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^ragblanhaus" Nr. «65»-W.
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Mittwoch, 20. November 1918.
(gar Weyen des Buß- und BrttagS erscheint die uäch'te „Tagblatt" - Ausgabe am DonuerStagnachnnttag.
Schwierigkeiten in der Regierung.
s. A. Berlin, 19. Nov (Ei«. Drahtbericht.) Wer die Vor. ^mge innerhalb der Recherung gel>en wieder die wildesten Ge- Zchte um. und zwar halben diese meistens -bren Ausgang vo>. Wissen Schivierigkeiten. die sich Kw>ick>en dem Dechs-Manner- Kollca-um der Regierung und dem Vollzugsausschuß des ttr- LteL u^d Soldatenrats ergeben haben. .Heut« °°rnnttag um 9 Uhr ist nun der Arbeiter- urö Soldatenrar nn Zirkus «uich zuso m me ngctre t en, um aus dieser schvierigen L^d-estch ergeben mußte, einen Ausweg zu finden. Die Verhandlungen dauern zurzRt neck. an und haben noch kein Ergebnis gezeitigt.
In ihrem Mittelpunkt steht die Frage der Einberufung der Nati-onalversammlunH. *
Eins Erklärung des Relchstagsprasidsnten.
W-T.-B. Berlin, 19. Nov. (Drahtberichr.) Reichs- mqspräsident Fehrenbach. der am letzten Samstag von Ireiburg nach Berlin zuruckgekehrt ist. hat dei Reichs!eitunc, nach einer Besprechung mit den Parteiführern und de,n Mitglieds der Reichsleitung Ebert eine Erklärung zugehen lassen, daß er die Anschauung de. Neicltsregierung, daß nach der Beseitigung deo dcutichrn Kaisertums und des Bundesrats als gesetzgebenden Körperschaft der Reichstag nicht mehr zusammen'retcn könne, weder in ihrem Inhalt nach in ihrer Begründung als zutreffend anzuerkennen vermöge. Zwingende Ruck sichten aus die geaenwärt'ge Lage veranlagten ihn aber, zurzeit von de? Einberufung des Reichstags abzusehen. Er behalte sich diese ftdoch ausdrücklich vor. Es konnten Verhältnisse eintreten. die sowohl der wtzlgen als auch der künftigen Re'cksleftnng den Zusammentritt des Reichstags als erwünscht, vielleicht sogar als notwendig erscheinen ließen.
Das Ftnavz''roe*amm der neuen Reglernna. rv-r-s Berlin, 18 Nov. Staatssekretär Schiffer erklärt weiter Gehe Abend-AuSgabel: Unser Volk bat nn Anrecht darauf, daß die Verteilung der finanziellenLasten nach dem Prinzip dv Gerechtigkeit ganz rücksichtslos ul,d gleichgültig, ob eS sich um boch oder niedrig handelt, durchge- führ, wird. DaS R e ch t S e m p f i n d e n mag >m Kr,ege stark gelitten haben und man mag sich noch mehr als früher an den Gedanken gewöhnt haben, daß e» kein Verbrechen sei., den Staat zu betrügen, so müsien wir uns doch zu der Ansicht durchringen, daß. ein S t e u k r h i n t e r z > e h e r . der sich gerade in dieser s.bweien Zeit wergert. nach seinen Kräften zur Unterhaltung des Reiches beizntragen. und der d.e auf ihn entfallenden Latten anderen und fchwacbcren Schultern aufbürde» will, n i ck t b e s i e r ist als irgend ein a n d e rer Betrüger, sondern schlimme? und daß er sich vom Landes- Verräter Hiebt unterscheidet. Wenn jedoch der Appell an d.e sittlichen Kräfte versagen sollte, so werde lch mit den denk, bar schärfsten Mitteln gegen die «truerhinterziehere! Vorgehen, wo sie sich findet, und Sie können fd>on beute den .ganz Klugen- im Lande sagen, daß es angesichts der Maß- nahmen, die ich vorberelte. ein sehr schlechtes Geschäft lein wird, den Versuch der N o t e n h o m st e re i und der S-teuerdrückerei fortzusetzen. Die Kriegsgewinne werden in voller Schärfe erfaßt werden. Wir werden auch Mittel und Wege finden, um Beträge, die ihrer Natur nach einen eigentlichen Kriegsg-winn darstellen. wenigitens einigermaßen als solche auszusondern und starker zu belasten. Die Grundlagen für unsere neue Steuergesetzgebung werden sich erst ermitteln lasten, wenn Klarheit geschaffen ist über den endgültigen Umfang des Reiches und über die Verhältniste der Einzel st aaten im neuen Deutschland und sodann über den Geldbedarf selbst. Außerdem siebe ick. auf dem Stand- »unkt daß das Volk selbst vollank berechtigten Anspruch auf weitestgehende Mitwirkung bei der Beschlußfastunq über die künftige Steuergesetzgebung hat. Aus diesem Grunde halte icki es grundsätzlich für unmöglich, vor dem Zusammentritt der Nationalversammlung ein Programm aufzu- strllen dos hindert natürlich nickt, daß, ich an die Ausarbeitung, nötigenfalls an die Durchstihrung von Steuer- gesetz-n in der Zwischenzeit gehen werde, die insofern notwendig werden, als ein Aufschub von mehreren Monaten daö kommende Erträgnis wesentlich zu beeinträchtigen droht.
Das Schick al der Nordmark.
ß. A. Berlin, 19. Nov. (Eig. $rabtbcritfit.) In weiten Kreisen Deutschlands sind Gerückte verbreitet, in denen behauptet wird. Deutschland habe mit Däne- mark bereits Bedingungen vereinbart über Abtretung eines Teiles der Nordmark. Wie uns von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, haben bisher oftizielle Verband- klingen dieser Art nicht ftatta-fiinden. 'o daß auch keine .bindenden Abmachungen vorliegen können.
Die Vorarbeit für die Wahlen.
Dr-. Berlin, «9. Nov. (Eig. Drahtbericht.) Di« National- Versammlung. di« iw Februar zusainmentreten soll, erfordert sehr erb-'bliche Vorarbeit. Wie wir vernehmen, wird sich die Zahl der W übler in Deutscklend allein ans die gewaltige Zabl von < 6 Mi, l! on , n belaufen. Bei den lebten ReKbrtogsvmblen wurden noch 14 Millionen W-'bler gezählt. Tie Aufstellung der Wählerlisten, und ohne solche ist die Durchführung unmöglich, bedingt daher ganz erhebliche Vor> mxbctitn.
Morgen-Ausgabe.
Die WaffenftiNftandsverhaadlungen in Spaa.
Br. Ha«, 19. Nov. (Eig,. Drahtbericht.) Die zur Durchführung des Waffenslillstandsvertrages tn Spaa versammelten Kommissionen Deutschlands und der Entente halten täglich Beratungen ab. Vormittags linden Plenarsitzungen statt, nachmittags versammeln sich vie.e Unterkommissionen, die die Iragen des Transports, der Gefangenen und des Kriegsmaterials bespreclßm. Tie Nachricht, daß die Franzosen zur Milderung des Waffenstillstandsv''ctraqes geneigt seien, trifft leider nicht zu. Im Gegenteil werden gerade die Franzosen t ä a l i ch schwieriger. Die Gcgnei sind vollkommen im unklaren über die Verhaltnifse tn Deutschland und aus diesem Grunde erklären Franzosen und Engländer übereinstimmend, daß eine Regierung, die nicht die Ordnung aufrecht erhält, für sie nickt friedenssähig sei. Sie wollen keine Lebensmittel geben, wenn die Nevoliiticn weiter um sich greift. Sie betonen immer wieder, sie würden an ihrer Seite und in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft keine Zersetzung dulden. Sie find berrit. Deutschland über alle Schwierigkeiten hinwegzubeften, aber nur unter der Bedingung, daß dort Ruhe und Ordnung herrschen.
Wilsons Teilnahme an venFriedrnsverhandlungen.
Sr. Bern, 19. Nov. (Eig. Drahltzericht.) Präsident Wilson wird nützt nur an der Friedenskonferenz teilnehmen, sondern au«b an den Vorverhandlungen inn«rhalb der Entente, die ungefähr am l 0. Dezember beginnen
Dre 'L-esetzung Helgolands?
B. A. Berlin, 19. Nov. (Eig. Draht bericht.) In weiten Kreisen des Volkes herrscht Beunruhigung darüber ob die Engländer die angekiindiq'e Besetzung Helgolands durchführen werden. Wie wir hören, haken sich die zu intern!.wenden siriegsfahrzeuge heute vor- mittag gemäß den Wnftemtillstandsbedin.iungen in Marsch gesetzt, so daß die Voraussetzung für die Besetzung weqfällt.
Unser« Verluste.
Br. Berlin, 19. Nov. (Eig. Drahtbericht.) Auf Grund zuverlässiger Unterlagen können die „Politisch- parlamentarischen Nachrichten" die Verluste D-utscklands bis zum 31. Oktober 1918 genau angeben. Deutschland hat 1580000 Tote zu beklagen. Als vermißt werden 265900 M i n-i gemeldet, wovon sich aber ebenfalls ein großer Teil nicht mehr unter den Leben- den befinden wird. Die Zabl der in Feind?:land be- findlickien Gefangenen betrögt 4 9 0 0 00. Vor- mundet wurden 4 Millionen Soldaten, wo- von aber eine wied:rholte Zählung in den Zöllen vor- gekommen ist. wo ein Soldat mehrmals verivundet
wurde. .
Baku wieder in engl scker Kand.
XV.T.-B. London, 19. Nov. Das KcicqSamt teilt mit: Am 17. November nahmen die britischen und russischen Truppen Baku.
Nr. 543. • 66. Jahrgang.
Hrndenburg und der Arbeiter» und Soldatenr nt
Der Arbeiter- und Sclbotenrat in Kassel verösfenklich' pur Merfiedlun« des Haupiauorti, rs nach Kassel falgeude er reuliche Erklärung: „Mitbürger ur:d S-'.dutent Heute rrifft der Generalseldmarschall v. Hindc.idurg nn: utm
Mannschaften des Großen tzaupreurirtierä in Dassel ein. u:r von Wilbelmshöhe aus die DemMiseticu unserer Truppe!' p! «eiten. Hindenbur.g gehört dem deutschen Volk und dem oeutichen Heer. Er bat sein Heer zu glänzenden Siene" geführt und sein Volk in schwerer Stunde nicht verlosten. Nie hat Hiudenburg in der Größe seiner Prllchterfülluug u»L näher gestanden als heute. Seine Perlon siebt unter unseren Schutze! Wir wissen, daß die bürgerliche und soldatische B«> völkerung Kastcls ibm nur Gefühle der Verehrung und Hochachtung entgcgenbrii'gcn wird und daß er vor >ed«r Belästigung sicher ist. Der Generalfeldmarschall tragt Wars«. ebenso die Offiziere und Soldaten des Großen HauplquactierK, wenn sie ihn begleiten.'
Für den Arbeiter- und Soldatenrat: Grzesmskl.
Die Franzosen in Konltantinopel.
WiT.-B, Paris, 19. Nov. (Drahtbeticht. HavaS.) Vizeadmiral A m e t, Kommandant des 2. franzö'ilckien Geschwaders, das im Bosporus vor Anker liegt, ist zum Oberkommandanten der Republik b-.'t der osmanischen Regierung ernannt. Alexandrette ist von franzolisaß,«
Truppen besetzt. « ,
Plündernngen in Brüssel.
zv. T.-8. Amsterdam, 19. Nov. lDrahtbericht.) Aus Anl» werpen wird dem „Teiegrcaf" gemeldet, daß es in der Sta» beim Abzug der Deutschen zu großen Plünderungen diirch die e-nbeimische Bevölkerung kam. Nach einer anderen Meldung desselben Blattes sieben in Bnissel der Nordba-bichof und der Zuider-Schaarbeier Bahnhof infolge Munitionsexplokion m Branid.
Brand eines MunlttonSzngeS.
IV. T.-B. Amsterdam, 19. Nov. (Drahtbericht.) Der „Teko- graaf- meldet aus Hamcnd >n Belgien, daß dort Waggon» eines Munitionszugs in Brand gerieten, und daß bei der dar» auftolgenden Explosion 8 60 Menschen ums Leben kameit. Die me iften Opfer sind d e u t s che S o l d a t e n. aber auch holländische Soldaten wurden getötet. Nach einer ande» t-cn Meldung frrid’t m<rn t*on 1500 bis 2000 Toten. >>n 5^ort>* Bvadant kamen ungefähr 150 Tote und Verwundete an. D-as Unglück ereignete sich um 11 Uhr abends. Es lwißt, daß Kinder in der Näbe der Munitionszüge mit Feuer spielten und dadurch die Erplrsion Peru riecht haben. 666 holländi sche Soldaten sind zur Hilfeleistung nach Hamond abgesaudt. Di« durch die Erplosion angerichteten Verwüstungen müssen nnbs- schreiblich sein.
Der Kamps nm Lemberg.
W. T.-B. Wirn, 19. Nov. (Trohlbeiicht. Diener Korr.-Burecm.) D.w poliiischo Adgeordn?t.> Stefczil traf mit Fliiazona ans Lemberg in Przemqsl ein. Er er- zählte, daß Lemberg sich immer noch in den Händen der Polen befindet.
Die deutschen Truppen im Kaukasus.
Br Berlin, 19. Nov. (Eig. Drahtberickt.) Da» Oberkommando im Kaiik sius bittet die Pre-se. mangels anderer Verbindnna»n mitziitsilen. daß dort alles ruhig Lst und die Truppen sich w o b l b e f i n d e n. ,
D!e polnischen Truppen in der französilchrn Armee.
W.T -B. Wirn, 19. Nov. (Drahtbericht. Wiener Korr -Bureau.) Nack einer Meldung ans Warschau richtete Pilsndski au Marschall Joch einen F:mk,prilch. worin er als Oberkommandant der polnischen Armee er- sucht die polnischen Trnvven. die ein Bestandteil der französischen Armee bildeten, sofort nach Polen zuruckzu» senden. __ <
Deutsches Reich.
SBcBeramti’ton der Gemei"d »Vertreter.
B A Brrlin. 19. Nov. lEig. Drabtbericht.) Die preußt- lcke Regieluna hat eine Verfügung erlassen, wonach dwiemge« Gemeindeverlreter. deren Mandate abgelaufen stütz, vorläufig weiter amtieren.
Die LebenSmittelvorräte im Berliner Schloß.
■Br. Frankfurt o. M., 19. Nov. (Eig. Drahtbericht.) Da, Mitalied des Arbeiter- und Soldatenrats Carle, dem laut Frarckfvrter „Volksftimme" die L e b e n s m , t t e l v o r r a t « Wilhelms II. gezeigt wurden, macht darüber folgende >n» terestante Mitteilungen- Man kann es sich nicht ausdenken, tv* nach vier Kriegssah een noch solch ungeheure Mengen von Lebensmitteln aufgespeichert sind. So finden wir Flei^ch unb Steflügcl auf Eis. Sosetunken ,n großen Kisten, blutenweiße« Mehl -n Säcken, bis an die hohe De-ke aufgeftapekt. Tauferch»« von Eiern. Bassin8 mit Schmalz. Kaffee. Tee. Schokolade. Gelees und Konserven jeder Art. ^n uvendlichen Reiben Hunderte von blauen Zuckerhüten. Hulicnfrnchte. Dorroost, Zwieback ufw. Man ist sprachlos und denkt unwillkürlich «, cckten Sah daß die Mengen so groß sind, daß ein Mann alleitl davon unmöglich sich einen Begrssf machen kann. Der Wert dieser Vorräte beläuft sich auf mehrere hui'di-rttaufentz Mark. Wnn dirse LrbenSmittrkoriäie angcnl l cklich nicht besser zu orrbraucken wären, ko möchte man Vorschlägen sie unberührt dem dcutsckien Volk im Notiriialmuseiim al§ ein ewiaes Zeichen zu erhalten, damit Kinder und Kindeskinder noch sehen könnten. n>ie in Deutschlands wahrend hungerten, GoUbognadere durchhiellene
