Einzelbild herunterladen
 

Wöchentlich

Verlag Langgass« 21

^r^gdlatth-u,'.

GchaS«r.HaN« sröffn»! oo i 8 Uhr morgens Mb 7 Uhr abend». v»stlch»<N,»I»: Frankfurt a. M. Nr. 7M8.

v»,»,» > Prrl, fir bet», Ausgabe»: Mk. 1.40 monatlich. Mi. 4.20 vierteljährlich durch den Verlag Lauggaft« 3t, ohne Vringerlohn, Mk. 5.2S vierteljährlich durch alle deutschen Poltanstallen, «UB- jchliehlia, «eftelkgeld. — Bezugs-Destellnngen nehmen außerdem entgegen: in Wiesbaden die Zweigstelle Bismarckring lg, jowie die Ausgabestellen in allen Teilen der Stadt; in Biebrich: die dortigen Aus- gabestellen und m den benachbarten Landorten und im Rheingau die betreffenden Tagdlati-Träaer.

Fernruf:

.ragblatthau»" Rr. 0080-80.

Don 0 Uhr morgens bis 7 Uhr abends, »»her Sonntag» V,ltfche«k»nto: Frankfurt a. M. Nr. 740b.

Anzeigen-Prei» für die Zeile: 2b Pfa. für örtliche Anzeige»; Pfg. für auswäriige Anzeigen, 1.25 Mk für örtliche Reklamen: 2.50 Mk. für auswänige Reklamen. — Bei wieknrbolter Aufnahnie unser, ändertet Arteigen in kurzen Zwischenräumen entsprechender Nachlaß. - Anzeigen-Aiuiahine: Für die Abend-Ausgabe bis lS Uhr mittags; für die Morgen-Ausgabe bis 0 Uhr nachmittags. — Für die Anknahme von Anzeigen an vorgeschriebenen Tagen und Plätzen wird keine lbewähr übernommen

Berliner Abteilung des Wiesbadener Tagblatts: Berlin IV. 57. An der Apostelkirche 7. l. Fernsprecher: Amt Lüttow 6202 und 6203.

Samstag, 2. November 1918.

Los von Preußen?

Aus Münäpn wird uns geschrieben:

Es ist flcaemoärtifl unter dem Truck der atemlosen Spannung, mit der alles die Fortentwicklung der deutjch-amcrikarrisclx'N Verhandlungen verfolgt, etw.s stiller geworden mit den Wünschen nach Loslöjung Süo- deutschlands vom Norden: die Pläne titr einen neuen Rheinbund in ffonn eines süddeutschen oder deutsch- österreiänschen Bundes wollen weder dei den denkenden Volksmasjen noch in ihren politisü-en Vertretungen be­sonderen Anklang finden. Schon die eine Tatiaäje, dag sich unsere Gegner mit tuldtcr Liebe des alten Gegen­satzes zwisäien süd- und norddeutschem Empfinden er­innern und ih» aufs neue zu beleben snchen, muß uns doch zu denken geben: sie werden nicht zögern, aus dem bevorstehender» Friedenskongreß mit allen mögliclien vielverheißenden Ködern das Band zwilchen Nord und Süd zu lockern oder zu zerschneiden und so ähnlich wie nach dem Wiener Kongreß Deutschland zu einem bunte Konglomerat wirtschaftlich wie politisch gleich bed tungsloser Kleinstaaten umzusormen.

Dieser Gefahr müssen wir rechtzeitig ins Auge sehen: wir müssen uns bewußt sein, daß es den Gegnern keines­wegs nur um den Sturz des allen alitokratisären Regi- ments zu tun ist. sondern vor allem darum, die i nt Reiche verkörperte Einheit und Znsam- m e n f a i s n n a u n s e r e r K u l t ii r- » n d W i r t- icha ft s kra ft zu zertrümmern. So schrieb erst vor kurzem ein angesehenes französisches Blatt, „daß Deutschland auch vor der einheitlichen sozialistischen Berliner Walze ebenso gesichert werden müsse wie vor dem Iunkerreaiment". Welche schlimmen wirtsckfastlichen folgen der ZerfaZ Deutschlands in eine Anzahl von Einzelstaaten mit sich bringen müßte, das sollte heule eigentlich dem einfachsten Bauern und Arbeiter klar sein. Erir aern wir uns nur der Klanen, die schon so oft nur über die Tatsache der bayerischen Briefmarken insbesondere in allen Grenzbezirken Bayerns erhoben wurden. Mit welchem Nachdruck wurde von allen Saiten die Vereinheitlichung unseres Eisenbahnwesens aefordert? Und wie wollen wir ein einheitliches deut­sches Wasserstraßennetz schaffen, wenn noch mehr Instan­zen dabei befragt werden müssen? Daß die Vereiuheit- lichuna unseres Wirtschaftsleben? durch den Abschluß der Aondelsverträge der Industrie wie der Landwirt­schaft aleich aroße Vorteile brachte, ist wobl auch kaum zu bestreiten: ein einfacher Hinweis aut den fast völligen Stillstand der deutschen Auswanderuna wie den Rück­gang der landwirtschaftlichen Veraantunaen dürfte Be­weis genug sein. Und daß unsere einheitliche Sozial­versicherung den Arbeitern und ihren Iamilien unschätz- baren Seaen, den Gemeinden st'br fühlbare Entlastung brachte, bedarf wohl auch keiner starken Begründung. Und wollen unsere Kausleute etwa das alücklich errun­gene einheitliche Handels- und Wechselrecht vermissen, wollen wir an Stelle unseres aroßartia aufaebauten Bürgerlichen Gesetzbuches etwa wieder ein paar Dutzend einzelstaatlick^r Reckstsbücher? Wollen unsere Hand, werker durch Aufhebung oder Augerkroftsetzi' ig der Reichsgewerbeordnung wieder ihre ganze müh.am auf- gebaute Innungsorganisalion, ihre so segensreich wir­kenden Handwerkskammern ins Wanken bringen? Die e wenigen angeführten Einzelheiten dürsten genügen, um so manchen, der gedankenlos das ansgeaebene Schlag­wort nachplappert, zum Nachdenken üb?r die folgen und vielleicht auch zum Nachschlagen in Büchern ans der Zeit vor der Reichsgrllndung zu veranlassen. Noch leben genug Zeugen unter uns, die sich dieser Zeiten erinnern; sie haben solche wohl niemals zurück gewünscht.

Und trotzdem können wir in manchem dem Ruf zu» stimmen: los von dem bisher maßgebenden preußischen Bureaukratismus, dem eingebildeten Dünkel, der sich über alles erhaben fühlte, los von der allein selig- mackienden Beamtenherri'chaft. los von dem rüden Kasernenlwfton im össentlichien Leben, los von der kiiltuivllen llberwiickkernna und Beeinflussung durch den Berliner Snobismus wie von der wirlschaftlichen llnter- drückuna durch das Berliner Großkapital: geistige,

soziale, politische und kulturelle Ireiheit im Süden und Norden, Ost und Dost. Duldung und Verständnis für jede berechtigte Eigenart! Aber in »nd aus dieser Irei- beit beraus treues, inniges uad unzerstör­bares Je st halten an 'in'er-m gemeinsamen Volkstum, unserer Kultur wie unserer Wirt- schaftlichen Einheit! Deutschland, Deutschland über alles! K. W.

Zur Kaiserfraae.

' B. A. Berlin, 1. Nov. (Crifl. Drahtbericht. jb.) JJu der am Heuligen Vormittag itattgefundenen Sitzung >e§ Kriegs- »abiueits erfuhren wir, daß de: Hauptvunkt der Be­ratungen eine Aussprache über die Frrge der Abdankung des Kaisers bildrle -u der. wie es scheint, f.-tzl eine gewisse Einigkeit besteht. Ferner wurde bei den Bercnuiigeu ««« Milderung de« bestehenden BersammlnagSrechr«

Morgen-Ausgabe.

teschlrssen, wonach für die Folg» alle öffentlichen Versumm- lunnen, so weit sie nicht die KciegSfnhrung, den Friedens­schluß und die öffentliche Sicks-cheit gefährden, starrftuden dürfen.

B. Berlin, 1. Nov. (Eig. Drahtbericht, zb.) Z» der Mitteilung, daß der Staatssekretär Scheide in ann eine Denkschrift über die Frage der Abdankung des Kaisers ver­faßt und dem Reichskanzler übergeben habe, berichtet das ,B. T ", daß eine solche Denkschrift nicht existiert. Es dürfte sich um einen Brief handeln, den Scheidemann vor einigen Tagen an den Prinzen Max von Baden gerietet bat und in dem die Notwendigkeit, daß der Kaiser zurücktrero, be­tont wurde.

Die Waffenstillstandsstage.

Tie Beratungen der A l ierten.

Sr.Bafel. 1. Nov. (Eig. Dvahtbericht. Ab.) Die „Neue Züricher Ztg." meldet von der itatieuifcken Grenze: Die interalliierten Regierungen sind nach einem römischen Bericht der „Perscveranza" mit dem Forderungen der militärischen Stollen für die Waffenstillstands- bedingungen einverstanden. Die Konferenz der alliierten Vertreter in Paris befaßt sich setzt mit den F r iede n sb ed i ngu ng e n. Zum erstenmal treten in dieser Angelegenheit — so betont das Blatt — die Vereinigten Staaten mit Frankreich, England und Italien in Verbindung. Der BeratungsauAsch'uß soll >dtcher rasch und fruchtbringend sein, damit das FriebenSprogramm schnell ausgestellt und Deutschland mitgeteilt werden könne, wenn es sich den WaffenstillstaiidA'edingnngen unterziehe. Im Gegensatz hierzu sagt die „Times", Uder die Fortschritte der Be­ratungen in Versailles sei wenig bekannt. Es lei jedoch wahr­scheinlich. daß sie nicht so schnell abgcschtoffen werden könnten, weis sehr viele Fragen zur Diskussion stünden. In erster Linie sei es notwendig, eine allgemein« Grundlage für dos Abkommen Mischen den alliierten Ländern zu Täglich und stündlich träfen neue Beweise der Auslösung der österreichisch-ungarischen Monarchie etm Über den Zustand in der Türket seien auch noch keine zuverlässigen Berichte eingegangen.

General stoch als Unterhändler bestimmt.

Sr. Rotterdam, 1. Nov. (Eig. Drahtbericht, zb.) Nach Meldungen englischer Blätter hat General Fach von den alliierten Heeresleitungen die Vollmacht zur Führung und zum Abschluß der Waffenstillstandsverhandlungcn er­halten In Paris rechnet man, v»^e der französische Kriegs­minister in der .Kammer mitteilt?, auf eine Lösung der Frage im Laufe der nächsten Woche.

Eepensatz» zwischen WiNon und Lloyd Georae?

Sr. Basel, 1. Nov. '2tg. Drahtbericht, zb.) Die „Zürcher Ztg." erfährt von besonderer Seite aus dem Haag: Nach ver­läßlichen Jnformaiwnen ergeben sich wegen der Festsetzung der zu stellenden Friedensbedingungrn große Schwierig­keiten zwischen den Alliierten und Wilson, besten Meinung in dieser Frage mit derjenigen Lloyd Georges in starkem Gegensatz steht. Ans dieser Tatsache ist das Drängen der Rortbcl-ffe-Preste nach Einberufung des diplomatischen Jnter- allii-.rcnrats zu erklären. Wilsons Vertrauensmann, Oberst H o u s e, bat die englische Nachricht, er werde an dem diplo­matischen Jnteralliiertenrat teilnehmen, bisher nicht bestätigt.

Deutsch-Österreich.

Die Bildung einer deutsch.österreichischen Armee.

W. T.-B. Wien, 1. Nov. (Dcahtberichl.) Wie die Blätter melden, traten mittags im Abgeordnetenhaus? die Abgeord- neten Glöckl, Leutbner, Hillebvand, Schöpfer. Wolf, Jco und Ganser mit den Offiziers- und Soldatendelegierten zu­sammen. um über die Schaffung einer deutsch-österreichischen Armee zu beraten. An der Beratung nahm auch General Seih, der neue Militärkommandant von Wien, General der Infanterie Frhr. v. Ki r ch b a ch sowie der Generalsiabschef des Wiener Militärkommandos P r i m a w e s i teil. Oberst Primawesi hielt an die Offiziers- und Soldatenabordnung eine Ansprache. in der er auseinandersetzte, daß es zunächst Ausgabe eine? jeden Soldaten sei. dafür zu sorgen, daß nicht durch fjtfcte Maßnahmen Beunruhigung in das Militär ge­tragen werde und daß nichts geschehe, was eine Desorgani­sation des Militärs herbei führen könnte. Es handle sich bloß darum, im Hinterland ans den Kadres die fremd­sprachlichen Soldaten aus zu sch alten und ihren Staaten zur Verfügung zu stellen, die D»mobilisierungen im Hinterland vorzubereiten und in rnbige Bahnen zu lenken. Die Frontarmee möge zunächst nicht »n Betracht gezogen wer- den. Der Oberst bat die Leute, beruhigend u.nd aufklärend unter den Soldaten zu wirken. Da« Ergebnis der Verband- jungen war. daß sich beute nachmittag Vertreter des Stadt- rates in die Wiener Kasernen begaben, um mit den gewählten Vertretern der Soldaten in Verhandlungen bezüglich der Bildung einer nationalen Armee zu treten.

W. T.-B. Wien, 1. Nov. (Wiener KorrefpondenKureau.) Heute hoi sich um 10.16 Uhr abends in dem Sitzungssaal des Stootsrats der provisorische Soldaten-ZentralouSschuß konstituiert.

Ein Auswei'ungsantrag gegen Graf Andraffy.

W.T.-B. Wien, 1. Nov. Laut einer Dlätterrnekdung wer­den National rat Mali! und Genosten in der nächsten Sitzung der Nationalversammlung folgenden Antrag stellen: Der von dem ehemaligen österreichischen Kaiser Kavl wider­rechtlich ernannte ehemalige Minister Graf Andraffy ist wegen seiner cm Wilson gerickteten Not« als lästiyec Ausländer aus dom Gebier Deutsch-Österreichs cmSzuwetsen.

schaffen:

schnellen

Nr. 513. » 66. Jahrgang.

m m—mm

Aus Ungarn.

Der ungarische Natkonalrat an die Trnyyen.

W. T.-B. Budapest, 1. Nov. Der National rat veröffent­licht eine Proklamation an die Truppen, in der der Dank für ihre Mitwirkung an der Freiheitsbewegung aus- gedrückt wird. „Der Erfolg unserer Nevolutien", so beißt es in der Proklamation, „dieser Revolution mit Blumen ohne Blut, wird die ungarische Nation zu ewigem Dank gegenüber denjenigen verpslichten, die mit selbstloser Mühe an dieser Arbeit der Neuschüpfnng teiilgenommen haben."

Der Nationalrai hat ferner einen Aufruf erlassen, in dem den Soldaten mitgeteilt wird, daß der Platzkomman>dant Generäl Varkenyi gefangen genommen und das Platz- kommondo, die Oberstadthauptmannschaft, die Bahnhöfe und die Telepkonzentralen besetzt wurden, ohne auch nur einen einzigen Tropfen des kostbaren ungarischen Blutes zu ver­gießen.

Ter Treueid des ungarischen Militärs für den Nationakrat.

>V. T.-B. Budapest, 31. Okt. (Ungarisches Korrespondenz- Bureau.) Im Laufe des Vormittags veröffentlichte der Rationalrat eine Reihe Verfügungen zur Aufrechterhaltung der Ordnung. Die Gasthäuser dürfen nur Speisen, aber keine geistigen Getränke verabreichen, die Branntmei»schenken sollen geschlossen bleiben. ' Eine weitere Verordnung besagt, daß die österreichisch-ungarisä^ Bank, die elektrischen Straßen­bahnen. die Druckereien, alle Lebensmittelgeschäfte und Sai itätsavstallen ihren Betrieb fortsetzen sollen. Unter unbe­schreiblichem Jubel der Menge erlcheint ein Regiment nach dem anderen vor dem Sitz des Nationalrates, wo ihnen der Nationalrat regimenlsweise den Eid abnimmt. Die Donau-Monitoren-Flottille erkläite, daß sie als militärischen Kommandanten das Exckutiv-Kvmitee des Nationolrates an­erkenne. Hohe Militärs suchen in immer größerer Zahl den Nationalrat auf, um ibm den Treueid zu leisten und sich zur Verfügung zu stellen. Im Lai:f? des Vormittags er­schien der Sektionsrat des Ministerpräsidiums Biro beim Nationalrat und erklärte, er sei vom Erzherzog Joseph beauf­tragt, mitzuteilen, daß der König den Graten Michael Karolyi zum Ministerpräsidenten ernannt habe. Ferner erschien der Vizebürgermeister Dr. Harrer beim Nationalrat und erklärte, die Hoi'ptstadt unterwerfe sich den Beschlüsten des National­rats. Der Nationalrat beauftraate Harrer mit der Leitung der städtischen Angelegenheiten. Mittags erließ der National­rat einen Aufrufan dasVolk, in dem es heißt:

„Das Volk Ungarns, leine Soldaten, seine. Arbeiterschaft und seine Bürger baden die Gewalt Ungarns in die Hand ge- nommen Die gesamte militärffckie und büvgerlickie Gewalt UnaaruS ist in der Hand des Präsidenten des RationalratS. deS Archen Mcbael Karolyi. Der ungarische Rat ie na trat begrüßt anläßlich vieler Siege das Volk Ungarns. Die ungarische Demokratie b'ttct im heiligen Namen des Weltfriedens das Volk des Landes, wieder zu seiner Arbeit zurück­zukehren. Der große Streik bat in sehr kurzer Zeit sein Ziel erreicht. Zu einer weiteren Arbeitseinstellung liegt kein Gnink vor. Soldaten! Kehrt in Eure Kaserne zurück und waitei dort die Weisungen der ungarischen Volksregierung ab. >ve!che Euch Reckit und Frieden Dringen wird. Der Nationalrat erwartet vom Volk Ungarns Wurde und Ruhe."

Festtag« In Budapest.

W. T.-B Budapest, 31. Cft. Der ungarische Nationakrat er­ließ einen Befehl, dcmzusrlge die Theater der Hauptstadt morgm am t. Norcmdcr F c st l o r si e l l u » q c n abhalteu sollen. Buda­pest »nd die Provin,städte haben Flaggenschniuck anzulegen, um die Freude üdcr tin Sieg des Volkes auszudriicken. Wie ver. lautet, wird der ungklische Nationalrai heule t Uhr nachmittags im Einve, nehme» mit dem Parlamentspräsidium das Parlaments» gebäude übernehmen.

Der tschecho-slowakische Staat.

Eine ungarnfeindliche Matznahme.

W.T.-B. Wien, 1. Nov. Die Blätter melden aus Prag: Der tschechische Nationalvat hat die Ausfuhr von Lebens­mitteln, vornehmlich von Getreide, Kartoffeln, Hülsen. fruchten, Fetten und Futtermitteln sowie vielen Dedarsz- gegenstänben für die Nolksbekleidung gesperrt. Van tschechischer Seite wird erklärt, diese Diaßnahme richte sich gegen Ungarn.

TschiNcherin an die Prager Regierung.

B. A. Berlin. 1. Nov. (Eig. Drahtbericht. zb.) Die ruf s i lch e S vw j e t r eg i e ru n g hat durch T^cksiffcherin an die tsckfecko-Uowakiscl'e Regierung in Prag eine Note ge- riclstet. in der unter heftigen Angriffen auf England und Frankreich, welche die Tsckeebo-Stowaken für ihre eigennützigen Zwecke «ruSzunützen versuchten, die Bereitwilligkeit ausge­sprochen wird, den Tschecho-SIowaken die MögÜickckeit des Ä b z u g s a u S Rußland nach Niederlegung ihrer Waffen unter voller Garantie ihrer Sicherheit zu gewähren, um sich in ihr Heimatland zurückzvbkgcben. Die Sowjet- regierung würde gern mit der provisorischen tschecho-slowccki» schen Regierung in direkte Besprechungen treten — so heißt eS in >der Note — um die Bedingungen der Repatriierung der Dschecho-Slowaken, die das unter der Ober­hoheit der provisorischen tschecho-slowakischen Regierung in Prag stehende Territorium betreten wollen, näher zu be­stimmen.

Zur Lage in Triest.

W.T.-B. Triest, 1. Nov. (Drahtbericht. Wiener Korr.- Bur.) Der Statthalter empfing gestern eine Abordnung des aus Vertretern der sozialdemokratischen und der nationale» Partei sowie der Slowenen bestehenden Aktionskomi­tees, die wegen der Übernahme der Geschäfte der Triester Lokalverwaltung erschienen war. Der Statthalter erklärtq,