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Tagblatthaus".

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12 Ausgaben.

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Der Tagesbericht vom 12. September.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 12. Sept. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Nordöstlich von B i r s ch o o t e wurden Teilangrisse, bei Armentieres und am La Basseekanal Vorstöße des Feindes abgewiesen. t , ,

An den Kampffronten entwickelten sich wahrend des Tages unter starkem Feuerschutz mehrfach Jnfanterie- gefechte im Vvrgelände unserer Stellungen. Am Abend heftiger Artillerickampf zwischen den von Arras und Pcronnc nach Cambrai führenden Straßen. Englische Angriffe, die bei Eintritt der Dunkelheit gegen den Kanalabfchnitt Marqnion-Havrincourt vorbrachen, scheiterten vor unse­ren Linien. Auch zwischen Ailcttc und A i s n e nahm das Artilleriefeuer am Abend wieder an Stärke zu. Die Jnfan- terietätigkeit blieb hier auf Borfeldkämpfe beschränkt. Aus« den Höhen nordöstlich von Fismes wurden französisch« Teil­angriffe abgewiesen.

Erfolgreiche Erkundnngsgefechtc an der lothringi­schen Front und in den Vogesen.

Der Erste Generalquartiermeister: Ludcndorfs.

*

Unser Luflerfolgrekord int August.

W. T.-B. Berlin, 11. Sept. Die deutschen Lustjtrütkräst- baben im August die größten Erfolge seit Kriegsbeginn erzielt. Sie schaffen im ganzen 592 feindliche Flug­zeuge ab, von denen 251 in unserem Besitz blieben. Wir verloren 147 Flugzeuge, von denen 79 in Feindeshand fielen Unsere Flugabwehrgeschütze vernichteten 62 Flugzeuge und zahlreiche Tanks. ' Unsere Bombengeschwader bewarfen feind­liche Ziele mit 1158 Tonnen und bewirkten 14 ungewöhnlich starke Brände und 9 besonders heftige Explosionen.

Die Neunte.

Die erste offizielle Ankündigung zur neunten Kriegsanleihe, die vom 23. September einen lonat hindurch zur Zeichnung aufliegen wird, ist veröffentlicht. Das Werk des Zurüstens und der Vorbereitung kann, muß beginnen. Wir haben uns im Verlauf der Propa­ganda für die acht Kriegsanleihen, die hinter uns liegen, eine gewisse Anleihe-Organisations-Kunst angeeignet, die jetzt neu erprobt, und wenn es nötig ist, vervoll­kommnet werden muß. Wir wollen uns darüber nicht ini unklaren sein: Es wäre verkehrt, wollte man an­nehmen, da es achtmal gelungen ist, den Anleihen glän­zende Ergebnisse zu sichern, werde das Werk zum neun­ten Mal sich gewissermaßen von selbst vollenden. Nein, wir wollen und müssen damit rechnen, daß ein Er­folg, würdig der bisher erfochtenen Äcldsiege, sich nur erreichen lassen wird, wenn auch diesmal alle Kräfte bis zum äußersten angespannt werden, wenn jeder das hergibr und bereit halt, was herzugeben und bereitzuhalten er in der Lage ist.

Betrachten wir einen Augenblick das Bild, in dem sich das Gesamtgeldwerk, soweit es bis jetzt voll- bracht worden ist, präsentiert. Es wurden gezeichnet auf:

1. Anleihe (September 1914) 4,481 Milliarden

2. .. (März 1915) . . 9,106

3. (September 1915) 12,168

4. (März 1916) . . 10,767

5. (September 1916) 10,699

6. .. (April 1917) . . 12,979

7. (September 1917) 12,459

8. (April 1918) . .15 001

Zusammen . . 87,655 Milliarden.

Insgesamt ergaben die acht Anleihen 87,655 Milliar- den. Das ist ein Resultat, dessen imponierende Beden- tung in die Augen springt. In ihm spiegeln sich die auf eine harte Prüfung gestellten, aber immer wieder glänzend 'erprobten Eigenschaften unseres Volkes, die es befähigen, den schwersten aller Anstürme, die je den Bestand seines Reiches und die Zukunft seiner Ent­wicklung bedrohten, abzuwehren, siegreich in ihm sich zu behaupten. Zugleich aber kommen in jenen Ziffern die festgefügte Verfassung der deutschen Wirtschaft, ihre Stärke und ihre Kraft deutlich zum Ausdruck. Die Belastungsprobe, die unserem Wirt- schaftsleben, unseren Finanzen zugemutet wird, ijkr- steigt all das, was ftüher an Vermutungen übeWme Wirkungen eines modernen Krieges aus wirstchaftlikyem Gebiet ausgesprochen wurde. Die Mittel, die die neu- zeitliche-Kriegführung erfordert, gehen ins fast Grenzenlose. Wie man ehedem von Millionen sprach, spricht man heute von Milliarden. Mag sein, daß manchmal allzu sorglos von Milliarden gesprochen wird, das ändert -aber nichts an der Tatsache, daß die Durchführung der gewaltigen Aufgaben, die die Verteidigung des Vaterlandes an uns stellt, Summen ouffrißt, die beispiellos und überragend wie alle an­deren Erscheinungen, Begriffe und Vorstellungen in diesem Kriege sind. . ^ ^

Die Presse der Gegner hat vor jeder der letzten deut­schen Kriegsanleihen jeweilen Voraussagen zu müssen geglaubt, die Rekordzahlen der fünften, sechsten und

siebenten Anleihe könnten durch eine achte nicht mehr erreicht werden. Dann hat diese achte Anleihe in Wirk­lichkeit all das weit hinter sich gelassen, was vorher ge­leistet worden war. Das Fünfzehn-Mllliarden-Ergebms der achten mutz uns ein Ansporn sein, die neunte mrt allen Mitteln zu fördern, daß auch sie em gutes Ergebnis erbringe. Wiederum Handeft es sich darum, daß jeder an der Werbearbeit sich beteiligt, daß jeder an der Zeichnung teilnimmt, der dazu berufen und be­fähigt ist. Im Zusammen st ehen aller, m der Bereitschaft jedes einzelnen zur gemein­samen Arbeit sind die Quellen zu suchen, die uns ein Resultat der neunten Anleihe versprechen, dessen wir uns nicht zu schämen brauchen.

Die deutschen Streiter wehren in diesen Wochen feindliche Offensiven ab, deren Heftigkeit ge­waltig ist. Wer empfände nicht den Wunsch, ihnen für ihr heldenmütiges Ausharren, für die unermeßlichen Leiden, denen sie ausgesetzt sind. Dank zu sagen! Diesen- Dank ihnen auch sichtbar abzustatten, dazu bietet die nennte Anleihe eine Gelegenheit, wie man sie sich besser kaum denken kann. Die deutschen Heere müssen empfinden, daß die H e im a t ihr B e st e s daransetzt, ihrer wert und würdig zu sein. Ist sich dessen in Stadt und Dorf jeder bewußt, so wird auch das Ergebnis der nennten Anleihe ein Denkmal deut­scher Kraft werden .

Die Admiralstabsmeldung.

IV. T.-B. Berlin, 11. Sept. (Amtlich.) Um England herum versenkten unsere Unterseeboote

16 006 Bcuttvreqistertonnen.

Der Chef des Admicatstabes der Marine.

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Ein britischer Dampfer gesunken.

W. T--B- Amsterdam, 12, Sept. (Drahtbericht.) Nach hier eingetroffenen englischen Blättern ist der britische DampferOra" infolge eines Zusammenstoßes mit einem ftanzösischen Dampfer gesunken.

134 Minen an der holländischen Küste angespült.

W. T.-B. Amsterdam, 12. Sept. (Drahtbericht.) Im August wurden an der niederländischen Küste 134 Minen angespült, wovon 115 englischer, 13 deutscher und 6 unbekannter Herkunft waren.

Herr Josse über die Lage Rußlands und feine Beziehungen zu den Zentralmächten.

Bi. Berlin, 12. Sept. (Eig. Drahtbericht, zb.) In einer. Unterredung mit dem Korrespondenten desAz Eft" äußerte der Berliner Vertreter der Sowjetrepublik Joffe über die augenblickliche Lage Rußlands und seine Beziehungen zu den Zentralmächten u. a.: Was die Engländer anbelangt, so glaube ich, daß sie an der Murmanküste und in der Gegend von Archangelsk vor nächstem Frühling nicht weiter- marschieren können, da sie während des Winters, der im Norden schon jetzt beginnt, keine neuen Kräfte herbeischafftn könr-en; somit müssen sie bis zum Frichjahr warten. Die Möglichkeit, daß Rußland mir Deutschland ein ähnliches Bündnis schaffe, wie es das Bündnis mit Lsterreich- Ungarn oder mit der Türkei Hi daß also die Truppen ge­meinsam und nebeneinander kämpfen, besteht nicht. Ein Zusammengehen der jetzigen russischen Truppen mit irgend einem Heer, das nicht für die soziale Ordnung kämpft, ist überhaupt unmöglich. Tie Zusatzverträge wären für das frühere starke Großrußland das Maximum des Schlechten gewesen, das cS über sich hätte ergehen lassen können: sie sind das Maximum des Guten, was das jetzige Rußland er- reicken konnte.

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Die finnische Königswahl.

Sr. Kopenhagen, 12. Sept. (Eig. Drahtbericht, zb.) Nach einem Telegramm aus Helsingfvrs bat Prinz Friedrich Karl Von Hessen sich bereit erklärst die Königskrone von Finnland anzunehmen. Der sinnischtz Landtag tritt am 26. September zusammen.

Eine neue Regierungserklärung zur Wahlreform.

W. T.-B. Berlin, 11. Sept DirNvrdd. Allg. Ztg." schreibt: Ein beute imVorwärts" veröffentlichter Aufruf der sozialdemokratischen Partei erhebt gegen die Regierung den Vorwurf, daß sie tatenlos zusehe, wie der Ausschuß des Herrenhauses, der die preußische Versasiungsvorlag-e berät, das Zustandekommen der geplanten Reformen ab­sichtlich verscklevpe. Dieser Vorwurf ist unbegrün­det Die Staatsregierung hat keinen Anlaß, daran zu zwei­feln, daß der Ausschuß des Herrenhauses die großen Aus­gaben, die ihm gestellt sind, mit Ernst ustjfe Sachlich­keit behandelt. Der bisherige Verlauf der Beratungen läßt keinerlei Verschleppungsabsicht erkennen und schließt keines­wegs aus, 'daß die Kommission zu Beschlüssen gelangt, die dem Juli-Erlaß entsprechen und deshalb nicht nur für die Staaisregierung unannehmbar sind, sondern auch dem preußi­schen Volke eine Befriedigung seiner berechtigten Wünsche gewähren. Es ist deshalb Pflicht der Regierung, in den Gang der Verhandlungen zurzeit nicht einzugreifen. Die Staatsregierung muß mit Entschiedenheit den Verdacht zu­rückweisen, daß sie die von der Zeit gebotenen Notwendig­keiten verkenne und die Erfüllung ihrer Pflicht hinaus­

schiebe. Die wiederholten Erklärungen des Reichskanzlers und der beteiligten Staatsminister berechtigen die Regierung zu dem Anspruch ans das Vertrauen, daß sie dre preußische Wahlreform unter Erschöpfung sämtlicher Mittel, über die sie nach der Verfassung verfugt, tn red­licher Erfüllung des Juli-Erlasses zum Ziel führe» wird.

Die neuen konservativen Verschandelungsanträge.

W. T.-B. Berlin, 11. Sept. In der Wahlrechiskommission des Herrenhauses wurde von konservativer Seite an Stelle des zurückgezogenen Antrages auf Abänderung des 8 3 eine Vorlage eingcbcacht, deren wesentliche Bestimmun­gen lauten: Jeder Wähler hat eine Stimme in einer Be­rn f s w ä h l e r g r u p pe, der er nach seinem Hauptoerus im Sinne der Berufsstatistik des Deutschen Reiches angehort. Es werden sechs Wählergruppe-n gebildet. Gruppe 1 umfaßt die Selbständigen aus dem Bereiche der Land- und Forstwirtschaft sowie der Fischerei. Grupps 2 umfaßt den Rest der in der Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei Tätigen. Gruppe 3 umfaßt die Selbständigen aus Industrie und Handwerk. Gruppe 4 umfaßt die Selbständigen aus Handel und Verkehr. Gruppe 5 umfaßt alle übrigen Ange­hörigen von Industrie, Handel und Verkehr. Gruppe 6 Um­sicht die Beamten und freien Berufe. Die Zahl der Man­date wild folgendermaßen verteilt: Gruppe 1: 117; Gruppe 2: 41; Gruvve 3: 89; Gruppe 4: 48; Gruppe 5: 99; Gruppe 6: 55 Abgeordnete. Für jede Wählergruppe werden unter Wahrung der Provinzqrenzen Wahlbezirke abgeteilt, deren jeder eine tunlichst gleiche Zahl der in der betreffenden Gruppe Wahlberechtigten umfassen soll. Der Minister des Innern sprach sich grundsätzlich gegen die Annahme des berufs- ständigen Wahlrechts aus und legte di^ Ungleichheiten dar, zu denen das in dem vorliegenden Antrag liegende Softem ;rn einzelnen führen müsse. Bon mehreren Seiten wurde er­neut der Wunsch ausgesprochen, daß die Regierung weiteres Material zur Prüfung der Wirkungen des Berufswahlrechts belbrinpen möge, da man im Lande erwarte, daß diese wich­tige Frage gründlich geprüft werde. Von anderer Seite wurden schwere Bedenken gegen den Antrag geltend gemocht. Die Verhandlung über diesen Gegenstand, wurde«, nicht zu Ende geführt. Nächste Sitzung Donnerstag 11 Uhr.

Parlamentarische Besprechungen.

Berlin, 12. Sept. Der Reichskanzler wird, wie derBerl. Lok.-Anz." hört, in den nächsten Tagen die Führer der ReichstaqZsraktionen empfangen. Auch die Börsenzeitung" weist auf Besprechungen des Kanzlers mit führenden Parlamentarieren hin und sagt: Wie bei ähnlichen früheren Anlässen werden die Parteiführer Gelegenheit haben, in Einzelunterredungen mit dem Grafen Hertling die schwebenden Fragen zu erörtern. Der geschäftssübrende Ausschuß der natwnallrberalen Partei wird am 17. zusammentreten, um Stellung zur Reform des LandtaqswahlrechtS und zur Frage der etwa notwendig werdenden Neuwahlen zu nehnien. Dre konservative Fraktion des Landtags versammelt sich am 20. zu einer Besprechung. m

Der interfraktionelle Ausschuß Her Mehrhertsparteren des Reichstags ist für heute zu einer Sitzung einberufen worden. DieGermania" stellt fest, daß es sich ledig- lich um eine der periodisch wiederkehrenden Besprechun­gen zwischen Vertretern der Mehrheitsparteien des Reichstags handelt. Da der Reichstag vorerst nicht zu­sammentrete, hätten die Vertreter der Mehrhertsparteren das Bedürfnis, sich über schwebende Fragen auszu- sprechen.

Zeitungsverleger und Papierfrage.

W T -B Berlin. 11. Sept. Am 11. Sept. fand in Berlin! eine allgemeine Zertungsverlegerversammlung statt, die, vom Verein Deutscher Zeitungsverleger einberufen, sich mit der infolge der Krieg Der!,nltisisse immer schwieriger ge­staltenden Frage der Z e itun g s p ap i e rprei se und der Haltung der Reichsregiernng in dieser Lebensfrage der deutschen Tagcspresse beschäftigte. Schon der Besuch der Versammlung, in der über tausend Zeitungen aus allen Teilen des Ruches vertcÄen waren, legte Zeugnis ab von der Bedeutung dieser Frage. Das Ergebnis der eingehenden Verhandlung war nachfolgende Entschließung, die mit allen gegen zwei Stimmen angenommen wurde: Dre

deutsche Presse befindet sich in einer ernsten Loge. Di» Herstellungskosten drohen den Höhepunkt zu e*° reidren, der nicht mehr überschritten werden daff. soll nicht die allbewäbrte, historisch gewordene Struktur der deutschen P-.-sse zerstört werden. W-rd der dauernd steigenden Belastung nicht Einbalt geboren, so kann die Presse ihre wicktige vaterländische Ausgabe nicht mehr erfüllen. Sie verliert an Verbreitung und Einfluß. Das wichtigste Förderungs mittel unserer nationalen Interessen wird dadurch lahmqelegt. Wenn hier vom Reiche nicht ein- geariffen wird, so sind die Zeitungen gezwungen, entweder; ihren redaktionellen Teil bis zur Wirkungs- losigkeir einzuschränken oder den Bezugspreis irr einem Umfang zu erhöhen, der dem Volke, für das die Zei­tungen eine wesentliche geistige Nahrung sind, unter 'den heutigen Verhältnissen unmöglich zugemutet werden kann, .gerade jetzt waren die Folgen von verhängnisvollster Wirkung für das Staatsleben. Es ist deshalb ein unumgäng­liches Erfordernis, daß die Reichsregierung, wie bis­her, dafür Sorge trägt, die deutschen Zeitungen vor einer unerträglichen Belastung durch die Papierkosten zu be­wahr en.

IV. T.-B. Berlin, 11. Sept. DieNordd. Mg. Ztg. schreibt über die Zuschüsse für die Zeitungen: In der deutschen