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Seite 4, fflteaStag, IV September
Wiesbadener Tagblalt.
Abend-Ansgabe- Erstes Blatt. Nr. 134
* <B»e Statt«, dir ihre JHnbtt vrrh<ag«ni ließ. Sin grauenhaft«« Bild vrm Berrabung «tthüvie ein Prozeß, der sich vor der Abaer Strastmiaarr abipieltc. Eine Frau Rämer Lac angeklagl, daß fi« ihre Kinder verhungern. ließ. Die Frau war eines Diebstahls bezichtigt, und es war infolge dessen in ihrer Wohnung eine Haussuchung vorgeuommen worden. Dabei fanden die Beamten zwei Kinder halb verlmngert vor. Ruf dem Kleiderschrank lag ein Skelett, ine Leich« eines Knaben der Fra«, von der Fliegen, Maden und Würmer das Fleisch bereits ganz vertilgt hatten. Ein viertes Kind ist an vollständiger Entkräftung Hungers gestorben. Die Frau nihrte als Granatcndreberin einen leichtfertigen Lebenswandel, s aS Gericht verhängte über sie eine Gefängnisstrafe von einem Fahr und ordnete ihre sofortige Verhaftung an.
Neues aus aller Welt.
Die Schueideuiühler Eisenbahnkatastrophe. M. - Gladbach, :>!. Sept. Soeben trafen 33 Särge unt den Leichen der Schncide- niübler Bablikatasiroph« hier ein. Es wird eure gemeinsame Beerdigung stattfindcn.' Bom Kaiser und vom Oberpräsidcnten sowie Kardinal Hgrtmann und vielen anderen hohen Persönlichkeiten !.ascn Beileidstelegramm« ein.
Die Pilzvergiftungen in Wreschrn. Posen, 16. Sept. Bon scn in der Bierschliner Westfalen-Kolonie untergebrachten 33 Kindern aus Castrop sind bis gestern 31 an Pilzvergiftung gestorben. Tie Kinder, im ganzen 43, sollten morgen in die Heimat zurück- kebren. Am Sonntag hatten sie Pilze gesammelt. Die Köchin erklärte, die Pilze genau zu kennen. Die Lehrerin, die Bedenken äußerte, ließ sich durch die bestimmte Versicherung der Köchin beruhigen. 33 Kinder aßen von dem Pilzgericht; bereits in der Rächt zum Dienstag traten bei mehreren Kindern Vergrftungserscheirrungen ans. Am Dienstag wurde ein Arzt gerufen. In der Nacht zum Mittwoch starben bereits zwei Kinder, und man führte nun die übrigen dem Wrcschener Kreis-Krankenhaus zu. Rur zwei Kinder dürften am Leben bleiben.
Ein ausgebrochener Landesverräter wieder eingesangeu. Hannover, 14. Sept. Der frühere Matrose Johannes Brandt, der seinerzeit aus dem Berliner Gefängnis ausgebrochen war und auf -essen Wiedererarcifung. die Generalkommandos durch Aufrufe eine Belohnung bon~ 300(1 M aussetzten, da es sich um einen Landes- crräter handelte, ist in einer Höhle bei Kirchweihe in der Nähe ,ou Bremen verbastet und gestern in das hiesige Gerichtsgefängnis cuigeliesert worden. „
Die Eiseubahnkatastraphr in Holland. Rotterdam, 16. Sept. Ku dem Eisenbahnunsall bei Meesp wird noch gemeldet: In dem Nnglückszuge befand sich auch eine Anzahl deutscher Kinder, die gestern morgen aus Deutschland nach Holland gebracht worden waren. Sie saßen glücklicherweise im letzten Wagen und sind alle wohlbeh alten. _
. Handelsteig.
Vom Weinmarkt.
Unser fachmännischer Mitarbeiter schreibt: Das Wein- steuergesetz ist mit dem 1. September d. J. in Kraft getreten. Auf das Versteigerungsgeschäft haben die 20 Proz. Steuer noch keinen Einfluß aitszuüben vermocht, denn die Verkäufe, welche in diesem Monat auf dem Versteigorungs- wege zustande kamen, brachten außerordentlich hohe Preise. Indessen ist iin alleemeinen Verkaufsgescbäft des Händlers infolge der Steuer doch eine gewisse Zurück- lialtunsr des kaufenden Publikums wahrzunelimen. was nicht verwundern kann, denn im alleemeinen sind die Verkaufspreise für Wein auf 6 bis 7 M. die Flasche lunauf- < klettert und bei solchen Preisen tritt die Steuer doch ;r!ion als fühlbare Belastung in Erschemuna. Selbst die -seren Mittelstandskreise zeigen sich unter solchen Um- binden nicht mehr kaufkräftig. Auch der Ausschankwein ist durch die Steuer in einer Weise belastet daß der Verbrauch nachlassen muß. Es bedeutet eigentlich eine Verkennung der Lage, wenn es trotzdem noch Winzer gibt für die die derzeitigen Preise immer noch nicht hoch genug
sind, in Rheinhesseu werden kür die 1917« bereits 12 000 Mark für J 200 Liter, und zwar für gewöhnliche Gehrauchsweine gefordert au der Mosel gar HOCK) bis 15 000 M. das Fuder 900 Liter). Im Kiie.ingau. wo allerdings nur noch bessere 1917er lagern, verlangt man 18 000 bis 20 000 Mark für das Stück. Solche Preise sind horrend, das Eiu- kaufgeschäft ist infolge dessen — im freihändigen Verkauf — zurzeit sehr ruhig, nichtsdestoweniger Kommen immer noch Abschlüsse zustande. . , . .
ln den Frührot-Trauben hat m der Rheinpfalz und m Rhejnhessen der Herbst begonnen. Es wurde wenigstens * in Rheinhessen alles verkauft und zwar in der Preislage von 3.50 bis 3.60 M das Pfund Trauben, was einem Stückpreis von 11000 bis 12 000 M. entspricht. Dabei ist die Oualität dieser Trauben teilweise wenig ansprechend und deshalb der Preis über alle Begriffe hoch. Alle auch in diesem Jahre wieder geplanten Maßnahmen überHöchstpreise sind wieder im Sande verlaufen und doch hätten gerade die Rotweine noch am ersten erfaßt werden können. So wird der Tanz um das goldene Kalb wieder weitergehen.
Der Stand der Weinberge berechtigt ira alt- gemeinen zu guten Hofinungen. nur müssen die Trauben noch reichlich Sonne haben und dann muß ohnehin die Lese so weit als möglich hinausgeschoben werden, um ein einigermaßen reifes Produkt zu erzielen, weil für die Yer- besserang kein Zucker vorhanden ist.
Amtliche Devisenkurse in Deutschland.
W.T.-E. Berlin, 17. Septbr. (Drahtbericht.) Telegraphische Aus Zahlungen kür
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100 Kronen 100 Kronen 100 Kronen 100 Francs 100 Kronen 100 Lewis 1 türk. Pfd. 100 Pesetas
Holland.
309.00
G.
Mk.
309.50
B.
Dänemark ....
188.00
G.
188.50
B.
Schweden ....
212.25
G.
212.75
B.
Norwegen .... Schweiz.
188.50
G.
189.00
B.
147.75
G.
148.00
B.
Oesterreich-Ungarn
58.20
G.
58.30
B.
Bulgarien.
79.00
G.
79.50
B.
Konstantinopel . . Spanien.
20.90
G.
21.00
B.
130.00
G.
131.00
B.
Helsingfors ....
75.25
G.
75.75
B.
Amtliche Wechselzinssätze der Notenbanken.
Deutsche PI. 5.00 London . . 5.00 Paris . . . 5.00 Amsterdam 4.50
Belg. Plätze 6.00 Wien .... 5.00 Schweiz. PI. 4.50
Ital. Plätze . 5.00 Lissabon . . 5.50 Madrid . . . 4.00
Kopenhagen 5.00 Stockholm . 7.00 Petersburg 6.50 Rumänien . 6.00
Ausländische Wechselkurse.
w Zürich, 16. Sept. Wechsel auf Deutschland 70.— (zuletzt 68.50) auf Wien 40.50 (37.40), auf Holland 215.— (215.—). auf New York 4.54 (4.40), auf London 21.60 (21.10). auf Paris 83.25 (80.75). auf Italien 69.50 (66.—). auf Kopenhagen!^.- 035.—). auf Stockholm 149— (149.—). auf Christiania 136.— (138.—). auf Petersburg 52. — (52.—). auf Madrid 103.— (102.75). auf Buenos-Aires 200.— (200.—).
Banken und Geldmarkt.
<x Berliner Geldmarkt. Berlin, 17. Sept. Die Zinssätze halten sich auf dem bisherigen Stande: Tägliches
Geld 4M: Proz.. Privatdiskont 4*/, Proz. und darunter.
Industrie und Handel.
* Rrirhsgetreidcstclle und Mühlen. Die neuen Geschäftsbedingungen zwischen Reichsgetreidestelle und Mühlen sind gestern in Kraft getreten. Außer der Erhöhung des Lagergeldes von 2.50 auf 3.50 M. ist der Trocknungslohn von 6 auf 10 M. erhöht worden. Ferner wird der bisher nur bei Mahlaufträgen zur Herstellung von 94proz. Roggen-, oder Weizenmehl übliche Zuschlag von 2 M. für die Tonne auf den Mahllohn für das neue Wirtschaftsjahr auch für die Herstellung von 85proz. Gerstenmehl bewilligt.
* Zur Lage der deutschen Malzindustrie. In der Mitgliederversammlung des Bundes Deutscher Malzfabriken (E. V.) trat im Verlauf einer lebhaften und ausgedehnten Aussprache einmütig die Auffassung zutage.
daß bei Fortdauer des jetzigen schutzlosen Zustandes einem großen Teile der Malzfabriken der Untergang drohe und daß Hilfe nur von einer Kontingentierung der Malziadiistne zu erwarten sei. Die Beschäftigung mit Trockuungsarbeiten, die bis jetzt ein Durrhbalten noch ermöglicht hat. könne nur als vorübergehende kriegswirtschaftliche Erscheinung angesehen werden Es wurde beschlossen, sich mit den übrigen Mälzerverbänden wegen schleunigster Einberufung einer allgemeine,, Mälzer Versammlung zur Erörterung der L age nach Frankfurt a M. zu verständigen.
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-machen wir darauf aunnertfam, daß das Abonnement
auch drnnften bei ihrem Feldpostamt angemeldet und auch dort mit Mk. 1.75 für den Monat bezahlt werden kann. Es ist außerdem unbedingt erforderlich — zur Vermeidung von Lieferungsstörungen — daß die Feldbestellungen spätestens 8 Tage vor Ablauf der Bezugszeit erneuert und gleichzeitig bezahlt werden.
In Fällen, in denen das Feldpost-Abonnement von Angehörigen oder Bekannten daheim bestellt
wird, kann die Erneuerung auch auf dem Postamt des Heimatortes erfolgen.
Empfehlenswert für die Feldpostbezieher draußen sowohl, als für die Besteller auf dem Postamt des Heimatortes, ist es, wenn das Abonnement gleich für mehrere Monate bewirkt wird, um Unterbrechungen in der Lieferung vorzubeugen.
Verlag des IMim ZWatts.
Wettervoraussage für Mittwoch, 18. Septbr. 1918
von der Meteorolog. Abteilung des Physikal. Vereins su Frankfurt a. M.
Wechselnd bewölkt, keine erheblichen Niederschläge, etwas kühler.
• Wasserstand des Rheins
* am 17. September.
Biebrich Pegel: 2.23 m gegen 2.38 am gestrigen Vormittag. Caub * 2.96 « ♦ 2.88 -
Maini
1-69
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_ Pie Abend-Ausgabe umfaßt 6 Seiten. _
Hauptschrtftleiter: A. Hegerhorst.
Verantwortlich für Lrüartikel und politische Nachrichten: A. Hegerhorsti für den Unterhaltunasteil: B. v. Nauendorf; für den lokalenn. provinziellen Teil und Gerichtssaal: C-Losacker; für den Handelstell: SB. Etz- für die Anzeigen und Reklamen: H. Dorn auf, sämtlich tn Wiesbaden. Druck u. Verlag der L. Schellender ziehen tzofbuchbruckereiin Wiesbaden.
Sprechstunde der Echriftleitung 12- bis 1 Uhr.
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Eröffnungsfeier
Freitag, den 20. September 1918, abends 8 ühr,
vor geladenen Gästen.
Direktion des Thalia-Theaters.
Emil Bommert.
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