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Freitag. 27. September 1918. MSvgeN-AUSgttde. Nr. 451. • 66. Jahrgang.

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Zur Lösung der polnischen Frage.

Von E. Lirsegang.

In der Ablehnung der sogenannten austro-polnischen Lösung der polnischen Zukunftsfrage bewies die öffentliche .Neinring unseres sonst leider wieder viel zu sehr durch Partei­gegensätze zerklüfteten Vaterlandes eine völlig ungewohnte, aber darum um so erfreulichere Einmütigkeit. Unzweifelhaft wurde hierdurch die Stellung unserer Reichsregierung in dieser Ferge nicht unwesentlich gestärkt, und wenn auch die letzten Besprechungen zwischen den Herrschern und Staats­männern der beiden verbündeten Kaiserreiche eine endgültige Entscheidung noch nicht gebracht haben, so wird man doch zu­verlässig sagen dürfen, dag selbst in den beiden Hälften der Doppelmonarchie die Gegner dieses Planes an Boden ge­wonnen haben. Schliesslich dürfte es an Herrn v. Burian sein, hieraus die Folgerungen zu ziehen und entweder seinem LreblinaSgedanken zu entsagen, oder einem Nachfolger Platz zu machen, der sich scheut, unser Bundes- und Freundschafts­verhältnis einer Belastung zu unterwerfen, der es auf die Dauer unmöglich gewachsen wäre.

Indessen ist es nun keineswegs mit der Verhinderung des Schlimmsten getan, vielmehr erwächst eben denen, die die oustro-polnische Lösung mit aller Entschiedenheit bekämpfen, die Pflicht, jetzt ihrerseits Mittel und Wege anzugeben, um in dieser wichtigsten mitteleuropäischen Schicksalsfrage zu einem für die drei Hauptbeteiligten annehmbaren Ziele zu gelangen. Dabei versteht es sich von selbst, daß alle Partner' Opfer bringen und auf gewisse Lieblingswünsche verzichten müssen. Vor allem aber sollte sich jeder, der sich die Abwick­lung der Angelcgenbeit angelegen sein lässt, vor Übertreibun­gen hüten. Ist es fiir die Mehrzahl deutscher Patrioten un­verständlich, wenn ein angesehenes westdeutsches Blatt nocb vor kurzem von der grossen Geduld sprach, die die Polen üben müssten, so haben wir aus der anderen Seite keinen Grund, uns i!i Ärger über diese „verfahrene volnssche Ge­schichte" hineinzureden. Im Gegenteil kann es sich in Berück­sichtigung der Tragik des polnischen Geschicks während der anderthalb Jahrhunderte seit der ersten Teilung vorläufig nur darum handeln, die gefährlichsten Klippen zu beseitigen, im übrigen aber lediglich die Grundmauern zu legen, auf denen spätere Generationen in ruhigeren Zeiten wetter- bauen werden.

liif nochmals auf Herrn v. Burian und seine magyari­schen und slawischen Hintermänner zurückzu kommen, so werden diese zwar auf die beabsichtigte Bereinigung Kongress- Polens mit der Donaumonarchie oerzichten müssen, anderer­seits werden wir gerne bereit sein, in der Personalfrage, deren Wichtigkeil man wahrlich nicht unterschätzen sollte, den öster­reichischen Interessen gerecht zu werden. Was ferner die Belange des Deutschen Reiches 'iibelrifft, so hat unsere Reichsregierung offenbar die -ansiro-polmsche Lösung zwar nicht kotegorisch abgelehnt, wohl aber baden unsere verant­wortlichen Diplomaten und Militärs unter dem Drang des Selbsterhaltungstriebs fiir diesen Fall dir Warthe-" und Aaiewlinie gefordert, weil sonst die neue Grenze, die aus der Donaumonarchie ein Donau-Wüchülreich machen würde, für und schlechterdings unmöglich wäre. Angesehene deutsche Politiker haben im weiteren Verfolg dieses Vorschlags geltend gemacht, dass die Grenzdistcikte, die dergestalt von Kongress- Polen loszulösen wären, nur massig bevölkert seien, so" dass ebendort die deutschen Rückiuouderer ans Rußland beguem und in einer tür unser Vclks>uin vorteilhaften Weise vlaziert werden könnten Dabei wird nicht ohne Grund daran er­innert. dass durch eine derartige Abtretung eines freilich nicht unbeträchllichen Teiles polnischen Bodens der Verlauf einer Grenze korrigiert würde, deren Festsetzung auf dem 'Wiener Kongress Karl v. Ciousewitz und andere urteilsfähige p: russische Offiziere mit den 'chweriten Bedenken erfüllte.

Immerhin hat aber dstse Grenz!,nie nunmehr längst die Autorität des historisch Gewo. denen kür sich. Und indem dre volnischen Patrioten zur Erkenntnis kommen, dass sic nur d'nch Verzicht auk die Bereinigung mit Galizien und der Doppelmonarchie diese Abirernng vermeiden — auf die man in Wahrheit das viel missbrauchte Wort einer vieriri: Teilung Polens anwenden dürfte —, werden sie in die Richtung ge­drängt, d'c allein zum Heile führcn kann. Nur ein selbstän­diges Königreich Polen in engster militärische: und wrrt- nbaftspo.'itifcher Anlehnung an die beiden grossen mittel­europäischen Kaiserreiche, die ihr Blut in Strömen vergossen haben, um diese gewaltige Westvu'itstii Rußlands u,oderzu­zwingen, vermag einen Dauerzustand berzustcllen, wie ihn alle Beteiligten brauchen. War unter der Herrschaft des Zaren Kongreßpolen das natürliche Aufmarschgebiet russischer Millwrrenheere, so kann diese europäische Gefahr als beseitigt gelten, ncckchem durch den Frieden von Brest-Litowsk Grotz- russland sich bereit erklärt bat, seine bisherigen Randstaaten aufzugeben. Die vereinzelt austauchende Meinung aber, daß unter irgend welchen Voraussetzungen das ehemalige König­reich Polen wieder in irgend ern? politische Verbindung mit seinem grossen östlichen Nachbarn treten könnte, mutz als müßige Gedankenspielerei aus jeder ernstbaften Betrachtung über das polnische Problem völlig ausgeschiedcn werden.

Um es nochmals .zu sagen, ern selbständiges Polen müßte die Hoffnung' aufgeben, alle Volksgenossen innerhalb seiner Staatsgrenzen zu. vereinigen. Mit dieser Tatsache härten sich die Führer der Nation in Warschau ebenso abzufinden wie die Magnaten in Krakau und die Heißsporne in den gemischtsprachigen preußisch-deutschen Ostprovinzen. In einer Periode der Überschätzung des nationalen Selbstbestimmungs- rechts de,r Völker mag zu solchem Entschluß eine gewisse Resig­nation erforderlich sein, ruhige Überlegung aber wird sich Ggon, daß auch sehr viel mächtigere Natinnalsraateri, wie z. B. da« Deutsche Reich, dieses letzte und höchste Ziel völkischer Wünsche in weiser Selbstbeschränkung nicht auf ihr Panier geschrieben haben. '

Dass das selbständige Königreich.Polen der belebenden unmittelbaren Berübrung mit dem Meer völlig entbehrt, ist bedauerlich, schliesslich aber braucht nur daran erinnert zu werden, dass selbst Rußland, Österreich und Deutschland bis­her nur über beschränkte Küstenstrecken verfitzten, die noch dazu so gut wie ginz Binnenmeeren und nicht dem freien Ozean angehörten. Im übrigen hat der gegenwärtige Welt­krieg schon jetzt den neuen Thp des Freihafens, als Surrogat für derartige Schwächen der geographischen Lage, vorgesehen, und niemand wird etwas dagegen haben, dass das alte han­sische Emporium an der Weichselmündung, dass Danzig eine derartige Rolle für die zukünktige Weichselmonarckeie über- irimmt. Als Gegenleistung hätte Polen freilich in die Grün­dung einer Weichselschiffahrtskommission mit weitgehenden Befugnissen einzuwilligen, in der ausser Deutschland auch Zisleithanien bettreten sein müsste.

Man bat Danzig übertreibend den „Schlüssel zum pol­nischen Hans" genannt, jedenfalls aber würde durch die Gründung eines Freihafens ebendort das neue uns ver- bündeie Königreich wirftchastlich mehr und mehr zu Mittel­europa und damit vor allem zu Deutschland herübergezogen. Und gerade in diesem^Zuiammenhang mutz daraus hingewiesen werden, dass Kenner Osteuropas in den letzten Jahrzehnten vor dem Weltkrieg eine Annäherung Polens an Russland be- rbachten wollten, die in der Abhängigkeit oer sich immer ener­gischer emporkommenden polnischen Industrie von dem Markt mt Osten ihren letzten Grund habe. Gerade diese starke In­teressengemeinschaft ist nun aber durch die Ereignisse der letzten vier Jahre völlig zerrissen. Die polnische Industrie ist zerstört und kann sich beim Wiederaufbau ebensogut noch Westen und nach Norden — gerade nach Danzig — wie nach tent Osten orientieren. Des weiteren aber darf daran er­innert werden, dass noch sehr viel gründlicher mit der russi­schen Industrie aufgeräumt wurde "und daß die Versorgung der zukünftigen recht beträchtlichen Bedürfnisse Grossrusslands und der ehemals mit ibm verbündeten südosteuroväischen Republiken, die erst im Begriff sind, sich zu selbständigen ^Staaten auszuwachsen. aus mindestens Jahrzehnte hinaus die polnischen, deutschen und österreichischen Werke in den Grenzgebieten vollauf beschäftigen wird.

Alle diese früheren Bedenken sind »lso durch die Ereig­nisse überholt und hinfällig geworden und kein Verständiger wird leugnen wollen, dass die Voraussetzungen sür ein ge­deihliche? und friedliches Zusammenleben zwilchen einem selbständigen Königreich Polen und den eng mit ihm ver­bündeten beiden Kaiserreiche i nun mehr gegeben sind. In der durch den Raummangel bedingten Kürze mag nur noch be­merkt werden, dass nicht wenige angesehene Vertreter der früheren schärferen vrenssischen Ostmarkevpolitik. die hier nicht namhaft gemacht werden sollen, sich zu eben dieser Über­zeugung durchgerungen haben und offen fiir diese Lösung der polnischen Frage werben. Gewiss wirb es schwierig sein, an Stelle des alten Gegensatzes und Hasses die Gefiihle deS Vertrauens und der Freundschaft zu setzen, aber auch in der Hinsicht sind Zeit und guter Wille die besten Bundesgenossen der klaren Einsicht. Zudem bringt eS die Gunst de- Augen­blicks mit sich, dass wir in der Lage sind, dem werdenden Königreich voller Lovalität einen wicht'gen Dienst zu leisten, indem wir der Ukraine zu dem für ihre Sraatlichkert not­wendigen Besitz der Krim verhelfen, dafür ihr aber Nach­giebigkeit ihrerseits in der f iit das polnische Fühlen und Empfinden so wichtigen Führung der Grenzlinie in Chclm zur Pflicht machen. Für den Leiter unserer auswärttgen Politik, der sich als ausgezeichneter Kenner aller Verhältnisse Osteuropas längst bewährt hat, bietet sich hier eine Aufgabe dar deren glückliche Erfüllung für eine nahe und ferne Zu­kunft reiche Frucht verspricht.

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Die Berliner Besprechungen.

W. T.-B. Wien, 26. Sept. (Drahibericht.) .Zu den gestern in Berlin begonnenen Besprechungen über di« polnffche Frage entsandte die österreichisch-ungarische Regierung den Ge­sandten von Ungron und den Ministerialrat Ritter von Doschan als Vertreter.

Kucharzewskis Stellung.

W. T.-B. Warschau, 25. Sept. Zu der Übernahme der Ministerpräsidentschaft durch K u ch a r z e w s k i schreibt das gemässigt passivisttsche Matt „Przeglad Poranh" u. a.: Es ist nicht schwer nachzuweisen, dass Kucharzewski im Grunde der­selbe bleiben wird, der er vorher war. und auch jetzt ist er ein zufälliger Passant im Premierminister-Palais. Ihn trifft nickt die Schuld daran, denn er, ist nicht der Hauswirt und er N>«iss nicht, wie lange seine Anwesenheit geduldet wird. Diele Sachlage- konnte durch die Unterhandlungen mit den Klubs nicht geändert werden. _ Das Zentrum hat eigentlich Kucharzewski nicht bekämpft, sondern den interparteilichen Klub und die Liga, deren Kandidat er war. überhaupt ist im Verlauf der ganzen Angelegenheit eine Überschätzung der eil'treten den Ereignisse sowie deren übermässioe Hervorhebung ousaetieten. Wir wollen nicht behaupten, dass Kucharzewskis Stellung jeglicher Bedeutung bar ist. Die eine oder andere Einzelheit wird er erledigen, aber unser politisches Leben wird keine Änderung erfahren und die Zutunit wird in keine neue Wege geleitet werden, denn der Kampf um sie vollzieht sich nichr auf den Wegen, die die polnischen Kabinette zurzett aehen. So lange Kucharzewski Premierminister ist, wird er abseits von dem wirklichen Leben Polens und von den wirk­lichen Ereignissen stehen und diese nicht in seine Hand zu nehmen vermögen. _

Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.

W. T.-B. Wien, 26. Sept. (Drahtberichi.) Amtlich ver­lautet vom 26. September, mittags: Keine grösseren Kampf­handlungen zu melden. Der Chef des Generalstabs.

Neuer französisch-amerikanischer Durch- bruchsversuch vereitelt.

W. T.-B. Berlin, 26. Sept., abends. lAmtlich. Drahtbericht.)

In der Champagne und zwischen den Argonnen und der Maas haben auf breiter Front franzSsisch-amerikanische Angriffe »ach elfftündiger Fruervorbereitung begonnen. Der Durch b rp ch deS Feindes ist vereitelt. Der Kamvt um unsere Stellungen dauert an.

Die neue Palästina-Offensive.

In den letzten Tagen, haben die Engländer ihre Offensive gegen die türkische Palästinasront wieder ausgenommen, da der Beginn der kühleren Jahreszeit die Unternehmung begünstigt. Der Haupfftotz der Feinde richtete sich gegen die türkisch« Tul-Kerm-Stellung. Zwischen der Strasse Jerusalem- Nablur und dem Jordan sowie zwischen der Küste und der Eisenbahnstrasse wurden große Vorbereitungen getroffen, um dem Gegner einen Hauptstoß zu versetzen. Indische Truppen wurden berangezogen, um die Front zu verstärken, die feind­liche Artillerie wurde verstärkt und Kriegsschiffe zur Mit­wirkung von See her herangezogen. So erfolgte der Angriff von der Front und von der Flanke und zwang die türkischen Truppen, sich in neue Stellungen zurückzuziehen. Zugleich haben die Engländer in restloser Arbeit es verstanden, dt« Araberhäuptlinge, denen sie in ihren Berichten den Titel „Könige" verleihen, gegen die Türken auszuwiegeln und so das türkische Heer zu beunruhigen und seine Verbindungen zu bedrängen. Der Erfolg, den die Engländer errungen haben, ist nicht gering einzuschätzen, denn es hat den Anschein, als ob sie sich ihrer Übermacht bedienen wollten, um «inen langen und schweren Kampf zu wageu. Besonder?- die artille­ristische Überlegenheit in Verbindung mit dem Flankeufeuer der Sch-ifssgeschütze macht sich bei den Kämpfen, in denen die Türken aufs tapferste jeden Fuss Landes verteidigten, statt bemerkbar. Das Vorgehen der Engländer wurde schon vor 14 Tagen in einer Rede Balfours angekündigt, der ausdrück­lich darauf hinwies, dass die Unternebinungen in Palästina mit grösstem Nachdruck wieder ins Werk gesetzt werden sollten. Mit dieser Offensive verbinden die Engländer nämlich weit­reichende politische Ziele. Trotzdem sie täglich der Welt vorführen, dass sie aus grösster llneigennützigkeit in die­sen Krieg eingetteten sind, nur um da? bedrohte Belgien zu schützen, verstehen sie es tatsächlich meisterhaft, ganz im sttllen an der Flamme des Weltkriegs ihr Süppchen zu kochen. Das von Wilson und den anderen Ententestaaten verkündigte Nationalitätenprinzip gilt bekanntlich nur für die Mittel­mächte, wo es durch den Frieden verwirklicht werden soll, da­gegen für die Ententemächte gibt es kein Nationalitätenprinzip. Darum soll ja auch England Ägypten behalten und auch die in Asien eroberten türkischen Länder nicht preisgeben. In erster Reihe suchen die Engländer jetzt mit -der Eroberung Syriens eine Landbrücke zu schaffen Mischen ihren großen afrikanischen und asiatischen Besitzungen. Auch in Baku wuibeu sie jüngst angetrofsen. Bekanntlich konnten sic von hier erst durch die Waffengewalt' der russischen Truppen versprengt werden. Alle die Einzelunternehmungeu gehen aus ein gewaltiges Weltmachtziel los, das durch den Friedensschluss seine Verwirklichung erhalten soll. Wenn noch ein Mensch im neu­tralen oder Feindesland daran zweifeln sollte, daß -dieser Krieg auch jetzt noch nach der österreichisch-ungarischen Friedensnote nicht aus den vorgeschobenen „ideellen" Gründen geführt wird, sondern lediglich zu dem Zweck, um die Weltvorherrschaft der englisch-amerikanischen Völker fest zu begründen, dem werden die jüngsten Vorgänge an der Polästinoftont jeden Zweifel nehmen. England opfert die Wohlfahrt und das Gedeihen der Welt lediglich seinen selbstsüchtigen Zielen. Alle schönen Worte könn-en an dieser Erkenntnis nichts ändern.

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England und die deutschen Kolonien.

W. T.-B, London, 26. Sept. (Reuter.) Die Erhebungen, die an massgebenden Stellen vorgenommen worden sind, zeigen, dass diejenigen, die am ehesten in -der Lage find, sich eine Meinung zu bilden, nicht im geringsten daran zweifeln, dass Deutschland, »renn es seine Kolonien zurückbekäme, sie als U r: t e r s e e b o o t st -a t i o n e n verwenden würde, die ein« Bedrohung für den Handel aller Nationen darstellen würden. In diesem Zusam-menhaug wird daran erinnert, dass der deut­sche Kaiser beim Ausbruch des Kriegs als Preis der englischen Neutralität gewisse besondere Versprechungen wegen der Häsen der nördlichen französischen Küste gemacht hat. Aber er hat nicht gesagt, was den sranZösischeu Kolonien passieren würde. Jetzt scheint es klar, dass eines seiner Ziele war, sich in ihren Besitz zu setzen. Jetzt behaupten die Deutschen, dass sie die Wiedelcherstclluig der Kolonien nur wollen, um Rohstoffe zu bekommen. Diese Behauptung wird als ein offensichtlicher Täuschungc-versuch angesehen, -denn der Wert der Ausfuhr aus chren gesamten überseeischen Besitzungen betrug vor dom Krieg nur 5 Millionen Pfund. Die Erobeiung einiger Kolonien, z. B. Ostasrika und Südweftaftika, war eine ausserordentlich schwierige Ausgabe. Wenn Deutschland sie zurückbekäme, könnte -es sie zu Lanoe und zur See so befestigen, dass sie -nahezu un­einnehmbar wären. Man mutz in diesem Zusammenhang an die ausserordentliche Vergrößeru n,g der ll-B o o t g denken. Die Unterseeboote vom -veränderten Deutschland-Typ haben einen Aktionsradius von ungefähr 30060 Kilo­meter und der neueste Kreuzertyp sogar einen solchen von 50 000 Kilometer. Ein Mionsradius von 16 000 Kilometer aber würde genügen, um ernstlich aus alle Handelswege der Welt störend einzuwicken.

Anmerkung des W. T.-B.: Die Propaganda mit der Be- fteiung der Neger vom deutschen Joch scheint in England