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Verlag Langgaffe 21

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Donnerstag» 25. Juli 1918.

Der Tagesbericht vom 25. Juli.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 25. Juli. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprccht.

Zwischen BuquoiS und Heb »lerne griff der Feind «wt Abend unter starken- Feuerschutz an. Er wurde abgewiesen. Ebenso scheiterten Borstöße, die der Feind westlich von Albert und aus Malvy heraus führte.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

An der Schlachtsront zwischen Soissons und Reims ließ die Kampftätigkeit ge st er» nach. Kleinere Jn- santeriegefechtc im Borgelände unserer Kampfstellungen. Südlich des O u r c q nnd südwestlich von Reims führte der Feind heftige Tcrlangrisfe, die wir in Gegenstößen zurück- schlugen.

Heeresgruppe Herzog Albrccht.

In den Vogesen brachte bnverische Landwehr von einem schneidig dnrchgeführtcn Unternehmen Gefangene zurück.

Der Erste Gencralquartirrmeister: Ludendorff.

Vit siegreiche Abwehrschlacht.

Die RuhePause, di? die Franzosen in ihrem einheitlich geführten großen Angriff?- nnd Durchbruchs- Versuch eingelegt hatten, ist nur non kurzer Dauer gc- tvesen. Während am Montag, dem 22. Juli, nur ört­liche Kämpfe stattgefunden hatten, bei denen der Gegner überall zurückgeschlagen untrbc, hat sich am Dienstag wieder ein allgemeine: n aher Vorstoß entwickelt, der den ganzen Raum von ü? (ans bis Reims unifpannte. Überblickt man die Lage der deutschen Truppen im Verhältnis zur Gesamtsront, so nehmen sie einen breiten, nach Duden vorspringende« Boden ein. der ini Nordtvesten an der Oiie beginnt, über Soissons zur Marne läuft, dieser eine Zeitlanq folgt und dann wie­der in die Gegend von Reims, nach NordossW^Mrück- iMingt. Die Entfernung von Carlopont südlich der Dise bis Chateau-Thierry an der Marne beträgt rund O Kilometer, die Breite des Bogens von Westen nach Osten (von der Straße Soissons-Chateau-Thierry bis Reims) etwa ebensoviel. Es ist glso ein weites Gelände, das die Deutschen besetzt halten, mit einer Frontaus- dchnung (Soissons, Marne, Reims) von etwa 100 Kilo­meter. Zu seiner dauernden Behauptung sind sehr starke Kräfte erforderlich, die anderweitiger Verwen­dung entzogen sind, wodurch die Operationsfreiheit der deutschen Führung im gewissen Sinne beeinträchtigt ist.

Ursprünglich hatte sich der französische Angriff ledig­lich gegen die Westslanke dieses Bodens ans dem Ab­schnitte Soissons-Cbateau-Thierry gerichtet. Solange dies noch der Fall war, konnte nian von einer reinen Gegenoffensive sprechen, aber schon die am 22. stattge- sundenen Versuche des Gegners, die Marne bei Jaul- gonne zu überschreiten und in die deutschen Vorposten­stellungen nördlich des Flusses einzudrirrgen, ließen auf eine Ausdehnung des Angriffes schließen, die setzt auch bis nach Reims erfolgt ist. Es liegen ferner Mel­dungen vor^daß der Gegner auch über die Aisne in dem Abschnitte Soiffons-Compidgne Brücken geschlagen hat, so daß damit gerechnet werden muß, daß der Kampf sich auch auf das Gebiet nördlich der Aisne ausdehnen kann. Der französische Führer verfolgt anscheinend die Ab­sicht. den nach Süden vorsvrinqenden Bogen in seiner ganzen Ausdehnung konzentrisch von drei Seiten gleich­zeitig anzugreifcn, um zu einer doppelten Flanken­umfassung zu kommen. Ein solches Unternehmen auf io großer Frontbreite läßt sich aber nicht mehr mit Teil­kräften ausführen, sondern setzt den Einsatz aller ver­fügbaren Hauptkräfte, also auch der Heeresreserve, vor­aus. Damit wächst der Vorstoß aus dem Rhamen einer reinen Gegenoffensive heraus und gestaltet sich zu einer- großen selbständigen Operation, deren Zweck nicht mehr die einfache Verhinderung deS deutschen Vorniarsches ist, sondern der die Entscheidungsschlacht anstrebt nnd einen Wendepunkt des Krieges herbeiführen soll.

Damit ist aber eine ganz neue Lage geschaffen worden, die auch bei unserer Heeresleitung neue Ent­schlüsse Hervorrufen wird. Die deutsche Führung hat sich immer dadurch ausgezeichnet daß sie nicht halsstarrig an dem einmal gefaßten Entschluß sssthält, sondern daß sie beweglichen Geistes den wechselnden Lagen durch schnellgefaßtc neue Vläne Rechnung trägt: als System der Aushilfen hat Moltke einmal die ^Strategie bezeich­net. Immer hat bisher die Heeresleitung den Grund­satz verfolgt, sich nicht starr an einen bestimmten Ge> ländeteil zu klammern, da der Krieg nicht um geo­graphische Abschnitte geführt wird. Sie ist im Gegen­teil immer bestrebt gewesen, sich nicht fesseln zu losten, sondern die volle Operationssreibeit und die freie Ver­fügung und Verwendungsmöglichkeit über ihre Trup­pen zu wahren. Sie wird auch alle Anstalten treffen, '>.01 sich wicht wiedee in die starren Testell des Stellunos-

Kbend-Kusgabe.

kampfes schlagen zu lassen, wozu bei den: fetzigen tagc- langen Ringen eine gewisse Gefahr vorliegt. Es ist ferner zu berücksichtigen, daß die deutschen Truppen sich auf feindlichem Gebiet befinden nnd ausgedehnte Ge­bietsteile besetzt haben, so daß auch in ihrem Rückm noch ein weitausgedehntes Operationsgebiet liegt. In gewissem Sinne können wir die Fortsetzung der feindlichen Angriffe nur als erwünscht be­zeichnen. weil der Gegner dadurch gezwungen wird, immer weitere Kräfte einzusetzen und immer tiefer' in seine Reserven zu greifen. Wird er dabei unter schweren Verlusten geschlagen, was ja bisher immer der Fall ge­wesen ist, so werden seine Kräfte, in steigendem Maße aufgezehrt und damit der Endzweck jeden Kampfes und

des ganzen Krieges erreicht.

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vis Mulde von ploisy«

W. T.-B. Berlin, 21. Juli. Die Mulde von Ploish wurde zu einem ungeheuren Friedhof für die feind­lichen Angrisfstr uppen. An jedem einzelnen Kampftage konnten, die Deutschen hier wiederholt feindliche Kavallerie- nnd Jnfanteriebereitstellungen fcststellen und mit dem zusammeng-eiaßten Feuer ihrer Batterien vernich­tend fasten. Auch am 23. Juli flutete der Gegner nach dem abgewiesenen Angriff südlich Nohant in Unordnung bis in die Mulde von Ploish zurück, wo er sich zu sammeln hoffte. Hier 'chlua jedoch in seine dichten Angriffskolonnen unser wirk­sames Feuer und richtete wiederum ein großes Blutbad an. Große Verluste erlitt der Gegner besonders auch bei seinen Tör.kformatienen, auf die er die größten Hoffimngeu gesetzt batte. Von einem einzigen schmalen Frontabschnitt werden allein 4,3 zusammengeschossene feindliche Panzerwagen ge­meldet.

Heldentaten unserer flandrischen Marine« Jagdflieger.

W. T.-B. Berlin, 24. Juli. Glmtlich.) Unsere in Flan­dern unter dein Befehl von dem Leutnant zur See S a ch s e u< borg siebenden Marinejngdslirgcr habeiz, in den letzten Wochen 24 feindliche Flugzeuge abgeschossen und damit seit Bestellen dieses Fliegerverbandes (31. 4. 1917) ihren 10 0. Luftsieg errungen. Leutnant zur See Sachsenllcrg schoß seinen 16 und 17. und Leutnant d. R. Osterkampf seinen 16. Gegner ab. Hervorragend sind an den Erfolgen noch beteiligt Bizeslugmeitter Heinrich und Flugmaat Zensrs. Der Ehef des Admiralsiabes der Marine.

Nachdem in letzter Zeit iu den Admiralstabsberichten Leutnant zur See Sachsenbe-g und Leutnant d. R. Osterkamp anläßlich ihres 15. Lustsieges lobend erwähnt wurden, konnte der vorstehende offizielle Bericht den 100. Lustsieg der Marine- jagdgrupve melden. Entsprechend den Jagdfliegern dec Armee an der Landfront sind die Marinejogdflieger über See und im Gebiet der heimischen und besetzten Küste uner­müdlich an der Arbeit, um die feindlichen Luftstreitkräffe zu bekämpfen und an der Ausführung beabsichtigter Bomben- flüqe zu verhindern. Besonders seit dem vergeblichen An­griff dec Engländer auf Zeebrügge und O st e n d e zeigte sich dort eine starke Tätigkeit feindlicher Flieger, um das Ziel dec Vernichtung unserer Anlagen in Flandern durch Angriffe aus der Luft zu erreichen. Unsere Marinekampf­slieger haben bei der Abwehr eines starken, gut gesicherten Bombengeschwaders einen schweren Stand. Trotzdem suchen sie ständig den Gegner im eigenen Gebiet aus. Mt Maschi- nengewehrseuer wurde der letzthin gemeldete erfolg­reiche Angriff auf die englischen Unterseeboote in Flandern auögeffihrt. Es bot sich eben kein anderes geeig. neteS Angriffsobjekt, nachdem einige Tage vorher der Ab­schuß englischer Grotzslugboote in den englischen Gewässern von der Mar-neflvgzeuqstaffel unter Führmig des durch andere Heldentaten schon bekannten Oberleutnants d. R. Christiansen gemeldet worden war. Die Leistungen der Maiinekampfsliegec bei der Oselu n t e rn eh m u n g und im Kampfe um die Dardanellen bleiben ebenso unver­geßlich, wie die jetzigen großen Erfolge in Flandern Aner­kennung finden.

Deutsches U-Boot an der Uüste von Massachusetts.

Amerikanische Abwrhrmaßnahme».

Zürich, 25. Juli. (Eig. Drohtibericht. zb.) DieBas­ler Nachr." melden aus Rew Uork: Die Marinobcihörden ergriffen kräftige Mwehrmaßmo-hmen wogen der Anwesenheit von U-Booten an der .Küste von Massachusetts. silach Reuter befürchtet man in offiziellen Kreisen in Washington, ldatz das Suchen nach den U-Borten die U-Boottkommandanten be­wogen habe, Minen auszulogen, um auf diese Weise d,e Transport- und Marin-esährz-euge vernichten zu tonnen, an­statt sie direkt anzugreffen. Der vcm Marineamt eingerich­tete Wachdienst ist verschärft worden. Wie das erstemal, suchen jetzt Toupedojäger und Wachschiffe das ganze Küsten­gebiet ab; auch gelangen diesmal dabei Flugzeuge zur Ver­wendung. Der Kommandant der Marinestation in Orleans (Massachusetts) gibt bekannt, -daß sechs Flugzeuge ein deutsches U-Boot mit Bomben angegriffen haben. Das U n t e r s e e b c o r antwortete mit G e - schütz teuer, tauchte dann untt» verschwind in südlicher

Nr. 342. . 66. Jahrgang.

Richtung. Bon dem vier Schiffen, die es in den Grund bohrte, wcren drei unibekaden; das letzte führte eine Ladung Steine. Das Schleppboot wurde in Brand-gesteckt, ging aber nicht -unter. Von -den 41 an Bc-rd befindlichen Passa­gieren, unter denen sich drei Frauen und fünf Kinder beßan- dcu, wurden nur drei Männer durch Granatsplitter verwun­det. Das U-Boot beschoß keine RettungBbocte. Vom Lcm-o aus sah man dem Angriff des U-BookS zu.

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Erweiterte Mobilisierung in Amerika?

W. T.-B. Washington, 24. Juli. (Reuter.) Boi der Wiedereröffnung -des Kongresses wird KriegSfekrotär Baker Pläne zur Änderung dcS Dienstalters und zu einer erweiter­en Mobilisierung einbringen.

Amerikanisches Getreide für Holland.

W. T.-B. Haag, 24. Juli. Wie -das Korrespondenzburcau erfährt, ist im Ministerium des Äußern die Meldung einge­troffen, SaL der holländische DampferZykdyd" mit einer Ladung G-wc-eidc gestern vcm New Uork nach Holland ochge- 'h-ren -ist. "

Die Entente hinter den Tschecho­

slowakei».

Ein Ausruf der Moskauer Sowjetregicrung.

W. T-B. Berlin, 23. Juli. Ein Aufruf der Moskauer Sowjetrcgieruny vom 13. Julian alle" be-weist, daß auch hinter dem tschccho^slowakischcn Aufftand die Entente sör-dernl> und beffcvd steht. Er lautet wie fallgt: Bon Moskau an alle und an das Ausland. Ter Hatz der imiperialistischeu Oligarchien gegen das bolschewistische Rußland äußert sich in den Intrigen und den feiiMichon Handlungen -der Agen­ten des Imperialismus. Die engen Bande, welche den französische« Imp eriali s mu s >nnt dom tschech o- slowakischen Ausstand verbinden, und sein Versuch -eines Staatsstreichs in Rußland find durch folgendes Doku­ment -bloßoostcllt. Das Organ der R-ecbtSr-evo5utuniäre von Sibirien^ das in -erche-irp'»eröffe-ntlicht in Nr. 33 vom

29. Juni -den Aufruf des Chefs der französffchen Mission. Der Wortlaut ist folgender:

Die Mitteilung an das Provisorische Vollzugskomitee der tschecho-stotrakischen Truppen, die ich von drin französischen Gesandten erhalten babc, ist ein chifstiertes Telegramm, welches die Bekanntoalle der Itktion der Alliierten in Rußland enthält. In­dem ich tiefe Nachricht weitcrgebe, erkläre ich, daß ich braus, tragt bin, den tschccho-sloü akischen Truppen in Rußland für ihre Aktion die Dankbarkeit der Alliierten auszudrückm. Diese Aktion, die deni tiefen Berständnis der Lage entspricht, macht der tschecho­slowakischen Armee große Ehre und zeugt von der Tapferkeit der Vollzugsorgane auf der riesigen russisch-sibirischen Front nnd von der Tätigkeit der Führer, n-elcbc dank ihrer Umsicht die Mitglieder zu dieser Maßnahme betrogen hoben. Die Mitglieder der fran. zvsischen Gesandtschaft mi-ßten vor kurzem Mittel und Wege suchen, i-m die Berlltndnnge» mit den russischen Sowsetbehörden aufzumhmeu. Jedoch rerdlknen gegenwärtig diese Behörden keine solche H a l t u n g niebr in den Augen der Alliierten und der zivilisikiten Welt Wir sind nicht mehr in Verbindung mit ihnen, im Gegenteil, jetzt weiden sic sehen wie wir ein Herz und eine Seele die befreiende Tätigkeit der tschecho- slowakischen Armee unterstützen werden. Dank Euch ist die russische Front wieder bcrgesiellt, jedoch bis jetzt unglücklicherweise mit einer noch schwachen Beteiligung der Blüte des russischen Volkes. Dies: Front ist gegen die wahren Feinde Rußlands ge« wendet, gegen die Feinte der Alliierten, gegen die Feinde des Rechts und der Gerechtigkeit, d. h. gegen die Deutschen. Die franzö­sische Gesandtschaft, die immer ein aufrichtiger Freund Rußlands war, känpist in den ersten Reihen auf dieser gleichen Front an Eurer Seite."

, Wir iöraten hiuzusügen» daß 'der Vormarsch der S ow j-ett r up p eti gegen -die T sch-echo-S low «kein sick, immer günstiger entwickelt. Die Hofffmnyem -der Feinde -der russtßhcn Proletarier und Bauern-Revöluticm, die in diesem. Ausruf ausycdrücki find, wenden -noch einmal enttäuscht.

Das BrLkskomMiffariat für Auswärtige Llingelszeacheit««. '

weiteres vorrücken der Tschecho-SlowaKen.

W. T.-B'. Moskau, 22. Juli. Nach einer Meldung der Jswestija" versammeln die Tschechen an der Bahn Jekate- rinenburg-Tschjeljabinsk starke Kräfte, vor denen die Räte- truvpen zurückgehen. Ter Strang der West-Ural-Dahn ist an vielen Stellen zerstört. Die Rätet rappen sidhen bei der Station Äraslonow. Am Abschnitt Poworino erreichten die Rätetiuvven in der 'Verfolgung des Feindes die Station Lukcwskaja.

Die von England besetzten ruffischen Gebiete als Faustpfänder.

Haag, 25. Juli. Daily Mail ' sagt in ihrem Leit­artikel, wenn Deutschland beabsichtige, Belgien als Faustpfand zu bebalten, müsse sich auch England Faustpfänder verschaffen, das könne am besten durch ein? dauernde Besetzung von Terlen Rußlands geschehen. Auf diese Weise könne man auch die Westfront entlasten.

Irilcke Gpposition.im Unterst,

W. T.-B. Rotterdam, 24. Jult Nach demNieuwe Rotterd. Courant" schreibt der Londoner Korrespondent des Manchester Guardian": Die irischen Nationalisten, die am Dienstag nach Westminfter zurückkehrten, haben die Absicht, eine ein- bis zweitägige Debatte über die Lage in Irland «