: „Tapfere Krieger seid In der neuen
t eien Heimat willkommen" errichtet worden. Die alle in froher liniminig durchziehenden Truppen werden allseitig reich beschenkt ,nd jubelnd bogiüßt.
Der Volksausschutz ln Wiesbaden
hat sich in einer am Montagabend stattaehabten Versammlung
^ ,1 Vertretern der in Betracht kommenden Vereine konstituiert.
:« Beteiligung war wieder außerordentlich stark. De von dein vorbereitenden Ausschuß vorgelcgten .Richtlinien" wurden einstimmig angenommen. Die Ausgabe de« VolkSaus- schwfle» wird demnach fein: Me Vertretung der allgemein«,, politischen und staatsbürgerlichen Grundrechte, der wirtschaftlichen und geisttgen Interessen, so weit sie sich mit allgemeinen Interessen decken, und der kommunalpolitöschen Interessen, endlich die zur Erreichung dieser Ziele notwendige Einflußnahme aut die Verwaltung. Zum Vorsitzenden wurde Herr Albert Sturm gewählt, zum stellvertretenden Vorsitzenden Lilidgerichtsrat Lenhard, zum Schriftführer Stadtverordnete' Glücklich. Dem engeren Vorstand gehören an: HandelSIehrer Sckiopen. Bankbeamter Stabn, Fräalein Jeft. Zu Beisitzern wurden bestellt' Acbeiierlekrerär Krämer, der Vorsitzende des Grsiirilikreri'aild» Nassau Breuning, Dpenglermeister Dauer Sinilatsrat Tr. Heß. Hauptschrtftleiter Hegerhorst, Geheimer Siudlenrat Dr. Maurer, Velksschullehrer Gchaab. Wage- meister Krau?. HandlungSgehilfin Klucke. Obevpostfrkretär Btinlinonn, Architekt Schrank. In einer sehr lebhaften A u S-
I p t j d> e wurde eine Fülle von Anregungen für die Wirkfam- ett de'« Aus'chusses voigebracht. der darnach ein reiche» Arbeitsfeld baden wird. In einer großen BolkSversamm- ' u n g heute M'ttwoch. den 4. Dezember. 8 Uhr abends, in der .Turngcsellschast", Schwalbackcr Straße, werden Vertreter »llcr Volksschichten und Berufe zu dem neuen Ausschuß ktellung nehmen.
— Die Haussammellisten des Naflauischrn Heimatdanks sind den Haushaltungen Wiesbadens zugegairgen. Sie sollen die Haushaltungsvorstände bitten, durch Sammlung bei allen Hausbaltunysmitgliedern dre gewaltigen Aufgaben de» Naffaui'chen Heimatdanks lösen zu helfen. Sie sollen mahnen, unter all dem vielen, was täglich und stündlch aus einen jeden bereinstürmt, das ein« nicht zu vergessen: Die Dankbarkeit. Der Naffquifche Heimatdank bittet, di« Hanssammellisten an :bn. Schloß, Mittelbau, einzusenden und die gesammelten Beträge aus dem Postscheckkonto Frankfurt a. M. 23 316 einzu- z.chlen
.— Handwerker und Gewerbetreibende. Handwerkskammer
und Zentralvovstond des GewerbevereinS für Nassau erlassen folgenden Aufruf: Di« ernste und schwere Zeit fordert allzeitiq rege und zielsichere Arbeit, denn es steht eben alles auf dem Spiel. Jeder Bürger des Reichs muß Mitarbeiten, also auch zeder Handwerker und Gewerbetreibend«. Erstes Ziel dieser gemeinsamen Arbeit muß sein: Ruhe und Ordnung im Reich zu erhalten und zu festigen, damit der Abschluß des Friedens nicht gefährdet ivird. Die gemeinsame Arbeit mit den berufenen Stellen an diesem Ziel fordern wir von jedem einzelnen Handwerker und Gewerbetreibenden, von den Innungen und Gewerbevereinen, den Handwerksämtern und Kreisverbänden, den Genossenschaften und allen Korporationen. Erst wenn durch diese Mitarbeit der Frieden erreicht ist, dann können und werden wir mit stärkerem Rech: und günstigeren Aussichten unsere wirtschaftlichen Forderungen erheben, besonder- die» ! e . nl P*f u f Erhaltung und Sicherung der jetzt bedrohten wirt- ,chaft!,chen Selbständigkeit. De Einzelwirtschaft darf nicht von der Gemeinwirtschaft verdrängt werben., Folge deshalb jeder dem eisernen Gebot der Stunde und arbeite mit durch Einstellung der Heimkchrenden in die Betriebe, durch ihre Be< r-itung und Unterstützung, durch Mitarbeit in den Arbeiter-, Soldaten- und Bauernräftn. in den DemobilmachungSauS- ßhuffen und andc, en Einrichrungen der Übergangswirtschaft. Im Handwerk und Gewerbe steckt viel Intelligenz und Kraft.
]! e 3um Heil unseres ÄaterlonLeS und zu eurem eignen Herl Unserer Unterstützung dürft ihr sicher kein.
77,^-ikSüühall-. Im Mcnat November betrug die Zahl der Leser 3270, die der Leserinnen 9i.S.
-7 Pelsona,-Rachrichten. Der Schriftstellerin Agnes Olivia r* c ' n Klrchcn« und Kcnzertsängerin Paula Ulfert
hier wurde in Li.rdit.unk> ihrer Aerdienste, die sie sich durch ihre ^iizirhrwontcrsiihriir.geli um die Kriegsernähruna erworve-,, das Vcrdlcnstkrcu, sur K.icg-Hilfc verlieben. Bekanntlich haben beide Damen Tausende ko» Eiinrlhnern in unermüdlicher Arbeit tn die Pilzkunde ciukicivhrl und ihnen damit das Durchhalten wesentlich erleichtert.
Oorberichte über Kunst, Vorträge «nS Verwandte,.
* R-ssouisches Landcsthcater Wiesbaden. Der Dezember.
Spielplai, wird j>ch, da er tu stinen Hauptzugen schon festlag, noch nicht wesciitlich von seinen Vorgängern unterfchelden und meist aus altere hclicdte Werke, auch im Hinblick auf die Weihnachtszeit zuruckgregen. Im neuen Jahr aber werden sich bald die Zensur- sreiheit und ein ftsschcr Zeitgeist im Nahmen der bereits ange- kündigten künstlerischen Grundsatz- bemerkbar machen. Es würde von übel sei«, >um aus einmal der erttemsten modernen Richtung §u koigen, s.lbst wenn dies technisch st.sort möglich wäre, auch sieht ,a die Leitung des Landestheaters in der Ps.eg: der klassischen
Literoturschatzc eine ibrer Hauptaufgaben. Immerhin aber sollen sv bald als möglich von Januar ab eine Reihe von Autoren a geben werten, derci, Namen dieb.r febitcn: Leo Tolstoi. AugUjl Strindbera Gc.rg Kaiser. Ma; Pulver, Karl Röhler und der mittelalterlich- Burk. Wairis mi, seinem Mysicrlenspiei „Der verlorene Sohn au« Hessen . Mn ueucn Werken kouimen zunächst Stucke von Bruno Frank Ui Betracht Küists „Pcnlhestliea^ und Ludwigs „Erdsöraer" sollen die Reihe der im Repertoire besindliche» K.assiker vervoü- ständigen. Ais nächste Opernneuhcit wird d'Aivert; „Stier von Llivera" vorbereitet Vorher wird noch der „Ring" gegeben werden Tann kommen wieder neu in den Spielplan Werke von G.uck Kreutzer. Marschner, Kienzl. Strauß und Puccini. Der zeitg> nösstschen Oper soll ,-iehr Spielraum gegeben werden als bisher. Es wird zum Bei,viel beadsichtigt, Kloses in München vielocgcbene „Jisebill zu erwerben, jctoä werven die äußeren Schwierigkeiten des Werkes ersi in der „äcksten Spielzeit gelöst werden können Zyklische Bcraiistaltunpeii und übernohmc der kleinen Lpieloper in die Volk-abcude sind ebenfalls für di« nächste Zukunft geplant. Schließlich soll auch lein Bühnentanz mehr Platz arngeräumt und durch Annahme größerer wertvoller Balletts mehr G-Iegenheü zur Entwickelung gegeben werbe». — Wegen Erkrankung der Herren Ehren« und Haas gelangt am Mittwoch stau der angckündigten Vorstellung „Tie Csardaksü,s>In" das Singspiel »Da» Drermäderl- haus" im Abonnement O zur Auffüllung
Wiesbadener Dergnügunssbühnsn «nd Lkchtsnrele.
* Ti« Odrvn-Lkchtspkel« b, ingen vom 6. bis 8. Dezember den
ergreifentcil Ria-Wilt-Füm „Tes Vaters Schuld", Schauspiel in t Akten, zur Voisübruug mit der beliebten Künstlerin Ria Witt in der Haiiptrcllc, Dazu als Beiprogramm das schöne Mar-Mack- Lnstspiel „Weh dem, der erbt" in 3 Akten, und den Schwank „Eine satale Verwechsiuntz".
Aus dem Landkreis Wiesbaden.
— Sonnenlera, 1. De, Der Lehrerverein Wies, b c d e n - L o. » d hielt am Samslagabend im „Hotel Union" in Wiesbaden unter Vorsitz des Rektors Winter-Sonnenberg eine Vsr- sammlung ad. Ter Vorsttzcndo wies aus die gegenwärtigen Zeitvcr- daltinssc hin und cissiattcic daran q»!ch!ietzend B«richt über die Bcrtrclervcrsammliing des ANg. LehrervercinS in Limburg. Weiter berichteten die beiden anderen Vertreter, die Herren Lehrer Bändel- Sonnenbera und Ho'mann.Bierstadt, über die Fricke-Zuckschwerot- Stiftung Kiicgcrdank. Teuerungszulagen und Pestalozzikasse. Die BorstanmWahl halte folgendes Ergebnis: 1. Borsttzeiider ist Herr Rektor Winter, 2 Vorsitzender Lehrer I. Schneid-r-Sonnenbcrg, Schriftsührer und Kassurtr Herr Lehrer Schmidt-Heßloch. Nach der Besprechung über Bildung e.nes „8.-R." wurde H-rr Rektor Winter als Vertreter gewöhn. — Tor Krieger Heimkehr rollzog fick auch hier wie anbei wärts allmählich, doch nicht minder herzlich und erstehend, weron der reich geschmückte Ort rstit seinen vielen WUlkommensgivßen Zeugnis adlegte. In der Kirche fand ein Begrüßungo-Festgottesdienst am 1. Advcnissonntag statt, zu dem viele ehenialige KillgsieHnchmer erschienen waren. Zur stimmungsrollen Umrohmung dessen trug der Durchzug Helm, kehrender Krieger während des Gvtiesdienstes und nach demselben wesentlich bei. kpsel. Zigaretten und Kaffee wurden den Mann, ichasien reichlich gespendet, letzterer vor dem Gasthaus, „Zur deutschen Eiche". ■ _
H&ndeisfeJ),
Die Farbstoffindustrie in den Vereinigten Staaten.
GelecPiitlich der Chemischen Ausstellung in New York berichtet nach dem New Yorker „Journal »f Commerce' ein bekannter Farbenchemikcr n. a. folgendes: Ein ein- sehendes. Studium uer verschiedenen aussoslellten Farb- stoße ist nicht atrude eimutiaend. Die außerordentlichen Erfolae. welche unsere Farbenindustrie 10 Id und 1917 aulzuweisern hatte, würden einer oberflächlichen Prüfung fferüeen. Dmh sollten wir nicht zu optimistisch sein und clauten. daß wü letzt und ln Zukunft ohne Deutschland auskommen könnten. Die sresenwärtisra Ausstellmiff zeigt nur wenipe neue Farben, daeescen fehlen verschiedene, die noch vor einem Jahre erhältlich waren. Es scheint als ob nach dem Abflauen des ersten Enthusiasmus die Farbenindustrie zum Stillstand cekommen ist Mit Ausnahme eines, anscheinend 2 ebrauchsfäm«M F'arb- stoffes sind alle Küpenfarben noch Träume der Zukunft und viele, besonders lichtechte und brillante saure Farbeloße (blaue, violette und eriino) sind noch un-
Morgen-AuSgqtze. Erstes Blatt. Seite ».
erfüllte Versprechunüen. Dabei darf unsere Industrie dringend gerade dieser Farben, ln vielen Fällen sind amerikanische Farben jetzt nicht mehr so aut wie in den Anfangslagen der neuer. Farbenindustrie. Selbst dia ältesten F'abriken haben Schwierigkeiten, die Güte ihrer Erzeugnisse auf der früher erreichten Höhe zu halten, weil die Ausganßsprodukte schlechter geworden sind. Eine andere Klage dei Farfcstoßverbraucher ist daß der Ausfuhrhandel auf Kosten des heimischen Marktes aufgebaut wurde. Wir haben überall ausposaunt daß wir jetzt elereoviele Farbstoffe ausführen, wie wir früher aus Deutschland bezogen: dabei wird aber verschwiegen, daß unsere Fabrikanten, wenn sie Farben bestellen, oft drei bis vier Monate warten müssen, oder daß die Bestellungen einfach ..als unausführbar“ zurückgewiesen werden. Dadurch sind viele große Firmen verstimmt und trauen der neuen Farbenindustrie nicht Die Geduld wird nicht mehr lange Vorhallen, und man wird trotz allem Patriotismus doch mit Freuden die alten Farben wieder begrüßen, mit denen mar seit 40 Jahren gearbeitet hat. Zwar wird man wohl nicht wieder die in Deutschland hergestellten, Farben hierher ansMhren. aber deutsche Produkte und deutsche Handelsmarken, hier bei uns hergestellt, werden auf dem Markt erscheiner und durch indirekte Kanäle wird der Gewinn der Farbenindustrie doch wieder in deutsche Taschen fließen, wie der Fall bei der Bayer-Gesellschaft gezeigt hat.
Berliner Börse.
ffi Berlin, 3. Dez. (Drahtbericht.) Das Geschäft an der heutigen Börse hielt sich wie seither in recht engen Grenzen und die Tendenz war im allcomeiiej bei Schwankungen nach oben und unten als bekannte! nuszusorechea. Durch feste Haltung zeichneten sich aus Prinz-Heiurichbahn, Türkische lahak, Deutsche Waffen und Gebrüder Boehler- Aktien. wogegen fast sämtliche Schiffahrts-, Montan- und Daimler Aktien schwächere Haltung bekundeten. Die Kursvcräiiderunrer waien buch im weiteren Verlaufe nicht von erheblichem Belang. Heimische, österreichisch- ungarische und ausländische'' Rentenwerte, mit Ausnahme der For.dsanleihen. biöckelten im Kurse ab. Die zu Ein- heitskurser. gehandelter. Industriewerto traten auch heute wieder stärker hervor. Das Angebot Überweg bei mangelnder Aufnahme. Eine ganze Anzahl Kurse mußten wieder gestrichen werden.
Industrie uni Handel.
“ Fmiltuise im November- Die Anzahl der Konkurseröffnungen ist nach der Steigerung, die sie im Oktober erfahren hatte, im vorigen Monat wieder etwas zurückgegangen Es sind nach einer Zusammenstellung der Finanz- zeitschrifi ..Die Bank“ im November 50 Konkurse eröffnet worden gegen 63 im Oktober und 84 im November v. J.
Marktbsrioit).
W. T.-B Berliner Produktenmarki Berlin. 8. Dez.
(Drahtbericht.) Die augenblicklichen schwierigen Verkehrsverhältnisse machen sich auch bei den Zufuhren landwirtschaftlicher Produkte erheblich bemerkbar. .Sowohl die Ailiefervng von Bmlgelreide an die Mühlen als auch die Anfuhr von Kartoffeln und R-ohfutter halten sich in recht engen Grenzen Im hiesigen Verkehr ist das Vermittlungsgeschäft für den Abschluß von An bau Verträgen für Runkelrüben und Zuckerrüben sowie von Gemüse ziemlich lebhaft geworden ln dem Handel mit Klcesämereian zeigt sich etwas mehr Angebot. Für Rotklee ist die Beschaffenheit indes nicht besonders gut. Seradeila bleibt schwach. Von Grassaaten ist Reuigras gesucht. Rauhfutter unverändert.
Preußisch-Süddeutsche SUaffenlotterK
Berlin, ZA Nrv. In ber heutigen Vormittags. Ziehung fir!e» 15 PGO M. auf 47 i‘42 57 99l, 5000 M. aus 5833 6b 800. 8001 M. aus 297 9143 9575 15 214 32 511 35 770 57 092 59 024 «.7 97,. 72 438 78 505 80 778 34 839 95 361 105 600 106 095 120 332 1 24 744 126 606 127 074 133 601 139 261 140 079
151 445 153.331 157 842 151:097 160 113 165 806 173 641 181 158
185 170 193 894 1 97 70t 207 410 209 513 221 360, 1000 M auf 761 10 536 I! 707 2 0 632 22 579 26 418 32 320 33 583 37 345 49 264 49 900 50 973 51 421 53 573 64 443 55 310 55 480 - 54 819 56 987
57 7t9 68 819 61 493 69 608 74 999 84 794 86 506 90 645 91 305
97 448 97 SOI 196 876 108 178 108 338 j 11 258 113 195 113 463 113 770 117 810 322 277 131 888 1331.92 184 525 139 491 140 046
145 080 148 705 152 870 155 290 158 034 162 908 167 391 167 400
170 183 189 389 182 680 188 088 189 268 191 468 192 029 197 417
212 268 21.) 471 214 469 220 483 224 579 ?24 974 226 176 229 382
500 M. aus 329 547 9986 15S57 18 457 1 9611 22 792 28 250 28 477 32 338 36 867 38 525 42 326 46 83» 49 331 49 187 55 45? 58 04g
58 082 59 493 64 «25 tzc 176 73 145 74 37,1 "4 836 75 »38 80 442
81 995 86 145 85 396 97 550 99 955 105 215 105 668 106 482 108 992 110 190 115 606 121 848 122 099 122 938 135 564 '.88 215 188 786
141 519 14-4 715 148 986 152 918 163 890 156 521 153 271 179 886
160 457 167 217 17" 570 175 117 175 174 178 600 178 911 184 442
192 139 1 93 028 202 89 i 202 543 202 558 204 703 208 725 209 3(13
211 706 211 812 211 087 215 818 220 457 222 945 231 069 231 683.
In der N a ck ni i t t a g s - Z i e h v n g sielen 10 000 M. auf
202 445 207 685. 5000 M. ans 32 150 40 288. 3»00 M. aus 3036 8b 425 34 43«: 90 98«: 3-759 41 643 44 163 49 473 53 115 58 105
63 503 69 938 70 884 74 755 79 728 93 900 1 02 127 106 320 1 07 >36 108 017 124 997 129 226 140 ?C8 166 488 108 441 171635 171356
175 581 195 16«. 195 860 197 754 204 982 £06 826 223 468 228 474, 1600 M. aus 186«: 2790 11 477 ' 8 296 17 998 18 117 3 ! 929 35,462 39 530 41 951 54 145. 52 216 56 000 61 165 61 307 61 432 64 575
65 408 70 515 84 597 85 962 87 245 89 799 91 719 98 271 94 886
102 779 104 060 105 974 106 428 108 513 1 11 442 114 139 115 970
127 389 131 887 133 830 150 649 151 312 157 027 157 523 158 318
159 674 r,5 08T 179 601 187 (53 188 600 198 663 202 309 208 293
£09 197 209 228 214 760 £1( 259 217 456 217 810 224 194 227 844
229 451 238 013, 500 M. auf 253 3088 5153 73 17 7357 12 651 16 567 18 821 19 837 22 129 24 775 28 1 28 29 248 31 576 32 414 81103
35.433 37 976 8'.' 388 41 925 57 965 59 385 64 152 72 981 73 7:K)
74 693 76 127 77 661 8,.£i2 85 604 89 477 91 197 92 218 92 357
92 315 95 148 97 54«. 97 ( 26 98 184 1 00 582 103 873 108 627 110.540 112615 118079 119309 Dst000 125597 125 878 126971 126 093
126 522 131 750 139 774 144 557 149 937 152 957 155 727 156 255
157 014 157 326 157 666 158 773 101 585 1 33 159 1 68 318 1 74 904
178 046 182 709 183 284 184 074 1-9 221 190 462 191 175 193 485
198 082 1 9" 883 201 229 203 216 205 802 207 136 208 821 210 533
212 222 214 162 214 204 214 302 217 i 03 217 804 225 381 228 280
228 974 229 841 231 030 233 658. — Im Gewinnrade verblieben:
2 Pröniien zu 30( 000 M, 2 Gewinne z„ 75 900, 2 zu 4«) 000 4 zu 80 000, 2 zu 15 000, 20 zu IC 000, 40 z» 5000, 664 zu 3000, 1342 tu 1000, 1906 zu 500 M. ^
Reklamen.
Fürstenhof/Leipzig
30Bäd»r. Sitzungszimmer. Alle Zimmer m. hieß. Wasser
Einheitspreise
\2. 5 iierl ft mü K ■> ,^ c---i r> ** ^
Die M»rgen-Au;aaö: u nsa'ft 8 Seiten.
Hauptlchrtfileiicr: «. tzegerhorst. ———
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Druck 11. Verlag der L. Schellend er g'lchen Hofbuchdruckeret tn Wiesbaden»
Sprechstunde der SchrtfUestun- U di» t Ehe.
