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Verlag Langgasse 21

Tagblatthaus".

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12 Ausgaben.

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Tagblatthaus" Nr. 6650-53.

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Berliner Abteilung des Wiesbadener Tagblatts: B erli» W. 57, An der Apostelkirche 7,1. Fernsprecher: Amt Liitz-w K2O2 und »203.

Nr. 322.

Samstag» 13. 3ult 1918.

Unsere Überlegenheit in der Lust.

Im Monat Juni 468 feindliche Flugzeuge verloren gegen 163 deutsche.

W. T.-B. Großes Hauptquartier. 13. Juli. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprccht.

SiidU'pstlich von D n i l l e u I wurden mehrfach A n - griffe starker englischer Abteilungen abgewiesen. Ebenso scheiterten nächtliche Bolstoßc des Feindes nördlich von Albert Hlftigem Feuerkampf auf dem Westnfer der A v c e folgten zwischen Eostel nnd Mailly Tcilangrifie der Franzosen, die der Feind am Nachmittag bei Mailin, am, Abend in dem Kampfabschnitt nach erneuter stärkster Artillerievorbereitung wiederholte. In C a st e l und im Ge­höft Anchin setzte sich der Feind fest. Östlich dieser Linir brachen seine Angriffe in unseiem Gegenstoß zusammen.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz,

Zwischen Oise und M a r n c blieb die Gefcchtstätigkeit rege Erneute Borstöße des Feindes nördlich von Longpont und südlich deö Ourci, wurden abgewiefen.

Heeresgruppe Herzog Albrecht.

In den mittleren B o g c s e n und am Hartmanns- weiler Kops lebte die Gefechtstätigkeit auf. Nord­östlich von Bont-L'Mousson und dem Favegrund scheiterten nächtliche Buistöße des Feindes.

J:n Juni wurden an den deutschen Fronten 488 feind­liche Flugzeuge, davon st.l durch irnsere Flugabwehrgeschütze, und 6-> Fesselballone abgeschosscn. Hiervon stnb 217 Flug­zeuge in unserem Besitz' der Nest ist jenseits der gegnerischen Stellungen erkennbar abprslürft. Wir haben im Kampf 153 F'ngzenge und 5: Fest« ll-ollone verloren.

Der Erste Generalanartiermcister: Ludenborsf.

Die neue russische ssrifir.

Eine Tai der Bolschewiki in Krchangel!

300 feindliche Offiziere verhaftet.

5. Stockholm. 13. Jul,. (Eig. Drahtbericht, zb.) Nach einer Petersburger Meldung deSDaily Expreß" wurden in Arckangel auf Befthl von Lenin 300 Offiziere aus den Ententeländern verhaftet.

vie Beschlüsse der fünften Sowjetlandes­versammlung.

W.T-B. Stockholm, 8. Juli. Folgende, von der kommunistischen Fraktion beantragte Entschließung ist vom Sowjetkonqveß mit erdrückender Mehrheit ange­nommen worden: Die fünfte Landesversammlung der Arbeiter und Soldaten billigt vollständig die innere und äußere Politik des Rates der Volkskommissare und bekräftigt von treuem den unerschütterlichen Willen der Arbeiter und Soldaten, das Land nicht in einen neuen Krieg hineinzichcn zu lassen.

Das Rußland der Sowjets wird jedem Angriffs- Versuch gegen das russische Gebiet von seiten jed- weder imperialistischen Regierung tatkräftig Wider- stand leisten. Das Rußland der Sowjets wird un­erbittlich gegen die Feinde des Volkes verfahren, welche das Vaterland zugunsten der 'Rationalisten der einen oder der anderen Koalition verraten. Die Landesver­sammlung billigt in der gleichen Weise die Ernährungs- Politik und die Schaffung von Komitees armer Bauern, welche nicht die Arbeit der anderen ausbeuten. Der Zeitraum, der sich bis zur neuen Ernte erstreckt, ist der härteste sür die Arbeitsbcvölkerung der Städte. Dre kräftigsten Maßnahmen ioerden zur Bekämp­fung der bürgerlichen Ge genrevolutionäre und ihrer Agenten ergriffen, welche aus der augen­blicklichen Lage Nutzen zu ziehen versuchen. Die Lan- desversammlung rust alle Arbeiter und Bauern auf, einmütig für die Sowjets einzustehen.

vie Matznahmen gegen die Gegenrevolutionärs in Petersburg.

W. T.-B. Mcskau, 12. Juli Die Presse meldete, daß in Petersburg ein K rr egs - R evc lu ti ons komit ee un- ter Ucitzky- die Obliegenheiten tes bisherigen Sowjets der I Kommiss ree ?ür die nördi'che Kommune des Petersburger Bezirks übernommen und die nick, tbolschewistischer Kommissare akaesetzt hat. Das Revclutwr.Skrmitee hat eine strenge Kontrolle des Verkehrs in den Straßen befohlen nnd das Waffentragen und Ansammeln des Publi­kums verboten sowie die Entwaffnung aller Kampf- Druschinen der Sczialrercluticnäre cmgeordnet.

Sozialrevolutionärer Vormarsch gegen Moskau?

Berlin. 13. .Juli. Wie tem >B. T." aus Genf berichtet ivird. veröffentlicht de: gestrige ..Matin" eine Nachricht aus Stockholm, ivcuach der Führer der Sozialrevolutionär«

Kbenö-klusgabe.

Tschernow mit zahlreichen bewaffneten Banden, die haupt­sächlich ans Bauern bestehen, gegen Moskau marschiere und bereits in der Nähe der Stadt angekommen ist.

Der Uaiser an die Mutier des Grafen > Mirbach-kjarff.

ZV T.-B. Berlin, 12 Jrli. Seine Majestät der Kaiser hat gestern an dre Gräfin Mirbach-Harsf nachstehendes Tele­gramm gerichtet Tics ergriffen durch die Nachrickst von dem fluchwürdigen Verbrechen, dem Ihr Sohn zum Opfer ge­fallen, nehme ich den wärnisten Anteil an dem Schmerz, den Sie als Mutier über den schweren Verlust empfinden. In schwer:: Zeit auf einen vcrnmwi'rtungsvcllen Posten gestellt, bat Jbr Sohn nach besten Kräften mir nnd dem Vaterland treu gedient und rn dieiem Dienst sein Leben hingegeben. Mit mir wird das Vaterland dem Verewigten ein dankbares Andenken bewahren. Gottes Beistand sei mit Ihnen.

Eine rumänische Bcileidskundgebung.

W. T.-B. Bukarest 12. Juli. Die rumänische Regie- rung hat a» die deutsche Regierung eine Depesche gesandt, in der sie ihr Mitgefühl an der Ermordung des derrtschen Ge­sandten in Mcskau ausspricht.

«

Japans Zurückhaltung hinsichtlich des Eingreifens in Sibirien.

W. T-B. Tokio, 12. Juli. (Reuter-Meldung.) Der Bericht aus Washington, daß Japan beschlossen joace, das Ersuchen der Ententemächte, unter allen Umständen in Sibirien vorzugehen, zurückzu weisen,' wird amtlich für unrichtig erklärt. In Japans Haltung ist keine Änderung eingetreten. Amerikas Antwort über die Angelegenheit wird adgewartet. Außer­halb der amtlichen Kreise ist man sich in Japan jetzt ziemlich einig darüber, daß es augenblicklich nicht notwendig ist, Truppen nach Sibirien zu schicken.

Wilsons törichte Hoffnungen zum Brest-LitowSker Vertrag.

Genf 13. Juli In Clemencsaus Umgebung sucht man die schwankende Haltung der Vereinigten Staaten t.t der Frage der Vielverbandsintervention gegen die Bolsche­wiki damit zu erklären, daß Wilson immer noch an die Mög­lichkeit glaubt, der Brest-Lliowsker Vertrag werde früher oder später der Entente zur Revision vorgelegt werden.

vie einmütige Annahme der Ariegskredltr.

(Von unserer Berliner Abteilung.)

8. A. Berlin, 13. Juli.

Am BundeSratstisch: v Patzer. Graf Roedern. Vor Eintritt in dre heutige Tagesordnung legte der sächsische Oberst Schulz Verwahrung gegen die persönlichen Angriffe des Abg Haase (Ilnobh. Srz.) auf einen Leipziger Zensur- offtzier ein.

Nach Erledigung einiger formeller Petitionen folgt die

dritte Lesung des Branntweinmonopols.

Ein Antrag verschiedener bürgerlicher Parteien will statt der tags zuvor bewilligten 4 Millionen Mack aus den Mono­poleinnahmen nur 1 Million M a r k zur Bekämpfung der Trunksucht bestimmen.

Der Antrag wird nach kurzer Debatte, an der sich die Abg:;. Mumm (Deutsche Frakt.), Davidsrhn (Soz.), Kiel lVpt.). Poslidrwsky (Deutsche Frakt.) und Wurm (Unabh. Soz.) beteiligen, im Hammelsprung mit 117 gegen 10? Stimmen abgelehnt nntz leschlrssen, 4 Millionen Mark z>.l bewilligen. Beschlossen wird weiter, den Kran­kenkassen 60 Pf. statt der frecher beabsichtigten 1 M. jährlich pro Mitglied Rückgc Nahrung für die alkohol­haltigen Arzneien zu gewähren.

In der G e s a m t a l st i m m u n g wird das Gesetz gegen die sczialdemr kretischen Stimmen angenommen.

ReichssLatzsekretär Graf Roedern: Mit den jetzt cnege

nommenen 14 Steueroesetzen ist ein Werk vollendet worden, das umfangreicher und sinanziell bedeutsamer ist als irgend eine Flnunzgesetzgebung seit Begründung des Deutschen Reichs, ja seit Beginn der deutschen Parckcrmentsgeschichte überhaupt.

(Gegenüber den 1780 Millionen Mark Steuereinnahmen

deS letzten Fricdensetats bandelt rs sich hier um 4.3 Milli­arden Mark.

Sie haben mit Ihrer Arbeit den Dank des Volkes verdient. Der Reichskanzler würde diesem Dank gern selbst Ausdruck geben, wenn nicht wichtige Besprechungen im Hauptquartier seine A »Wesenheit dcrt erfordern würden Ich erlaube mir. mich namens der Finanzverwal­tung dieiem Dank mit ganzem Herzen anzuschließen.

Die Verabschiedung des Etats.

Von dem Haushalt ist noch rächt erledigt der Haushalt der a l l g e m e r n e n F i n a u z v e r w a l t u n g.

Reicbsschatzsekretär Graf Roedern: Die Reichsregierung

bat volle? Verständnis fiir die wurtschaftliche Notlage der Beamten nnd wird im Herbst den Beamten eine wirk­same Teuerungszulage zugute kommen lassen. (All- seitigcc Beifalls

66. Jahrgang.

J

Der Haushalt wird genekmigt.

In der Gesamtabstimmung wird der Etat gege die Stimmen der beiden sozialdemokratischen Fraktionen in dritter Lesung angenommen. Die Polen enthalten sich der.Abstimmung.

Auf Anrrag deS Abg Gröber (Zentr.) wirv ein besonde­rer Ausschuß des Reichstags für Sozialpolitik eingesetzt.

Oie neuen ttriegskredite.

Abg. Fischbeck (VwMsp.) berichtet für den Ausschuß.

Abg. Ebel (Soz.): Wir beidauern aufs tiefste, daß das

furchtibare MutveDgreß-Sn im. Wüstem und Süden noch foct- idauert. Das deutsche -Volk ist -erfüllt vom ehrlichem Friedvns- totlfen und auch die den ts che Regierung hat von neuem ihre Friedensbereitschaft erklärt. (Sehr richtig.) Nach der Erklärung einer solchen Frledem-Äbereitschast würde das deutsche Volk nimmermehr dulden, daß Friedewsverh>and- lungen cm rErberungsforderungen oder irgendwelchen wirt­schaftlichen, politischen yder finanziellen Vergewaltigungen scheiterten. (Zustimmung.) Die gegnerischen Staats­männer halben sich aber auch in ihren letzten Kiundgebun- gen gu Krieyszielen bekannt, die die politische und wartschastliche Unabhängigkeit Deutschlands beeinträchtigen würden. (Allseitige Zustimmung.) Wir wünsche» einen ehrenvollen Frieden sür alle. D« die Gegner einen solchem Frieden «bis zum heutigen Tage verweigern, wer­den wir auch diesmal die Mittel bewillig en, die zur -Verteidigung der Lebensinteressen unseres Volkes und zur Erreichung des Friedens gefordert werden. (Stürmischer Bei­fall. Zischen bei dem Umabhängigen SoziaDemokvatien. Wiederholter stürmischer Beifall.)

Mg. Geyer (Unabh. Sog.): Der Krieg ist niemals ein Verteidigungskrieg gewesen; er war und ist ein Erobe­rungskrieg mit imperialistischem Zielen. (Pfuirufe und Lachen.) Die Reichsregierung begünstigt die Annexionisten. Rußland und Rumänien ist ein Gewalt friede aufge- zwungen woriden. (Pfuirufe.) Die Volker, die man angeb­lich befreien wollte, -weriden vergewaltigt und ausgcibeutet. Auch gegen die Weltmächte wird ein Erobernngsfriede ange­strebt. Wer einem ehrenvollen Frieden will, darf nicht für die Kriegski edite stimmen (Schallende Heiterkeit.! Wir lehnen die Kriegskr-Mte ab und wissen uns eins mit den VcMsmassen aller Länder in dem Ruf:Proletarier aller

Länder vereinigt -euch! Nieder mit dem Krieg! (Gelächter, Pfuirufe rechts; Beifall bei dem Unabhäugig-on Soziaödsm»- kratcn.)

Damit schl i e ß t die Aussprache.

Es folgt di« d r i t t« L e s u n g.

Bei der Gesamtabstimmung wird dfe Vorlage bei Ab­wesenheit der Polen gegen die Stimmen der Unaibhängl- gen Sozialdemokraten angenommen.

Der Nachtragsetat, der eine Ergänzung der Be- sol-dunysopdnuna enthält, wird amg-enommen, -ebenso ein wei­terer Antrag, der für W-ohnungsbauten des Reiches -Vorsorge trifft.

Die Dagcsoidmmy ist idamÄ «rled i gt.

Präsident Fehrenbach: Wir sind am Schluffe unserer

Tagung rmgelangt. Eine außerordentlich anstrengende Arbeit haben wir hinter ums. Di« Friede-nsvertröge mit dem Osten mögen einzelnen Anlaß zu Beanstandungen gegeben haben, aber das Volk betrachtet diese Friedensschlüsse im großen und ganzen mit Genugtuung u-nd Dankbar­keit. Di« Verträge tragen frie Unterschrift des Staats­sekretärs, der in diesen Tagen aus seinsm Amt geschi-cden ist. Ich glaube doch von dieser Stelle fcststellen zu sollen, daß ihm der Abschluß dieser^ Friedons-schlüsse nicht nur historische Be­deutung, soridevn auch Dauk und Anerkennung des Volkes "gebracht hat. Ter Präsident geht dann auf die Be­deutung der abgeschlossenen Steuergesetze ein und schließt mit -den Wortem:Wir vertrauen auf Gottes Schutz u- unsere tapferen unvergleichlichen Heere, die durch ihre Siegeindiesem Sommer die Grundlage g«g«!üon hoben m einem ehrenvollen und dauernden Frie­den. Ich schlage vor, daß sich das Haus bis zum 6. November

vertagt.

Abg. Haas« (Unabh. Soz.) erhebt Einspruch dagegen.

Der Vertaguugsamtvag wird gegen die Unabhängigsn Sozialdemokraten angenommen. Der Präsident wird er­mächtigt, Zeit und Tagesordnung der ^nächsten Sitzung sest- zUiftelleu und erforderlichemfvlles dieses auch früher anKU- setzen. *

Oes Kanzlers neue Erklärung über Belgien.

W. T.-B. Berlin, 12. Juli. (Amtlich.) Über die Ausführungen, hie der Reichskanzler heute vor deni Hauptausschuß über die belgische Frage gemacht hat, sind in der Öffentlichkeit Darstellungen verbreitet wvr- den, die Mißverständnisse Hervorrufen könnten. Wrr geben daher nachstehend den in Betracht kommenden Teil der Kanzlerrede ausführlich wieder. An- knüpfend an seine gestrigen Darlegungen hat der Reichs- kanzler folgendes ausgeführt: ^ ^

Was die Zukunft Belgiens betrrfst, so bedeutet, wre ich gestern scho« sagte» die Okkupation und Ser