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®“Ä? 21 Wöchentlich ^ f|L*§r 12 Ausgaben.

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Schakter-SaNe fleäffnct von 8 Uhr morgens Ms 7 Uhr abends.

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Samstag. 19. Oktober 1918.

Morgen-Ausgabe.

Nr. 489. • 66. Jahrgang.

Der Donaustaat.

Unter normalen Umständen, d. h. unter Verhältnissen, die bis kor wenigen Wochen noch als „norm.il galten, halten wir diese Stuskührnngen wahrscheinlich „Österreich-Ungarn betitelt; denn es soll ja nur darauf untmnmen, einen Rahmen für das zu Sagende abzustecken. Aber kann man and darf man beute noch von Östorreich-Ungarn sprechen ! £i'ib|t als Ralmenwort will eS nicht mebr ganz stimmen; den» »reuu eie Verhältnisse stch in der Rrchlung weiter entwickeln. w:c sie begonnen haben, dann wird :n lnm Wirbel der neuen Ereignisse auch der D u >, l l S m nS hineingezogen werden, und welin stch Österreich wandelt und in sei b st ä n d i g e Ltaais- wefen euslöst. daun wird Ungarn nicht xunickbleiben können, so daß auch i-as gemeinsame B : n d zerschnitte» werden wird, da» bisher die beiden Reichshalften verknüpfte. Sollten aber die Tschechen »nd Slowaken ihre stürmischen Anliegen durckz'-isepen vermögen, so ginge auch die jahrbundenalie Grenze Österreichs »nd Ungarns i.r S:c Brüche, der lschechisch- slinakiscke Staat würde sich rücksichtslos über diese Grenze hinwegwälzen und alles Gebiet vom Böhmerwold b's tief in die Zennalkarvathen einheitlich z-usammentanen. Ter neue Tonausiaat der aus einer noch zu suchenden staatercchtlichen Gcnirir.schaft zwischen den tschechisch-slowakischen. den dcnl- schen, den sndslowi'.chen, den ungarische', und einem rumäni­schen Staate entstände, hätte also, wie nekagt. mit dem bis­herigen Österreich-Ungarn nichts Rechtes mehr zu tun, er wäre ein Staatenbündel, für das man erncn neuen Namen zu suchen hätte, aber das betrifft ja schließlich nur die Form

Nun wird es aber in den Ländern zwischen Bodenboch und Cattaro. Mischen Bregenz und Tsckwriiowitz, mchi blcsz nach den Forderungen der slawischen Völkerschaften geben, sondern Deutsche und Ungarn haben a u ch n och mit­zusprechen. Lasten wir einmal die ungarische Seite der Angelegenbeit ans sich bernben. und fragen wir nnS nur. wie das mit der Auseinandersetzung zwischen Deut Üben und Tschechen werden wll, lo dürfen wir doch wohl ruhiger Zuver- sicht sein. Denn woher käme den Tschechen die Kraft und die Macht, um mit den zehn Millionen Deutschen in Österreich nach Belieben umspringen zn können? In rem Augenblick, wo sich die Dentschrn ebensolls entschlossen aus den Boden der Nationulitätenoolittk stellen und das olle Star.tswesen als eine inhaltslos gewordene Sülle oreisgeben, in demselben Augenblick ist d>e Rollenverteilung zwischen Deutsckien »nd Slawen eine gründlich andere, als sie bis zu den, Zestvnkte war. wo die Deutschen am gemeins,'nen Staate fcsthielten. die anderen aber hinausstrebten. Man kann die Widerstrebenden nicht halten das Beharren bei einem von der Mebrheit schon aufgegebenen Staatsweseu wird sinn­los und erstarrt' zu bloßem Formelwes«^ da der Staat ohne tie lebendige Teilnabme der in ibm leVnden Menschen doch eben nur ein leerer Begriff ist. So lang- also /sie Deutschen ssir den Staat eintraten, waren die Tschechen und die Snd- stawen in der Tat die stärkeren, und zwar schon dadurch allein, daß sie mit ihrem Füblen und Wollen aus diesem -.--iaai k.er- auslraten. Stehen aber alle außerhalb seines Verbandes, auch die Deutschen, dann steht die Partie gleich zu gleich.

Soll einmal daS Überlieferte zerschlagen we den, dann verdient daS böhmische StaatSrechl kein Atom mehr on Respekt als der österreichische Staat selber, uns dann rer» lieren die Tschechen sedcn Anspruch darauf, ihren neuen Staat in die historischen Grenzen einzusp-rnnen, sie verlieren den Anspruch daraus, die Deutschen i» Böhmen und Mähren mitzubeherrschen, sie werden sich mit einem Staute begnügen müssen, der nur Tschechen umfaßt, und die Dcalßhen in den Sudetenländern werden alsdann eben ihren eigenen Staat bilden. Wird das energisch angestrebt, so maß es auch durchgcsetzt werden können. Verschmähen die Tschechen aber einen Bundesstaat oder selbst nur einen Staateubund .uus ler Grundlage der nationalen Abgrenzung, dann werden sie sich mit dem Gedanken vertrant machen müssen, den bedeutsamer- »eise gerade die österreichischen Sozialdemokraten jetzt vcranstellen, nämlich, daß die Deutschen sich dem Deut­schen Reiche wieder ans ch ließen werden, was für die Tsche,chen die Nnannebmlichkeit haben würde, im Norden, im Westen und im Süden von eben diesem ber ihnen nichts weniger als beliebten DeutschenRe«che umklammert zu verden.

Wer will wissen, welche überraschenden Ereignisse uns noch bevorstelpm, wenn diese österreichisch-ungarischen Tinge in schnelleren Fluß der Entwicklung kommen. Schon heute geben dort Wandlungen vor sich deren ungemeine Schnelligkeit nnS ans jede ftberr,schling gefaßt machen könnte. Ater batte wobl vor weniaen Monaken nach gestocht daß die österreichische ..Arbeiterzeitung'' genau ausmalen werde, wie -s mit dem Reiche bestellt sein kann, wenn das 1866 getrennte staatsrechtliche Band mit Deutschland wieder neu zettnüpft würde, wenn die drei deutschösterrcichischen Staaten als gleichberechtigte Gliedstaaten neben Bayern, Sachsen und Baden in das Deutsche Reich eintreten! Und -s ist gut und nützlich, daß Viktor Adler, der doch wohl stnter diesem Artikel der „Arbeiterzeitung" steht, zugleich die Entente wissen läßt, sie könne Esterreich nicht zer­schlagen ohne zehn Millionen Deutsche zum Deutschen Reiche z» schlugen. Man erkennt dann wohl, es gibt wunderbare Möglichkeiten für uns Deutsche, Einbnßen zegennber den Feinden durch Gewinne auSzu gleichen. !ie sich bis dahin selbst eine ausgreifende Einbildungskraft kaum vorzlistellen gewagt hätte. Soll einmal das § e l b st- ie stimmungsrecht der Völker die Grundlage für Neu­bildungen in unkerei» Erdteil werden, dann brauchen w i r wahrlich nicht sibleck» mit acr Anwendung dieser Formel zu fahren. und bereit» der Anblick der österreichischen ZerjetzuilgS- gtföeiuiuiacn Itigl uu| bol in tröstlich» Ltrij«. j

Die Zwangslage Österreich-Ungarns. Lockerung des Bündnisses mit Deutschland unter dem Druck der Entente?

Br. Wien, 18. Okt. (E'g. Drahtbericht, zb.) Die Streit­frage. ob die Note Wilsons an Österreich-Ungarn schon in der Ha.nL Bunans ist oder nickt, hat heute nachmittag noch keine Antwort aesnnden. So viel steht aber fest, daß Graf Sutto n den Inhalt der Note sehr genau kennen mug. Der Weltkrieg endet so mit der Ungeheuer lichkei t. datz die Entente, die als eines der ersten Ziele, die Loslcgnng und Befreiung der österreichischen Nationalitäten ^ hinstellt, heute selb st gegen die völlige Loslosung der slawischen Nationalitäten ankämpft. Als einzig schwerer Punkt in der Note Wilsens an Österreich wird die F o r d e r u n g W 1 1 - s o n s hi »sichtlich des Bündnisses mit Deutschland bezeichnet. Schon aus der Rede, die Graf Tisu - teure 'tu ungarischen Reickstag gehalten hat und in der er den Krieg als p- Io -in bezeichnetc kann man mit aller Klarber eireb-n, keß selbst dieser Paladin des deutsth-ostevreickiisch-unMirischen Drei­bundes in der Annahme der 1-1 Punkte Wilsons e' n r e r ä r. - dertesVerhältniszuTeutsckland obleitet. Starke Kräfte sind am Werk, um die habsburgische Dynastie zu heilten, so daß selbst die Tschechen über die Wandlung ihrer entistischen Freunde heute schon mit einer ihren gestern noch ganz un­sympathischen Pcrscnalunion zu rechnen beginnen.

Vor der neuen Antwort an Wilson.

Die Beratungen in Berlin.

Br. Berlin, 18. Cft. sEig. Drabtbericht. zb.) Heute abend k Ubr findet eine Sitzung des K r, e g «> k >, b , n e t t s statt, in der endgültig die Form der Note sestg'legt werten durfte. Es ist anzn'whmen, daß sie ganz, wie die vorige Rote an Wi.'wn, dem B u n d e s r a ts a u >>' ck » ß für anewäriiae An» gelcgwiteiien und den Vertretern der Mebrheitöp-ur» t e i e ii toraelegt wird.

Br. Berlin, 18. Ökt. <Eig. Drablberickt zb.l CtuotS- seftelär a. D. v. Hrntze, der zum Be 'roter des A.idmärttge:, An'tes bei Obersten HeereSlettiiNiZ berufen nurde. ist im Große» Hauptquartier eingetrossen und hat die Gcichäste übernommen.

Einberufung drS ReithstngS.

Vf. T.-B. Berlin, 18. Cft. lDrahtbrrichk.) Die nächste Sitzung des Reichstags findet am Dienstag, 22. Okt, nachmittags 2 Uhr, statt.

Grtneinsame Frsedensbesprechungeu in Wien. Die Antwort Wilsons an Okstrrreich-Ilngarn.

Ni. Wien» 18. Okt. (Eig. Dcahtbencht. zb.) Noch dem Eintreffen der Antwort Wilsons an Österreich-Ungarn und die Türkei dürften in Wien gemeinsame Bejvrechilngen von Ver­tretern Österreich-Ungarns, Deutschlunds und der Türkei stattfinden, um gemeinsam zu dem Ententevorschlnz Stellung zu nehmen.

Die Antwortnote Wilsons ist der österreichisch, ungarischen Regierung noch nicht auSgehänd'gt worden. Es mag sein, daß einzelne Stellen der Wiener Regierung und des Wiener HoseS über ihre Richtlinien ungefäbr uer» ständigt sind, aber der ganze Inhalt und Wortlaut dieser Urkunde sind ihnen wohl noch nicht bekannt. Der schioedls.che Gesandte in Wien, der mit der Übermittlung der Note nach Eintreffen aus Washington betraut ist. verständigte gestern auch den Grafe» Buriai». daß das betresfende Telegranim erst dann aus Washington abgehen wird, wenn dort die Antwort der deutschen Regiepustig leinge- gar gen sei.

Ein Aufruf der sozialdemokratischen Vartei.

Br. Berlin, 18. Okt. Im „Vorwärts" veröffentlicht heute der V o r st a n d der sozialdemokratisckwn Partei einen Aufruf: „Sin Deutt'cklands Männer und Frauen!" Der Aufruf w'gt die Eiiiwickluug Deutschlands zum Volksstaot und betont die Notwendigkeit einer völligen Zertrümmerung, der I u » k e r s ch a f t Er bringt die Bereitwilligkeit des dentschcn Volkes zum Fr eien zum Ausdruck und sagt, daß die Sozial- deniokrate» der Regierung nur solange cmgehören weroen. rIS sie eine Regierung des Friedens ist. Der Aufruf wew^.-t stch dann gegen angeblich vorhandene dunklen Mächte der G c g e n r e v o ! n t : » E- ge-ßelt das Treiben „alldeui-ber Demagogen im Lager der ezrarischen und scbiwerindust.' eüen Kriegsgewinnler." Mit der gleichen Entschicdenbeit weist er aber auch alle Lrett'ere.en ab. die durch bolschew-stische R e v o l » t i o n e p b r o ? '> die Arbeiter verw>rr-w pno zu zwecklosen Streik» und Demonstrationen mispeilslben wollen. Die ll,,sseill»ewiiß>e Aivett-rs<b>ti lehnt e« ab. sich zum Sturm» bock der Gegenrevolution oder zum Helfer der imperialistischen Generalpolitiker jenseits der Front milzbrauchen zu lassen. Nicht zur .Herbeiführung eines bolschewistiscl>en Chaos, nicht durch Entfesselung des Bürgerkrieges, der zum Blutstrom an den Fronten neue? Unglück und neue Ströme Blutes bringen müßte, Rot und Elend nur noch steigern und die Eroberungs- g er :>»sc»-ir Feinde onreixen n ürde, kann die ist leer Ern.' c rung Dcutschliind» uft'l-en. srvtern mir im We.,e 'rst^'ch.r Umwaiz-ing Fm ülr'gen rr'räftigt der Ausrni x- - Ge cdi'iS de- Sezialdem-ilrntte tun 4 August 1914 und fii.tt hinzu, w ' e'n?in Frieden der T - r > e w a l t i g u n g . i' r .n ii i t. B in l-nt S n.ctzun.g fc '«er Lebensinteressen w> .'0 sich daS deutsche Volk nimmermehr abfinden.

Eine neue engliscke Fricdensprophezeiung.

Br. Genf, 18. Okt. lEig. Drahttericht. zb.) Die „Neue Zürch Ztg." meldet aus London: Nach einer Meldung der „Daily Mail" erklärte ein hoher Beamter des englischen M n n l t ' o n s r-' n ' 9 <• r i i’ s, daß um Weihnachten herum bestimmt Friede sei» werde,

Der planmäßige Rückzug.

lVon unserer Berliner Abteilung.)

# Berlin, 18. Okt. sEig. Trahtbericht. zb.) Im Westen fährt die Oberste Heerrslestnng fort, die Truppen P i o n » mäßig zurückzuzirhen und von den Feinden abznschen. Man erreicht damit erstens eine crußerordenil ck-e Ersparnis an Mannschaften. Wreilcns wird dadurch die Absicht de? Fern des durchkreuzt die deutschen Linien zu durchbrechen. ©ie_ Hoff­nungen tws Feinde? ans einen Durchbruch sind auch in den letzten Tagen vollkommen enttäuscht worden. Die Beharip« tungen des Präsidenten Wilson in seiner letzten Note, daß wir willkürliche »Zen'törunaen auf unserem Rückzug vornehmen und dadurch das Kriegselend unnötigeptocise nock erbeben, be­ruht scsibstverständlich aus falschen Skackirichten, die systematisch von unseren Feinden verbreitet werden. Es liegen zum Be» weise dcofür Befehle aller höheren Kommando­stellen schon seit längerer Zeit vor, die ausdrücklich besagen, daß jede Zerstörung, die durch den Kriegs d. h. die militärischen Interessen, nickt unbedingt geboten ist, zu verhindern istt Tatsächlich aber werden die Ortschaften zugrunde gerichtet durch das s ch w e r e feindliche S1 1 1 i 11 i t i e f e u e r und durch feindliche Bombengeschwader. Die deutscke Heeres­leitung dürste jederzeit bereit sein, falls dies der amerikanische Präsident wüm'ckt. wirch die Neritraleri feststellen zu lassen, daß das überslnssige Zerstörungswerk nur aus die militärische Totwkwt unserer Feind«, mckst aber au? deutsche Truppen zurück.zusühren ist. Ähnlich liegen die Verhältnisse bei den Flüchtlingen. Wir haben nickst das geringste Interesse daran, unsere Marscklini>>n und rückwärtigen Verbindungen mit feindl chen Flüchtlingen zu überladen und die hinter uns liegenden Gebiete mit Zibil zu überftillen. Die Bekvohner dee Städte und Dörfer flüchten zu Tausenden und Abertausenden» nur gezwungen durch die f e > n d l i cb e Beschießung, vor der sie ihr bißckwn'Hab und Gut retten wollen. Die Räu­mung Ostendes und der anderen dort liegenden Hafen» l>läi>e hat sich vollkommen ruhig und planmäßig voll­zogen. Alles Kriegsmaterial wurde ablranspoctiert. Fast all« Schiffe haben die Häfen verlassen. Sie befinden sich in Sicherheit. Solbstr-erständlich haben auch alle U-Boot« die dortige Basis verlassen. Die wenigen zurückgebliebenen Schisse wurden, nachdem ihre Armierung weggeschasft worden nur. gesprengt Irgend welchen Einfluß ans di« Tätig­keit in unserem U-Bootkrieg hol^selbstverständlich diese Rückverlegung nicht im geringsten. — Was den Kriegsschauplatz in P al ä st i n a anbctrifft, so scheinen sich hier weiterhin Kämpfe zn entwickeln. Auch rechnet man mti i s." r orbunn tor Ente nietruppen an der klein- a s i a ti sch e n Ä Ü st e , doch sind hier Vorbereitungen ge- rrofken >>m solckw zu verhindern. Vor allem aber rechnet di« türkische Heeresleitung mit neuen großen Angriffen auf die Dardanellen. Bei Dedeagatsch sind bereits feindliche Offiziere gelandet, um das Geläirde zu inspizieren. Auch wird mit großen Slngriffen gegen die Marihafront gerechnet Dcchr n>ahrscheinlich ersck'eint es.auch, daß die Entente so wie Bulgarien auch die Türkei, d. h. Konstantinopel, zu forcieren versuchen wird. ^ »

Erneute feindliche Dnrchbruchsversuch« gescheitert.

Vf. T.-B. Berlin, 18. Okt.. abends. (Amtlich. Drahtbericht.) Zwischen Le Got(tn und der Oise sind erneute Durchs bruchsvers^che des Feindes gescheitert Auch in Flandern nördlich der LnS und an der A > S n e beiderseits von Bouzieres »nd westlich von Grandpre wurden heftige feindliche Angriffe abgcwiese». An der M a a S ruhiger Tag.

Ein dänisches Urteil.

Kopenhagen, 17. Oft. In einem Artikel „Übersicht zur Lage" schreibt die „Ratienal Tidende": Wie sehr euch die mili­tärisch' Laac verändert ist 'o muß man doch damit reckw-n, daß die deutschen Heere noch lange imstande sein wer­den, eine feiichltcke Invasion in Deutschland zu verhindern. Denn die Alliierten trovdem deutlich damit lechnen, daß die immer noch gewaltige deutsche Militärmacht bald gebrochen sein wird, so stützen sie diese Bekeck-nnng wobl teils ans ihre Äuffassni'g von der Lage in Deutschland, tests ans die Gefabr, in der Deutschland sckm'ebt. wenn es nun bald alleinstehen nstrd gegenüber einer Welt in Waffen, wie man es nun mit Recht nennen kam». ,

Schwer« ExplosinnSsntnssropssk bei Lston.

Vf. T.-B. Bern, 18 . Cft. iDralstbertcht.) In Venissienx bei Lyon fand eine Ervlosion statt, die den Lyoner Zeitungen zufolge außerordentlich schwer war. Sie wurde in ganz Lyon außerordentlich stark verspürt. In Lyon herrscht große Er» regung. Die Exvlosion verursachte wcs-ntlichr.k Sachschaden in der Stadt. Im Stadtzentrum wurden sämtliche Schau- fenster eingedrückt. In dem Venissieilx Nächstliegenden Stadt- viertel ist die Mehrzahl der Fabriken schwer beschädigt, vor allem die Antomobilsabrft Berliet. die augenblicklich Tanks fabriziert, und die Granatenfabrik Elertrone. Die nn.licgen- den O r t s ch a s t e n von Venissieux wurden geräumt Während der ersten Stunden nach der Explosion sowie wäh­re,>d des ganzen gestrigen Tages stand man unter dem Ein­druck einer ununterbrochen slattfindenden Kanonade. V e n i s s i e » x selbst ist vollständig z e r si ö r t. Die Zahl der Verwundeten soll außerordentlich groß sein, während Tote aber nicht zu beklagen seien. Ruch der ersten Erplosio« waren die Apotheken von Leuten üversülU» die sich Notv«» bände auiegen ließen.