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Verlag Langgaffe 21
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Dienstag, 13. August 1918.
klbend-ktusgabe.
Nr. 374. . 66. Jahrgang.
Lin englischer Nottenvorstotz vereitelt.
Drei Schnellboots verntchtst, ein Panzerkreuzer und ein Torpedoboot beschädigt.
W.T.-B. Berlin, 12. Aug. (Amtlich) Am 11. August, vormittags, lichteten unsere aus den friesischen Inseln stationierten Aufklärungsfahrzenge sowie ein in See befindliches Luftschiff im Seegebiet nördlich Wlieland starke englische Seestreitkrälte, die sich aus mindestens 25 Lini e n- N schissen, 6 Panzerkreuzern und zahlreichen Zerstörer- und Torpedobootsflottillen zusammcn- sctzten. Sie führten außerdem K Schnellboote mit, die zusammen mit den Toepedofahrzeugen anscheinend zum Minenlegen in größerem Nmfavg bestimmt waren. Die englischen Flottenteile waren in, Vormarsch nach der Dent- schen Bucht begriffen. Unsere Flugzeuge sowie das Luftschiff griffen sofort mit Bomben und Maschinengewehren die Schnellboote und Torpedofahrzruge an. Es gelang ihnen, 3 Schnellboote zu vernichten und den Rest der Schnellboote bewegungsunfähig zu machen. Außerdem wurden auf einem Panzerkreuzer und einem Torpedoboot Bombentreffer erzielt. Das Torvedoboot wurde so schwer beschädigt, daß es zuletzt in sinkendem Zustand gesehen wurde. Sofort auf
B den Kampfplatz vorstoßende eigene Seestreiiträfie konnten den bereits abziehcnden Gegner nicht mehr stellen. Unsere Berluste betragen ein Luftschiff (Kommandant Korvettenkapitän der Reserve Proelß) und ein Flugzeug. Besonders hervorgetan haben sich bei Abwehr und Angriff die Kampfstaffeln „Borkum" nnd „Norderney" unter Führung der Leutnants zur See Frendenberg nnd Hammer.
Der Ehef des Ndmiralstabes der Marine.
Weitere Einzelheiten zum Gefecht.
Oer bsbcius^lichs Verlust eines Zeppelins.
V/. 1.-8. Rotterdam, 13. Aug. (Drahtbericht.) Das „Maandang Ochtenblad" meldet aus Nes auf der Insel Ame- larid: Am Morgen herrschte in der Luftweges Leben.
' Schon vor 8 Uhr sah man etwa 2 0 F^kgzeuge mit einem Zeppelin auf eine englische Flottille vo«.Motorbooten und Unterseebootslägern Jagd machen. Wie verlautet. sollen etwa sechs dieser Schiffe getroffen und vernichtet worden sein. Der Zeppelin wurde von einem Torpedoboot angeschosscn. Er fiel etwa 7 Meilen von der Küste in die See. Das Rettungsboot von Hollum ist ausgefahren. Dies geschah um 10 Ubr morgens. Später kamen, von einem deutschen Flugzeug geholt, 10 deutsche Flugzeuge mir mehreren deutschen Torpedobooten an der Stelle, wo der Zeppelin ab- geschoffen war. an und blieben dorr kreuzend. Die ganze Besatzung des Zeppelin ist u m g e k o m m e n. Weitere Einzelheiten liegen noch nicht vor.
IV. T.-B. Amsterdam, 13. Aug. (Drahtbericht.) Nach den letzten Berichten von Terschelling wurde bei dem gestrigen Gefecht ein deutsches Flugzeug abqsschoffen. Bon den englischen Motorbooten wurden drei versenkt und drei beschädigt. Eines der beschädigten Boote konnte-mit eigener Kraft den Strand erreichen, die beiden anderen wurden von holländischen Torpedobooten nach Terschelling geschleppt. Bon den Besatzungen der Boote wurden 13, nach einer anderen Lesart 18 Mann getötet.
IV. T.-B. Amsterdam, 13. Aug. (Drahtbericht.) Die Niederländische Telegraphen-Agentur meldet von der Insel Ameland, daß wahrscheinlich nur zwei englische Motorboote versenkt wurden. Man glaubt, daß zwei noch auf See treiben.
I Zwei andere sind bei der Insel Terschelling 'gelandet. Einige | Stunden nach Beendigung des Gefechts streiften ein , größeres deutsches Schlachtschiff und zehn Torpedoboote fortwährend vor der Akneländer Küste. Später passierten noch einige Flugzeuge die Insel in östkicher und westlicher Richtung. Gegen Abend hörte man »nieder einige Explosionen und man sah, wie die deutschen Flugzeuge Lichtsignale gaben.
vis enylikche rldmikalitätsmelduna.
Sechs englische Motorboote nicht zurückgekehrt.
IV. T.-B. London, 13. Aug. (Drahtbericht.) Die Admiralität teilt mit: Englische leichte Seestceitkräftc und Flugzeuge unternahmen am 11. August eine Erkundungsstreise an der wesifriesischen Küste. Bon deutschen Luft- streitkräften heftig angegriffen, gelang es sechs Motorbooten nicht, zurückzukehren. Englische Flugzeuge verrichteten nördlich Amelang ein deutsches Luftschiff. Dieses fiel aus großer Höhe, in Flammen gehüllt, ins Meer.
r6 000 Tonnen tm englischen Kanal. Torvedotreffcr auf zwei Kreuzer und eine Nnterseebootsfalle.
IV. T.-B. Berlin, 13. Aug. (Amtlich Drahtbericht.) Am Westausaan^ des Kanals wurden trotz regster feindlicher Gegenwirkung, zumeist aus Geleitzügen, mehrere Dampfer von zusammen 16 000 Brt. versenkt. Ferner wurden im Angriff auf zwei von mehreren Zerstörern begleitete kleine Kreuzer sowie an anderer Stelle auf eine Unterseebootsfalle Torpedotreffer erzielt, deren endgültige Wirkung infolge lebhafter Gegenwehr und unsichtiger Witterung nicht beobachtet werden konnte.
Der Chq de» AdnuruMüs der Marine,
vre Lage im westen.
Oer gescheiterte Ourchbruchsversuch bei Tilloloy
IV. T.-B. Berlin, 11. Aug. Das geschickte Ausweichen der deutschen Truppen zwischen der Avre und der Oise hat nunmehr anscheinend dem französischen Angriff seine Stotz - k c o s t g e n o m m e n. Durch den Kampf mit einer äußerst geschickt und zähe fechtenden Nachhut geschwächt, durch den Marsch über hügeliges Waldgelände ermüdet und in Unordnung gekracht. stießen die französischen Augriffsdivisionen auf einen Verteidiger, der in gut gewählten Stellungen den Angriff erwartete. Durch Masseneinsatz und rücksichtslose Opferung von Menschen und Material suchte die französische Führung den verloren gegangenen Vorteil der Überraschung sowie den Verlust d:c vorbereiteten Angriffsbasls auszugleichen. In Nachahmung des deutschen Vorbildes ließen die
Franzosen einen großen Teil ihrer Artillerie als Stoßbatterien der Infanterie unmittelbar folgen. Diese Maßnahme, welche den raschen, siegreichen Vormarsch nach Durchbrechung der ersten Linien sichecstellen sollte, führte zu schwerster Einbuße an Menschen und Pferden. Die französischen Geleitbatterteit gerieten bereits aus dem Anmarsch in das Feuer der schweren deutschen Artillerie und wurden zum Teil, noch ebe sie aufsahren konnten, zusuinmenge- schclsen. Nicht besser ging es den Panzerwagen, die von den Tankabwehrgeschützen erledigt waren, ehe sie de: deutschen Infanterie gefährlich wurden. Wenn der französische Führer die Infanterie trotzdem bis. Einbruch der Dunkelheit immer wieder stürmen ließ, so erreichte er damit nur ein Anwachsen der französischen Verluste. Stellenweise liegen die Toten reihenweise uar den deutschen Gräben. Besonders furchtbar sind die Verluste des Angreifers bei Tilloloy. wo die bereitgestellten französischen Reserven durch das deutsche Ärtilleriefeuer fast vernichtet wurden.
IV. T.-B. Berlin, 11. Aug. Zu besonders schweren englischen Verlusten haben die Angriffe im Raume von Rozieres geführt. Die Angrissstruppen hatten bereits in ihrem Versammlungsstrich und den Bereitstellungsräumen im Lucebachgrunde durch das deutsche Artilleriefeuer schwere Verluste erlitten. Bei dem ©turnt über die kahle Hochfläche, auf der kein Barrm und keine Hecke Deckung bietet, litt die englische Infanterie nicht weniger als die Tankav- teilvngen, die hier massenhaft zusammengeschossen wurden. Dabei klammerte üch die deutsche Verteidigung nicht krampfhaft an bestimmte Punkte, 'andern gab einem allzu starken Druck nach, um sofort wieder varzustoßen, wenn der durch leine verlustreichen Angriffe geschwächte Feind an einer Stelle ein Nachlassen an Kampfkraft zeigte. So geriet der in Rozieres eingedrungene Engländer in vas Feuer der in den Kellern zurückgebliebenen Postterungen, wurde durch rasch entschlossen vorstücmende Stoßtruppen wieder geworfen und mutzte dos Dorf wieder nehmen, um nach neuem verlustreichen Angriff zu finden, daß die Hauptkräfte der Deutschen auf L.rhonS ausgewichen waren, vor desto» Trümmern da neuer Angriff blulia zuIgMWLnbrgch.
Fortdauer der feindlichen Angriffe.
Oer Zeind überall zurückgeschlagen.
W. T.-B. Großes Hauptquartier, 13. NuAust. (Amtlich.)
Westlicher ftriegsschauplah.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprechi.
Südwestlich von Hpern am frühen Morgen heftige Artillcr* kämpfe. Feindliche Angriffe kamen in unserem Feuer nichr zur Entwickelung. Südlich van Mery wurden mehrfach wioderholte englische Teilangriffe wieder abgewiescn. Vorfeldkampfe beiderseits des La Bassc'-Kanals und zwischen Scarpe und Ancre. »
An der Schlachtfront ruhiger Vormittag. Zwischen A n c r e> »nd Avre südlich der Somme griff der Feind am Nachmittag zu beiden Seiten der Römerstraße, Fonrunrourt- BillrrS-Bretonneux an. Er wurde ^rbgewiesen. Nördlich der Straße Amicns-Royc schlugen wir am Abend starke feindliche Angriffe ab. Zwischen Avre und Oise tagsüber heftiger Kampf mit teilweise »c u> eingesetzten französischen Divisionen. Starke Kräfte gckffen im Morgennebel bis südlich der Avre sowie zwischen Tilloloy und nördlich von Elincourt an. Sie brachen vor unseren Linien zusammen. An einzelnen Stelle» warfen wir sie im Gegenstoß znjrück. Zwischen Tilloloy »nd Eanny, westlich nnd südwestlich von Lu s s i g n y, setzt« der (Feind ffizie Angriffs bis zum späten Abend südlich von Tilloloy bis zu fünf Malen fort. Aus dem Matzgrunde heraus stießen schwächere Kräfte vor. Wir schlugen den Feind zurück. Vielfach blieben seine Angrfffe schon in unseretn zusammengefaßten Artilleriefeuer liegen.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Nördlich und östlich von Fismes hatten örtliche An- griffsuntcrnehmu-ngen Erfolg und brachten Gefangene ei».
Gestern wurden 29 feindliche Flugzeuge abgeschossen. Leutnant Ndct eruar.g seinen 53, Hauptmann Berthold seinen 43. und 44.,"Mntnant Freiherr von Nicht- Hofen seinen 39. und 49., Leutnant Könnocke seinen 29., Bize- feldwebel Thom seinen 28., Leutnant Laumann seinen 24., Oberleutnant Freiherr von Bönigk seinen 21., die Vizefeldwebel Dörr und Mai ihren 29. Lufffieg.
Der Erste Generalqnnrtiermeister: Ludendorff.
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Die erfolgreiche deutsche Gegenwirkung.
IV. T.-B. Berlin, 13. Aug. (Drahtbericht.) Am 11/Aug. setzten die Ententeheere auf beiden Flügeln der Schlachtfront von neuem starke Kräfte zum Durchbruch an. Um 5 llhr früh brcch von nördlich der Somme bts südlich Lihons schwerste Feuerwirkung los. dem starke Angriffe folgten. Wiederum begünstigte dichter Nebel den Angreifer. Allein, trotzdem und obwohl der Engländer keine Verluste scheute, wurden alle Angriffe in harten Kämpfen abgewiesen. Bei Lihons glückte zivar dem Engländer ein vorübergehender Erfolg, allein der deutsche Gegenangriff drängte ihn wieder auf die Trümmer des in der Sommeschlacht 1916 vollkommen zerstörten Dorfes zurück. Weiter südlich warf ein aus Chaulnes vorbrcchender deutscher Gegenangriff die Engländer wieder aus Hallum heraus und trieb sie in Unordnung auf Chilly zurück. Non der Straße Amiens-Rohe bis au die Oise griffen tie Franzosen bis zum Einbruch der Dunkelheit an. Rücksichtslos setzten sie hier starke Kräfte immer wieder von neuem an, kcste es. was es wolle, um auf Rohe durchzubrechen. Den von stacken Kampfgeschwadern begleiteten Sturmwcllen folgten unmittelbar zahlreiche Feldbatterien. Allein in dem ausgezeichnet zusammenwirkenden Feuer der deutschen Artillerie pnd Infanterie wurden die Franzosen überall aüge- wiesen. Außer zahlreichen Toten blieb eine große Anzahl . Tanks zerschossen vor den deutschen Linien liegen.
5ln der Sekte Lord Lansdownes.
W. T.-B. Bern, 13. Aug. (Drahtbericht.) Bei einer Besprechung der politischen Freunde des Lords Lcrns» towne in Esfexhall am 7. August wurde ein Brief deS Lord Loreburn verlesen, worin er sagt, er bedauere, nicht in London anwesend sein zu können, uw erneut seiner Anhängerschaft an die Politik Lansdownes Ausdruck zu geben. Er.trete wie kein anderer für die Ebre seines Landes ein; das ehrliche Zusammenarbeiten mit Englands Verbündeten liege im wahren Interesse aller. Ter Schreiber sübrte weiter aus, daß in den Kriegszeiten selbstverständlich Männer und Frauen 'hre ganze physische und geistige Arbeit den Männern an der Front zu geben hätten, welche die schwerste Bürde zu tragen hätten. Aber, so fahrt er fort, alle diese Pflichten schließen in keiner Weise die Pflicht jedes einzelnen aus, sein Möglichstes zu tun, um die ehrenvolle Beendigung des Kriege» zu fördern. Ich stimme den Worten de? Generals Smuts, die in dem letzten Brief Lansdownes angeführt sind, herzlich zu. Wir müssen es verhindern, daß die Zivilisation, die wir reiten und schützen wollen, selbst in Gefahr gerät. Wir sollten daher stets bereit sein, j e d e s F r t c bz r. § =. angcbot anz u n ehmen und zu prüfen. Militärische Mittel o tto« k önne n Europa nicht viede rherjte Len,
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