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Verlag Langgasse 21

„TagvialitzauS".

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12 Ausgaben.

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„Tugdlattdaus" Nr. SSL»-53.

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Berliner Arteil»», de« WieSH.de»« TagblattS: Berg» V. 57. An der Ap-stellirche 7,1. F er»sprrüiu: Amt Liitzo« 6202 »»d 6203.

Morgen-klusgabe.

Donnerstag, 5. September 1918.

Die Grohschlacht im westen.

Die Riesenschlacht an der Westfront nimmt, je mehr die Pläne des Oberkommandierenden Ser Ententearmeen, des Generals Fcch, hervortreten, immer mehr den Charakter einer ausgeprägten Durchbruchsschlacht mit hartnäckigen Ilm- fassungsversuchen aus beiden Flügeln an, wo die Schwer­punkte der Dauerschlacht liegen. Mi: immer neuen Einsätzen und unter furchtbaren Verlusten setzt der Gegner seine def­tigen Angriffe auf der 135 Kilometer langen Front zwischen Amierrs und der Scarpe fort Die Trennungslinie zwischen Franzosen und Engländern liegt an der großen Römerstraße von Amiens nach St. Quentin. Während im Norden der Kamvffrcnt die Engländer die Hauptlasten der vergeblichen Durchhruchsversuche zwischen Scarpe und Somme tragen, rennen die Franzosen ebenso ergebnislos zwischen Oise und Aisne gegen unsere Truppen an. Die Anstrengungen, welche der Gegner macht, sind gewaltig und dementsprechend d:e Opfer ungeheuer. Der Einsatz ist derart, daß nur ein entscheidender Erfolg, nämlich der Durchbruch, ihn lohnen könnte. und dieser Erfolg ist ausgeblieben, wird weiter ausbleiben. Der Engländer hat seit dem 8. August 33 Divi­sionen eingesetzt; das sind mehr als die Hälfte der an der Weststont befindlichen britischen Streitkräfte, und viele von diesen Divisionen sind mehrmals eingesetzt worden. Von den 105 französischen Divisionen, welche die Gesamtstärke des französischen Heeres darstellen, sind seit dem 15. Juli sogar 87 Divisionen — also nicht nur absolut, sondern auch relativ weit mehr als bei der englischen Armee — eingesetzt worden, und auch von diesen wurden etliche wiederholt ins Feuer ge­schickt. Vor, den 32 amerikanischen Divisionen endlich sind bisher 22 eingesetzt worden, von diesen allerdings nur 9 zu Großkampfhandlungen.

General Foch. der ebenso wie sein Vorgänger Ioffre von den Staatsmännern der Entente zur rücksichtslosen Offensivtaktik gedrängt wird, um die schwindenden Hoffnungen bei den alliierten Völkern zu beleben ^ und die Fricten-ström urigen zu unterdrücken, macht die äußersten Kraftanstrengungen, um die deutschen Linien zu.durchbrechen. Dabei werden die einzelnen Verbände nach Möglichkeit und über Gebühr eingesetzt und auSgenuyt, um dis Reserven zu schonen, um möglichst große Reserven verfügbar zu halten. Die Kämpfe, die sich zurzeit an der Westfront abspielen, ge­hören zu der, schwersten, die wir bisher in diesem Weltkrieg zu verzeichnen hatten. Sie wickeln sich unter einem noch nicht dagewesenen Einsatz von Artillerie sowohl wie von Tanks und unter dem denkbar größten Aufwand von Mannschaften und Material ab. Diesen Massenangriffen stehen wir zum Teil, so vorwärts der Linie Cambrai-St. Quentin, unter ungünstigen Bedingungen gegenüber. Da? ganze Gelände ist verwüstet, Unterkünfte sind nicht vorhanden, die Zufahrts- eisenbahnstraßen spärlich gesät. Unser sprungweises Ausweichen, daS wieder ein Beispiel von Hindenburgs genialer Taktik — der vorsichtigen Sparsamkcitstaktik zwecks Schonung von Menschen und Material — bildet, verbessert langsam aber sicher die Verhältnisse zu unseren Gunsten, indein e§ den Nachschub und die Verpflegung et. leichtert.

Es ist zu erwarten, daß der Feind seine erbitterten An. griffe fortsetzen wird, und zwar muß sowohl mit neuen Vor. stößen auf den Flügeln der augenblicklichen Schlachtfront als auch mit solchen zwischen Maas und Mosel gerechnet weiden. Der Gegner zieht zurzeit an Material nnd Truppen alle? hier an, was er erreichen kann, und er ist sichtlich entschlossen, sie ebne Rücksicht auf die damit verbundenen furchtbarer! Qpier einzusetzen. Da ist es notwendig, daß wir uns des oanßen Ernstes der Lage bewußt sind und alle Kraft an. strenocn, daß wir daheim die Front da draußen stützten und stärken durch unsere Heimarbeit wie durch unser Vertrauen, daß wir sie nicht etwa schwächen durch Kleinmut und Zaghaftigkeit. Dazu gehört vor allem, daß wir dem Verbckiten wie den Verbreitern törichter und unsinnffge'r Gerüchte entgegentreten, durch die unbewußt und in dem einen oder anderen Falle vielleicht sooar bewußt unsere Sache geschädigt wird. Wir haben in diesem Weltkriege schon schwerere Lagen durchgemacht und siegreich bestanden. Und so ist wahrlich jetzt, wo wir dank der Sil ge unserer wackeren Feldgrauen den Rücken im Osten sreihaben, weniger Grund zu Kleinmut denn je vorhanden. Würde die Entente so krampfhaft versuchen, die Russen gegen un? zu Hetzen und bei den noch Neutralen gegen uns zu putschen, wenn sie sich nicht des scliweren Ernstes ihrer eigenen Lage bewußt wäre? Und zeigt nicht gerade ihre um­fassende,'v erlogene Redeoffensive, wie wenig sie in Mehrheit trotz aller durchsichtigen Prahlereien auf den Er. frkg ihrer militärischen Offensive rechnet?!

Ein holländisches Urteil über die Lage.

W. T.-B. Wotterbom, 4. Sevt. (Drahtbericht.) In einer Übersicht über di« militärische Lage an der W e st f r o n t schlkibt der ..Nieuwe Rotterd. Courant" u. a.: Das Eindrücken der Stellungslinie nördlich von Oueant ist für die Deuffchen zwar unangenehm, aber es ist kein Durchbruch, denn die Engländer kamen zwar vorwärts, sieben aber wieder vor demselben Problem, das sie lösen wollten, als sie rum An- griff überginge».

Nr. 413. ♦ 66. Jahrgang.

Rußland.

Die Ratifizierung der Zusatzverträge zum vrester Frieden.

W. T.-B. Moskau, 3. Sevt. (Drahtbericht.) Die Rati­fizierung der Zusatzverträge zum B r e st e r Frieden durch daS Exekutiv romit-ce erfolgte gestern abend einftimmig bei zwei Stimmenthaltungen. Anwesend waren 150 bis 200 Personen. Nach der Ratifizierung der Verträge gab T r o tz k y einen Bericht über die Lage a n der Front, die er rat allgemeinen für günstig bezeichnete. Trotzky wurde zum Präsidenten des Obersten Kriegsrats und der Letterführer Wazetes zum Oberkommandierenden an allen Fronten ernannt.

Die Haussuchungen und Verhaftungen in der englischen votschoft.

w. T.-B. Moskau, 4. Sept. (Drahtbericht.) über die Haussuchung und Verhaftungen im englischen Botschafts­gebäude in Petersburg berichtet die Moskauer Zeitung ^Pre.wda" heute: In der außerordentlichen Kommission be­finden sich 4 0 V e r h a f t e t e, hauptsächlich Engländer, welche sich am 31. Auaust in dec englischen Gesandtschaft am fran­zösischen Kai in Petersburg befanden. Nach einer Mit­teilung einer eingeweihten Persönlichkeit wurden die Ver­haftungen und Haussuchungen in der englischen Gesandtschaft aus folgenden Gründen unternommen: In Moskau hatte der Vorsitzende der außerordentlichen Kornrnisston Tserschinski Mitteilungen von großer Wichtigkeit über die Verbindung verschiedener gegenrevolutionärer Organisationen aus dem Territorium der russischen Republik mit Vertretern der eng­lischen Regierung und der englischen Gesandffchast erhalten. Tserschinski beabsichtigte, nach Petersburg zur Untersuchung zu reisen. Die Hauptfäden der Verschwörung der Organi- katicn liefen in der englischen Gesandtschaft in Petersburg zusammen. Bereits am 31. August waren die Untersuchungs- beamten der Kommission in Petersburg und traten mit der Petersburger Untersuchungskommission ip Verbindung. Das Kommissionsmitglied Hiller war beairftragt. die Haus­suchungen und di« Verhaftungen in der Gesandtschaft durch' zuführen, wo nach vorliegenden Nachrichten Beratungen zwischen den gegenrevclutionären und den englischen Be­amten stattfinden sollten. Nach den vorliegenden Angaben sollten sich auch in der. englischen Gesandtschaft Sawinkow und Tiloneko verbergen. Hiller begab sich mit dem Kommissar Polikenko, dessen Gehilfe sowie einer Abteilung von Auf­klärern um 5 Uhr nachmittags nach dem Gebäude der Ge- sandtscheft. Nachdem das Gebäude umzingelt war, gelang eS, da? untere Geschoß unbehindert zu besetzen. Als jedoch die Kommissionsbeamten und die Moskauer Untersuchungsbe­amten zum ersten Stock hinaufgingen und der Kommissar­gehilfe Schenkmann in ein Zimmer trat, ertönten von dort S ch ü s s e. Schenkmann wurde an der Brust verwundet und fiel hin. Der Aufklärer Liffen wurve auf der Stelle getötet. Hiller drang ungeachtet der Schüsse mit einer Abteilung Auf­klärer in das benachbarte Zimmer und verhaftete die "dort befir.blichen Unbekannten, welche die Hände hoch hoben. Der Kampf im Korridor dauerte jedoch fort. Die Aufklärer wur­den genötigt, zu feuern, wobei einer der Schießenden getötet wurde. Der Getötete erwies sich als Marineattache Trommv. Wie sich später hcvausstellte, hatte Trommh els erster das Feuer eröffnet. Während der darauffolgenden Schießerei wurde dec Untersuchungsbeamte Dortnowski ver­wundet. Die in die Gesandtschaft E> »drängenden verhafteten gegen 40 Mann. Unter den Verhafteten befindet sich der Fürst S ch a ch n o w s k o h. Bei der Haussuchung wurde eine Korrespondenz gefunden, die die englische Gesandtschaft bloß- stellt, und ebenso wurden viele Waffen gestanden. Der Haus­suchung wird große Bedeutung beigelegt.

ver Mordankekilag auf Lenin.

Das Beileid des deutschen Botschafters v. Mumm.

W. T.-B. Kiew» 4. Sept. (Drahtbericht.) Der deuftche Botschafter Freiherr v. Mumm besucht« gestern vormittag den Vorsitzenden der ruftischen Friedensdelegation Rakowski, um ihm sein Beileid zu dem Mordanschlag auf dem Vor­sitzenden des VoMkommissariads Lenin auszusprechen.

vis Londoner G?w?rk"ff'aftskonfer«nz.

Sr. Bern, 4. Sept. (Eig. Drahtbericht. zk>.) Auf dem Festmahl, das die englische Regierung dem amerikanischen Arbeiterführer Samuel Gc-mpcr? gab, wurde der Hoffnung Ausdruck gegeben, in der englischen Gewerkschaftsbewegung eine neue parlamentarische Gewerftchastsparter gründen zu können, die im Unterhaus die be siebende Arbeiter Partei verdrängen soll. Ter Grundgedanke besteht darin, die Gewerftch-astsbewesuna vom Sozialismus loSzulösen. Nach der Ansprache Lloyd Georges äußert; sich der Arbeiterminister Roberts im Sinne eines Sieg- Friedens. Man würde mit den deuffchen Arbeitern nicht vor dem absoluten Sieg über Tcuffchland verhandeln. Samuel Gompers erfüllte in seiner Antwort die in ihn gesetzten Erwartungen. <■

Hafenarbeiterstreik in Cork.

— Haag, 4. Sept. Die „Times" meldet, daß die Versuche, den Streik der Hafenarbeiter in Cork (Irland) abzuwemden, aussichtslos erschienen. Deshalb -hat die britische Regierung angeovdnet, daß sämtliche für Cork -bestimmten Schifte nach

einem anderen Hafen gehen. Falls der Streik an-dauert, wird der ganze Süden Irlands vom Verkehr abgeschlossen sein.

14000 Tonnen im Mittelmeer.

W. T.-B. Berlin, 4. Sept. (Amtlich. Drahtbericht.)' Un­sere Unterseeboote versenkten im westlichen und mittleren Mittelmper

14 000 Bruttoregistrrtonnen *

-Schiffsraum. »

Der Chef des Adrniralstabs der Marine.

A

Bum Untergang des holländischen Dampfers „Casconier'ü W.T.-B. Berlin, 4. Sept. (Drahtbericht.) Das norwegische Reederblatt „Norges Handelseg Sjoefartc- tidende" gibt näh<-r Aufklärung über den Untergang des holländischen Dampfers „Castomer" innerhalb der norwegischen Hoheitsgewässer bei Noever. Danach yt das Schiff durch mehrere treibende miteinander ver­bundene Minen vernichtet worden. Da die deutschen Minen den internationalen Vereinbarungen entsprechend stets gefahrlos sind, wenn sie sich von ihrer Verankerung losreißen, so kann der Dampfer „Castomer" nur durch eine Explosion englischer Minen untergegangen sein, die sich jedenfalls von einem der zahlreichen, m der Nähe der Unteraanqsstelle ansoe'etztm englischer: Minenfelder losgerisien haben.

Sin Lrfolq im ewigen Lis und Schnee.

W. T.-B. Wien, 4. Sept. (Drahtbericht.) Amtlich verlautet vom 4. September, mittags:

Italienischer Kriegsschauplatz.

Im Norden des Tornalepasses -ntrisseu un­sere Sochgebirgsobteilungen dem Feinde durch über­raschenden Angriff d-en Vnndo San Matte, 3692 SUJeter den Monte Monrello, 3o36 Meter, und den Gletschergipfel. 3502 Meter. Diese Waffen- tat im ewigen E i 8 und Schnee stellt der Kamps tüchtigkeit der den schwersten alpinen Verhältnissen ge- wachsenen Anarefter ein besondereZ Zeugnis aus.

In den Sieben gemeinden lebhaftere Erkun- dungstätigkeit.

Sonst nichts von Belang.

Der Chef des Geueralsiabs.

*

Zur Fraoe der Berfaffnngsresorm Lsserreich-Unoaru«.

WT P- Dien. ?. Sept. Der Korrefpondeut der „Austria" meldet: Tre von 'schechrsch-konierdotivcr Seite stammenden Mit-

terlungen über eine durch einen anoniMen Vertrcmensmännerau» schuß in der Ausarbeitung begriffene VerfassungSreform, die auf einen Föderativ st aat obsiele, entbehren zwar nicht einet tatsächlichen Kernes, find jedoch auf ein sehr bescheidenes Mas zurückziisubr en. Mcmncr,von größtenteils lonservativer G-ssnnung die einer praktische» Politik ferner sichen als die Mitglieder de, gffetzgcbcndcn Körperschaften, sind mit dem Herrenhausmitglret Professer Lammasch an der Spitze daran, Vorschläge für eine Neu­gestaltung Österreichs auszudcnken. Ein Grund zur Beunruhi- guug für Deutsche und Ungarn bieten diese theoretisch--' progronni'atischen Leistungen ni»t, die Übrigens auch, wie von be­teiligter Scrte uiitaeieili wird, kein einheitliches Ergebnis -eitrgtei, und nicht auf eine Födeialisierunz der Monarchie, sondern eher auf eine Autonomie unter Beibehaltung der Kronlänüer hrnanslauseu Einige der zur Beratung stehenden Vorschläge sind allerdings grundsiürwnder Siovir. indtm sie die dualistische^ Basis der Monarchie t-cvriicken und sich der buadesstaatlichen Verfassung nähern Mir den Ueniübungen des Ausschusses hat die Regierrm- so wenig zu tun, wie die offizielleir parlamentarischen Parteien.

Deutscher Reich.

vie preutzlsctze lvatzlrechlsvorlag* fm ^orrenftans.

B-. A. Berlin, 4. Sept. (Eig. Drahtbericht. z!b.) Die heutig: Beratung des VerfassungSausschrisses -des Herrenhauses wurde eröffnet durch eine Ansprache des Grafen H e r t l i ng. in der er betonk«, daß er das Haus zwar nicht drängen wolle, daß aber schnelle Erledigung der Vorlagen in dem von der Regiernng gewünschten Sinm-c dringend notwew- d i g sei. Außer dern Ministeopräsidcnten waren noch dessen Stellvertreter Dr. Friedberg und der Minister ixS Innern Dr. Drews anwesend. Ms Berichterstatter sprachen Graf Waldersee für die Wahlrecht-Vorlage, Graf Dork von Warten­berg für die Herrenihausvorlage und Oberbürgermeister Dr. Koch (Kassel) für die BerfassungSvorlage. Über die Stim­mung bei den Fraktionen ist zu sagen, daß die neue Frak­tion einstimmig beschlossen hat, auf den Boden der Regie­rungsvorlage zu treten, d. h. gewillt ist, sich für das gleich.' Wahlrecht mit einer Zusvtzsffmme für das Mer über 45 Jah­ren einzusetzen. Die Rechte will immer noch ein Berufswahl- recht mit Zusatzstimmen durchzusetzen versuchen. Indessen mehren sich die Stimmen, die für ein Kompromiß mit der Regierung eintreten. In der Zusammensetzung «der Kormnislfion sind einige Veränderungen eingetreten, an Stelle des Fürsten von Jnnbousen tritt Herr v. Herzbevg, aq Stelle *. Klön-in« Herr ö. Belcheün-Schpnfiietz, « Stelle