Nr. 418t, Sonntag, 8. September 1D1O.
— RAgarnvertvidurg. Im Amzeiyeuteil fordert der Magistrat die Kteindewarlbeiter und Amstolten einschließlich HdWs vmb Pensionen auf, zwecks Feststellung ihres dringen- deriWedavßs an Garn für das 2. Halbjahr Anmeldung zu erstatten. Dieser Aufforderung ist uröderzüglich Folge zu geben, ^ BersSumnis den Verlust des Anrechts nach sich ziehen widÄe. Di« Verordnung über Verteilung von Baumwvll- NÄhgarn wie auch >für Strickgarn» Stopfgarn und Nähzwirn an Berbraucher wird in Kürze erfolgen. Ausgabe >der Garn« steht für Mitte Oktober in Aussicht. Wie wir -hören, wird auf Har Lhotte für jede 2. Person eine Rolle Nähgarn sowie auch etwas Strick- bczw. Stopfgarn entfallen.
— Das Kochendeinfüllen mit verschiedenen geeigneten Verschlüssen ist ein Sterilisationsverfahren ohne Wafferhad, das den Hausfrauen beim Einmachen von Obst — Kürbis. Holunderbeeren, Berberitzen, Zuckerrüber und dergleichen — von großem Dorteil sein kann, da man alle Arten Gläser, Flaschen und Krüge benutzen kann. Ein Bortray darüber findet am Dienstag, den 10. September, nachmittags 4 Uhr, im Stadtverordnetonsitzun-gSzimmer (im Rathaus, Zi-m- nier 36) statt.
— Sammelt die Papierwbfälle! Der sielkvertreiende kom- NlandierMde General in Frankfurt «. M. erließ eine Veröffentlichung, di« sich auf die PapierBnappheit bezieht. Jeder, der dafür sorgt, doß auch die kleinste Menge von Papierabfällen nicht verloren geht, sondern wieder nutzbar gemacht wird, trägt mit dazu bei, der allgemeinen Papiernot zu steuern. Leider kann man täglich beobachten, daß sehr viele Papierreste einfach in die HausmüIWütten geschüttet werden» während sie, gesammM und der Verwertung zugeführt, der Allgemeinheit wieder nutzbar gemacht werden könnten. GS bedarf wohl nur dieses Hinweises an -die Bürgerschaft, um deren Sammeleifer und Opfersinn auch in dieser Weif« an- zuregen. Bemerkt sei noch, daß auf die Nichtbefolgnng der Vorschriften empfindliche Strafen gesetzt sind.
— Die Hühnerjagd. Hinsichtlich des 'Ergebnisses der Rebhühnerjagd find die Jäger sehr verstimmt, finanziell da- g^en ist der Ertrag ein so glänzender wie noch nie. Die WWer, die angetrvffen werden, sind nur klein und müßten eigentlich noch für den nächstjährigen Bestand geschont werden. Diele alte Hühner trifft man allein a-n» ein Zeichen, daß sie noch gar nicht gebrütet haben. In Jägerckreisen neigt man zu der Ansicht, daß die zu lange Schneedecke im vergangenen Winter gefährlich -für die Rebhühner geworden ist.
— Die weibliche Gefangenenarbeit. Der derzeitige Ar» beitermange! hat zu einer Änderung der Arbeitsordnung im hiesigen Gerichtsgefangnis nach der Richtung geführt, daß jetzt auch die weiblichen Strafgefangenen zur Außen- arbeit geftchrt werden. In der Hauptsache werden sie mit dem Flicken von Säcken und bei der AuSningieruny von Ge- richbsakten verwandt.
— Das Bezugsscheimverkwt für Wäsche. "Die ReichSbe» kleidnnySstelle weist erneut darauf.hin, daß bei Reugründung eines Haushalt? Bezugsscheine auf Vorhänge, Bettwäsche (außer für Kvarcke, Wöchnerinnen und Säuglinge), Tische Wäsche rrfw. aus Tsxtikfaserstoffen nicht ausgestellt werden dirrßr». Ihr ist daraus der Vorwurf gemocht worden, sie erschwere Gheschlietzuny und HvuShaltSgründrrng. Denigegon- über erinnert sie daran, daß wir mit unseren Webwaren aufs sparsamste umgehen müssen, Die Wäschoausstattunyen für neue Haushaltungen würden aber einen nicht unerheblichen Teil der verfügbaren Wäschemmige beanspruchen und daher tief in die Bestände hineingreifeu» die den notwendigsten Zwecken (für Krank« und Säuglinge) Vorbehalten werden müssen. Die -ReichlSbeilleidunyÄsteüe vevfchkieht sich ketneswe-^S der Überzeugung, -daß die HauShaltSgründung noch Möglichkeit zu unterstützen ist, sie kann aber ihr« Mäßmchmen nicht allein mit Rücksicht darauf treffen, sondern muß daS Ge- famtinteresse im Auge habe«. Würde sich daS BezugSschiern- verbot für Wäsche nicht auch auf neu zu gcünd«L>e Haushaltungen erstrecke«, so würde binnen kurzem unv e r m ei dlich gerade daS eintreten, was jetzt zu Ilmrecht befürchtet wird: die HauShaltSbogrmümnyen würden unmMich gemocht werde«, weil die dafür hevzugebenden notwendigsten Webwaron -bald völlig geräumt fern würden. Man mutz sich hierin Beschränkung cnrferkegem, wie bei anderen knapp gewordenen Ge- fea iichSgogenständen. Vielfach -werden tatsächlich ja auch Verwandte anS ihren Beständen zur Aussteuer eines jungen
Aus Kunst und Leben.
G K. Wie man die ersten Kartoffeln in einer prensiischen Stadt anfnahm. Biele Hindernisse mußten überwunden werden, ehe es gelang, die Karwffel, die unS ein unentbehrliches Nahrungsmittel geworden ist, in Deutschland einzu- fühven. ES war im Jahre 1743/44; in den östlichen Provinzen des damaligen Königreichs Preußen wütete, infolge einer Mißernte aller Getreidefrüchte, eine entsetzliche Hungersnot. In Scharen kamen zu dieser Zeit die Leute vom Lande in die Tore einer an der Ostsee gelegenen Hafenstadt hereingeströmt und jammerten und schrien in den Straßen um Brot. Di« mitleidigen Einwohner kochten ganze Kessel voll GrünLO und anderes Gemüse und verteilten es mit einem kleinen Stückchen Brot — denn auch sie hatte» davon nicht viel — an di« Hungernden. Eines Tages erwartete man ein Getreideschiff, das wenigstens der bitterste« Not steuern sollte. Voll banger Erwartung stand das verzweifelte Volk und blickte auf das langsam heransegelnde Schiff. Hatten alle diese flehenden Augen eine magnetische Kraft gehabt, daS Schiff wäre mit Windeseile in den Hafen eingelaufen, aber es kam nur ganz allmählich heran, und als die Zuschauer schon aufatmeten und glaubten, das Korn mit ihren Händen fassen zu Wunen, da stieß das Schiff auf erneu Felsen und ging im Angestcht der verzweifelten Menschen unter. Nun kannte der Jammer keine Grenzen mehr. Zwar gelang es nach vieler Mühe, da? Schiff wieder zu heben, aber das Getreide war nah. Doch Not bricht Eisen. WaS man cm Tüchern und Laken nur auftreiben konnte, wurde herbeigebracht, mit Getreide gefüllt und auf Straßen und Plätzen zum Trocknen auSgsbreitet. Wie ein ungeheurer Kornspeicher mutz die Stadt auSgefehen haben, aber das Korn wurde trocken, konnte gemahlen werden, und die erste Not war gestillt. Friedrich II., der darnals noch jung war und noch nicht „der Große" hieß, sann auf Abhilfe. Zwei Jahre später ließ der Magistrat der Stadt durch Trommelschlag bekannt machen, daß jeder Gartenbesitzer sich vor dem Rathaus einzufinden habe, da Friedrich II. ihnen eine besondere Gnade erweisen wolle. Neugierig strömte alles herbei, was der
_Wirskmderrer Tagblalt.
Paares beitragen. Vor allem aber fei darauf hingewiesen, daß daS bezugSsthei-n-fveie Papiergarnyewe-be einen guten brauchbaren 'Ersatz liefert, der m 'der Zeit der -Wäschenot gute Dienste leistet. Auch in bezug auf Waschbarkeit hat man mit diesen Geweben befriedigende 'Erfahrungen gemacht.
— BolkSlesehalle. Im August 1916 betrug die Zähl der Leser 1972, der Leserinnen 460.
— Personal-Nachrichten. Herrn Hauptmcmn E. Krezzer von hier, zurzeck in Mainz, ist das Ritterkreuz 1. Klasse mit Schwertern des Ernestmifihen Hausorden» von Koburg-Gotha verliehen worden.
varbericdt« «der ««ns». Dortrftge mb »eroitn&M*.
* Kurhaus. Die Kurverwaltung hat auch in diesem Jahre den bevorstehenden 12 Zyklus-Konzerten, die sich auf den Zeitraum vom 11. Oktober d. I. bis zum 24. März 1919 verteilen, besondere Sorgfalt znxewendet. Don größeren Werken werden u. a. di« Dritt« Sinfonie von Mahler mit Else Dröll-Psafs, das Lied von der Erd« von Mahler (mit Frau Dmigo und Georg Meader), ferner die Reimte von Beethoven mit dem Gcsangsquartett Frau Kaempfert, Hertha Dehmlow, Forchhammer und Professor Fischer, endlich Arnold Schönbergs „Berklärte Nacht", Anton Brückners Siebente Sinfonie und Ewald Straessers D-Moll-Smfonie zu Gehör gebracht werden. Als Sänger werden austreten der Tenor A. Lußmann von der Königl. Sachs. Hofvper, dir Baritonisten H. Schlusnu- von der König!. Hofoper Berlin «nd Kamnrersänger Paul Bender. AIS Sängerinnen sind ferner Klirre Dux und Gertruds Foerstel ge- Wonnen. Als Instrumentalsten werden Professor Friedberg, Frieda Kwast-Hedapp (Klavier), Gustav Havemann und Alexander Petschni- koff (Violine) Mitwirken, außerdem Professor Karl Straube als . Organist Sämtliche Konzert« l«itet der städtische Musikdirektor Karl Schurr cht.
Kur dem £cm5ftrefs Wiesbaden
= Biebrich, 7. Sept Wegen Feldfruchtentweudung kameu 11 Personen zur Anzeige 2 Burschen, di« in letzter Nacht beim Felddiebstahl betroffen und ihre Beute, zwei schwer gefüllte Säcke mit Kartoffeln, wegscbasien wollten, wurden festgenonnnen. Nach Feststellung ihrer Personalien konnten sie wieder entlassen werden. Die Kartoffeln, etwa ein ZenMer, wurden beschlagnahmt. Wenn die zur Nachtzeit auspesübrtm Felddiebstähle nun künftig nicht unterbleiben, werden die Täter in Last behalten und kurzer Hand dem Gericht zugeführt Die Fewschutzbeamten sind erheblich verstärkt, bewaffnet und sowohl zur Tages- wie zur Nachtzeit in der Feld- gcmarkung anwesend. Auch Polizeihunde kommen zur Verwendung, die ohne weiteres jetzt auf die Täter losgelassen werden. Nachsicht wird in Anbetracht des enormen Schadens, der durch die Diebstähle enffteht, nicht mehr geübt. — In den letzten Nächten wurden die Billen der Nassauer Straße wiederholt von Verbrechern, die es allem Anschein nach auf Federvieh abgesehen haben und di«, falls sie überrascht werden, init Schußwaffen sich zu verteidigen suchen, heimgesucht Trotz schärfster polizeiffchcr Überwachung kamen die Kerls immer wieder, konnten aber leider in der Dunkelheit und in dem schwierigen Gelände bislang nicht abgefaßt werden. Gestern abend stahlen sie wiederum 2 Hühner. In letzter Nacht gelang es nun endlich, zwei Leute festzunehmen, di« zweifelsohne zu der Ber- brecherband« gehören. Den Polizeiheamten leisteten sie hierbei entschlossen Widerstand, mochten von' Schußwaffen Gebrauch, tmrrden aber doch niedergekämpft und verhaftet. Einer davon, und zwar der hier wohnhafte Former Johann Reith, der bereit? wegen Mord- Versuchs und EinbrUchstiebstahls erheblich und u. a. sogar mst Zucht. Hans vorbestraft ist, wurde hierbei durch einen Gewehrschuß verletzt und mußte in bas städtische Krankenhaus geschafft werden. Sein jüngerer Brnder. der Former Fritz Reith, kam in Haft. Bei diesen Personen fanden sich Lederstücke von Treibriemen vor, die sie nach eigenem Geständnis in eimr hiesigen Fabrik mittels Ein- bruchs vor längerer Zeit gestohlen haben wollen. Ein großer Teil des gestohlenen Treibriemens wurde in einem Versteck der Bahn- anlage vorgeftinden «nd beschlagnahmt. Hoffentlich gelingt es, auch die übrigen Mitglieder der Bande abzuftüfen. — Die Polizei ver- öffei-tlicht heute die Namen von 88 Personen (darunter 4 aus Wiesbaden), die beim Feldtirbstahl abgefaßt worden sind.
— Erbenheim, 7 Scpt. Stabsarzt Dr. Geld erb loin "von hier, RegimentSarzt im Felde, wurde das Eiserne Kreuz 1. Klasse verliehen.
Kus Prooim und Nachbarschaft.
ht Münster I. T., 6. Sept. StationSverwalter Kröner feiert am kommenden Sonntag sein goldenes Jubiläum im Dienst« der Eisenbahn. 34 Jahre seiner Dienstzeit verbräche er aus dem Bahnhof Höchst
FC Marie« berg, 6. Eept. Stadtkewrot Pfeiffer in Siegen, geboren in Hof, hat zur Erinnerung an seine verstorbene Tochter unter dem M,men „Erna-Pseiffer-Stiftung der Stadt 10 0 9 00 M. geschenkt. Di« Zinsen aus- dieser Stiftung sollen zur Beschaffung von Milch für klein« Kinder armer Eltern Berwendung finden.
König ihnen wohl schenken würde. Auf dem Rathaus gingen mervvürdige Knollen von .Hand zu Hand, während eine umständliche Anweisung verlesen wurde, die aber in dem Getümmel völlig verloren grng. Eine solche Frucht hatte man noch nie gesehen. Man brach sie auseinander, beroch und beleckte sie und gab sie kopffchüttelnd an den Nachbar weiter. Die Hunde, denen man das neue Gewächs vorhlelt, schnüffelten daran herum, wollten aber auch nichts davon wissen. „Die Dinger riechen nicht und schmecken nicht; und nicht einmal die Hunde mögen sie fressen", hieß es. Die allgemeine Enttäuschung war groß. Und in ihrem Zorn warfen viele das Gnadengeschenk ihres sorgenden Königs kurzerhand auf den Mist. Einige, darunter auch die Großmutter deS Chronisten, hielten es für gut, die Knollen auf einen Haufen zu schütten und mit ein wenig Erde zuzudecken. Es wuchs ein schöner Filz heraus, und sie hatten geglaubt e» würde Bäume geben, Von denen man dann nachher die Kartoffeln herurrterfchütteln könne. Andere hatten die Knollen einzeln m die Erde gesteckt, sich dann aber nicht weiter darum gekümmert. In den Sommermonaten gab eS dann eine strenge Kartoffeischau, denn schon der junge Fritz ließ nicht mit sich spaßen, und wer das königliche Geschenk mißachtet hatte, wurde mit einer kleinen Geldbuße belegt, worüber der Jammer von neuem losbrach. Im Jahre darauf wiederholte der zäbe König dennoch seine Sendung schickte aber jetzt sachverständige Leute mit, die den Anbau leiteten. Nun ging es gleich besser, aber der Erzähler dieser kleinen Begebenbeit hat doch erst im Jahre 1785 Kartoffeln im freien Felde gefunden.
C. K. Regengüsse in der Sahara. Man stellt sich die Sahara gewöhnlich als ein Gebiet vor, in dem kaum je ein Tropfen Regen fällt und das dieser Regenlosigkeit seinen besonderen Charakter verdankt. Das ist aber durchaus nicht der Fall. Regenfälle sind in der Sahara nichts Ungewöhnliches, sie treten nur nicht so regelmäßig em, daß sich ständige Gewässer durch sie entwickelri könnten. Dabei kommt es vor, daß gewaltige Waffermuffen Herabstürzen und zu Katastrophen führen. So würde, wie in den „Naturwissenschaften" berichtet wird, im April 1899 im Wadi-Urirkü eine große Fläche so scht-ell unter Lasser gefetzt, daß mehrere Soldaten ertranken.
Morgen-Ausgabe. Erstes Matt. Gelte 8«
— Frankfurt a. M., 6. Sept. Dem Kaiserlichen Ober-Postdirektor Wirklichen Geheimen Ober-Postrat L a n e n st e i n hier ist der Steril zuni Königl. Kronenorden 2. Klaffe verliehen worderr. — ht. Zur Bermcidnng von Jrrtiimern teilt d« „Main-Nidda-Bote' mir, daß es sich bei der kürzlich mitgeteAten FelddiebstcchlsgeWchts rrm den Babnlwfsvorsteher Joseph Qurrbach von der Station Rodei- heivr handelt, der beim Abschneiden von Wefte»Shr-n betroffen wurde.
— Rierstei«, 4. Scpt. Ein schwerer Ungtöckssall ereignete sich am hiesigen Rbeinuscr in der Nähe der slregenden Brück«. Dort befindet sich ein Scbiffsiadeplstz der „Guten Hoffnungshüttr", wo die aus dem Nicrsteiuer Kalksteinbruch kommenden Kalksteine ans den Rollwagen in die Schiffe terladen werden. Der 42 Jahr« alte Arbeiter Joseph Scharinnx aus dem benachbarten Dienheim brachte einen mit Steinen beladenen Wagen nach der Ladestelle. Als er kurz vor dem Ufer die Bremse an dem Rollwagen anziehen wollte, rannte der Wagen mit ftirchlbaier Wucht gegen einen Prellstein, so daß der Mann in weitem Boger: in den Rhein flog imd ertrank, ehe Hilse zur Stelle war. Der Wagen selbst sprang aus dem Gleise und rollie ebenfalls in den Strom.
FC Ans der Pfalz 6. Sept. Bon ruchloser Hand wurden dem Landwirt Karl Potb in Harxheim 300 Weinstöcke a b g e - » schnitten Der Schaden beträgt 10 000 M. Mr die Namhaftmachung des Täters ist eine Belehnung von 1000 M. ausgesetzt.
Sport.
* Jußballwcltspiel. Zum heutigen Sonntag hat der Sportverein Wiesbaden die spielstarke Elf des 1. Ersatz-Bataillons Füsilier-Regi- meMs Nr. 80 verpflichtet. Das Spiel findet auf dem Sportvereinsplatz m. der Frankfurter Straße statt. Anstoß 3 Uhr. Mlitär hat steten Eintritt.
* Fnßballspiel unter Kriegsbeschädigten. In Zwickau ist auf ausdrücklichen Wunsch der Verwundeten ein« Fußballmamffchast aus Arm-Ampntierten gegründet worden. Die Förderung der Schwerverletzten zu alter Geschicklichkeit und frohem Lebensnmt durch sportliche rmd Nrruerische Schulung erweist sich, wie obiges Beispiel zeigt, von großem Erfolg.
Gerlchtssaal.
FC. „Noble Damen". Die Aellnermnen Ottilie St. und Elsa G. von hier machten einen „Abstecher" nach Mstzb-ng, mieteten sich dort am 28. April in einen: der eisten Hotels ein und spielten sich als noble Damen mrf. Als der Wirt die Rechnung von 158 M. vorlegte, konnten die „Damen" nicht zahlen. Das dortige Gericht diktierte jeder eine Gefängnisstrafe von einer Woche zu.
ö. Denlschscindiiche Tevtschr. Der Bmckbemnte Gaswn Frank und besten Frau, beide aus Metz, in Wiesbaden wohnhaft, batten sich in Mainz mit zwei Fremiden, Lothring«, getroffen und mehrere Weinwirtschaften besucht. Abends landeten sie in der Wein- wirtschaft „Malkasten", woselbst mehrere Flaschen Sekt getrunken wurden. Sic unterhielten sich in französischer Sprache und schließlich kamen sie aus Trotzkv zu sprechen, auf den sie ein dreifaches Hoch ausbrachten. Ein Offizier nahm Anstoß an der Sache und Netz Feldgendoruicn hokeu. Im Mar hatten sich die beiden vor dem Schöffengericht wegen demlchfeindlicher Kundgebungen zu verantworten Frank wurde wegen gioben Unfugs zu 50 M. Geldstrafe verurteilt, seine Frau steigespiwchen Der Amtsanwalt legte Be- rufnng ein Die Straskammer nahm nur groben Unfug an rmd verurteilte Frank zu 100 M. Geldstrafe, die Frau wurde steige- sprochen.
<-> Den Bock zum Gärtner gemacht. Der RftShrtge Schneider
Adam Brumnier an? Bischofsheim ist seit dem Kriegsausbruch b« der Wach- «nd Schließgesellschaft in Mainz tätig. Er hatte auch nt der Kursiv sttnst, aße eine Fabrik zu bewachen. Dort hatte er ln den Jahren 1915,10 Spaltleder und Zeltbahnstoff der Firrna gestohlen. Der AngeNagte ist heitst noch bei der Wach- «nd Schktch- geselllchaft tätig und meinte der Vorsitzende, das sei gar nicht Ml verstehen, das hieße doch den Bock jmt Gärtner mache». Der Aw- geklagte wurde zu 4 Wochen Gefängnis verurteiü.
Neues aus aller lv«lt.
Berhaftung des euffpnmgeue» Raubmörders. B« r kln, 7. Srpt. Der Raubmörder Ehteborfch, d«r, wir berichtet, kur, vor Vollstreckung des gegen ihn gefällte« Todesurteils mit zwei anderen Gefangenen aus dem Gefängnis h, Oppeln entsprungen war, fft in der Nähe von Makopane bei OPPelu durch zwei Gendarmen wieder verhaftet worden.
Explosion in einer Pulverfabrik. W T.-B. München., 7. Sept. (Drahtbericht.) Das königlich bayerisch« KriegSmimstertu« teilt mit: In der Pulverfabrik F. Winterbolker in Thammrt (?) fand ani 6. September eine Explosion statt, die auf noch nicht geklärte betriebstechnische Ursache zmückzuführrn ist. Außer Sachtchrck«, sind einige Menfchenlelwn zu beklagen.
Im Dttcber 1913 beobachtete der französische Artillevnk-rvitän Augieras in der Tuat-Oase in der westlichen Sahawi infolge vrn starken Regengüssen ein so plötzliches Steigen des Wassers im Oued Saoura-Messaoud, einem sonst nur zeitweilig.wasse» führenden Fluß, daß die Kavawanen. die dar trocken« Flrrtz- tal als bequemen Reiseweg zu benutzen pflegten, sich nur mit Mühe retten konnten. In einer Schlucht erreichte das Wasser einen Stand von über 4 Meter; ein Damm, der hier errichtet ist, um das Wasser nach der Tuat-Oafe abznlenken, wurde von den Fluten fortgerissen, die sich «irren Weg nach Süden bahnten und hier dem ursprünglichen Fkühlanf folgten. Das wild dahinbraasende Wasser führte ganz« Palmenftämme mit sich. AngieraS hat dieses Hochwasser zrr» Anlaß von Untersuchungen genommen, deren Ergebnis «S wahrscheinlich macht, daß der Ouetz Mrffaoud sein« Fortsetzung in dem Oued Tamandouriri findet, der dem Niger bei Tim- buktur znfließt. Früher haben sich nach seiner Awucchrne beide nach Westen in den Südtetl des Djouf «gossen; im Laufe der Jahrhunderte ist aber d« Oued Saowra-Messaoüd im Sande der Sahevr versiegt, der Niger hat sich südwärts dem Golfe von Guiner zugmmndt, und das trockrngelszte Djcnf rrmrde zur trostlosen Wüste.
Kleine Chronik.
Theater »nd Literatur. Der Echotzveckbamd denPchi« Gchrffpsteller (Berün) versendet einen Ausruf, mit dem «r eine Sammlung zugunsten der HimierMeben«« des Dich- stvs Hermwrm Essig cinleiteu möchte. EWg hnrtetLÄßt «nie Witwe mit vier unmÄudigm Kindern in «irrer sehr «rniften Lage. Don den Nnterzeichneten, denen os ots Ehrenpflicht erscheint, der hartgeprüsten Frau zur Seite zu treten, find zu nennen: Richard Dehmel, Fritz Doosp, Artur Woesser, Fritz Engel, Herbert Eolestbevg, Dr. Ludwig Fulda, tzwiedonh Kayßler, Paul Lindau, .Heinrich Mann» Julius Meier- Graeft. Wilh. v. Scholz, Paul Westhe.im, Karl Zerß. Alle Sendungen find dem Konto des Schmhderbands deutscher Schriftsteller be: der Dresdener Bank, Kaffe V 2, Berlin- Wilmersdorf, Kaiserallee 190/191, mit dem vwAlvak Hermann Essig " g» üüerwe tse ix,
