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Verlag Langgafse 21

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Zrettag, ly. Iuli 1918.

Kbend-Kusgabe. nv 332 * * 66 * Jahrgang.

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französische Gegenoffensive zwischen Akne und Marne.

Ein feindlicher Durchbruch auf der Linie südwestlich von Soifsons-Neuillh» nordwestlich

Chateau-Thierrq gescheitert.

Erhöhung der Gefangenenzahl auf über 20000.

W. T-E. ühnfjcs Hauptquartier. 19. Juli. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rnpprecht.

Tic Kamvfintigkeit lebte «fnt Abend aiuf. Bei Erkundun­gen machte» wir mehrfach Gefangene.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Zwischen BiSne und Marne ist die Schlacht von neuem entbrannt. Der Franzose hat dort seine lang erwartete Gegenoffensive begonnen.

Durch Verwendung stärkster Geschwader von Panzer- kraftwagen gelang es ihm zunächst überraschend, an ein­zelnen Stellen in unsere vorderste Infanterie- und Artillcrieliniie einzubrechen und unsere Linie» zurück- z ud r ü ck e n. Weiterhin haben unsere Stellungsdivisione» im Verein mit bereitstehenden Reserven einen feindlicheit Durchbruch vereitelt. Gegen Mittag waren die französischen Angriffe aus der Linie südwestlich von Svissons-Neuilly nordwcstlich von Chateau-Thierry zum Scheitern gebracht. Am Nachmittag brachen an der ganzen Nngriffsfront sehr starke Teilangrisfe des Feindes an unsere» neuen Linien zusammen. Die dem Kampffeld zustreben­den feindlichen Kolonnen waren das Ziel unserer erfolgreichen S ch l a ch t fl i e g e r. Unsere Jagdflieger schossen 32 Flugzeuge dce Gegners ab. Leutnant Löwenhardt errang seine» 58. r»v 39., Leutnant Bolle seinen 23. und 24., Leutnant G o c h i i ,i g seinen 22. Luftsieg.

Gegen dir S n d f r o » r der Marne hat der Franzose nach seinen Misserfolgen am 16. und 17. Juli nur noch T e i l» angrisfc südöstlich von Marcuil geführt: sie wurden ab- gewiesen.

Zwischen Marne und Reims und östlich von Reims blieb die.Gesechtstätigkcit auf örtliche Kampfhandlungen beschränkt. Feindliche Angriffe im Köniqswald und beider­seits von Plnnu scheiterten Bes crfelgrciichem Vorstoh nord­westlich von 11 ruo ii ct und bei Abwehr feindlicher Tcilan- griffc an der Snipp cs und beideiseits von Perthes machten wir Gefangene. Die Zahl der seit 15. Juli einge- brachten Gesängene,. hat 20 OHO überschritten.

Der Erste Generalguartiermeister: Liidendorfs.

*

Di« Nieberlage des Angreifers südlich der Marne.

W. T.-B. Berlin, 1b. Juli. Stot 17. Juli erlitt der Feind Msstch ver Marne bei seinen massierten Gegenangriffen eine schwere blutige Niederlage. 'Schon am Morgen des 17. lag das feindliche Feuer auf unteren Stellungen an der Marne- fnxmt in großer Stärke. ES steigerte sich im weiteren Ver­lauf des Tage? vor allem in der Gegend der >Stratze Jgny- Dornians zu größter Heftigkeit, wer auf ein starker Umgriff mit Entsatz von Panzerwagen gegen unsere Linien am St. Agman-Grund erfolgte. Ter Vorstoß des Fei-ndes wurse blutig al gewiesen. Auch ncrdwestlich Vontsril fcheitz.aton feindliche Anarisssversuche. Der Mittag und Nach­mittag des Taget trachten erneut stark massierte französisch^ Gegenangriffe Mit großer Wuchc griff der Feind in erbitter- tem Ringen hier an. ebne 'jSdcch einen Erfdlg zu erzielen. Die tiefge-Mderten Stern truppen, die der Feind immer wieder ge gen i unsere Stellungen südlich der Marne ohne Rück­sicht auf Verluste Vortrieb, hatten ungeheure Verluste und fluteten nach nutzlrsem Anllauf, verfolgt von dem deut­schen Feuer zurück Dasselbe Schicksal erlitten starke fein-d- k'che Verstöße gegcu den. Cbataigniere-Wald sowie nördlich der Warne in der Gegend von Venreuil und gegen den Ävnigs- waiid. Auch hier brachte der Feind cbenfv fruchtlose wie halbe Blute p ter. Während nach wechselvollen Kämpfen an varschi edencii F, rntavlckrsttton olle Angriffe des Feindes zusomimoii5rack.cn. vermochten unsere Stuvmtruppen einen Bergrücken süitlich von Pourcy zu nähmen und drbei zahlreiche Gefangeine zu machen und eine Batterie zu erbeuten

Östlich R e i ni S richtete der Feind lediglich Teilangriffe gegen unsere Stellungen nördlich Perkhes sowie nördlich und westlich von Massiges Sie hatten keinerlei Erfolg. Der 17. Juli ist om be'c-nders schwerer lblutiger Tag für unsere Gegner, die trotz aller brer gewaltigen Anstrenguingen die gestrige Schlacht verloren heben.

kjeftigstsr Krtillerietzampf in Flandern.

W. T.-B. Berlin, 18. Juli. In Flandern lebte Das feind­liche Feuer tagsüber auf und steigert» sich zwischen Dpern und Bioux Esquin zu großer Stärke. Es erreichte gegen Mitternacht von Htllebeke bis zum Kemmel und beiderseits Bailleul größte Heftigkeit. Zahlreiche feindliche Patromllevworjtöde wurde« durchweg abgewiejen. « ej js a gv re

blieben hierbei in unserer Hand. Desgleichen erlitt der Feind, der nach Feuervorbereitiing bei Hulluch angriff, eine schwere Schlappe.

Li-. Rotterdam, 19. Juli. (Eig. Drahtbemcht. zb.) Die ..Times" meldet aus dem englischen Hauptquartier: Die

deutsche Artillerie bombardierte die englischen Stellungen um Dpern herum nachts fünf Stunden lang. Die Infanterie griff aber nicht an. ,

Die französische Nenntnis des diesjährigen klngriffstermins.

W. T.-B. Berlin, 18. Juli. Alle Gefangenenausfagen gehen dahin, daß der deuffche Angriff seit langem be­kannt gewesen ist. Ein französischer Major, Bataillons­kommandant vom 101. Infanterie-Regiment, sagt aus, daß der Angriffs am 1b. Juli erwartet wurde. Alle Vorbereitun­gen waren getroffen. Die Infanterie war tief gestaffelt und die schwachen Besatzungen der vordersten Linien sollten sieh bis zum letzten Mann verteidigen. Die leichte Artillerie war aus dem Borgelände zurückaenoinmen. Die Batterien waren versteckt eingebaut und durften ^ nicht feuern. Eine Stunde vor Beginn der deutschen Offensive telephonierte der

lum Mame-Überaana

Sommanbant ett Chef an alle Regimenter, daß der Angriff um 1,10 Uhr vormittags, also nach deuffcher Zeit um 12,10, erwartbar sei. Man solle sich bereit halten. In Anbetracht dieser umfangreichen Abwehrvorbereitungen ist der deuffche Erfolg besonders hoch einzuschätzen. Wie sehr der Fran­zose trotz allem in der vorderen Stellung überrumpelt wurde, erhellt daraus, daß einige deutsche Divisionen ihre volle Ver­pflegung aus französischen Unterständen und Depots ent­nahmen.

Erfolge unserer Jagdflieger.

W. T.-tz Berlin, 18. Juli. In den letztes beiden Tagen vermochten deuffche Jagdflieger dem Gegner, der feine Ge­schwader in größter Stärke aus fvonzöfischem, amerikanischem nNd engst'ckien Verbänden zu-samnEnfetzte, äußerst schwere Verluste zu-ufügen. Der Gegner wurde stets unter viupkuidl chstcn Verlusten zurückgeworfen und verlor an dem beiden Tagen 0? Flugzeuge im Luftkampf, während die deutschen Verluste mit 13 Urgzeugen in Anbetracht der dauernden Luftschlachten erffeulich gering sind.

Amerikanische Lügen von der Nampffront.

W. T.-B:. Berlin, iS. Juli. Ter englische Funkspruch Hersea vom 10. Juli 1918, 8 Uhr 8 Min. nachmittags erwähnt den a rn e 11 ! a i; i' cf e n Bericht, wonach die Amerikaner in einem Gegenangriff unsere Truppen über die Marne zurück- glLi oafen und 500, später sogar 1000 bis 1500 Gefangene, dar­unter einen vvlliiändigen Brigadestab, einigcbvacht haben. Der Bericht ist eine dreiste Lüge, zu dem offensichillichem Zweck in die Walt gefunkt die ersehnte und so notwendige amerika­nische Hilfe durch erdichtete Erfolge in das richtige Licht zu rücken. Schon die schn anloude Zohlenangabe von 500 bis 1600 mutz den wrieilssäbigen Leser stutzig machen.

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Schweres Eisenbahnunglück in Frankreich.

XV. T.-B. Paris, 17. Juli. Bei Vierpaim ist ein Per- -onienizug entgleist. 18 Fahugäiste wurden getötet und 53 verwundet, 26 darunter schwer.

Ter italienische Schayminister in Paris.

la. Berlin, 19. Juli. Wie aus Lugano gemeldet wird, ist der italienische Schahniinister Hitti mit seinem zahlreichen Beamtenstab in Paris eiugetrvffen, anischeinend, um wichtige Berhandlungen mit den Bundesgenossen aufzunehmcn.

Eine Entente-Lüge über Brüffel.

W. T.-B. Brüssel, 17. Juli. Der französische Siffel- Funkspruch vom 16. Juli, nachmittag.' 5 Uhr, verbreitet die Nachricht, die deuffche Verwaltung in Brüssel habe vor einiger Zeit alles Gemüse aus dem Brüsseler Markt requiriert. Aus diesem Anlaß habe Militär ernschreiton müssen und es sei zu einer Schießerei gekommen, der fünf Bauern zum Opfer ge­sellen und wobei dreizehn Bauern verwundet worden seien.

Die deuffche Verwaltung schritt jüngst mit Unterstützung der belgischen Polizei lediglich zu dem Zweck, der minder- btzmittMM BevWgcuvig den Kauf des aatognibifloa Mmstjes

zu einem annehmbaren Preis zu ermöglichen, gegen das wucherische Gebaren der Bauern, und zwar mit einem guten, vom allen loyal denkenden Belgiern anerkannten Erfolg ein. Das ist die Wahrbeit, die allerdings der Propaganda-Dienst der Enteiste nicht vevbreiten darf. Was darüber hinaus von einem Einschreiten des deuffchen Militärs und von Toten und Verwundeten gesagt wird, ist eine schamlose Lüge. Die ganze schaurige Geschichte ist frei erfunden.

Russisch-japanische Verständigung?

Japan zieht sich aus vem Sibirien-Unternehmen zurück.

Scheitern der ganzen Entente-Aktion?

Br. Rotterdam, 19. Juli. fEig. Drahtbericht, zb.) In London eingetroffene vertrauliche Mitteilungen aus Tokio besagen, daß die japanische Regierung 'ganz anderer Meinung über die Lage in Sibirien gewordeoi sei. Japan läßt zurzeit durch Vertreter mit der russi­schen So w i e ir egie r un g verhandeln. Um gewisse Garantien für die Ruhe im Osten zu erhalten, werden nach Abschluß der VerhanMingen seine Truppen ln Wladi­wostok größtenteils zurückgezogen. Keinesfalls sei aber vcn Japan zu erwarten, vatz ss die jetzige Lage Ruß­lands ausmützen würde, um eigene oder fremde Interessen in Rußland mit Gewalt durchzu-führen. Diese Zumutung bat der japanische Ministerpräsidenit in den letzten Tagen gegen­über einem enalischon Berichterstatter cneirgisch zurückge- wiesen. Er bedauerte, daß von fremden Propagan­disten jetzt in Japan derartige Temderznachrichton vepbrei- tet werden. Die Regierung habe nie auf eigene Verantwor­tung, sondern aus die gemeinichaftlichen Bcfchlüffe der Alliier­ten in Qstasien gehandelt. Weitere Maßnahmen als die ge- trcffenen hätten aber nicht alle Alliierten gemeinschaftlich be- schloffen, und sr>lglsti> könne Japan auch seine Interessen nicht zurücksetzen, wenn van einigen Verbündeten vorawseilendr Pläne gehegt werden, mit denen die anderen Verbündeten wicht einverstanden seien. Der Ministerpräsident sagte, er glanbe nicht daran, laß die Verhältnisse in Ost­asien Japan zwingen könnten, kriegerische Maßnah­men den güKicben Berbandlunocn vcrzuziehen.

Diese Nachrichten haben >großem Eindruck auf die Lon­doner Kreise gemacht und. so weit die sibirische Aktion in Betracht komme, sehr pessimistisch gestimmt. Die>e Kreise 'halten die A k t i o ei f u r s o g u t w i e m i tz l u n g e n, lda ohne die jiipanische Hilfe nichts zu erreichen sei. Mau glaubt denr Tokioer Bericht um so mehr, als Japan nicht mehr den Auffrag auSgesührt habe, die Ts che ch o - Slow a- ken, die an die Wesffront transportiert werdien sollten, in Wadiwostcck zu sammeln und für Schiffsraum zu sorgen. Man ffayt sich ängstlich, welchen Eindruck diese Haltumg Japans auf die Aktien an der Murmanküste haben werde, denn diese englische Mtion sei nur unter der Voraus- setzung unternommen worden, daß Japan die Russen in Ost­asien beschäftige.

Auf der russffchen Svwjettagu.nN führte Tschitscherin aus: Mir sind berÄt, den japanischen Staatsangehörrgeu deren Bestreben auf eine friedliche Ausnützung der natür­lichen Re'chtünier Sibiwens gerichtet ist, einen größeren Anteil an unserem Handel und Jndustrieleben zuyugv- stehen, wir sind bereit, falls hierzu China seine Zustim­mung geben sollte, Japan -den südlichen Zweig der Effenbvh«. linie zu verkaufen, sowie ihm auch andere Erleichterungen zur Einfuhr japanischer Produkte nach Rußland zu gewähren. Wir sind ferner l er eil, den Handelsvertrag und die Fischfangkonvention mit Japan zu erneuern.

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Der japsnische widerstand gegen ein amerikanisch-japanisches Vorgehen in Sibirien.

W. T.-B. London, 18. Juli. (Reuter-Meldung.) Die Tirnes" erfährt aus Tokio vom 15. Juli: Der diplomatische Beirat sollte heute zusammentreten, um die Entscheidungen der Regierung, die sich aus die amerikanischen Vorschläge einer gemeinsamen amerikanisch-japanischen Jntewention beziehen, zu bewilligen. Aber er vertagte sich rnfolge der Opposition von zwei Mitgliedern, die die Lage in Sibirien nichtfürkritisch genug hielten, um ein japanisches Vor­gehen notwendig erscheinen zu lassen.

Vordringen der Tschecho-Slowaken von Irkutsk ans.

XV. T.-B. London, 18. Juli. (Reuter-Meldung.) Wie dieTimes" aus Peking erfährt, dringen die Tschecho- Slowaken von Irkutsk aus au der Eisenbahn südlich des Baikalsees vor. S e m e n o w liegt wieder im Kampfe mit k en Bolschewiki.

W. T.-B. London, 17. IM. Das Reutersche Bureau er­lährt vc-n polnischer Seit«, daß die tschechisch-iflowakische Armee rn Sibir-en zahlreiche russffche Estrheiten unter den Gene­ralen Evdelli, Alexejew und Dutow, polir-sche Mteilungsn anter General Meckaelis, sowie Reste der E'sermen karPacht- schen Brigade nnter dem Oberstem Haller umfaßt.

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Die Eholera in Petersburg.

IV. T.-B. Petersburg, 15. Juli. (Verspätet eingetroffen.) In Petersburg ist die Cholera auSgebrochen. Gestern NMY- . den über 50 0 Fälle gemeldet,