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cite 2. Donnerstag, 2«. September ISIS.

Wiesbadener Taablatt.

Abend-Ausgabe. Erstes Blatt. Nr. 48V.

Ausfluß der unerwünschten Propaganda für den internatio­nalen Pazifismus. Unter Hinweis aus meinen Erll.rß vom 7. November 1915, Nr. 3740. 15. g. A. C., ersuche ich, die Ab­haltung der in Aussicht stehenden Versammlungen und Reden zu verhindern, v. Stein. — Wie bekannt geworden ist. hat der bayerische Mini st er des Innern diesem Ersuchen nicht stattgegeben. _

Die Abweisung der neuen Angriffe zwischen Omignonbach und Somme.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 26. Sept. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Vorfeldkämpfe an der LySniederung, nördlich von La Basste und Moeuvre.

Heeresgruppe Boehn.

Heftigem Feuer des Feindes südöstlich von Epehy und bei Bellicourt folgte» nur Teilvorstöße, die abgcwiesen wurden.

Zwischen dem Omignonbach und der Somme setzte der Feind seine Angriffe fort. Der erste Ansturm brach in dem znsammengesaßten Feuer unserer Artillerie und Infanterie zusammen. Das Schwergewicht der am Bormittag mehrfach wiederholtcn Angriffe richtete sich gegen die Höhe zwischen Pontruet und Gricourt. Vorübergehend faßte der Feind auch hier Fuß, im Gegenstoß nahmen wir sie wieder. Am Nachmittag setzte der Feind zwischen Francilly und der Somme erneut zu starken Angriffen an, die bis auf kleine Ein­bruchsstellen abgewiesen wurden. Wir machten hier in den beiden letzten Tagen mehr als 300° Gefangene.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Bei örtlicher Angriffsunternehmung nördlich von Alle- m a n t (zwischen Ailette und Aisne) machten wir Gefangene. Nördlich von M a i l l y schlugen wir Teilangriffe desi Gegners ab.

Heeresgruppe Herzog Albrecht.

Östlich der Mosel wurde ein Teilangrisf des Feindes abgewiesen. Dir dort kämpfenden Truppen der 21.Laad­wehrbrigade nahmen im Gegenstoß 50 Franzosen und Ame­rikaner gefangen.

AuZ feindlichen Geschwadern, die Frankfurt a. M und Kaiserslantern angriffen, wurden 7 Flugzeuge abgeschossen.

Der Erste Generalquartirrmeister: Ludendorfs. '

*

Die erfolgreiche Abwehr vor der Siegfriedfront.

W. T.-B. Berlin, 25. Sept. Seit Anfang September ver­schob sich der Druck der Engländer gegen die Siegfried­stellung immer mehr von Norden nach Süden. Dabei rannte Fach mit zusommenaeballten Kräften und mit außerordent­licher Zähigkeit bald in geschloffenem Großangriff, bald in starken Teilvorstößen immer wieder vergeblich gegen die deutsche Front im Raume Cambrai-St. Quentin an. Am 24. September setzte er stacke englisch-französische Kräfte gegen den Raum nordwestlich und westlich von St. Quentin an. Dev Angriff galt in erster Linie der sogenannten Tommv-Höhe Zwischen den Dorftrümmern von Pontruet und Gricourt. In gewohnter Weise stürmten die Engländer vor. Sinter schwerstem Artilleriefeuer gingen starke Jn- fanteriemaffer, vor. die von zahlreichen Tanks und Schlacht­sliegern begleitet wurden. Im ersten Ansturm gingen die beiden Dörfer verloren. Den planmäßig unter starkem Artillerieschutz einsetzenden deutschen GegenangNst fen ver­mochte der Engländer jedoch nicht strndzuhalten. Pontruet und Gricourt wurden wieder erobert. In erbittertem Ringen gelangte schließlich auch die Tommy-Höhe, die mehrmals den Besitzer wechselte, wieder in deutsche Hand. Weiter südlich, wo es den Franzosen gelungen war, sich Francilly-Selency zu bemächtigen, griff der Gegner um Mitternacht nach kurzer Fenervocbereitung nochmals an. Es gelang ihm jedoch nicht, über das Dorf hinaus Boden zu gewinnen. Fünf Offiziere und 50 Mann blieben in deutscher Hand. Zwischen der Ailette und Aisne stießen am 23. und 24. September mehrfach starke französische Patrouillen vor. Dem am Morgen des 24. einsetzenden schweren Feuer folgte nur ein Teilan- griff südöstlich Brnxaillon, der im Handgranatenkamps ab- geiviescn wurde. Ans den übrigen Fronten war die Artillerie- eätigkeit rege. Bei eigenen Unternehmungen wurden mehr­fach Gefangene eingebracht. Bei einem derartigen deutschen Vorstoß nürdöstlich Ypern gelang es, 14 feindliche Unterstände zu sprengen und 82 Gefangene zurückzubringen.

26 0vv Tonnen!

W. T.-B. Berlin, 26. Sept. (Drahtbericht.) Im Sperr­gebiet um England und im Atlantik versenkten unsere U-Boote 26 000 Bruttoregistertonnen.

Der Chef res Admiralstabs der Marine.

Die türkische Rückzugsbewegung am Jordan.

W.T.-B. Konstantinopel, 21. Sept. Tagesbericht: An der Palästinafront nahmen unsere Bewegungen den ge­planten Verlauf. Der Engländer folgt nur schrittweise. Sonst nichts Neues.

Ein Besuch des Königs von Norwegen i» Kopenhagen.

W. T.-B. Ehristiania, 24. Sept. König Haakon reiste l>eute mittag zum Besuche am dänischen Hofe nach Kopen­hagen, von wo er am Samstag hierher zurückkehren wird.

Ein schwedisches Kanonenboot auf eine Mine grskoßen.

W. T.-B. Skagen, 24. Sept. Das Rihaubureau berichtet: Das schwedische Kanonenboot ..Gundel" ist 6 Meilen von Skagen auf eine Mine gestoßen Von der Bemannung von 29 Mann sind der Führer und 19 Mann ertrunken. Zwei Torpedoboote kamen mit den übrigen 10 Mann, von denen einer tot. einer schwer, drei leichtverwundet und fünf unver­letzt sind, im Hafen an. Man glaubt, daß die Mine zu einem ganz neuen Minenfeld gehörte.

Törichte Gerüchte über deutsche Truppenaushebungen in der Ukraine.

W.T.-B. Kiew, 25. Sept. Aus offiziellen deutschen Kreisen wird gegenüber den Gerüchten, daß rn der Ukraine eine Einberufung erfolge und die Einberufenen an die deutsche Westfront gehen sollen, erklärt, daß Deutschland nirgends nn besetzten Gebiet auch nur einen Soldaten einbe- rufen habe. Ein derartiges Vorgehen in der befreundeten Ukraine, wo Deutschland nur sei. um Ruhe und Ordnung her- zustellen, sei ausgeschlossen.

„Die Heimat ist das Rückgrat des Heeres".

Eine neue Mahnung Hindenburgs.

W. T.-B. Danzig, 25. Sept. Auf ein von den Vertretern

Generalseidmarschall v. Hindenburg gerichtetes Telegramm traf folgende Antwort ein: Großes Hauptquartier, 26. Sept. Der Gruß der Männer ans der Ostmark hat mich und General Lndenidorff sehr erfreut. Möge die Mitarbeit der deutschen Preffe an der bedeutungsvollen Pflicht, die Z u v e r s i ch t und den Siegeswillen zu erhalten und zu pflegen, von vollem Erfolg gekrönt sein. Die Heimat ist das Rückgrat des Heeres. Die Heimat und das Heer wird Ihnen für Ihr Wirken danken. Die Friedenshand will der Feind nicht, und darum steht Deutschland um so fester zusammen. Der Gegner Ansturm wird an diesem Fels zerschellen.

Generalseldmarschall v. Hindenburg.

Friedrich Naumann über den Völkerbund.

B. A. Berlin, 25. Sept. (Eig. Drahtbericht, zb.) Friedrich Naumann veröffentlicht in der „Hilfe" Betrachtungen zur Völkerbundsfrage und sagt: Alle Volker haben ein Bedürfnis nach Friedensgarantien. Ob und wie weit im Völkerbund eine solche Garantie enthalten ist, unterliegt der Probe. Darüber enffcheidet im Grunde nur daS Experiment. Des­halb wird der Bund vor den Neubeginn des Austausches ge­setzt. Auch wenn ein Teil von uns theoretische Zweifel übrig behält, so müffen wir die Probe mitmachen, und zwar in dev ernsthaften Absicht, daß sie gelingt. Da? ist die Pforte, durch die wir hindurchgehxn müffen. Besser ist. wir tun eS gern und freiwillig, als ungern und gezwungen.

* Der Kaiser in Kiel. Der Besuch der Torpedowerk­statt in Friedrichsort durch den Kaiser erfolgte nach einem Sonderprogramm unter Führung des Konteradmirals Hering. Don Friedrichsort ging die Fahrt nach der Wik. In einer Ansprache an Abordnungen aller Truppenteile der Garnison sagte der Kaiser u. a.: Die Ruhmestaten der Flotte seien .denen unserer Armeen gleichwertig. Der Kaiser über­lbrachte sodann die Grüße der an der Westfront kämpfenden Kameraden und forderte zum Schluß auf, dafür zu sorgen, den U-B ootkrieg in voller Wirksamkeit zu erhal­ten, damit den Truppen an Larid auch weiterhin geholfen und ermöglicht werde, den schweren Kampf mit Erfolg durchzn-fnh- ren. Don Kiel begab sich der Kaiser dann nach Cckernsörde, wo Übungen der Ü-Dootschule stattsanden.

Wiesbadener Nachrichten.

— Schwurgericht. Die vorgesehene dritte Tagung des Schwurgerichts, welche am 14. Oktober ihren Anfang nehmen sollte, muß, da kein Derhandlungsstoff vorliegt, in Wegfall kommen. Gegen vier Tagungen in Friedenszeitcn war wäh­rend de§ Kriegs bereits eine Einschränkung auf drei eingetre­ten, im Lauf dieses ganzen Jahres aber ist nur eine Tagung zustande gekommen. \

— Änderung in der Brotversorgung. Infolge der Herauf­setzung der den Brotbezngsberechtigten zustohenden Mehl­mengen gelangen, nach einer Bekanntmachung des Magistrats, vom 30. September 1918 ab 1470 Gramm Mehl einschließlich Streckungsmittel oder 2 Kilogramm Brot in 2 Laiben je 1 Kilogramm als Wochenmenge zuk^verteilung. An Zulagen werden wöchentlich gewährt: für Sclwerstarbevter (8 3) 1 Zu- satzbrot (1426 Gramm); für Schwerarbeiter (8 2l y 2 Zusatz­brot; für Minderschwerarbeiter (8 1) 1/ Zusatzbrot; für wer­dende Mütter-(dl) y 4 Zusatzbrot. Im übrigen sei ans die Be­kanntmachung verwiesen.

— Die Metallbeschlagnahme. Im Gerichtsgebäude wer­den zurzeit auch die bis jetzt noch dort verbliebenen Messing- dekorationsteile abgenommen und abgefahren. Dieselben wer­den durch bronzierte Gipsdekorationen ersetzt.

— Mehr Hafernahrung. Staatssekretär v. Waldow ant­wortete auf eine Hamburger Anregung, daß für das laufende Wirtschaftsjahr eine verstärkte Herstellung von Hasernähr- mitteln in Aussicht genommen sei.

— Ob das Hilst? Die rheinische Provinzial-Fleischstelle gibt bekannt, daß von jetzt ab alle Gasthäuser, die Fleisch aus Geheimschlachtungen verwenden, rücksichtslos drei Monate geschlossen werden.

— Tie Heizung der Eisenbahnzüge im kommenden Winter. Ursprünglich war in Aussicht genommen, idie Fernzüge erst vom 1. November an zu heizen; nunmehr ist festgesetzt worden, wenn die Witterung eS erforderlich macht, schon vom 15. Okto­ber ab mit dem Heizen zu beginnen. Unter besonderer Berück­sichtigung der klimatischen Verhältnisse im Osten sollen die Züge, d'e nach den besetzten Gebieten im Osten fahren, so ein­gerichtet werden, daß sie jenseits der Grenze schon vor dem 16. Oktober mit,' Heizknpplnngen versehen werden, damit sie bei kalter Witterung bereits früher als in Deuffchland geheizt werden können.

— Einstellung der Rheinschiffahrt. Die Köln-Düsseldorfer Dampfschiffahrtsgosellschaft hat die gesamten Fahrten einge­stellt. Nur eine Fahrt (Gütertransport mit Personenbeförde­rung) wird täglich unbestimmt nach Bedarf auf der Strecke Mannheim-Rotterdam unterhalten. Auch die Niederländische Dampffchiffahrtsgesellschaft hat ihre Schnellfabrten eingestellt.

— Leichenländung. Der seit 13. September als vermißt gemeldete 16jähiige Banklehrlina Otto Ohlemacher von hie>- ist mit der am 17. September aus dem Rhein gelandeten Leiche bei Winkel identisch. Es liegen bis jetzt nicht die geringsten Anhaltspunkte dafür vor, weshalb der Junge sich ein Leid an­getan. Es ist nicht ausgeschlossen, daß er das Opfer eines Überfalls geworden, da die Leiche am Hals eine Wunde auf­weist, ferner wird die Bsleftasche des Toten vermißt. Ob Äev- bvechen oder Selbstmord vorliegt, wird erst -die Untersuchung ergeben müssen.

— Verhaftung einer Hotelschwindlers. Von unserer Kriminalpolizei wurde sestgenommen ein Mann, welcher in einem Hotel im Mittelpunkt der Stadt als Kinobesitzer Heinz v. 'Schmieding abgesttegen war, sich auf Besuchskarten als Bild­hauer bezeichnet« und, geschmückt mit 'dem Bond des Eisernen Kreuzes, verschiedener anderer Orden sowie mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse, einherstolzierte. Der Mann machte sich an Kellnerinnen und Dienstmädchen heran, versprach auch einem der Mädchen die Ehe und plünderte sie, indem er sich Dar­lehen von ihnen geben ließ, nach besten Kräften aus, hinterließ rum Schluß auch eine nicht unerhebliche Hotelfchnld. Es han­delt sich bei chm um einen Stellmacher, einen früheren Für- forgezüglMg, welcher bereits zahlreiche gerichtliche Vorstrafen auf dem Kerbholz hat, hauptsächlich wegen Eigentumsver­gehens und beim Militär entlasten worden ist.

— «urhaus. Wkgm t«r am Freitagabend 7 Uhr im großen Saale prm Bcsten der Ostpreußen-Hilfe itattimdend«, Flämischen «bendr kann das Alrnmmcmkkorzert um 8 Uhr mir bei geenmeter Witterung rm Kurxartcn algthalt«» werden.

Dar Wiesbadener Konservatorium für Musik (Direktor Michaclrs veranstaltet am kommenden Samstag, abends 146 Uhr, ini Saale des Konservatoriums. Rheinstraße 64 den 149. Bcriragoalmd Dal Programm enthalt 22 Nnmmern für Klavier und für Violine. Eintritt frei.

Aus Provinz und Nachbarschaft.

m. Erbach stNbeinpau) 2S. Sept. Die höchsten Preise, die bis jetzt hier für Äcker und Wcinlerge erlöst worden sind, wurden bei der Liege»schaftcn-Vcrsttigeiung der Witwe Bernhard Bender be­zahlt. Für einen Wnutirg aus dem „Lmstnbcrg" wurden 45 M «inen Acker m der Lage ..Strieth" 40.50 M., einen weiteren Acker 39 M. und noch «men Acker 57 M. die Rute erzielt.

Gerichtssaal.

wc. Preiswucher im Weingeschäst bildete den Gegenstand einer längeren Verhandlung vor dir hiestoen Strafkammer. Es handelte sich dabei uni Frage» den besonderer Wichtigkeit für Wein- Händler wie Wcintrinker, nämlich die, ob Wein, wenigstens Konsum- wein, als Gegenstand der täglichen Bedarfs im Sinne der Kriegs» Verordnungen anzusehen, ob der Weinhändler unbegrenzte Profite zu nehmen berechtigt sei, ohne wider die Kriegswucherbestimmung zu verstcßen, und ob er im Falle einer öffentlichen Versteigerung Gebote aniuhmen dürfe, die über eine gewisse Grenze hinausgehen. Am 29. Mai v. I. wurde im „Schwanen" in Ostrich eine von I. Hufnagel in Asmannsbansen inszenierte Versteigerung von Rot- und Weißweinen abgel,alten Von der Firma Hufnagel rührten, wie später fcstgcstellt Niirde,- 18 Viertclstück 1915er und 12 Halbstück 1916er Rotwein her, etwa die Hälfte eigenes Wachstum, während es sich bei den, Rest »m Weißweine der Firma Ueberle u. Ritzhaupt in Heidelberg handeln:. Weine, zu denen die Trauben in den ver­schiedensten Bezirken gekauft und an Ort und Stelle zusammen ge­keltert worden waren Die Selbstkosten beliefen sich bei den Hus- nagclschen Weinen auf 28 447 M., bei den anderen aus 17 858 M. Die erzielten Gewinne betrugen 55 600 M. bezw. 50 000 M. Der Versteigerung wohnte der Wcinkontrollcur Hauscrt an. Er ließ der Verfteigciung ihren freien Verlauf, beanstandete insbesondere die erzielten Einzelpreise nicht, und erst nachträglich erstattete er Strafanzeige baupfiacklich. weil er in der Verquickung der Ver­steigerung de: Husnagelschen Weine mit denen der Heidelberger Firma und in noch einigen anderen Verstöße« wider die zu Recht bestehenden Bes immuiigcn glaubte erblicken zw sollen. Schließlich jedoch wurde die Slrasrorfolguno lediglich eingeleitet wegen Kriegs­wuchers, und zwar gegen flrscvh Hufnagel unv den Weinhändler Ueberle aus Hiidelberg. Der Gerichtshof erkannte auf Freisprechung. Er war zwar der Meinung, baß objektiv ein Preiswucher vorliege, daß aber subjektiv die Angeklagten durch die Bundesratsverordnung vom 17. Januar 1518 entlastet würden, weil sie in nicht durch sie selbst verschuldetem Jirmni über die Auslegung der Bestimmung, betr. den Kiicgöwuchcr, gewesen seien. Die gesamten entstandenen Kosten hat dir Staatskasie zu tragen. Dre Verhandlung, zu der die Haupt-Wguhändler, Weinkomniissionäre und Weinkenner der

n n Gegend als Zeugen geloben waren, nahm volle fünf Stunde» nspruch.

wc. Eine Persische Prinzessin bestohlen. Die Gemahlin eines

persischen Prinzen kiel: sicki ängere Zeit hier in Wiesbaden in einem Hotel an der Soniicnbcrger Straße aus. Ihre Bedienung besorgte das Zimmermädchen Luise T., das eines Tages im Kleiderschrank eine Moppe nät eineni Varinhalt von rund 10 000 M. entdeckt«. Es konnte der Versuchung nicht widerstehen, sich einen Teil dieses Geldes anzueignen. Zweimal annektierte es je einen Tauiend- Markschein, ein drittesmol zwei Paar Schuhe, da wurde es entlarvt und auf der Stelle entlasten. Das Schöffengericht verurteilte das Mädchen zu 3 Wochen Gefängnis und lehnte es ab, die Verurteilte zur bedingten Begnadigung in Vorschlag zu bringen.

Neues aus aller Welt.

Spritschiebungen. Posen, 26. Sept. Hier ist die Wrlizei umfangreichen Spritschiebungen auf die Spur gekommen. Ts habe« drei Verhaftungen starigcfilnden, darunter Rechtsanwalt Lohn und seine Wirtschafterin

Die Grippe in Frankreich. Genf, 26. Sept. Dn wettere Ausbreitung der spanijchcn Grippe macht in Frankreich eine Ver­schärfung der behördlichen Maßnahmen nöttg.

Handelsteil.

Amtliche Devisenkurse in Deutschland.

W.T.-B. Berlin, 26. Septbr. (Drahtbericht.) Telegraphisch« Auszahlungen für

Holland.309.00 G. Mk. 309.50 B. für 100 Gulden

Dänemark.188.00 G. * 188.50 B. < 100 Kronen

Schweden .312.25 G. « 212.75 B. « 100 Kronen

E orwegen .188.50 G. - 189.00 B. « 100 Kronen

:hweiz.147.75 G. « 148.00 B. « 100 Francs

Oesterreich-Ungarn . 58.20 G. « 58.30 B. « 100 Kronen

Bulgarien. 79.00 G. « 79.50 B. « 100 Lewis

Konstantinopel . . . 20.14 G. « 20.16 B. « 1 türk. Pfd.

Spanien.134.00 G. « 135.00 B. « MO Pesetas

Helsingfors. 75.25 G. « 75.75 B.

Ausländische Wechselkurse, w. Ziiiieh, 25 Sept. Wechsel auf Deutschland 66.- (zuletzt 67.15). auf Wien 36— (86.85). aul Holland 212.- (213.50), auf New York 4.42 (4.45), au! London 21.05 (21.15) auf Paris 80.75 (81.10). auf Italien 88.50 (69.—). aul Kopen hauen 133— (133.-). aul Stockholm 147.50 (148.—). au) Christiania 135— (130.—). auf Petersbure 53 — (53.—). aui Madrid 103.— (102.75). auf Buenos-Aires 198.— (200.—). w. AniHlerdant. 25 Sept Wechsel aul London 9.915

S it 9.935). auf Berlin 31.25 (31.60). aul Paris 38.10 ), au! die Schweiz 47.25 (47.75), aul Wien 16.90 (17.225). auf JKopenhaeeii 62.375 (62.55), aul Stockholm 69.95 (69.75), aul New York 2.07-ch (2.08).

Industrie und Handel.

* Annener Gußstahlwerk, A.-G. In der Aufsichtsrats- sitzune wurde beschlossen, der ordentlichen Generalver- sammlune eine Dividende!'verteilune von 25 Proz. (wie

i. V.) vorzuschlaeen. „ „ _ , . , .

* Muuitionsmiaerial- und Metallwcrke Hindrtchs-Auller- mann, A.-G in Beyenburg (Wupper) Die Verwaltunjr be­antragt Erhebung der Vergütung für den Aulsichtsrat.

w. Jahresabschluß der Ilarpener Bergbau-A.-G., Dort­mund Dortmund. 25 Sept. Der Bruttogewinn aus Kohlen. Koks. Briketts, aus don Teeröfen-Anlagen und der Abteilung für Schiffahrt erreicht einschließlich des Vor­trags von 2 219 506 M. und verschiedener Nebeneinnahmen die GesamILöhe von 38 593 540 M. Hiervon gehen ab Itir General Unkosten 7 250 (>854 bl., für verschiedene sonstige Unkosten 083 329 M.. als Rückstellung für Feuerversiche­rung 100 000 M und liir Bergschäden 1500 000 M. Zu Ab­schreibungen auf Anlagenwerte bestimmte der Aufsichtsrat 10 951793 M Es verbleibt somit ein Reingewinn von 13108 332 M.. dessen Verwendung der Generalversamm­lung wie folgt vorgeschlagen wird: Zuwendung für gemein­nützige Zwecke 250 000 M., Tantiemen des Aufsichtsrats 434 042 M.. 12 Froz Dividende (wie i. V.) und Vortrag an! neue Rechnung 2 224 290 M.

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Wettervoraussage für Freitag, 27. Septbr. 1918

von der Meteorolog. Abteilung des Physika!. Vereins zu Frankfurt». SL

Wechselnd bewölkt, vorwiegend trocken, mild. Wasserstand des Rheins

am 26. September.

Biebrich Pegel: 1.95 m gegen 1.89 am gestrigen Vormittag.

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Mainz

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2.20 1.06 -

Die Abend-Ausgabe umfaßt 4 Seiten. HaugtschviNleiter: A. Heg er Her st.

Derantwertlich für Leitartikel unb politische Nachrichten: B. Hegercheeft ; für den Unterhaltunysteil: SB. t>. Nauendorf: für den lokalen u. provin­ziellen Teil und Eerichtdsaal: C. Losacker: für den Handelsteil: W. Etz; für die Anzeigen und Reklamen: H. Dorn auf, sümllich in Wiesbaben. Druck u. Verlag der Ü. S ch e ll « n b e r g'lchen Hvsbuchbruckeret-en nTirnhnfrfM

SpxechSnnye d« EriwM«««, ir HlS-l.tüir.