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Mittwoch, 25. September 1918.
Die miMlW ui MW Sage.
W.T.-B. Berlin, 24. Sept, Zur heuttgen Sitzung des Hauptausschusses des Reichstages sind erschienen. Reichskanzler Graf v. H e r t l i n g„ der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes v. H i n tz e sowie eine Neide anderer Ttaatssektttäre, Munster und Bundesrat^bevollmachtrIiL. Nutzer den Mitgliedern des Hauptausschusses wohnen zahl- reiche Abgeordnete den Verhandlungen als Zuhörer bel. Der Vorsitzende Abg. Ebert eröffnet die Sitzung und führt avS: Entgegen den Abmachungen, die Verhandlungen erst Ende Oktober wieder anfzunehmen, ließen der F r i e d e n ss ch r r tt Österreich - Ungarns und andere Fragen d-e Ber.isi.'ng des Hauptausschusses zu einem früheren Zeitpunkt als zweck- mätzig erscheinen. Nach den Vereinbarungen mit den Ver- tretern der Regierung soll zunächst Reichskanzler Dr. Graf v. Hertling das Wort erhalten. Sodann wird der Kriegsminister über die militärische Lage berichten. An dritter Stelle wird der Staatssekretär des Auswärtigen und endlich der Vizekanzler das Wort nehmen. An die Darlegungen der Regierung soll sich eine allgemeine Aussprache über die politische und militärische Lage anschließen. Ob diese heute schon oder erst morgen beginnen wird, läßt sich noch nicht übersehen.
Die Rede des Reichskanzlers.
Meine HerrenI Der Ausschuß ist zusammengetreten, um in der ernsten Loge, in der wir uns zurzeit befinden, von der Reichsleitung Auskunft über eine Reihe schwerwiegender Fragen zu erhalten und dieselben mit den Regierungsvcrtce- tern zu besprechen. Der Wunsch ist durchaus begreiflich und wir werden ihm nach Möglichkeit entgegenkommen. Zunächst möchte ich mir aber gestatten, einige allgemeine Bemerkungen vcrauszuschicken.
Meine HerrenI Wie Ihnen bekarint ist, hat sich weiter Kreil« der Bevölkerung eine tiefgehende Verstimmung bemächtigt. Der letzte Grund dafür ist der Druck, welchen der furchtbare nun schon mehr als 4 Jahre wäyrende Krieg verursacht. Alle die Leiden und Entbehrungen, e.e er zur Folge gehabt hat, die er allen Ständen, allen Familien, oder mehr oder minder jedem einzelnen auferlegt. Ich denke wicht daran, diesen Druck durch Worte verringern zu wollen, ober, meine Herren, wenn die Mißstimmung durch unsere gegenwürtige militärische Lage, durch die Ereignisse an der Westfront, beeinflußt ist, so muß ich. ohne den zu erwartenden Mitteilungen des Vertreters des Kriegsministeriums vorgreifen zu wollen, mit allem Nachdruck erklären, daß sie weit überdasberechtigteMatzhin- a u s g e h t. Gewiß, meine Herren, unsere letzte großangelegte Offensive hat uns nicht den erhofften Eefolg gebracht, das muß ohne weiteres zugegeben werden. Die Heeresleitung hat sich veranlaßt gesehen, unsere weit vorgeschobenen Linien auf die sogenannte Siegfriedstelluwg zurückzuverlegen. Die Lage ist e r n st, aber wir haben
keinen Grund, kleinmütig zu sein.
Wir haben schonSchwereres durchzumachen gehabt. Denken Sie an den Sommer 1916, als die Berdun-Offeusive scheiterte, an der Somme die heftigsten Kämpfe und im Osten die Massenanstürme Brussilows stattfanden, welche die bekannten ungünstigen Rückwirkungen an der österreichisch-italienischen Front nach sich zogen, und nun auch noch Rumänien in den Krieg eintrat. Damals haben wir den Mut^ nicht verloren, sondern den Feinden die uns am Ende wähnten, gezeigt, was entschlossener Siegeswille vermag.
Und wie steht eS heute?
Wir haben Frieden mit Rußland und Rumänien, und wenn auch die Verhältnisse im ehemaligen russischen Reich noch nicht geklärt sind und die Zukunft unsicher scheint, so ist doch für uns die früher« Bedrohung von zwei Seiten in Wegfall gekommen. Die österreichisch-ungarische Armee hält noch weite Strecken italienischen Gebiets besetzt. In Frankreich aber weisen unsere Truppen die von Franzosen, Engländern und Amerikanern unternommenen Vorstöße zurück. Der alte Geist ' ist in ihnen lebendig. Das haben die Ereignisse der letztvergangenen Tage deutlich erkennen lassen. Die hartnäckigen Durch- bruchsvcrsuche werden scheitern, des Vaterlandes treue Söhne wehren mit Todesmut der Eindringlinge. Und da sollten wir verzagt sein? Das wäre unmännlicher Kleinmut und schnöder Undank. Unsere Feldherrn Hindenburg und Ludendorff werden sich, wie jeder früheren, so auch der gegenwärtigen Lage gewachsen zeigen, und der voreilige Siegesjubel der Feinde wird bald wieder abflauen. Aber Heer und Heimat gehören zusammen. Gewiß, die laute Begeisterung, wie sie die Augusttage 1914 erfüllten, konnte nicht Vorhalten, aber die feste Entschlossenheit, auszuharren bis ans Ende, sie wird allen Schwankungen zum Trotz forlbeftehen. Die Väter und Mütter in der Heimat werden die Söhne, Gatten und Brüder draußen im Feld nicht im Stich lassen. Gerade jetzt, wo es aufs Ganze geht. Wir haben den Krieg vom ersten Tage an als Verteidigungskrieg geführt. ...
Rur um unserer Berterdigung willen sind wir ip Belgien eingerückt.
Ich betone daö um so energischer, angesichts des schnödesten Mißbrauchs, 'der bis in die letzten Tag« hinein mit dem bekannten Wort des damaligen Herrn Reichskanzlers getrieben wird. Als wir in Belgien einrückten, haben wir das geschriebene Recht verletzt. Aber es gibt, wie für den einzelnen, so auch für den Staat ein anderes Recht, das ist das Recht der Selbstverteidigung und der Notwehr. Wir haben Grund zu der Annahme, daß, wenn wir nicht rasch handelten, der Feind uns zuvorkommen und bei uns einrückcn würde. Nachträglich haben wir dann aus den belgischen Archiven ersehen, wie be- denÄich es längst vor Ausdruck des Kriegs um die belgisch« Neutralität bestellt war. Wir mußten im Osten uns der gewaltigen russischen Heeresmasien erwehren, die verwüstend in Ostpreußen eingedrungen waren, und sie in harten Kämpfen in ihre mevam iutümodiea und üe dann Schulter an Schul-
Morgen-Ausgabe.
ter mit unseren treuen Verbündeten am weiteren Vordringen hindern. Ebenso kämpften wir im Süden an der »ette der österreichisch-ungarischen Monarchie gegen das treulose
Und in Frankreich, das nunmehr der hauptsächlichste Kriegsschauplatz geworden ist, haben wir nie ein Hehl daraus gemacht, daß uns jeder Gedanke an Eroberung fernliegt.
Wie aber stehen die Dinge auf der Gegenseite? Freilich, wenn man den Äußerungen der Feinde Glauben schenken wollte, so ginge ihr Wille nur dahin, das in frevelhaftem Übermut die Welt-Hegemonie erstrebende Deuffchland zurückzuweisen, für Freiheit und Gerechtigkeit gegen ^^<1^ Imperialismus und preußischen Militarismus zu kämpfen. Wir wissen es besser. Borbereitet wurde der Krieg durch die Einkreisungspolittk König Eduards.
In Frankreich enfftand eine ausgedehnte Kriegsliteratur, die auf den bevorstehenden Krieg mit Deutschland hintvies. Der Einfluß Österreich-Ungarns auf dem Balkan sollte ausgeschalter werden, und nicht die preußische Militärpartei hat die Fackel cm den Zündstoff gelegt. Das hat die russische Militärpartei getan, die gegen den Willen 'des schwachen Zaren die Mobilmachung durchgesetzt und dadurch den Krieg unvermeidbar gemacht. 'Das haben die Akten des Suchomlinow-Prozesses deutlich bewiesen. Wir können dem Urteil der Nachwelt ruhig entgegensetzen. Für die Gegenwart freilich haben die feindlichen Machthaber es verstanden, durch einen unerhörten Feldzug der Lüge die Wahrheit zu verdunkeln. In der feindlichen Bevölkerung ist ein Haß gegen die Mittelmächte, insbesondere gegen Deutschland, enffacht, der alle Besonnenheit aufhebt, jedes gerechte Urteil erstickt. Wir haben alle die jüngste Rede Clemen- ceaus gelesen, die an Fanatismus und roher Gesinnung alles bisher Geleistete zu übertreffen scheint.
In den Vereinigten Staaten ist zurzeit der wildeste Kriegstaumel im Gange.
Wan berauscht sich an dem Gedanken, daß Amerika den geknechteten Völkern Mitteleuropas die Segnung moderner frei- hciilicher Kultur bringen müsse und erfteut sich zugleich der vielen Millionen, welche die Kriegsrüstungen in die Taschen der Geschäftsleute fließen lassen. Sie finden kein Ende in de: Verurteilung unseres Einmarsches in Belgien. Über die Vergewaltigung Griechenlands gehen sie als an etwas Selbstverständlichm ruhig vorüber. Sie behaupten, für den Schutz der unterdrückten Nationen einzutreten, die jahrhundertealten Leiden und berechtigten Beschwerden I r l a n d s aber finden nivgendswo Gehör. Die englische Regierung, die mit besonderer Vorliebe die Worte von Recht und Gerechtigkeit im Munde führt, hat es neuerlich damit vereinbart gesunden, das zusammengelaufene Gesinde! der ^schecho-Slowaken als kriegführende Macht anzuerkennen.
Demgegenüber wird Deuffchland nicht etwa angstvoll um Gnade flehen. Nein, es wird eingedenk seiner großen Vergangenheit und feiner noch größeren Mission in der Zukunft aufrecht stehen bleiben und nicht zu Kreuze kriechen.
Die Stunde wird krmwen, weil sie kommen muß, wo auch die Feinde zur Vernunft kommen und sich bereit ffnden werden, dem Krieg ein Ende zu machen, ehe die halbe Welt zu einer Trümmerstätte geworden rst und die Blüte der Manneskraft tot am Boden liegt.
Die Regierung will nur mit dem Volk und für daS Volk arbeiten, u»rd sie darf erwarten, daß dieses dabei hinter ihr steht.
Ich bin von -dem Tage an, da ich die schwere Bürde des Kanzleramts übernommen habe, bestrebt gewesen, die von mir gegebenen Zusagen zu erfüllen, und ich werde mich durch nichts beirren lassen, das, was nach dieser Richtung noch aussteh,t, energisch durchzuführen. Natürlich denke ich dabei an die große Reformvorlage, di« zwar nicht vor das Forum des Reichstags gehört, aber weit hinaus über die preußische Grenze die politischen Kreise in Deutschland beschäftigt.' Ich kann hier nur auf. di« Erklärung verweisen, die ich wiederholt, zuletzt im preußischen Heerenhaus, gegeben habe. Die Staatsregierung ist f «st entschlossen, die Vorlage zur Annahme zu bringen und wird dabei vor keinem ihr ver- fassungsgemäß zu Gebot stehenden Mittel zurückschrecken. Ge, lingt es nicht, das gesteckte Ziel auf dem Weg Parlamentär! scher Aussprache zu erreichen, so wird eben der andere Weg beschritten werden, den die Verfassung vorzeichnet. Lasten Sie mich zum Schluß noch einen kurzen
Blick in die Zukunft
werfen. Die Menschheit zittert bei dem Gedanken, daß dieser schreckliche, kulturvernichtende Krieg nicht der letzte sein, scndern weitere Kriege nach sich ziehen werde, und die Frage beschäftigt weitere Kreise, ob es kein Mittel zur Abhilfe gebe, ob eS nicht möglich sei, eine Organisation unter den friedensbedürftigen Völkern zu schaffen, welche das Recht au die Stelle der Macht, die friedliche Lösung an die Stelle blutiger Kämpfe setzen würden. Bekanntlich hat der Präsident der Vereinigten Staaten in vierzehn Punkten die Richtlinien ftir einen Friedensschluß ausgestellt. Ich habe am 24. Januar d. I. in Ihrem Ausschuß die Punkte besprochen und zu dem letzten der- selben bemerkt, daß mir
der Gedanke eines Völkerbundes durchaus sympathisch ist, unter der Voraussetzung, daß die Anerkennung des gleichen Rechts allen Bundesstaaten ge, währleistet wird. .Herr Wilson hat dann in einer Botschaft vom 11. Februar einen weiteren Schritt unternommen und rn vier Punkten die Grundsätze aufgestellt, welch« seiner Meinung nach bei einem gegenseitigen Meinungsaustausch Anwendung zu finden hätten. Ich habe in meiner Reichs, tagsrede mich im Prinzip damit einverstanden erklärt. In, zwischen scheint sich ja der frühere eifrige Friedensfreund in das Haupt des amerikanischen Imperialismus umgewandelt zu haben. Aber der Plan eines zu gründenden Völkerbundes wird dadurch nicht diskreditiert. Auch ich nehme keinen An.
Nr. 447. - 66. Jahrgang.
stand, mich beute nochmals zu dieser Frage zu äußern.^ E8 bandelt sich um die Forderungen einer allgemeinen gleichmäßigen und sukzessiven Abrüstung. , um Errichtung oblr- gatoriscker Schiedsgerichte, um Freiheit der Meere, um den Schutz" der kleinen Nationen. Der Reichskanzler bespricht kierauf die vier Punkte und kommt dann zum Schluß. Der Herr Staatssekretär des Auswärtigen wird sich noch naher übar die volitische Lage aussprechen und dabei die bekannte österreichische Note besprechen sowie die Aufnahme, die sie bisher in den feindlichen Staaten gefunden hat. In überstürzter Eile haben die Machthaber in. den sogenannten demokratrschen Staaten, ohne ihre Völker zu ftagen, eine schroffe ablehnende Haltung rn den Tag gelegt. Sie haben dadurch neuerdings gezeigt, wo die Eroberunassucht, wo der Imperialismus und der Min« tarismus in Wirklichkeit ju suchen sind. .
An Stelle des. Kriegsministers bespricht sodann General p. Wrisberg ^ „
die Lage im Westen und anschließend daran dre äuge- meine Kriegslage.
Er schloß: Voll Vertrauen sieht die Oberste Heeresleitung und die Heeresverwaltung den künsttgen Ereignissen entgegen. Das Ziel wird erreicht, wenn Heer und Heimat zusammen arbeiten, wenn hinter der zähen Verteidigung nnd dem größten Opfe.-mut unserer Truppen die eiserne Ent. scklostenbeit unserer Heimat siebt. Der Feind rechnet mehr als je au f vrfferen inneren Zusammenbruch. Zeigt d:e Heimat ein starres Gesicht, so gibt sie damit unseren Fronten eine unüberwindliche Stärke. Wir haben keine Ursache zu verzogen; ein fester deutscher Wille führt zum ehrenvollen Frieden. _
Anschließend Bietern äußert sich Kaprätn zur «ve Brüninghaus über
die militärische Lage zur See.
Er führte u. a. aus, die militärische Lage zur See lasse sich kurz in die wenigen Worte zusammenfassen: Unsere Sache steht gut,. Mit dieser Auftastung gebe er nicht nur die im Reicksmarineamt vertretene Anschauung wieder, sondern auch die der gesamten Front und die der Seekriegsleitung. Er führt dann weiter aus: Die Ansicht der Marine über
den augenblicklichen Stand des U-Bootkrieges
gründet sich auf zwei Tatsachen, einmal, daß unsere U-Boot« mehr Schiffsraum versenHUi-Mls.gebaut wird, während daS Bedürfnis unserer Gegner stetig wächst. Und des weiteren, daß unsere U-Bootwasfe ttoh aller Abwehrmaßnahmen unserer Gegner im Steigen begriffen ist. Ich stelle ausdrücklich fest, daß die Zahl der im Dienst befindlichen U-Boote heut« größer ist als zu irgend einer Zeit des Kriegs. Durch die 'Ereignisse an der Westfront ist, und das ist selbstverständlich, das Interesse der Öffentlichkeit für die Ereignist« auf See bei uns in den Hintergrund getreten. In England ist dies nicht der Fall. Hier verfolgt man trotz,der augenblicklich an der Westfront errungenen Erfolge all« Phasen des U-Bootkriegs mit angespanntester Aufmerksamkeit. Es erscheint mir dies als der beste Beweis dafür, wie wenig einsichtige Kreise in England auf das geradezu törichte Gerede von der überwundenen U-Bootgefahr geben. Man könnte über den U-Bootkrieg denken wie man wollte, die Marine ist nach wie vor überzeugt, daß er das einzige Mittel war nnd ist, die Angelsachsen zur Vernunft zu bringen.
Redner ruft die berufenen Vertreter des Volles und die Arbeiterschaften auf den Wersten und in den Tausenden Fabriken, die für unsere U-Boote tätig sind, auf, jeder an seinem Teil durch erhöhte Tätigkeit, durch gesteigerte Aufmerksamkeit zur Förderung des U-Bootbaues und damit zur schnellen Beendigung des Kriegs beizutragen. Der Arbeiter muß nicht nur mit den Händen, sondern auch mit dem Kopf und mit seinen Gedanken, mit dem Herzen bei der Sache sein, und sich 'bewußt sein, daß jeder Hammerschlag, den er tut, zw seinem eigenen und seines Vaterlandes Besten notwendig litt Dann werden wir, betonte Redner, aus dem Heimatheer noch mehr herausbekommen.
Steht das Heimatheer mit all seiner Leistungsfähigkeit geschloffen hinter unseren U-Booten, so werden sie ihr Ziel erreichen, einen Frieden, der die Lebensbedingungen unseres unversehrten Vaterlands sicherstellt.
Staatssekretär v. H i n tz e verbreitet sich über die politische Lage, woraus Vizekanzler v. Payer an Stelle des verhinderten Staatssekretärs des Innern Mitteilungen über die Verhältnisse der besetzten Ostgebiete und Litauens machte, dabei betonend, daß von irgendwelchen Annexionen nicht die Rede sein könne. Der Frieden von Brest sei geschloffen und werde loyal ducchgeführt.
Nachdem noch General v. Wrisberg über die militärische Lage in Mesovotamien und Persien gesprochen und mitgeteilt hatte, daß TäbrisinderHandderTürkeal sei, wurde die Weiterberatung auf Mittwoch vertagtt
Ein deutscher Protest bei der Räteregiernng.
W. T.-B. Berlin, 23. Sept. Wie wir erfahren, hat der deutsche Generalkonsul in Moskau der der Räteregierung oa- gegen Protest erhoben, daß eine große Anzahl von Reichs- angehöriqen und Schuygenossen von den russischen Behörden verhaftet worden sind, ohne daß ein erkennbarer Grund zu dieser Verhaftung den Anlaß gegeben hätte und daß trotz mehrfacher und dringender Anfragen über den Grund dieser Verhaftungen" und über das Schicksal der Betroffenen von seiten der zuständigen Behörden nur in den allerseltensten Fällen eine Antwort erteilt worden sei. Besonders ist in dem Protest hervorgehoben, daß zwei dem Schutze des Generalkonsulats unterstehende Polen ohne vorherige Mitteilung erschossen worden sind,' obwohl das Generalkonsulat sich gerade nach dem Schicksal dieser beiden Verhafteten erkundigr hatte. Der Generalkonsul hat rn dem Protest in energischer Weije daraus gedrungen, daß die Peffonen. gegeu die fern**.
