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Verlag Langgaffe 21

„Tagblatthau»".

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12 Ausgaben.

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„Tagblatthaus" Nr. 6650-53.

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Erweiterung der Erfolge auf dem Nordufer der Marne.

Beiderseits Ser ttrdre der Feind auf das Neimser Bergland zurückrgeworfen. Nordwestlich von Massiges befestigte Höhen erobert.

Bisher mehr als 18 000 Gefangene.

W. T.-B. Großes Hauptquartier» 17. Juli. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Die Kampftätigkeit lcl'te erst iu den Abendstunden auf. In Erkundungsvorstößen südwestlich von Ypern machtrn wir Gefangene. Südwestlich von Hebnterne hat der Feind seine Angriffe ohne Erfolg wiederholt.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Örtliche Kämpfe aan S a v i e r e s g r u n d und westlich van El,ateau-Thierrh. Südwestlich von Courte- m o n t schoben wir unsere Linien bis an den Surmclin- Abfchnitt heran. Heftige Gegenangriffe führte der Feind mit starken Kräften gegen unsere Front auf dem S ü d n f c r der Marne. Seine Angriffe brächen un­ter s ch w e r st e n B c r k u st c n, teilweise nach erbitterten Kämpfen, vor unseren Linien zusammen. Auf dem Nord- nscr der Marne wurden die Erfolge des ersten Angriffstages erweitert. Nach Abwehr französischer Gegenangriffe stießen wir dem Feind bis auf die Höhen nördlich von Bentenil nach und kämpften uns durch den Rodezat- und Königs- w a l d hindurch. Beiderseits der A re warfen wir den Feind auf das Reimser Bcrgland zwischen Rantcuil und nördlich von Pourey zurück.

Östlich von Reims ist die Lage unverändert. Wir hielten die feindlichen Linien unter stwrkem Feuer und verbesserten an der Römerstratzc und an der SmppeS unsere Stellungen. Ropdwestlich von Massiges nahmen wir einige befestigte Höhen. Die Gefangencn- z a h l ist «ns mehr als 18 000 gestiegen.

Aber dem Kampffcld wurden gestern von neuem 36 feindliche Flugzeuge und 2 Fesselballone abge- fchossen. Leutnant Menckhoff errang seinen 37. und 38., Leutnant Löwenhardt seinen 37., Oberleutnant Loerzer seinen 26., Leutnant Bolle seinen 22. und Bizefeldwebel Thom s-üncn 21. Luftsieg.

Der Erste Genrralqnartierimister: Ludendorff.

Der neue deutsche Schlag bei Reims.

Am Tage nach dem französischen National- feste hat ein neuer deutscher Angriff eingesetzt, am Tage, nachdem die verschiedensten Redner in Frankreich und auch in England von neuem ihre feste Absicht zur Weiterführung des Krieges ausgesprochen hatten.. Das neue deutsche Unternehmen ist die beste Antwort auf diese feindlichen Erklärungen gewesen. Der deut­sche Angriff wird dem Gegner an und für sich nicht un- erwartet gekommen sein, denn die Ententepresse hatte schon seit vielen Wochen die Frage erörtert, wann und wo der nächste deutsche Vorstoß erfolgen würde? Sie hatte aber gleichzeittg dabei erklärt, daß diesmal eine Überraschung ausgeschlossen wäre, daß der General alle Vorbereitungen getroffen bättc, um den deutschen An­griff von Anfang an abzuweisen und daß die Entente deshalb den weiteren Kämpfen mit voller Ruhe und Sicherheit entgegensetzen könnte. Mag die Entente auf die deutsche Offensive auch vorbereitet gewesen sein, sie bat es doch nicht.zu hindern vermocht, daß die deutschen Truppen auch diesmal wieder auf der vollenBreite der Angriffsfront in die feindlichen Stellun­gen eingebrochen und sic erobert haben.

Die deutsche Offensive erstreckte sich auf dest Ab­schnitt von Chateau-Thierry an der Marne bis Tahure in der Champagne und hatte eine Aus­dehnung von etwa 80 Kilometer. In ihrer Mitte wurde aber die Gegend von Reims ausgespart, so daß damit eine Lücke geschaffen wurde und zwei g e- trennte Kampffelder westlich und östlich dieses scharf befestigten und von den schwarzen Hilfstruppen der Franzosen äußerst hartnäckig verteidigten Stützpunktes entstanden sind. Es ist dies ein Verfahren, das die , deutsche Heeresleitung auch schon in früheren Fällen angewendet hat. Es sei nur an den Kampf bei Armentidres erinnert, wo die deutschen Armeen sich zu beiden Seiten der Orffchaft vorbeischoben, sie um- faßten und schließlich in ihrem Rücken die Verbindung miteinander herstellten, so daß der Besatzung der cin- geschlossenen Orffchaft nichts anderes übrig blieb, als sich zu ergeben. Dadurch wird der verlustreiche f r o n- tale Angriff vermieden, was in Rücksicht auf die Schonung der Truppe außerordentlich wichtig ist.

Auf dem westlichen Kampfplatz waren in den vor- hergegangenen Kämptzn die Armeen Boehn und

Maöase

’Wledoi

elow gegen die Marne vorgegangen. Ersterc, auf !m rechten Flügel kämpfend, hatte den Fluß aus dem Abschnitt Chareau-Thierrp-Dormans erreicht, ohne ihn indessen zu überschreiten. Von Dormans aus zogen ich die neugewonnenen deutschen Stellungen in der allgemeinen Richtung auf Rerms hin, wo sie Armee von Below die Stadt von Norden und Westen umspannt. Beide Armeen haben die seinerzeit unter­brochene Offensive jetzt erneut ausgenommen. Die Armee Boehn hat die Marne an zahlreichen Stellen

schon frühere bestandene Bedrohung von Paris wesentlich gestiegen ist und daß der General Joch ge­zwungen ist, seine noch vorhandenen Reserven an dre deutschen, Angriffsfronten heranzusühren und einzu- setzen, um das weitere Vorgehen der deutschen Truppen aufzuhalten. Mit der Gewinnung des Höhengelandes in der Champagne haben die Deutschen eme sehr günstige Stellung gewonnen, aus der sie das ganze Vorgelande beherrschen, gleichsam ein Sprungbrett, von dem ans jederzeit der Sprung in die Ebene ausgeführt wer-

Oie Front im Westen Mitte 1918.

{Nichtamtlich) **■*» . mutmassl. fronh/nis

überschritten und sich auf dem Südufer einen etwa 4 bis 5 Kilometer tiefen Brückenkopf erobert, dessen vorderste Linien von Cond 6 bis Mareuil reichen. Dort gehen die deutschen Linien wieder ans das Nordufer der Marne über und schließen an die Armee Below an, die, ebenfalls in südöstlicher Richtung vor­gehend, die ganze erste feindliche Stellung, erobert hat.

Sie schiebt sich mit ihrem linken Flügel südlich an Reims vorbei. Der östliche Kampfplatz ist namentlich deshalb bemerkenswert, weil damit die Champagne, an der bis­her verhältnismäßige Ruhe geherrscht hatte, zum ersten­mal in Mitleidenschaft gezogen wird. Hier sind die Armeen Mudra und Einem zum Angriff vorgegangen, haben die erste feindliche Stellung erobert und sich in den Besitz des wichtigen Höhengeländcs süd- lich der Linie Naurroy-Maronvillers gesetzt, wo die Franzosen in den vergangenen Jahren unge­heure Blutopser für seine Eroberung dargebracht hatten.

Was sie in wochenlangen Kämpfen mühselig erstritten hatten, ist ihnen jetzt gleich am ersten Kampftage wieder entrissen worden. Die Franzosen haben bei der Vertei­digung ein neues Versabren angewendct. indem sic in der vordersten Linie nur verhältnismäßig schwache Truppen einsetzten'und sich einem hartnäckigen Kampfe entzogen. Tie Hauptkräfte verwendeten sie zur Verteidigung der weiter rückwärts gelegenen zweiten Stellung, an der jetzt der Kampf steht.

Es wäre verfrüht, letzt schon ein abschließendes Urteil über die Gesamtlage und die Folgen des sieg­reichen deutschen Angriffes abgeben zu wollen. Ebenso­wenig läßt sich vorausschen, ab der deutsche Angriff auf beiden oder auf einem Kampfplätze weitergesührt oder ob sich die deutsche Führung mit dem bisher Er­reichten begnügt. Es hängt dies auch zum Teil oon- den feindlichen Gegenmaßnahmen ab. Aber schon jetzt läßt sich erkennen, daß mit den deutschen Er- folgen, namentlich mit dem Vorstoß über die Marne, die

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den kann. Dadurch sind dauernd sehr starke feind- liche Kräfte gefesselt und anderweitiger Der- Wendung entzogen. Wenn man den Hauptzweck der Operatton in der Vernichtung des Feindes erblickt, so ist auch dieses Ziel erreicht, worauf schon die große Zahl von 13 000 Gefangenen hinweist. Der deutsche Angriff hat wieder einmal seine Unwiderstehlichkeit gezeigt und die Überlegenheit der deutsckxm Truppen erwiesen. Wir können deshab mit vollem Recht von einem bedeutenden Erfolg der deutschen Waffen sprechen, ganz gleichgülttg, ob die deutsche Offensive noch weitergesührt wird oder nicht.

Ein neuer Beweis der deutschen waffen- Ueberlegenheit.

w. 1 .-B. Berlin, 17. Juli. (Drahtbericht.) Der deut­sch c Angriff in bec Champagne am 15. Juli beweist fcn neuem, in welchem Matze die dentsche Heeresleitung ihr Hauptziel, die Zertrümmerung der feindlichen Kampfkraft und des feindlichen Kampfwillens, erreicht hat. In der Schlacht bei Royon war der Franzose um die Hoff­nung betrogen, durch Kenntnis der deutschen Angriffsabsichten und entsprechenden Tiefergliederung sowie durch sofortige starte Gegenangriffe die Niederlage zu verhindern. A,n 15. Juli hat er sich in dev Überzeugung, dem Angriff doch nicht standhalten zu können, nach der Erkenntnis der deut­schen AngrisfSabsichten auf rückwärtige Stellungen zurückgezogene ahne den eigentlichen Kampf m den vorderen Linien zu wagen. Dementsprechend drang der deuische Angriff „nicht etwa infolge von Verlusten" — diese sind durchaus normal — nicht weiter vor. Der Feind entzog sich vielmehr dem Angreifer und baute sich mit gesammelter Kraft in tiefen VerteidigungL st elfen mehrere Kilometer hinter der bisherigen Front auf, bevor der An­greifer auch nur die bisherigen Kampfgräben überschritten hatte. Damit hat der Franzose fast den ganzen Ge­ländegewinn ans drei großen blutigen Schlach­ten preisgcge ba; n. Was er in der Hsrbjt- und Wruter.