Einzelbild herunterladen
 

Verlag Langgasse 21

„T-rgdlatthau,-.

Schalterhalle ctcSffnet von 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends.

Postscheckkonto: Frankfurt M. Rr. 7405.

Wöchentlich

Bezug»-Preis filr beide Au»gab«n: Mk. 1.40 monatlich, Mk. 4.20 vierteljährlich durch den Verlag Langgasse 21, ohne Bringerlohn, Mk. 5.25 vierteljährlich durch alle deutschen Postanstalten, aus- lchlietzlich Bestellgeld. — Bqug»-Bestell»ngen nehmen außerdem entgegen: in Wiesbaden die Zwetgftelle Bismarckring 19, sowie die Ausgabestellen in allen Teilen der Stadt; in Biebrich: die dortigen Aus­gabestellen und m den benachbarten Landorten und im Rheingau die betreffenden Tagblatt-Träger.

12 Ausgaben.

Fernruf:

„Tagblatthaus" Rr. 6050-53.

Von 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends, außer GonntagL. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. Rr. 7405.

Anzeigen-Preis für die Zeile: 25 Pfg. für örtliche Anzeigen; 35 Pfg. für auswärtige Anzeigen; 1.25 Mk. für örtliche Reklamen; 2.50 Mk. für auswärtige Reklamen. — Bei wiederholter Aufnahme unver. ändertet Anzeigen in kurzen Zwischenräumen entsprechender Nachlaß. — Anzeige»-Aimah»e: SVfir die Abend-Ausgabe bis 12 Uhr mittags; für die Morgen-Ausgabe bis S Uhr nachmittags. — Für die Aufnahme von Anzeigen an vorgeschriebenen Tagen und Plätzen wird keine Gewähr übernommen.

Berliner Abteilung des Wiesbadener Tagblatts: Berlin W. 57, An der AposteMrche 7,1. Fernsprecher: Amt Lützow 6202 und 6203.

Donnerstag, 7. November 1918.

Abend-Ausgabe.

Nr. 522. • 66. Jahrgang.

Die emftejte PW der inneren gront.

'33 o n unserer Berliner Abteilung.)

G- Berlin, 7. Nov. (Eig. Drahtbericht. zb.) Die Vorgänge, welche sich in Kiel, Hamburg und Lübeck und anderen Städten abspielten, haben fraglos in Berlin außerordentlichen Eindruck gemacht und bilden das Tagesgespräch. Durch die in der Haupt» stadt eingetroffenen Zeitungen sowie durch Matrosen, welche inzwischen hier eingetroffen sind, find weiteste Kreise über die Vorgänge unterrichtet und es muß unbedingt anerkannt werden, daß das ruhige und maßvolle Verhalten der Arbeiter und Soldaten, die vor allem Ordnung in ihren Reihen halten, den besten Eindruck gemacht hat. Dieser Eindruck wurde noch dadurch verstärkt, daß es nur in verschwin­dend geringen Fällen zum Blutvergießen gekommen ist. Man sieht daraus, daß die besonnenen Elemente die Zügel der Bewegung fest in der Hand halten und imstande sind, Ausschreitungen größerer Art, die das Privateigentum schädigen können, zu verhüten. Fraglos aber scheint der jetzige Augenblick zu derartigen Vor­gängen recht wenig geeignet, da unsere Frie­densunterhändler wohl morgen bereits mit General Foch sprechen werden und durch solche Vor­gänge die Lage außerordentlich erschwert wird. Die Einigkeit des deutschen Volkes und die g e- schlossene innere Front, die wir während der vier schweren Kriegsjahre zu wahren gewußt haben, hat aus unsere Feinde fraglos immer einen großen Eindruck gemacht und hat auch wohl mit dazu beigetragen, den Abschluß des Waffenstillstandes zu beschleunigen. Es erscheint aber unter den gegenwärtigen Umständen, namentlich wenn sich erst die Propaganda der Vorgänge an der Wasserkante annimmt, fraglich, ob nicht nnsere Gegner unter diesem Eindruck den Zeitpunkt doch für günstig halten, Deutschland gänzlichen z e r > ch m e t» lern, da es ja den Anschein habe, als ob tmr im Be­griff seien, uns inner lichselb st zuzerfleischen. Weiter muß aber auch betont werden, daß es durchaus im Bereich der Möglichkeit ist, daß unsere Gegner erklären, die inneren Unruhen in Deutschland machen eS der eigenen politischen Sicherheit wegen erfor­derlich, weitere Landesteile 'zu besetzen. Solche Folgeerscheinungen, die natürlich keineswegs in der Absicht der Matrosen und Arbeiter liegen könilen, würden für den baldigen Abschluß des Frie­dens geradezu katastrophal sein. Die Note, die uns Wilson durch Vermittlung der Schweiz geschickt hat, beweist, daß er im wesentlichen in Versailles seine An­sichten durchgesetzt hat und daß nur bezüglich der Frei­heit der Meere Gegensätze zwischen Wilson und den Verbündeten bestehen. Präsident Wilson hat sicher ei-e schwere Stellung mit seiner Ansicht in Versailles gehabt und die Tatsache, daß er auf seinen 14 Punkten be­standen hat, zeigt, daß er bereit ist, als ehrlicher Unterhändler auch weiter zu wirken. Die Punkte, die sich mit der Frage des S ch a d e n e r s a tz e s be­schäftigen, haben allerdings eine außerordentliche Erweiterung erfahren, da man nunmehr den durch die Tauchboote geschaffenen Schaden mit hinein- bezieben will, sowie die Wiederherstellung Frank­reichs, während Wilson eigentlich nur in seinen Punk- ten von Belgien gesprochen hat. Hierbei ist aber zu bedenken, daß ein großer Teil des Schadens, nament- sich in Flandern nickst durch uns, sondern durch die feindliche Beschießung entstanden ist und schließlich werden w i r nnsererfeits auch zivile Kriegsschäden anznmelden haben. Vor allem m> ß ober betont werden, daß wir seit 191R versuchen, dem Krieg ein Ende zu masten, wie wir seit diesem Zeit- vnnkt stets nnsere Bereitschaft znm Friedensschluß er­klärt baben «nd die V e r a n t w a r t n n g auf die Weiterfn bruna des Kriegs nrcht auf uns, sondern out unsere Geaner fällt, di? damit moralisch wie auch tatsächlich für die Schäden v"rontwor>lich sind. Mas ten U-Bootskrieg anbetrifft, so haben wir diesen letz­ten Endes nur geführt als Abwehrkrieg gegen die o ö lke r rechtswidrige Lebensmittelsverre Englands, ganz abgesehen von den Schäden, die uns von der Beschlagnahme unserer Schiffe ent. standen sind. Wir werden in die Verhandlunaen mit den Feinden eintreten und werden auf dem Boden ter Wilsonscsten Punkte verhandeln, aber unsere Unterhänd­ler brauchen für die Zeit ein starkes deutsches Volk hinter sich, um ihrerseits so aufsrsten zu können, wie es der Würde des Deutschen Reiches entspricht. Schon deshalb muß für Ruhe und Ordnung wäh­rend dieser Zeit gesorgt inerten. Wie wir unser Haus im Innern weiter bauen, das wird die brennendste Frage nach dem Abschluß des Friedens sein, bei dem ichließlich die Feldgrauen draußen dann auch mitzureden haben.

Die deutsche Wassenstillstandskommrssion.

Berlin, 6. Nov. Di- Kommission, welche sich heute zu den Waffenstillstandsverhandlungen nach dem Westen begeben hat, seht sich aus folgenden Herren zusammen: Staatssekretär Erzberger, General v. Gündell, Graf Obern­dorfs, General v. Winterfeldt und Kapitän Wanseloe.

Die Ansichten über die neue Wilson-Note.

Berlin, 7. Nov. Damit, das unsere Feinde den allgemeinen Wilsonscben Anschauungen beitraten, ist die Basis für die Friedens verband! ungen in der Hauptsache, so schreibt die „©ttmania", gegeben wie wir sie uns gedacht batten, und ez scheint um so mehr ein Berschen Wilsens zu sein, als er nicht als unser Freund und auch nicht als Neutraler gehandelt hat.

Die „Morgenpost" sagt: Untere Regierung betrachtet die neueste Wilsonschc Note als geeignete Grundlage für die Durch­führung des WasfensliUstandes und den Beginn der Fri-densver- Handlungen. Was vir empfinden, das zu sagen ertaste man uns. Wir haben den Krieg verloren und müssen stark genug sein, die Folgen zu tragen Bald werden wir klar sehen, was ver­wüstet ist und was es wieder eufzubauen gibt. Die Kräfte, die uns noch verbleiben, müssen wir znm Ausbau zusammennehmen. Diese durch Unrube, Putsche und Kämpfe im Innern zu zer- splittern, hieße zum Unglück des Volkes noch das Verbrechen hinznzufügcn.

Die „Täglich« Rundschau" sagt- Jene neue Note Wilsons ver­nichtet einige der Illusionen, mit denen bei uns sein Friedenswerk begleitet wird.

Im „Berl. Tageblatt" best man: Wilson hat durch oie Ver­

mittlung des Obersten House eine Einigung aus der von rhm immer geforderten Basis erreicht Die Vertreter der schärferen Rich­tung in der Entente baten ans ihre weitgehenden Ansprüche und Hofsnl'ngen Verzicht leisten nnistcn. Dieser unbestreitbare Erfolg Wilsens laßt die Möglichlest zu, daß bei den Friedens- Verhandlungen nicht völlig von dem abgewichen wird, was man einen Rechtsfriedcn i,innen kann. Die Ententeforderung, die Bedingungen tei FrL entgegcnzunebmen, will natürlich zeigen, daß Deutschland im Kriege unterlegen ist. Das deutsche Volk braucht es nicht als eine Schwäche zu empfinden, wenn es nach so viel Taten und Entbehrungen, wäbrcnd seine Front noch heldenhaft Widerstand leistet, auf die Fcrtsetzung eines Kampfes, den es gegen die Welt führen muß, in rutiger vberlegung verzichtet und sich ferne Kräfte für neue Arbeit in einem freien Staats- Wesen erhalten will. ,. „

In der .„Krcuzzeitung" heißt es: Es ist theoretisch mög­lich, daß die Friede,^Verhandlungen in Angriff genommen wer­den, ohne daß es gelingen könnte, einen Waffenstillstand abzuschließen. Unser Heer nnd seine Führer stehen vor einem Schritt, der ihre Obre ebenso betrifft wie die Zukunft Deutsch­lands. Wir sind ohne Hoffnung, daß die Wassenstillstandsbedingungen unserer militärischen Lage Rechnung tragen werden.

Zur Frage der Kriegsentschädigung.

Br. Genf, 7. Nov. Mg. Drachtberickit. ch.) Die „Morning Post" erfährt, daß die Alliierten Deutschland den Vorschlag ma-sten werden, es möge einen Teil der Kriegsentschädigungen in Naturalien entrichten. Die Kohlenbergwerke in Westfalen und der Rheinpromnz sollten ihre Produkte nach Italien schicken. Eine militärische Besetzung feind­licher Gebiete soll die Ausführung der militärischen Verpflich­tungen garantieren. _ V-

Die Vorgänge in Kiel und Hamburg.

W. T.-B. Berlin, 6. Nov., abends Über die Lage in Kiel erfahren wir von zuständiger Stelle folgendes: Der mili­tärische Schutz der Ostsee durch die Marine ist lückenlos hergestellt Alle auslaufenden Kriegsschiffe sübren die Kriegsflaqge Tie Bewegung unter den Matrosen und Arbeitern ist in ruhigere rttahnen zurück­gekehrt. Die Mannschaften dch Marine bemühen sich, Ocd- nungswidrigkeiten entgegenzutreten. Es folgt all­mähliche allgemeine Abgabe der Waffen. Privat­häuser und Geschäfte blieben ebenso wie Lazarette und Kran­kenhäuser unbehelligt. D'e Banken sind fast alle in Betri-b. Die Verpflegung in den Kasernen und auf den Schiffen wird in der bisher gewohnten Weise durchgesührt Die Lebensmittelversorgung der Zivilbevölkerung ist bisher nicht gestört Die Betriebe-sind noch im Ausstand. Die Bevölkerung ist ruhig.

Auch Hamburg und Lübeck ausstSndla.

W. T.-B. Berlin, 6. Nov. In H imburg sind die Betriebe ausständig. Es ist zu Diszipl-.nlofigkeiten und gewaltsamen Übergriffen gekommen. Gleiches wird aus Lübeck gemeldet. Abgesehen von Ausschreitungen in einigen Werken ist Privat­eigentum nicht beschädigt oder angetastet worden. Die Be­völkerung ist nicht gefährdet.

Die Regierunqsvermittler in Hamburg.

Sr. Berlin, 7. Nov. iEig. Drahtbericht, zb.) Nach Ham­burg sind als Kommission der Negierung der sozialdemo­kratische Reichstagsabgeordnete S t o l t e n und ein zweiter Abgeordneter gereist. Auch der in Hamburg weilende fort­schrittliche Abgeordnete G l u n ck hat Vollmachten erhalten.

Ruhe in Berlin.

B. A. Berlin, 7. Nov. (Eig. Drahtbericht. zb.) Am gestri­gen Tag ist es nicht zu Kundgebungen gekommen; nur im Nordosten der Stadt in der Gegend des Fri-edrichshain und in Neukölln, waren kleine Trupps Arbeitsloser zu bemerken, die die Arbeitermarseillaise sangen, die Stratzenpasiantcn aber ungestört ließen. Am Gewerkschaftshaus war es vollständig ruhig.

Eine ernste Mahnung des Nekchskanz'ers.

W. T.-B. Berlin, 6. Nov. (Amtlich.) Der Reichskanzler erläßt folgenden Aufruf an das deutsche Bolk:

Präsident Wil'vn hat heure aus die deutsche Note geant­wortet und mitgeteilt, daß seine Verbündeten den 14 Punkten, in denen er seine Frieüensbedingungen im Januar d. I. zusammengefaßt hatte, mit Ausnahme der Frei­

heit der Meere zugestimmt baben, und daß die Waffen- stillstandsbcdingunqen durch Murschall Fach mitgeteilt werden. Damit ist die Voraussetzung ftir die Friedens- und Waffen­stillstandsverhandlungen gleichzeitig geschaffen. Um dem Blut­vergießen ein Ende zu machen, ist die deutsche Abord­nung zum Abschluß des Waffenstillstandes und zur Aus­nahme der FriedenSverbandlungen heute ernannt worden und nach dem Westen abgereist.

Die Verhandlungen werden durch Unruhen und disziplinloses Verhalten in ihrem erfolgreichen Verlauf ernstlich gefährdet.

Über vier Jahre hat das deutsche Volk in Einigkeit und Ruhe die schwersten Leiden und Opfer des Krieges ge­tragen. Wenn in der entscheidenden Stunde, in der nur die unbedingte Einigkeit des ganzen deutschen Volkes die großen Gefahren für sein? Zukunft abwenden kann, die inneren Kräfte vertagen. st> sind die Folgen nicht abzuseben. Die Aufrechter Haltung der bisherigen O r d - nung in freiwilliger Manneszucht ist in dieser Entscheidungsstunde die unerläßliche Forderung, die jede Volksregierung stellen muß.

Mag jeder Staatsbürger sich der hohen Verantwortung bewußt sein, die er in Erfüllung dieser Pflicht seinem Bolkq gegenüber trägt.

Der Reichskanzler: Max, Prinz von Baden.

Ein Bolschewiki-Nest ausgehoben.

Br. Esten, 7. Nov. (Eig. Drahtbericht. zb.) In Düssel­dorf ist ein.bolschewistisches Nest >ausgehoben worden. Ein Herr Jwanosf und eine Frau Wolkelustein, angeblich aus Galizien, hatten eine größere Wohnung gemietet, um angeblich eine russische Tel eg r a p h e nag e n t u r zu betreiben. Es banbelt sich ober zweifellcs um eine Stelle für bolschowisftsche Propaganda. Das Nest ist gestern von der Polizei ausgehobe» worden. Es steht fest, daß von dieser Stelle aus die aus- wiogÄNden Flugblätter ausgehen, die in den letzten Tagen in Essen Verbreiter worden sind.

Ein Aufruf des bayrischen Kriegsministers.

W. T.-B. München. 7. Nov. i Drahtbericht.) Der Kriegs­minister erläßt folgenden Aufruf' Die Waffenstillstaudsbe­dingungen, die unseren bisherigen österreichischen Verbün­deten auferlegt wurden, eröffnen dem Feind die Möglichkeit, unsere Süd- und Ostgrenzen zu bedrohen. Das bayerische Volk, das in diesem Krieg einen bewundernswerten Opfermut zeigte, kann auch dieser Möglichkeit zuversicht- l i ch entgegensetzen. Zur Beunrubigung liegt kein Anlaß vor. Vorkehrungen für den Schutz der Heimat sind ge­troffen und im Gange. Die Bevölkerung darf das größte Vertrauen haben, daß sie rückhaltlos unterrichtet wird, falls wider Erwarten eine unmittelbare Gefährdung des Landes eintreten sollte. Deshalb Ruhe und Zut erficht. (Gez.) Graf Helling, General der Kavallerie und Minister.

Wichtige Beschlüsse der sozialdemokratischen Partei.

Br. Berlin, 7. Nov. (Eig. Drahtbericht. zb.) In der gestri­gen Fraktionssitzung der Sozialdemokraten, an der die Partei- ausschiiste teilnahmen, wurden dem „Vorwärts" zufolge fol­gende Beschlüsse gefaßt: Fraktion und Parteiausschutz fordern, daß der W a f f e n st i l l st a n d ohne j e d e n B e r z n g d u r ck« g e f ü h r t wird. Die Fraktion und der Parteiausschutz fordern weiter ^fic Amnestie für militärische Ver­gehen und Straffreiheit für Mannschaften, die sich gegen dir Disziplin vergangen haben. Sie fordern die unverzüg­liche Demokratisierung der Regierung sowie der Verwaltung Preußens und der anderen Bundes­staaten. Die Reichstagsfraktion und der Parteiausschuß beanf- tragen die Parteileitung, dem Reichskanzler mitzutrilen, daß Fraktion und Parteiausschuß den von der Parteileitung in der Kaiserfrage unternommenen Schritt entschieden billi. gen und unter st ützen und eine schnelle Regelung dieser Fragen erwarten.

Der Siegesrausch in der französischen Kammer.

W. T.-B. Paris, 6. Nov. (Kamrnersitzung.) Präsident Deschanel begrüßte in ausführlicher Rede die siegreiche Entwicklung der Sache der Alliierten. An ihn schloß sich P i ch o n an und erklärte: Italien sähe feinen Einherts- träum durch die Eroberung der Terra irredenta verwirk­licht. Frankreich werde seine nationale Integri­tät wieder sichern, ebenso wie die Befreiung der unterdrückten Nationalitäten. Clemenceau verlas die Waftensftllstands- bedingungen mit Österreich. (Andauernder Beifall.) Redner machte Mitteilungen von den Ergebnissen des interalliierten Rats von Versailles und sagte, daß dem Kaiser von Denffch- lanid d'e unumgänglichen Stützen zur Fortsetzung des Kriegs feblten. Ter Oberste Rat von Versailles stellte die Waffen- stillstandsbedingungen für Deutschland fest. Dis Bedingungen würden am Montag an Wilson abgehen, der sie, falls er sie billigt, der kaiserlichen und demokratischen Regie» rung zur Kenntnis bringen wird. (Hetteickeit.) Es wird dann genügen, daß Deutschland sich cm Foch wendet. (Beifall.) Der Geist, in welchem dieses letzte Dokument verfaßt ist, rst -derselbe wie derjenige, dem die drei anderen entsprungen sind, iAnhaltender Beifall.) Die Bedingungen wurden uns von Wilson selbst empfohlen. Für den Fall, daß di« Feind, seligkeiten wieder ausgenommen würden, sei der Zweck der Entwaffnung des Feindes, so weit sie notwendig sein würde, im Fall bösen Willens oder des Wortbruchs deS Fein­des, die Wiederaufnahme der Feindseligkeiten zu verhin­dern. (Beifall.) Clemenceau fügte hinzu, daß es ihm un­möglich sei, ihm, der als letzter Unterzeichner des Protestes von Bordeaux gegen die Ablösung Elsaß-Lothriugens übrig­geblieben sei (Die ganze Kammer erhebt sich und bricht in Beifall aus.), daß es ihin unmöglich sei, in der Stunde, wo der