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Verlag Langgaffe 21
„T»g»l,tthaus".
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12 Ausgaben.
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„TagblatihauS" Nr.S8öa-iiZ.
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Berliner Abteilung drS Wiesbadener Tagblatts: Berlin W. 57, An der Ap-st-lkirche 7,1- Fernsprecher: Amt Lützow 6202 und 6203:
Mittwoch, r«. Juli 1918.
Morgen-Kusgabe.
Nr. 339. . 66. Jahrgang.
521000 Tonnen Im Monat Zum.
W. T.-B. Berlin, 23. Juli, (Amtlich. Drahtvericht.) Im Monat Jnni sind insgesamt 521 OVO Brntkoregistertonnen des für unsere Feinde nutzbringenden Handelsschisfsranms versenkt worden. Der ihnen zur Verfügung stehende Welt- handels fchi ff s ran m ist somit allein durch kriegerische Mahnahmen seit Kriegsbeginn um rund 18251000 Bruttoregistertonnen verringert worden. Hiervon sind rund 11175 MO Bruttoregiftertonnen allein Verluste der englischen Handelsflotte.
Rach den inzwischen gemachten Feststellungen sind im Monat M a i anßer dem seiner Zeit bekanntgegebcnen Verlust der feindlichen oder im Dienst unserer Gegner fahrlenden Handelsflotte noch weitere Schiffe von rund 48000 Bruttoregiftertonnen durch kriegerische Maßnahmen schwer beschädigt in feindliche Häfen eingebracht worden.
^Der Chef des Admiralstabs der Marine.
Glanzleistung eines U-ttreuzers.
W. T.-B. Berlin, 23. Juli. (Amtl'ch.) Einer nuferer N-Kreuzer, Kommandant Korvettenkapitän von Nostiz und I ü n! e n d o r f f, hat 15 Dampfer und 12 Segler mit zusammen rund
61 OM Bruttoregistertonrun
versenkt. Unter den versenkten Dampfern befand sich der bewaffnete englische Trnppentransport- dampfer „Dwinsk" von 8173 Bruttoregiftertonnen.
Der Chef des Generalstabs der Marine.
Balsourr Zauftpsand-Theone.
Man muß es der englischen Propaganda lassen, daß sie einheitlich ist. Die Minister reden genau in dem gleichen Tone, wie die klsmtzen Hetz- blättcherr schreiben. In seiner Rede zur Ferer der belgischen Unabhängigkeit in London hat sich der britische Außenminister Balfour Behauptungen geleistet, die ganz dem Niveau der Northcliffe-Propaganda entsprechen. Aber das möchte noch hingehen, denn an dergleichen Dinge hat man sich in vier .Kriegsjahren zur Genüge gewöhnt. Daß aber der Minister des Auswärtigen eines Landes höchst persönlich zu direkten "Verdrehungen seine Zuflucht nimmt, das ist denn doch ein starkes Stück. Selbst wenn .Herr Balfour seit jeher an chronischen Deutschen-Versolgungswahn litt, so berechtigt ihn das doch nicht dazu, der englischen Öffentlichkeit den wahren Wortlaut und den rickti- den Sinn der Kanzlererklärung über Belgien zu unterschlagen und nun eine Faustpfand- Theorie als deutsches Erzeugnis auszugeben, die lediglich eine unwahrhaftige Konstruktion des britischen Außenministers ist. Wenn .Herr Balfour seinen Zuhörern erzählt, daß Deutschland bereit sei, Belgien aufzugeben, vorausgesetzt, daß es irgendwelche andere Gebiete behalten könne, so ist das schon eine Unwahrheit. Sie wird aber zur verwerflichen Lüge, wenn er weiterhin behauptet, daß Deutschland irgendein anderes Gebiet in Europa verlange. Graf Hertling hat nicht von irgendwelchen Gebieten gesprochen und erst recht nicht den Anspruch auf irgendein anderes Gebiet Europas erhoben, sondern nur die Rückgabe unseres Kolonialbesitzes, das freie Meer und den freien Handel verlangt. Balfour muH doch von den Worten des Kanzlers eine besondere Wirkung auf sein Land fiirchten, daß er vor so gewöhnlichen Fälschungen nicht zurückschreckt. Auch scheint er das Friedensbedürfnis der Belgier als sehr stark anzunehmen, wenn er es für nötig hält, in den aufreizendsten Ausdrücken von dem deutschen Vorgehen gegen Belgien und über die deutsche Verwaltung daselbst zu sprechen. England, das die Neutralen durch fein« Seetyrannei drangsaliert, das m Irland, Ägypten, Griechenland und neuerdings in Nordrußland haust, hat kein Recht, uns moralische Vorhaltungen zu machen. Die deutsche Verwaltung in Belgien, die über die Pflicht der Okkupationsmacht hinaus sozial und hygienisch dem unglücklichen Lande alle denkbaren Dienste geleistet hat, findet je selbst in Belgien wachsende Anerkennung. Sie kann sich die Kritik des Ministers eines Reiches der- bitten, das in den Buren-Repudliken mit barbarischer Grausamkeit vorgegangen ist. Wenn Balfour meint, Deutschland habe nie eine moralische Berechnung ausgemacht, so lügt er. Nur kann uns die moralische Beurteilung durch die feindlichen Kriegstreiber kühl lassen, denen alle Dinge zur Kriegsverlängerung dienen müssen und die einfach zur Fälschung greifen, wenn ihnen die Kundgebungen ihrer Gegner einmal das Konzept zu verderben scheinen. Wenn solche Männer uns saaen, daß ein deutsches Wort kein bindender Vertrag künftig mehr sein könne, jo vermöge» mt ihnen die marnMrf»
Berechtigung zum Führen einer solchen Sprache nicht zuzuerkennen. Wenn Balfour schließlich den Belgiern vorzureden sucht, daß die Kanzlererklärung eine größere Beleidigung als die Okkupation sei, so beweist er nur, daß er kein Staatsmann, wohl aber ein großer, aber ganz gewöhnlicher Demagoge ist. Demagogie aber hat noch nie geschichtlichen Bestand qeh-abt.
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Eine belgische Erklärung gegen Bertlings Neve.
W. T.-B : . Le Havre, 23. Juli. (HavaS-Meldung.) Bei dem von der belgischen Regierung den belgischen Parlamentariern gegebenen Frühstück erklärte Ministerpräsident Cooreman: Belgien will keinen anderem Frieden als einen Frieden der Ehre und des Rechts und weist die kühne, kürzlich im Reichstag ausgesprochene Theorie zurück, aus Belgien ein Faustpfand in den Händen seines Schuldners zu machen, welcher von Belgien Bürgschaften gegen seinen Angreifer verlangt. Belgien wird sich über die Reorganisation der Beziehungen zwischen den Staaten nur in vollem Einvernehmen mit den Mächten aussprechen, welche mit ihm sür die Sache des Rechts kämpfen.
Neue feindliche Mißerfolge zwischen Soifsons und Neims.
W. T.-B. Berlin, 23. Juki, abends. (Amtlich. Draht- Ibericht.) örtliche Kämpfe ans dem Weftvfer der A v r e. Zwischen Soiffons und Reims hat die Heeresgruppe Deutscher Krvnprinz erneut einheitliche Angriffe starker feind, licher Waffen znm Scheitern gebracht.
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Des franzästtcke Luftstotz über öcr Marne.
W. T.-B. Berlin» 22. Juli. Der Fnnkspruch Lyon vom 21. Juli, 8 Uhr nachmittags, behauptet, daß die Fra-nyssen die vom Feind w ö l l i g -ungestörte .Zurücknahme unserer Truppen über die Marne bemerkt und «4 mit einem Regen von M^MnsrigewehrkugsM und einem WoNensturz von Bo-rrffben 50 Prozent Verluste zugesügt hatten. Das Umyn- tressende dieser Behauptung geht schon aus der romanhaften Ausmachung der Meldung und. der genauen Ai gäbe der Verlustprozente hervor. Au der fcanzösiöchein Behauptung ist kein wahres Wort. Der Feind hat im Gegenteil einen völligen Luststoß gemacht, bei dem seine Massen von unserem Feuer wirkungsvoll gefaßt wurden.
Neue italienische Eingriffe in Albanien gescheitert.
W. T.-B. Wien, 23. Juli. (Drahtbericht.) lAmtlich verlautet vom 28. Juli, mittags: Auf dem italienischen KrieqS- -schaup-latz Artilleriekämpfe wechselnder Stärke.
>. An der älbanffchen Front setzte der Feind seine Angriff"- versuche -beiderseits des oberen Devoli fort: sie wurden alle abgeschlagen. Der Chef des Generalstabs.
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Der neue österreichische Ministerpräsident.
Ni. Wien, 23. Juli. (Eig. Drahtberscht, zb.) Wie ich höre, ist zum Nachfolger des bisherigen Ministerpräsidenten Dr. t' Seidler der frühere Untcrrichtsminister Hussarek auscrsehen, der bereits den kaiserlichen Auftrag hat, mit den Parteien zu verhandeln, l^ie Dentschnationalen sind über diese Lösung verstimmt und erklären, Husiarek nur dann zu unterstützen, wenn er den von Seidler beschnittenen Weg ebenfalls einhält. Die Polen werden jetzt sofort für alle Staatsnotwendigkeiten stimmen. Dagegen drohen -chie Ukrainer mit schärfster Obstruktion, falls, wie sie fürchten, durch den Kabinettswechsel die ihnen gemachten Zusagen über die Teilung OsigalizienS hinfällig werden.
Das Budgctprovisorium.
IV. T.-B. Wien, 23. Juli. Der Budgetausschuß des Abgeordnetenhauses hat beschlossen, mit Rücksicht auf die Demiffion des Gesamtkabinetts die Beratung des Budget- provisoriums zu vertagen.
Oie b^utsch-österreichischen Arbeiter unb ber tschechische Staatrgebanke.
W. Tv-B, Wie«, 22. Juli, (Abgeordnetenhaus.) Dgss Ab- geothneteflbcrntf verhandelte über bat tschechischem Antrag oof Erhebung der Ministeranklage gegen den Ministerpräsidenten Dr. b. Seidler sowie gegen den ehemaligen Minister des .Innern Tog gen bürg wegen Er- lassung der Kreisverordnung sür Böhmen. Der Antrag wurde von dom Tschechen Stranski eingehend begründet und dem Südslaweu Rav-rnhar, dem Italiener Gr-indi, dem Mpolon Ska-rbeck und den Deutschen, Ukrainern und Rumänen bekämpft. Der Sozialist Seitz -betonte den Stand- pomft der deutschen Sozialdemokratie hinsichtlich der nationalen Sclbstregiernn-g im eigenen Sprachgebiet, erklärte jedoch, daß die deutsche Arbeiterschaft sich e n ts ch te d e n d ag eg -e n w elhr en weide, daß 3^», Millionen Deutsche Böhmens, Mährens und Schlesiens unter die Herrschaft eines tschi'chischen Staats fallen Der Minister deZ Innern v. Geher wies die N o t w e*n digkei t .der Kreis- Verordnung sür Böhmen nach wobei er feststellte, daß es sich bloß int eine Maßnahme zur Erleichterung der Verwaltung Böhmens handle. Der Minister legte dar, daß die Boraus- setzungsn für die, AtzMage nicht bestetzsn.
Der Kampf um die Murmanküste.
Die Engländer im vorrücken gegen Ifturman
W. T.-B. Stockholm, 23. Juli. (Drahtbericht.) Nach eine; Meldung ans Helstn-asors sind die Engländer im Vorrncksi von Archangel gegen Murman begriffen. Letztere Stadt is bereits e r n st l i ch bedroht. Mtgkieder des Arbeiter- uni Soldatenrats in Kem wurden gefangen gemomnren und hin gerichtet. Die Truppen der Alliierten besetzten die Linii Kandalaks-Kem.
Der Kommandeur der verbündeten Eruppen
W. T.-B. Moskau, 23. Juli. (Drahtbericht.) Die hiesig, Presse meldet: General Gurko wurde znm Kommandeur her verbündeten Truppen in Murman ernannt. — Tu bolschewistische Zeitung „Nowoje Shisir" ist geschlossen worden
Unter dem Protektorat der Entente!
W. T.-B. Moskau, 23. Juli. kDcahtbericht.) Unter den Protektorat der Entente soll eine Wologdaer Republii gegründet werden, die den Murman und Teile von Nord rnßland tis zum Ural umfaßt. Der Aufftand der Weiße« Gardisten am Murnian ist unterdrückt. — Der Stab der freiwilligen Armee am Don gibt bekannt, daß alle Frerwilligen- Formationen ihm unterstehen. Der Eher des Stabes ifl General Alexejew. kommandierender General Denikin
General Horvarb ruft sich zum kjerrkcher aus
Br. Rotterdam, 23. Juli. (Gig. Drahtbericht, zb.) Dis .Times" meldet ans Charbin: General Horvard hat sick am 10. Juki zum vorläusigen Herrscher über alle russischen Länder proklamiert. In seiner Proklamation heißt es, daß er die Ordnung wiederherstellen uni die gesetzmäßige Versammlung einberufen will.
„Die sibirifrlie Schlanne."
Ein Aufruf TrstzkyS. — Räumung des Kriegshafens Archangel. Bolschewistische Mobilisationsmatznahmen
W. T.-B. Moskau, 23. Juli. (Drahtbericht.) Trotzky ver- öffeittlicht einen Ausruf, das Wolgagebiet, den Ural uni S'birien vom Feinde zu säubern und die das Brot absperrende sibirische Schlange zu erwürgen Er verbietet allen Militärinstitnttonen und Militärbeamten den englischen und französischen Offizeren irgendwelche Hilf« zu leisten. Diese Offiziere seien streng zu überwachen uni ihre Reise zn veichindern. — Die Engländer haben heut« hie rnffische Abteilung Auer zu einem außerordentliche« Schutz der Murmanküste und zum Eintritt in das VerbandSi Heer überredet und nach Meldungen aus der russischen Zivilbevölkerung zum Eintritt org-inifiert. Die Werbung fing erfolgreich an, jetzt ist aber ein scharfer Umschwung eingctreten. Die Rätegewalt in Archangel verfügte die Räumung des HafenS, die Anlage von Befestigungen, die Mobilisierung der Genie- und A^tillerietrupven sowie die allgemeine Mobilisierung der jüngsten fünf Jahr- gänge. Laut „Murmansk: Westnik" haben die Trupven der Zentralregierung Soroki verlassen. Am 7. Juli ist dort ei« englischer Kreuzer singetrofsen. Die gesprengte n Brücken sind wiederhergestellt.
«Trotzsiys Arbeiter- unb Bauern-Krmee.
Br. Stockholm, 23. Juli. (Gig. Drahffbericht. Hl.) I« einer Bekanntmachung fordert Trotzky für Vie mtter- mationale Stellung der S--wjetregiertmg >die 'Notwenüüge Schaffung einer mächtigen Armee und verfügt darin auch die Heranziehung der Bourgeoisie. Es heißt darin it. a.: So lange 'die Diktatur der R-Svekutirm -nicht enldgMig den verbrecherischen Willen -der Bourgeoisie göbvochen hat, wird es nnmögkich fein, sie in -die Reih en der Armee zitzullassen und das junge Geschl-echt der verräterischen Klaffen der Ausbeuter zu bewaffnen. Weiter werden dann eine Rei-He von Maß-nahMien ansgezählt, wonach, -mit der Aushebung der Arbeiter und Bauern die entsprechend en Jahre-Z-Aaffen der städtischen und dörflichen Bourgeoisie zu m-«b-lisieren sind. Aus diesen Elementen wird ein Hei-m-rtla-ndsturm gebildet, der zur ErgänMng der niMsro-nttauglich-cn Mteilungen und Mm Hilfsdienst (Reinigung der Kasernen, Stratzen- reiniW-ng, Au-hsbung vom Schiitzengräde-n und dergleichen) zu verwenden sind. Die besseren Bourgeoisie-Memente, welche durch die Tat ihre Treue der Ack^iterschast und V-nrevnfchafit zeigen, könmeu «ich -in di« fronttamMchen SSh teil-u-ngen eingestellt werden.
Verbot aller nichtbolschewistischen Zeitnngrn in Moskau.
W. T.-B. Moskau, 23. Juli. (Drahtbericht.) .In Moskau fft z-um zweitenmal das Erscheinen aller nichtlbolsche- wfftischer Zeitungen und Zeitschrfftvn verboten worden.
Englisch-amerikanische Fachmissionen nach Sibirien.
Sr. Kopenhagen, 23. Juli. (Eig. Drahtbericht, zb.) Di« Enffendung einer Mission von englischen Verwaltungssachverständigen und Finanziers nach Sibirien wind vorbereitet. Eine gleichlirtige amerikanische Mission arbeitet bereits van Charbin aus in Sibirien.
Frankreich und das Borgehen der Tschechen.
V/. T.-B. Moskau, 23. Juli. (Drabibericht.) Nach einer Meldung der „Jswoftia" soll der französische Generalkonsul dem Vol-kskommissar für die answärtig-en An- g-küegonheitou erklärt haben, daß das Mitglied der französi-- schpn MtMon. Cusiv-ct jeiv-e Vollmachten überschrittenchwi-e, als
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