Einzelbild herunterladen
 

Verlag Langgasse 21

„Ta-blatthau»".

kchalter.HaN« geöffnet von 3 Ukr morgens bis 7 Uhr abends.

Psftscheckkont»: Frankfurt «. M. Btt. 7101 .

Wöchentlich

Bezug». Preis für beide Ausgaben: Mk. 1.40 monatlich. Mi. 4.20 »terteljSIirlich durch den Verlag Langgaile 21, ohne Bringerlohn, Mk. S.2S vierteliShrlich durch alle deutschen Postanstalten, aus- schlietzlich Bestellgeld. — Bezugs-Beltellnngen nehmen außerdem entgegen: in Wiesbaden die Zweigstelle Bismarckring 19, sowie die Ausgabestellen in allen Teilen der totalst; in Biebrich: die dortigen Aus- gadestellen und in den benachbarten Landorten und im Nheiilgau die betreffenden Tagblatt-Träger.

12 Ausgaben.

Anzeigen-Prei» für die Zeile: 2.', Pfa. filr örtliche Arveigen; Sä Pig. für auswärtige Anzeigen: 1.25 Mk. für ältliche Reklamen: 2.50 Mk. für auswärtige Reüamen. — Bei wiedirholter Ausnahme »nver. änderter Anzeigen in kitrzen Zwischenräumen entsprechender dlachlah. — Aiizrigen-Amrahttie: Für dt« Abend-Ausgabe dis 12 Uhr miiiag»: für die Morgen-Ausgabe bis 8 Uhr nachmittags. — Für die Aufnahme von Anzeigen an vorgeschriedenen Tagen und Plätzen wird keine Sewähr übernommen.

fc/ Fernruf:

.ragdlattheur" Rr. HD»-«.

Don 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends, nutze: Sonntag, Poltfcheikkaiito: ZrcoksNtt a. M. Rr. 74lü>,

Berliner Abteilung des Wiesbadener Tagblatts: Berlin W. 57. An der Apostelkirche 7. l. Fernsprecher: Amt Lütlow 6292 und 620:!.

Dienstag, 5. November 1918.

Morgen-Ausgabe.

Nr. 517. - 66. Jahrgang.

Um den Frieden.

Die angeblichen WaffenstillftandsbeLingungen für Deutschland.

Br. Bern, 4. Nov. (Gig. Drahtbericht. K.) ^ Genfer Mütter veröffentlichen die inigeblicheii Wafsenstillftands>be- dingu-iiycn der Entente für Deutschland. Darnach sind es'

1. Räumung des linken Rheinufers. Elsaß» Lothringens und der P falz ; 2. Besetzung der Rhe i.n'brück c n durch die ottiirrtea Truppen;, 3. ftb«r - gäbe eines großen Teils des Kriegsmaterials, sämt­licher U-Boot« und eines Teils der Flo11 1 ; 4. Wieder­herstellung der Industrie in Welgieu und N o r d - frankreich durch Deutschland und sofortige Lieferurltz der notwendigen SSkrfjeuge; 5. Lieferung der nötigen Kohlen als Entschädigung für die Zerstörungen in Belgien und Nord­frankreich : 8. Eu tfchädigung i n Ge i d; 7. Kontrolle der deutschen Häfen dis zur vollständigen Ausführung der Friedensbcidmgunge.ii.

Die Versailler Konferenz.

W. T.-B. Rotterdam, 4. Nov. Nach dem „Nieuwe Rottevd. Courant" schreibt der Londoner Korrespondent des „Manchester Guardian": Einem ein flu streichen Mann zufolge, der darauf Anspruch erheben kann, daß man, was er sagt, ernst nimmt, darf man sich nicht zu sehr darauf verlassen, dast die Alliierten ihre Bedingungen für den Wafsenstillstarid mit Deutschland Vorlagen werden, ohne dast der Feind feiner- feits Schritte tut. Der Gewährsmann war der Ansicht, dast die zuerst zu lösende Frage, wann die Bedingungen bckrnut zu geben seien, auf der Konferenz noch nicht erledigt worden sei. In allen anderen Kriegen fei da?'Ersuchen um Waffe n- stAftand im Feld unter der meisten Flagge gestellt worden. Deutschland halbe sich seit feiner Note vom Sonntag n i ch t g e r ü h r t. Damals sagte es, dast es auf die Vorschläge für den Waffenstillstand warte. Dem Publikum werde dieser PurOt vielleicht unwichtig Vorkommen, aber es handle sich um ein P r tu z tp. Deutschland habe die Entschei­dung durch den Krieg gewollt. Auf jeden Fall müffe das deut­sche Volk sehen, dast seine Regierung um Waffenstillstand er­sucht habe. Die Bedingungen für den Waffenstillstand würden ein sehr umfangreiches Dokument bilden. Sie würden eine grohe Zahl -Einzelhsiteu umfassen und auch sehr ausführliche Angaben und Termine für die Ausführung dieser Einzelheiten. Die deutsche Vorstellung von einer gemisch­ten K o m in i s s i o n zur Regelung der Einzelheiten der Räumung sei unhaltbar. Man könne erwarten, dast die folgende Methode befolgt werde: Das Dokument mit den ,Be­dingungen werde den deutschen Bevollmächtigten übergeben. Vermuüich werde eine deutsche militärische Abordnung in einem der, Hauptquartiere der Alliierten erscheinen, um die Antworten aus die Fragen in Empfang zu nehmen. Man er­warte, dast nach der Bekanntmachung der Bedingungen zu dem Waffenstillstand die deutsche Antwort nicht lange ans sich warten lassen werde.

*

Deutschland und die belgischen Kohlengruben.

W. T.-B. Berlin, 4. Nov. (Drahtbericht.) Am 1. Nov. machte der Chef der politischen Abteilung in Brüssel, Frbr. v. d. Lan.kcn, deni dortigen spanischen Gesandten folgende Mir- tetlung' Ich erlaube nur, auf unsere Unterhaltung Bezug zu nehmen, wobei Eure Exzellenz, sich zugunsten der belgischen Koblengiuben verwandt haben, die durch in militärischen Interessen liegenden Maßnahmen bedroht erscheinen. Ich be­ehre mich, in dieser Angelegenheit an Eure Exzellenz folgende Fragen zu richten: Würden sich die Neutralen, Spanien und Holland, bereitfinden, alle Kohlengruben nach der Räumung durch die deutschen Truppen unter ihren Schutz zu nehmen und gegenüber der kaiserlichen Regierung die Garantie zu übernehmen, dass keinerlei Kohlenförderung während der Dauer der Feindseligkeiten stattfindet. Würden die genannten Regierungen auch die Garantie übernehmen, dast während dieses Zeitraums die vorbandenen Kohlenvorräte unbenützt bleiben mit Ausnahme der Mengen, die für die Er­haltung der Kohlengruben unbedingt notwendig .sind. Ich wäre Eurer Exzellenz für möglichst umgebende Antwort dar­über dankbar, welche Stellung die belgische Regierung und ihre Verbündeten gegenüber einer derartigen Abmachung ein­nehmen würden. _

Die bolschewistische Agitation.

Die Bewegung in Berlin.

Er. Berlin, 4. Nov. (Eig. Drohtbevicht. zb.) Ter in un- lerichrrftÄlosen Flugblättern «ngekündigte Aufruf, in den nächsten Togen die Betriebe zu verlassen, ist heute nicht ergan­gen. Der Versuch der Kvmmmriften, eine Streikparole für Montag auszugeben, ist bei den Unabhängigen geschei­tert. Nun versuchen die Extremisten an einem der nächsten Nachmittage eine gemeinsame Arbeitsnieder­legung durchgufetzen.

Eine Kundgebung in München.

XV. T.-B. München, 4. Nov. (Drahtbericht.) Der Polizei­bericht meldet: Am 3. November, vormittags zwischen 10 und 11 Uhr, versammelte sich auf der Therefienwiese auf eine Einladung der unabhängigen sozialdemokratischen Partei Münchens eine groste Menschenmenge zum Zweck einer F r i e- densaktion. Nachdem zuerst einige Ansprachen gehalten worden waren, regten einige Versammlungsteilnehmer an, drei im StrafvollstreckungsgfiängniL Stadelheim in Unter­suchungshaft befindlichen Genossen eine Kundgebung darzu­bringen. Im Laufe der ersten Stunde de» Nachmittags fand tzch tatsächlich eine größere Menge vor dem Gefängnis

ein und verlangte durch eine Abordnung die Freilassung von drei Untersuckungsgefc-.ngenen. Sowobl seitens des auf dem Platze erschienenen Polizeipräsidenten als auch seitens des- StaatöministerL des Innern, den die Abordnung in seinem Amtszimmer ausgesucht hatte, wurde den Abgesandten er­öffnet, daß die Untecsuchungsgefangenen auf Grund eines richterlichen Haftbefehle in Haft seien und daß nur das Reichs­gericht in Leipzig ihre Freilassung verfügen könne. Dem Wunsche auf Freilassung konnte deshalb unter Hinweis dar­auf . daß ein Eingriff in ein gerichtliches Verfahren nicht möglich fei, nicht entsprochen werden. Dies wurde den Versammelten durch ihre erwählten Sprecher eröffnet, worauf die Menge sich in der Ricka-mg gegen die Stadt znrückbewegte. Der Oberreichsanrvalt in Leipzig war von dem Wunsche der Erschienenen bereits in den eisten Nachnnttagssrunden durch den Oberstaatsanwalt beim Qrerlandesgericht in München init der Anfrage in Kenntnis gesetzt, ob der Haftbefehl gegen die noch in Frage stehenoen Personen aufgehoben würde. Gegen Abend tro* die zustimmcnde Erklärung des Ober­reichsanwalts ein, worauf die drei Inhaftierten so­fort auf freien Fuß gesetzt wurden. —In den Slüend- stundcn zogen einige hundert Personen durch die verschiedenen Straßen der inneren Stadt, zerstreuten sich aber bald in verschiedenen Gasthäusern.

Groß- Demonstration in Stuttgart. 'f

Br. Stuttgart, 4. Nov. (Eig. Drahtbericht. zb.) Hier fand heute vormittag «ine große Demoitzstrafion der unabhängigen Sozialdemokraten statt. Ein Zug von vielen Taufen- den von Arbeitern und Arbeiterinnen, die ihre Arbeit an den Daimler-Werken und Eisenbahnwerkstätten imedergeleyt hatten, versammelten sich in Untcrti'rcfSjcim und Cannstatt mit roten Fahnen und Plakaten mit der Inschrift „Nieder mit deni Krieg!" „Es lebe die sozialdemo­kratische Republik!" Aus-deni Sckloßplatz htelien der Vor­sitzende der Partei Siegfried Ru-ek sowie einige andere Führer mehrere Reden, in -denen bas Aktionsprogramm der Unao- banqiaen mitgetetilt wurde. Es wurde ein Arbeiter- und S o l d a t e n r a t g e w ä h l t. In den Ansprachen wurde mit- geteil!. daß die Wafsenstillsta n dsbedinau ngen bereits inBerkin eing e tvoffc n feien, dast die Regierung sie aber noch nicht bekanntg-rbe. Der grche Zug ging dann vor das Ministerium de? Innern, wo die Führer der Partw und -der Arbeiterrat den Minister des Innern zu sprechen -wünsch­ten. Minifter v. KöhIer verweigerte zuerst die Borlaffung' der Führer der Parteii, mußte sich aber der Gewalt der Forderung fügen. Der Arbeiterrat legte dem Minister -dos bolschewistische Aktionsprogramm mit der For­derung sofortiger Entscheidung darüber vor. Der Minister bat sich Bedenkzeit bis zum Nachmittag «ms. Die Demou- strantcn beschlossen, nachmittags 3 Uhr wieder vor daö Ministerium des Innern zu ziehen, um die Antwort des Munsters zu hören. Inzwischen sind auch die Arbeiter de: Firma Robert Bosch in den Ausstand getreten und werden sich der Demonstration am NachiUittag anschlichen.

Die neue deutsch-österreichische Regierung

im Amt.

XV. T.-B. Wien, 3. Nov. Der Präsident des Staatsrats veröffentlicht folgende Mitieilnng- Der StaatSrat bat dtn Bollzugsgewalt übernommen und die Staatssekretäre in ihre neuen Funktionen einaefüb-t Die deutschen Behörden wer­den ihre Wirksamkeit ausschliesslich aur da? Gebiet des deutkch- österreichischen Staates erstrecken. Ctaatskanzler Dr. Enwer hat bereits ein legislative? Bureau errichtet. Mit den legis­lativen Vorbereitangen der Abgrenzungsakte wurde eine be­sondere Arbeitsgruppe im Namen der Staatskanzlei betraut die unter der Leitung des St iatsrat? Dr v. Eicht Lehen wird.' Der Staatssekretär des- Äußern Dr. Edler stellte sich heute dem deutsckien Botschafter Grasen Wedel vor und notifizierte ibm die ft b e r n a b m e d e r G c w a l t durch die neue de'utsck>- osterrcichische Regierung. Der Staatssekretär ersuchte den Botschafter, als ' Vertreter des Deutschen Reiches bei der deutsch-österreichischen Regierung in Wien zu bleiben.

Die Wahlen znm Solvatenrat. — Neutrale Hilfe für Wien.

W. T.-B. Wien, 4. Nov. (Drahtbericht.) Heute haben die Wahlen für einen Soldatcnrat-stattgefunden. Jede Unter­abteilung wählte zwei Soldatenräte, welche die Beschwerden der Soldaten an den Staatssekretär für das Heereswesen weiterleiten werden. Die Wahlen, denen An­sprachen vorausgingen, vollzogen sich in aller Ruhe.

Wie die Rathauskorrespondenz meldet, statteten die akkreditierten Gesandten der neutralen Staaten dem Bürgermeister einen Besuch ab und buten der Gemeinde Wien ihre guten Dienste zur Versorgung der Stadt mit den unentbehrlichsten Lebensmitteln an. Der Biirgermeister nahm das Anerbieten mit Dankesworten an.

Die Lage in Wien.

W- T.-B. Wien, 4. Nov. (Drahtbericht. Meldung des k. und k. Korresvondenz-Bureaus.! Ter heutige Tag ist ruhig verlaufen. Die Straßen boten ein lebhaftes friedliches Sonntagsbild. In den Straßen sah man viele Trupps kriegsgefangenec Russen und Italiener, die ihre Lager verlassen hatten und sich auf der Heimreise befinden. Die Polizeibehörde ist im Ein­vernehmen mit dem Stadtrat bemüht, Wien von den Kriegsgefangenen zu säubern. Die Kriegsgefangenen erbalten hier-Unterkunft und Verpflegung und werden dann unverzüglich nach der Grenze gebracht. Die Russen koinmen an die Grenze des tschecho-slowakischen Staates, die Italiener an die Grenze des südslawischen Staates, von wo sie ihre Heimat erreichen können

Kaiser Karl lehnt den Vollzug der Waffen- stillstandsbedingnngen ab.

Br. Berlin, 4. Nov. (Eig. Trcchtbcricht. tzh.) Aus nnrec- richteten Wicne-r Kreisen erfährt da- „Bert. Tagsbl.": Kaiser Karl fand die WafieiistillftcindSbed ingungen, insbesondere so weit sie sich aus das deuksch-tiroler Gebiet beAiehen, so drückend hart und -beschämend, dcch er seinen Namen nicht daruntersetzen wollte. Er teilte daher den Generalen uns Mitgliedern der Regierung mit, dost er fortab die oberste militärische Gewalt nicht m ehr auSüben werde. Da General Küevc-st, dem als dem Höchsüommandievvnden in erster Linie die Aufgabe der Unterzeichnung zufiel, mit seiner Heeresgruppe si«b ncich Ungarn Zurückgezogen, übernimmt eS der Ehef des Genera-lstabs v. Arg. die AaffenstrllstanbS- urkunde zu unterzeichnen.

Einstellung der Feindseligkeiten.

ZV. T.-B. Paris, 3 Rav Havasmeldimg: Der Wafsenstillstand mit Ostrrieich-Ungaiii ist urterc.eichnet. Die Fcmdscligkeiten wer. den am Montag, den 4. 3lovember, 3 Uhr nachmitlags, eingcsielli. De Wassenstillsiandsdedingmigen sollen am Dienstag veröffentlicht werden.

Eidesleistung der ungarischen Offiziere.

XV. T.-B. Budapest, 4. Nov. (Drahtbericht.) Heute vor. mittag erfolgte vor dem Parlamentsgebäude die Eidesleistung der Offiziere. Kriegsminister Lindner hielt eine Rede, in der er ausführte, er verlange und fordere Manneszucht, denn nur so könne der Grund zu dem neuen Ungarn gelegt werden. Nach der Eidesleistung hielt Ministerpräsident Karolyi eine Ansprache.

Die EntMrckelung in österreichisch-Schlrsien.

XV. T.-B. Trupp«», 4. Rov. (Drahtbericht.) Die Mel­dung verschiedener Blätter, dast einzelne Ämter in Troppmi vom tschccknschen Nattonalrak übernommen werden, entbehren nach Informationen an zuständiger Stelle jeder Grundlage, Die Entwicklung der Dinge nahm in Troppau und den anderen deutschen Städten Schlesiens einen vollkommen ruhigen Px r I a n f. Am Samstag traf der Präsident dsr provisori­schen LandeSvcrsammlung der Provinz Sudetenland und Bevollmächtigter des StaatSrats Deutsch-Österreichs ein. Die Abgeordneten Freitzler und Ickl in Troppau übernahmen die Vorarbeiten für die Organisätton der Landesverwaltung der Provinz Sudetenland. Sie erschienen sodann wegen der ftbernahme der Landesregierung für das Sudetenland bei dem Landespräsidenten, wo sich auch eine Abordnung des tschechi­schen Nationalrats eingefuuden hatte. Es wurde beschlossen,, am Dienstag in Polnifch-Ostrmi eine gemeinsame Konferenz auch unter Zuziehung eines Vertreters der Polen abzuhalteu und über die Weiterführung der noch gemeinsanien Ange­legenheiten bis zur Liquidation zu beraten. Bezüglich der ftbernahnie der Landesregierung fiir die geschloffenen Siede- lungsgebietc wurden mit der Lcmdesregierung die nötigen Vereinbarungen getroffen. Ickl verhandelte insbesondere wegen Belieferung des mährisch - schlesischen I n d u st r i e g e b i e t s. Er erklärte, dast, so lange nicht zwischen dein deutschen Ernäbrnngsdirektor ElderS und deni tschechifck-flowakischcn Gesandten Tusar wegen Belieferung der Alpenländer und Wien mit Lebensmitteln Abmachungen getroffen worden seien und die Gestaltung des freien Durchgangs von Lebensmitteln durch das tschechische Gebiet nach diesen deutschen Gebieten fichergestellt sei, unter keinen Umständen auch irur daS Geringste in das mährisch­schlesische Industriegebiet geliefert würde. Der Vertreter des tschechischen Stalionalrats erklärte sich sofort bereit, nach Prag zu berichten, damit die Verhandlungen mit den», denffchen ErnäbrllngSdirektorium zum baldigen Abschluß gebracht tver- . den sollend Rübe und Ordnung rourden nirgends gestört.

Die Lage in Prag.

IV. 'T.-B. Wien, 4. Nov. (Drahtbericht.) Die Sonn- und Montagsblätter melden aus Prag- Prag siegt im Bild der Ruhe und der Ordnung und wie im tiefsten Friede.n. Dem ffchescb-o-slowwkischen Nationalrat ist es gelungen, jede» Versuch, nach bolschcwisfiscker Art Unruhe, zu stiften, bereits im Keioi zu ersticken. Auch die. deutscheu Bürger der Stadt baden beute bereits, was offen anerkannt werden must, das GesüÄ absoluter .Sicherheit des Lehen» und Eigentums. Die Ernährung der bohürficken. Hauptstadt ist in gesonderte. Bahnen gelenkt. Post-, Telcgräp-h- und Eisenbahnwesen ftinkriortteren über Ettvarten gut. Auch der Abtransport von Gefangenen geht verhältnismäßig gut von statten. — Heute sind hier aus Rorex wieder 6080 russische Gefangene eingetroffrn, die sofbrr. ngch der Ukraine weirerbeföi-dert wer­den. Eine große politische Demonstration auf dem Weißen Ber-g ging, ohne .Zw-sch-ensgll vor sich. Nur auf dem R'lckweg wurde die auf dun vtingplatz befindliche Mar­morsäule, die als ein Svnibvl der Unterwerfung der Huffitten den Pragern stets ein Dorn im Auge war, von der Bvlks- mknye umgeworsen. _

Die Entente-Erpeditivn gegen Südrußland.

Br. Rotterdam, 4. Nov. (Eig. Drahtbericht. zb.) Aus London wird gemeldet, daß die euglifche Regierung nach Ofi- rmng der Dardanellen «she gegen Südrustland gerichtete von der Küste des Schwärzen Meeres ausgehende Expedition vor- bereite. Um den aegenrevolutionären Elementen in Rußland in ihrem Kampf gegen die Sowjet zum Sieg zu verhelfen. Die Operationen im Murmangebiet sind zwar noch nicht eingestellt worden, verlieren aber an Be- deutung, da der Hauptlftoß vom Süden der erfolgen soll. Die berejtgesiellten englischen Verhcnrde haben die Aufgabe, sich ttu Nordkcnrkafiks mit den Truppen des Generals Alexejow zu vereinigen und sich gegen Charkow tu Marsch zu setzen. Allgemein wird angenommen, das; die Expedition mit Be- schlcunigutug tnrrchgeDhkt vrcrdcn kann, weil die BeMrgMg

f