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Novellette vo» fjellmutb 11 n a
es Lnziger jüngste Tochter Marianndl war inr Frühling zunr ersten Male auf die Alm gezogen, um dem Vater die Kühe zu hüten und ihm die Milchwirtschaft zu besorgen. Das war keine kleine Arbeit. Doch ein so rüstiges Frauenzimmer wie das Marianndl wird's schon schassen können, hatte der Enziger gemeint.
Ls war ein beschwerlicher weg, der vom See aus zwischen Schotten und scharfen blanken Steinen in der Klamm emporglitt, und man brauchte seine vier Stünd- lein, ehe man, selbst bei rüstigem Ausschreiten, in die Talalp kam, wo die Sennhütte sich an einem pügelhange sonnte und des Lnziger Buntscheckige und Braune aus den fetten, bunten weiden lagen. Es war ein Sonntagsmorgen. Das Marianndl saß vor der pütte auf der steinernen Fläche des Brunnentroges, in den wie ein lichter Strahl das Wasser aus moosüberhauchtem Rohre floß. Lin blütenfrisches, linnenes pemdlein mit kurzen Ärmeln hatte es unter dem enggeschnürten schwarzen Samtmieder und unter der breiten knisternden Schürze einen ganz neuen roten Rock. Schmuck sah es aus, das Marianndl. Schade nur, daß es hier droben in der duftenden Einsamkeit keiner erschauen konnte. Das Marianndl hatte brav sein Gesangbuch aufgeschlagen und ließ die perlen des Rosenkranzes durch seine Finger gleiten. Ab und zu hielt es im Beten inne und blickte forschend aus, ob sich inzwischen keine Kuh zu weit entfernt hatte. Sechzehn Zahre war das Mädchen, aber kräftig wie eine Zwanzigjährige. Das Marianndl hörte mit Lesen aus und horchte. Sie hörte von drunten her Menschenstimmen, die das Echo leise widerhallte.
Unten am Waldrande, wo der Fußpfad steil in die wiesen emporsprang, tauchten zwei Wanderer aus, die beim Anblicke des sich ihnen so plötzlich bietenden neuen Bildes stehen blieben. Der eine von ihnen deutete nach der Almhütte hinauf und jodelte hell hinüber. Die beiden schritten weiter dem Sennhause zu.
wieder so zwei Stadtleut', die in den Bergen um- anandersteig'n, dachte das Marianndl und wollte ins paus hineingehen. Sie hatte für die Fremden nie viel übrig gehabt, die ihre Berge verschandelierten. Die Fußgänger waren schnell herangekommen und riesen sie an, ehe sie ihnen ausweichen konnte. Es war ein Alter mit einem ins Weiße schimmernden Vollbart und ein Zunger, der dem Alter nach sein Sohn sein mochte. Er trug den put in der Linken und hatte seinen Wettermantel' über die Schulter geschlagen, daß er ein wenig den freien pals bedeckte.
„Könnten wir nicht einen Becher frische Milch bekommen?"
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Das Dirndl nickte ein wenig von oben herab und ging, den Wunsch zu erfüllen. Dann brachte es zwei irdene Schalen voll weißer, duftender Milch. Die Wanderer dankten und tranken langsam mit großen Zügen.
während der Alte bald innehielt und sich umwandte, die Landschaft zu beschauen, hing des Jüngeren fröhlicher Blick an des Dirndls schmucken, jungen Zügen. Und einen Augenblick begegneten seine Augen den ihren und hafteten aneinander. Marianndl erschrak und wurde tief verwirrt. Langsam^ strich sie sich mit dem pandrücken die paare aus der Stirn und schaute zu Boden. Ganz beklommen, wie nie war ihr zumute geworden.
Da hörte sie ein leises Lachen neben sich und mußte ihn noch einmal anschanen.
wie keck er war. Sie mußte mitlachen. Und das klang auch so fröhlich und aus jungem Perzen heraus, daß der alte perr verwundert über seine goldene Brille erst das Mädchen und dann seinen Zungen ansah.
Das Mädchen nahm ihnen die leeren Schalen ab und legte sie ineinander, daß sie leicht klirrten, wie etwas, das zart und zerbrechlich ist.
„Die perren wollen auf die Großenalp hinaus?"
bZa, mein Kind, wie lange müssen wir noch gehen?"
„Drei Stunden schon sicher, wenn's ungeübt sein. Und werden'? hier wieder zurückkumma?"
Das Marianndl wußte selbst nicht, warum sie so übereilt diese neue Frage tat. Aber sie brannte ihr doch gar zu sehr auf dem Perzen. Und in ihrer Stimme zitterte ein seiner, ängstlicher Unterton, wie ihn Menschen haben, die etwas Liebes zu verlieren glauben und es mit einer Bitte noch zu halten hoffen."
„Za. Aber spät kann es werden."
„Dann wünsch' ich guten weg."
Die beiden Wanderer schritten weiter und stiegen hinter der Sennhütte in die Berge hinein. Das Marianndl schaute ihnen nach.
Gb er sich noch einmal umdrehen wird? dachte sie und meinte den Zungen, nicht den weißbärtigen. ‘ Das Blut schlug mit jachem und raschem Klopsen gegen die paut.
Db er noch einmal umwenden würde? Pergott, laß ihn noch ein einzigmal sich umschau'n!
Za. Und da holte er ein Tuch hervor und winkte.
Und das Marianndl winkte wieder und jubelte mit einer silberhellen Stimme einen Zodler, daß des Enziqer einzige Schwarzkuh den Kopf herumdrehte und mit Wiederkäuen aushörte.
Und in ihrem Zodler lag so viel Sonnenglück, daß die Berge ihn tranken und raunend zurückriesen. Und noch einmal jodelte sie. Diesmal aber lag etwas Beklemmen-
