Einzelbild herunterladen
 

Verlag Langgasse 21

„Tagblutthaus".

Kchalter-Halle geöffnet von 8 Ildr morgen« bi« 7 Uhr abends.

wöchentlich

Brzugs-PrriS für beide Ausgaben: Mk, l.S<> monatlich, Mt 3S0 viertcljälirlich durch den Verlag Langgaffe 21, ohne Bringerlohn, Mk 4,8b vierteljährlich durch alle deutjchen Poftanftalten, ausschlielilich Bestellgeld. — Bezugs»Bestellungen nehmen außerdem entgegen: in Wiesbaden die Zweigstelle Bis- marckrtng 19. sowie die Ausgabestellen in allen Teile» der Stadt: in Biebrich: die dortigen Aus­gabestellen und in den benachbanen Landorten und im Rheingau die betreffenden Tagdlatt-Träger,

12 Ausgaben.

Bon

Fernruf:

„Tigblatthaus" Nr. 6650-53.

8 Uhr morgens bis 7 Uhr abend«, außer Sonntags.

Anzeigcn-Preis für die Zeile: 25 Psg. sür öriliche Anzeigen: 85 Pfg. sür auswärtige Anzeig 1.25 Mk, sür örtliche Reklamen: 2.50 Ml. für auswärtige Reklamen. — Bei wiederdolter Ausnahme unt

85 Psg. sür auswärtige Anzeigen: - Bei wiederholter Aufnahme unver­änderter Anzeigen'in kurzen Zwijchenräumen entsprechender Nachlaß. — Anzeigeu-Annahme: gür die Abend-Ausgabe bis 12 Ubr mittags: für die Morgen »Ausgabe bis 3 Uhr nachmittags. — Für die Ausnahme von Anzeigen an vorgeschriebenen Tagen und Plätzen wird keine Gewähr übernommen.

Berlioer Abteilung des Wiesbadener Tagblatts: Berlin W. 57, An der Apostelkirche 7,1. Fernsprecher: Amt Lützow 6202 uu» 620-1.

Donnerstag, 19. September 1918.

Morgen-Ausgabe.

Nr. 437. - 66. Jahrgang.

Einig im Ziel!

Von geschätzter Seite wird uns geschrieben: Es ist mög­lich, daß der neue Friedensschritt Österreich-Ungarns eine Belastungsprobe für unsere innere Front sein wird, insofern, als er zu neuen erregten Debatten über die Kriegsziele führen kann. Dem unerfreulichen Meinungsstreit kann bor- gebeugt werden, wenn wir uns recht klar machen, wie wir zum Kriege stehen, d. h. wofür wir 'hn führen mutzten, als es ncch keine Debatten über „alldeutsche Kriegsziele" gab.

Kein Verantwortlicher in Deutschland hat im August 1914 etwas anderes geglaubt, als datz wir einen Vertei­digungskrieg führen; das iit unsere Meinung in den vier Jahren und zwei Monaten, die seitdem verstrichen sind, geblieben und wird daL Agens aller unserer Handlungen bleiben bis zum Frieden. ^Wir sind gezwungen worden zum Krieg, auf der einen Seite durch Rußland, das seine alte Balkanrechnung gegen Österreich bereinigen wollte, ge­zwungen durch unsere Bündnisvslicht; auf der anderen Seite durch Enzlands's Neid, das uns die Stellung in der Welt­wirtschaft, die wir uns in 43 Friedensjahren errungen hatten, nicht gönnte. Rußland hat seine Schuld mit der inneren Auflösung gebüßt; das durch Lloyd George vertretene offizielle England fährt fort, uns den Kampf bis aufs Messer anzu­kündigen, einen Kampf, der durch rücksichtslose Anwendung aller Mittel wirtschaftlicher Abschnürung auch nach dem Krieg fortgeführt werden soll, während, was wir mit Genugtuung anerkennen, di: englische Arbeiterpartei unter Führung

HendersonS Llovd Georges ehemaligem Ministerkollegen, be­reits sich dem von den Mittelmächten schon lange gefundenen Standpunkt des Verständigungsfriedens genähert hat. Maß­gebend für uns kann indessen nur der Standpunkt des offi­ziellen Englands sein. Vom Boden dieser Tatsache aus wollen wir die österreichische Note betrachten und uns klar weiden, in welcher Linie wir unsere Friedensziele zunächst sie st setzen muffen, unbeschadet dessen, was der einzelne im Speziellen für Sonderwünsche haben mag.

England hat den Krieg als einen Konkurrenz­krieg vorbereitet und gebührt. Eduard VII., der die Ein­kreisungspolitik begann, war gewiß kein diabolischer Hasser deutschen Wesens. Er betrieb die Politik als Geschäftsmann, der einem lästigen Konkurrenten in aller Sftlle und ohne schädliches Aufsehen seine Kunden wegzufangen strebt. So fing es an. Und wenn England eines Tages dieses lautlose Wegfangen nicht mehr foctsetzen konnte, wenn es Farbe be­kennen mutzte und nun schon blutige Hekatomben dem Kon­kurrenzkampf geopfert hat, so war das eben die Fortsetzung seines politischen Geschäfts mit anderen Mitteln. Das Ziel blieb dasselbe, wie wir es jetzt aus den Drohungen mit dem Wirtschaftskrieg heraushören.

Diesem Ziel müssen wir die Forderung entgegensetzen, in der alle Deutschen einig sind: Di? Forderung nach Rück­gabe unseres Kolonialbesitzes! Der Wert unserer Kolonien, der angesichts der Lage aus dem Weltreh st off- markt ja überaus hoch einzuschätzen ist. führt uns in erster Linie noch nickt einmal dazu, in diesem Ziel alle Par­teien zu sammeln. In erster Linie veranschlagen wir heute den politischen Wert des überseeischen Besitzes, dessen Erhaltung uns die Garantie gibt, dem englischen Konkurrenz­kampf künftig nicht hilflos ausgeliefert zu sein. Es gab eine Zeit, da England selbst geneigt schien, unser wohlbegründetes Recht zur Teilnahme an der Kolonisierung Aftikas durch Taten anzuerkennen. Auf diese Grundlage muß England heute wieder treten, wenn es wirklich einen dauernden Frieden will; nur dann wird die Forderung in Erfüllung gehen, die selbst ein Lloyd Georgs sich zu eigen machen mußte- daß dieser Krieg der letzte gewesen sein soll.

Die Entente hat erklärt, daß die Zeiten, wo Friedens­schlüsse durch Feilschen und Handeln zustande gekommen seien, vorbei wäre und daß z. B. Belgien in keiner Form zu einem Tauschobjekt gemacht werden dürfe. Herr v. Payer hat diekem Standpunkt in seiner Stuttgarter Rede Rechnung getragen, indem er unsere Frredensbedingungen offen dar­legte. Die Forderung nach Rückgabe unserer Kolonien soll auch kein Handelsobjekt sein; -wir vertreten ein begründetes Recht und in diesem wichligsten Progcammpunkt die Meinung des ganzen Volkes, aller Parteien.

Wenn die österreichische Note vielleicht doch noch, der ge- guälten Welt zum Heil, in Kürze unseren Staatsmännern Gelegenheit geben sollte, unmittelbar Verhandlungen zu führen, dann muß ihre Arbeit getragen sein von dem ein­mütigen Willen des Volkes, das Vinter ihnen stehen soll. Weil uns nicht Erobecungslust trieb, weil wir an dem Charakter des Verteidigungskrieges immer fest dielten, wollen wir auch am Konferenztisch einen Verteidigungskrieg führen um das, was deutsch war und deutsch bleiben soll. Unsere Kolo­nien sind der Prüfstein des Verständigungsfriedens; nur dann, wenn die englischen Staatsmänner hier unser Recht achten, wird die Welt ihren Reden, die von einer schöneren Zukunft der Menschheit sprechen, glauben.

Die Wiener Meinung über Burians Note.

W. T.-B. Wien, 17. Sept. Die Blätter betonen gegen­über der „Norddeutschen Allgemeinen Z e i t u n g", daß sich in mancherlei Äußerungen Zweifel über den Erfolg des Schrittes des Außenministers Grafen Burian zeigen, daß man auch auf unserer Seite zu einer durchaus von nüchterner Beurteilung der Ver­hältnisse gebotenen Zurückhaltung übergegangen ist, und daß wir keine überschwenglichen Hoffnun- gen nähren. Die Blätter drücken jedoch die Meinung aus, datz ja der Erfolg nicht gerade darrn bestehen sollte daß die feindlichen Regierungen ohne weiteres auf den Vorschlag Burians eingehem Dieser Vorschlag hat, wie ous bet Note zu erkennen,ist, die politische Bedeutung

daß erdieEntenteregierungendazuzwingt, vor ihren Völkern darüber zu entscheiden, ob sie den von uns vorgeschlagenen Weg oder ob sie das Risiko der Ablehnung auf sich nehmen wollen. Der Erfolg ist demnach auf jeden Fall sicher. Entweder daß die vor­geschlagene Aussprache zustande kommt, oder daß die feindlichen Regierungen vor ihren Völkern die Verant­wortung für Zurückweisung der gebotenen Möglichkeiten übernehmen müssen. Die Blätter stellen sodann über­einstimmend gegenüber dem Einwand der deutschen Presse, daß die österreichisch-ungarische Demarche kauni auf ein politisches Ergebnis rechnen kann, fest, daß der Schritt des Grafen Burian kein Friedens­angebot, sondern eine Aufforderung zu einer unver­bindlichen Vorbesprechung ist, welche Klarheit darüber schaffen soll, ob und auf welcher Basis überhaupt Ver­handlungen ausgenommen werden können. Deshalb auch wurde dieser Vorschlag von Ö st e r r e i ch - U n- g a r n allein gemacht als ein Antrag, der nicht im mindesten mit einer Parteistellung der von uns zri ver­tretenden meritorischen Fragen zusammenhängt. Wo unsere Truppen im Westen, wie so oft schon an allen Fronten des Weltkrieges, Schulter an Schul­ter mit der verbündeten deutschen Armee käinp- fen, kann wohl am allerletzten davon die Rede sein, daß durch diesen formalen Antrag unser Bundesverhältnis berührt werden könnte. Gegenüber dein ferneren Um­stand. daß der Zeitpunkt nicht günstig gewählt sei, weisen die Blätter darauf hin, daß die Entente gerade früher mit Rücksicht auf ihre militärischen Rückschläge be­hauptete, sich nicht auf Verhandlungen einlassen zu kön­nen. Der jetzige Moment schließt nun eine derarrige Argumentation aus, da die Entente. behauptet, einen großen Sieg errungen zu haben. Sie müßte daher den jetzigen Moment als richtig zugestehen für eventuelle Verhandlungen. Hierzu kommt noch, daß der feindliche Angriff zum Stillstand gebracht worden ist. Es ioird bald der Moment gekommen sein, wo die Entente keine großen Worte mehr über den Erfolg wird gebrauchen können. Der gegenwärtige Zeitpunkt muß daher als ein zum Erfolge des Vorschlages durch­aus günstiger bezeichnet werden.

Einberufung der österreichischen Delegationen.

Ni. Wien, 18. Sept. (Eiz. Drahtbericht. zb.) Die Ein­berufung der österreichischen Delegationen ist für den 15. Oktober in Aussicht genommen, doch wird Burian nocber mit führenden Delegationsmitgliedern Besprechungen zur Siche­rung einer Mehrheit haben. Im Abgeordnetenhaus, das am 1. Oktober wieder Zusammentritt, dürfte noch vor der Be­ratung der auf der Tagesordnang stehenden Steuer eine Debatte über die F r i e d e n s n o t e Burians stattfinden.

Ganz ohne Zutun Deutschlands.

Br. Berlin, 18. Sept. (Eig. Trahtbericht. zb.) Der „Lokal-Anzeiger" schreibt offenbar offiziös inspiriert: Im feindlichen Ausland ivird die Note des Grafen Burian als deutsche Arbeit bezeichnet und die Sache so dargestellt, als sei ihr Ursprung i n B e r l i n zu suchen, während ein englisches Blatt behauptet, die österreichische Anregung sei in erster Linie auf Betreiben der Türkei erfolgt. Solchen irr­tümlichen Auffassungen gegenüber mag aufs neue darauf hin­gewiesen werden, datz de.- österreichisch-ungarische Minister des Auswärtigen, wie schon aus den einleitenden Worten seiner Note hervargeht, sie als ein eigenes Geistesprodukt anaesehen wissen will und daß somit keinerlei Grund vor­liegt, die Autorschaft des Grafen Burian in Zweifel zu ziehen. Damit mutz auch die Meldung eines Wiener Blattes von einer Mitarbeit der deutschen Regierung beim Zustandekommen der Note als unzutreffend bezeichne- werden, wie denn überhaupt der Schritt der Donaumonarchie ein Völlig selbständiger gewesen ist Es ist auch von Interesse zu erfahren, daß die Berliner amtlichen Stellen erst heute in den Besitz des amtlichen Schriftstückes der Wiener Regierung gelangt sind.

Weiterhin scharfe Ablehnung in Frankreich.

W. T.-B. Bern, 18. Sept. (Drahtbericht.) Das öster- reichffche Angebot wird von der Mehrzahl der französischen Blätter heute eingehend kommentiert. Zum grüßten Teil von der ganzen rechten Presse ist die B o u l e v a r d p r e s s c glatt ablehnend. Bon den sozialistischen Blättern liegen bisher nur Kommentare der „France Libre", des Organs der 41 rechten Sozialisten, und des „Populair" vor. Wie zu er­warten war, äußert sich die „France Libre" ebenso chauvini­stisch wie die übrige Hetzpreffe und schreibt: Das einzige Mittel für die Entente, augebblicklich mit Deutlchland zu verhandeln sei, den französischen Soldaten das Wort zu überlassen. .„Populair" meint dagegen, daß die Entente unbedingt antworten müsse.

Eine französische Kriegszielerklärung?

Br.. Genf, 18. Sept. (Eig. Drattbericht. zb.) „Hamme Libre", das Organ Clemenceaus, schreibt, daß sich der Minister­präsident einer neuerlichen Forderung der Sozialisten auf Abgabe einer Kriegszielerklärung nicht mehr wider­setzen werde.

Die abweisende Antwort Amerikas.

W. T.-B. Washington, 18. Sept. (Drahtbericht. Reuter.) L a n s i n g s Erklärung w'.irde innerhalb einer halben Stunde nach Empfang des österreichischen Vorschlags abgegeben. Die ^.Schnelligkeit, mit der die Rückäußerung erfolgte, zeigt, daß

nicht der leise st e Zweifel darüber bestehen kann, was man sür eine Antwort zu erwarten hat. Amtliche Kreise beschäftigen sich mit der Frage, welches der nächste Schritt zu dem, was man allgemein, als deutsche Friedens­offensive auffaßt, sein wird. Allgemein glaubt man, daß die deutschen und österreichischen Militärbehörden die Antwort als Beweis dafür erklären werden, daß alles Menschenmögliche zur Herbeifübrung des Friedens geschehen sei und das Volk für einen neuen Winterfeldzug moralisch kräftigen wollen. Andere sprechen von der Mög­lichkeit des Zerfalls des Bierbundes. Indem Öster­reich so weit gegangen sei, einen Friedensvorschlag zu machen, labe es den Weg für den nächsten Schritt, die vorbehaltlose Unterwerfung unter Wilsons Bedingungen, geebnet.

W. T.-B. Washington, 17. Sept. (Reuter.) Die Ant­wort der Vereinigten Staaten an Österreich-Ungarn wurde heute nachmittag der schwedischen Gesandtschaft zur Übermitt­lung nach Wien ausgöhändigt.

Friedensgeneigtheit der Londoner Arbeiter- Konferenz.

W. T.-B. London, 18. Sept. (Drabtbericht.) Der Vor­sitzende der internationalen Arbeiterkcnferenz er­klärte, datz die Anwesenden durch ihr Erscheinen nicht für den Frieden um jeden Preis eintreten. noch einer Niederlage in die Hand arbeiten wollten, sondern daß sie einen ehrenvollen und dauerhaften Frieden verlangten. Über den öster­reichischen Vorschlag sagte der Vorsitzende, 08 sei Pflicht der Anwesenden, jeden Schritt zum Frieden zu ver­suche n. Kevenski wurde ein Platz auf der Vorstands­tribüne eingereiht. Henderson teilte mit, daß die ruffischen Abgeordneten nicht erschienen seien, aber Balfour habe wissen* lassen, daß sie Pässe bekommen hätten, damit sie mit dem nächsten Schiff der Admiralität Bergen verlaffen könnten. Henderson las ein Telegramm der russischen Delegierten vor, das die Aufmerksamkeit rtuf die unaussprechliche Notlage des ruffischen Volkes unter der bolschewistischen Regierung lenkt und die westlichen Länder ersucht, Kommissionen nach Ruß­land zu schicken, um die Politik der Svwjetregierung zu unter­suchen. Der Vorsitzende fügte hinzu, daß die Konferenz der Ansicht sei, daß eine Mission nach Rußland gehen solle.

Allgemeine Zustimmung in Bulgarien.

W. T.-B. Sofia, 18. Sept. lDrahtbericht.) Die Note des Grasen Burian rief in a l l e n K r e i s e n einen äußerst starken Eindruck und günstige Kommentare hervor. Die un- abbängige „Zarja" schreibt' In Bulgarien wird sich, niemand finden, der den Frredensvorschlag des Grafen Burian nicht trendig begrüßt. Niemand verliert etwas, wenn er den Vorschlag ännimmt, zumal die Operationen trotz der Ver­handlungen andauern können.

Westlich der alten Siegfriedstellung!

W. T.-B. Berlin, 18. Sept.. abends. (Amtlich. Drahtbericht.)

Englisch-französische Angriffe auf breiter Front vom Walde von Havrincourt bis zur Somme. Gegen den auf der Mitte der Schlachtfront zwischen Hcrgiconrt und Onignon-Bach eingedrungenen Feind find Gegen­angriffe im Gange.

An der übrigen Front sind Angriffe des Feindes geschei­tert. Wir kämpfen überall westlich unserer alten Siegfried st ellung.

*

Der letzte Fliegerangriff auf Paris.

W. T.-B. Bern, 17. Sept, „Progres de Lyon" meldet aus Paris: Der letzte Luftangriff aus Paris richtete großen Schaden an. Die Häuser, auf die Brandbomben fielen, sind der Mehrzahl nach'eingeäschert. Die neuen Brandbomben, welche die Deutschen verwenden, haben eine furchtbare Durchschlags- und Sprengkraft. Das Blatt meldet 5 Tote und ungefähr 10 Verwundete. Der ganze An­griff war außerordentlich heftig. Mehrere Flugstaffeln durch­flogen in Abständen von wenigen Minuten das Sperrfeuer und warfen, zufolge den Andeutungen Pariser Blätter, über das ganze Pariser Gebiet Bomken ab. Das französische Ab­wehrfeuer war außerordentlich hefftg.

..Lyoner Funksprüche".

W. T.-B. Berlin, 18. Sept. (Trahtbericht.) Um zu be­weisen, mit welcher Eile der deutsche Rückzug aus dem S t. - M i h i e l - B o g e n vor sich ging, berichtet der Funftprr.ch ans Lyon vom 15. d. M„ daß es den Deutschen nicht gelungen sei, die von ibnen beabsichtigte Zurückführung der Bevölkerung, vor allem der jungen Leute, durchzuführen. Lyon funkte, datz ein Teil in St. Mihiel zurückblieb, wo er die siegreichen französischen Tcappen mit.Fveudenrufen be­grüßte, und daß die übrigen in den Wäldern und Schluchten gefunden wurden, wo ihre Wächter sie bei der eiligen Flucht im Stich gelassen batten. — Nachdem Lyon so den flucht­artigen Abzug der Deutschen tue Welt genügend eingeprägt hatte, mußten noch andere Register von der Barbarei gezogen werden. Deshalb funkte Lbon zwei Tage später unbedenklich wörtlich: Die Deutschen führten im letzten Augenblick viele, selbst alte Personen mit sich fort. Alle jungen Leute wurden mitgenommen. (Das Gedächtnis der Welt ist allerdings sehr kurz, aber ein größerer Zwischenraum zwischen den beiden anderen diametral widersprechenden Mitteilungen hätte sich dcch empfohlen.)

Die Tagung des französischen Senats.

W. T.-B. Paris» 18. Sept. (Hcrvas.) Der Senat hat seine Sitzungen wieder ausgenommen. Dubost und Clernenceau hielten Eröfftiunasreden.