Einzelbild herunterladen
 

Cette 1 Donnerstag, 14. November ISIS.

Wiesbadener Tacchlatt.

Abend-Ausgabe. Erstes Platt. Nr. SS4.

gestellt sieht. An den vier Jahren des furchtbaren Krieges haben sich die menschlichen und wirtichaftliäien Kräfte des Landes erschöpft. Nur durch einmütiges Zu­sammenstehen des gesamten Volkes kann der Untergang obgewendet werden. Nur so können wir denen, die seht »us dem Felde zuriickkehren sollen, nicht ihre Leiden und Opfer vergelten, wohl aber die Fortsetzung dreier Leiden ersparen. Nur so können wir das Gespenst des Hun­gers bannen, das vornehmlich unsere Krauen. Krnder - und Kranken schon jetzt aufs schwerste bedroht. Was rir alle haben wollen: Freiheit. Frieden und Prot kann nur gesichert werden, wenn das wirtschaft­liche Leben in Stadt und Land aufrecht erhalten bleibt. Darum steht zusammen, helft mit zum Wohl des Ganzen!

Berlin. 13. November.

Di; preußische Regierung: Hirsch, Strobel, Braun, Eugen Ernst. Häni'ch, Adolf Hofsmann.

IV. T.-B. Drrlin, 13. Nov. Bekanntmachung. Nach­dem wir heut; im Namen des Vollzugsrates des Ärbeiter- und Soldatenrats die Staatsleituna in Preußen über­nommen haben, b'rdcrn wir sämtliche preußischen Be- borden und Beaniten auf, ihre amtliche Tätiakeit sortzuieven, um auch ihrerseits im Interrsse des Vaterlandes zur Aufrechterhaltung der Zickel heit und Ordnung bei'iit'aaen, wogegen ihnen ihre gesetz­lichen Anspruch; unrerkürzt verbleiben soll.m.

Die preußische Regierung: Hirsch, Ströb-ll, Braun, Eugen Ernst, Hönisch Adels Hoftmann.

Vernünftige «nd entschieden« Stellung der Berliner

Garnison a»aen eine befand;re rote Garde!

W.T.-B. Berlin, 13. Nov. (Drahtbericht.) Der Doll- zugSrat der Arbeiter- und Soldatenräte berief für heut» mittag eine Soldatenversammlung. der die Vertreter sämt­licher Truppenteile Groß-Berlin- und die Döberiher Flieger­adteilung de- 1. Armeekorps Königsberg beiwohnten. Die Tagesordnung lautete:Funktionen der Soldatenräte." Im Mittelpunkt der Besprechung stand jedoch ein heute veröffent. lichter Erlaß des DollzüaSroteS des Arbeiter- und Soldatenrate» an die Arbeiter und Varteigenossen Groß- Berlin». worin er 2000 Sozialisten, geschulte, politisch ocgrni- sierte Genoffen und Arbeiter mit militärischer Aus­bildung auffordert, sich zum Schutze der Revolution zur Ver- fügnng zu stellen. Al? das Mitglied des Vollzugsausschusses, Zivilist Oskar Busch, über die Zusammensetzung de» Arbeiter, und SoldatenrateS sprach, ertönten laute Zurufe:Warum werden 2 000 Rotgardisten in Berlin gebraucht?' Redner erklärte: .Zum Niederschlagen der Gegenrevo- l u t i o n brauchen wir Männer, die unser Vertrauen im höchsten Maße besitzen." Diese Erklärung rief stärksten Wider, spruch hervor. Die folgenden Redner veranlaßten unter leb­haftem Beifall die sofortige Zurücknahme dcS Aufrufs. Einstimmig wurde schließlich foiaendec Antrag angenommen: Die durch ihre gewählten Soldatenräte vertretene Garnison Groß-Verl,n wird die Bewaffnung der Arbeiter so lange mit Mißtrauen besucht»!,, als dir Regierung, zu deren Schutz sie dienen soll, sich nicht anSvcücklich zur Einberufung der Nationalversammlung a!s der allgemeinen Grundlage der zu gebenden Vcrfaffung erklärt." Weiter wurde beschlossen, daß die Bildung von gesonderten Rot­gardisten von dem Arb stier- und S»ld itenrat sofort öffentlich zurückgenommen werde und daß die Waffen dieser 2000 Mann sofort an einem bestimmten Punkt "njedergelegt werden muffen. Mebrere Soldaten wurden zum Vollzugsrat abgesandt, um chm diesen Beschluß mitzuteilen.

Ausruse der Konservativen »nd der Zentrums­parte'.

Br. Berlin, 54. Nov (Eig Drahtbericht.) Die Zen trumepartei erkäßr einen Ävkruf an ihre Parteifreunde, in dem sie diese auffordert« für Ruh», Sicherheit und Ord­nung im Lande zu acbchte r und sich für die kommenden Wahlen vorzubereiten. Für >i- konservative Partei, l e i t u n g erläßt Herr v. Heydebrand einen Aufruf, in dem er die Parteiangehörigen bittet alles zu tun, was in ihren Kräften steht, um die auf Erhaltung von Ruhe, Ordnung und Sichecheit de« Leben» und d.-s Privateigentum» gerichteten Bestrebungen der aege^. eichen Regierung zu unterstützen.

Die Tagung des ZeutralauSschnsseS der Vülkspartci verboten.

Berlin, 12. Nov. Die kür den 13 November anberaumte Sitzung de« Zen teil rusi.hu ffeS de» Fortschrittlichen Volkc- sartei ist vorläufig verboten worden.

Pädagogische Berater im preußischen Unterrichtsministerium.

IV. T.-B. Berlin, 13. Rav. (Drahtbericht.) Folgende Herren sind zu pädagogischen Beratern für da» Unterrichts­ministerium ernannt: Dr. M. H Bo ege. Dozent Dr. Blankenberg, Oberlehrer Fr. Kuhnert, Volksschul» ich rer Dr. Gustav Dyneken, Schuldirektor Adolf Hof. n a n n und Konrad H e n i s ch.

Leine Privattelegramme mehr nach dem Weste«.

W. T.-B. Berlin. 18. Nov. (Drahtbericht.) Privott-lr- zramme nach der 28estfront werden nicht mehr angenommen, »ach der Ostfront nur noch so weit und so lang« möglich, verhaftete Offiziere in Leipzig.

W. T.-B. Leipzig, 18. Nov. (Drahtbericht.) Wie wir au» sermsen dc< Arbeiter- und Soldatenrats erfahren, wurde Oberst P i n i a u. Oberstleutnant greife, der Chef de» !?- Armeekorps, sowie 10 andere höhere Offiziere ang«. «A» de» widersetzlichen Dienstes des Offizierkorps gestern auf Befehl des Arbeiter» und SoldatenratS vechaftet.

Dv. August Müller aus seinem neuen Posten.

Br. Berlin, 13. Nov. (Eig. Drahtbericht.) Wie derL.-A." um gut unterrichteter Seite hört, nimmt cm Stelle des zurück- betretenen Staatssekretärs v. Stein der bisherige Unter- faatssekretör dcs Reichswirtschaftsamts Dr. August Müller di« Leitung de» Amts ein.

die Epartakus-Gruppe als selbstündige politische Partei!

- ® rr ^ n > IS. Nov. Die SpartokuS-Gruvpe,

ue bisher der unabhängigen 'oziald-inakrurischen Partei »ngeharte, beabsichtigt sich in einer öffentlichen Ver> amnilung, die am Donnerstag, d?n 14 November, roends, in den Sophiensälon in Berlin stattfindet, als elbstandige politische Partei zu konstitui.>ren. Vermut- .che werden als Redner Karl Liebknecht und Rosa Lurem- »urg auftr.'ten.

Auch schweizerische Hillszusag«.

Br. Berlin. 14. Nov. (Eig. Drahtbericht.) Die fchweize- nsche Regierung hat, wie man unS mitteilt, sich bereit erklärt, «ach besten Kräften Deutschlands Volksernährung sicher»»-

bellen und der deutsche« «olkSregierung zu diesem Zweck jede

Unterstützung angedeihen zu lassen. Sie setzt dabei voraus, daß die gegenwärtige Regierung nicht von einem Regime der Anarchie abgelr.fi wird.

Tod zweier Rcichdtagtzabgeordneter.

Br. Berlin, 14. Rav. (Elg. Drahtbericht.) Die Reichs- tagsabgeordncten Frhr. v. E a m p und Graf v. Galen find

an der Grippe gestorben.

Der Einmarsch der Rumänen in die Bukowina!

IV. T.-B. Bukarest, 10. Nov. (Funkspruch.) Der Ein­marsch rumänischer Truppen in die Bukowina soll den neuesten Nachrichten zufolge der Anlaß gewesen sein zum Rücktritt von Margbiloman. Wegen de; Überschreitung der Karpathengrenze ohne Z-lsti.nm'mg der Entente sollen in Jassy die Entente-Gesandten beim Kon'q vorstellig geworden sein. Da der König erklärt habe, der Eiumarsco sei erfolgt ohne fern Wiffen, und da er nicht für daS Vorgeben der Regierung ein­getreten sei, habe das Ministerium zurücktreten muffen. Marghiloman soll zugegeben haben, daß er auf ausdrücklichen Wunsch des König» demissioniert habe.

Internierung deutscher veueralkonsuln in Rußland.

Br. Berlin, 14. Ncv (Eig. Drahtbericht.) Die politisch, parlamentarischen Nachrichten teilen mit, daß da» Persona! der deutschen Generalkonsul rte in Moskau und BererSburq interniert wurde. Es ist ni.ht sicher, von wem diese Maßregel auSgcht. In Petersburg ist dr» deutsche Generalkonsulat in den Händen eines revolutionäcen Komitees, das seine Fest« nabme mit Hilfe von Roten Grrdistei vorgenommen hat und über dessen Zusammensetzung man kerne näheren Nachrichten hat. Die deutsche Regierung hrt rin Ersuchen um Aufklärung an die ruffisch« Regierung gerichtet. Sobald über das Schicksal ter deutschen Generalkonsul ite entschieden ist, wird sich dir deutsche Regierung mit der Fr ne de; deutschen Botschaft be­fassen, die sich noch in Minsk a.rfhält.

Die Stratzenkämpfe kn Lemberg.

W.T.-B. Krakau, 14. Nov. (Drahtbericht. Bericht de» polnischen Oberkommandos) In L e m b e r g ist am 10. Nov. ein Teil des Hauptpostamtes, da» durch Ukrainer beseht war. von uns genommen worden. Ukrainische Artillerie belegte die Stadt mit Granaten. Stuke ukrainische Patrouillen wurden von unseren Posten vertrieben - Bericht vom 11. Nov.: An­griffe des Gegners aut die Mirzkiewiczgaffe und gegen die Eisenbahndirektion wurden akmewiesen. wobei der Feind be­deutende Verluste erlitt. Unsere Patrouillen haben die Ent­waffnung fortgesetzt.

anderen, gleichviel welchen Alters und Berufs, gleichviel auch, ob ihr Bezirkskcmmando in dem zu besetzenden oder nicht zu besetzenden Gebiet liegt, sind, so weit sie nicht bitten, wegen Arbeitslosigkeit usw. noch weiter im Heeresdienst bleiben zu dürfen, umgehend zu ihren Bczirkskommando« zu entlassen. Wer noch im Dienst bleiben will, ist nach Möglichkeit feinem zuständigen, wenn dieser nicht bekannt ist, einem Er­satztruppenteil der betreffenden Garnison zu überweisen. Den zu ihren BezirkskommandoS zu entlaffeninn Militärpersonen ist ein Ausweis mitzugeben, ans dem hervovgeht, daß sie aus Befehl des Generalkommandos entlaffen worden sind.

Der Abschub hat nach vorheriger Anfrage bei der zustän­digen Linienkommandantur nach Transportmöglichkeiten in möglichst geschlossenen Abteilungen von in derselben Richtung

t ahrenden zu erfolgen. Die Trupps sind unter Führung »er- ändiger älterer Leute zur Bahn zu bringen.

Es ist aufs schärfste daraus zu achten, daß vor jedem Weitertransport, bandele eS sich um einzelne Äute oder Ab­teilungen. alle Waffen und Munition abgenom­men werden.

III. Um einen Überblick über den Gang der Demobil­machung und das Zurückkommen der Truppen zu gewinnen, melden an jedem ungeraden Tag telegraphisch an Nj» Gene­ralkommando: 1. Die GarniscnkommandoS wie viel Offiziere und Mannschaften nach außerhalb deS Korpsbezirks liegenden BezirkskommandoS in dem betreffenden Zeitraum äbg?schoben wurden; 2. die Ersatztruppenteile: a) wie viel Offiziere und Mannschaften in dem betreffenden Zeitraum entlaffen und k) wie viel Angehörige fremder Truppenteile bei ihnen ei», gestellt wurden.

Im Auftrag des Arbeiter- und SoldatenratS.

DaS stellb. Generalkommando des 8. Armeekorps: gez. Studnitz, Generalmajor. r

Die Bewegung in Wiesbaden. I

Der Arbeiter- und Soldaten rat hat in seiner heutige« Sitzung er tritt jeden Tag vormittags 9 Uhr zu einer solchen beschlossen, die für die Fliegergefahr erlassenen iSvorschriften alk üderstüssig auf- > u h e b e n. AvS den sonstigen Beratungen ist hervorzuheben. xiß in der allernächsten Zeit Entlassungen von Mannschaften m großem Umfang stattfinden werden, eine Mitteilung, di« m vielen Familien, deren Ernährer im Heeresdienst steht, gewiß mit großer Freude begrüßt werden wird. Der Arbeiter- und Doldatenrat erläßt im Anzeigen«

f sammen erdunkeluni

teil der vorliegenden Ausgabe eine Bekanntmachung, auf die hiermit hingewiefen sei. In dem Bericht über die Volks

Wiesbadener Nachrichten.

Rückmarsch und Entlassung.

Verfügung der stell». Generalkommandos des 18. Armeekorps.

Trotz der Absperrung der Rheinbrücken muß nach den kurzen Erfahrungen der vergangenen Tage damit gerechnet werden, daß sich in kürzester Zeit in den großen Städten des Westen» bedeutende Massen einzeln von der Front zurück­kehrender Militärpersonen zusammenhallen werden Die» um so mehr, wenn diese Städte wie Frai.kfurt, Wiesbaden und Mainz an den großen nach Osten führenden Verkehrsadern liegen.

Die Folgen, sind ahne weiteres klar. OrbnungSlofe, un- gefaßte Massen, bewaffnet, oh»« Arbeit, ohne auSceichende Lebensmittel, womöglich ohne hinreichendes Obdach, Eindrin­gen in die Privctwobnungen, Raub und Plünderungen. Hungersnot und namenloses Elend de» gesamten WeftonS wäre d'e unausbleibliche Folge

DaS muß alle» vermiede« werden, über Bereitstellung von Unterkunst und Verpflegung er­gehen noch besondere Bestimmungen.

Es kommt aber daraut an, die Maffen von den großen an- ziehungskräftigen Städten zum Adfluten zu bringen und in biefen Städten nur se viel Mannschaften unter den Waffen iu halten, als zur Erledigung de» Sicherheitsdienste- und zur üurchfübrung der Demobilmachung nötig find.

Dazu wrrd folgendes bestimmt:

l. Bei den Truppen des Korpsbetzirks sind z« ent- lassen:

1. Angehörige des Landsturms 2. Aufgebots; 3. die An- gehörigen folgender Arbeitsklassen: ,) Eisenbahn einschließ­lich Privat- und Kleinbahnen, d) SchiffahrtSwesen (so

ndgcbung auf dem Mcncktplotz am Montag war bemerkt, daß sich in der Riiffenversammlung auch die Herren RegierunaS' Präsident v. Meister und OberregierungSrat Dpringorum be­funden hätten. Zur Vermeidung unrichtiger Auslegung sei nock mitaeieilt. daß es sich bei den genannten Herren nur um zufällioes Passieren de» Platze» gehandelt hat. AuS Berlin liegt d<'S folgende Telegramm vor: XV. T.-B. Per- l t n, 13. Nov. Di« preußische Regierung (gez. Hirsch, Strobel) hat an alle Oberpräsidenten und Regierungspräsidenten fick- I.gende» Telegramm gerichtet: In einer Reche von Stadtge- I meinden sind di« Stadtverordneten-Versamm- kur.gen und Deputationen aufgehoben und an ihre Stelle für die gesamte Gemeindeverwaltung di« zur Durchführung ver Revolution gebildeten Organe gesetzt worden. Eik> derartiges Vorgehen widerspricht den grundlegenden Er­lassen der neuen Zentralrrgane in Reich und Staat. ES ge­fährdet aufS höckfft« den ruhigen Fortgang der Volk«- e r n S h r u n g, die Unterstützung bedürftiger Familien, der Krankenfürsorge und aller sonstigen kommunalen Aufgaben Selbswerständlich können grundlegende Änderungen in der Organisation einzelner Gemeindevevweltungen nur infolge eines einheitlichen gesetzgeberischen Bor geben« erfolgen. Nachdem gestern der Rat der VolkSbeous- tvayten ein bestimmtes Prcgrannn für die Wahlen zu den öfstntlichen Körpertchasten vorgesehen hat. bleibt biß zu dessen Durchführung die Orglmisatirn in allen Stadtgemeinden und sonstigen Kommunakverbänden bestehen.

MrinbelenchtuugSmittel. Da» Petroleum««» göbt im Anzeigenteil bekannt, daß das Feld C der Petroleumkarte vom

IS. «iS zum 27. d. M. in Gültigkeit gefetzt wird. Zur Vertei­lung gelangen Petroleum und Kerzen. Die Anlieferung der letzteren ist trotz verschiedener Anmahnungen noch nicht erfolgt.

r- - l |U weit «3

sich N'cht um Angehörige des EchiffS^Lrsatzbataillons handelt). <r) öffentlicher Verkehr (Straßenbahn usw.), ä) öffentlichec Sicherheitsdienst, e) Bergbau- und Hüttenwesen, s) Elektrizi- !S-, Gas- und Wasserwerke, g) Beamte der wirtschaftlichen Organisationen, der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände (Gewerkschaften und dergleichen) und die ArbeitSnarhweiS- bean'.ten, k> Landwirte.

Ausgenommen von der Entlassung sind: 1. Die Mannschaften der vorgenannten Art. die ihre Entlassung aus­drücklich nicht wünschen, obne Rücksicht auf ihr Alter; 2. sämt­liche Mannschaften der Jahrgänge 1808 und 1890 ; 3. diejeni­gen StaatseifenbaHner. die sich im Dienstbereich des Fech und der Inspektion der Eisenbahntruppen befinden. Sie verbleiben bi» auf weiteres zur Verfüguna des Fech in ihrer derzeitigen Tätigkeit: 4. alle diejenigen, die mit einer Geschlechtskvankhe.it üc'haftet sind.

Sämtliche Enflassunyen hqben trotz der durch die Not ge­botenen Eile streng noch den Grundsätzen der Demdbil- machungSinftruiktion zu erfolgen. Lassen sich die VersorgungS. anfprüche innerhchb von 3 Taae-rr nicht klären, fv ist vor der Anerkenntnis der Stammrolle m diese ein Vermerk aufzuneh. men, daß die Betreffenden ihr« VersorgunaSansprüche nicht ausgeben. Auf daS über Meldepflichten, EntlossungSanzüge ufw. Gesagte wird besonders hingewiefcn. Bei S b sch u b der Offiziere und Mannschaften zu ihren DszirkSkom- mandoö oder Ersatztruppenteilen sind ihnen alle zuständigen Marsch- und VenpflegunaSaebührnisse cmSzuhändigen.

Diese EntlaffiingSmatznabmen werden in den Städten söbon etwa» Luft lckatsen. Dies wird aber nicht genügen kür alles, was von der Front nachdröngt, Raum zu schaffen.

ll. Deshalb müssen auch alle einzeln von der Front und der Heimat in einer Garnison des Korpsbezirks eintreffen- drn Militärversonen, die keinem Erfaptruppenteil de» Korps angehören. unbedingt so rasch al« möglich abge- schoben n-erdeii. Mit dieser Aufgabe und allem, war damit ziesammenihängt, werden hiermit ausdrücklich die Garnifon- kommandoS lGouv.-Kommandanturen) betraut. Dazu haben diese zunächst im Einvernehmen mit den zuständigen Arbeiter- und Soldatenräten sinngemäß gleichlautende Bekannt

Da seit einiger Zeit die Zufuhren von Petroleum au» und über Oslerreich-Ungarn wegen der dortigen politischen Ereig. nisse swcken und deshalb mit einer weiteren starken Einschrän- kung der Petroleumzuteilung im nächstcn Monat gerechnet werden mutz, werden die Derbvaucher zur äußersten Sparsam­keit ermahnt.

Die Frage der Wehrpflichtigen In den von dem Feind u besetzenden Gebieten wird auch in unserer Stadt, a diese bekanntlich in die DesetzungSzone fällt, begreiflicher­weise sehr eifrig diskutiert. Ängstliche Gemüter haben sich so­gar schon in feindlicken Internierungslagern gesehen, andere nahmen an, und diese Annahme schien ja nicht unbegründet, daß unsere Heeresverwaltung die Wehrpflichtigen, namentlich die zeitwei'lig vom Heeresdienst Befreiten aus dem besetzten Gebiet zurückniehen könnte. Beide Befürchtungen dürften u n- begründet sein, und diese Vermutung wird bestärkt durch ein Wolff-Telegramm au? Berlin, das wie folgt lautet: ..Aus linkSrbeinsichen Landesteilen wird gemeldet, daß die Bevölke-

- w» Verfügung w^uiuj uMurumn

machen, daß Verpflegung oder BervflogungsauSweise für alle Militärpersonen nur b-i den Erfatztruppenteiten oder für die sofort Abgnfchirbenden bei einer vom Gornffonkommando eigonS dar» einzurichienden Stelle auSgegeben werden

Van den sich meldenden Leute» find diejenigen, deren Er- fcfctruwwMte« nr «orp-beziek Lagt, diese« *u«u{ufcen. Alle

rung durch Gerüchte beunruhigt wird, wonach die Alliierten be» absichtigen. bei der Besetzung dieser Gebiet« die wehr­pflichtige deutsche Bevölkerung zu internieren. Demgegen- über se: feftgestellt, daß diese Befürchtungen gänzlich haltlos sind. Auf seiten der Entente bestehen für wich« ' t die geringsten Gründe." Darnach scheint e» deutsche HeereSvevwoltung von den Absichten Feinde in dieser Hinsicht unterrichtet sei. Eine solche Maß­nahme des Feindes im Zustand des Waffenstillstands darf auch als völkerrechtswidrig nicht wohl erwartet werden. Unsere Heeresverwaltung aber hat dann an dem Abschub diese» Teil» der Bevölkerung kein Interesse, um so weniger, als dadurch di« Transport- und Ernährungsschwierigkeiten nur vermehrt werden würden. Jedenfalls ist die Frage noch nicht ge- klärt und eS empfiehlt sich, di« Maßnahmen unserer Heeres­verwaltung in dieser Hinsicht ruhig ah zuwarten.

Fortschrittliche VolkSpartel. Bei der letzten Zusammen- kunst der Parteisteiu.de am Dienstagabend im .Roten Hau«" wurde der allgemeine Wunsch geäußert, zu den w-cktigen poli­tischen Fragen der Gcaenwart in einer öffentlichenVer- s a m m l u n y Stellung «r nehmen. Der Parteivorftand bat d-efem Wunsch swttg-geben und beschlossen, eine solche Ver- sammlung am nächsten Sonntag, vormittags 11 Uhr, in dem großen SaÄ derTurngefcllschaft", Schwalbacher Straße 8, abzuhalten.

Ein Liebrsdrama scheint sich DienStagnachmittag im Wald bei der Station ChausseedauS abgespielt zu haben. Bo« unserer S>rnitätSwach« wurde dort ein Forstangestellter Joseph Basten auS Geilcrikirchcn, im RegrevurrgSbezirk Aachen, mit einer Schußwunde abgchalt, die er sich in der Absicht, sich das Leben zu nehmeu. selbst hergebracht hatte. Der Mann wurde dem hiesigen städtischen ÄrankenhawS Migcsühvt. Ein junges Maschen lag erschosst« %abett ihm.